Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
      guppelspil stN.
      gurgel swF.
      gurgelen swV.
      gurgelunge stF.
      gurgelwaʒʒer stN.
      gurppink Subst.
      gurre swF.
      gürrelîn stN.
      gurren swV.
      gurt stM.
      gürtel stswMF.
      gürtelære stM.
      gürtelbant stN.
      gürtelborte swM.
      gürtelgewant stN.
      gürtellîn stN.
      gürtelmaget stF.
      gürtelsenke stF.
      gürtelsenkel stM.
      gürtelsenken stN.
gürtelsnuor – gymnosophiste

   guppelspil - gürtelsenken    


guppelspil stN. gumpelspil

gurgel swF. st. Iw 4674(La.); Tr (M) 2982(La.). – aus lat. gurgulio; vgl. quërkele . ‘Gurgel, Kehle’ gurgulio: gurgela SummHeinr 1:128,175; mit grôzen kreften stach er in / enbor ûz dem satel hin, / daz im ein ast den helm gevienc / und [er] bî der gurgeln [La. gurgel ] gehienc. / [...] [so] leit er hangende nôt Iw 4674; daz vorder stucke, daz stach er / dem trachen zuo dem gorgen [Laa. der gurg(e)len ] în Tr (M) 9213; [Zerlegung des Hirsches:] ric unde gorgen [La. gurgel ] sneit er sâ / obene, dâ diu brust erwant ebd. 2982; [von der Kuh kann man verwenden] lebern, nieren, lungen, / hertze, gurgeln, zungen KgvOdenw 1,216

gurgelen swV. auch gorgeln ( OvBaierl 103,7; BdN ). – zur Etymol. vgl. DWB 4,1,6,1152. 1 med., ‘gurgeln, (den Rachen) spülen’
1.1 mit einer Flüssigkeit ~
1.2 einen (mit Flüssigkeit vermischten) Wirkstoff ~
2 ‘knurren’ , auf Blähungen bezogen
   1 med., ‘gurgeln, (den Rachen) spülen’ gargarizo: gurgelon SummHeinr 2:319,147.1; sonst immer mit präp. Erg. in dem halse / in der keln / in dem munde    1.1 mit einer Flüssigkeit ~ : [nachdem] er gegurgelt hat in dem halse mit ezziche da rosen inne gesoten sint SalArz 106,8; wer daz kraut mit wein seudet [...], und sô man dâ mit gorgelt in dem hals und in dem mund BdN 424,16 u.ö.    1.2 einen (mit Flüssigkeit vermischten) Wirkstoff ~ : so man si [Opiumlatwerge] gurgelt in dem halse mit warmem wazzer SalArz 103,53; wenn man ez [Mark eines Baumes] gorgelt in dem hals BdN 364,33; SalArz 105,39    2 ‘knurren’, auf Blähungen bezogen: der [Kranke] hat bladem des zu uil ist icweder halp bi den siten. vnde gurgelt in dem buche SalArz 52,42

gurgelunge stF. ‘das Gurgeln’ oder ‘Gurgelmittel’ (vgl. Mlat. Wb. 4,620): gargarismus: gurlung, gurglung VocOpt 31.032

gurgelwaʒ ʒer stN. ‘(mit Arzneimittel versetztes) Wasser zum Gurgeln’ wer auch ain gargelwazzer [La. gorgel- ] dar auz [aus diadrogant ] macht, daz ist guot wider der prust siehtum BdN 366,30

gurppink Subst. gnippinc

gurre swF. gorre swM. Fegfeuer 1:9,6. ‘schlechtes, minderwertiges Pferd, Klepper’ ir pfärit wâren [...] / tôtmager und vil kranc [...]. / den gurren [...] wâren die zagele under in / zesamene gevlohten Iw 4941; er slug di roß, das si churren̄, / er machte güte roß zu gurren HvNstAp 9434; StrKD 8,123; Sibote 389; auf ein Fohlen bezogen: [der Bauer] fuorte ein gurren veile / an einem grôzen seile Eracl 1561. weder wære iu lieber: der iu ein schœnez ros gæbe daz junc unde stark wære [...], danne der iu eine alte gurren gæbe, der [La. die ] blint unde mager wære PrBerth 1:383,4; MF:Reinm 63: 7; Lanc 604,14; müediu bein [...] / gelîch den lamen gurren Hadam 89,3; zwêne stætige gorren schuofen, daz der wagen stuont sô stille Fegfeuer 1:9,6. – sprichw. (TPMA 9,107): altiu gurre darf wol fuoters PrBerth 2:143,16 u.ö. – geringschätzig von guten Pferden: [Laurin über die Streitrosse Dietrichs und Witeges:] wer hât iuch tôren geheizen / hernider ûf den plân beizen / und iuwer gurren spannen / ûf mînen grüenen anger LaurinA 253; daz ich sô lange belîbe, / des irret mich ein gurre [nur weil mir noch ein Klepper fehlt, verweile ich so lange hier] Helmbr 369; der abt von Vult neben im [Kaiser] reit / ein pfert, daz was gar gemeit / und was ouch übel zwâr: / daz beiz daz keisers pfert [...]. / zehant der keiser Ott sprach: / ‘ [...] ez kumt mir niht ze mâz dâ, / daz iuwer gurr daz pfert mîn / sol bîzen. [...] ’ EnikWchr 27821. – übertr., von Menschen: [die vom Engel geblendeten Juden:] wir blinde gvrren MarHimmelf 1373

gürrelîn stN. ‘kleine gurre nû zabel als ein gurre, als ein gürrelîn, als ein esel, als ein ros und als der tiuvel: der geruowet ouch niemer PrBerth 1:270,23; dû, schiltkneht, [...] hopfest [...] ûf dîme gürrelîn ebd. 1:368,37

gurren swV. ‘gurren’ der esel gurret ûf den wân, / er wænet wol gesungen hân Freid 140,7 (vgl. Anm. z.St.)

gurt stM. , gurte swM. ( JvFrst ) Pl. auch umgelautet. ‘Gurt, Riemen (am Pferdesattel)’ sie lôste [...] / die gürte von dem rosse Wigam (B) 974. – ‘Gürtel’ [er hob die beiden Männer] hô ûf impor, / wen er sî ôt gevazzit vor / zurucke hatte in den gurt NvJer 12973; ir gurt von golde was ein snur MügelnKranz 1013; der prîster tragen sol / manipel, gurten [Zingulum] und di stôl JvFrst 6622; KgvOdenw 6,129. – bildl.: Frl 6:1,7. 8:18,4

gürtel stswMF. ‘Gürtel’ 1 allg.
2 die Taille, Gürtellinie mitbezeichnend, mit Präp.
3 in rechtsspr. Wendungen bzw. Kontexten
3.1 als in der ~ bevangen hat, als er mit (der) ~ be-, umbevangen ist u.ä. ‘nur mit dem (vom Gürtel zusammengehaltenen) Hemd bekleidet, notdürftig bekleidet’ (vgl. GrimmRA 1,215; H. Hirsch, Die hohe Gerichtsbarkeit, Prag 1922, S. 55)
3.2 als diu ~ bevangen hât und daz jmd. under der ~ hât u.ä. ‘was jmd. am Leibe trägt’
3.3 obe/über/ûzerhalp der ~ u.ä. ‘außerhalb des Gürtels: außer dem, was jmd. am Leibe trägt’
3.4 jmd. verzichtet mit der ~ , d.h. unter symbol. Darreichung seines Gürtels, auf einen Besitz (vgl. GrimmRA 1,216), wohl um anzuzeigen, dass er nichts davon für sich oder seine Erben zurückhält
4 übertr., astronom., ‘die Erd- bzw. Himmelskugel gürtelartig umgebender Kreis; Zone’
   1 allg.: der gurtel drier stucke ist [besteht aus drei Teilen] : rinke, senkel, borte JTit 5561,1; ir gürtel was ein rieme smal Neidh SL 21:7,3; den gvͥrtel ob der krenke / vier reif enbor hielten; / dez gvͥrtels si so wielten, / daz er sich niht lie zetal TürlArabel *A 297,26; mit guotin gurtlin langin, / beslagin mit goltspangin Athis C* 67; ainen routten gürtell tuond sy im vmb SchwSp (W) 418,21; vnd svlen brvder vnd swester geistlich gvrtel tragen SpitEich 6,19; daz [ kint ] truoc an dem gürtel sîn / ein mæzigez teschelîn UvZLanz 5807; sît man schuolbuoch in die hant / krumpte und durch die gürtel want Renner 16478; das er [Bauer] [...] haben sol / under sîm gürtel [...] / ein krumbes messer Ammenh 9736; daz er im daz ledelîn / brach von deme gürtel sîn KvWHerzm 394; (bildl.:) wenn [...] wir uns gürten mit der gürteln der käuschait und der rainikait BdN 59,28; NibB 636,2; Helbl 1,316; KvWTroj 980; PrGeorg 8,32. irn gesâht nie âmeizen, / diu bezzers gelenkes pflac, / dan si was dâ der gürtel lac Parz 410,4; dâ der gürtel iren lîp / bevienc an der krenke UvEtzWh 1644; HvNstAp 15086. unde sô ez niht mê mac fürbringen ze hôhverte [wenn jmd. seine Hoffart auf keine andere Weise zeigen kann] , sô rücket daz den gürtel hœher, sô krümbet daz den huot ûf PrBerth 1:83,16. 1:527,9. – in Zusammenhang mit üppigem / kargem Essen: daz er die gürtel witer lat TannhHofz 126; des gürt ich drîer loche / an der gürtel mîn hin hinder [schnalle den G. um drei Löcher enger] Helmbr 1121    2 die Taille, Gürtellinie mitbezeichnend, mit Präp.: [jmdm.] daz klaide bi dem gúrtel ab sniden PrGeorg 45,37; sî gegeben iu für eigen / mîn lîp, als ich gegürtet bin, / niderhalp der gürtel hin / oder oberhalp der gürtel mîn Heidin I 860; daz har [...] swang im [...] uber den gurtel hin zu tal WolfdD (H) 8,4; vf den gurtel ginc ime der bart Roth 3508; Er 2083; [Helena] was enmitten cleine / und umb den gürtel wol gedrât KvWTroj 20001; underhalp gurtels er in stach Virg 722,11; ein kint was an sînen liden / krump von der gürtel niden LvRegFr 4448; Roth 1371; Serv 524; Wig 6937    3 in rechtsspr. Wendungen bzw. Kontexten    3.1 als in der ~ bevangen hat, als er mit (der) ~ be-, umbevangen ist u.ä. ‘nur mit dem (vom Gürtel zusammengehaltenen) Hemd bekleidet, notdürftig bekleidet’ (vgl. GrimmRA 1,215; H. Hirsch, Die hohe Gerichtsbarkeit, Prag 1922, S. 55): [freier Abzug der Belagerten:] daz ie der man her ûz gienge, / als in diu gurtel umbevienge, / und sîn swert in der hant Ottok 10941; swenn ein schedelich man in dem hof gevangen wirt, so sol im [dem Marschall von Kärnten] in der hofmarschalch antwurten, als in der gurtel bevangen hat und sol er selb uber in rihten UrkÖsterrErbl 161,38 (a. 1307). als er mit guͤrtel umbvangen ist [ sicut cingulo est accinctus ] UrkPölt 56 (a. 1243); UrkCorp (WMU) 706,18. 1100AB,41. 3167AB,5. – in gleicher Bed. auch bî der ~ (cingulotenus): StiftStBernh 165 (a. 1294 kopial)    3.2 als diu ~ bevangen hât und daz jmd. under der ~ hât u.ä. ‘was jmd. am Leibe trägt’ ez sol dehein leitgeb cheinem burger [...] iht geben noch hintz im niht weren [bürgen] , niur als diu guͤrtel bevangen habe, er welle im sein danne beiten [ihm dafür Zahlungsaufschub gewähren] ân vanchnuͤzze StRMünch 195,17. 248,3; daz chains mans chint oder knet oder ander gesinde, daz an seim prot ist, icht mer vortopeln mug, den sein gewant, daz er an hat, und sein guertel umvangen hat StRBrünn 360. swaz er [Schuldner] hinnan fur gewinne uber drizzik phenninge ane daz er under der gurteln habe, daz er ieme [Gläubiger] davon gelte unz im vergolten waerde StRAugsb 224,11. 70,29; kaynes mannes sun, knecht oder frewnt, der sein prot ist oder sein gewant treit, mak nicht mer ym vorspilen, denne was er vnter seinen gurtil beheldet StRIglau 256    3.3 obe/über/ûzerhalp der ~ u.ä. ‘außerhalb des Gürtels: außer dem, was jmd. am Leibe trägt’ der da verspilet, mag nymmer verlisen nvr das, daz er vber seiner gurtel hat StRPrag 12; als er an beraitschaft bei jme hat an dem gwandt außerhalb der gürtl BWB (Sch) 1,944 (a. 1335); das eyn iclich wirt keynen man [...] hoher spilen lase [...], den her ubir den gurtil vorpfenden muge UrkBresl 101 (a. 1324); StRRain 366    3.4 jmd. verzichtet mit der ~ , d.h. unter symbol. Darreichung seines Gürtels, auf einen Besitz (vgl. GrimmRA 1,216), wohl um anzuzeigen, dass er nichts davon für sich oder seine Erben zurückhält: wann ich ze denselben zeiten ains kindleins swanger war, han ich mich des vorgenanten hofs genzlich mit dem [l. der ] gurtel verziechen die ich gerekt [= gerecket ] han, da engegen [zugegen] waren unsere gemægen und auch der [l. des ] kindleins, daz ich ze denselben zeitten unter meinem hertzen trug UrkRott 1,443 (a. 1343)    4 übertr., astronom., ‘die Erd- bzw. Himmelskugel gürtelartig umgebender Kreis; Zone’ [der Äquator] haizt auch dez obersten waltzhimels guͤrtel [ cingulus primi motus ] , daruͤmb, daz er dez selben himels lauf ze mittelst uͤmbgreift KvMSph 20,13; die zwu guͤrteln [ zonae ] , die uͤmbslozzen werden von dem pernkraizze [ a circulo arctico ] und von dem widerpernkraizz [...], die sint unwonhaft durch der grozzen kelden kraft ebd. 33,3

gürtelære stM. ‘Gürtelmacher’ gurtlær und irhære [Weißgerber] , / hantschuostær und buochlære Ottok 65691. – in Personennamen: Wernher der Gv́rteler UrkCorp (WMU) 2948,4; UrkStraßb 3:264,10-17 (a. 1317)

gürtelbant stN. ‘als Gürtel dienendes Band’ si dolten grôze armuot: [...] / seil wârn in gürtelbant, / boese was ir nidergewant LvRegFr 1637; an deme gurtilbande / truc he [Wundarzt] manchirhande / isen PfzdHech 309,6; HvBer 7209

gürtelborte swM. ‘als Gürtel dienender borte do truͦgz ain guͥrtelborten, / der waz ze allen orten / gelich dicke vnde brait; / [...] ain agestain duͥ ringe [Schnalle] waz JvKonstanz 705; daz sîn gürtelborte / ein henfîner fuoterstric / würd Helbl 8,316; daz si wurken inden ramen / wol kund gurtelborten SHort 2164; gúrtel borten wol beslagen / von silber ebd. 6990

gürtelgewant stN. ‘mit einem Gürtel versehenes Gewand’ ich hab gesundet mit guͤrtel tragen, mit schonem guͤrtelgewant DtBeichten 166,262; [vom Besitz eines Verstorbenen] sol ainem waybel [...] werden gürttelgwanndt oberes und unndres, kappen, hosen und schuh WeistGr 1,293 (a. 1330); ich schaff mein guͦrtelgewant [...], daz man vier chelich bereit [...] durch meiner sel hayl UrkRegensb 696 (a. 1350); WolfdA 75,1 (s.a. Meier zu Schultz, Höf. Leben 24,291); UrkEnns 7,146 (a. 1349); WeistGr 1,240 (14. Jh.)

gürtellîn stN. auch gürtelîn. ‘kleiner Gürtel’ im [Mädchen] lag vil nah bi den ziten [= sîten ] / ain gúrtellin von siden smal SHort 2827; [um die Brünne] lag eyn gurtelin, / [...] da von iz [ getwerg ] hatte zcwelf manne craft LaurinA (L) 187. 508; an sînem [des Wirtes (Schachfigur)] gürtellîn / die slüssel hangent Ammenh 15726; si [Frauen] wend ouch haben kleinôt kluog, / schapel, gebende und gürtellîn ebd. 4947; sô danne etelîchez niht mêr hôhvart mac getrîben, sô rücket ez die gürteln [La. daz gurtlin ] hôher PrBerth 1:527,9; EnikWchr 8107; AristPhyll 409. 480; HvNstAp 12577; StRAugsb 42,14. – die Taille, die Mitte zwischen Ober- und Unterleib mitbezeichnend: oberhalben dem gurtelein / merckt man di prustelein, / niderhalben sicht man di stat / da di mynne zalaschs [Herberge] hatt HvNstAp 15089; ir zöpfe liehte unde val / hiengen verre hin ze tal / biz ûf der mägde gürtellîn WvRh 1395

gürtelmaget stF. ‘Kammerdienerin, Zofe’ [Elisabeth] bi ir gurtelmeiden was: / si legete abe ir her gewant, / ein armes cleit si umme want Elis 2440; di selege [...] zu dal / zu den gurtelmeden ginc: / mit in ir kosen si gefinc ebd. 1185. 2449. 2756. 2993

gürtelsenke stF. ‘der durch die Schnalle gezogene und zur Erde herabhängende Teil des Gürtels’, bildl.: [mächtige Könige,] der prise [Pl.] gurtel senke truͦgen, die vil tiefe kunden vallen JTit 5342,2

gürtelsenkel stM. ‘Endstück des durch die Schnalle gezogenen Teils des Gürtels’ ain gúrttel mit edelm gestain – / das der gúrttel senckel solte sein, / das was ain karfunckel hoch erkant, / die ringken ain adamas genannt FrSchw 7958

gürtelsenken stN. ‘das Festerziehen des Gürtels, wodurch sich dessen herabhängendes Ende verlängert und tiefer zur Erde gesenkt wird’ ir gürtelsenken / machet, daz ich underwilent liebe muoz gedenken Tannh 11,11