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ABCDEF s.VGH
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b – bächelîn
bächeln – backenknûʒ
backenslac – badekeʒʒel
badekleit – badevolc
badewâc – balde
baldecheit – ballerisse
ballespil – balsamlich
balsammæʒec – balster
balster – banboum
banbrief – banekîe
banël – banierære
baniere – banovære
banoven – banvîre
banvîretac – bar
bar – bârbrët
1barc – barkân
barke – barmecheit
barmeclich – barnen
barnstëcke – bartierunge
bartinc – base
Baseler, Basler – batalieren
batalierre – baʒ
bazân – bebreiten
bebrunzen – bëchswarz
bëchtranc – beckenknëht
beckenkol – bedæhteclîche
bedahtheit – bêdenthalbære
bederben – bediutecheit
bediuteclîche – bedringen
bedröuwen – begâben
begâbunge – bêgehart
begëhen – begesten
begetern – beginst
beginstnisse – begnâdunge
begougeln – begrîflich
begrîflîcheit – behabede
behaben – behalt
behaltære – behebunge
behecken (?) – behëlfen
behëlfunge – behern
behêrren – behœrlicheit
behosen – behülfec
behülfelich – behûsunge
beide, bêde – beierisch
Beierlant – beinîn
beinîsen – 2beiten
beitunge – bejac
bejagen – bekennelich
bekennelicheit – beklage
beklagen – beklipfen
beklocken (?) – bekorære
bekorlich – bekriegen
bekrîen – bekuppeln
bekürn – belderîchen
belëcken – belîbelich
belîben – belle (?)
bellechîn – Belzebub
belzelîn, belzel – 1bemeinen
2bemeinen – benahtunge
benæjen – benedîunge
benediz – benihte
benît – benuomunge
benützen – 2ber
bër – bërcgesworne
bërcgot – bërcphenninc
bërcrëht – berechenen
berechenunge – bereit
bereitære – bërgen
bergîn – beriemen
berieʒen – berillîn
berîmeln – berîʒen
berkel – bernbunge
bërnde – bernzunge
berœsen – berty
berüchtegen – beruofære
beruofen – besæjen
besalben – beschaft
beschaft – bescheiden
bescheiden – 1beschern
2beschern – beschînen
beschirm – beschouwede
beschouwelich – beschuoben
beschuohen – bëseme
bësemen – besideln
besiffeln – besîtes
besitzære – beslieʒunge
beslîfen – besnaben, besneben
besneiteln – besoufen
bespæhen – best
bêst, bêste – beste
bestëchen – bestie
bestieben – bestrîten
bestrouben – besunderbar
besunderheit – beswæren
beswærnisse – bët
betagen – beteidigunge
beteidingen – bëtelorden
bëtelruof – beterminierunge
bëteros – betimbern
betirmen – betrahtegen
betrahten – betriuten
betriuwen – betrüeben
betrüebenisse – bettegegate
bettegëlt – betterise
betterise – betûchen
betüemen – betwengen
betwinc – bevatzen
bevëlch – bevillen
beviln – bevolgec
bevollen – bevür
bevürhten – bewarlich
bewærlich – bewëgen
bewëgen – bewërfen
bewërken – bewirten
bewîselîche – bezâfen
bezaln – bezëmen
bezenen – bezoc
bezoubern – bî
bibe – bibunge
bic – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bî|ein
bîeinander – bierzins
biese – bîgesëʒʒe
bîgestendec – bîhtegen
bîhten – bilchmûs
bildære – bildeslêre
bildesnitzer – billich
billîch – bimʒ
bin – binnen
bînstoc – birden
bir(e) – birnenkërn
birnkumpost – bî schaffen
bîschaft – bisemvaʒ
bisen – bîsorge
bîspël – bît
bitære – bitteric
bitterkeit – biuge
biugunge – biutel|snîdære
biuteltuoch – bî vüegen
bî vüeren – bîzeichenen
bî zëmen – blægen
blâ|gleien|bluome – blandine
blanke – blâst
blaster – blâterkopf
blæterlîn – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichlich
bleichros – bletzelîn
bletzen – bliczen
1blîde – blindecheit
blindeclich – bliuclich
bliuge – blœde
      bliuge stF.
      bliugen stV.
      bliugen swV.
      bliuwât stF.
      bliuwe stswF.
      bliuwel stM.
      bliuwen stN.
      bliuwen stV. (IIa)
      bliuwestat stF.
      blîvar Adj.
      blîvarwe stF.
      blîwâge stF.
      blîweich Adj.
      blîwîʒ stN.
      blîzeichen stN.
      bloch stN.
      blochrise stF.
      blochwërc stN.
      blœde Adj.
      blœde stF.
blœdecheit – blüegeln
blüegen – bluombolle
bluome – bluomenzît
bluom|ôsterâbent – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotspîwunge
bluotstëchære – bluotwurm
blut – bocks
bocksbluot – bogenschuʒ
bogensnuor – 2bolle
bollen – bônwibel
bônwinde – borge
bor|gemeit – (bornütze,) enbornütze
bors, borse – borvërre, enborvërre
borvil – bote
botech – botwar
botwarære – boumen
boumgarte – boumzaher
bovel – bræche
brachen – brâ|hâr
bræhen – branc
brangen – brætelîn
braten – brëche
brëchel – breisier
breit – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – brësthaft
brëstlich, brëstenlich – briefbuoch
briefbuochelîn – brieʒen
brî|mel – brîsger
brîsschüechel – briulêhen
briumeister – briutelstuol
briuten – brœdeclich
brœdeheit – brôt
brôtbanc – brôtkouf
brôtloube – bruch
bruch – brückelât
brückelîn – bruckslac
bruckwëc – brûne
brûnen – brünneholz
brunnekîn – brünselbërc
brünseln – bruochstinkende
bruochwëc – bruoderzeichen
bruost – brustgezierde
brustklopfen – brûtgebende
brûtgesanc – brûtsanc
brûtschaft – bûchstœʒec
bûchstrenge – budeminc
bûden – bû|geschirre
bû|gevelle – buhsholz
bûhurdierære – bûlslac
bulzen – büntnisse
buntschuoch – buochbediuten
buochblat – buochstap
buochswam – buosemsnuor
buosemtuoch – buppe
bur – burcgesuoch
burcgewer – burclêhen
burclêhenrëht – burcrëhtacker
burcrëhten – burctorære
burcvëlt – bürde
bürdelîn – bürgelschaft
bürgen – burgertavel
burgervëlt – burnegël
burneholz – bürste
bürsten – büschelîn
buschoff – bûteilen
bûteilunge – buttenblüejende
buttenbluot – bûz
bûʒe – buʒʒel

   bliuge - blœde    


bliuge , bluoge stF. ‘Verzagtheit; Schüchternheit, Schamgefühl’ ih wartte den, der heil mih tet vone wenichmuote, bluoge des geistes [ a pusillanimitate spiritus ] PsWindb 54,9; ane [= âne ] bluͤge lute / sag ich [Frau Minne] dir, swer liep wil han, / da muͦz auch laid under gan WhvÖst 6530 (vgl. unbliuclich 5709. 7408 ); Agly diu junge kuͤngin / vor vræuden was erschrocken, / daz ir daz hertze locken / wart uz bluͤge balthait ebd. 9393; so ser min hertz nah im stat / daz sich min wiplich bluͤge hat / verschamt von sinen lieben ebd. 12588

bliugen stV. → bliuwen

bliuwen stV. (IIa) auch blûwen, blouwen, bliugen ( MillPhys 89,2 ). 1 ‘jmdn./etw. schlagen, prügeln, züchtigen’ , tr. und intr. (mit Präp.-Obj.)
2 ‘etw. durch Schlagen, Klopfen bearbeiten; etw. durch etw. hindurch schlagen’
3 ‘sich abmühen’ refl.
   1 ‘jmdn./etw. schlagen, prügeln, züchtigen’, tr. und intr. (mit Präp.-Obj.): hinden unde in mitten / vorne er in [Esel] vaste blov VMos 74,13; vnze daz die iudin nîdin begundin unde viengin si unde bluven si unde wrfin si in den charchare Spec 78,22; Kchr 10720. 13142; Greg 1315; dô man alte sach dur zuht die jungen bliuwen, / dô stuond ez an êren baz und och an triuwen SM:UvS 11: 3,6; KvWHvK 133; ~ und zerhouwen Wig 7589; er [Wein] macht das ainer chlaffet, / das man in wol zernewet / und im den rukch blewet HvBurg 256; wir sullen iren vaigen kragen / noch heutte plewn und peren HvNstAp 7489; so ez [Pferd] ye vester nach ym plewet Teichn 558,44. mit etw.: daz [...] mich der tubel solle blouwen / mit siner stangen iserin Brun 6470; vnd als sie dan yn gebluwen / mit geisseln, darnach sie yn gedoden EvStPaul 9395. (an) die brust ~ als Geste der Wehklage, Trauer: di brust bluwer mit den hanten. / [...] uil groz wart di chlage sín Rol 6968; unz ih di muoter vant riwege, / an die brust bliwende, / wainunde und clagende, / michel nôt habende Kchr 3832    2 ‘etw. durch Schlagen, Klopfen bearbeiten; etw. durch etw. hindurch schlagen’ die lâsen, dise wunden, / disiu blou, disiu dahs, / disiu hachelte vlahs, / dise spunnen, dise nâten Iw 6203; Helmbr 1360; swer har [Flachs] in diu stat pringet oder in der stat derret oder pliwet oder swinget aus den agen StRMünch 222,23. 407,12. 14; das die ledergerwere iemerme sulnt bluwen das halbe kurdewan, [...] swas sie zer wochen gegerwent, das ensulnt sie niemanne veil bieten noch geben ze coͧffenne, ez ensi denne halbes gebluwen [halbfertig geschlagen (s. Regest)] UrkCorp N159,25.27; von einem muͥtte gêrsten ze malenne vnd ze bloͤwenne [enthülsen (s. Regest)] sol man geben ein imin [Getreidemaß] vngeblûwen ebd. 3474,4; BdN 258,13 ( → bliuwel stM.). – in Vergleichen: ze glicher wise also man den har îe offter blîwet vnd fvrbet vnd also er da von schone wirt vnd wize, also mvze der menische in dirre werlt gelvtret werden PrFrgmLpz 379; als durh die dicken mûre / brichet der bickel / und der zimberman den zwickel / bliuwet durh den herten nagel [Knorren?] , / Schoyûse sîn swert [...] / in den ungelouben weiz Wh 54,23. – übertr. auf den Wind: so der rouch uf gat in den luft, so bluwet in der wint vnz er dicke wirt Lucid 57,2    3 ‘sich abmühen’ refl.: und dô er sich geblûwin / [...] hatte manche vrist NvJer 19563

bliugen swV. s.a. blûgen . ‘jmdn. schüchtern machen’, mit Ersparung des Akk.-Obj.: minn bindet und enbindet, / minn hertet, minne lindet, / minn bliuget, minne machet balt, / minn twinget junc, minn twinget alt HvBer 526

bliuwât stF. ‘Schlag’ sô der zorn dînes mundes gere der [ zungen ] ze der sceltâte odir dîner hant ze blûwâte, sô uersage si ime TrudHL 134,13. – speziell ‘unblutiger Schlag’ von der pliwat gehornt zwelf schillinge [...], der sint des clagers zehen, der schepfen ainr, des rihters ainr UrkCorp(WMU) 1914,7

bliuwe stswF. ‘Stampf-, Reibemühle (speziell für Hanf und Flachs)’ vmbe den halbteil der niderun mv́li vnd den halbteil der bliwen da ze Botstein UrkCorp(WMU) N124,34; dc si, die malent, nuͥt irren sol weder bloͤwe noch walche [Walkmühle] noch enkein ander rát [Mühlrad] ebd. 3474,29; da lit oͧch ein muͥli und ein bloͤwe; die geltent ze zinse 4 muͥt kernen und ein swin UrbHabsb 1:188,1

bliuwel stM. 1 ‘Werkzeug zum Schlagen’
2 ‘ Stampf-, Reibemühle (spez. für Hanf und Flachs)’
   1 ‘Werkzeug zum Schlagen’ alsô seh wir oft auf den püeheln ob den pächen, dâ die weschen waschent, den slag mit den pleueln, ê wir den galm hœren BdN 92,1; daz ist ain pœs visch und stinkend [...] und mag nümmer gekocht werden, man plew in dann vor mit ainem plewel oder mit ainem steken, als man den dürren stokvisch tuot ebd. 258,13    2 ‘ Stampf-, Reibemühle (spez. für Hanf und Flachs)’ daz ich dem huse von Clingenowe [...] han gegeben zwo múlina vnd ein bliwele [stNF.?] UrkCorp(WMU) N134,36. 2112,3

bliuwen stN. ‘Schlag; Kampf’ sus galt zwei bliwen der gast Parz 295,28; ich sol rechen ê ein bliuwen, / dâ von ich sît mit riuwen / fuor ebd. 304,13; do hub sich ein plewen / mit swerten vnter yne Neidhc 99:6,1

bliugen stV. → bliuwen

bliuwen stV. (IIa) auch blûwen, blouwen, bliugen ( MillPhys 89,2 ). 1 ‘jmdn./etw. schlagen, prügeln, züchtigen’ , tr. und intr. (mit Präp.-Obj.)
2 ‘etw. durch Schlagen, Klopfen bearbeiten; etw. durch etw. hindurch schlagen’
3 ‘sich abmühen’ refl.
   1 ‘jmdn./etw. schlagen, prügeln, züchtigen’, tr. und intr. (mit Präp.-Obj.): hinden unde in mitten / vorne er in [Esel] vaste blov VMos 74,13; vnze daz die iudin nîdin begundin unde viengin si unde bluven si unde wrfin si in den charchare Spec 78,22; Kchr 10720. 13142; Greg 1315; dô man alte sach dur zuht die jungen bliuwen, / dô stuond ez an êren baz und och an triuwen SM:UvS 11: 3,6; KvWHvK 133; ~ und zerhouwen Wig 7589; er [Wein] macht das ainer chlaffet, / das man in wol zernewet / und im den rukch blewet HvBurg 256; wir sullen iren vaigen kragen / noch heutte plewn und peren HvNstAp 7489; so ez [Pferd] ye vester nach ym plewet Teichn 558,44. mit etw.: daz [...] mich der tubel solle blouwen / mit siner stangen iserin Brun 6470; vnd als sie dan yn gebluwen / mit geisseln, darnach sie yn gedoden EvStPaul 9395. (an) die brust ~ als Geste der Wehklage, Trauer: di brust bluwer mit den hanten. / [...] uil groz wart di chlage sín Rol 6968; unz ih di muoter vant riwege, / an die brust bliwende, / wainunde und clagende, / michel nôt habende Kchr 3832    2 ‘etw. durch Schlagen, Klopfen bearbeiten; etw. durch etw. hindurch schlagen’ die lâsen, dise wunden, / disiu blou, disiu dahs, / disiu hachelte vlahs, / dise spunnen, dise nâten Iw 6203; Helmbr 1360; swer har [Flachs] in diu stat pringet oder in der stat derret oder pliwet oder swinget aus den agen StRMünch 222,23. 407,12. 14; das die ledergerwere iemerme sulnt bluwen das halbe kurdewan, [...] swas sie zer wochen gegerwent, das ensulnt sie niemanne veil bieten noch geben ze coͧffenne, ez ensi denne halbes gebluwen [halbfertig geschlagen (s. Regest)] UrkCorp N159,25.27; von einem muͥtte gêrsten ze malenne vnd ze bloͤwenne [enthülsen (s. Regest)] sol man geben ein imin [Getreidemaß] vngeblûwen ebd. 3474,4; BdN 258,13 ( → bliuwel stM.). – in Vergleichen: ze glicher wise also man den har îe offter blîwet vnd fvrbet vnd also er da von schone wirt vnd wize, also mvze der menische in dirre werlt gelvtret werden PrFrgmLpz 379; als durh die dicken mûre / brichet der bickel / und der zimberman den zwickel / bliuwet durh den herten nagel [Knorren?] , / Schoyûse sîn swert [...] / in den ungelouben weiz Wh 54,23. – übertr. auf den Wind: so der rouch uf gat in den luft, so bluwet in der wint vnz er dicke wirt Lucid 57,2    3 ‘sich abmühen’ refl.: und dô er sich geblûwin / [...] hatte manche vrist NvJer 19563

bliuwestat stF. ‘Stelle, wo eine Stampf-, Reibemühle steht’ da lit oͧch ein bluwestat UrbHabsb 1:65,18

blîvar Adj. ‘bleifarbig’ swenne iz [Blut] unnaturlich is, daz mac man [...] irkennen wol an der uarwe, wanne so iz ist weninc wiz oder suartz, bliuar oder gel oder wazzeruar SalArz 2,51; daz wazzeruarbe harn vnde der da heizet lacteus, [...] glaucus, [...] liuidus vnde der swarze harn, der e bliuar ist gewesen, di alle bezeichent gar ummezige kelde SalArz 111,30 u.ö.; OvBaierl 42,5. 43,9; blifar wurden ir wenglin rott / umb des erwelten ritters tod GTroj 19191

blîvarwe stF. ‘Bleiweiß’ cerusa: bliuarue VocBV887 3:487,3

blîwâge stF. ‘Waage zum Abwiegen von Blei’ bzw. Abgabe dafür oder ‘Setzwaage mit einem Bleilot’ dor obir wolle wir, das di bly wage nirgin andirswo wen do selbis gehaldin werde ewiclichin UrkSchles(B) 131:1,12; blywage UrkSchles 3,39 (vgl. Anm. z.St.; a. 1316 kopial); umme di pleiwag bescheid wir euch also, das di gehoret di herschaft [Grundherrn] an BgRIglau 338,22

blîweich Adj. ‘weich wie Blei’ di ir wol gezirten helmuaz / waren alle bliwaich. / swaz sin daz swert begraif, / daz muse allez in zwai Rol 4305; StrKarl 5329

blîwîʒ stN. ‘Bleiweiß’ von corianders same, silberschum, bliwiz, ezsig, rosenolei, di fuͦnfe zusamne getan: da mache von ein salbe Macer 30,5; daz saf mit ezsige unde mit bliwiz getempert, hilfet an di stat gestrichen, di mit der hitze bekumirt ist ebd. 70,11; SalArz 73,53. 78,31; OvBaierl 136,13

blîzeichen stN. ‘Bleisiegel’ diz wib da in ein cellen gienc / [...] der alde man die tur versluc / und leite ein blizeichen dran, / daz deweder wib, noch man / zu ir mochte kumen drin PassIII 541,95

bloch stN. auch block, blöcher (Pl.); s.a. phloc . 1 ‘Baumstamm, dickes Brett, Klotz’
2 Block als Strafeinrichtung (vgl. DRW 2,371)
3 eine Art ‘Falle’
4 ‘Holzschrein, Bahre’
5 ‘Klumpen’
   1 ‘Baumstamm, dickes Brett, Klotz’ an daz fiur neleget man neweder bloch noch stoch Himmelr 8,24; do ein villan / einen wek hat getan / in ein bloch vnd hat in dvrchgeslagen ReinFu K,1543. K,1550. K,1589; zuͦ dem loch / das vor gebort was in das bloch KvHelmsd 1870; diu mûre was behangen / mit grôzen blochen sinwel; / [...] swen iemen an den graben gie, / und man diu bloch vallen lie, / sô hurten si die vînde wider / in den tiefen graben nider Wig 10750; Ottok 48784. 49186; zehant hiez er mit listen / eine eichîne kisten / würken ungevüege, / [...] von vier grôzen blochen Schlegel 512. – in Vergleichen: do lag er als ein ander bloch / und lebt et allez dan noch StrKD 147,101; Seuse 45,10; hete daz der gast vernomen, / daz duhte in swære als ein bloch [würde ihn sehr belasten] StrKD 161,15; er sleht im einen grozen slag, / daz er nit me geleben mag. / er vellet ab her als ein bloch HvNstGZ 5950; HvNstAp 12026; dâ von sô brach er unde spielt / die rotte in kurzer wîle, / sam der mit eime kîle / zerklübe grôziu blöcher KvWTroj 32961; als ein affe der gehefftet ist / an ein ploch und gebonden ist, / der nit uffgestigen mag / er falle dan balde wieder abe, / also ist mir der lip ein ploch swere / und eine zange, die da heldet sere Pilgerf 6273. 6276. – Sprichw. (vgl. TPMA 10,177): waz touc der slegel âne stil, / dâ man blöcher spalten wil? Freid 126,14    2 Block als Strafeinrichtung (vgl. DRW 2,371): sin bain warent im in ainem block / versmit, man haist ez ain stock. / nieman wann dieb man dar in slecht / und wen man umb boshait vecht MinneR439 989. – übertr.: der welte swæres bloch, / daz lip vnd sel erlemmet / vnd allis heil vertemmet Martina 26,62; la mich in disem leben noch, / wan grulich ist des todes bloch Hiob 4024; mit leides seile sie mich zoch / gar hoch uff sorgen erker / und liez in trurens kerker / mich vallen in ein tieffes loch / und slug mich in unmutes bloch, / daz mir der lip derbidemt Minneb 1792    3 eine Art ‘Falle’ er het geheizen ein bloch / bereiten, der listige man, / zwelf sensen hiez er dar an / al umb und umbe machen HvFreibTr 2702. 2707. 2754. 2881; dô lîz der leidige wert beslân / mit wolfsegense [vgl. Anm. z.St.] ein bloch Eilh(L) 5305    4 ‘Holzschrein, Bahre’ da hub sie den samit off, und myn herre Ywan sah wo ein bloch darunder lag, das was wol funff schu lang und wol anderhalbes breit Lanc 549,26. 549,32. 550,1    5 ‘Klumpen’ ich [personif. Habgier] laden und besweren mich / mit dem metal der so sere wiget, glich; / das ist von golde ein ploch, das ich / danne hencken an mich [...]. / ich glichen dem affen der das ploch fuͤret / und das tynset und huͤdet: / also huͤden ich myn ploch Pilgerf 9486. 9489. 9491; an Judas, der dinen konnig verriedt, / ich yme zu zijden daz ploch anehieng; / in sine budel und in sine secke / lachte ich so viel der ploecke / das er von hohe her abe nider viel ebd. 9496. 9498

blochrise stF. ‘Riese (Holzrutsche), Schneise (zum Abtransport der Bäume)’ UrkSüdtirol 3,1:156 (a. 1290)

blochwërc stN. ‘Gefängnis’ vnd wart im da gemachet ain blochwerch, da er inn solte gelegen sin vntz an sinen tod Kuchim 45,204

blœde Adj. 1 ‘schwach, gebrechlich, zerbrechlich’
1.1 von körperlicher Schwäche (auch in Bezug auf das Sehvermögen)
1.2 von geringer Festigkeit (des Materials, Bauwerks)
1.3 übertr.
1.4 von Frauen und Kindern, in 2 übergehend, formelhaft
2 ‘verzagt, furchtsam, schüchtern, feige’
   1 ‘schwach, gebrechlich, zerbrechlich’    1.1 von körperlicher Schwäche (auch in Bezug auf das Sehvermögen): der was ein witebere, / alt vnde swære, / bloͤde [ brode Wernh D 1711 ] sines leibes Wernh A 1541; si [Frau Welt] was sô gar unreine / daz von ir blœden [Laa. broͤden, bosen ] lîbe wac / ein alsô egeslicher smac / den niemen kunde erlîden KvWWelt 229; plod und krankch HvBurg 5252; Krone 27153; siech vnd blöde ebd. 12531; unser blœdez [kraftloses, unritterliches] vehten / gezimt niht guoten knehten. / [...] obz iuwer muot niht vervât / vür zageheit, sô ist mîn rât, / daz wir diz blœde vehten lân / und eine wîle ruowen gân Er 902. 908; swer siech in dem houpt ist, enphleget er dirre dinge niht, dem werdent diu ougen blœde [...] unde nimt im daz gesihen abe Barth 157,4. – bildl.: daz reht sol [wie ein Adler] zwei vetich hân, / geistlîch und wertlîch geriht. / [...] sît einz dem andern entweich, / sît wart daz reht blœde und weich / und muoste vallen nider WälGa 12634    1.2 von geringer Festigkeit (des Materials, Bauwerks): do waren die dillen / blode und unstete ErzIII 96,13; daz er [Drache] da zart / von yme die starcke sarwat, / glich als weres ein blödes blat Krone 13502; ze stuckin brah er sinú bant / reht als ein bluͤdis dúrre stro RvEWchr 20858; ist an der gruntveste gebreste, / sô ist daz gezimber gar / blœde und unstæte WälGa 12026    1.3 übertr.: – ‘vergänglich, sündhaft, hinfällig’ sîn rât und blœdes [La. boͤses ] fleisches gir, / die hânt geverret, hêr, uns dir Walth 3,13; Mai 22,38 (La. zu brœde); so wizzet daz nimmer bloder man / untruwer noch der karge, / di von desin dingen sin arge, / mag komen in gotis riche dort Brun 12609; vater, sun und hailig gaist, / in ain gestricket, sit du waist / unser bloͤdes leben, / so la din helf geben / uns ymmer vræude an ende WhvÖst 19537; do geschuof got [...] / unsern vater Adâmen / [...] ûz einem brœden [Hs. bloͤdem ] leime Aneg 1078; dem sust zu poßhait ist so gach, / [...] der mag wol schier werden / zu ainer ploden erden HvNstAp 82; ach mensch, bloder worm! / noch tribet hohfart in dir storm HvNstGZ 2317; wâren von ir lîbe / wir alle niht ensprungen, / alte unde junge, / sô wâre diu werlt ôde, / ringe unde brôde [La. bloͤde AC] , / sone ruofte niemen an got Wernh 1614. – von der gebrochenen Macht des Teufels: blode wart sin craft, / do in der einre ubirwant Litan 412. – von schwachem Verstand: Dagenot [...] was ein tor gewesen ye und ye und ein schnúdel, er was der blödest den man wuͦst, all die welt spot syn umb syn groß affenheit die er rette und tegelichs dethe Lanc 228,37. 293,3. 293,16. – ‘entblößt, ohne Herrschaft’ do der kunich Dietmar starp, / romisch lant nach im verdarp, / daz iz wart allez oͤde, / an groͤzer richeit bloͤde Dietr 2527; nu sint elliu miniu rich / leider gar ze bloͤde / und alle min gelt oede ebd. 7518    1.4 von Frauen und Kindern, in 2 übergehend, formelhaft: wâr ich der fromediste man, / [...] oder daz blôdiste wîb En 11070; diu wîb sint brôder [La. bloͤder h] dan die man ebd. 1599; daz ir mit wintender hant / stêt als ein blœde wîp, / diu ir zuht und ir lîp / nâch vriunden sêre hât gesent KlageB 1021; ir weinet reht alsam diu kint, / die dürftigen unde weisen sint, / und als diu kranken, blœden wîp UvLFrd 305,9; bruͦder, soͤlhes ungemach / soͤlte twingen bloͤdiu wip. / bi uns nit langer belip! Rennew 25025    2 ‘verzagt, furchtsam, schüchtern, feige’ waz her dâ brôder [La. bloder ] lûte vant / âne herze unde âne were / mit den entran her uber mere En 4436; Herb 13929; diu burc hiez Schâtel le mort, / der wirt Mâbûz der blœde. / sîn herze daz was œde / von êren und von manheit UvZLanz 3551 u.ö.; ist er ein zage, so ist er bloͤde MinneR52 58; war umbe siht man iuch verzaget / durch eines bloeden phaffen wort, / der strîtes selten hât bekort / und lützel kumbers ie geleit? KvWTroj 19133; GTroj 5339; WhvÖst 17259; wann ich wer ir zu dinste zu bloͤde Minneb 4813; und gedencket nit an uwer schone wip / und an uwer kinde da heim, / das uns nit blode werde der stritt SalMor 486,6. ~ und küene, ~ oder balt: den blôden und den kûnen [allen] En 1111; junc oder alt, / oder blœde [La. bluege ] oder balt Parz 93,16. blœde herze: daz plœdiu herzen küenet / und in gît hôchgemüete Parz 96,16; min blöde herz trit ser up hor, / als it vernimt den oversten chor, / du ennems mich self bit diner hant / ind leids mich durch der engel lant MarlbRh 89,15; es [Gebet] machet ein sur herze suͤsse, [...] ein tump herze wise, ein bloͤde herze kuͤne Mechth 5: 13,4. er ist ein unversunnen man. / er hât glîche getân / alse der blôde hovewart. / sulih ist sîn art: / swenner nahtes iht vernemet, / durh sîne blôdicheit wirt er irgremet, / er ne tar dar nâher comen niet, / al bellender flîhet SAlex 1521

blœde stF. 1 ‘Schwäche, Schwachheit’
2 ‘Schamgefühl; Feigheit’
   1 ‘Schwäche, Schwachheit’ – von körperlicher Schwäche: Samsonis sterkin, die were da ein blóde Lucid 150,6; zwenn [l. zwelf?] sterkern mannen man sú [Banner] bevalch: / ob es [die Verneigung der Banner vor Christi] von bloͤde [der Träger] wære beschechen, / das soͤlt mit den sin versechen [abgewendet] WernhMl 11397. – übertr.: wan div seligen chint dannoch zü dem alter niht chomen waren, das si von ir menslicher blode dehein schulde iht heten Konr 4,9; Wernh A 418; doch muozen zallen ziten / die reinen frovwen striten / gein dez libes blode / wie man daz fleisch ertode / daz ez der sele niht enschade Martina 94,97; daz machet der fúrsten ploͣede, / daz ir höfe steend so öede Dietr 213    2 ‘Schamgefühl; Feigheit’ vor wîben und vor mannen / diu frou ir blœde vergaz, / [...] si enplôzt sich irer kleider / und liez sich meniclichen sehen, / die solhe zeichen [der Schwangerschaft] kunden spehen Ottok 11623. – personif.: dâ leit Manheit die Blœde nider, / daz Unreht diu Gerehtikeit HvBer 2870