Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
      gransprunge stF.
      grant Adj.
      grant stM.
      grant stN.
      grantmentin Subst.
      granze stF.
      grap stN.
      grâpen swV.
      gras stN.
      grasære stM.
      gras(e)bletelîn stN.
      gras(e)garte swM.
      gras(e)grüene Adj.
      gras(e)hei stN.
      gras(e)heie swM.
      gras(e)hof stM.
      gras(e)kæse stM.
      gras(e)lêhen stN.
      gras(e)louche N. oder M.
      gras(e)löufel stM.
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   gransprunge - gras(e)löufel    


gransprunge stF. ‘Beginn des Bartwuchses’ (vgl. gran stswF.): dô mîn bruoder gein den jâren / kom für der gransprunge zît, / mit selher jugent hât minne ir strît Parz 478,9

grant Adj. ‘groß’ (vgl. frz. grant, lat. grandis): da bi in einem lande wehset der pfeffer z’anger / klein unde grande, der eine der ist kurtz, der ander langer JTit 6157,2; ir persone diu was smal, / wol geschaffen überal: / ein lützel grande was si da, / smal [Hs. wol ] geschaffen anderswa Tannh 3,45. 5,25; allez daz ie geborn wart / [...], / daz nimt [ nach Cristes gerichtes kumft ] daz selbe vleisch an sich / daz iz in siner muter nam / [...] / al werde wir dan grander / und liechter dan wir nu sin HeslApk 18172. 13414; NvJer 22962; Lanc 411,9

grant stM. Pl. grende. 1 ‘Trog, Bottich, Fass, Behälter’ u.ä. (vgl. DWB 4,1,5,1851 s.v. 2grand )
2 ‘Boden, Grund, Unterlage’ (vgl. DWB 4,1,5,1852 s.v. 2grand,3 )
   1 ‘Trog, Bottich, Fass, Behälter’ u.ä. (vgl. DWB 4,1,5,1851 s.v. 2grand): ir edeln, sit gemant, / trinkt eren seim uß tugent grand. / set, Rome dienten alle lant, / da sie der tugent straße fur Mügeln 248,2; des bis gemant: / mit gites grant, / durch nicht gib dich in lasters bant ebd. 365,14. – ‘mit Sand gefülltes Gefäß zum Polieren der metallenen Rüstungsteile’ (vgl. vegevaʒ ): vnd wurden so zuͦ der stet / gehangen zu den wenden / die schilte, vnd in den grenden / die sarwat gereynet Krone 22118    2 ‘Boden, Grund, Unterlage’ (vgl. DWB 4,1,5,1852 s.v. 2grand,3): das sy im [dem dick Aufgepolsterten und Gepanzerten] helffen ab dem wagen / mitt heb laitern, wizzent daz! / sam ain groz winfaß / daz man hebt uff den grant / also hebent sy in uff daz lant Teichn 586,81

grant stN. grande stSubst.

grantmentin Subst. grandnein

granze stF. zu afrz. créante NF. ‘Einverständnis, Verpflichtung’ oder créant NM. ‘Versprechen, Zustimmung’ (prov. graanze, gréance, vgl. Bartsch, Liederdichter XLVII,96; s.a. Suolahti 1,101). ‘Zustimmung, Versprechen’ si jach, si lite ez gerne, / daz ich ir taete, als man den frouwen tuot dort in Palerne. / [...] si wart min trut und ich ir man. / wol mich der aventiure! / [...] / elliu granze da geschach von uns uf der planiure Tannh 3,95; nv merket: wie dvͥ rose si, / als si [Akk.] mit granz [La. glantze ] dvͥ svnne lokket, / vnd si dvrch froͤde sich enpflokket / gein dem grvͦz der liehten svnne TürlArabel *A 71,21

grap stN. rip. graf, Dat. grave (z.B. HagenChr (G) 111; MarlbRh 57,11 ); Pl. i.d.R. greber (z.B. so tuont sich diu greber uf AvaJG 15,2; PrOberalt 14,5 ), auch grap ( manic grab sten offen noch GvJudenb 3478; der grabe zwei UvTürhTr 3517 ), vgl. ausführlich DWB 4,1,5,1477. 1 jede Art von Begräbnisstätte ‘Grab’
2 in Wendungen mit häufigen Verbverbindungen
2.1 jmdn. in daz ~ bereiten
2.2 jmdn. ze ~ tragen
2.3 vereinzelt jmdn. ze ~ bestaten
2.4 jmdn./etw. ze ~ /in daz ~ legen
2.5 in dem ~ ligen/  ruowen
3 phras.
3.1 (unze) in daʒ/  sîn ~ ‘bis ans Lebensende’
3.2 daʒ heilige grap ‘Grab Christi’ , auch meton. für ‘Jerusalem’ (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 180f.)
3.3 bezogen auf den christl. Auferstehungsglauben von dem ~ erstân
   1 jede Art von Begräbnisstätte ‘Grab’ der gut sant Johannes [...] hiez im [sich] ein grab graben bei dem alter PrOberalt 21,25; do sant Johannes hincze deme grabe [der Drusiana] chom vnd Andronicus, der froͮwen man, do tet diu [von den Leichenschändern von innen versperrte] ture vͦf selbe sant Johanni Konr 12,40; Pass I/II (HSW) 8377; er [...] ging under die erden in ein krufft; da stunt ein grab und lag ein mermerin sarck daroff Lanc 566,22; enmitten in dem kirchoff stund ein hoch grab und ein großes, da was ein sargk off gemacht von metalle, der was groß und schwere und wúnderlich gewurckt mit golde und mit herlichem gesteyn ebd. 165,18; Herb 10744; UrkCorp (WMU) N174,34.35 u.ö.; sepulcrum: grap. versus: supra in sarcofagum et intra in tumulum VocClos Se145; auch für lat.: bustum ebd. Bu44; monvmentum ebd. Mo65; tvmba ebd. Tu16; tvmulus ebd. Tu21    2 in Wendungen mit häufigen Verbverbindungen    2.1 jmdn. in daz ~ bereiten: ouch habe wir [die Engel] si [Maria] bereitet / nâch menschen site in daz grap KvHeimHinv 1075; UvZLanz 1948    2.2 jmdn. ze ~ tragen: dar nâch truogen si in ze grabe Iw 1411; Tr 1849; Herb 8120; Konr 13,52; PrOberalt 161,17    2.3 vereinzelt jmdn. ze ~ bestaten: den bestaten wir hie ze grabe UvZLanz 3844    2.4 jmdn./etw. ze ~ /in daz ~ legen: der tôt in ê leit in daz grap Parz 494,21; Lucid 101,8; Lanc 123,25. wænt ir daz älliu vrümekheit / mit im ze grabe sî geleit? Iw 1934. – übertr.: si wirt geleit in ein besclossen grab der tieffen demuͤtekeit Mechth 3: 10,42. – phras. ‘den Tod bringen’ sîn hant vil mangen in daz grap / mit rîters were hât geleit Wig 7799    2.5 in dem ~ ligen/  ruowen: do er do zwene tage geruowet in dem grabe AvaLJ 160,1; der dri tage toter in dem grabe lach ebd. 181,2; ÄPhys 2,19    3 phras.    3.1 (unze) in daʒ/  sîn ~ ‘bis ans Lebensende’ er brâht den prîs unz in sîn grap Wh 450,4; einez, heizet sorge, volget im unz in sîn grap Neidh (HW) 68,35. des er sich schamt in sîn grap StrAmis 2472; er wil sîne hövescheit vüeren in sîn grap SM: UvS 22: 7,3; daz er mir dank in daz grab Helbl 1,917    3.2 daʒ heilige grap ‘Grab Christi’, auch meton. für ‘Jerusalem’ (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 180f.): daz kritze nam er noch werde vir sich an die wot / ‘nu wil ich farn zuͦ dem heiligen grabe, daz vnser beder selen werde rot.’ WolfdD 839,4; man bevalh den selben alsô schône / bêde kriuz und ouch krône / und daz vil helige grab Orend 2895. – vereinzelt auch für den Opfertod Christi: got durch sin heilige grap / helfe uns daz wir in [den Heidenkönig] [...] irgezzen, / daz er uns leides hat getan GrRud Bb 20    3.3 bezogen auf den christl. Auferstehungsglauben von dem ~ erstân: an dem dritten tage / duo irstuont er von dem grabe. / hinnen vuor er untotlich VEzzo 280; AvaLJ 62,7

grâpen , grappen swV. zum Nebeneinander zweier Stämme vgl. DWB 4,1,5,1894; aufgrund der quantitätsunreinen Reime bei WhvÖst ist die Länge im Reim grapen :wapen nicht sicher (vgl. Beckmann, WhvÖst., S. 15-19). ‘ergreifen, an sich nehmen’ hurta! wie von dem wapen / die knappen wurden grapen / nach den tiuren tocken [Kopfbedeckungen, vgl. 2tocke ] ! WhvÖst 14718; nach den kumet ein kunic / creftic, mechtic, der den sic / grappit vor allen vursten Daniel 5913

gras stN. ‘Gras’, auch Getreidehalme (vgl. DWB 4,1,5,1899); übers. lat. gramen ( gramen: gras SummHeinr 1:195,301; gramen: gras SummHeinr 2:52,348; VocClos Gr19 ) 1 die Pflanze mit ihrem Wachsen und Vergehen und ihrer Nutzung (nicht immer sicher von 2 abzugrenzen)
1.1 als wildwachsende Pflanze
1.2 als Nahrung
1.3 als Ware
1.4 zur Angabe der Jahreszeit ‘Zeit der Grasfütterung’
1.5 in Vergleichen zur Bez. eines (frischen, leuchtenden) Grüns
1.6 im Bild des Mähens zur Darstellung einer großen Zahl besiegter Gegner
2 grasbedeckter Boden ‘Grasfläche, Wiese, Weide’
2.1 als Nutzfläche
2.2 als besondere Bodenart oder Landschaftsform
2.3 als Bereich der Minnebegegnung
2.4 als Platz für Turnier und Kampf
2.4.1 jmdn. ûf daz gras stëchen/  setzen ‘jmdn. mit der Lanze vom Pferd stechen’
2.4.2 jmdn. ûf/  ane daz gras vellen/  slagen ‘jmdn. im Kampf töten’
   1 die Pflanze mit ihrem Wachsen und Vergehen und ihrer Nutzung (nicht immer sicher von 2 abzugrenzen)    1.1 als wildwachsende Pflanze: owe burg reine, / daz da wassen sol daz gras, / da die schone Troyge was Herb 1739; dâ vander von geschihte / einen waltstîc âne slihte / mit grase verwahsen unde smal Tr 2573 (vgl. grasic ; graswëc ); von grase wirdet halm ze strô Walth 17,35. – in Paar- und Reihenbildungen: niuwe bluomen, grüenez gras / was ie töuwigez drîn gestreut Wig 10613; hie wus [l. wuohs ] wilen heide, / gras vnde buschee Herb 10577; wurze, crût unde gras Tr 12765; boum$’ ind bluͦmen, krut ind gras MarlbRh 98,14    1.2 als Nahrung: nim eins swînes mist, daz gras ezze Barth 141,9; StatDtOrd 113,26; nâch grase wolde er [der arme Mann] ûz gân Wig 5319 (vgl. grasen ). er [der guot einsidel] az dâ krût unde gras, / unz er den lîp in grôze nôt / durch die gotes minne bôt RvEBarl 292. 4511    1.3 als Ware: ez sol auch nieman habern, heu und gras fuͤrkauffen WüP 30,2; daz wir [...] hant geben zvͦ kovfenne daz gras, daz vffe der almenden [...] gewehset UrkCorp (WMU) N713,6 u.ö.    1.4 zur Angabe der Jahreszeit ‘Zeit der Grasfütterung’ drev ehaftigev taidinch [...], der einez sei bei dem gras vnd zwei bei dem hævwe UrkCorp (WMU) 3305,3. 711,19; er wolt niht lenger beiten, / unz zuo dem næhsten gras Ottok 8558    1.5 in Vergleichen zur Bez. eines (frischen, leuchtenden) Grüns: der strich [längs über das Pferd] grüene was / unde lieht sam ein gras Er 7315; di einleve [elf Gerten] durre waren / [...] / div zvelfte div Aarones was / di sach man grune sam ein gras / lovben bluͦmen schire VMos 80,9; von samît grüene als ein gras Parz 605,10; ein vil liehter jaspes, grüener danne ein gras NibB 1783,3    1.6 im Bild des Mähens zur Darstellung einer großen Zahl besiegter Gegner: daz [Heer] slûch er nider als ein gras. / di menige was vil grôz SAlex 1822; VAlex 1312; Herb 5500; KvWTurn 913    2 grasbedeckter Boden ‘Grasfläche, Wiese, Weide’    2.1 als Nutzfläche: eins mannesmat in der graven gras UrkCorp (WMU) 13,40; [der Esel] gie den liuten in ir gras. / do chom der, des diu wise was StrKD 70,25    2.2 als besondere Bodenart oder Landschaftsform: er stach daz sper in daz gras / und leinde sînen schilt dran UvZLanz 2382; vil ritter Britûne, / den wâren pavelûne / und hüten ûf daz gras geslagen Tr 5347; die herren riten dannen. sich leiten in daz gras / über al die knehte; si heten guot gemach NibB 1661,2. – in Paar- und Reihenbildungen: loub, gras, bluomen, ouwe, walt und heide SM: Te 12: 3,3; durch sant, durch griez, / durch felt, durch gras Herb 5871; erde unde gras Parz 247,10; mies unde gras Wig 5919; gras und der melm Wh 24,28. – auch mit unbest. Artikel (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 134,3a): daz ot zu wafin tochte / [...], / daz bereitte sich gare / und quam gemeinlichin dare / vur die stat an ein gras, / da ir saminunge was / uf einir wisin vor ein holz Athis A* 83; der [ vrume hêre ] was gegangen an ein gras / durch sîne kurzewîle Rittertreue 104; SAlex 5604; Parz 668,18; Lanc 143,23. – in der Wendung: ûf/  an das ~ erbeizen ‘(vom Pferd) absteigen, absitzen’ aldâ der helt erbeizet was / von dem orse ûf daz gras Parz 611,18; NibB 1310,1; UvZLanz 4270; Tr 16037; Wig 556. – in der Geste des sich auf den Boden Werfens (Trauer, leidenschaftliches Gebet): ich wane iemir mere werde / so groz iamer so da was: / si uielen uf daz gras, / si wainten alle sere Rol 7494. ReinFu K,482; do gi su [Judith] vallin an diz gras, / su betti als ir was ÄJud 193; Ägidius 406. – im übertr. Bild: so kumt die goͤtliche vorhte und geiselet mich, so krúche ich hin als ein cleines wúrmelin in der erden und huͤte mich under dem grase miner manigvaltiger versumnisse alle mine tage Mechth 7: 6,11; semliche ruͦweten in dem grase der manigvaltigen wollust und in dem bluͦmen der italkeit ebd. 7: 62,8    2.3 als Bereich der Minnebegegnung: si enwolten niht erwinden, / ê si gesâzen ûf daz gras. / swes ê von in gegert was, / des wart dô begunnen, / [...] / si wurden gesellen, / als in diu minne geriet UvZLanz 4667; Tannh 3,74; – auch phras.: ob man mîn wünschet ûf daz gras Winsbeckin 14,10    2.4 als Platz für Turnier und Kampf: man fuorte vor im ûf daz gras / gar einen tiurlichen schilt KvWTurn 306. 506; dô Bêne daz gehôrte / [...], / daz ir hêrre [...] dâ solde strîten ûfme gras, / dô zugen jâmers ruoder / in ir herzen wol ein fuoder Parz 694,12    2.4.1 jmdn. ûf daz gras stëchen/  setzen ‘jmdn. mit der Lanze vom Pferd stechen’ dô liez aber schînen / der grüene ritter, wer er was. / er stach ouch disen ûf daz gras UvZLanz 2962; Wig 457; dâ mite wart ouch er / gesetzet ûf daz gras Iw 4699. – vgl. 2.4.2: er stach ir zweinzic dernider / von den rossen ûf daz gras, / daz etslîcher nie genas: / zehen ir dâ tôt beliben UvZLanz 1429    2.4.2 jmdn. ûf/  ane daz gras vellen/  slagen ‘jmdn. im Kampf töten’ er falte ir fil vf daz gras Herb 5912. 12734; Wh 27,26; dô slûch doh Alexandren / Mennes nider an daz gras SAlex 1739

grasære stM. ‘jmd., der Gras schneidet’ (vgl. grasen ), hier vermutlich als Personenname: [es gibt] der graser 6 [ phenninge ] von eim acker UrkFreiburg 3:342,14 (a. 1317)

gras(e)bletelîn stN. ‘Grashalm’ hie seind alle graß bletlein vnd holtz vnd stein vnd alle ding ein Eckh 2:470,6

gras(e)garte swM. ‘eingefriedeter, grasbewachsener Platz’ o.ä. (s.a. grashof , grashei ): auch twanc des ir witze / kreftige hitze, / daz sie [die Greife, die Alexander durch die Luft trugen] sich mit dem werden / liezen ze der erden / ûf ein castel [...], / in einen grasegarten UvEtzAlex 24751

gras(e)grüene Adj. ‘grün wie Gras, grasgrün’ in Idumea, chwit man, ouh si ein aha [Fluss] / diu wantele die varawa des jares vier werba: / dri manot ist si truoba, dri ist si grasegruona, dri pluotvara, dri ist si lutter alagaro Merig 33,3; von smâragden wol getân / ein grasegrüener papigân [Papagei] KvWTroj 31682; der grasegrüene klê KvWPart 20645; KvWLd 16,17; [von den Rittern mit Anker und Drachen im Wappen:] gen dem anker wiz in grasegruͤne / sol des tracken roͤte streben JTit 3884,3 u.ö.; Rab 488,1

gras(e)hei stN. ‘eingefriedeter (s.a. hege), grasbewachsener Platz’ (s.a. grasgarte ): unam hubam in Hage et unum grashei aput fluvium Wilach UrbBayJ 180

gras(e)heie swM. ‘Grashüter’, hier für ‘Mai’ [wer den grünen Ritter (Tschinotulander) ansieht] der sihet den grasheien, als er mit meien loubes gruͤnem walde / si bekleit, alsus ist er gecleidet, / er selbe, ors, helm unde schilt JTit 1373,2

gras(e)hof stM. ‘eingefriedeter, mit Gras bewachsener Platz’ (s.a. grasgarte ): einen grasehof si hate / in deme daz bilde lange was Pass III 336,88; in einen grasehof also / quam ich, der was vil schone ebd. 536,44

gras(e)kæse stM. ‘Käse als Abgabe für Grasnutzung’ 1 chitze und 9 graschaese DRW 4,1075 (Stolz, Schwaighöfe.; a. 1288)

gras(e)lêhen stN. ‘Wiesen- oder Weidepachtland’ in dem selben dorf git man von deme mvln lehen sehzic pfenninge. graslehn anderhalp hvndert kæse UrbBayÄ 1500. 1466,a; de uno graslehen ccc casei UrbBayJ 144

gras(e)louche N. oder M. Bed. unklar, wohl ‘Schnittlauch’, (vgl. Marzell 1,206-10; Etymol.Wb.d.Ahd. 4,597): brandana: grasloͮche Gl 3:550,28 (BStK285)

gras(e)löufel stM. Bed. unklar; vielleicht i.S.v. ‘Weidegänger; Jungtier, das anfängt, sich von Gras zu ernähren’ (hier wohl bezogen auf ein junges Pferd; vgl. grasvrischinc und DWB 4,1,5,1938 s.v. grasläufer): item XIII equos plaustrales [Zugpferde] . item III graslæufel UrkScheyern 3,100 (a. 1347)