Wrterbuch
ABCDEF s.VG
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d – dahsboum
      d Subst.
      dach stN.
      dachbrt stN.
      dche swM.?
      1dachen swV.
      2dachen swV.
      dachgruobe stF.
      dachkenel stM.
      dachkrt stN.
      dachrinne swF.
      dachtropfe swM.
      dachtrouf stMN., auch sw.Subst.
      dachunge stF.
      dachziegel stM.
      dagen swV.
      dahe swF.
      dahenn Adj.
      d hr Adv.
      dahs stM.
      dahsboum stM.
dahsloch – danc
dancbre – dankunge
dannan(t) – dansen
dansunge – dren
d(r)/ da(r) enbinnen – d(r)/ da(r) mite
darmwurm – d(r)/ da(r) vor
d(r)/ da(r) vr – decheln
dcher – decretl
decuri – dhsen
dhssen – dempfec
dempfen – derbin
drhalben – ds
dshalp – diapason
diapente – diehter
diehterde – dienen
1dienest – dienesthuon
dienestkse – dieneststant
dieneststiure – diephaftec
diepheit – diernkint
diernlach – dhsel
dhselwagen – dinc|hrec
dinc|hs – dincstuol
dincsuoche – dinges|pne
dnhalp, dnenhalp – dirhalp
dirre – dissonieren
distel – diubede
diubeln – 1diutisch
2diutisch, diutsch – dolinc
dollche – donerec
donergebirge – dorfban
dorfbecke – dorfmaget
dorfman – dorfwrc
dorfwp – dorngewahs
dornhac – drperdiet
drperecheit – duwe
duwen – drhseln
drht – drteclich, drteclich
drten – dr|benemede
dr|bort – drgesʒe
drgevar – drinden
drindunge (?) – drstunt
drtegec – drvaltecheit
drvalteclich – drʒegeste
dr – druc
drch – druoswurz
drusene – dulteclich
dulten – dnkelbiderman (?)
dnkel|re – dunsten
dunster – durchbittern
durchbitzen – durchbrstec
durchbenen (?) – durchgn
durchganc – durchgnten
durchguden – durchguot
durchhecheln – durchkifen
durchkiusche – durchlanc
durchlʒ – durchloben
durchlochen – durchnageln
durchnagen – durchrein
durchreinegen – durchsaffen
durchsagen – durchschnen
durchschouwec – durchsieden
durchshen – durchslfen
durchslingen – durchstrben
durchstrnen – durchswingen
durchtn – durchvhten
durchvellec – durchvlieʒunge
durchvloʒʒenheit – durchvnden
durchwhen – durchwiden
durchwieren – durchziln
durchzimbern – durftls
drkel – drre
drre – duster
dusternisse – dʒʒec

   d - dahsboum    


d Subst. der Buchstabe D: A bezachinet [in einem Buchstabenorakel] gwalt oder lip. [...] C unde D trubesal un tot Buchst 3

dach stN. Pl. auch decher (z.B. Martina 131,109; KvWTroj 21230; BdN 9,3. 183,21). 1 ‘Bedeckung, Hlle’ 1.1 allgemein: Iwnet f in [den toten Ither] d brach / der liehten bluomen zeime dach Parz 159,14; d diu faile [der Mantel] wart der zaher dach [die Blutstropfen verdeckte] ebd. 302,1; trumzne wurdens veldes dach [bedeckten den Kampfplatz] Wh 351,24; Rennew 14402; walt unde ouwe / hnt von loube ein dach SM:KvL 8: 1,10; sine fuorte niht wan knoden [Fetzen] an: / sw die wrn des velles dach Parz 257,15; ez [ daz hr ] was sn wt und sn dach EnikWchr 17856; st der schilt von rste wart mn dach [seit ich Ritter geworden bin] , / hiut ist mn hhste ungemach Parz 812,17; Wh 3,24; der schilt ist ein dach daz niht schande kan decken KLD:UvL 16: 4,3; ein huot des hrren houbtes dach / was, der reisekappen glch HvFreibTr 1956; der kranz wart sns helmes dach Parz 604,8; manegen schilt wol gevar, / und manegen gezimierten helm: / des dach was worden d der melm [vom Staub bedeckt] ebd. 75,16; salamander was snes schildes dach Wh 366,9; KvWTurn 345; der [Rubin] was der kristallen dach [Deckel, Verschluss] / und brehende als ein kerzen lieht Wig 10377; aber wer mit kunst errayset / hern gab und iren segen, / der ist do hin niht ze wegen [beurteilen] / daz er gut fur er enpfah, / seit ers trait on alle dach [nicht verdeckt] / offenlich vor ritter und knaben Teichn 563,62. grz herze und kleine gallen, / dar ob was sn brust ein dach Parz 317,27; umschreibend fr Brust: diu ir wpheit rehte tuot, / dane sol ich varwe preven niht, / noch ir herzen dach [Decke des Herzens, d.h. Brust] , daz man siht. / ist si inrehalp der brust bewart, / so ist werder prs d niht verschart ebd. 3,22; diu frouwe willen dar an sach, / daz diu spse was ir herzen dach, / diu milch in ir ttteln: / die dructe drz diu knegn ebd. 111,4; daz diz groz ungemach, / [...] noch buwet in mines herzen dach PassIII 153,65; zorn ist des hasses muter, / des nides erste sach. / roub lobes, schanden futer / frb u dins herzen dach Mgeln 377,4; ker u dins herzen dache / der tummheit ru, la witze bren ebd. 232,11. 131,6 1.2 Decken verschiedener Art: ‘Pferdedecke, Bettdecke’ (usw.): sn ors von ser truoc ein dach : / daz was fr slege des gemach Parz 36,23. 261,13; Rennewart / f der heiden orsen sach / von pfellen manec tiuwer dach Wh 364,16; daz [Streits] was gewpent wol vr strt. / ein decke lanc unde wt / was der sernen decke dach [...]: / ein pfelle rt [...] PleierTand 2109; PleierGar 1283; GTroj 24045. 24343; ein kulter wart des bettes dach Parz 552,13. 760,15 1.3 ‘Mantel, berwurf’ ez wren ir rcke und ir dach / von swarzem samte Er 8237; guotiu kleider htens [ zwelf mgde ] an / von pfelle, roc unde dach; / gefurrieret man darunder sach / lter veder die wrn bunt Wig 7402; EnikWchr 18784; wie sunder was gezieret, / mit koste al berwieret / daz dach ob snem harnasch Wh 376,17; al kleine wz sdn / ein hemde der knegn [...], / daz was sns halsperges dach Parz 101,13; gnuͦge heten an sich geleit / uͤber daz ysen vil richiu dach Rennew 29973. 13854. – speziell ‘Oberstoff’ (im Ggs. zum Futter): der roc was bevangen, / mit einem mantel behangen / [...] daz geville hermn, / daz dach ein rcher sigelt Er 1570. 8942; ich meine vederen unde dach Tr 10948. 11114; einen rchen mantel siu truoc: / von sarumne was sn dach UvZLanz 861. 5738. – ‘Unterfutter’ von sitihbalgen waz ein dach / vnder den kvrsat gefvͥrriert TrlArabel *A 215,30 1.4 bildl. der menschl. Leib als Hlle, Gewand (der Seele): vrowe, ir hnt ein werdez tach / an iuch gesloufet, den reinen lp, / wan ich nie bezzer cleit gesach Walth 62,36; von zwein unglichen sachen / geschuf got eine sache: / mit einem vulen dache, / daz nach der erden smacte, / den geist her uns bedacte; / daz vleisch her von der erden nam, / der geist von sime geiste quam HeslApk 18036; jenz [die Hostie] aber daz die sele nert / under des vleisches dache, / daz ist ein geistliche sache ebd. 3155. 3039. 4671; des lbes [...], / der ist niht wan der sle dach LvRegFr 184 2 ‘Bedachung, Dach, Decke’ 2.1 eigentl.: – Dach eines Gebudes: n wren die gazzen in der stat / und diu dach gar besat / von den liuten Er 8681; lt erz [= er ez (hs) ] belben ne dach WernhSpr 7,7; als ez [Haus] diu nezze und ouch der sn mit wenden sunder dach ergreif ebd. 7,11; daz die gotes hsere des ordenes von den triefenden dachen oder von deme stoube an den wenden [...] iht werden verstellet StatDtOrd 72,10; daz dach [des palas ] daz was guldn SAlex 5891; Parz 565,8; eins turnes gupfen unt des dach ebd. 161,24; het ich ein hs fr ungemach, / dem lieze ich selten flen daz dach Freid 170,18; daz er lovfe / von dez tachis trovfe Martina 132,2; man sol di wurzele an schiben sniden [...] unde trocken se also an der luft under dache [unter dem Dachvorsprung] Macer 32,16. – Zeltdach: daz daz dach [des heiligen Zeltes (vgl. Ex 26,7-14)] rot was, / di zvelef boten bezeichenet daz VMos 58,10. 81,10; wie er die heiden ligen [lagern] sach? / under manegem samtes dach, / under manegem pfelle lieht geml Wh 16,4. – Lindenbaum als Dach: ich reit fr einen rter wunt: / des dach ist ein linde Parz 517,5; diu linde was genuoger dach Tr 597; ein linde [...] : / diu ist sn [der Quelle] schate und sn dach Iw 574. – Sonstiges: Fruote hiez f swingen sner krme dach Kudr 324,1; des trones turez dach Brun 306; ob ime [der Quelle] stuont ein schœnez dach, / darunder ein gestele / gesetzet KvWKlage 4,5. – bildl., vom Dach als oberem Abschluss eines Gebudes ausgehend: ‘Lsung eines Rtsels (zimber)’ f diz selbe zimber hoert von erz ein dach! Wartb Rs 39,9 (vgl. vremdez zimber decken ebd. Rs 40,10 ). 2.2 ‘durch ein Dach geschtzter Raum, Haus, Wohnung’ uns treib z der stuben hitze, regen jagte uns n ze dache KLD:BvH 11: 2,2; vnde leth he den armen sin dach, / so gvinnit he ruͦwe unde gimach WildM 3,313. bzen dem dache, zwendic des daches ‘auerhalb des Hauses, drauen’ der eine [Altar] buzen dem dache, / der ander waz enbinnen HeslApk 11792; vnde sal daz [die zubereitete Salbe] setzen uzwendic des daches an di luft vnde ruren als lange biz daz ez geste SalArz 116,39 2.3 Wendungen 2.3.1 under (ein, einem, jmds.) dach(e) (u..): – ‘in einem Wohnraum, im Hause, in jmds. Haus’ des tages brante mich diu hizze, unter dache ich niener swizte [d.h. habe ich mich niemals lange aufgehalten (vgl. Diemers Anm. zu GenM 63,3)] Gen 1473; das si moͤgen betten und sclaffen von den lten under einem sunderlichen tache [getrennt unter eigenem Dach] Mechth 4: 27,41; duͦ du quemes under ir dach [in ihr Haus] MarlbRh 71,38; EvAug 15,17; Tauler 268,29; di ellenden geste / lezt er gerne reste / in sineme hus [...]. / under sinem dahche / da wirt er in ze gemache Glaub 1700. – ‘an einem vor Unwetter geschtzten Platz’ so ein wetter kummet, regen und hagel, so fliehent s under ein tach und beitent bitz das wetter vergat Tauler 93,28; die dnr machent die ainltzen [einzelnen] schf erwerfend ir fruht [verwerfen] ; d wider gehœrt, daz man si zuo ainander samene under ain dach BdN 154,29. – ‘im Verborgenen, im Untergrund’ und durch die selben sache [wegen der Christenverfolgung] / was alsam under dache / die rechte lere hin zu gote PassIII 63,26 2.3.2 ne/sunder ~ ‘im Freien’ wand er het der strzen wnc geriten, / ne dach die naht des tages erbiten Parz 459,16; ir habt geliten ungemach, / st ir gewesen sunder dach UvLFrd 341,12; und lagent allenthalben us / aͮne tach und aͮne hus WernhMl 3630. 4591. – bildl.: swaz er sprichet oder sprach, / diu rede belbet ne dach [ohne gastliche Aufnahme] Parz 338,14 3 bertr. 3.1 ‘das uere (im Ggs. zum Inneren)’ wan mir mn meisterin verjach, / diu rede wre des sinnes dach [„so wie man von der Schale auf den Kern schliet, so von der Rede auf die Gesinnung” (BMZ 1:193b,37)] Parz 369,10; her Wolfram, / ein wse man von Eschenbach; / sn herze ist ganzes sinnes dach Wig 6345; der schœne [von Larie] muose er prses jehen / swer ir lp ie gesach; / dar zuo was ir herzen dach / gewizzen, scham und gete ebd. 8945 3.2 ‘das Schutz Gewhrende’ ich pin iur scherm und iwer schilt [...], / fr ungelckes schr ein dach / bin ich iu senfteclch gemach Parz 371,7; wand s [ frouwen ] sint ein gar reinez tach, / daz teken kan fr ungemach / und machen manigen werden man, der trrig ist, daz er wirt fridebre SM:JvR 1: 11,11; SM:KvL 18:3,3; KLD:UvL 35:3,5; sus zuo der keisern er sprach: / ‘vrouwe, st wbe und kinde scherm und dach, / daz in mit gewalt iht ieman unreht briuwe [...]’ Loheng 7189; du [Maria] bist der genaden dach. / mit diner gte ris uns, meit, bedache, / din barmung oug ber uns verweisten wache Mgeln 145,8 3.3 ‘das Hchste, Oberste’ er was ein krne und ein dach / rehter rterschefte Wig 5578; ditz leit ist alles leides dach / daz uns got noch ie erbt ebd. 11371; wp, dn name uns fride mret; / [...] d bist aller wunne ein dach KLD:UvL 59: 2,4; KvWLd 21,26; d ks ich des wunsches wunne / m dann ich besinnen kunne / an ir, si ist der slden tach SM:Tu 4: 3,10; fr der himel dach du [Gott] blickest / unde durch der helle dillestein KvWLd 1,3; du [Gott] ob aller hoe tuweres dach, / du ein bodemlose tufe Brun 1077 3.4 ‘Kopf’ die hant [...], / da mit si sluch vf sin dach PassI/II 314,84

dachbrt stN. ‘Brett zum Decken eines Hauses’ wer aber, ob ein burger hat ain altes haus [...], daz niht mohte ziegeldach getragen [...], dem muͤgen die vorstmaister wol erlauben ze hauwenne tachpretter ze siner not NP 174

dche swM.? vgl. SchweizId 12,169ff. ‘Docht’ (wie tht ): lignus: dache VocOpt 23.037

1dachen swV. ‘etw. decken, bedecken’ bertr.: ez [ lant ] sol niwan einer krone und einem stuͦle warten. / [...] man sol daz lant mit nihte minder machen: / richen und niht armen, daz solten elliu houbt mit krone dachen JTit 6315,4

2dachen swV. wohl Neubildung zu dem Prt. dhte von denken. ‘an etw. denken’ wan der mensche denket / nch ordenlchen sachen, / zuhant beginnet dachen [vgl. Anm. z.St.] / die sle an die urstende Erls 6828

dachgruobe stF. zu dahe swF. ‘Lehmgrube’ an dem selben veld ligent fvmf iewchart [Acker] in der dachgrveb pei der viehtrift StiftStBernh 248

dachkenel stM. ‘Dachrinne’ ymbrex: tachkenel VocOpt 5.128

dachkrt stN. ‘Gras auf dem Dach’, hier bers. von lat. herba tectorum: si sint wurden als ein ackerheu, als ein weydegras, als ein dachcrut, daz do dorret e den iz rife Cranc Jes 37,27

dachrinne swF. ‘Dachrinne’ wasserreichen und dachrinnen, wo darumb ein chrieg zwischen nachtpauren [entsteht] StRWien 131

dachtropfe swM. 1 ‘das vom Hausdach herabtropfende Regenwasser’ ich pin so faul vnd so trg, vnd ob ich lg vnter eynem dachtropfen vnd truͤf auf mich, so liezz ich mir die dachtropfen die augen auz slahen, daz ich mich ymmer vmb chert an die rechten oder an die tenken seitten GestRom 7 2 ‘Dachtraufe, Dachrinne’ conpluvium, stillicidium: dachtroͮf [La. tachtrph ] SummHeinr 2:228,293 ; Yedung [...] vnd Seyffrid [...] chriegten mit einander umb einen dahtropffen, den Yedung [...] hiet gerihtet [angebracht] in Seifrides hoff StRWien B 137 (a. 1316); daz der vorgenant Yedunch noch alle sein nachchomen dhaines dahtropffens reht haben sullen in Seifrides [...] hof ebd. B 137; [der Trinker zum Minner: ] so stastu gaffen als ein kra / vnder ainem tachtropfen MinneR418 53. – rechtsspr. fr den Hausfriedensbereich (vgl. HRG 1,2022ff.): uerthalp dekainer tachtropfen StRVill 8 (a. 1294 kopial)

dachtrouf stMN., auch sw.Subst. 1 ‘das vom Hausdach herabtropfende Regenwasser’ bi dem ersten so ist gedinget, daz daz tachtrouph von der selben bruͦder kilchun alles iͤmer me uff sin hus vnd uffen diͤ selbun hofstat vallen sol [...]. im ist ouch virloubet, daz selbe thachtrouph ab ze laiten den weg der ir baider gemain ist Urkberl 426 (a. 1308); der wochen tage gnt f in / sam die dachtroufen Helbl 1,113 2 ‘Dachtraufe, Dachrinne’ compluvium: dachtrouf SummHeinr 1:267,252; conpluvium, stillicidium: dachtroͮf ebd. 2:228,293; so sol si einen ewigen steinin nch [Rhre] dar legen [...], der ch iewer [= ieweder ] tchtroͮf enphahe UrkCorp(WMU) N 260,13; wer [...] einen nuwen dachtrouff [...] leyten wil gegen sinem nochgeburen UrkStrab 4,2:149,18 (a. 1322 kopial). – rechtssprachl. fr den Hausfriedensbereich (vgl. HRG 1,2022ff.): wan so verre wil ieman win verchouffen, der sol in geben mit dem eimer uzerhalb dem tachtrouffe RbBasel 11,7

dachunge stF. ‘Bedachung’, hier das Material dafr: sy hand ouch fryheit ze howen pfluͦggschirr, tachung vnd was sy ze nottdurft bedrfen WeistGr 1,168 (a. 1303 kopial)

dachziegel stM. ‘Dachziegel’ swaz der her in fvret dahziegel, sant, staine oder swaz ze sinem bwͦe hœ̂ret UrkCorp(WMU) 548ABC,19,39

dagen swV. 1 ‘still sein; (ber etw./jmdn.) schweigen, etw. verschweigen’ 1.1 ohne Obj.: dar mugit ir geloͮbin / von manigir schonir urowen / weinim [l. weinin ] unde hantslagin / sie ne mochtin nicht gedagin Roth 2884; ir nehein langer dagete, / si sprchen alle mit ainer zungen: / [...] VAlex 588; NibB 119,3. 849,2; man verliuset michel sagen, / man enwellez merken unde dagen Iw 250; Wig 84; maister, sprich, so wil ich dagen, / ich hoͤr gern diͤn mre GvJudenb 728. stille ~ : daz du so stille dagest / v̄ mir antwrte versagest Wernh D 689; ir mgt wol stille dagen. / ich wil iu z’andern zten disiu mre sagen, / war umb ich mne swester Sfride hn gegeben NibB 621,1. 873,1; ich mhte nu wol stille dagen: / ez solten minnre klagen, / waz dem von Norwge was Parz 587,9; EnikWchr 26. 9806. 16994; Ottok 61905. 94177. swgen unde ~ : he liez si svigin unde dagin Roth 3267; HvFreibTr 1297. – ‘aufhren, zu reden, verstummen; schweigend bleiben’ (nur gedagen): vile harte er si chlagete, ze lezzist er gedagite Gen 949; mn laster wil ich vertragen, / daz [damit] ir ruochet gedagen Iw 182; vil manige sache si [die Frau] ime [ihrem Mann] sait, / vnz er garlichen gedait [alle Widerrede aufgibt] / vnt giht, daz si vnschvldich ist FabelCorp 32,22; werden ritter, / wie sint ir alle alsus gedaget? / war umbe siht man iuch verzaget [...]? KvWTroj 19131; der junkherre gedagete, / biz daz er [sein Vater] vollesagete RvEBarl 8289; scholte ich si [die Wundertaten Christi] volleclchen sagen, / so endorfte ich niemer gedagen Wernh 5396; unde szze ich naht unde tach, / so nedorft ich niemer gedagen, / ob ich allez [alle Snden] solde sagen SklV 453. – bertr.: wir suln hie wesen unverzaget, / wand hie sig wirt eriaget, / daz alle valscheit gedaget PassIII 121,9 1.2 mit Gen.-Obj.: erst [= er ist ] wse, der verliesen klaget / und gewinnes stille daget Freid 85,16; swer eines andern sunde saget / und siner sunden gar gedaget StrKD 144,164; ob du icht gutes entphangen hast, / des sal genzlich sin gedaget / und von dir niemanne gesaget / PassIII 9,33; wan [= man ] sol boeser rede gedagen MF:Reinm 12: 1,7. – im Erzhlerkommentar: manege [wankelmtigen Frauen] , der ich wil gedagn Parz 253,17; des keisers wil ich n gedagen, / und wil von der frouwen sagen / von der er was gescheiden Eracl 2753; wie er des goteshses phligt, / des wil ich ieze dagen Ottok 10168. 24404. – in Unsagbarkeitstopoi: wil aber ich von ir tugenden sagen, / des wirt s vil, swenne ichz erhebe, / daz ichs iemer muoz gedagen MF:Reinm 13: 7,9; sage ich des [von der Pracht des Waffenschmucks] mre denne genuoc, / dennoch mac ichs iu mr wol sagn, / wil ich sner rcheit niht gedagn Parz 735,14; das gezelt was so reiche, / es wer mir gar unmigleich, / solt ichs alle sampt sagen: / da von will ich sein dagen HvNstAp 3971; dreyssig mayster enkunden / di schonhait all nicht gesagen, / ich will mein allain nicht [ nicht zu streichen, s. Anm. z.St.] gedagen [geschweige denn ich alleine] ebd. 18074. – mit bestimmten Nomen actionis: von sner zehenden schar vlete / moht ich prevens wol gedagen Wh 399,19; der lre [La. rede ] er niht gedagete [hrte mit der Belehrung nicht auf ] RvEBarl 15585; der lge muoste ich hie gedagen [ich durfte nichts Unwahres sagen] ebd. 16093; der sehzec marc drzic / bringe ich iu morgen vruo. / di andern bringe ich iu dar zuo, / swenne er der rede gedaget StrAmis 2311; daz ich [...] nimmer lobes dines [Gottes] gedage GvJudenb 918. einez hn ich vollenseit, / durch zuht des andern mir gedeit; / des keisers leben hn ich gelesen, / n [...] vernemet ouch von der keisern EbvErf 3198 1.3 mit Akk.-Obj.: des wir in disen stunden mezen vil von im gedagen NibC 21,4; ich hn durch zuht vil zuhtelch / unz her al mniu leit gedaget WernhSpr 49,2; di erste [Snde] : daz man sunde und andere bosheit breitet, nicht zu dagene di sunden, sunder [sondern] den menschen zu scanden bringen HlReg 69,12 1.4 mit Prp. mit: vil edeler frste in Drengen lant, / heiz dn landes herren mit ir wilden mren dagen Wartb(S) 167,2 2 ‘jmdm. schweigend zuhren’ mit Dat.d.P. oder nch: ir muget mir deste gerner dagen: / ichn wil iu keine lge sagen Iw 257; ir sult mir eine wle dagen / und vernemen albesunder / diu manicvalden wunder, / diu got mit Eracl begie Eracl 90. 4421; swa si gesitzent bi der glut / oder anderswa, swie daz si, / daz in ieman da lihte ist bi / der im ein mere bitet sagen, / dem si alle wol gedagen Vt 136; Wartb Fl 12,2; LBarl 12301; d zeigete gotes wgant / eine stille mit der hant, / daz sie gedageten nch im [ihn ruhig anhren sollten; La. im statt nch im ] RvEBarl 10459 3 ‘von etw. ablassen’, mit Gen.-Obj.: ein brvͦder wart in so getaner wise betrogen. den tvnkte das ein brvͦder bi einem wibe lege, vnd sties mit sinem fuͦsse dar, vnd sprach: ‘gedagent der sv́nde.’ do waren es zwo dinkelin garben VitasPatr 263,25. – ohne Gen.-Obj., wohl auch hierher: her uirgab durh gotis willen / groz almuͦsen undir wegen. / dicke muste her gedagen / durch sine unkraft gidius 1467

dahe swF. auch tahe. 1 ‘Lehm, Ton’ also daz uaz der dahen [wahrscheinlich ungenaue bers. von vas figuli, vgl. Anm.z.St.] zebrichest du sie PsWindb 2,9; PsTr 2,9; die d drnt z tahen [ : slahen ] / heven unde krege Ottok 65698; daz vierd [die vierte Eigenschaft des Feuers] ist, daz ez sterkt oder starch macht, als wir sehen an den waichen vazzen, diu die hafner von tahen oder laime machent BdN 69,11. – im Vergleich: man sold goldes vnd silbers nit mer achten dann als vil [= vegel ‘Kehricht, Abfall’] vnd dahen, da man hefen aus macht Schachzb 70,322 2 ‘Scherbe’ erdorret ist als div dahe [ testa ] div chraft min PsM 21,16. – in der genauen Bed. unklar; Fehlverstndnis der zweideutigen lat. Form testis: do gebrennet wart div sitte [l. ste ] elliv mit dahen, ‘cher vmb’, ze dem rihtar sprach er [der hl. Laurentius] spottende, ‘des libes teil [...] gebraten [...]’ [interl. zu: vritur postquam latus omne testis ( ‘Zeuge’) uerte prefecto loquitur iocando corporis partem laniando coctam ] PsM H 81,6

dahenn Adj. ‘irden’ (vgl. dahe swF.): von ainem chnig, der as aus tchneyn schsseln Schachzb 70,324

d hr Adv. 1 ruml. 1.1 demonstr. ‘hierher, heran’ Ymelot [...] ritit da here mit heris craft Roth 2863; iuch ht rehte gotes haz / d her gesendet beide / zallem iuwerm leide. / ir st uns unwillekomen Iw 6105; du bist ir ainer sunder wan / die Ihesu warent undertan, / sin junger, im gevolget na / da har von Galylea WernhMl 8974 1.2 relativ ‘woher’ (auf den Ursprung bezogen): wanne ein ercebischof [...] von Meinze daz erkoberet an den herren, da die lehen her rurent UrkCorp(WMU) 1919A,25 2 zeitl. ‘(eine Zeit lang) bis jetzt, bis dahin’ ich hn s vil d her geklaget, / daz ez versmht den kinden MF:Reinm 45: 5,3; / ich hn vertriben / die mnen besten zt daher von einem kinde, / got weiz wol, nit wan in der lieben dienste gar SM:Te 2: 1,2; er wande im soͤlt an im gelingen / nach siner gewonhait als da har WernhMl 6887

dahs stM. ‘Dachs’ daxus ze latein haizt ain dachs und ist wol in der grœz sam ain fuchs BdN 133,27; Reinhart Krimeln zv im nam, / einen dachs, der im zv staten qvam ReinFu K,1114; wenne der dachs ain hol ht gemacht, s kmt der fuhs dar ein gegangen und lzt im seinen mist dar ein. daz gestank hazzet der dachs gar sr und kmt nmmer in daz hol BdN 163,21; WernhMl 3684. – in med. Kontext: wil d ein vil guot salben machen zaller slahte wunden [...], s nim chazensmer unde eines dahses smer Barth 143,11. – mit Bezug auf die Eigenschaften und das Verhalten des Dachses, meist in Vergleichen: er was kndic als ein tahs StrAmis 1264; ein vuhs mit eime dahse streit / umbe ir zweir einvaltikeit [ ‘Einfalt, schlichter Sinn’, synonym zu triuwe V. 11 (vgl. Anm.z.St.)] . / [...] swelch ir dem andern d vertruoc [nachgab] , / daz hete ouch arger list genuoc KLD:Alex 2:14,1; stant f und slch gar lse, / stille swgende als ein dachs HvFreibTr 5927. 5907; disiu michel gift [gemeint: die Gier nach irdischen Gtern] [...] gt b uns rehte als ein dahs / der slchet durch einen nazzen flahs, / und als ein glzender stelli [Sterneidechse, Gecko] / des zuokunft selten ieman wirt fr Renner 13245; jener sndet als ein dahs ebd. 366; ir keiner dar in [in die Minneburg] zuhet, / reht als der dahs daz fluhet, / da der fuhs geharnet hat Minneb 3730; reht als der hunt den hasen hast / [...] und der dahs den fuhs vil swer / hat von natur sachen / und [...], / reht also wert ir, Mynne, / von widerwertigem synne / von in [bsen Aufpassern und hinterlistigen Verrtern] gehaet swinde ebd. 3770. – als Schimpfwort: [betrogener Ehemann zu dem in der Fischreuse gefangenen Pfaffen] kunt ir in riusen suochen / vische, ir vil veiger dahs? HvPforzen 289

dahsboum stM. ‘Eibe’ (Taxus baccata, vgl. Marzell 4,655): von dem dachspaum [berschrift] . taxus oder daxus haizt ain dachspaum. der ist vergiftig BdN 349,20