WŲrterbuch
ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
g‚ch – gademstat
gademvrouwe – g‚he
gśhe – galazÓ‚
galban – 1galle
2galle – galsterÓe
galsterlich – gamanje
gam‚nje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelÓn – ganteren
ganz – gśre
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gśʒe
gaʒʒe – gebant
geb‚r – gebeinet
gebeitic – gebŽrśrin
gebŽrc – gebietśre
gebietśrin – gebiuge
gebiunde, gebŁnde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebrśte – gebrŽsthaftic
gebrŽstic – gebrŻchic
gebrŻchlich – gebŁnde
gebŁnde – geburgeze
gebŻric – gebŻschirre
gebŁtel – gedśhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedrŲulich
gedrŲuwe – gedw‚se
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hŽllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trŽten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehúric
gehúrlich – gehŁge
gehŁgede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillÓche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistÓn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklŻder – gelśge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgŽlt – gŽlfe
gŽlfen – gelÓcherin
gelÓcherte – gelÓchsame
gelÓchsamen – gelide
gelidem‚ʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelúte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gŽlte
gŽltel – gelŁbe
gelŁbede – gelŁppic
gelŁpschafte – gŽlwelot
gŽlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemśʒicheit
gemśʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmŁeticlich
gemeinsagunge – gemelÓche
gemelÓcheit – gemietede
gemietunge – 2gemŁete, gemuote
gemŁetic – gemuotheit
gÍmuoticheit – gen‚den
gen‚denarm – gen‚dezÓt
genśdic – genant
1genantlich – genemede
genende – genŽs
genesche – genibelet
genÓc (genÓge ?) – genistbśrlich
geniste – genŰʒsam
genŰʒsame – gensÓn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequŽl
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerŽhtmachen
gerŽhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlÓche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gŽrne
gerner – gŽrste
gŽrstegrŻʒ – 2gertelÓn
gerten – gerŻmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwŽsen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschrśje (?)
geschr‚t – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesÍlen – geselliclÓcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnśren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespÓwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestúʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestŁplach
gestŁpnisse – gesuoch
gesuochśre – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclÓche – getśnede
getśper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gŁlte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gŽtzen
getzsal – gevśhic
geval – gevśrlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlÓn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevrśʒe – gevŁegelich
gevŁegetheit – gevŁrste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnÓden
gewantsoum – gewarsamlÓche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewŽrben
gewŽrbic – gewŽrken
gewŽrldet – gewŽterblitzen
gewette – gewilden
gewÓlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezÓt
gezÓte – geziugelÓn
geziugen – gezŁhticlÓche
gezunft – gheheel
gibe – giegengÍre
giel – gifticheit
gifticlich – gÓgengarren
gÓgennagel – gÓle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gÓt
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)všʒʒelÓn
glas(e)vŽnster – gleienbluome
gleif – glenzezÓt
glenzic – glÓme
glÓmen – glÓssenerÓe
glisterÓe – glocke
glockehŻs – gloie
gloieren – glŁck-
glŁejen, glŁen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltŽrze
golt|esche – goltm‚l
goltmasse – goltslahśre
goltsmelz – goltvŽl
goltvinger – gos (?)
got – gŲtelÓn
gotelop – goteshŻsrŽht
goteshŻswartśre – gotesvriunt
gotes|w‚r – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
gŲugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – gŲumŁtte, -mutte
gŲu|ph‚we – gr‚
gr‚ – grab(e)wart
grab|Ósen – 2gr‚l
gr‚len – gran
gr‚n – gransprunge
gransprunge – gras(e)lŲufel
gras(e)marschalcambet – grśtic
gr‚|tuochśre – gr‚wŽrc
gr‚wŽrcliute – grÍde
grÍden – gremiclich
grempśre – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartśre – grÓfvalke
grÓfzan – grÓn
grindel – grisegrammen
grÓseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grŰʒgamander
grŰʒgebieter – grŰʒtŁrstic
grúʒunge – grŁenheit
grŁenlich – grundelŰs
grundelŰselich – gruntrŽht
gruntrŁerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbśre
gruoʒe – grŁtschÓn
grutte – gubelnagel
guc – gŁeticlÓche
      guc stM.
      guc|gouch stM.
      guck Interj.
      gucke swF.
      1gŁcken swV.
      2gŁcken swV.
      1guckezen swV.
      2guckezen swV.
      gŁefen swV.
      gŁenlich Adj., Adv.
      gŁenlÓcheit stF.
      gŁenlÓchen swV.
      gŁete stF.
      gŁetelÓn stN.
      gŁeten stF.
      gŁeten swV.
      gŁetenlÓchen Adv.
      gŁetic Adj.
      gŁeticheit stF.
      gŁeticlÓche Adv.
gŁetlich – gugelkotze
gugelroc – gŁlte
gŁlteguot – gumpenÓe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlÓche – gupfoht
guppelspil – gŁrtelsenken
gŁrtelsnuor – gymnosophiste

   guc - gŁeticlÓche    


guc stM. ‘Kuckuck’ daz man bi súesser vogel sank / muͦs hóren [...] die warhait bi lúge, / die lerchen mit dem guge, / der us lat in gemainen schal SHort 5850

guc|gouch stM. auch gockengoch. 1 ‘Kuckuck’
2 als Spottname
†††1 ‘Kuckuck’ cuculus: guggoͮch VocOpt 44.092. 44.093; ich hort von ainem guggoch / ain lobliches gedoͤn LŁgenrM 2; swem der guggouch sunge und ouch ein distelvinkelÓn, / den bekande man d‚ bÓ tugende frÓ KLD:WvMezze 10:3,5 †††2 als Spottname: Egloff der guckgoch Bauernh 122; lieber eidem Gockengoch, / ich h‚n hŻt und h‚r noch / vor iu wol behalden Sibote 643

guck Interj. Ruf des Kuckucks: der gauch singt guck guck BdN 228,8

gucke swF. zu frz. coque und coquille? (vgl. SchweizId 2,181 s.v. Guggelen F. und Tobler/† Lommatzsch 2, 836). ‘Eierschale’ (als MaŖeinheit): nim [...] ain eir guken lŻtters weins vnd wol ain halbe guken hochsaim Barth (H) 474; [aus der Holunderwurzel] drucket man ein gucken uol mit wine SalArz 90,54

1gŁcken , gucken swV. meist subst. 1 vom Kuckucksruf
2 Łbertr.
†††1 vom Kuckucksruf: der goch / der in dem mayen guket MinneR 276 66; des goches gugen SHort 5864; man mac dabi / den gouch so lange phewen [als Pfau behandeln] , daz er vri / wil guckens sin Frl 6:7,5 †††2 Łbertr.: bÓ der str‚zen Żf den stÓgen: / [...] liegen, nase rimpfen, / spotten, gucken, valschez schimpfen Renner 14164

2gŁcken , gucken swV. auch -gg-, -g-. ‘neugierig schauen, gucken’ der herr [...] sach daz kind sich smuken / und us der deki gugen SHort 11190; in dez mannes bilde ez [das Spiegelbild der Frau] gucket Minneb 270; so man den die tor beslússet, so guggent sú [wilde Tiere im Tiergarten] durch die zúne us Seuse 411,13. 361,19. 432,1; unde die Íbrecherinne die mŁezent manigen schrecken nemen [...] unde hin gŁcken unde her gŁcken unde her wider gŁcken PrBerth 1:231,12. 2:242,19

1guckezen , gutzen swV. zu 1gŁcken . vom Ruf des Kuckucks: als der gouch, / der in dem meien gugzet ouch KvWGS 132; der gouch, der [...] h‚t gegutzet hundert j‚r Renner 11382; den gauch den hoͤrt man guͤtze KgvOdenw 2,39

2guckezen , gutzen swV. zu 2gŁcken . ‘neugierig schauen, gucken’ der werlt wollust hat dich gezogen, / mich mit dir betrogen, / und in der suͤnden puͦtzen [PfŁtze] / hast du mich geheizzen guͦtzen HvNstVis 284

gŁefen , guofen swV. nicht sicher zu trennen von → gŁffen ; hier nur die durch Reim gesicherten Belege. 1 intr. ‘rufen, schreien’
2 refl. ‘sich einer Sache rŁhmen, mit etw. prahlen’
†††1 intr. ‘rufen, schreien’ do ward der tiefel gŁffen, / schrein und auch rŁffen Hawich 2949; mit Richtungsangabe: swie man ze walde rŁefet, / daz selbe er wider gŁefet Freid 124,4 (vgl. TPMA 12, 346); mit vil klšgelÓcher stimme / die heiden n‚ch ruoften [La. sie nach ir da gufftenn ] / si schriren unde wuoften [La. rufftenn ] Heidin III 1969 †††2 refl. ‘sich einer Sache rŁhmen, mit etw. prahlen’ doch ist die sśldenhÍre / underm gwande wol get‚n; / des guoft [La. guefft ] sich niemen ‚n [auŖer] ir man Helbl 1,1377

gŁenlich Adj., Adv. , -lÓche stF. guotlich (unter 1.5 und 2.7), -lÓche

gŁenlÓcheit stF. guollÓcheit

gŁenlÓchen swV. guotlÓchen

gŁete stF. im Reim sw. (nicht zu → guotÓn ) : Karlmeinet 396,64. 256,66; MorantGalie 2957. 796 KarlGalie 1281; MarlbRh 52,14. 105,22. 1 ‘Vortrefflichkeit, Hochwertigkeit, NŁtzlichkeit’ von etw.
1.1 in Bezug auf einen Gebrauchszweck (vgl. → guot Adj. 1.2 )
1.2 in Bezug auf sinnliches und psychisches Wohltun (vgl. → guot Adj. 8 )
2 ethisches Gut-Sein, ‘sittliche Vollkommenheit, Gerechtigkeit gegen Gott, Rechtschaffenheit, Tugendhaftigkeit’ (vgl. guot Adj. 10 )
3 ‘Freundlichkeit, Wohlwollen, Huld, Milde, Nachsicht’ (vgl. guot Adj. 9 )
3.1 als Charaktereigenschaft ‘freundliche, liebreiche Gesinnung, GutmŁtigkeit’
3.2 besonders von der GŁte Gottes als des Spenders alles Guten; oft werden ~ und gn‚de zus. gebraucht
3.3 Ausdruck des Wohlwollens, vor allem durch freundliche Rede
3.4 freundliche Handlungsweise, besonders ‘Wohltat, Gnadenerweisung, Liebesbeweis, Aufmerksamkeit’
†††1 ‘Vortrefflichkeit, Hochwertigkeit, NŁtzlichkeit’ von etw. †††1.1 in Bezug auf einen Gebrauchszweck (vgl. → guot Adj. 1.2): daz swert im Żz der scheide schŰz: / des gŁete [Schšrfe] was alsŰ grŰz / daz ez im durch den halsperc brach Iw 3946; dŰ was daz hŻs [die Burg] in der gŁete [so befestigt] , / daz ez ze sturme niht entohte [nicht erstŁrmt werden konnte] Ottok 29397 [mit demselben Bezug und intensiv. Pl. (2 5Mhd. Gr. ß S 98,2): niht in solhen gŁeten 29666]; die grifen wonent ouch da, / die der gimmen [Edelstein] huten, / nicht daz sie sich guten / an der gute des steines [keinen Gebrauch machen von seinen heilsamen Eigenschaften] HeslApk 21649; von unsaglicher guͤti [Heilsamkeit, NŁtzlichkeit] der betrahtunge des goͤtlichen lidens Seuse 254,5; abgeschwšcht ‘(gute) Qualitšt’ so sulent si verkouffen broͮt in deme coͮffe vn̄ in der guͤtte nach der gewŰnheit zvͦ Houelden UrkCorp (WMU) 1653,13 †††1.2 in Bezug auf sinnliches und psychisches Wohltun (vgl. → guot Adj. 8): von des weines guete [wegen seines vorzŁglichen Geschmacks] tranch er so vil / das in der sin vil gar verlie HvBurg 372; zehenzich unde drizzich so maneger iare alte bin ich, / dei han ich mit swśren muͦte gelebet in deheiner guͦte [ohne jemals eine gute Zeit, ein gutes Leben zu gehabt zu haben] GenM 103,12 †††2 ethisches Gut-Sein, ‘sittliche Vollkommenheit, Gerechtigkeit gegen Gott, Rechtschaffenheit, Tugendhaftigkeit’ (vgl. guot Adj. 10): habet stetigen muͦt, / habet zucht mit guͦte, / wesit demuͦte, / wesit got unter tan Rol 215; sŰ suln sÓn [Gral] rÓter hŁeten / mit kiuscheclÓchen gŁeten Parz 493,24. 823,13; nu kÍret iwer gemŁete, / daz er [Gott] iu danke gŁete ebd. 467,10; mit valschelŰser gŁete lebt / ein man, der mir wol iemer mac / gebieten Walth 72,9; swie vil ein man guots beg‚t, / die wÓle er tœtlich sŁnde h‚t, / die gŁete gar verdirbet, / ob er ‚n riuwe stirbet Freid 37,24. – besonders als Eigenschaft des hŲfischen Ritters: swer an rehte gŁete / wendet sÓn gemŁete, / dem volget sślde und Íre. / des gÓt gewisse lÍre / kŁnec ArtŻs der guote, / der mit rÓters muote / n‚ch lobe kunde strÓten Iw 1; er pflac manlÓcher gŁete Parz 252,23; der tugenthafte RiwalÓn / der was [...] mit lÓbe und mit guote, / mit geselleclÓchem muote / zir aller dienste gereit. / alsŰ lebeter in der werdekeit / und in der rehten gŁete, / die er in sÓn gemŁete / mit tegelÓchen tugenden nam Tr 521; er was ein wÓse junger man / und het mit gŁete vil get‚n / bÓ sÓner zÓt, daz Íre birt UvLFrd 311,26. – und der hŲfischen Dame (im Preis der Minnedame Ųfters zugleich ‘Huld, Gunst’ i.S. von 3): ir stśte gŁete, / ir wÓplÓche triuwe Iw 1602; ir schoene und ir gŁete beide / die l‚ze sÓ, sŰ kÍre ich mich [von ihr ab] MF:BgfvRiet 6:3; daz ich von ir gescheiden niht kan, / daz h‚t ir schœne und ir gŁete gemachet / und ir rŰter munt, der sŰ lieplichen lachet Walth 110,18; si ist sŰ guot, / swenne ir gŁete / erkennet mÓn gemŁete, / daz si mir daz beste tuot ebd. 14,19; owÍ dazs ir gŁete niht gen‚de lÍret KLD:Rub 6:2,8; nu gewert mich, vrouwe, des ich ger, / durch wÓplÓche gŁete Wig 272; personif.: d‚ saz frou GŁete gallen frÓ KvWKlage 10,1 †††3 ‘Freundlichkeit, Wohlwollen, Huld, Milde, Nachsicht’ (vgl. guot Adj. 9) †††3.1 als Charaktereigenschaft ‘freundliche, liebreiche Gesinnung, GutmŁtigkeit’ kiuscheit mit der diemŁete, / gedult senfte unde gŁete / und ander unser gespiln / [...] ieslÓchiu n‚ch ir site / bescheidenlich uns volge mite LvRegSyon 3855; gude, daz ist suzikeit des gemudis Parad 71,29; ouch wonte in ir gemŁete / [...] diu gŁete / daz sÓ in schier ernerten / unde sÓnen geverten Iw 5618; des lob ich den heilant, / daz ich doch under liuten bin! / wan eteswer ist under in, / der sÓne gŁete an mir beg‚t / und tuot mir eteslÓchen r‚t Tr 7629; alle gŻte ich an im vant, / n‚ch der w‚ren liebe gebote Kreuzf 1066; noch mere genaden tuen wir von willichlicher guͦete vnsern purgern UrkCorp (WMU) 2918,22. 2345,16. 3225,5. durch dÓne / iuwer ~ als Appell an wohlwollende Gesinnung: er bat in durch sin guͦte daz er im genadote GenM 63,19; Litan 619; frowe, dur iuwer gŁete / rucket Żf die hŁete Walth 75,6; ei frouwe, durch iuwer gŁete! / waz hilfet iu mÓn sterben? / nemt iu ein guot gemŁete, / und l‚t mich senden iuwer gunst erwerben MinneR 30 632,1; kŁnic hŰchgeborn, / dir sol an mir niht wesen zorn; / kŁnic, durch dÓn gŁete / ich sag dir mÓn gemŁete EnikWchr 9893 †††3.2 besonders von der GŁte Gottes als des Spenders alles Guten; oft werden ~ und gn‚de zus. gebraucht: [Gott] niemen ane trost enlat, / swer mit deumuͦte / suchet sine guͦte Rol 3488; so ergib ich iuch in gotes segen: / der kan iuwer baz gepflegen / und ruoche iu durch sÓne gŁete / iuwer swśrez ungemŁete / vil schiere verkÍren / ze vreuden Iw 5537; got der rÓche, / sŰ rÓche dŻ gen‚den bist, / sŰ vil gŁete als an dir ist, / vil sŁezer got, sŰ bite ich dich, / daz dŻ gen‚de wider mich / und dÓne gŁete noch beg‚st Tr 2492; er git sin gnad gar vergeben von siner miltekait, von siner ganzen guͦti, daz er des lonet daz er selb tuͦt PrGeorg 66,8; do aber dein veterleiche guet / ir verwandelt das gemuet / und dein gnad ir hercz entleuchte HvBurg 5933; es meinet aber, daz er sine wunder hie an dir wil erzoͤigen und den úberflusz siner guͤte Seuse 467,19 †††3.3 Ausdruck des Wohlwollens, vor allem durch freundliche Rede: swaz ich sprach, daz hŰrte sÓ / und antwurt es mit gŁete Iw 343; verstÍt mÓn red in gŻte, / sÓnt ichz in gŁete meine MinneR 30 638,2; vnd sol der abte [...] mit vns in lieb vnd in gueten sein UrkCorp (WMU) 2269,5; daz der rihtśr mit rat vnd mit hilfe des rats in der stat den, der weder minne noh reht wil, mit gvͤten dar an bringe oder mit twanchsal dwinge, daz er daz reht nem ebd. 3452,6; jst abir, daz ein man den andern lemt, so gehort ein lem gegen der andern, er choͤme sein denne abe mit bete oder mit guete ebd. 1914,3; durch reht noch durch gŁete / enhete sÓz nimmer get‚n. / sÓ muose gewalt od vorhte h‚n Iw 7706 †††3.4 freundliche Handlungsweise, besonders ‘Wohltat, Gnadenerweisung, Liebesbeweis, Aufmerksamkeit’ elliv guͦte chumit uon im Spec 79,31; der alsŰ manege gŁete / mit veterlÓcher stśte / an ime erzeiget hśte Tr 5640; ir leben was vil gemeine dŰ, / si w‚ren mit ein ander vrŰ / und hŰhten ir gemŁete / mit vil gemeiner gŁete ebd. 1366

gŁetelÓn , gŁetel stN. Dimin. zu → guot stN. 2. ‘kleiner, geringer Besitz’ 1 ‘kleines Landgut’
2 ‘kleiner Besitz an Geld oder Wertgegenstšnden’
†††1 ‘kleines Landgut’ daz guetel ze der Traten gilt dreu phunt UrkCorp (WMU) 2856,8. 1661,39 u.Ų.; UrkEnns 5,334 (a.1323); UrkDOHess 2:552,2 (a. 1347); ir hÍrschaft, ir lŰnet dem knehtelÓn, daz den acker bŻwet: dem gebet ir ein wÍnic gŁetelÓns. d‚ was im der acker alse liep [...], daz er in nieman wolte l‚zen bŻwen PrBerth 1:358,10. †††2 ‘kleiner Besitz an Geld oder Wertgegenstšnden’ gÓst dŻ gote dÓn guotelÓn, dŻ wilt daz man dirz deste baz biete. gÓt dir got tugende, dŻ suͦchest aber den stinchinten lŰn TrudHL 71,25; drÓzic phenning [...] nam der boeswiht von den juden / und verriet den rehten hÍrren sÓn / umb ein armez gŁetelÓn Philipp 6345; daz selbe kleine gŁetelÓn / [...] soltŻ nemen, / durch [...] die helfe und dÓne stiure KvWPant 553; PrOberalt 93,15; PrBerth 1:62,39

gŁeten stF. guotÓn

gŁeten swV. goiden ( HagenChr 1192 ). 1 intr. ‘sich huldvoll, freundlich erweisen’ (vgl. gŁete stF. 3 )
2 tr.
2.1 ‘etw. guot machen’ .
2.2 ‘beschwichtigen, versŲhnen, schlichten’
3 refl.
3.1 mit persŲnl. Subj. und Dat.d.P. ‘sich angenehm, beliebt machen’ (vgl. guot Adj. 8 )
3.2 mit sachl. Subj.
4 Part.-Adj. gegŁetet ‘mit gŁete versehen, von freundlichem, wohlwollendem Charakter’ (vgl. gŁete stF. 3 )
5 subst. ‘Freundlichkeit, Wohlwollen’ (vgl. gŁete stF. 3 )
†††1 intr. ‘sich huldvoll, freundlich erweisen’ (vgl. gŁete stF. 3): werden frouwen / st‚t wol daz si gŁetlÓch gŁeten / unde ir Íren hŁeten KLD:UvL 53: 4,6. – mit Dat.d.P.: wol ir daz si mir sŰ gŁetlÓch gŁetet; / d‚ von mÓn muot hŰhe st‚t KLD:UvL 39: 5,3 u.Ų.; in disem ellende / zo unsis libis ende / sal si [Maria] uns gutende sin Pilatus 1,91 †††2 tr. †††2.1 ‘etw. guot machen’. – ‘erfreulich machen’ (vgl. guot Adj. 6): wÓbes gŁete ist lieber frŲide urspring: / [...] wÓbes gŁete gŁetet elliu ding SM: KvL 19: 4,12; wol dir, wan du [ ein wÓp ] bist sŰ guot. / du kanst gŁeten sŻren muot KLD:Kzl 6: 3,5; SM:UvB 6: 3,6; MinneR 444 479; Minneb 3503; got ist ir vatter, bruͦder, wirt, / der aller gebresten gar verbirt, / der alle guͤti guͤetet SHort 1469; Reinfr 3582. – ‘bereichern, wertvoll machen’ (vgl. guot Adj. 2): wie gŁetet ez [ bluomenrÓs: ein Blumenzweig der Dichtkunst] der guoten guot, / der hŰchgemuoten hŰhen muot! RvEAlex 3151 †††2.2 ‘beschwichtigen, versŲhnen, schlichten’ d‚ r‚te ich [KŲnig Latinus zur Versammlung der FŁrsten] daz manz gŻte / unde man des hŻte, / daz niht ubel d‚ von qu‚me En 4927; Moabes grosse hochvart / des tages wart geguͤtet, / genidert, gedemuͤtet, / gedrucket unde hin geleit RvEWchr 17784; l‚ senften unde gŁeten / dÓn angest unde dÓnen zorn KvWTroj 17166; KvHelmsd 4355; Reinfr 8714. 12830; swer den zorn siht vnd zegegini ist, das der den zorn vnderstandi [abwehre] vnd in guͤte UrkCorp (WMU) 2043,3; HagenChr 1192 †††3 refl. †††3.1 mit persŲnl. Subj. und Dat.d.P. ‘sich angenehm, beliebt machen’ (vgl. guot Adj. 8): hete sih insinin tagin / din vater gote geguͤtit, / genidert, gedemuͤtit, / so were im bas insinir zit / geschehin RvEWchr 28097. – ‘sich guot machen, sich bessern’ (vgl. guot Adj. 10): ob sie sint ark gewesen, / daz sie sich wider gueten / und sich dan sider hueten / vor sunden und vor dorperheit HeslApk 11499. 6504. – ‘sich als freundlich, wohlwollend erweisen’ (vgl. gŁete stF. 3.2): hśte sich unser herre got / durch sÓner gŁete grŰz gebot / niht sŰ gedÍmŁetet / und alsŰ sÍre gegŁetet, / daz er durch sÓne gŁete / mit solher dÍmŁete / des knehtes bilde nśme an sich RvEBarl 12898. die grifen wonent ouch da, / die der gimmen [Edelsteine] huten, / nicht daz sie sich guten / an der gute des steines [keinen Gebrauch machen von seinen heilsamen Eigenschaften] HeslApk 21648 †††3.2 mit sachl. Subj. ‘sich als guot zeigen, erweisen; guot werden’ ir trut gebaren [Zšrtlichkeit] stśt / kund sich gśn im guͤten, / daz in von unmuͤten / dick uz sorgen lost Whv÷st 16177; so ich [die ewige Weisheit] mich, daz ewig guͦt, als guͤtlich und als minneklich entgússe, so guͤtet sich alles daz, da ich hine kume Seuse 233,6. 202,11; sÓt der guoten gŁete / sich so gŁetet unde mÍret alle tage, / sŰ muoz mÓn gemŁete / sÓn gehœhet Żf den trŰst SM: UvS 8: 2,2 †††4 Part.-Adj. gegŁetet ‘mit gŁete versehen, von freundlichem, wohlwollendem Charakter’ (vgl. gŁete stF. 3): got ist so wol gegŁetet / daz er dar vmbe niht wŁetet / daz ich an siner milte spur Martina 11,75; ich weiz wol daz der gotes segen / mich vil wol behuͤtet: / er ist so wol geguͤtet Rennew 30954. 316 †††5 subst. ‘Freundlichkeit, Wohlwollen’ (vgl. gŁete stF. 3): sŰ sol ein wÓse man / [...] wider ir [der Frau] guotem muote / dekeine ander huote / zir tougenheite kÍren / wan wÓsen unde lÍren, / zarten [Zšrtlichkeit] unde gŁeten Tr 17903; ist iu liep und dunkt iuch guͦt [La. liep daz gvͤten ] , / so hat ein ende dirre strit Rennew 30128

gŁetenlÓchen Adv. guotlich

gŁetic Adj. 1 ‘freundlich, wohlwollend’ (vgl. gŁete stF. 3 )
1.1 attr.
1.2 pršd.
1.3 Adv.
2 ‘tugendhaft, sittlich’ (vgl. gŁete stF. 2 )
3 ‘glŁcklich, gŁnstig’ (vgl. guot Adj. 4 )
†††1 ‘freundlich, wohlwollend’ (vgl. gŁete stF. 3) †††1.1 attr.: waz wilt dv daz ich [Jesus] dir tuen. aber der blinde sprach zv im gŁetiger meister daz ich gesech EvAug 104,26. 272,7; der edele konig von Ungern, genant Andreas, [...] was ein gutiger fredesamer herre KŲditz 13,31; Kreuzf 5482; HeslApk 6339; Seuse 119,3 †††1.2 pršd.: er [Gott] ist als reht tugenthaft, er ist als reht hertzklich guͤtig Seuse 426,26; guͤtic sin gebaren was Whv÷st 15047; so solt so gutig sin ir sin / durch truwe die ich zu ir han Minneb 4816. – in Verbindung mit anderen Eigenschaften: [die BrŁder und Schwestern des Spitals] svlen alweg barmhertzig sin vnd fridelich, maͤzig, gvͤtig oder senftmvͤtig SpitEich 36,7; under herten straichen ist ez [der Esel] sšnftig und gŁetig BdN 119,30. 121,10; Tauler 378,3. – mit Pršp. gegen, Łber: ouch ist ez billich, / daz ich immer umbe diu / gŁetic sÓ gegen iu, / die wÓle und ich leb, / und daz ich iu geb / und teil mit mÓne hab Ottok 15046; [Gott] ist gŁtik Łber di vngenaemen vnd di bŲsen EvAug 142,9 †††1.3 Adv.: daz [die vorhergehende Erzšhlung] gŁtig nennet [berichtet] uns der grise Frl 1:13,9; Cristus kam demuͤtig, / gedultig und guͤtig HvNstGZ 5155. †††2 ‘tugendhaft, sittlich’ (vgl. gŁete stF. 2): er sprach: suon, wizze daz / si [die Dame, die Alexius ehelichen soll] ist junger dan du bist, / gŁetec, reine ‚n argen list AlexiusF 292. – mit Gen.d.S.: dise werden gebrŻder drÓ / w‚ren al ir site gŻtic, / kŻne, doch dÍmŻtic Kreuzf 3633 †††3 ‘glŁcklich, gŁnstig’ (vgl. guot Adj. 4): du liebes fuͤgerinne, / der hertze und sinne / so gar sin ainmuͤtig, / den laze auch ain guͤtig / ende an liebe werden Whv÷st 6402

gŁeticheit stF. 1 ‘Wohlwollen, FŁrsorge’ (vgl. gŁete stF. 3 ),
2 ‘Anstand, maŖvolles Verhalten’
†††1 ‘Wohlwollen, FŁrsorge’ (vgl. gŁete stF. 3), als Charaktereigenschaft eines FŁrsten/† Herrschers: das alle seine aigen vnd leut, wa die in vnser herschaft vnd gegent sint, vnser kraft die beschirmen sol mit der besundern hant der guͤtichait UrkEnns 4,316 (a. 1299); der kung ubir al den sinen / sal togintrich dirschinen / an genadin und gutikeit PfzdHech 177,28; ain Ųbrisste und ware gŁetigkait, [...] ain vŲlligkait der ee und ain zaichen der volkumenhait das ist an dem chŁnige HvHŁrnh 5,3. 23,4. – als Eigenschaft einer der drei gŲttlichen Personen: dis ist ein unmessige grosse gnode von der guͤtekeit gottes Tauler 394,11; der milte erbarmherzige got der wil dir vaterlich helfen uss allen dinen noͤten, ob du allein siner guͤtikeit macht getrúwen Seuse 380,32. 179,24; Eckh 2:273,6; Gnadenl 3:M1,53; der vater ist in der kraft und der sun in der wÓsheit und der heilige geist in der gŁeticheit Eckh 3:132,3. 3:132,7 †††2 ‘Anstand, maŖvolles Verhalten’ ir ielich [von den Schwestern] ile vor die andere zu godes werke mit ernste vn̄ mit gudekeide [ modestia ] BrEb 22

gŁeticlÓche , -en Adv. ‘freundlich’ (vgl. gŁete stF. 3.3): diu keiserinne MeliŻr / sprach gŁeteclichen wider in KvWPart 20781; Jerome die kinnd ane sach, / vil guͤttiglichen sy da sprach FrSchw 7390; sie gruozten in gŁeteclÓche Gauriel 3871; Frl 9:17,3