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ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
      git (?) Subst.
      gîte Adj.
      gîte stF.
      gîten swV.
      gîtesære stM.
      gîtesen swV.
      gîtic Adj.
      gîticheit stF.
      gîticlich Adj., Adv.
      gîtigære stM.
      gîtige stF.
      gîtlich Adj., Adv.
      gîtsac stM.
      gîtslündic Adj.
      gîtunge stF.
      giuchart stN.
      giudære stM.
      giude stF.
      giudel stM.
      giuden swV.
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   git (?) - giuden    


git (?) Subst. Bed. unklar (vgl. noch Schiller/  Lübben 2,116), hier Ingredienz eines Arzneimittels: cassiafistule. balsam holtz. opopanati. git. igliches drittelhalb scrupulum SalArz 99,16

gîte Adj. ‘gierig, heftig verlangend’ ie zuͦ den jar geziten Danjelis des propheten, / den hungers lewen giten [mit kausalem Gen. und nachgestellem Adj. ‘die vor Hunger gierigen Löwen’ (?), s.a. hungerlëwe ] erkanden, daz si spise an im niht heten JTit 6219,2. – subst.: im stuont offen der munt, / ez was ein vreislîcher slunt: / dar inne stuonden zwêne man, / daz wâren risen vreissam. / die stuonden bî sînen zenden, / [...] / owî wie unreiner stanc / ûz des gîten giele dranc! Tund 686. – übertr., ‘begierig (auf etw.)’ (mit Gen.d.S.), hier subst.: daz wir alsô gestrîten, / daz man die sturmes gîten [Kampfhungrigen] / vehtens muge gesaten Ottok 50812; Tund 1359

gîte , gîze stF. 2. H. 13. Jh. md. (?) vereinzelt auch gîze [:wîʒe] ( gitze JTit 3391,4 ). ‘Gier, Unmäßigkeit’ 1 ‘heftiges oder übertriebenes Verlangen’
2 ‘Habgier’
   1 ‘heftiges oder übertriebenes Verlangen’ eines mannes bilde rein. [...] sie sach ez an vil manig zit / mit gir und auch mit großer gyt Minneb 292. – wohl hierher (der Körper hat durch die Verwundung den Drang zu sterben; auch Unersättlichkeit oder Raffgier des Todes möglich, vgl. gîtic 1): sus kerte uz dem strite der starke und der kuͤne [ tödlich verwundete Gamûret ] . / des twank in todes gite JTit 952,2. – nach Nahrung ‘Fresslust, Gefräßigkeit’ habt ir guͦte speise, / [...] / niezzet sei spærleichen: / der geite svlt ir entweichen, / die der leip vber mazze hat, / div die sel nicht genesen lat Warnung 2464; bildl. vom Teufel: o wi sin [des Teufels] gite gecuwe [d.i. gekiuwe ] , / wi manigen si verslunde / vnde wi manigen si verwunde Litan 418    2 ‘Habgier’ ich [der Erzähler] enweiz, war ich mich zoͤhe, daz ich armer von so richer ziere / sprich, und ist mir doch ein helle witze, / und ich sin han so kleine. doch ruͤrt mich selten, daz da heizet gitze JTit 3391,4

gîten swV. ‘nach etw. verlangen’ sehent den wigant, / wie recht gern er strijtet / vnd wie er darnach gijtet Krone 24530. – mit Gen.d.S., hier subst.: ob in widervüeren die von Affricân / mit zoge gein in durch êre in ruomes gîten Loheng 4126

gîtesære stM. auch gitsære ( WhvÖst 4237 ); gitischere ( Erz III 90,14 ). ‘Gieriger’ (vgl. gîtigære ): 1 ‘heftig oder übertrieben (nach Nahrung) Verlangender’
2 ‘Habgieriger, Geiziger’
   1 ‘heftig oder übertrieben (nach Nahrung) Verlangender’ ‘ich [der Riese, der schon viele Menschen gefressen hatte] wil dich verzern.’ / ‘des wil ich mich entriwen wern,’ / sprach der man vil drate. / ‘sich, daz ist nu ze spate!’ / sprach der gitisære StrKD 159,61; do gedacht der gitischere: / zu einem gelucke ich des gehe, / daz vleisch daz ich da niden sehe, / daz muz mir werden beschert Erz III 90,14    2 ‘Habgieriger, Geiziger’ seht, herre, sie [die Schar Missgestalteter mit großen Mündern und Bäuchen] betuͤten uns / der welt gitsære WhvÖst 4237

gîtesen swV. ‘habgierig, geizig sein’ gîtset [Hs. gizet ] er [der Papst] , si gîtsent [Hs. gizent ] mit im alle, / liuget er, sie liegent alle Walth 33,16

gîtic , gîzic Adj. ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch gîzic ( HeslApk ; NvJer s.u. 1), vgl. gît und gîtesen (Kluge, S. 341). ‘gierig, unmäßig’ 1 ‘heftig oder übertrieben (nach etw.) verlangend, auf etw. aus sein’ (mit Gen.d.S. oder präp. Erg. mit ûf , ze )
2 ‘habgierig, geizig’
   1 ‘heftig oder übertrieben (nach etw.) verlangend, auf etw. aus sein’ (mit Gen.d.S. oder präp. Erg. mit ûf, ze): dâ sult ir iuch hüeten wol vor enem tœrschen knehte: / [...] / der ist lanc und ahselwît, / gîtic übeler dinge Neidh WL 31:7,7. – nach Nahrung ‘gefräßig, unersättlich’ ein grimmer löuwe noch ein ber / nie wurden alsô gîtic / noch ûf ein vihe sô strîtic, / sô si der hunger sêre twanc KvWTroj 12765; glich den gizigen hunden, / di nimmer truwen werden sat HeslApk 22974; Plinius spricht, daz die unbehender und unvindiger sein, die grôz geitig päuch haben BdN 31,30; bildl.: mohte der gîtige tôt / mit guoten rittern werden sat StrKarl 6646. – nach Kampf: ir beider lîp was unverzaget / und z’eime kampfe gîtic KvWTroj 9883; die burger wâren ûf den strît / sô gîtic, daz si fuoren hin ebd. 12357. – unklar, ob hierher (vgl. Pfeiffer, NvJer., S. 166 und HeslApk Glr., S. 370) oder gieʒic (vgl. Johansson, NvJer., S. 132): dô lîf ouch zû dî gerûte dît / und vîentlîch dô nidir schrît / cristinsblûtis gîzic / ân einen brûdir drîzic / und darzû manchin cristin NvJer 25114; her ist gizic menschen blutes / und giert uf al sulchen mort, / daz her sie vorslinde dort HeslApk 10826    2 ‘habgierig, geizig’ er ist [...] geitich und übernemend, alsô daz er sich mêr ding underwint wann er volmag BdN 52,30. 207,2; ein gîtic herze niemen mac / erfüllen Freid 112,9; UrkCorp (WMU) 2583,1. – spez. bezogen auf die Todsünde avaritia: hochvart, unchauͤsch, geitig sein, / dar zu hat er [der Fürst] sich gelait / und hat mich [Weisheit] von im verjait, / dem mich gab der vater mein Teichn 397,86; sus hete in [Jesus] ûf der erden / der arge tiuvel ungeslaht / vil gerne gîtic dô gemaht KvWSilv 3872; die arm muͤgent niht hochvertich gesein, so gitich und so ungedultich sint aver si PrOberalt 82,29. – subst.: diebe, lugener, meineider, schelter, rouber, gitige. die daran werdint funden, die varent ze hellen Lucid 130,7; den gitigen frisset er [Lucifer] , wan er iemer wolte haben mer Mechth 3: 21,50. – sprichw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 166): swer gîtic ist und erge hât, / daz ist wurzel aller missetât Renner 7547; man sprichet, daz der gîtic man / genuoc hât guotes nimmer niht / denn êrst, sô man in sterben siht HvBer 6363; das weder gîtig wîp noch man / niemer gnuog gewinnen kan Ammenh 13149

gîticheit , gîzicheit stF. auch githscait ( BrZw 57 ); ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch gîzicheit ( giczekeit Pelzb 135,33 ), vgl. gît und gîtesen (Kluge, S. 341). ‘Gier, Unmäßigkeit’ 1 ‘heftiges oder übertriebenes Verlangen’ (hier nach Nahrung oder Trank)
2 ‘Habgier, Geiz’
   1 ‘heftiges oder übertriebenes Verlangen’ (hier nach Nahrung oder Trank): wenne nu der jung gauch an dem nest sitzt mit den grasmuken, sô zuckt er mit seiner geitichait der alten grasmuken alle zeit daz ezzen vor den andern BdN 178,22; maniger trinket durch gîtikeit Renner 10105    2 ‘Habgier, Geiz’ ir muot / an habe gewant und an daz guot / und was daz gar ir wünne, / wie sie des vil gewünne, [...] daz ist bœse und heizet gîtecheit Eracl 2003; der im [dem Geizhals] zesamen schütte / weizes tûsent mütte [Scheffel] / an einen grôzen houfen, / und trüeg man im ein goufen [eine Handvoll] / desselben weizes hin dan, / er wænte sîn gar zergân / von sîner grôzen gîtikeit Helbl 2,582; diu kerge tugenden vil verirt, / diu kerge ist nîdes gîtekeit / ein uberflüzzic vaz KLD:Kzl 16: 19,3; dc ist der lv́ten vnsteitekeit, dv́ zi gitekeit gineiget ist vnd dvr gvͦtes giwin nîth vnd mengerhande vntrv́we brv́wet UrkCorp (WMU) N503,27; RvEBarl 5397; HvHürnh 5,2. – spez. bezogen auf die Todsünde avaritia: Lucifer begieng zemale drie hoͮbetsúnde: has, hofart und gitekeit Mechth 3: 1,60; hôchfart viel von himelrîch, / nît treip den menschen jêmerlîch / von sînem erbe [...] / dô brâhte in frâz und gîtikeit / und unkiusche sît in manic leit Renner 7781 u.ö.; BrZw 31. 57. – ‘Missgunst’ si hat nit und gitecheit, / ir ist daz swære und leit, / daz si dehein wip horet loben. / ir herce muz vor leide toben, / so man deheiner fur si gert StrKD 31,119. – im Sprichw. (I Tim 6,10; vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 166): swer gîtekeit und erge hât, / deist gruntvest aller missetât Freid 91,2; Renner 7267

gîticlich , gîziclich Adj., Adv. adv. auch -lîchen; ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch gîziclich (gytzeclich Hiob 1772 ), vgl. gît und gîtesen (Kluge, S. 341). ‘gierig, unmäßig’ 1 ‘heftig oder übertrieben verlangend’
2 ‘habgierig, geizig’
   1 ‘heftig oder übertrieben verlangend’ du sollt nach vollgenn nichtt den pegirdenn an essenn, an trinncken, an gelüsst unnd an geyttigklichem [übermäßigem] schlaffe [ sompno diuturno ] HvHürnh 13,6; swen sô verhaget der welte hac, / der rihtet kûme sich von ir / und von ir gîteclîchen gir RvEBarl 5404; Parz 463,25; der guote / daz swert vermezzenlichen zôch / und sluog ez ûf den grâven hôch / sô gîteclîche enrihte, / daz im [...] / diu klinge ûz sîner hende enphuor KvWPart 5943    2 ‘habgierig, geizig’ swer denne sô gîticlîchen lebet, / daz tac und naht sîn herze strebet / nâch allem dem daz er gesiht Renner 10053. 7587; daz ander ist, daz dû dîn guot niht ze gîticlichen haltest und daz dû ez armen liuten mite teilen solt PrBerth 2:199,36; wann er ain dinch besitzen tuͤt / des er lange gert in seim muͤt, / wie ers praͤcht in seinn gewalt [...] er gert in seinem mut / geitichleichen nacht und tag Teichn 564,2251; StrKD 166,151

gîtigære stM. ‘Gieriger, Habsüchtiger, Geiziger’ (vgl. gîtesære , gîtischære ): in [den Freigebigen] muz dunchen zevil / der gabe und ienes gitecheit, / [...]. / swie gerne er milde wære, / in machent die gitegære / an guten willen so schart, / [dass er nichts mehr gibt] StrKD 73,38; sô süln noch kumen glîchsener, / hôchfertiger und gîtiger, [...] lügener, / smeicher, valsche prediger / und aller untugent nâchvolger Renner 17028. 4681. 10810

gîtige stF. ‘Habgier’ daz [in Bezug auf die Verkaufspreise von Handwerksprodukten des Klosters] inhein gitigi si an dim werde [ in ipsis autem pretiis non subripiat avaritiae malum ] BrEng 57

gîtlich , gîzlich Adj., Adv. adv. auch -lîchen; ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch gîzlich (gytzlich TvKulm , Hiob ), vgl. gît und gîtesen (Kluge, S. 341). ‘gierig’ 1 ‘heftig oder übertrieben (nach Nahrung, Trank) verlangend’
2 ‘habgierig’
   1 ‘heftig oder übertrieben (nach Nahrung, Trank) verlangend’ den kopf [Becher] er gitlichen nam. / den satzet er an sinen munt / und trank in einer kurzen stunt, / swaz er da wines innen vant StrKD 5,212. 8,32; mit drîn dingen wart der êrste man Adam uberwunden: mit gîtlichem vrâze, mit ubermuot, mit uppiger êre PrStPaul 50,8; TvKulm 532    2 ‘habgierig’ dô sprach der künic [ Avenier ] , ‘wer sint die [ zwêne vînde ] ?’ / ‘daz wil ich [ der râtgebe ] dir sagen hie: / zorn und gîtlîch âkust’ RvEBarl 323; wan er wyt zu samne gelas / des er gytzlich begernde was, / der riche sunder gytzes vol Hiob 8150

gîtsac stM. ‘Sack, der nicht voll werden will’ – bildl. für ‘Habgier’ der iu [Ärzten und Juristen] zuo trüege / arken [Kisten] ungefüege / silber unde goldes vol, / dannoch dunket mich wol / daz iuwer wîter gîtsac / stüende offen allen tac BuchdRügen 721; wer mohte gar geschriben / was div miete [Bestechungsgeld] wunders kan / [...] / der gitsack zvhit als ein kranpf [l. krampf ] / zesamen menge zvngen / dem alten als den iungen Martina 18,93. – bildl. für ‘Habgieriger, Unersättlicher’ swi vil ieder man nu bring / ze sament, ich armer gitsak, / so mag mir doch ir aller smak / niht die begird setten SHort 4315; wande er [personif. gîtekeit (als junchêrre des Teufels)] sô grôzen gewalt hât der gîtsak, sô ist er ouch der siben houbetlaster einz PrBerth 1:529,23; diu menege hât dehein zal, / starc was der ir val, / diu dâ stuont unde lac / umbe den selben gîtsac [den Teufel] Tund 1344

gîtslündic Adj. ‘gierig hinunterschlingend, gefräßig’ Wolf ist gîtslündec, / sô ist Fuhs viel kündec Helbl 4,419

gîtunge stF. ‘Begierde, Verlangen’ ambitum: gitungi Gl 1:698,24 (BStK681)

giuchart stN. jiuchart

giudære stM. auch gauder. ‘Angeber, Prahler, Verschwender’ wellicher chünig unmässigklich aus geüsst dez reiches guet oder unnotturfftigklichen den unwirdigenn und den, die sein nit wedürffenn, der ist ain rauber und wirt ungewalltig des reichs; da von wirt er gehaissen ain geüder HvHürnh 4,15; Von gaudern. mich wundert ains dings vil: / wa man gauͤt und gauden wil, / yeder man von seinem ding, / so gicht chainer an dem ring / daz ez im uͤbel sei gegangen Teichn 315,Überschrift. 134,10. – als Bestandteil von Personennamen: Albreht vnd Bertold die Gúder UrkCorp (WMU) 1992,41

giude stF. 1 ‘Überfluss, Verschwendung’
2 ‘Annehmlichkeit, Genuss’
3 ‘ausgelassene Freude, übermütige Heiterkeit’
   1 ‘Überfluss, Verschwendung’ si wolde sich erbarmen / me gein den godes armen / dan ir bevolhen were; / wi in die lobebere / gabe uzen handen lengete, / obe si des ieman drengete: / an dirre almuͦsen gude / si bede ir ander lude / di almusen reichen dar Elis 7957    2 ‘Annehmlichkeit, Genuss’ er [der Leichnam] gab wunneclichen ruch, / der suͤzekeide keinen bruch, / wene alle froude hette, / der al zu male begette [verschaffte] / sinne unde ouch gemuͤde / wollust unde alle gude Elis 9422    3 ‘ausgelassene Freude, übermütige Heiterkeit’ daz mit hoher froide, / mit wunneclicher goide / an der frouden richen vart / min sele ieso begozzen wart Elis 5196. 4377. 6399; gar schentlich nider vellet / ouch dis glysseres vreude, / der er sich in rechter geude / vrewet Hiob 7970; die brutlauft vnde ir geude / die vnzalichen fravde PrHess 65,65; ich wart ir aller göude Virg 402,6. eins tages ich in vröuden saz, / dâ vil schœner vrouwen was. / die bâten mich in sagen / von âventiure, ich kunde ir niht: / ich wart ir aller göude 1014,8. – Name eines allegorischen Hundes: Göud ist ein hunt ungenge, / er machet mangen affen, / swâ er hin jeit die lenge Hadam 389,1; ebd. 9422

giudel stM. ‘Angeber, Prahler, Verschwender’ mich machet basz frödenrich / wann sich min minicklich lieb / zu mir verstilt recht als ain dieb / vnd mich vz rottem munt / grüsset ze aller stunt / so wart nie kaiser min genosz / so bistu güdel eren plosz MinneR 418 32; der hoch und der riche wan / den ich vff gut geding han / der git mir fröden richen zol / so bistu güdel wines vol / vnd lebest in ludrie [l. luoderîe ] ebd. 84. – als Bestandteil von Personennamen: Walther Gudel von Oberndorf UrkCorp (WMU) 1687,16

giuden swV. auch gauden; häufig subst. 1 ‘prahlen, großtun, sich wichtigmachen, angeben’
2 ‘(vor Freude, Übermut, Hybris o.ä.) laut sein, schreien; übermütig, ausgelassen sein’ (nicht immer eindeutig von 1 abzugrenzen)
3 ‘Verschwendung treiben, vergeuden’
   1 ‘prahlen, großtun, sich wichtigmachen, angeben’ schallen und geuden sint mir swære: / man seit des phlegen tavernære WälGa 304 u.ö. (vgl. gesamtes Kapitel); die wip entuͦnt nit alz di man, / der mit worten manger guͤdet MinneR 410 165; geuden giengen sî gelîch / hiwer an einem tanze Neidh WL 19:4,1; PrBerth 1:83,35. wir mugen wol alle stille swîgen dâ hêr Liutolt sprechen wil: / ez darf mit sange nieman giuden wider in KLD:RdF 3:1,8 subst.: wâ nû, ein junger degen? / wie ist dîn grôz giuden hie sô balde gelegen! RosengD 419,4. 535,2; dins giudens mich gar sere bevilt Frl 5:116G,17; Hadam 341,3; Er 9066. 2386. – mit Präp. von bzw. Pron.-Adv. dârvon bei Teichn und Suchenw ‘von etw./ jmdm. überschwänglich, rühmend sprechen; mit etw. angeben’ so mŭg wir von dir [Maria] gewden / dein sun dir ist mit frewden / geporn, des hab immer danch Suchenw 41,925; mich gruest oft ein czuchtig man, / der betwingt mit seinem gruez / daz ich von im gauͤden muez Teichn 47,98. der hat schoner vrawn gruez, / daz man von im gauden muez / untz an den urtaegleichen tag ebd. 377,18; der leicht nie bejait chain er, / der gauͤt aller maist der van ebd. 316,33. 587,105 u.ö.    2 ‘(vor Freude, Übermut, Hybris o.ä.) laut sein, schreien; übermütig, ausgelassen sein’ (nicht immer eindeutig von 1 abzugrenzen): daz si an vroudin wurdin laz, / daz si icht dorftin goudin / mit ummegezigin vroudin PfzdHech 316,33; mit den [Rittern] er wolde wesin geil / unde in wirtschaft goidin NvJer 7867. – Part.-Adj.: nû kômen zuo im sâ / die bêheimherren alle, / mit geudundem schalle Ottok 91054. – refl.: ir wellet euch gaͤwden [ exultate Ps 31,11] PsMb 30 (Glossar). – subst.: von Herzelauden der werde was gescheiden, / die sunder vreude gauden dar umbe sit erstarp von herze leiden JTit 6002,2; von disen mæren viengen sie / sô grôze fröude, daz nieman / grœzer fröude nie gewan, / [...]. / an berge und in die welde erhal / ir giuden unde ir grôz gebraht KvWTroj 49151. 8576; sich huob dô giuden unde braht / in den herbergen überal. / si triben hovelichen schal KvWTurn 242; mit geuden und mit schrîen / tribens al ze grôzen braht. / si kômen bî tac und bî naht / in daz lant gestrichen / und wuosten freislichen Ottok 4434 u.ö.    3 ‘Verschwendung treiben, vergeuden’ daz gelt man ir zu mal verbot. / si hatte loube doch an brot / zu gebene armen luden. / hi mide si nu guden / glicher wise alse e began Elis 8030; swer niht hât wan der hiute, / der giudet mêr dann ein man, / der tûsent marc geleisten kan EnikWchr 27513. – subst.: ainem ieglichem ist ring [fällt leicht] geuden und geitigkait ze üben und schwär ze wehabenn [behalten] und zewehalltenn milltigkait HvHürnh 4,7; der frouwen er [ meister Cunrat ] zu male verbot / beide penninge unde brot / zu gebene armen luden, / daz si nu leize ir guden Elis 8046