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ABCDEF s.VGH
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b – bächelîn
bächeln – backenknûʒ
backenslac – badekeʒʒel
badekleit – badevolc
badewâc – balde
baldecheit – ballerisse
ballespil – balsamlich
balsammæʒec – balster
balster – banboum
banbrief – banekîe
banël – banierære
baniere – banovære
banoven – banvîre
banvîretac – bar
bar – bârbrët
1barc – barkân
barke – barmecheit
barmeclich – barnen
barnstëcke – bartierunge
bartinc – base
Baseler, Basler – batalieren
batalierre – baʒ
bazân – bebreiten
bebrunzen – bëchswarz
bëchtranc – beckenknëht
beckenkol – bedæhteclîche
bedahtheit – bêdenthalbære
bederben – bediutecheit
bediuteclîche – bedringen
bedröuwen – begâben
begâbunge – bêgehart
begëhen – begesten
begetern – beginst
beginstnisse – begnâdunge
begougeln – begrîflich
begrîflîcheit – behabede
behaben – behalt
behaltære – behebunge
behecken (?) – behëlfen
behëlfunge – behern
behêrren – behœrlicheit
behosen – behülfec
behülfelich – behûsunge
beide, bêde – beierisch
Beierlant – beinîn
beinîsen – 2beiten
beitunge – bejac
bejagen – bekennelich
bekennelicheit – beklage
beklagen – beklipfen
beklocken (?) – bekorære
bekorlich – bekriegen
bekrîen – bekuppeln
bekürn – belderîchen
belëcken – belîbelich
belîben – belle (?)
bellechîn – Belzebub
belzelîn, belzel – 1bemeinen
2bemeinen – benahtunge
benæjen – benedîunge
benediz – benihte
benît – benuomunge
benützen – 2ber
bër – bërcgesworne
bërcgot – bërcphenninc
bërcrëht – berechenen
berechenunge – bereit
bereitære – bërgen
bergîn – beriemen
berieʒen – berillîn
berîmeln – berîʒen
berkel – bernbunge
bërnde – bernzunge
berœsen – berty
berüchtegen – beruofære
beruofen – besæjen
besalben – beschaft
beschaft – bescheiden
bescheiden – 1beschern
2beschern – beschînen
beschirm – beschouwede
beschouwelich – beschuoben
beschuohen – bëseme
bësemen – besideln
besiffeln – besîtes
besitzære – beslieʒunge
beslîfen – besnaben, besneben
besneiteln – besoufen
bespæhen – best
bêst, bêste – beste
bestëchen – bestie
bestieben – bestrîten
bestrouben – besunderbar
besunderheit – beswæren
beswærnisse – bët
betagen – beteidigunge
beteidingen – bëtelorden
bëtelruof – beterminierunge
bëteros – betimbern
betirmen – betrahtegen
betrahten – betriuten
betriuwen – betrüeben
betrüebenisse – bettegegate
bettegëlt – betterise
betterise – betûchen
betüemen – betwengen
betwinc – bevatzen
bevëlch – bevillen
beviln – bevolgec
bevollen – bevür
bevürhten – bewarlich
bewærlich – bewëgen
bewëgen – bewërfen
bewërken – bewirten
bewîselîche – bezâfen
bezaln – bezëmen
bezenen – bezoc
bezoubern – bî
bibe – bibunge
bic – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bî|ein
bîeinander – bierzins
biese – bîgesëʒʒe
bîgestendec – bîhtegen
bîhten – bilchmûs
bildære – bildeslêre
bildesnitzer – billich
billîch – bimʒ
bin – binnen
bînstoc – birden
bir(e) – birnenkërn
birnkumpost – bî schaffen
bîschaft – bisemvaʒ
bisen – bîsorge
bîspël – bît
bitære – bitteric
bitterkeit – biuge
biugunge – biutel|snîdære
biuteltuoch – bî vüegen
bî vüeren – bîzeichenen
bî zëmen – blægen
blâ|gleien|bluome – blandine
blanke – blâst
blaster – blâterkopf
blæterlîn – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichlich
bleichros – bletzelîn
bletzen – bliczen
1blîde – blindecheit
blindeclich – bliuclich
bliuge – blœde
blœdecheit – blüegeln
blüegen – bluombolle
bluome – bluomenzît
bluom|ôsterâbent – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotspîwunge
bluotstëchære – bluotwurm
blut – bocks
bocksbluot – bogenschuʒ
bogensnuor – 2bolle
bollen – bônwibel
bônwinde – borge
bor|gemeit – (bornütze,) enbornütze
bors, borse – borvërre, enborvërre
borvil – bote
botech – botwar
botwarære – boumen
boumgarte – boumzaher
bovel – bræche
brachen – brâ|hâr
bræhen – branc
brangen – brætelîn
braten – brëche
brëchel – breisier
      brëchel stM.
      brëchen stV. (IV)
      brëchîsen stN.
      brëchunge stF.
      brëchweize stM.
      breckelîn stN.
      breckin stF.
      bred-
      brëgelære stM.
      brëgeln swV.
      brëgen stNM.
      brëhe stF.
      brëhen stMN.
      brëhen swV.
      brëhenen swV.
      brëhentac stM.
      breht stM.
      brehten swV.
      breinkorn stN.
      breisier stM.
breit – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – brësthaft
brëstlich, brëstenlich – briefbuoch
briefbuochelîn – brieʒen
brî|mel – brîsger
brîsschüechel – briulêhen
briumeister – briutelstuol
briuten – brœdeclich
brœdeheit – brôt
brôtbanc – brôtkouf
brôtloube – bruch
bruch – brückelât
brückelîn – bruckslac
bruckwëc – brûne
brûnen – brünneholz
brunnekîn – brünselbërc
brünseln – bruochstinkende
bruochwëc – bruoderzeichen
bruost – brustgezierde
brustklopfen – brûtgebende
brûtgesanc – brûtsanc
brûtschaft – bûchstœʒec
bûchstrenge – budeminc
bûden – bû|geschirre
bû|gevelle – buhsholz
bûhurdierære – bûlslac
bulzen – büntnisse
buntschuoch – buochbediuten
buochblat – buochstap
buochswam – buosemsnuor
buosemtuoch – buppe
bur – burcgesuoch
burcgewer – burclêhen
burclêhenrëht – burcrëhtacker
burcrëhten – burctorære
burcvëlt – bürde
bürdelîn – bürgelschaft
bürgen – burgertavel
burgervëlt – burnegël
burneholz – bürste
bürsten – büschelîn
buschoff – bûteilen
bûteilunge – buttenblüejende
buttenbluot – bûz
bûʒe – buʒʒel

   brëchel - breisier    


brëchel stM. vridebrëchel

brëchen stV. (IV) 1 intr.
1.1 ‘zerbrechen, reißen, entzwei gehen’
1.2 ‘gewaltsam oder plötzlich (durch/in/zu etw./jmdm.) dringen’
1.2.1 mit durch ‘durch etw. dringen, brechen’
1.2.2 mit in ‘in etw. eindringen’
1.2.3 mit an, gegen, ûf, ze ‘gegen jmdn. vordringen’
1.2.4 mit über, ûz, von ‘über etw. dringen, hervorbrechen, sich von etw. entfernen, lösen’
1.2.5 mit vür ‘jmdn./etw. übertreffen’
1.3 mit Dat.d.P. ‘mit jmdm. brechen’
2 tr.
2.1 eigentl. ‘etw. brechen, reißen, pflücken’
2.1.1 ‘etw. (von etw.) abbrechen, -reißen, pflücken’
2.1.2 ‘(jmdm.) etw. entreißen, herunterreißen; jmdm. etw. abnehmen’
2.1.3 ‘etw. (Geschlossenes) aufbrechen’
2.1.4 ‘etw. zerbrechen, zerreißen, mit Gewalt zerstören’
2.1.5 ‘jmdm. (sich) Körperteile brechen, verletzen’
2.1.6 ‘etw. (Kampfverband) aufteilen, zerteilen’
2.2 übertr.
2.2.1 ‘Versprechen, Regeln, Gesetze brechen, verletzen, missachten’
2.2.2 ‘etw. überwinden, beseitigen; zunichte machen’
2.2.3 ‘etw. unterbrechen, abbrechen’
3 refl.
3.1 ‘sich zu jmdm./etw. hinwenden, sich auf etw. richten’ , mit an, in, nâch, ze
3.2 ‘sich von jmdm./etw. loslösen, abwenden, entfernen’ ; mit von, ûz
3.3 ‘sich erbrechen, übergeben’ (?)
4 Einzelnes
4.1 rîme ~
4.2 in der Formel ~ und büezen ‘mit etw./jmdm. frei schalten und walten’ (s.a. FWB 4,1018 und DRW 2,461)
   1 intr.    1.1 ‘zerbrechen, reißen, entzwei gehen’ beidersit sie so stachen, / daz die schefte brachen Herb 1452. 18379; di satele bede brachen Rol 8442; die riemen brâchen von dem sper UvZLanz 6435; div helle prach von der sigenufte des heiligen crûces Konr 11,7; ez was in den selbin zîten ein schifman, deme brach sîn schif unt virlôs sîn gût unt virarmite PrMd(J) 347,28. – ‘schadhaft werden’ obe div straze breche, so sont si die machon, der gvͦt baidenthalb dran stozit UrkCorp 1293,7; jst das da nah die zvne brechent, so sol der vorstere si wider machen ebd. N306,7. daz im sîn herze niene brach / von jâmer, des wundert mich Iw 4948; brich min herz! wes macht du leven / in disem grozen ruͥen? MarlbRh 32,5f.; Tr 17192. 18472; Wig 4151. das im fleisch und beyn alles brach Lanc 58,24; und brach im der recht arm ebd. 157,3. – mit adv. Bestimmungen (enzwei / ze stucken / voneinander): der spiez im in zwai prach Rol 5573; also das sin bog enzwey brach Lanc 40,11; Herb 9732; daz ir ietweders schaft / wol ze hundert stücken brach Iw 7103; Tr 6860; das der helm oben von einander brach Lanc 82,7. 192,14. – med. ‘aufbrechen, platzen, sich auflösen’ vnde brichet daz vel in den ougin SalArz 12,19; swa di hut brichet, da rinnet daz warech uz ebd. 77,3; swenne du wolles daz daz gesver breche in deme halse ebd. 43,50. 38,33; din adern brechent / ind verlechent, / din houvet niget, / din zunge swiget MarlbRh 26,21. – subst.: man hôrte manegen stôz, / daz der scefte brechen gein den lüften dôz NibB 35,2. 1355,1. – übertr.: al mîn ungelücke brach, / dô diu gotinne Jûnô / mîn segelweter fuogte sô / in disiu westerrîche Parz 767,2; daz ir aller vreude brach Wig 11336. 9622; RvEBarl 8113; din gelouf alein niͤt ’n brach MarlbRh 81,10; daz mir so gar mîn sprâche in mînem herzen do brach SM:Had 13: 3,6    1.2 ‘gewaltsam oder plötzlich (durch/in/zu etw./jmdm.) dringen’    1.2.1 mit durch ‘durch etw. dringen, brechen’ dâ Alexander durch daz wale brach, / a waz dâ helede tôt lach VAlex 1518; Athis C 104; manec storje durh die ander storje brach Wh 47,23. 436,19; Ägidius 512; Ottok 7233. daz ez [das Schwert] im durch den halsperc brach / und im ein grôze wunden stach Iw 3947; Rol 8247; NibB 457,1; als durh die dicken mûre / brichet der bickel Wh 54,21. diu sunne durh die wolken brach Wh 292,14; ein lieht durch unser vinster brach, / daz wir alle ein ander sâhen KvHeimUrst 2022; sî kan durch diu herzen brechen / sam diu sunne dur daz glas MF:Mor 31: 2,1; KvHeimHinv 190    1.2.2 mit in ‘in etw. eindringen’ daz dâ vil michel schade geschach, / dâ man in in den hûfen brach Tr 5520; die wile das der wirt sclafet, so brichet der diep in sin hus Mechth 7: 3,21; Lanc 141,33. diu [ vrouwe ] brach alse tougen / al in mîns herzen grunt MF:Mor 26: 1,7; KLD:GvN 45:3,3; ein wort, daz in mîn herze brach RvEBarl 345; euwr lieb mir in mein sel prach HvNstAp 2364. 5786    1.2.3 mit an, gegen, ûf, ze ‘gegen jmdn. vordringen’ ein ander schif [...], / daz sinen ganc an sie brach PassIII 14,3; in des himels hohe ich sach / ein tube, der vluc gein mir brach Vät 17178; si prachen auff si als ain wald HvNstAp 3777; zime [zu dem Herzog Mennes ] mahte niemen brechen, / wan ders lebenes wolte vergezzin VAlex 1245; daz si wolden brechen / zu im, und wolten in sehen Vät 1486    1.2.4 mit über, ûz, von ‘über etw. dringen, hervorbrechen, sich von etw. entfernen, lösen’ die wasser rinent in dem paradiso vnder der erde. so si denne druz coment, so brechen sie vber die erde Lucid 19,14. 18,3; der künec von Valpinôse / mit den sînen ûz der schar dâ brach Wh 387,17; ob man dich niht durch vrîen muot / ûz wîbes tugenden brechen siht Winsbeckin 11,10; ein weinen von ir ougen brach Krone 11345    1.2.5 mit vür ‘jmdn./etw. übertreffen’ dô begunde ich êrst ir güete schowen, / wie si vür ir aller schœne brach, / sam der morgensterne lûhte / ûz vil sternen SM:Tr 2: 2,4; ir schœne volleclichen brach / für alle frouwen die nu sint KvWWelt 68; ir wizzent wol, daz minne / brechen muoz für elliu dinc KvWTroj 2117. 2238; doch brach sîn neve Achille / an hôher werdekeit vür in; / wan er der êren spiegel hin / ob im gewalteclîche truoc ebd. 6568 u.ö.; KvWGS 1917; StrAmis 22    1.3 mit Dat.d.P. ‘mit jmdm. brechen’ ich hette ir gebrochen, / ich hette gesprochen: / ‘als ir mir sint vrowe, als bin ich iuch man!’ SM:Wi 1: 2,8    2 tr.    2.1 eigentl. ‘etw. brechen, reißen, pflücken’    2.1.1 ‘etw. (von etw.) abbrechen, -reißen, pflücken’: – ohne Präp.: und brâchen bluomen über al / und mahten schapellîn dâ mite UvZLanz 4074; MF:Mor 25:1,2; Tr 18072; MF:Reinm 50:4,6; so brich du die trawben und huͤt dich vor den dorn PrOberalt 140,4; daz getwerc des grüenen loubes brach / und bette ir nider ûf daz gras Wig 2036; SalArz 87,26. des brôtes si sament brâchen, einen vrido under in sprâchen Gen 1479. – mit abe: die brachen ab dem boume die este AvaLJ 109,1; VMos 51,9; PrOberalt 8,41. – mit von: daz har brachen si uon der swarte Rol 1734; daz hemde von der brust si brach Parz 110,24; Herb 5900; von einer linden er dô brach / zwei schapel wol geloubet Tr 3150; Wig 4742. – mit ûz: daz har prach er uz der swarte Rol 6078; dâ brach frou Sigûne / ir langen zöpfe brûne / vor jâmer ûzer swarten Parz 138,17; Eracl 3931; Wig 7711; HvNstAp 2474; wir gen und brechen daz unchraut auz dem waitz PrOberalt 45,12; und pricht man den smaragt auz dem stain BdN 456,5    2.1.2 ‘(jmdm.) etw. entreißen, herunterreißen; jmdm. etw. abnehmen’ ein vil starkez wâfen brach er im ûz der hant NibB 1895,2; Roth 1721; dâ wart Alexandro sîn helm / von dem houbete gebrochen SAlex 1751; Lanc 156,31; die krône er ir von dem houbte brach / und warf se daz diu gar zebrast Wh 147,16; an ir hemde ein fürspan er dâ sach: / ungefuoge erz dannen brach Parz 131,18. 67,20; daz swert si im von der sîten brach / und zôch im abez îsengwant Wig 6409    2.1.3 ‘etw. (Geschlossenes) aufbrechen’ an disme tage brach der heilige Christ die helle unde erloste dannan unseren uater Adamen Spec 148,3; der die sigenunft gewan / daz er der helle porten brach Wh 218,23; Gen 2802; Lucid 81,1; der künic Artûs wolte brechen / sîne treskameren umbe daz, / daz man in lobete dester baz, / und wolte teilen sîn golt UvZLanz 5596; Eraclîus fuor hin und brach / [...] ein tür der ismahêlschen diet, / die Alexander beslôz Eracl 5362; Iw 1267; MF:Mor 33a:2,7; Rol 2111    2.1.4 ‘etw. zerbrechen, zerreißen, mit Gewalt zerstören’ der hafener, der einen hauen brichet vnde einen anderen machit Lucid 137,5; ich brach ir den kruoc, dô sie gienc von dem brunnen KLD:GvN 30: 2,1; Himmelr 4,23. hey waz man starker schefte vor dem münster brach NibB 871,2; sî brâchen ûf im alle ir sper Iw 5321; UvZLanz 654; Lanc 102,11; Hagen der starke sô manegen helm brach NibB 1981,2. Pollixena want ir hende. / Ecuba brach ir gebende, / Andromacha har vnde hut Herb 9734; und [der Ritter] brach das seyl da er mit gebunden was Lanc 191,18; guot wîp, lâ besehen, / ob du brechen maht / sorgen bant MF:Wolfr 9: 3,2; RvEBarl 14417; PrOberalt 132,25; HvNstAp 243. ez [ aloe ] læt sich niht mit den zenden leiht prechen BdN 355,33; in deme munde [...] îlte er machen einen chinnebachen, / zane zwei geverte, beinîn vile herte, / daz si daz ezzen brechen Gen 127. – mit adv. Bestimmungen (in/ze stucke(n) /  enzwei / voneinander): vor dem sange brichet er die oblatam in drú stúcke Lucid 102,8; di schefte brachen si zestuchen Rol 8915; daz der ellende / sô manic sper brach enzwei UvZLanz 3065; Wig 7682; der nem bibergeil, diu weich si, und breche si von ein ander BenRez 42. – med. ‘etw. (Blasenstein, Geschwür) auflösen, zerbrechen’ wil dû den harenstein vil gewislîchen brechen, sô merche dise erzenîe Barth 148,33; Macer 39,4 u.ö.; SalArz 12,54; die wurzel gesoten unde mit aldem smere gestosen, brichet unde zutribet allerhand geswer Macer 37,5. 44,4; und wenn man ez gorgelt in dem hals, sô pricht ez die apostem [Geschwür] in der keln BdN 364,33. – ‘etw. (z.B. Gebäude, Städte) niederreißen, zerstören’ die bvrc er an den grvnt brach ReinFu K,1264; SAlex 3536; der brach die burge vnde twanc die lant Herb 16640; heiz brechen unde brennen / ir uile unreine betehus Rol 952; StrKD 36,48; wie Troyge wart zv storet / do sie Ercules wilent brach Herb 5921; sô der heiden sturm Oransche brach Wh 262,30; KvWSchwanr 176; Lanc 33,25; Mügeln 93,9. 180,9. – mit dannen: swa er [ der furt ] bekv̓mbert ist mit phelen alder mit zv̓nen [...], dc si dc dannen brechen sv̓ln UrkCorp(WMU) 311,27. 3049,37. – mit erspartem Obj.: du zimbris vnde brichis, / dv intlibis vnde richis, / dv heiliges vnde uirdamnis Litan 45; Herb 2599. – subst.: die statt von Bohorges wart behut fur fure und vor brechenne Lanc 2,6; StrKD 30,130    2.1.5 ‘jmdm. (sich) Körperteile brechen, verletzen’ do gesigt er an dem helle hunde. / sine chiwen er im brach AvaLJ 161,2; wande er im sîn hals enzwei brach VAlex 236; daz erm daz sper zem giele in stach, / sô daz ez ime [dem Drachen] den rachen brach / Tr 8978; VMos 74,6. ein swankel gerte / diu argen kinden brichet vel Parz 174,9; sît im Maliclisier / daz twerc sîn vel unsanfte brach / mit der geisel ebd. 401,15. 212,15. er brichet ein bein, einen arm oder verliuset ein ouge, oder er wirt siech Eckh 5: 35,15; da ir vilt und uwer pfert den hals brach under uch Lanc 488,28; gebrochen bein Macer 10,18. – mit Akk.d.P.: an dem buche unt an dem rucke / brachen si in [den Verräter Genelun] zestucke Rol 9014; wand er [der Löwe] in beiz unde brach / swâ er in blôzen sach Iw 6761; sînem lîbe nie sô wê geschach, / wand in ez ängestlîchen brach KvHeimHinv 728. 737; Tr 1746. gebrochen sîn ‘an einem Bruch leiden’ ruten saf mit alandis saffe getrunken, hilfet den, di gebrochen sint unt das gemechte uz geit Macer 20,10. 38,25. daz herze ~ : daz brichet mir mîn herze enzwein MF:Mor 20: 7; der tôt sîn jungez herze brach Wh 93,30; Parz 92,30    2.1.6 ‘etw. (Kampfverband) aufteilen, zerteilen’ ia muzen si sich scaiden, / si muzen brechen ir scár Rol 3835; dazs aber ir leiden geste [...] / mit gewalte wurden jagende / [...] den hûfen dicke brâchen / mit spern und mit swerten Tr 5510; mit hurte er den poinder brach Parz 78,29; Wh 46,16; Wig 11116    2.2 übertr.    2.2.1 ‘Versprechen, Regeln, Gesetze brechen, verletzen, missachten’ daz sî [die Frauen] sô dicke brechent / diu dinc diu sî versprechent, / dâ schiltet sî vil maneger mite Iw 1869; benamen, des ich hân gejehen, / daz briche ich ûf mîn êre niht RvEBarl 9003; daz wart von im gebrochen / und übergangen harte sît KvWTurn 30; swer disen satz breche unde nicht frides halten wolte, der sal die bezzerunge zwispeltic tuͦn WüP 7g,10; si [Elefanten] kriegent niht umb iriu weip, wan si prechent ir ê niht BdN 135,10; [Karl IV.] mochte brechen und enbricht ["hatte jederzeit die Möglichkeit, Rechtsbrüche zu begehen und er tut es doch nicht", Glossar z. St.] MügelnKranz 65. eit ~ : Iw 7966. gebot: damitte man mag erzürnen got / und brechen sîn vil hôch gebot SM:JvR 1: 15,12; RvEBarl 4181; Mechth 4:27,131. reht: der [Tafelrunde] reht wære gebrochen sân, / sæze drob ein triwenlôser man Parz 322,5. 646,13; Tr 6460; KvHeimUrst 508. site: ê ich iuwer enbære, / ich bræche ê der wîbe site Iw 2329. 3234. stæte: wol mich daz ich nie gebrach / mîne stæte an ir! KLD:UvL 17: 4,3. 25,67. triuwe: Hagen sîne triuwe vil sêre an Sîfriden brach NibB 971,4; sô brechet ir / mînem hêrren unde mir / iuwer triuwe und iuwern eit Tr 6353; Parz 535,14; UvZLanz 5355. 6488. vride: sui dan den vridi brechi wizzintliche Mühlh 101,24; NibB 2312,3; Lanc 385,18. zuht: swer vor gerihte stât, / der sol ze rehte sprechen, / sîn zuht durch nieman brechen KvHeimUrst 498; Iw 180; KLD:UvL 56:7,3. – mit erspartem Akk.-Obj. oder mit Präp.-Obj. ‘sich vergehen’ eime guten alden / sagete er [...] wie in der tuvel jagete, / daz er durch sinen leiden spot / gebrochen hete wider got Vät 18990. 17145; cihet man in aber, das er gebrochen habe an deheinen sachen, die niht kuntlich sint UrkCorp 931,13. N435,33    2.2.2 ‘etw. überwinden, beseitigen; zunichte machen’ geruochet wider uns sprechen / und den zwîvel brechen / dâ diu werlt mite umbe gât KvHeimUrst 1596; KvHeimHinv 1088; Parz 661,19; daz herzeleit und ungemach / der welte brichet vreuden vil RvEBarl 1225; wîp sint guot für ungemach, / wîbes trôst ie sorge brach KvWLd 21,24; das er allen den zauber breche der in der burg ist und yn abthú Lanc 211,19; sô sulen die brûdere dêmûteclîche gehôrsam sîn unde in allen dingen brechen eigenen willen StatDtOrd 75,6; MarlbRh 51,8; SM:St 7:4,5; SM:JvR 1:7,10. – ‘einer Sache Abbruch tun’ frowe, ih dir dine ere da mite nit ne breche, / daz ih dir so uerre zo spreche Litan 311. 1115. – ‘etw. übertreffen’ den wurf brach mit sprunge diu maget wol getân NibB 463,2. aventiure ~ ‘ritterliche Bewährungsprobe bestehen’ swer daz sæhe, [...] / wie er die âventiure brach / ze Môreiz ûf der veste, / der spræch im wol daz beste UvZLanz 1344; wie ez was ergangen, / dô er die âventiure brach / und hundert ritter nider stach ebd. 6163. 2159. 5458 u.ö.    2.2.3 ‘etw. unterbrechen, abbrechen’ wander brach / sîne senfte gebærde, / von des lewen beswærde / gewan er zornes alsô vil Iw 5416; magez mit iweren hulden sîn, / ich priche iu nu gesellekeit [lasse euch allein] Parz 402,11; daz ir durch den willen mîn / iwern slâf sus brechet ebd. 554,11. 553,28; Eilh St,7492    3 refl.    3.1 ‘sich zu jmdm./etw. hinwenden, sich auf etw. richten’, mit an, in, nâch, ze: wand er mit allen witzen brach / sich an ein tugenthaftez leben PassIII 563,14; sô sol man sich brechen in ein werk, ez sî inwendic oder ûzwendic Eckh 5: 290,10; wande sich min wille ie nach dir brach PassI/II 243,31. 241,23; wan ir müget die hôhvart niht vollefüeren, wan daz ir iuch dar nâch brechet PrBerth 1:397,20; Mügeln 271,8. 371,16; sin zit hette er gar gephlegen, / daz er sich hin zv gote brach PassI/II 332,3; wan er sich mit grozer craft / zuͦ tugentlichen dingen brach Vät 5195; HvNstAp 1529. man hât den zins nu manegen tac / [...] zÎrlanden âne reht gesant; / dar zuo brach ez sich [dazu kam es] lange / mit michelem getwange, / mit manigem gewalte Tr 6269; alse der truhsæze sach, / daz sich diu rede ze kampfe brach ebd. 11310. – auch ‘die Sinne (herze, ougen) auf etw./jmdn. richten’ ein richer man, der ie / sin herze an ungelouben brach PassIII 52,15; der herze, sin unde ouch mut / an got mit stetem vlize brach Vät 17269; do unse liebe herre sach / wie Zozimas sin herze brach / kegen im in steter tugent ebd. 33634; wie Paulus sine herze brach / nach im mit rehter stetekeit ebd. 1884; min ougen ich zu himel brach ebd. 10928. 14806    3.2 ‘sich von jmdm./etw. loslösen, abwenden, entfernen’; mit von, ûz: si streit ir kiusche sinne / vil sêre mit gedenken an / und wolte brechen von dem man / mit herzen und mit lîbe sich KvWTroj 8606; Lanc 252,5; ane urloub von im brach er sich Vät 12932; daz sie sich wolten ziehen zu gote / unde brechen von der werlde spote ebd. 14966; der ouch sich von dem wege brach PassIII 9,10. do er sich uz deme wazzer brach PassIII 6,64; wand er mit argen listen / sich uz gotes gelouben brach ebd. 313,41; PassI/II 175,8. – auch ‘das herze von etw. abwenden’ daz er sînes herzen rât / gar von dirre welte brach RvEBarl 14191    3.3 ‘sich erbrechen, übergeben’ (?): ez [ grabtier, Hyäne] tuot auch sam ain mensch, daz undäut und sich prichet mit dem huosten und mit dem heschen [ vomitus humanos mentitur falsis singultibus ] BdN 142,27    4 Einzelnes    4.1 rîme ~ : – ‘Reimpaare syntaktisch trennen (durch Satzgrenze zwischen den Versen)’ der [...] rîme künne sprechen, / beidiu samnen unde brechen Parz 337,26. – ‘fehlerhaft bzw. nicht regelgerecht reimen’ sî ihtes dâ [in dem Gedicht] gebrochen, / des muget ir [...] anders dar sezzen, / alsô daz ir sô sprechet, / daz ir die rîme iht brechet Kröllwitz 3979; HeslApk 1414    4.2 in der Formel ~ und büezen ‘mit etw./jmdm. frei schalten und walten’ (s.a. FWB 4,1018 und DRW 2,461): darna sall die vadie [Vogtei] liegen [...] in dess hoiffs scholtissen handt, ind sall damit brechenn vnd buessen also lange biss ein ander genoissich man [...] entfeyt dat mit siner hulden WeistGr 2,518 (a. 1298); und tragen sie [ unser lude ] ime [dem Erzbischof] uf an diesem brieve, [...] zuͦ brechen und zuͦ bußen mit in als mit andern sinen luden UrkMoselQ 197,21 (a. 1347); dat her inde die sine [...] bit den vorsprochinnen ludin breychin inde busin, scheffin inde beydin [= beten, besteuern] muͦgin, also alse wir inde die vͦnse bis ain diesin hudien dach gedain hain UrkSchön 10,5 (a. 1343); UrkYsenb 130 (a. 1338)

brëchîsen stN. ‘Brecheisen’ Ellegast frogete den konig mere, / wo sin brechyßen were. / der konig sprach: ‘[...] / min dyebyßen viel my in den Rin.’ KarlElegast 487

brëchunge stF. ‘Brechen, Bruch’ wie si in bekanten in der brechvnge des brotes [ in fractione panis Lc 24,35] EvAug 208,1; ebenso EvBerl 89,28; EvBeh Lc 24,35; Lucid 81,16. is allewege vele schumen vf deme harne, dat bedudet eyne kranchet der borst vnde eyne hitte der leueren vnde eyne brechunge dez gedermez OvBaierl 49,3

brëchweize stM. ‘grob gemahlener, geschroteter Weizen’ fuͤmfzehen mæczen [Hohlmaß] prechwaiczes vnd vier mæczen habern UrkCorp(WMU) 2598,6

breckelîn stN. ‘Hündchen’ an derselben stunde / lief vor in ein bräkelîn / daz niht schœners mohte sîn Wig 2208; dô lac vor sînem bette zallen zîten ein bräckelîn OrtnAW 550,3; dâ [nebenher] liefen frouwen bräckelîn Parz 446,26; vaizteu präckel BdN 298,14

breckin stF. ‘Hündin’ ein breckin zeinem hunde sprach: / ich lîden nôt und ungemach: / ich gân vol junger hunden, / [...] ich weiz niht, war ich kêren sol [...] Boner 12,1; der hunt entweich der breckin dô / ûz sîm gemach; des wart si vrô ebd. 12,27

bred- pred-

brëgelære stM. ‘Schwätzer’ smeicher, löter [Gaukler] , bregeler / sint des tiufels swegeler [Flötenbläser] , / die tumme herren alsô betoubent / daz si der êren in geloubent / und der tugent, diu nie wart wâr Renner 1127

brëgeln swV. ‘schmoren, braten; heiß sein’ (vgl. DWB 2,353 und 7,2055): als Sedechiam und als Achab, dy der konig von Babylonien pregilte in vuyr [ quos frixit ... in igne ] Cranc Jer 29,22; und wirst ire vrucht adir geslechten tun welken als einis pregilndin wolkens [ quasi calore sub nube torrente ] ebd. Jes 25,5. – übertr.: armûte tôtit hôchvart / mit sînes smackis pregiln NvJer 2868

brëgen stNM. ‘Hirn’ daz houbit deuwet sich mulich. [...] daz bregin ist vuchte vnde machit mazleide [Ekel vor Essen] , also tut das marc SalArz 17,25. – ‘Scheitel’ so wirt der herre blozen den bregen [ verticem ] der tochtir von Syon und wirt entecken ir har Cranc Jes 3,17

brëhe stF. ‘leuchtender Schein’ sie [die Jünger des Antichrist] jehent ez si die zu kuͤnft / dez heiligen geistes in der brehe [Feuer vom Himmel] , / daz alle die werlt sehe HvNstGZ 5488

brëhen stMN. ‘leuchtender Schein, Glanz’: – von Sonne und Sternen: von Jâcobe wirt erkant / ein sterne, der hât liehtez prehen RvEBarl 2449; sin [des Sterns] vmmeluchtendes brehen / waz uol grozer clarheit PassI/II 267,13; daz gestirnne garwe / gab dar uss gar lïchten brechen GTroj 14925; daz sie [die Sonne] lûtern liehten brehen hât PrBerth 1:539,28; Martina 251,45; Ottok 19762; RvEBarl 2449 (La.). – von Metall: diu [ bukel des Schildes] gap von rœte alsolhez prehen, / daz man sich drinne mohte ersehen Parz 71,1; Wh 367,27. – von Textilien und Edelsteinen: der fürste aber uss raitt / in clede, [...] das bar gar sunnen richen brechen GTroj 18678. 24349; das ir [der Drachen aus Gold] augen solten sein, / waren so liecht rübein [Rubine] / und heten gelfen prehen, / gleich als sy hieten gesechen Hawich 4334; daz man uff sinem [des Lastpferds] rugen stark / von tecke sach riches brechen GTroj 17715. 20598. – als Merkmal körperlicher Schönheit: ir rôter munt gît liehtez brehen Virg 230,7; ich mus ir [der Frau] glantzen und ir brehen / verswigen und hie machen kurtz Minneb 1986. – übertr.: dirre wolkenloser prehin / der volleclich nie wart gesehin / [...] leider hie intiuschen landen / daz ist div hoh geloptiu maget Martina 285,91

brëhen swV. auch bren. Belegt sind fast nur der Inf. und das Part.Präs. Die beiden einzigen sicher nachweisbaren Präteritumsformen ( WhvÖst 2655, Minneb 2433 [vgl. durchbrëhen ]) sind sw. Die bei Lexer 1,346, angeführten Belege für st. Prät. gehören zu brëchen. ‘leuchten, glänzen, strahlen’ 1 von Sonne und Sternen
2 von Metall und Edelsteinen
3 von Blumen und Gras
4 von Personen
   1 von Sonne und Sternen: brehende als der sunnin schin RvEWchr 12405. 4472; der der sunnen gitt den schin / und die sternnen tütt brehen GTroj 21271; lieht prehend stern BdN 198,18; der haizzet der feurein himel, davon, daz er an im selber zemal leuhtend und prehend ist KvMSph 7,19; TvKulm 1932; Ottok 7238. – bildl.: si was ein brehendiu sunne / enmitten in mînem herzen Wig 11561; Isôt, / die quam rechte als ein morgenrôt / und als ein brehender sunnenschîn / Tristanden in daz herze sîn HvFreibTr 787; laß bren der gnaden sunn Mügeln 258,5    2 von Metall und Edelsteinen: ouch lac dâ manec edel stein, / der brehende unde schône schein Eracl 972; daz [Glanz der Rüstungen] begund den ougen wecken / sô brehenden widerglast Ottok 583; er [der Helm] schain tag und naht / mit roten brehenden glesten WhvÖst 13857; KvWLd 32,364    3 von Blumen und Gras: bluomen wîz dur grüeniu rîs / brehent unde smierent SM:WvT 3: 1,10; ain lieht prehendeu veltpluom BdN 412,30; heyde und brehender anger Minneb 1263    4 von Personen: kein wip so wol getan [...], / die da kunne so clerlich brehen / in glantzer schon, als sie brehet Minneb 4784. 3417; des [Jesu] durchleuhtic prehender schein GvJudenb 2062. 2469. 3640; HvNstGZ 7622; LvRegSyon 3813. dô ich sach so minneklîchen brehen / wîzze zene ûz rôtem munde SM:Tr 2: 3,4; nieman die roͤte kunde / mit roͤte uͤber guͤden gar / diu von ir muͤndel rosen var / so lustlichen brehte WhvÖst 2655; dâ mohte man wol sehen / manic wenglîn brehen / und manigen munt, der dâ glaste Ottok 68008; EnikWchr 12817; Mügeln 28,10. – bildl.: frawe zart, min brehender glast Minneb 2473

brëhenen swV. ‘leuchten’ als ein stern dâ brünne, / sô brehende er [der Rubin] zallen stunden Wig 7088. 10378; daz [Gold ] brehent als ein queckiu gluot / geviuret ûz der vinster tuot ebd. 10697; daz er under denn martrërnn / und under denn peichtigern / prehent schon als ein ros Märt 23737. 25803; BdN 78,22; Ottok 30027

brëhentac stM. ‘Dreikönigsfest (6. Januar)’ (s.a. bërhttac ): dar zvͦ schol man ainen besundern iartach alle iar an dem prehem tag begen StiftZwettl 660 (a. 1318); an dem heiligen prehentag UrkStVeit 64 (a. 1347); prehent tag UrkWittelsb 2,402 (a. 1348)

breht stM. braht

brehten swV. auch brahten ( AvaJG , TrudHL , LvRegSyon , Teichn ). ‘laut reden, schreien; lärmen’ ob dem mere si [ vische und merwunder ] vehtent, vil lute si brahtent AvaJG 6,3. AvaLJ 99,1. 97,3; das du wenig redest und nit zuͦ lut brechtest Seuse 481,11; ich hôrt dich in der louben lûte brehten / mit einem stolzen ritter Neidh SL 23:9b,2; TrudHL 118,22; LvRegSyon 995; KonstBrf 99,15. do war [l. wart ] gerúefet und gebreht / sam e: ‘du henken, henken!’ SHort 9447; sô wir tanzen, reien, springen, / vehten, brehten, lûte singen Renner 19710; daz der mentsch nit sol han braͤhtend stimme noch schrigend PrGeorg 85,12; schallen unde brehten Reinfr 16571. gegen jmdn. ~ (s.a. widerbrehten ): manigen frouwen ist übel gelungen, / die gein iren wirten brehten wölten Renner 12863; unnd sagt mir da bey recht / wie Angelburg het gen ir gebrecht FrSchw 6472; Glaub 1561. – subst.: dô daz grôze brehten / und den ungefüegen schal [...] / hôrten die helde guot Ottok 81262; sich huop dâ [beim Fest zu Ehren des Bacchus] michel ringen / unde ein brehten unde ein toben KvWTroj 16409 u.ö.; michel ruͤfen, / bræchten und wuͤffen, / schrigen, klagen WernhMl 4130; JvFrst 6936; Reinfr 16628; KvHeimUrst 1358. daz ~ (sîn) lân: der kvnic selbe gebot, / daz sie ir brechten liezen sin ReinFu K,1365; ob dem tische lat daz brehten sin, / so ir ezzent TannhHofz 69; daz si nicht iͤr prachten lie / so man gotez dienst begie Teichn 88,7. âne ~ : man sol och senfte stimme han so man redet: daz ist schône ane ruͤffenn und ân braͤhtenn PrGeorg 334,26; sin zunge vil gesprache was, / gar sittig aͮn bræchten WernhMl 5701. 8098

breinkorn stN. brîenkorn

breisier stM. aus afrz. brasier, vgl. Tobler/Lommatzsch 1,1127; Felder, Krone, S. 144. ‘Kohlenglut’ tiefer sne vnd dikes eys / tet im also groze not, / [...] het er die rede gewest / dor [= dô er ] ze Tintagvel auf der vest / saz bei dem breisiere [...] / er müest da haim beliben sein Krone 3673