Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
      gedon stSubst.
      gedœne stN.
      gedœnelich Adj.
      gedonre stN.
      gedotzen swV.
      gedôʒ stN.
      gedraht stF.
      gedranc stNM.
      gedrancnisse stN.
      gedrange Adj., Adv.
      gedrâte Adv.
      gedrebe stN.
      gedrebede stFN.
      gedrencnisse stNF.
      gedrenge stN.
      gedriesch stN.
      gedringe stN.
      gedrol Adj.
      gedrosch stN.
      gedröulich Adj.
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   gedon - gedröulich    


gedon stSubst. vgl. → gedon Adj., Adv. mit ~ ‘eilig’ wand si heten vernomen, / daz mit gedon / der patriarch Ottobon / was ouch nû komen dar / von Aglei Ottok 93545

gedœne stN. Koll. zu dôn. 1 ‘Gesang, Melodie’ , überw. von menschl. und Vogelgesang
2 ‘Klang, Schall von Musikinstrumenten (überw. Schellen, Glocken)’
3 ‘Getön, Laut, Schall’
   1 ‘Gesang, Melodie’, überw. von menschl. und Vogelgesang: nieman gelernen kan red und gedœne singen KvWLd 32,305; SM:Ta 4:1,6; Renner 4194; er [...] sang mit geischlichem stillen gedoͤne, daz der mund gie und es doch nieman horte Seuse 29,22; schœne gedœne singent vogellîn als ê KvWLd 16,4; ir gedœne seltsæn unde wilde / sanc diu liebe nahtegal ebd. 12,9. 8,7; HvNstGZ 7525. daz si [ sinnelôse giegen ] den künsterîchen stelnt ir rede und ir gedœne KvWLd 32,185. 19,5; waz toug ze sange ein trüebez klagen, / ein siufteberndez liet, ein fröidelôs gedœne? SM:Te 6: 3,8; dô huop man an sâ zehant / mit lûtem gedœne / ein messe Ottok 67937; Renner 1201. 22240; diu lerche lüftet ir gedœne, / daz ir schal ûf dur diu wolken dringet KLD:KvK 1:1,3; Renner 9384. – auch vom Gesang der Sirenen: das si [ syrenen ] [...] ligen indem mer / und die lúte [...] / mit ir gedoͤne irtrenchen RvEWchr 26667; KvWLd 1,132. – iron. vom Geschrei des Esels: der esel [...] sanc ein hügeliet [Freudenlied] [...]. / zem gedœne balde kam gegangen Isengrîn Marner 15,131    2 ‘Klang, Schall von Musikinstrumenten (überw. Schellen, Glocken)’ sîne schellen gâbn gedœne Parz 39,21; durch süez gedœne hiengen dran / guldîne schellen RvEAlex 5372; Wig 9196; Renner 23070; PassIII 460,22; alle ir horn nâmen / und hürneten vil schône / mit ime [Tristan] in sîme dône [...] : / diu burc diu wart gedœnes vol Tr 3222; KvWTroj 12203; kumt aber ieman mit swegeln dar / oder mit seiten spils gedœne Renner 20213; Wig 9452. ein man [ psaltes, Rg IV 3,15] / der suͤssen [l. -ez ] gedon machen kan RvEWchr 35954; EvBeh Lc 15,25; gedone ane wort daz ist ein toder galm Meissner 10:1,7    3 ‘Getön, Laut, Schall’ das or empfacht das gethoͤn vnd die zung den geschmack Eckh 2:472,2; daz ein pînlich gedœne mînen ôren als lustic sî als ein süezez seitenspil, daz erkriege [erreiche] ich niemer ebd. 3:491,19. allez [...] sprach her [Gott] al zu mâle in deme worte; nicht mit gedône noch mit stimme, sunder mit swîgene HvFritzlHl 179,30; die wunderschön / macht clein gedön / vnd hiesz den wachter peitten Hätzl 1:27,353; ich han gesehen [...] / sie [Tobsüchtige, Akk.Pl.] schrien, glien, gellen / gar úbel sich gehabende / an sant Johans abende. / von non hin ze non / si triben das gedon SHort 2966; Rennew 16695; Echo: gebirge stein unde walt / begunde [...] / zwîvalt gedœne bringen RvEAlex 7038. suͤlch gedoͤne von den swerten gie, / div mit kraft die kristen sluͦgen TürlArabel *R 46,24; der gemeine schal [der Angreifer] mit wuof gap sulîch gedœne Loheng 2817; KvWTroj 39197

gedœnelich , gedœniclich Adj. ‘Töne betreffend’ sin ander sun hiz Iubal / der mit gedone glichen [La. gedônelîchem, s. Schröder, ChristhChr. S. 168] schal / vnd rechtir wise maze uant ChristhChr 2822

gedonre stN. ‘das Donnern, Gedonner’ des sint och iriu [der Apostel Jacobus und Johannes] wort [...] gebenmazet zuo den donerslegen. der regen der von ir zwair gedonre chomen ist, daz ist der ir vil groze wistuom Konr(Sch) 200,34; grien unde plân erwageten / dur daz gedœne [Laa. gedorne, gedunre ‘donnernden Lärm’] , daz sich huop, / dô man dur manic herze gruop / lanzen und mit arembrust KvWTroj 39197 (s.a. Bartsch, Troj. z.St.)

gedotzen swV. getotzen

gedôʒ , gedœʒe stN. 1 ‘Getöse, Lärm’ ;
2 ‘Wasserfall’
   1 ‘Getöse, Lärm’; als Naturgeräusch: die scharfen wintstôze / unt allez ir gedôze / daz erkante sînen meister [Christus, Mt 14,22ff. ] Wernh 5506; so wirt daz getoͤze so dicke, da daz mer uellit durch die scrunden, daz die schiflúte dez dunket, daz die hunde bellen in dem wassere Lucid 44,6; PrLpz(L) 61,23; AdelhLangm 57,23. – vom Schreien, Lärmen Verängstigter, Wütender: ir [der zum Tode Verurteilten] gescrei und ir gedôz / daz wart michel unde grôz, / dô man si zeinen galgen / zouch SAlex 3954; der tuͦuil [...] machete michel gruͦwesal vffeme kirchove vnd groz gedoze in den wortin [in der Absicht] , daz er den armen man von dannen vortriebe PrLpz(L) 72,18; Himmel 56; Brun 6695. – als Kriegs-, Kampfeslärm, Lärmen eines lagernden Heeres: dô hûb sih dâ ein sturm hart. / dâ wart michel gedôz. / dâ was der strît vil grôz SAlex 1163; dar zuo von liut unt rossen solch gedœze Loheng 5046. 2030; dar was so michel gedoys / van dem her dat do lach KarlGalie 6574; op dat hey en geyn gedoys / en machte ebd. 11602. – als Schall bestimmter Musikinstrumente: nû hôrt man busûnen snar und von tampûr gedœze Loheng 6187; de horn vaste clungen / kleyne ind groesse. / do schal vs dem gedose / dat horn Olyuandes dat helle Karlmeinet 480,49; WhvÖst 6475. – sprichwörtl. (TPMA 8,259): niht guot ist ze gîgen / in der müle gedœze Helbl 3,193    2 ‘Wasserfall’ allez daz guͦt, dc uns an hoͤret in dem tal zu Noppenowe [...] von dem gedoͤsse hin hinder [vom Wasserfall aufwärts] UrkCorp(WMU) 3003,19

gedraht stF. getraht

gedranc stNM. vereinzelt Pl. ( Seuse 116,3 ); Nom. Sg. gedrange [: lobesange ] WernhMl 14470. 1 ‘das Drängen, Drücken’
2 ‘das Zusammenpressen, -ziehen der Stirn’
3 ‘Bedrängung, Bedrängnis’
4 ‘Gedränge’ , bes. im Kampf,
   1 ‘das Drängen, Drücken’ des [eines Riesen] sterke ich gemerken kan / [...] bî sîner stange: / mit michelm gedrange / erhebent si kûme zwêne man UvZLanz 1730; der ertpidem kümt dâ von, daz in der erden [...] vil erdischer dünst gesament werdent, [...] daz der dunst für sich scheubt die erden mit ainem gedrang und widerstœzt, sam dâ ain mensch den andern dringt BdN 108,10; ich mvͦs nv her vs gon min notdvrft tvͦn [...]. do gie ich [...] in gar groseme getrange der natvren MerswZM 36,34    2 ‘das Zusammenpressen, -ziehen der Stirn’ ir stirne was getwanges [La. getranges ] frî [...], / kein runze dar an oucte sich WvRh 1387    3 ‘Bedrängung, Bedrängnis’ wazzir sint gegangen an min sele mit gedrange MillPhys 63,2; berc und tal gezieret stânt gar wunneclîche, / die der kalde winter mit gedrange / hiure jæmerlîchen twanc KLD:Püller 1:1,5; darumb mir synn vnd muͦts geprist / vnd leb auch mit gedrange Hätzl 1:53,9. 2:63,20; EvBerl 71,3; Pl.: do begunde er ime vil úbel fúrten [...] und gie, als er dik pflag ze tuͦn in sinen gedrangen, hin uf uf den berg Seuse 116,3    4 ‘Gedränge’, bes. im Kampf, häufig grôz/michel/stark ~ ; vereinzelt übertr. auf Pflanzen, Tiere, Haarlocken ( EnikWchr 5552; Georg 3079; KvWTroj 34249; Neidh(S) 1,138 C120:3,3 ): die heiden vluhen zu der burch. [...] / uil michel wart daz gedranc Rol 863; dâ was spil unde sank, / buhurt unde gedrank En 13160; diu leute sêre zogten zuo: / umb mich wart ein vil grôz gedranc UvLFrd 164,31. 261,25; ouch macht er rûm dâ was gedranc Wh 114,2; Parz 153,19. – in Verbindung mit best. Verben: dô huop sich von den liuten vil michel der gedranc NibB 33,2; Roth 276; Parz 648,10; Wig 9488; daz iudelin do war nam, / war umme der gedranc geschach MarLegPass 25,181; daz daz grôz gedranc / die fursten betwanc / von einander ze scheiden Ottok 44527; KvWTroj 33922. – mit präp. Richtungsangabe (ûf, zuo): sich huop dâ bî der zîte / ûf den herzogen grôz gedranc KvWTroj 31521; zuo dem tisch was manic gedranc EnikWchr 26568; die phaffen îlent hin zer helle; / die leien [...] wellent dringen vür: / ez ist grôz gedranc zer tür WälGa 8446. – mit Präp.: her machete eine strâze / enalmitten dorchz gedrank En 7779; si [...] schrîeten Munschoye, / in gedrange als ob ein boye / von îser wære umb si gesmit Wh 397,22; WhvÖst 14852; ze rücke gâhter ûf die schar / und hurte vaste in den gedranc RvEAlex 7407; Neidh WL 31:8,8; des sich die rotten wurren / zesamene mit gedrange KvWTroj 12235; di bluomen mit gedrange / stuonden ûf dem veld EnikWchr 5552; Neidh(S) 1,138 C120:3,3; KLD:  BvH 1:2,1; WälGa 5523; swer dâ wider oder füer / rîten oder gên wolde, / von gedrange der dolde / michel nôt und arbeit Ottok 8031; hey waz rîcher buckelen vor gedrange lûte erdôz! NibB 585,4. – mit Bez. des Agens durch ein gen./adj. Attr.: im [einem Mann] sol werven sîn gedanc, / sîn rede, sîn werc daz gedranc / der engel WälGa 5538; etswâ smæhlîch gedranc [Zudrang von smæhen ‘verachtenswerten Leuten’] / unt etswâ werdez dringen Parz 297,22; sich huop dâ hurteclich gedranc [Gedränge der zum Stoß Anrennenden] KvWPart 21720; RvEWh 5799

gedrancnisse , gedrencnisse stN. ‘Bedrängung’ so sullent sie lidig sin [...] aller hande getrangnisze von uns unde allen unsern pflegern UrkStraßb 2:475,7 (a. 1330); das [...] der keyner vnsir ampleut vff das selbe guet keynerley gebot, notbete, stewer noch andirs keynerley gedrencknis setze sollen DRW 3,1376 (WasungenUB.; a. 1348, kopial)

gedrange Adj., Adv. 1 ‘von Drang erfüllt’
2 ‘bedrängend’
3 ‘bedrängt’
   1 ‘von Drang erfüllt’ wer hat hie die gedrenger [drangvolleren, offensiveren] / rosse? der schol wesen der spitz [Spitze des Heeres, Vorhut] WhvÖst 7970. – Adv.: daz Elle an dem tanze niht springet gedrange Tannh 4,130    2 ‘bedrängend’ kein sichtum wart nie so gedrang [: lange ] Minneb 5378. – Adv.: minne klemmet rechte alsam ein zange. / swens an kumt gidrange, / den kümbirt ungemüete SM:Had 17: 3,8. – bes. jmdm. ~ tuon ‘jmdn. bedrängen, ihm zusetzen’ und dotent [taten] in so getrange daz sie mustent fliehen ClosChr 80,23. 49,16; sendiu nôt tuot mir gedrange SM:Had 11: 3,10; der winter tuͦtt getrange / vil manigem hertzen guͦt Hätzl 1:118,3    3 ‘bedrängt’ di muren [Jerusalems] werden widir gebuwet in gedranger zit [ in angustia temporum ] Cranc Dan 9,25

gedrâte Adv. ‘schnell, eilig’ dez huses wirt sie manten / daz [...] daz eßen schiere wurde bereit. / der wirt schuͦff daz gar getrat HvNstGZ 4349; daz dritte dar umb si [die Menschen] wachen sont, daz ist daz si in [Christus] gedrate in lâssent, swenn er kumet PrGeorg 99,11; heim gie do der tumbe man / geswind und ouch gedrate Kerbelkraut 243; Floyris 91; RvEWchr 4203. 22317; JvKonstanz 622 u.ö.; KvHelmsd 322 u.ö.

gedrebe stN. auch gedehnt -træbe (s. Wilmanns, HvMelk S. 10). – zu draben swV. oder drap stM. ‘Tumult’ daz sich von dem volke iht hebe / ein grûsen unde ein gedrebe [ ne forte tumultus fieret in populo Mt 26,5 ] Erlös 4550; sô die liut die vîent [die Teufel, Subj.] chestent, / sie [die pflichtvergessenen Priester] ziehent sich ûz dem gitræbe [: gæbe ] Priesterl 57

gedrebede stFN. ‘Tumult, Aufregung’ in dirre not getrebede / kam och zvo der begrebede [Jesu] / der ivden furste Nicodemus Martina 39,91

gedrencnisse stNF. gedrancnisse

gedrenge stN. 1 ‘Bedrängung, Bedrängnis’
2 ‘Gedränge’ , bes. im Kampf,
3 ‘beengter, zugewachsener Weg; Dickicht’
   1 ‘Bedrängung, Bedrängnis’ [er trank] sô vil [...], / daz sich daz hemde zarte. [...] / er [legte einen Brustpanzer an und] sprach: des wînes gedrenge / lât mich nu ungezerret Weinschwelg 408; mit wormen han ich [Leib eines Toten] gedrenge HvNstVis 394; dez selben zites hat er sunderlich gedrenge von swerem liden Seuse 10,14; dass er in grossem getrenge und we stunde und in trurikeit Tauler 76,30. 19,5; EvBeh Lc 21,23.25. Io 16,21    2 ‘Gedränge’, bes. im Kampf, häufig grôz/michel ~ ; vereinzelt übertr. auf Sachen ( Parz 760,29; ErnstB(W) 4398; Mechth 7:55,41 ): swa gedrenge was, dâ machter rûn Parz 77,28; daz gadem was ze enge. / des wart dâ gedrenge / harte michel vor der tur KvFuss 1058; dô wart ein samenunge starc / unde ein grôz gedrenge KvWPant 1441; Rol 4107; Minneb 1334. – in Verbindung mit best. Verben: des tôdes gedrenge / huop sich mit den swerten dâ Wig 11145; di kammere was ir zu enge: / des leit si groz gedrenge, / si unde ir ingesinde Elis 4974; got der enlîdet kein gedrenge [will allein und ungedrängt sein] Eckh 2:295,3; Roth 1842; Parz 417,14; RvZw 47,8; KvWTroj 19563; auf die sich Drängenden bezogen: nu begunden dar gâhen [...] / die liute [um das Jesuskind zu sehen] [...], / unz si [Maria] daz gedrenge vertreip KvFuss 1052. – mit Präp.: an der dicke erz machte dünne, / und rûm ame gedrenge, / und wît swenne erz vant enge Wh 40,15; dâ wærn gestanden sehs gezelt / âne gedrenge der snüere [ohne dass die Zeltseile zu dicht aneinandergekommen wären] Parz 760,29; in strîts gedrenge man in sach ebd. 339,7; RvEAlex 7473; sie quamen [...] / in daz grozze gedrenge Herb 5187; du solt den tanz al durh daz gedrenge füeren SM:Go 2: 6,4; Loheng 2735; das waszer durch den berg schosz / zu eynem loch, das was enge. / mit groszem gedrenge / es durch den berg ran ErnstB  (W) 4398; ich bin iz gerne lobende, ob ich belibe sunder solch gedrenge JTit 4109,4; da was von gedrenge / daz wite velt zv enge Herb 6865. – mit Bez. des Agens durch ein attr. Adj.: ich vorht unkunt gedrenge [das Zudrängen von Unbekannten] Parz 216,30; sich huop von ritterlicher wer / vil hurticlich gedrenge [Gedränge von zum Stoß Anrennenden] KvWTurn 781    3 ‘beengter, zugewachsener Weg; Dickicht’ der [ stîc ] wart vil rûch und enge: / durch dorne und durch gedrenge / sô vuor ich allen den tac Iw 268. 1078; wan er sein örs het verlorn, / des enmoht er gedreng vnd dorn / ze fuozen niht erstreichen Krone 2105; Wig 2062. 6433; untz daz ich chom in ein gehag, / do manik pluͤd auf doͤrn lag, / do ward iz all so enge, / do mŭst ich in gedrenge / mich winden unde slauffen Suchenw 24,87

gedriesch stN. ‘Geschwätz’ Bêheim wart daz swære / und het ez wan für ein gedriesch, / daz er [König Stephan] sô frevellichen iesch / sîn verloren guot an in Ottok 10290

gedringe stN. wie gedrenge. ‘Gedränge’ diu junkvrouw’ rante dar zuo [in einem tjoste ] , / [...] mit hurten und mit gedringe, / daz man wunder an ir sach Frauenturnier 240

gedrol Adj. zu gedrollen Part.Prät. von drillen stV. (s.a. Schiller/Lübben 1, S. 565 dral, Adj.). ‘gerundet’ er was klein an dem lîbe, wol geschaffen über al, / gedrol als ein kerze über die hüffe hin ze tal WolfdB 2,2. 338,2

gedrosch , gedrusche stN. ‘Schar, Menge’ (vgl. AWB 2,695 s.v. githruski): ich sag iu, lieber herre mîn, / suln sie alle dienstman sîn, / ir wirt ein michel gedrosch [: frosch ] Helbl 8,529; cohors (militum) : gedrusche GlHerrad 352

gedröulich Adj. ‘gefährlich’ truoc mich [Wolfhart] der tiuvel in diz lant / in sô gedröulîch strâzen? Virg 691,10