Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
      gensischen Adv.
      genste (?) stF.
      genster Subst.
      gensterlîn stN.
      gent stF.
      gentil Adj.
      gentisch Adj.
      genüe-
      genüege stF.
      genüegede stF.
      genüegedelîcheit stF.
      genüegel Adj.
      genüegelich Adj.
      genüegelîcheit stF.
      genüegen swV.
      genüegic Adj.
      genüegicheit stF.
      genüegiclîche Adv.
      genüegunge stF.
      genuht stF.
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   gensischen - genuht    


gensischen Adv. ‘wie eine Gans’ der mensch ist aller ungeordenst in den werken [beim Geschlechtsakt] , wan er verkêrt menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen BdN 139,33

genste (?) stF. zum Ansatz der zweisilbigen umgelauteten Form vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 19 (s.a. enste ). ‘Wohlwollen, Zuneigung’ daz quam uon sinen gensten, / daz er [...] uon dem himele her nider steich, / [...] vnde wart mensche Glaub 565; dise rede [...], / di ih arme Hartman / uon deme heiligen gelouben han getan / mit inniclicher genste ebd. 3739. 591. 2193

genster Subst. ‘Ginster’ (vgl. Marzell 2,601f.): genesta: genster SummHeinr 1:182,160

gensterlîn stN. ganeistelîn

gent stF. ‘Leute’ (zu afrz. gent, vgl. Suolahti 1,94): das volk ysset lewte. / roes flaisch ist ir kost, / [...] es ist gar ein mala gent HvNstAp 10961; ir bringet die toten gente / von mir zu einer presente / dem kuͤnge Terramere Rennew 12109. 14643; Tr 16700

gentil Adj. ‘fein, vornehm’ (zu afrz. gentil, vgl. Suolahti 1,94f.): merzi, gentil sir! HvFreibTr 1201; bêamîs, gentil Gâwân, / sô bin ich dîn vriunt Tristân ebd. 1850; Liduc gentil de Lorens RvEWh 659; Tr 3355

gentisch Adj. ‘aus Gent stammend’ dem emeral [...] gap man kandaris / nach der Franzoyser gis [Weise] / mit richem bvnt Gentisch lachen [Tuch] TürlArabel *A 208,13; daz ist Ginthisch gewant unde Ypirsch [aus Ypern] unde Broslisch [aus Brüssel?] gewant StRFreiberg 252,3

genüe- s.a. genuo-

genüege stF. auch genug ( Eckh(J) 48,32 ). 1 ‘ausreichende Menge, Auskommen’
2 ‘Genügsamkeit, Bescheidung’
   1 ‘ausreichende Menge, Auskommen’ daz man niht welte nâch rîchtum; / wand wær er biderb unde frum, / swer des rîches krône trüege, / der gewunne schiere genüege Ottok 12494; zu hant wart ir ein gnuge unde lipzucht wol unde gewis bestalt Köditz 69,3. – übergehend zu ‘Fülle’ so wil got der herre [...]uns gebe in richir genuge unse narunge unde wes wir dorfin zu libe unde zu der sele Köditz 76,8; es [das Kind Jesus] truͦg in [den Besuchern] brottes die gnuͤgi dar [obwohl kaum etw. im Haus war] , / bi der vili úber gnuͦg WernhMl 4448; in gnaden voller gnuͤge, / [...] / do ist guͤt uber guͤt HvNstGZ 7808. – in subjektiver Sicht: so viel, wie gerade gebraucht wird, nicht mehr als ausreicht ‘maßvolle Menge, Bedarf’ nu sich, was fülle schaden heit: / [...] / o werder man, hüt din vor solchem leide, / nim nach genüge trank und ouch die weide Mügeln 240,10. ~ tuon: ‘einen Bedarf decken, ein Bedürfnis stillen’ minne [Imp.] , daz dû mit minne gewinnen maht, und behalt daz, daz dîner sêle genüege mac tuon Eckh 3:97,4    2 ‘Genügsamkeit, Bescheidung’ der erste stein [ demuͤtekeit ] dez erlichen palastes, [...] der also wol gebiket [behauen] ist mit der suͤssen genuͤge irdenischer zergenglicheit Mechth 6: 1,66; so sol daz edel zarte kint / haben under sinem baniͤr / ein mynnencliche junchfrawen ziͤr: / die heißet genuͤg und gantze Truwe Minneb 2949. 1312

genüegede stF. das subjektive Gefühl, materiell, körperlich, seelisch oder sinnlich ausreichend versorgt zu sein ‘Genughaben, Befriedigung, Zufriedenheit, Genuss’ da ist uollú fróde mit allerslahte gnuͦgede ane alle dúrfte Lucid 159,4; iz [ daz êwige wort ] ist in den heiligen als ein ubirfluzig rîchtum irre êwigen gnugede HvFritzlHl 26,34; das sint weltliche hertzen, die iren lust und ir genuͤgede nement in den creaturen und in den sinnen Tauler 47,33. 151,20; dru dinc sint darumme di sele keine gnugide gehabin mac an der creature. daz eine ist daz si teilunge habin, wan di gnugide dez trankis en ist nicht gnugide der spise noch der cleidir Parad 40,11. 50,17; swenne oͮch din begirde hat ein turstiges heischen, genuͤgde und lust in úte [d.i. ihte ] ze suͦchenne, daz dir gar lustlich were Seuse 274,8. mit ~ ‘ausreichend, in hinreichendem Maße’ wan âne zwîvel, got [Akk.] enminnet nieman mit genüegede und lûterlîche, der niht gotes sun enist Eckh 5: 42,14. bî/in grôʒer ~ ‘während mehr als genug da ist’ das er [der hl. Wilhelm] wol mochte fasten / bij große gnuͤgde und wol lyden durst Pilgerf 4067; es geschah kúrzlich hie na, daz er na gewonheit in grosser genuͤgde mengerley trankes einen turstigen mund ab tische hat getragen Seuse 49,26

genüegedelîcheit stF. ‘Befriedigung, Erfüllung’ aber eigen annemlicheit oder die genuͤgdelicheit die in den werken von nature klebent, als verre als si guͦte werk sint, die mag der mensche in einer einvaltiger wise wol haben Tauler 254,36

genüegel Adj. ‘(sich) begnügend, zufrieden’ uff di zit waren [...] rittere unde knechte getruwe unde genugil an iren rechten zinsin und an orem solde Köditz 20,25; kusch unde genugil an sinem elichen bulen ebd. 8,30

genüegelich Adj. auch genugelich. 1 ‘ausreichend, befriedigend’
2 ‘zufrieden, erfüllt’
   1 ‘ausreichend, befriedigend’ und ist das nicht genugelich [wenn das nicht reicht] Hiob 7792; wan sit die selikeit ist »ein volkomen unde ein gnüeglich [ sufficiens ] guot,« so slüzzet si uz alles übel unde erfüllet alle begirde ThvASu 138,30; allez daz, daz got über sie verhenget, daz ist in sô genüegelich und behaget in sô wol, daz sie niht anders enmöhten gewellen noch begern Eckh 2:290,1    2 ‘zufrieden, erfüllt’ si [die Seele] ist also gnuͤglich [wie im Himmel] , si ist aber also vol nit Mechth 5: 4,63; wenn ich red von der begirde, / so betracht ich weltlich wirde / und tracht nit ze himelrich. / da sint sy al genuͤgelich. / daz ist nit begirlichait, / als man hie zer welt trait Teichn 590,4

genüegelîcheit stF. 1 ‘Befriedigung, Zufriedenheit, Vergnügen’
2 ‘ausreichende Menge’
3 ‘Genügsamkeit’
   1 ‘Befriedigung, Zufriedenheit, Vergnügen’ in allem dem do du ein zuͦhaften [Anhänglichkeit] zuͦ hast und eine enpfenglicheit, eine genuͤlicheit do inne moͤhtest haben, das daz nihtes nút ensi Tauler 66,2; daz sú in iren gebresten hie biblibent, es si hochvart oder lust des lichamens, des fleisches oder genuͤglicheit der sinne ebd. 22,33    2 ‘ausreichende Menge’ ‘nu muß doch’, sprach Wißheit, / ‘erfullen haben genuͤglicheit, / [...] / da du [Aristoteles] spreche das bewert sij / das in der werlde nuscht leres sij, / dann is von ettlichen sachen erfullet muß sin, / odir aber is muste lere sin.’ Pilgerf 3036    3 ‘Genügsamkeit’ vroͮwe Genuͤglicheit, ir sint min liebú kamererinne, [...] ir gebent mir macht in dem armuͤte; dis kumt von gottes guͤti Mechth 7: 48,78

genüegen swV. auch geniegen ( HvBurg 2748 ) und genuwen ( Pilgerf 1825 ). ‘genügen, ausreichen; zufriedenstellen, befriedigen’ 1 unpersönl. (i.d.R. ohne formales Subjekt; vgl. aber 1.3.1 ) mit Akk.d.P., seltener Dat.d.P.
1.1 mit Gen.d.S. (i.d.R. mit Akk.d.P.)
1.2 mit Obj.-Satz
1.3 mit präp. Obj. oder Pron.-Adv. (vgl. u. ane und zuo in 5 )
1.3.1 mit ane bzw. dar ane
1.3.2 mit mite bzw. dar mite
1.3.3 vereinzelt mit dar bî und Dat.d.P.
1.3.4 vereinzelt mit in und Dat.d.P.
1.4 ohne Obj. (selten und i.d.R. mit Dat.d.P.)
2 intr. mit Dat.d.P.
3 refl.
4 subst.
5 unklar (Glr.z.St.: ‘zur Genüge geben’ ; weiterhin einziger bekannter Beleg im Mhd., der ggf. tr. ist; BMZ vermutet, er stehe statt der , dann zu 1 ; Lexer verweist dagegen auf ahd. thaʒ minna sie ginuage joh karitas gifuage [Otfrids Evangelienbuch, 5:12, 68], dessen vereinzelte Konstr. mit dem Akk. sich aber auch aus der Koordination mit gifuage erklären läßt)
   1 unpersönl. (i.d.R. ohne formales Subjekt; vgl. aber 1.3.1) mit Akk.d.P., seltener Dat.d.P.    1.1 mit Gen.d.S. (i.d.R. mit Akk.d.P.): daz mich der tugent genüeget, / die mîn ouge an dem kinde siht Eracl 2264; er lac mit sölhen fuogen, / des nu niht wil genuogen / mangiu wîp, der in sô tuot Parz 201,22; moht ich mich den genozen, des muͤste mich genuͤgen JTit 6320,1; und sol ouch er daz reht nemen und sol in des rehten genügen StRAugsb 73,29; Konr 24,7; Dietr 6546; Iw 4792; Wh 11,20; Loheng 3730; SchlierbAT (LS) 2,47    1.2 mit Obj.-Satz: die sîne schilde truogen, / diene kunde niht genuogen, / swaz si der heiden valten Wh 406,4; Er 4650; JTit 6313,4; dar umb sol mich genuͤgen, so er mir einen rucken leip an mine hant git Seuse 468,2; la dich geniegen, Paulus, / das dw hast dy hulde mein HvBurg 2748; RvEWchr 26174; Ottok 55974. dennoch genuͤgete mir armen nit, das ich dich nút moͤhte volleloben mit dinem einebornen sune Mechth 7: 9,5; Eckh 5:60,13; vns genvget, ob wir niht grozzer vngedulticheit habn; aber daz wir den minnen bieten vnd hæinlich sin, die vns leit tvͦnt, des haben wir chein aht vnd mvͦt PrBerthKl 7,6    1.3 mit präp. Obj. oder Pron.-Adv. (vgl. u. ane und zuo in 5)    1.3.1 mit ane bzw. dar ane: dem an gote aleine niht engenüeget Eckh 5: 18,3; daz sî beide dâ zestunt / an ein ander genuocte Iw 7353; mich genügt wol / da mich an genugen sol HvNstAp 14588; BdN 147,15; wan an nihte ensol sich der mensche lâzen genüegen, swie guot ez schînet oder sî Eckh 5: 290,11. 5:281,13; mit formalem Subjekt: ez genüegt ain iegsleich gesläht der visch an seiner wonung BdN 244,10. ist dat men gut nemen wil. / daz iw genoget dar ane Athis Ac 43. D 21    1.3.2 mit mite bzw. dar mite: engnúget uch nit mit myner trúwe Lanc 275,11; kleider, do in mit genuͤget Tauler 198,13; das wir uns mit also rechte cleinen dingen lossent genuͤgen ebd. 122,7; Eckh 5:205,6. ime sal ouch genûgen mit der spîse, die man pfliget zu gebene den leige brûderen StatDtOrd 88,23. 34,23; dâ mite genüege dir alle zît Eckh 5: 248,1    1.3.3 vereinzelt mit dar bî und Dat.d.P.: du [Hiob] redes daz dir nicht vuget. / da by dir noch nicht genuget / und hast von rechter ytelkeit / gar alle vorchte hin geleit Hiob 5882    1.3.4 vereinzelt mit in und Dat.d.P.: alsô wol genüeget mir in dem, daz mir got tæte Eckh 5: 304,2    1.4 ohne Obj. (selten und i.d.R. mit Dat.d.P.): daz nâmen die geste gar vor gût; / in gnûgte, gût was ir gemach Kreuzf 677; nieman engenuͤget, iederman gedencket wie er vil gesament Tauler 127,12; nein, sprach er, minem vatter genuͤgete also nit Mechth 6: 24,7; BdN 379,31; Tauler 174,7; welch man im nicht genügen lat, der muß oft swerer tragen Mügeln 68,17; StatDtOrd 98,16; Seuse 482,18. – mit Dat.d.P. (?): waͤr im wol dar an gelung, / dennoch hiet in [La.: im ] nicht genueget Teichn 145,23    2 intr. mit Dat.d.P.: sô si etswie lang in dem orden gestênt und in daz gemain leben in dem orden niht genüegt BdN 257,28; das si trinkchens so ser pflag / das ir ze trinkchen nicht der tag / mocht genuegen HvBurg 5561    3 refl.: daz ich strites mich genuge Rennew 32970; daz sich einz des andern genuogete UvTürhTr 1198; daz ir iuch mügent genüegen / heiles und langer wünne Flore(S) 3206    4 subst.: und als si sich huͤtent vor hobt súnden, also huͤtent sú sich, ôch niemer uͤbent in tugenden; won sú sich in ain leben gesetzt hant, daz ist in ain gnuͤgen zuͦ dem hýmelrich PrGeorg 13,1; wann wer got lieb hat vnd sich seins willen fleist, der hat im glauben ein genüegen an den werchen, dy der herre Jhesus hie in der tzeit gewaricht hat Eckh 2:617,6; die dritte craft heiset begervnge, [...]; an der solt dv̍ han ein vingerlin, das ist ein gnvͦgin, das dich sol aller creaturen, die vnder got sint, begnvͦgen; aber gottes sol dich niemer begnvͦgen ebd. 3:445,6    5 unklar (Glr.z.St.: ‘zur Genüge geben’; weiterhin einziger bekannter Beleg im Mhd., der ggf. tr. ist; BMZ vermutet, er stehe statt der, dann zu 1; Lexer verweist dagegen auf ahd. thaʒ minna sie ginuage joh karitas gifuage [Otfrids Evangelienbuch, 5:12, 68], dessen vereinzelte Konstr. mit dem Akk. sich aber auch aus der Koordination mit gifuage erklären läßt): got unser herre in sande / spise, er [ der (?)] in genugete, / wand er ez also vugete, / daz ein ar vloch zu in / und brachte in sulch ezzen hin, / des si gevreut wurden do PassIII 303,23

genüegic Adj. auch genûgic. 1 in ausreichender Menge vorhanden, einen Bedarf deckend, ein Bedürfnis stillend
1.1 ‘ausreichend’
1.2 ‘ausreichend versorgt, zufrieden gestellt’ (mit Gen.d.S. oder Pron.-Adv.)
2 ‘genügsam, maßvoll’
   1 in ausreichender Menge vorhanden, einen Bedarf deckend, ein Bedürfnis stillend    1.1 ‘ausreichend’ ich weiz daz mîne gûte tât / [...] nicht genûgic ist; / swaz mir lôns dar an enbrist / daz wil ich ganz zîhn an mich / von christi wunden tursticlich JvFrst 10909    1.2 ‘ausreichend versorgt, zufrieden gestellt’ (mit Gen.d.S. oder Pron.-Adv.): wy vil knechte syn gnugek brotes in mynes vater huse, sundir ich vorterbe hy von hungere EvBerl 29,14; der edle vurste [...] schûf ir gulde alsô vil, / daz sî an iris lebins zil / dâvon dî lîbnar mochte hân / unde wol genûgic stân NvJer 9416; dô der dein [d.i. degen ] / den zeichinlîchin sein [i.d. segen (der Christusfigur)] intpfînc, / genûgic er von dannen gînc ebd. 9824; sî gevîlen ûf den sin, / daz sî ir sachin beide / [...] / zu brûdere Hermanne lîzin, / [...] / und waz er machte daran, / des woldin sî genûgic stân ebd. 1156; ge wir zuͦ dem kvͤnig. [...] vnd wie er ez dann ausricht [...] da sei wir dann genuͤgig an GestRom 51    2 ‘genügsam, maßvoll’ la guͦt nicht irren guͦten muͦt, wis genuͤgic unde wirf [werbe] mit tugent umme gotes hulde Meissner 17:14,5; alle, die iht von ir [der Kellermeisterin] gerent, die soͤllent gezogen und genuͤgig wesen iemer ane clage Mechth 7: 36,34. 6:2,44; JvFrst 7363

genüegicheit stF. nur -ekeit belegt. 1 ‘Genügsamkeit’
2 ‘Zufriedenheit, Befriedigung’
   1 ‘Genügsamkeit’ daz dritte ist genugekeit. dy togent machit, daz eyn iczlichis ym let genugen an deme, daz is hat Cranc Uzl 258,8    2 ‘Zufriedenheit, Befriedigung’ so wil ich von deme bedutenisse dis gesichtis sprechin, was mich bedunkit, doch nicht zu genugekeit mir adir andirn, [...]. mer ich wil sprechin zu reysene [ rîsen machen, zum aufsteigen veranlassen] daz gemute der vlyzsigin und der innigin Cranc Uzl 255,8; da inne [in dem Licht] han ich gesehen die unsprechlich ordenunge und bekante die unzellichen ere, [...], die genuͤgekeit uf das hoͤhste und die grossen zuht in der bekantnisse Mechth 2: 3,8

genüegiclîche Adv. auch genuͤgklichen. ‘ausreichend’ di bete ist unredelich, / wan geantwurtet hatte got / genugeclich an allen spot Hiob 12334; si sprach: ‘alle die min genuͤgklich begerent, allen den die in der worheit genuͤgklichen diser geburt begerent, den wirt under wilen ein bliklin geschenket von diser geburt’ Tauler 220,8

genüegunge stF. 1 ‘Befriedigung, Fülle’
2 ‘Genügsamkeit’
   1 ‘Befriedigung, Fülle’ als ob er spræche, daz im genüegete an dem sehenne. michel grœzer genüegunge suln wir haben an der bîwonunge Eckh 2:615,1; das grosse vas ist die gnuͤgunge gottes, die er von únsern werken enpfat Mechth 7: 55,16; bewarit uch vor allir gyerheit, wen [denn] keyn genugunge ist an dem menschen an dem daz her besyczit [vgl. Lc 12,15 ] EvBerl 110,31; weis man ob er [Hiob] mit út genuͤgunge schuldig were dirre verschuldeter schulde Tauler 205,26    2 ‘Genügsamkeit’ dú ware minne von gotlicher wisheit bringet genuͤgunge und vertribet die unlobliche girheit Mechth 3: 13,4; minne, din heligú genuͤgunge machet vri gemuͤte in willeclichem aremuͤte ebd. 5: 30,33

genuht stF. ausreichende oder üppige Menge, auch im Sinne eines gewonnenen Ertrages ‘Fülle, (Über-)Maß, Reichtum’ des dritten sâmen korn [...] viel in viuhte genuht / und brâhte hundertvalten hort RvEBarl 1602; da gab er in himel brot / mit micheler genuhte VMos 47,18; daz wazzer brâht ouch genuht / von allerhande vischen UvZLanz 4008; so muoz ich sîn / rîch an fröiden genucht SM:Ro 7: 3,10; Parz 238,22; sam der wilde schûr / boume [...] betrüebet ir genühte KvWLd 19,17; LobSal 156; dô hôrtich mir künden / ein wort, [...], / durch des lêre ich versprach [zurückwies] / dirre welte genuht RvEBarl 347; sus wuohs mit geistlîcher zuht, / dâ ê der sünden was genuht, / ein übergenuht an güete ebd. 14182. mit (der) genuht, vereinzelt mit genühte ‘zur Genüge, in vollem Maße, in ganzem Umfang’ an ir lag êre mit genuht / an lîbe und an gelâze KvWSchwanr 420; iuwer herze sent / ûf mînen schaden mit genuht ebd. 1453; diu [ miselsuht ] viel ûf in mit der genuht / daz er mitalle ûzsetzic wart KvWEngelh 5148. mit keinerleye genuchten ‘auf keine Weise’ mit keinerleye genuchten, / mit fugen noch mit zuchten Minneb 1007