Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
      gewonhaft Adj.
      gewonheit stF.
      gewonlich Adj., Adv.
      gewonlîche stF.
      gewonunge stF.
      geworden Part.-Adj.
      gewordenheit stF.
      gewordenlich Adj.
      gewordenlîchkeit stF.
      geworht Part.-Adj.
      geworten swV.
      gewortigen swV.
      gewûchze stN.
      gewüefe stN.
      gewüegen swV.
      gewülke stN. (F. PsM?)
      gewulkene stN.
      gewulket Part.-Adj.
      gewunne (?) Subst.
      gewuoc stM.
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   gewonhaft - gewuoc    


gewonhaft Adj. 1 ‘gewohnt’
2 ‘ansässig’
   1 ‘gewohnt’ die andern die got vil frôwer machent [...], daz sint die dâ guoter dinge gewonhaft werdent und in gotes dienste blîbent PrBerth 1:196,25    2 ‘ansässig’ waz hietest dû des êre, / solde diu heidenschaft / werden dâ gewonhaft / an der stat heiligen, / dâ wir niht wurden verzigen / betlicher bet? Ottok 50058

gewonheit stF. auch gewoneheit. ‘Gewohnheit’ (s.a. gewenheit ) 1 ‘Brauch, Sitte, Gepflogenheit’
1.1 allg.
1.2 (individuelle) ‘Angewohnheit’
1.3 ‘Gewohnheitsrecht’ (vgl. detailliert WMU 1,736f.)
2 von natürlichen, regelhaften Dingen
2.1 ‘Art, Natur’
2.2 spez. ‘Menstruation’
3 im Sprichwort
3.1 Gewohnheiten sind schwer abzulegen (vgl. TPMA 5,4-6)
3.2 Gewohnheit ist mächtig (vgl. TPMA 5,6f.)
3.3 Schlechte Gewohnheit schadet viel (vgl. TPMA 5,7)
3.4 Gewohnheit verändert die Natur (vgl. TPMA 5,7)
3.5 Gewohnheit ist stärker als Natur (vgl. TPMA 5,8)
3.6 Gewohnheit wird zur (zweiten) Natur (vgl. TPMA 5,8-9)
3.7 Gewohnheit erzeugt Liebe und sittliches Verhalten (vgl. TPMA 5,11)
3.8 Gewohnheit bringt Fertigkeit (vgl. TPMA 5,11)
   1 ‘Brauch, Sitte, Gepflogenheit’    1.1 allg.: meister [Jesus] , sage vns, wo wilt du, / daz wir dir bereiden nuͦ / daz osterlamp nach der iuden side? / die gewanheit were nit guͦt virmiden PassSpM 579; nu schult ir uernemin, wannin div geuvonheit erwͦchse, daz wir in disim osterlichem zîte uâstin Spec 62,10; dar nâch dô mit gewonheit / Jôsaphât ze velde reit, / daz er mit willen selten lie RvEBarl 1227; ez ist ein alt gewonheit, / daz man dem sæligen ie / gerne diende UvZLanz 8436; HimmlJer 298; PrLpz 8,42. – oft ~ hân: ze den selben czeiten do heten die romære eine gewoneheit [...], das si begiengen an dem anegenge des selben manodes ein hochczeit des kæiseres Augusti Konr 15,32; nû hete der künec die gewonheit / daz er nimmer deheinen eit / bî sînes vater sêle swuor / wan des er benamen volvuor Iw 893; Ägidius 292; StrKD 61,3. – oft nâch ~ (auch mit Attr.): man lûte dâ zem münster nâch gewoneheit NibB 1005,1; si satzten ûf vil schône / Lanzelete die krône / nâch küniclîcher gwonheit UvZLanz 8375; er [Antenor] bezeichente da mite [mit dem Olivenzweig] / fride nach dem site / vnde nach der alden gewonheit Herb 15281; PrOberalt 84,9; Tr 3006; BrEng 53    1.2 (individuelle) ‘Angewohnheit’ sihstû danne daz im [dem Kranken] diu ougen hol sint unde im der munt offen stêt sô er slæphet, sô soltû in vrâgen, ob ez sîn sit sî daz er mit offem munde slâffe; ist ez sîn gewohnheit niht unde zehert im daz winster ouge, sô stirbet er an dem driten tage Barth 135,12; Iw 4976. 6595; dv́ ander ist von boͤser gewonheit, das wir das herce niht gewennit haben mit stetem vlize an got gedenken DvAStaff 118; min herze vinster ist von gewonheit der súnden Mechth 6: 37,10; PrLpz 31,5; HeslApk 13552. – ~ (ze)brechen: irn sult iuwer gewonheit / durch nieman zebrechen. / der humbel der sol stechen Iw 204; StrKD 41,4. 57,122; MarlbRh 12,24. – Gewöhnung, Erziehung: die geprechen habent an der sêl werken, die sint zwaierlai. etleich habent daz von gepurt und etleich von gewonhait BdN 488,21; die aber den geprechen habent von gewonhait, daz sint die in den wälden erzogen werdent verr von den vernünftigen läuten und lebent sam daz vieh ebd. 488,29; die andern [Beizvögel] sint gar edel, die vâhent von nâtûr mit klainer gewonhait [Übung, Abrichtung] ebd. 188,19    1.3 ‘Gewohnheitsrecht’ (vgl. detailliert WMU 1,736f.): guot gewonhait ist als guot als geschribeneu recht RbRupr 226; sie sulen ouch geloben [...] zu behaltene die regele unde dî gewonheit des ordenes StatDtOrd 128,2 u.ö.; div gesetz der brvder vnd die gewonaiht des spitals SpitEich 5,14; diu vrävel ist ein phunt oder fünf schillinge, ie nâch des landes gewonheit SpdtL 147,25; daz sagen wir niht daz ez reht sî, ez ist ein gewonheit ebd. 152,2 u.ö.; er múst aber der statt ir gewonheit halten und ir recht Lanc 376,26; StRMünch 167,31. – von Abgaben: daz sie czollen, müten [ein Getreidemaß] , recht und gewonheit, di von alter her gewesen ist, berichten vnd tuen suln UrkBresl 175 (a. 1349)    2 von natürlichen, regelhaften Dingen    2.1 ‘Art, Natur’ alsô schiere er sich dâ nider / zuo der frouwen het geleit, / nâch menschlicher gewonheit / wart sie swanger und enphie Eracl 316; porphirio [...] ist ain vogel auz der gewonhait und auz der weis anderr vogel [ extra consuetudinem et modum aliarum avium ] , [...], wan er hât ainen praiten fuoz ze swimmen und hât ainen andern gespaltenen fuoz ze gên auf dem lande BdN 212,4. 122,31    2.2 spez. ‘Menstruation’ dar umb ist der mônâtleich fluz verslozzen an den swangern frawen, ez sei dann daz kint tôt oder diu fraw hab gar vil übrigs pluots. der hân ich ain gesehen, diu mit lebentigem kind ir gewonhait het BdN 33,26; wer in [Myrrhe] clistiert mit rautenwazzer, sô pringt er den frawen ir gewonhait, diu menstruum haizt ebd. 370,36 u.ö.    3 im Sprichwort    3.1 Gewohnheiten sind schwer abzulegen (vgl. TPMA 5,4-6): wan des der mensche in gewonheit kumet daz klîbet im gerne ane PrBerth 1:201,4; swer wider die natûre / wil ungewonlîch kriegen, / daz wirt im dicke sûre, / wil er natûre nâch gewonheit biegen; / dar nâch tuot wê, swer muoz gewonheit brechen Hadam 382,5; dar vmb spricht ein weiser meister Aristotiles. difficile est consueta relinquere. ez ist vnmuͤgleich die gewonhait ze verlazzen GestRom 15; natúrlich neigung und alte gewonheit ist muͤlich zuͦ lassen Seuse 456,17. 221,3    3.2 Gewohnheit ist mächtig (vgl. TPMA 5,6f.): gewonheit diu ist rîche Helbl 8,1; gewoneheit diu ist rîch, / tumben liuten schedelîch Freid 108,7; gewonheit, diu ist michel: / swaz di jugent krumbet, daz wirt in alter sten alsam ein sichel JTit 3308,3; des sprechent die wîsen: vil tuot lêre, / sô tuot gewonheit dennoch mêre Renner 10630. 16162    3.3 Schlechte Gewohnheit schadet viel (vgl. TPMA 5,7): bœse gewonheit und bœse site / die sint gar des tiuvels seil / dâ mit er uns ziuhet zunheil WälGa 12018; bœsiu gewoneheit / machet schaden unde leit Freid 108,9; des wizzet daz bœsiu gewonheit / aller sünden insigel treit Renner 9529. 21145. 13493    3.4 Gewohnheit verändert die Natur (vgl. TPMA 5,7): iedoch gewonhait verändert vil der nâtûr an dem menschen zuo guotem oder zuo pœsem BdN 29,3; dar umb ist der spruch wâr, der dâ spricht: diu gewonhait ist ain wechslerin der nâtûr ebd. 29,17; dik verwandelt diu gewonheit / die natûr, als man uns seit Boner 65,5    3.5 Gewohnheit ist stärker als Natur (vgl. TPMA 5,8): gewonheit wirt nimer laz. / si greiffet vür nature Krone 1519; gewonheit ist noch richer dann nature JTit 5403,3; gewonheit ist etewenne rîcher danne diu natûre PrBerth 1:35,31    3.6 Gewohnheit wird zur (zweiten) Natur (vgl. TPMA 5,8-9): gewonheit ist die ander natur Jüngl 1165; wanne gewonheit ist wol halbiu nâtûre PrBerth 2:58,3; der iunge muͦz striten mit siner iugent, der alte mit sinen sitten. wan mit langir gewonihait muͦz der mensche striten alse mit der nature PrGeorg (Sch) 22,139    3.7 Gewohnheit erzeugt Liebe und sittliches Verhalten (vgl. TPMA 5,11): das menschlich natûre alsô stât: / swes si niht gewonet hât, / das si das gerne schuͤhet / ze allen zîten, und es vluͤhet; / aber swas si tuot von gewonheit, / das minnet si, als duͤ schrift seit Ammenh 16687    3.8 Gewohnheit bringt Fertigkeit (vgl. TPMA 5,11): ist, daz duncket einem ungeuͤbeten menschen sin zuͦmole unmúgelich, wan gewonheit machet kunst. das wir nu alle diser edeler geburt gerum Tauler 12,14

gewonlich Adj., Adv. auch gewond- ( StRMünch 176,20 u.ö.); adv. auch -lîchen. ‘gewöhnlich, gewohnt, üblich(erweise)’ (s.a. gewenlich ) 1 dem Brauch entsprechend
2 individueller Angewohnheit entsprechend
3 von natürlicher oder göttlicher Regelhaftigkeit
4 ‘üblich, normal’
   1 dem Brauch entsprechend: ez was gewonlich in der alten e, swelh wib ein degenkint gebære, daz si sich darbete der kirchen vierzech tage Spec 33,25; ouch ist daz gewonlich / daz man dem sündigen man, / swie swære schulde er ie gewan, / nâch riuwen sünde vergebe Iw 8104; swan sô man gezzen hat, sô sulen die pfaffen ir gewonlichez gebet sprechen StatDtOrd 42,9; nach gewonlichen siten Pass I/II (HSW) 13383; Pelzb 120,16. – oft rechtsspr. (detailliert s. WMU 1,737f. u. DRW 4,822-827): der rihter sol auch sînem herren büezen alse dâ gewonlîch sî SpdtL 116,13; ez sol och chain frow, als es von alten dingen gewonlich und reht ist, ziuch [Zeuge] sin uͤber dehain dinck, wan uͤber elichen heirat, notnunft und uber daz lest geschaeft an dem tod StRMünch 46,29; mit aller gewarsami, du nach geschribem oder nach gwonlichem recte an kuͦfen durftich [bei Kaufverträgen erforderlich] ist UrkCorp (WMU) 2915,21; sechzich mv́tte kernen gewonliches mezzes ebd. 84,22; sechshundert pfund municher pfenning, die sie uns jaerleich geben suͤllen [...] ze irer gewondleichen stewer StRMünch 176,17 u.ö.    2 individueller Angewohnheit entsprechend: Lanzelet dô niht vergaz / der gewonlîchen slege sîn: / er treip den künic Valerîn / umbe in manege kêre / und wundet in als sêre, / daz er vor im muose ligen UvZLanz 5323; dô bat in [Barlaam] dâ Jôsaphât / die gewonlîchen wât / zeigen, die der guote man / truoc gewonlîchen an RvEBarl 6466; Pass I/II (HSW) 30820; Kuchim 29,12    3 von natürlicher oder göttlicher Regelhaftigkeit: dânâh [nach der ersten Geburt] uber gewoneliche zît / wart suanger daz selbe wîb Exod 419; dú sunne zwúrend liechter wart [zur Geburt Marias] / denne sú gewonlich ist von art WernhMl 548; daz unmügelich ist der undern natûre, daz ist gewonlich und natiurlich der obern natûre Eckh 5: 43,13; JPhys 4,3; StrKD 153,32. – von der Menstruation: welheu frawe ir gewonleich haimleichait well pringen [...], diu trink rautensaf BdN 417,25    4 ‘üblich, normal’ diz [das Erfülltsein der Seele durch Gott] zwingt die usser dinck ze lauzend [l. lâzend ] , gewonlich dinck ze mident, úber sich selber dringen und an die blozen gotheit springen Eckh (J) 105,4

gewonlîche stF. ‘Wohnung’ oder ‘Nähe, Vertrautheit’ (?): vber das wort benedictus man ich dich [Maria] , das dü gotlich fruht dines libes gesegnot was vor aller zit in sines vater ewiger gewonlichi Eckh (B) 105,38

gewonunge stF. ‘Gewohnheit, Gewohnheitsrecht’ jch [...] han dem vorgenanten Walther [...] die vorgenanten reben verluhen ze eme rehten erbe vnd nach des landes giwanvnge UrkCorp (WMU) 2115,15; als von aldyr eyn gwonunge ist gwest UrkSchles (B) 135,11 (a. 1333)

geworden Part.-Adj. Die mit ge- präfigierten Formen sind mhd. selten (2 5Mhd. Gr. § M 73), vgl. gewërden und wërden stV. ‘geworden’ do ieglicher quam in sin lant / er liez sich cronen alzuhant. / [...] / die zwene kunge geworden / uf daz westen unde norden [Philippus und Antigonus] / taten juden kein ungemach, / die wile man die leben sach Macc 1077. – ‘geschaffen’ (vgl. ungeworden ): swenne diu sêle gekêret ist von allen gewordenen dingen, von nôt muoz daz sîn, daz got in ir glenze und blicke Eckh 3:229,2

gewordenheit stF. ‘Gewordenheit, Geschaffenheit’ (das in Raum und Zeit geschaffene Sein gegenüber dem reinen Sein in Gott, vgl. ungewordenheit ): dis einvaltig luter wesen [das reine Sein] ist dú erst obrest sach aller sachlicher wesen, und von siner bisinder [anwesender] gegenwúrtikeit so umbschlússet es alle zitlich gewordenheit als ein anvang und ein ende aller dingen Seuse 178,10; ein gerehter mensch haltet sich nach siner gewordenheit underwúrflicher denne andrú menschen ebd. 358,1. 341,8

gewordenlich Adj. ‘kreatürlich’ wie sich der mensche und alle kreaturen ewklich haben gehalten, und von irem gewordenlichen usbruche [Hervorgehen aus Gott] Seuse 331,15. 333,4

gewordenlîchkeit stF. ‘Gewordenheit, Geschaffenheit’ (das in Raum und Zeit geschaffene Sein gegenüber dem reinen Sein in Gott, vgl. ungewordenheit ): do sich der geist an im selber hat gekeret von sin selbs und aller dingen gewordenlichkeit in die blossen ungewordenheit der nihtekeit Seuse 188,18

geworht Part.-Adj. würken, wirken swV.

geworten swV. ‘in Worte fassen’ (vgl. worten ): du̍ dritte sache, war vmbe si verstumeten, das was, das si sahen in die verborgenen warheit vnd fvnden die heimlichkeit in gotte, das si nicht geworten enkonden Eckh 2:454,16 u.ö.; wie aber dú driheit ein sie, und dú driheit in der einikeit der natur ein sie, und doch dú driheit usser einikeit sie, daz mag man nit gewoͤrten von dez tiefen grundes einvaltekeit Seuse 185,24 u.ö.; ich wil dir sagen, got der het dich diese eddeln sellen [Seelen] gelosen sehhen in bilden das du es geworthen meͮgest, in der meinungen das du derfan geschribben meͮgest MerswNF 75,2; Tauler 176,5

gewortigen swV. wortigen

gewûchze stN. Koll. zu wûchz ‘Geschrei’ dô er sî im volgen / an dem gewûchze hôrte, / in vorchte grôz bekorte NvJer 24914

gewüefe stN. Koll. zu wuof ‘Geschrei’ sô mache wir [Keie und die Tafelrunde] ein gewuofe, / einen schal und ein geruofe / und rumpeln under einander gar HvFreibTr 2877

gewüegen swV. mit Gen.d.S. ‘denken an etw.’ in trôste [ihn tröstete] sîn vil süezer rât, / daz got sîner missetât / niemer mêr gewüege, / swenn er den willen trüege, / daz er sî wolde büezen RvEBarl 14093; mir leider ze unheile / saget er mir, daz er veile / den besten stein hie trüege, / des man ie mê gewüege [den man sich nur denken konnte] ebd. 7568; Volmar 13. 710

gewülke stN. (F. PsM ?) Koll. zu wolke(n) ‘Gewölk, Bewölkung’ si luͦgete hin gen dem himel: do duht si, daz dú sunne schon uf giengi ane alles gewúlk mit vil glastes Seuse 59,11; in der viurînem gevulche [interl. zu in flammivoma nube ] PsM H 68,5; wan als diu sunne mir irm schîne die ganze welt überschînet, si werde danne von dem gewülke gehindert, alsô schînet diu gnâde des heiligen geistes in aller menschen herzen, si werde denne von unsern sünden gehindert Eckh (Pf) 367,19. – übertr.: so blibet der geist [...] abgescheiden [...] von allem gewúlk und gewerbe der nidren dingen Seuse 186,1.

gewulkene stN. auch gewolkene. Koll. zu wolken ‘Gewölk, Bewölkung’ der hizege toͮm [Dunst] uon der erde sich in den luft gewillet vnze daz er zuͦ dem gewolkene wirdet Lucid 58,11 u.ö.; diu [ gotheit ] ûz dem gewülken sprach EnikWchr 8690. 8700. – übertr.: fuͤr di sunn sich wolchen strechen / und di perg ir schein verdechen. / vraw [Maria] , dein guͤt mag nieman verlainen / mit dem gewulchen noch mit den stainen Teichn 25,54; Seuse 478,17; PrZürich 11,41

gewulket Part.-Adj. ‘umwölkt’ die wîle diu [ die fröude der welt und angest unde nôt unde vorhte ] in dir sint, sô ist ez tunkel unde gewulket dinne Eckh (Pf) 225,16; do zogte si [ wisheit ] sich ime also: si swepte hoh ob ime in einem gewúlkten throne, si luhte als der morgensterne Seuse 14,11

gewunne (?) Subst. ‘Lust, Wonne’ (oder als Part. Prät. zu lesen, vgl. Kartschoke, Rol. z.St.): in [dem verfluchten Volk des Zernubele] ne geschain nie dehain sunne, / der nebel ist ir gwunne Rol 2686

gewuoc stM. ‘Aussage, Erwähnung’ (zu gewahen stV.): uf rechten gewuc / sage ich dir di warheit, / daz sich min vreude ho uf treit / an daz cruce des herren min Pass I/II (HSW) 21144; als ir sult alhi verstan / nach miner schrifte gewuc ebd. 37395