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ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
      gestalt stF.
      gestalticheit stF.
      gestaltlîcheit stF.
      gestanc stMN.
      gestanden Part.-Adj.
      gestandene swM.
      gestandenheit stF.
      gestanget Part.-Adj.
      gestat stN.
      gestæte Adj.
      gestate Subst.
      1gestaten swV.
      2gestaten swV.
      gestæticlîche Adv.
      geste stF.
      gesteguot stN.
      gesteige stN.
      gesteine stN.
      gesteinede Subst.
      gestelle stN. (?)
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   gestalt - gestelle    


gestalt stF. 1 ‘Gestalt, Form, Aussehen’ die Übergänge sind fließend; vgl. gesteltnisse
1.1 ‘Körper, Statur’
1.2 ‘Form’
1.3 ‘Aussehen, äußeres Erscheinungsbild’
2 ‘Zustand, Gegebenheiten’
   1 ‘Gestalt, Form, Aussehen’ die Übergänge sind fließend; vgl. gesteltnisse    1.1 ‘Körper, Statur’ darumb habentz [die Teufel] nicht gestalt [keine materiellen Körper] . / [...] / si habent weder fuez noch drozzen [Hälse] / daz mann legt ein cheten dran. / solt er aygen gestalt han / von natur, die belib im auch stet / daz ers nicht verwandeln tet Teichn 564,3826. 564,3843. 564,3791; der tiuvel [...] in aines grifen gestalt WhvÖst 10895; wan er was wenyges libes der gestalte EvAug 187,22; sô schüll wir nu sagen, wie des menschen gestalt und seiner glider schickung [Anordnung] uns bezaichent sein nâtürleich siten BdN 42,17. 427,21    1.2 ‘Form’ wanne ob der himel ain ander gestalt het, daz er drieket wer oder viereket oder vileket KvMSph 12,21; uz silber wiz von Kakumaiz / die buͦchstaben gaben schin, / die sus kunten [verkündeten] sine pin / mit der gestalt ir figur WhvÖst 3101; do nate si den selben namen jesus mit roter siden uf ein kleines tuͤchli in diser gestalt: ihs Seuse 154,8; als es an [...] der bvrigær ze Mvͦnchen briefe [...] geschriben ist vnder der gestalt: [... Text der Urkunde] UrkCorp(WMU) 2230,29    1.3 ‘Aussehen, äußeres Erscheinungsbild’ daz flaisch daz hât mangerlai gestalt in mangerlai glidern, wann daz flaisch in der lungen ist von rôter rôsenvarb und ist satrôt in dem herzen, [...], in der milz ist ez swarz oder swarzlot BdN 23,22. 460,30; in der vinster mag niemd varb erkennen, dar umb gibt daz lieht der varb ir gestalt und ir form ebd. 59,12; hêrre, sîne gestalt / kan ich wêrlîch nicht gesagen. / dô ez alrêst begonde tagen, / in der tunkel er mich quam an; / ichn kante weder ros noch man HvFreibTr 2236; ich wil iu zeigen ir [der Walhen] gestalt: / er sî junc oder alt, / die tragent all houben, / daz sült ir mir gelouben, / unde wît röck zwâr EnikWchr 27401; HvNstAp 4459; Helbl 1,274    2 ‘Zustand, Gegebenheiten’ also, daz er vns den selben tvren [Turm] an dem selben tag schol wider antworten in aller der gestalt, vnd er wos [wie er war] UrkCorp(WMU) N516,5; daz [der genannte rechtmäßige Zustand] dem chauffær vnd dem verchauffer nach der gestalt der zeit vnd auch der duͦrftichait werde behalten [nach den Gegebenheiten der Zeit und der Notwendigkeiten gewährleistet bleibt] ebd. 2345,6. – auch von der körperlichen Verfassung: die da heißent gotes kint, / schone [...] die sint, / verre schoner dann sie / ie gewesen sin alhie, / doch in rehter gestalt. / wer eins huͤndert jar alt, / kruͤmp, lam oder blint, / oder wer es ein kint, / ez wirt [...] / als ez zu drissig jaren / enmoͤge niht gereichen [ als ob es an die dreißig Jahre nicht heranreichen könnte/ nicht ganz dreißig Jahre alt wäre] HvNstGZ 6232; ist aber si in der gestalt, / daz si iuch lîhte dunket zalt Ottok 1809. 14448

gestalticheit stF. ‘körperliche Erscheinung, Person’ (vgl. gestalt stF. 1.1): auch datz chirchen sicht man wol / daz man chnien und naigen sol. / da mit ert man nicht di stain, / nur dw heilichait allain / [...] / also wiͤrt auch nicht genigen / der gestaltichait der man / deu got wirdig hat getan Teichn 435,143

gestaltlîcheit stF. ‘feste, materielle Gestalt, Körperlichkeit’ (im Ggs. zu → geistlîchschaft ‘Körperlosigkeit’ ebd. V. 3850); vgl. gestalt 1.1: dein torisch frag [ wie man got ein gestalt czu setzt V. 3854] / ich dir nicht erlayden mag. / waz wiltu gestaltleichait gotes? / wer sich fleizzt seins gepotes, / der erchentn im himelreich Teichn 564,3857

gestanc stMN. ‘(unangenehmer) Geruch, Gestank’ (vgl. gestenke ): ez sprechent auch etleich, daz der frawen daz kindlein ab gê von dem gestanch ainr erleschten kerzen BdN 42,9; sô kümt der fuhs dar ein [in den Dachsbau] gegangen und læzt im seinen mist dar ein. daz gestank hazzet der dachs gar sêr und kümt nümmer in daz hol ebd. 163,23; der vnreine gestanch von dem trache Konr 5,84; wi dise dugentriche / mochte in keinen ziden / nie bosen ruch geliden, / si leit doch hi ir dankes / unmazen vil gestankes / [...] / in somerlicher hitze / vor der siechen betten Elis 3548; HvNstAp 4416

gestanden Part.-Adj. ‘erfahren, erprobt, bewährt’ daz sü in soltent einhellicliche erwelen zuͦ kunige, der von alter ein gerehter gestanderre man were gewesen ClosChr 41,22; vnd die schullen alz oft vnd ein priester abgestirbt, einen andern gestanden vnd erbern wertleichen priester zu der gvlt vnd zu der messe ouf dem vorgenanten alter erchiesen vnd erwelen UrkKlostern 1,260 (a. 1336); waz der geherzete man / und der gestandene muot / durch liebes wîbes willen tuot! / Tr 9225. 6484. – dem unerfahrenen kint gegenübergestellt: mîn munt im hôher vreche giht, / sô touc er doch vor kintheit zuo dem kampfe niht. / gestanden swert ist guot ze grôzer herte Loheng 553; ez [Silber] suln tragen wan diu kint, / diu ritterschaft ze junc sint, / und ein rîcher koufman, / dem stêt ez niht übel an. / ein gestanden edel kneht, / treit er silbr, er tuot niht reht Helbl 8,665

gestandene swM. ‘jmd. der verlässlichen Rückhalt gibt, Anhänger’ wir [...] tvͦn kvnt vch, vnseren burgeren von Strazburc, [...] vnser ansprache, die wir hant gegen den, die sich meisterschefte vnd des rates zi Strazburc an nemment, vnd iren gestandenen UrkCorp(WMU) N2AB,22

gestandenheit stF. ‘Standhaftigkeit’ vnd do der richter sach die gantz trew vnd westendichait tzwischen den tzwain gesellen [...], da lie er den schuldigen mit den vnschuldigen ledig vnd wundert in von der gestandenhait in rechter frewntschaft Schachzb 85,158; herre Ihesu, [...] dv̍ wist vnd geleitest in mit gestandenheit, daz ist, daz er gestat in dinem willen, vntz vf daz iungst ende RvBib 111,10

gestanget Part.-Adj. ‘mit einer Stange versehen, (zum Tragen) an einer Stange befestigt’ min herren gebitent ouch, daz di schrotaͤr alle di meister sind und heizzent, schuͤlen haben von ir ampte zwelf zuͤber gestanget [...] und swa ein fewer uz chumet in der stat [...] da schuͤlen si di [...] zuͤber hin schikhen bi den chnehten UrkRegensb 726 (um 1350)

gestat stN. ‘Gestade, Ufer’ (vgl. gestete ): der swan der wîst daz schiffelîn / gein dem gestade Loheng 712; man setz ain zil an dez meres ufer oder an daz gestat KvMSph 15,15; der vogel [Alcio] legt sein air winterszeiten in den sant und allermaist wenne sich daz mer aufzeuht auf daz lant und daz ûfer oder daz gestat beswært mit seinen ünden BdN 172,2

gestæte Adj. ‘standhaft’ joncfrow, [...] / so ratich uch mit rechten rate / daz ir ur hertze halt ghestate / end vander mynnen keren MinneR336 56. ~ stërne ‘Fixsterne’ alle sternen an dise siben heizent die steten sternen oder die gesteten, wonde si gestetent sint in die witen, die da heizit daz firmamentum MNat 2,17

gestate Subst. ‘Überbringer, Bote’ legalma interpretatur nuntius: gestate Gl 2:624,1 (BStK221)

1gestaten swV. staten1

2gestaten swV. zu deutlich seltenerem staten2 . ‘(jmdm.) etw. erlauben, gestatten, zugestehen’ (oft zusätzlich mit Dat.d.P.) 1 mit Gen.d.S.
2 mit Akk.d.S.
3 mit abh. Satz
4 mit Inf. oder Gerundium mit ze
5 mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.
   1 mit Gen.d.S.: die heten vil ungern / gestatet solher tât Ottok 31328; des enwil sîn magenkraft / niht verhengen, noch gestaten KvWTroj 7041; GenM 78,2; Lanc 385,35. wir mugin vil wole / in wîgis gestaten. / weiz got, wir sulin si gesaten / strîtis unde vehte SAlex 4542; do Herman [...] dem eine offene wunde stach [...], darumme nu zu rechte Herman dem richtere gevangens gestaten sal StRFreiberg 196,31; Mechth 2:24,77; 5:34,25; Litan 1386; Tr 1240    2 mit Akk.d.S.: ‘hey herre got’, sprach die konigin, ‘warumb gestattet das myn herre? Lanc 139,5; wer, das aber der vorgenante schultheise [...] dekeinen [irgendeinen] vbergrif wolte tvͦn anders, danne da erteilet wurt, das sol ein bischof von Strasburg weren vnd dekeine wis gestaten UrkCorp N185,39 (WMU). alles das dir got gestattet, das tuͦ mir Mechth 4: 17,23; ‘ez [Euch mein Reitpferd zu leihen; Hs. er ] mohte mir licht gestaten’, / sprach er, ‘die rede, die ir tūt [die Vereinbarung, die Ihr vorschlagt, würde mir das sehr wohl erlauben] Krone 19587 (anders BMZ: intr. ‘angemessen sein’    3 mit abh. Satz: gestatestû, daz dich diu minne / verleitet Eracl 2988; gestatent ir, daz Pârîs / belîbet hie ze hove niht KvWTroj 3368. von diu so nesol dehein vrouwe / gestatten ir diwe, / daz si sie vor lazze gan VRechte 210; herre got, gestate mir, / daz ich si sehen müeze MF:Reinm 7: 10; swelch rihter [...] andern liuten gestatet daz si unreht urteil sprechent SpdtL 149,24; auch mit des als Stellvertreter im übergeordneten Satz (vgl. 1): dar umbe gestatet des der getriuwe got, daz dicke sîne vriunde vallent in krankheit Eckh 5: 260,4; Parz 701,24; Mühlh 103,13. nu gestate, herre, mir des, / daz ich din lop gesprechen mege SüklZw 2    4 mit Inf. oder Gerundium mit ze: daz si nieman dehein unreht tuon noch gestaten ze tuon SpdtL 151,9. das si [die Pflanze] di bosen druse vertribet unde in nicht gestatet zu wachsene Macer 6,23    5 mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.: daz almusen gebet mit gutem willen eur iegliches alz im got gestat PrOberalt 116,39

gestæticlîche Adv. zur Suffixvariante -enclich vgl. Mhd. Gr. Wortb., A102. ‘beständig’ tzo dem iersten mael suldir ur lief / altzyt mynnen sonder blyf / und gestedencliche mynnen MinneR336 365

geste stF. ‘Geschichte’ (aus lat. gesta, vgl. afrz. geste): wider daz tal zAnferginân; / daz was des trachen heimwist [Heimstätte] , / alsô man an der geste list Tr 8942

gesteguot stN. ‘fremdes Kaufmannsgut’ (vgl. DRW 3,1194 s.v. Gastgut; vgl. gastguot ): were aber daz etlich burger gesteguͦt fuͤrten und doch burchreht darumb niht ufgeben, die sullen die buͦzze dulden StRAugsb 44,10; der geste gut fuͤret NüP 106

gesteige stN. auch gasteige. ‘ansteigender Weg’ an deme gesteige [ per ascensum Is 15,5 ] Luit wirt er ufgen weininde Cranc Jes 15,5. Jer 48,5; daz der erber herre, [...] gechauffet hat [...] iren weingarten, [...], vnd ist gelegen an dem gastaig ze nachst dem Radecker UrkKlostern 1,138 (a. 1313)

gesteine stN. Koll. zu stein . 1 i.d.R. bezogen auf Edelsteine; häufig in Kollokation mit edel , seltener mit guot und Adjektiven, die den Glanz hervorheben
1.1 bezogen auf eine Anzahl von Edelsteinen
1.2 bezogen auf das Material
2 ‘Schachfiguren’ (sowohl als bloße Mehrzahl als auch als vollständiger Satz)
3 ‘Steine, Gesteinsbrocken’
   1 i.d.R. bezogen auf Edelsteine; häufig in Kollokation mit edel , seltener mit guot und Adjektiven, die den Glanz hervorheben    1.1 bezogen auf eine Anzahl von Edelsteinen: di tabele, dâ si zô saz, / [...], / di was von elfenbeine, / gezîret mit gesteine SAlex 5902; er gap im rîcher koste solt, / lieht gesteine und rôtez golt / und silbers manegen stærlinc Parz 335,28; daz nie dhein künic sîn krône / mit gestein sô wol gezieret, / also der palast was gefurrieret EnikWchr 18177; milte zieret edeln muot / sam daz golt gesteine tuot KvWLd 18,2    1.2 bezogen auf das Material: daz muosen tiure näphe sîn / von edelem gesteine, / wît, niht ze kleine. / si wâren alle sunder golt Parz 84,25; da lach ane der iachant / so man in bezzesten uant / saphirus unde tobazivs / zirten wole daz gotes huͦs / unde andere edele gesteine VMos 56,10; ein kunigin [...] brachti michilin scaz, / thymiama undi opes, / des edilin gistenis / grozzis undi cleinis LobSal 141    2 ‘Schachfiguren’ (sowohl als bloße Mehrzahl als auch als vollständiger Satz): Tristan in dem schiffe ersach / ein schâchzabel hangen, / [...] / vil schône und wol gezieret, / [...] / dâ bî hienc ein gesteine / von edelem helfenbeine / ergraben wol meisterlîche Tr 2225; daz virde teil [des Buches] wil rangin [bemüht sich um] / von der gesteine gangin. / daz erste capitil in der gemein / sagin wil von dem gestein. / daz andir capitil sundir wanc / sagit von des kungis ganc PfzdHech 164,18; ir daz bret und sîn velt / mit dem gestein bestellet seht HvBer 9644; ieglîchs gestein zwên alten hât ebd. 10212 u.ö.    3 ‘Steine, Gesteinsbrocken’ do floc in [den Angreifern] engeine / schutze vnde gesteine Herb 4330; liebe mynne, / du bist sterker dann gestein Minneb 2055. 5371; do sprach zv im ainre vz sinen ivngern. meister siech vf. welich gesteine vnd welich gestifte. do antwurt Ihesus vnd sprach zv im. siehst dv dis grozzen bawvnge [hier der Tempel] . niht wirt gelazzen steine vf steine [ Mc 13,1 ] EvAug 110,17

gesteinede Subst. ‘Edelsteine’ [Das wâpencleit war] von baldekîn ein phellel breit, / dar ûf gesteinde mancher hande: / robîn men dâr erkande, / [...], / smaragdus und adimant, / crisolde und calcidône Demantin 8489

gestelle stN. (?) 1 der Ort oder der Unterbau, auf den etw. gestellt oder aufgebaut wird, tragende Konstruktion, Gerüst (vgl. mülen ~ , tisch ~ )
1.1 ‘(Aufenthalts-)Ort, Stelle’
1.2 Gestell eines Wagens
1.3 hierher wohl auch, im weiteren Sinne einer Ablage ‘Kiste, Truhe’
2 Arm-/  Handhalterung, mit der man den Schild in Stellung bringt (vgl. armgestelle
und Schultz, Höf. Leben, 2,72)
3 ‘Beschaffenheit, Aussehen, Zustand’ (vgl. gestalt 1.3 und DWB, 4,1,  2,4221)
4 ‘Nachstellung’ (vgl. stellen ‘nachstellen’ )
   1 der Ort oder der Unterbau, auf den etw. gestellt oder aufgebaut wird, tragende Konstruktion, Gerüst (vgl. mülen ~ , tisch ~ )    1.1 ‘(Aufenthalts-)Ort, Stelle’ [Geistwesen sind ausdehnungslos. Wenn sich alle Engel, Seelen usw. in einer Kirche versammelten] giengen als vil lauͤt in chor / zu der weil als nach und vor, / [...] / so gar chlain ist daz gestell / da sich gaistleich dinch enthaben [aufhalten] Teichn 7,72. 311,106    1.2 Gestell eines Wagens: der herwagn / der den künec solde tragn ─ / daz gatr und daz gestelle was / silber wîz lieht als ein glas RvEAlex 5443; dô hiez der künic Nerô / bereiten einen wagen dô, / der was aller silberîn. / die schîben wâren guldîn / und daz geriht [La. gestelle, vgl. 2gerihte 2 ] gemeine. / mit edelm gesteine / was daz geriht [La. gestelle ] beleit EnikWchr 23237    1.3 hierher wohl auch, im weiteren Sinne einer Ablage ‘Kiste, Truhe’ theka: kaste, gestelle VocOpt 8.005    2 Arm-/  Handhalterung, mit der man den Schild in Stellung bringt (vgl. armgestelle und Schultz, Höf. Leben, 2,72): die [Schilde] wurden ouch alsô gar / unz anz gestelle zeslagen, / daz si ir niht mêre getragen / vor den armen mohten / und in ze wer niht tohten Er 9142; er stach ir einen [einem von ihnen] ûf den schilt, / daz daz gestelle gar zerbrach / und man den schilt vallen sach / verre und der man gesaz UvZLanz 6385; En 5760    3 ‘Beschaffenheit, Aussehen, Zustand’ (vgl. gestalt 1.3 und DWB, 4,1,  2,4221): wer in einen spiegel sehen well, / der sech nur in der werlt gestell. / alle dw werlt mit iͤr sach / ist als ein vaym [Schaum] in einem pach Teichn 22,54; in grozer andacht si enphienc / von meister Cunrade / zu dugentlicher gnade / in grozer odmudekeit / ein hertes unde ein smehes cleit, / an gestelle dunkelvar / unde an gulde snode gar Elis 6805    4 ‘Nachstellung’ (vgl. stellen ‘nachstellen’): do [am Kreuz] die menscheit wider quam / zu ir rechten vrilichen art / und der tuvel geschelket wart, / der mit spen [l. spæhen ] gestellen / zu der tiefen hellen / den menschen dachte vorsenken HeslApk 19621