Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
      gelübede stFN.
      gelûch Adj.
      gelûchte stN.
      gelücke stN.
      gelückede stN.
      gelückederat stN.
      gelückelich Adj.
      gelücken swV.
      gelückhaft Adj.
      gelückhaftic Adj.
      gelückic Adj.
      gelückrat stN.
      gelücksælic Adj.
      gelücksamicheit stF.
      geludeme stN.
      gelükt stN.
      gelummere stN.
      gelüpnusse stF.
      gelüppe stN.
      gelüppic Adj.
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   gelübede - gelüppic    


gelübede stFN. auch gelobede, -lov-. 1 ‘Gelöbnis, Versprechen’
1.1 allg.
1.2 in Verbindung mit best. Verben
1.2.1 ein (sîn) ~ tuon ‘ein (sein) Versprechen geben’
1.2.2 sîn (ein) ~ leisten, bewæren, behalten u.ä.
1.2.3 (zer)brechen, abe gân u.ä.
1.3 auf das Eheversprechen bezogen
1.4 relig.
1.5 Gottes Verheißung (entspr. lat. promissum , promissio )
2 ‘Vereinbarung, Vertrag’
2.1 ‘bindende Verabredung, Abmachung’
2.2 ‘Abkommen, Bündnis’
   1 ‘Gelöbnis, Versprechen’    1.1 allg.: swer der ist, der sich in ein ainvnge zuͦ dem andern gesatzt hat mit eiden oder mit gelubden oder mit brieuen oder mit widerwette UrkCorp(WMU) 467,15 u.ö.; swaz er [Freier] die iuncvrowen bat / und mit gelubde ir zutrat / [...] die gotes getruwe Agnete / bot im ie toubez ore PassIII 111,66; nâch ir gelübde se tâten UvZLanz 8823; nû man ich iuch [...], / daz iuwer gelübede habe kraft Iw 6838; daz er der jârzal vergaz / und sîn gelübede versaz ebd. 3056; schoͤnú gelúbde sunder trúwe tat das ist valscheit von des túvels rat Mechth 3: 14,18; Parz 280,24; Krone 22572; SSp(W) 2:30. 3:54,2 u.ö.    1.2 in Verbindung mit best. Verben    1.2.1 ein (sîn) ~ tuon ‘ein (sein) Versprechen geben’ ain gelubede wart dâ getân Kchr 8580; gelobet im doch daz beide, / daz er des lîbes sicher sî. [...] / nu diz gelübede was getân Tr 10498; Kreuzf 4846; Parz 717,7. – mit Dat.d.P.: ich bin der êrste, der û nu / des mîn ganz gelubde tû: / ich leiste allez, daz ir / hie wellet und bevelhet Kreuzf 4776; Ottok 75976; UrkCorp(WMU) 1603B,8. – mit ~ erläuterndem abh. Satz: sie taten ein geloͮbede [...], / daz sie an deme nehisten tage / ritten beide samint iagen Ägidius 453; Tr 6364; ein gelubde sie tâten under in, / wer die stat gewunne, des solde sîn / den gênden [dem Fußvolk] die bereite habe Kreuzf 2857. – mit Gen. oder Präp. von: di [...] hatten [...] / veste globede ouch gedan / steder kuschekeide Elis 5430; ob unser frowe gelübde tet von irem magtuom ThvASu 120,33. – anders: Mâbûz sîne gelübde tete [tat, was er versprochen hatte] / und sluoc des jâres nieman UvZLanz 3824    1.2.2 sîn (ein) ~ leisten, bewæren, behalten u.ä.: er [ Crist ] leistit sin gelvbede / den gloubigen albereite / nah siner warheite Glaub 1162; Herb 15899; Albert 48; EnikFb 1837; Seuse 144,16; nu gilt mir min diͤnst, guͦt geldere, / din gelovd an mir bewere! MarlbRh 50,8; swelher vnder vns beiden ditz gelvbde niht behalte, als hie geschriben ist, den slahe got UrkCorp(WMU) 486,42; daz er si [Rüdiger die sînen ] behalten bat / sîn gelübde und sînen eit [die er als Unterhändler den Gegnern geleistet hatte] Bit 8611; Mai 230,12; MarLegPass 3,138; Wernh D 3603. wâr lân/halten: und quam in an dem phingestage / [...] der heilige geist ze trôste, / der [...] daz gelübde wâr liez, / daz in Christ selbe gehiez KvHeimUrst 1183; ich wil min gelubde war lan Rennew 8538 u.ö.; ane allen var / halt ich min geluͤbde war ebd. 24626    1.2.3 (zer)brechen, abe gân u.ä.: swie niuwelîch diu guote / warnen verlobet hæte, / daz gelübede beleip unstæte, / wan si zebrach ez dâ zehant Er 4143; Rennew 29354; Wh 177,23; HeslApk 7869; im solte Gilân / sînes gelübedes abe gân Tr 16088; Krone 11388(La.); dat ich min gelovd wold nider legen MarlbRh 105,16    1.3 auf das Eheversprechen bezogen: nû bist dû [ êbrecher ] meineidic dîner gelübede PrBerth 1:279,27; ob ir [...] dekeinem wîbe von gelubede gebunden sît StatDtOrd 127,16. 102,4; ob ein man chlæglich ein maget oder ein wip ansprichet, daz si mit im haimlich ze geluͦbde sei chomen vnd ze chonmanne in habe gelobet ze nemen UrkCorp(WMU) 2345,1. – bildl.: ich hate einen trom gemehelt, ich hate den wan besessen! eya, wa nu des wanes bilde, des tromes gelúbde? Seuse 361,8. 410,20    1.4 relig.: mich läitet mînes gelouben gelubde [mein Taufversprechen] / daz ich von des tôdes gehugde / eine rede fur bringe Erinn 1. – als Ordensgelübde, Profess: von deme gelovde mache er [Postulant] eine bete [ petitionem ‘Urkunde’] zv der heiligin name BrHoh 58; BrZw 58; der bruder [...] uz sime gelubde gienc, / die itelkeit in under vienc / daz er niht nach tugenden warb Vät 15089. 14214; Pl.: der [Stellvertreter des Hochmeisters] entphâhe dieselben gelubede mit den vorgenanten worten StatDtOrd 128,16; daz wir vns dar zvͦ gibuͦnden mit vnsirre trwͦe han vnd mit allen den giluͦbiden, die ieman gitvͦne magc, da mitte wirs gibuͦnden sin vͦnsirm herringot vnd dem selbin ordin UrkCorp(WMU) 164,27    1.5 Gottes Verheißung (entspr. lat. promissum, promissio): ich wil senden daz gelubde mynes vater in uch [ Lc 24,49 ] EvBerl 98,27; EvAug 208,20; bîtet des gelübedes, daz iu der vater gelobet hât: daz ir getoufet werdet in dem heiligen geiste [Act 1,4] Eckh 2:73,4; swie gwis von irm schepfere / daz gelobede were, / doch was iz zwivels nicht ane HeslApk 20768; KvHeimUrst 1183 (s. 1.2.2 ); PassI/II 346,90; TvKulm 5495. unde wânten sie vür wâr, / sie wêren [...] / in daz lant des gelübdes [das gelobte Land] kumen HvFreibKr 466    2 ‘Vereinbarung, Vertrag’    2.1 ‘bindende Verabredung, Abmachung’ swaz ein hausfrawͤ geluͤbd tuͦt ân irs wirtes willen, daz sol chain chraft haben StRMünch 380,9. – jmds. ~ stât alsô u.ä.: swer sô phenninge oder silber gelden sal, bûtet her dâ wette vor, her en ist dar mite nicht ledic, ir gelobede en stûnde alsô SSp(W) 3:40,2; ir gelobede en stûnde anders ebd. 3:5,5. 3:9,4; Mühlh 170,19.23    2.2 ‘Abkommen, Bündnis’ der vride wart bestêtiget wol, / als man mit gelubde sol LivlChr 200. 3503; [sie] zerprachen die gelübde [ frangentes federa ] HvHürnh 22,12. der gelübede arke [ foederis arca, die Bundeslade] Reinfr 13102; Cristes menschheit [...] ist [...] / befiguriret starke / bi der gelubdis arke TvKulm 1630. 5463; Mügeln 124,6. – in Übers. lat. Wendungen (foedus icere/ferire, foedus inire): er slet durch di keine geschicht / mit dir kein gelubde nicht Hiob 14944; Jacob [...] / mit Laban ein gelubde slug HistAE 756; ein gelubde [...] / Isaak [...] an / ging [...] / mit Abimelech ebd. 713

gelûch Adj. Herkunft unklar (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4, 502 glûh, 2.). ‘aufgedunsen, geschwollen’ bra vnd wintbra waren ruh. / sin nase grosz vnd geluh Krone 19659. 19715. 6037; do irkante sy sin [Hiob] nicht / durch der gluchen sweren gicht / mit dem er leitlich waz geslayn Hiob 1052; als jenen der da yzt zuvil, / so daz im bin der hut sin buch / sere donet und wirt gluch ebd. 8170. 1130; der lîb von swulsten glûch NvJerAdalb 274

gelûchte stN. geliuhte

gelücke stN. auch -luch- ( StrKD 70,78. 107,228; PrGeorg (Sch) ). – selten Pl. ( KLD:Namenlos h 8,6; PrGeorg(Sch) 1,33.35.37 ). – Erst mhd. belegt ( SAlex 6292 ). 1 ‘Schicksal, Geschick, Zufall’
1.1 allg.
1.2 von ~ ‘durch Zufall, zufällig’
1.3 etw. an (ein) ~ lân ‘etw. dem Schicksal anheimstellen’
1.4 jmds. ~ ist guot u.ä.
1.5 übertr., ‘vom Geschick zugewiesene Lebensstellung’
2 ‘günstiges Geschick, glückliche Fügung, Glück’
2.1 allg.
2.2 ûf/nâch ~ ‘auf gut Glück, aufs Geratewohl, in der Hoffnung auf Gelingen’
2.3 gelückes vunt ‘Fund durch glücklichen Zufall’
2.4 häufig guot ~ (vgl. 1.4
)
2.5 zusammen mit bedeutungsverwandtem heil , (ge)linge , sælde u.ä., teilw. formelhaft
2.6 im Ggs. zu arebeit , ungelücke , unsælde u.ä.
2.7 in Verbindung mit best. Verben;
2.8 im Anschluss an die mittelalterliche Vorstellung des personif. Glücks, der vrou Sælde (vgl. de Boor, Fortuna S. 311 Anm. 1 [Lit.] und S. 314-320), teilw. sprichw.
2.8.1 gelückes rat (vgl. gelückrat ), das sich drehende Rad des Glücks ( rota Fortunae )
2.8.2 gelückes bal, schîbe u.ä.
2.8.3 ~ ist sinewel, walzet
2.9 personif.
   1 ‘Schicksal, Geschick, Zufall’    1.1 allg.: der hêre unde sîn here / fûren dô uber mere / dar si gelucke sande En 3743; gelücke iuch müeze sælden wern Parz 431,15; gelücke iu heil / gebe ebd. 450,25; KvWSchwanr 1534; des helfe mir gelücke, daz si uns genædic müeze sîn NibB 1154,4; mit gelükke, daz dâ heizet sors, / gewan her Heinrich drîzik ors DietrGlesse 701; Parz 322,19; Wig 1382. wan hete ich zu der stete pflicht, / so hieze ich ouch gelücke nicht Frl 5:51,14; gelücke ist underscheiden. [...] / daz ein ist gut [...]. / ouch wizzet, daz gelücke ist böse ebd. 5:52,1.7. – vom Ausgang, Erfolg einer Sache: der abbet [...] warte der vischære, / welh ir gelücke wære. / [...] er sprach: ‘wie ist ez ergangen? / habet ir iht gevangen?’ Greg 982    1.2 von ~ ‘durch Zufall, zufällig’ von gelücke daz geschach LBarl 6201; bî Rôme ein hûs verborgen [...] stêt [...]. / wer ez suochet und wil ez vinden, / vor dem kan ez verswinden. / von gelücke man dar komet UvEtzAlex 12519; er [Christus] trug [...] / sin cruce; von gelucke / Simon quam und half im train [vgl. Mc 15,21 ] TvKulm 4504; Wh 8,19; RvEBarl 2108; DvASchr 356,26    1.3 etw. an (ein) ~ lân ‘etw. dem Schicksal anheimstellen’ daz ir iu kieset einen man [...], / der ze kampfe sî getân / und an gelücke welle lân, / weder er genese oder entuo Tr 6118; Eracl 4872; ähnl.: daz gluͦck sich / vnderwijlent verkeret, / vnde danne den man vneret, / der sich so an es verlat [sich ihm ausliefert] Krone 21513. – vgl. andererseits: nu muͤste [...] / Gedeon [...] an got sin gelúcke lan [seinen Erfolg oder Misserfolg Gott anheimstellen] RvEWchr 18578    1.4 jmds. ~ ist guot u.ä.: [Turnus:] ich wolde ê selbe sterben [im Zweikampf gegen Aeneas] . / iedoch trouwe ich wol genesen, / sal mîn gelucke gût wesen En 8734; swaz man dem unsæligen [zum Unheil Bestimmten] tuot, / sîn gelücke wirt doch nimmer guot Er 6007; UvZLanz 8504; Iw 5517; sie wolde baz ir gelucke sehen Herb 15809    1.5 übertr., ‘vom Geschick zugewiesene Lebensstellung’ her [...] vregete si wi si hizen und wannen si wêren und waz ir glucke wêre. dô sageten si iz ime: ‘wir sint erzte und sint kristen.’ HvFritzlHl 206,2    2 ‘günstiges Geschick, glückliche Fügung, Glück’    2.1 allg.: ich hân gehœret jehen, / daz schade nâch gelücke kumet Bit 2925; wir haben Gaschiere / gevangen einen grâven abe [...]. / sölch gelücke kumt uns selten Parz 31,26; UrkCorp N746,9; mir was gelückes dâ verzigen Iw 748; owê, dâhte der künec dô, / wie wenket mir gelücke sô? / waz ist der gote râche ûf mich? RvEAlex 342; JTit 5081,1. – als Prädikativum: sie [die Menschen] [...] vielen in mangen irretuom. / daz gloupten sumelîche / daz al daz ertrîche / ein gelücke wære LBarl 2400; dâ stuont ein wol gewahsen eich, / diu was im ein gelücke. / an si kêrt er den rücke / und hete von ir schirmes gnuoc, / sô daz in nieman hinden sluoc KvWTroj 34753; LivlChr 11054; von einer Person: dô der süeze Anfortas / dîn wirt unt dîn gelücke was [d.h. derjenige, der dich glücklich machen konnte] Parz 441,24    2.2 ûf/nâch ~ ‘auf gut Glück, aufs Geratewohl, in der Hoffnung auf Gelingen’ [Kaiser Eraclius will mit der Kreuzreliquie nach Jerusalem einziehen:] barvuz mit grozer armekeit / nam er do uf den rucke / daz kruze uf gelucke / und quam alsus zu der stat. / seht, wa die mure [die sich ihm zuvor verschlossen hatte] entzwei trat / und lie wesen als da vor / an ir ein gerumez tor! PassIII 282,68; ubir dî brucke / sach man ûf gelucke / dî brûdre loufin NvJer 12322. den ein tuot waffen vrei [macht seine Bewaffnung unbekümmert] , / so vert der [andere, Unbewaffnete] nah gelüke Krone 2933; Jeisbût intsebete, / daz er hatte des tôdis stich [...]. / îdoch slûg er zurucke / nach wânis gelucke NvJer 19667    2.3 gelückes vunt ‘Fund durch glücklichen Zufall’ quecsilber wart nie wilder dan gelückes vunt RvZw 264,3; dich mag wol betowen / gelúkes funt vnd selden [= sælden ] regen MinneR471(Pf) 2,47. – von einer Person: mîn trût, [...] du bist gelükes vunt SM:KvL 2: 4,4. 10:2,11    2.4 häufig guot ~ (vgl. 1.4 ): und wirt er danne des gewert, / daz sîn ein guot gelücke pfliget / und er den lewen an gesiget UvZLanz 1741; der man hât guot gelücke, / swer den stein [einen achât ] bî im hât: / swâ er rîtet oder gât, / er wirt nimer gevangen Volmar 206; Herb 1653; KLD:RvR 2,47; LivlChr 11970; Tauler 189,3    2.5 zusammen mit bedeutungsverwandtem heil, (ge)linge, sælde u.ä., teilw. formelhaft: durch vnser sele giluͤke vnd haîle UrkCorp(WMU) 473,19; PrGeorg(Sch) 15,283; Tristan [...] seite im, alse ez was geschehen, / sîn gelücke und sîne linge Tr 16193. 10593. 18455; KvWTroj 27546; gesuntheit, sælde und allez guot, / gelücke, vreude rîchen muot / enbiutet dir [...] der vater dîn RvEBarl 13818; Herb 6770; Athis C 152; Eckh 5:55,19    2.6 im Ggs. zu arebeit, ungelücke, unsælde u.ä.: nu er im hæte geseit / sîn gelücke und sîn arbeit Tr 10746; daz unglück und glück peidiu ungewis sint und unstæt BdN 203,26. 203,21; JTit 2211,1; Eckh 1:276,2 u.ö.; leider tac, [...] / du wære ie mînes heiles diep, / der mîn gelücke stôrte / mit unsælden kumberlich KvWLd 15,35; dis betrahten [...] truket mich in gelúcke und haltet mich in widerwertikeit [ me erigit in adversis, in prosperis deprimit Seuse, Horologium 493,15f.] Seuse 255,4; MarlbRh 3,27    2.7 in Verbindung mit best. Verben; ~ waltet: daz her den lip ie behielt, / groz gelucke des gewielt GrRud H 56; gelücke müezes walden! Parz 678,17. 351,22. 701,27; SAlex 6292; UvZLanz 4464. – jmdm. geschiht ~ : da ime daz gelucke geschach / daz her den heiligen man sac Ägidius 902; Troylus des genoz, / daz er im [dem Diomedes] daz ros erstach. / svlich gelucke im geschach Herb 6378. vns enkan gluckes niht geschen ebd. 11926; Tr 7464; LivlChr 9318. 11217. – jmdm. volget ~ : daz dem wirte nie / an deheinem dinge missegie, / wan daz gelücke volget im ie Wig 1052; MNat 17,20; so bit ich got, das [...] dir alles gelúck und heil volg Seuse 483,5. 394,7; ähnlich: hôch gelücke mit im vert, / manlich heil ist im beschert RvEAlex 4757. – ~ wächst, geht auf, schwindet: sô möhte ime gelücke, heil und sælde und êre ûf rîsen Walth 29,31; von sældenrîchem manne / gelücke wahset mit genuht KvWTroj 5691. 12449; des vater guot gelücke swein RvEBarl 13725; sie slûgen manchen rischen man, / die sich wol mochten hân gewert, / wêr ir gelucke nicht verzert LivlChr 1468. – jmd. hât ~ : den Crichen gebristet niht. / ez ist ein harte riche dit. / sie han gelucke vnde heil Herb 2154; waz haben wir wider got getan, / daz wir gluckes niht enhan? ebd. 11684; swer wænet hân gelücke ân in [ got ] , / daz ist ein tœrlîcher sin RvEAlex 4801; NibB 249,3; Wig 1883; NvJer 19915; subst.: der on al buß / wirt von diser welt begraben / mit dem boͤsen gluͤck haben, / das ist ain versichtlich sach, / er kom doͤrt ze ungemach Teichn 577,48. – jmd. versuochet sîn ~ : dô versuochte unser herre sîn gelücke dannoch baz PrBerth 2:209,11; Ammenh 17943; mit folgendem indir. Fragesatz: ich wil vürebaz / mîn gelücke noch versuochen, / ob dâ vrouwe Sælde mînes heiles welle ruochen Neidh WL 35:3,12; Walberan(L) 2782; Seuse 12,12; ähnl. RvEWchr 18370. – etw. stât an ~ : ieglich ellenthafter degn / muoz al sîne manheit lân / an sælde und an gelücke stân RvEAlex 7138; vil dinges an gelu̇cke stat UvZLanz(K) 7518b; RvEBarl 11864    2.8 im Anschluss an die mittelalterliche Vorstellung des personif. Glücks, der vrou Sælde (vgl. de Boor, Fortuna S. 311 Anm. 1 [Lit.] und S. 314-320), teilw. sprichw.    2.8.1 gelückes rat (vgl. gelückrat ), das sich drehende Rad des Glücks (rota Fortunae): daz stât an des glückes rade Freid 110,17; daz glüches rat / jst vertig vnd sinewel Krone 4144; wolde geluckes rat / uf minen gewin sich schiben MinneR210 222; jô walzet ir [der sælde ] gelückes rat / vil stæteclîche ûf unde nider KvWTroj 2350; im diente des gelückes rat, / daz im nach êren umbe lief ebd. 7244; KvFuss 1620; RvEAlex 2407; SM:Wi 9:12,3. – bezogen auf das Bild / die Vorstellung menschl. Figuren, die mit dem Glücksrad auf- und absteigen: gelückes rat daz treit vier man: / der eine stîget abe, der ander stîget an, / der dritte ist obe, der vierde der ist under Sigeher 7,1; Wig 1047; SM:JvR 1:13,1. – jmd. sitzet / vert / stîget ûf gelückes rade u.ä.: wer hât ir [der Frauen] gunst, der sitzet ûf dem glükes rade SM:JvR 1: 10,13; sie vuoren ûf gelückes rade Flore(S) 845; sie wâren hôhe gestigen / ûf des gelückes rat, / nû müezen sie von der stat / aber nider rucken ebd. 6149; er [Georg] ist komen ûf gelückes rat, / daz muoz im immer stille stên [d.h. sein Glück nimmt kein Ende] Georg 194; RvZw 91,4; JTit 5277,2; Neidh WL 25:6,13. got werfe in von gelückes rat Freudenl 698; ich muoz iemer ligin under glükes rade, / mirn helfe ûf mîn frowe sældebære SM:  Had 30: 1,9; KvWLd 1,128. – seltener stellt das Rad selbst das Glück dar: sô vürhte ich, daz gelückes rat noch vor dem rîche [dem Kaiser] stille stê [d.h. nicht bis an ihn herankommt] WernhSpr 10,9; zuo slîchet dir gelückes rat / und setzet dich ûf sich enbor Georg 2360; gelückes rat ist sinewel, / im loufet maneger nâch, doch ist ez vor im gar ze snel / unt lât sich doch erloufen williclîch, den ez beswîchen wil RvZw 91,1. – Bez. einer wie ein Rad gebauten Brücke, die nur tugendhafte Leute über sich lässt, andere herabwirft: dar nach rayt der Printzel / [...] uber deß geluckes rad / [...] durch das tor in di stat HvNstAp 11335. 11206(La.). 13433    2.8.2 gelückes bal, schîbe u.ä.: geluckes balle [...] het inz geweltzet bazzer JTit 2418,2; die [Krieger] hetten sich gelazzen / zv tode vnde zv libe, / dar nach daz die schibe / des gluckes leuffet vnde get Herb 13167; ûf gelückes schîbe / stên ich nû ze stunden SM:Ro 3: 3,5; Martina 218,28; Erlös 2820. gelücke ist rehte als ein bal: / swer stîget, der sol fürhten val Freid 114,27    2.8.3 ~ ist sinewel, walzet: gelücke daz ist sinewel dicke alsam ein bal Kudr 649,2; gelücke ist oft sinewel, / hiute nider, morgen hôch Gauriel 4982; Wh 246,28; Krone 5965; Renner 17270; auch Pl.: gelücke diu sint sinewel KLD:Namenlos h 8,6. gelücke ist gar ein wildez lôz, / daz dicke walzet an und abe KvWTroj 18400    2.9 personif.: gelücke daz enhœret niht / und selten ieman gerne siht, / swer triuwe hât Walth 90,19; mir hât gelücke dich / gesendet, herzen freude mîn Parz 801,6; dô kêrte von in unde vlôch / gelücke, daz in wonte bî KvWTroj 5755. 12608. 18960. 22844; Krone 11192. 11344; RvZw 248,4

gelückede stN. stF. Seuse 364,26 (s.u.). ‘Glück’ gelúkt hat mir mit dir [Gott] gevolget und alles guͦt han ich in dir und mit dir besessen Seuse 15,23. 15,22; daz er sin glúkt an ir versuͦchte, ob er si von der schedlichen wise zuͦ got moͤhti bringen ebd. 136,5; das man verbotten hât durch der stat gelùkt und hail willen, das nieman ainen pfenning umb den andern ze wuͦcher lihen sol StRStGall 15,16. – übertr., als Anrede eines Kindes: do er sah daz kindli also weinen, do trukt er es lieplich an sin herz und sprach: swige, gelúkd mins! Seuse 122,11. – personif., ‘Glücksgöttin’, stF.: es waz liep und leid, leid und liep, dar na als es gab der Glúkd rad Seuse 364,26

gelückederat stN. ‘Glücksrad’ da sitzet fro selde mit irem glúktrad Seuse 435,7

gelückelich Adj. , -lîch(en) Adv. 1 Adj. ‘günstig’
2 Adv. ‘gut, glücklich’
3 Adv. ‘glückbringend’
   1 Adj. ‘günstig’ [die erste Stufe der Tugend ist] nv̍t forchten nv̍want vnnerberu̍ ding vnd liden notfestlich widerwertigu̍ old gluklichv̍ ding RvBib 174,10    2 Adv. ‘gut, glücklich’ swaz ir dorch in [Eneas] getût / daz enmach niht sîn verloren: / ir habet geluckelîche erkoren [eine glückliche Wahl getroffen] En 1550; da von froͤd myn hertze hat / das es dir gluͤcklichen gat KonstBrf 69,26    3 Adv. ‘glückbringend’ [ die heiden ] iren goten tâten / opfir grôz mit lobe, / dî in gewesin obe / wâren mit geleite / geluklîch an der reite NvJer 23377

gelücken swV. 1 unpersönl. mit Dat.d.Pers. ‘glücken, gelingen, Erfolg haben’
2 persönl., in der Verbindung gelücket sîn ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich sein’
3 refl. ‘sich erfolgreich erweisen’
   1 unpersönl. mit Dat.d.Pers. ‘glücken, gelingen, Erfolg haben’ mocht mir gelucken / in myn leben eyns alsoe, / soe wold ich sicher sterben vroe MinneR496 218. MinneR 497 549; ir [Engelhard und Engeltrud] wunne wart enzücket. / daz in doch niht gelücket / ist an ir freuden einen tac KvWEngelh 3198. an ‘mit jmdm.’: gelingen und gelucchen / mach noch dem chünge an in [ den edelen von Zweinbrukken ] wol Hirzelin 206    2 persönl., in der Verbindung gelücket sîn ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich sein’ wir müezen uns friuntschaft flîzen. / unser keiner mac verwîzen / dem andern niht umb ein hâr: / wir sîn gelîch gelücket gar UvEtzAlex 15596    3 refl. ‘sich erfolgreich erweisen’ also gelukt sich / alle sein [Alexanders] sach sicherlich, / daz im daz lant Persia / ward undertenig sa GrAlex 2753

gelückhaft Adj. 1 ‘glücklich, unbeschwert’
2 ‘glückbringend, glückversprechend’
   1 ‘glücklich, unbeschwert’ uͤnsers herren leichnamen / macht den menschen klukhaft Teichn 473,35; es ist manger glukchaft / hie in diser welt gewesen ebd. 687,36. 687,63; subst.: geluͤkhafften nydet sie [ gerechtikeit ] nit MinneR444 393    2 ‘glückbringend, glückversprechend’ Jupiter unde Venus sint geluckehaft, Saturnus unde Mars ubil MNat 3,26

gelückhaftic Adj. 1 ‘glücklich, unbeschwert’
2 ‘heilbringend’
   1 ‘glücklich, unbeschwert’ der vogel [ alz ] bedäut uns die läut, die in glückhaftiger zeit træg sint BdN 172,14    2 ‘heilbringend’ daz der gelúckhaftig nam [Jesus] so tief in úwer herz ist gesenket, daz allen menschen neiswi reht ein núwú kraft dannen enpfintlich moͤht dringen Seuse 394,25. 394,33

gelückic Adj. ‘glücklich, vom Glück begünstigt’ man muoz die hôhen hêrren [der rheinischen Ritterschaft] umbe ein ezzen sêre vlêhen; er muoz gar gelückec sîn, swem dâ sol guot geschehen WernhSpr 67,5; ach gelückiger ritter userkorn, / die zit do ir wurdent geborn / muesse iemer gesegent sin ParzRapp 683,12; so were ich gelückig [...] / unde wolte nüt me trurig sin ebd. 707,36. 489,34; [Rudolf] were alse glücgig, wer es mügelich daz ein lebende mensche moht gottes stat besitzen, kunig Ruͦdolf würde sü besitzende ClosChr 42,11. – subst.: do von beschlusset ein ende [d.h. der Tod] glucke vnd widerwertikeit dirre welt, daz die betruͤbten iht fúrzagent vnd die gluckigen iht zuͦ hochfertig werdent ElsLA 752,26

gelückrat stN. auch gelücke-. ‘Glücksrad’ (als Symbol für stetig wechselndes Glück), s.a. gelücke 2.8.1 : ich gen auff dem geluckerat, / ich gen auff der sorgen pfat, / und das gelucke will mein nicht HvNstAp 16427. 2021; es [das Leben] was liep und leit, leit und liep, dar nach als es gap fro Venus glúckrat Seuse 424,18. – auf dem ~ sitzen ‘vorübergehend Glück haben, vom Glück begünstigt sein’ die wil er dennoch uf dem glúkrad sass Seuse 123,20

gelücksælic Adj. ‘glückselig, (über)glücklich’ [ der ametiste ] machet glücksælic den man Volmar 221; er [ Pompeius ] ni geluckeselig wart HistAE 5378

gelücksamicheit stF. ‘günstige Verhältnisse, Wohlstand’ Scilla und Bitallassum / sint auch zwene bose nam. / Scilla ist genant widerwertikeit, / Bitallasus glucsammekeit [ prosperité ] Pilgerf 12197; personif.: von nuwem verstanden wir han / das die stieffmutter der dugent solle han, / Glucksammekeit, geslagen ire hant / in unser weltlich lant Pilgerf 12384. 12410. 12418

geludeme stN. Cranc auch gelodeme. 1 ‘Lärm, laute Geräusche’
1.1 von Stimmen; in Verbindung mit Ausdrücken für Schreien und Rufen
1.2 Naturgeräusche
1.3 von Musikinstrumenten
2 ‘Aufruhr, Tumult’
2.1 von Personen
2.2 übertr.
   1 ‘Lärm, laute Geräusche’    1.1 von Stimmen; in Verbindung mit Ausdrücken für Schreien und Rufen: sich hub under in ein ruf / vnd ein geludme sa zehant PassI/II 188,32; ein geludme und einen ruf PassIII 40,31; der tuvel hulte unde schrei / [...] mit geludme er dannen vloch PassI/II 288,35; mit eym geludme und mit scre / get des bosen [Gottlosen] gedechnis hin Hiob 7372; dô sie hâten vernomen / daz geludem und den braht ErnstD 3059. tu wec von mir daz geludeme dinis gesenges Cranc Am 5,23. daz wolveliche hulen / was in dem geludme [von furchterregenden Tierstimmen] starc Vät 1093    1.2 Naturgeräusche: do hub sich ein gesuse / von dem geiste harte groz / als eines windes sneller doz / sin geludme starke erschal / in deme huse vber al [vom Pfingstereignis, Act 2,2] PassI/II 113,63; als alle wazzer duzzen / und snelle sich irguzzen / sust von dem himel snelle / der heilge geist gar helle / quam mit eim geludme dar TvKulm 5543; [der heilige Geist,] der wol snelle sich irguzet / und sam alle wazzer duzet / in eynem geludme her zutal Hiob 45; nach dem liechte mit ungevug / volget eyn geludme groz. / daz ist der doner ebd. 13819; ez bruͤdelt und dundert / in dem gebirge vaste. / [...] ja, herre! wær diu helle / hie [...] mit æller ir gebruͤdem, / ez moͤht daz geluͤdem / kume tiuvellicher sin WhvÖst 4408    1.3 von Musikinstrumenten: man hort uz ietwedern scharn / der busunen crach und doz: / daz geluͤdem wart so groz / daz der kuͤnc von Zyzya / erschrak WhvÖst 6430; geluͤdems was do wunder / busunen und von tamburn ebd. 6480    2 ‘Aufruhr, Tumult’    2.1 von Personen: ja wert ir uzgen nicht in gelodeme [ non in tumultu exibitis ] noch in vlucht wert ir uch wecvordern [wegeilen] Cranc Jes 52,12; PassIII 263,9; HvNstGZ 3583. – ~ in/under dem volke: daz lîchte nicht ein geluͦdeme worde in dem volke EvBeh Mc 14,2. Mt 26,5; EvBerl 54,25; ein geludeme [ tumultus ] wirt sich irheben undir dinem volke Cranc Os 10,14. Ez 7,11    2.2 übertr.: do in ir kusch herze erschal / daz geludme [Einflüsterungen des Teufels] al entwerch / und wolde sie verwunden verch, / deme gienc si wol engegen [widerstand sie] PassIII 493,65; des vleisches geludme ebd. 426,31. daz geludme ist so groz, / [...] in uns kranken / an iteln gedanken, / die in die andacht vliegen / und sie leider biegen / uz guter andacht mit gewalt PassIII 168,47. [die himmlischen Ehren,] die daz ore des totlichen libes nich nehoret, / die wile iz des werltlichen geludemes doz betoret Himmelr 10,22

gelükt stN. gelückede

gelummere stN. ‘Lärm, Getöse, Tumult’ dô wart in der selbin nacht / wol in dem êrstin slummere / ein sô grûwelîch gedummere [La. gelummere ] / vornumin obin in der luft NvJer 24781; auf Kriegslärm bezogen: ebd. 24814

gelüpnusse , -nussede , gelüptnusse stF. ‘Gelöbnis, Versprechen’ so henkent die bv́rger von Clingenowe ir ingesigel an disen brief ze einer gelvͦbnvste dirre dinge UrkCorp(WMU) 3467,41; als die gelúptnuß geschach, / bald gen himel sach / Fridrich unnd sprach ‘rainer got, / dein gnad unnd dein gebot / hat vaͤtterlich an mir getan [...]’ FrSchw 4623; mein geschaͤft und gelubnuß [ testamentum meum, Ps 88,29 ] wirt ym getrewleich berayt PsMb 29(Glossar)

gelüppe stN. ‘Gift’ daz gelüppe was alsô getân, / daz siz mit nihte kunden / gescheiden von der wunden Tr 7268. 7771; daz gelüppe vrumete im smerzen / an lîbe und an dem herzen / und bitterlîche quâle HvFreibTr 6323; Parz 790,11; merkch das chraut und sewds in wein / und gib es [als Gegengift] den die wunt sein! / die werdent an der selben stundt / von dem gelupp wol gesundt Seifrit 6210. 6200; ein phîl gelüppes vol KvWPart 9461; ez wont ein wurm [bildl. für die Zunge] in eime hol / [...] / sîn swanz der ist gelüppes vol, / vergiftig ist sîn ort Kolm(B) 93,6. mit/von ~ wunt ‘vergiftet’ sîn oder werden: dû [Tristan] bist mit gelüppe wunt Tr 7773; HvFreibTr 6723; die von gelupp wuerden wundt, / die wuerden auf der selben stat gesundt Seifrit 6219. – ‘Zaubersalbe’ aspindê dâ von verbran. / waz wunders diz gelüppe kan Parz 490,30; sît man daz gelüppe heiz / an dem spers îsen weiz, / [...] den frost ez ûzem lîbe treit ebd. 490,13. – übertr.: diner [Jesu] marter geluppe Martina 108,87. 91,57; nuͦ hat mir leides geluͤppe / durch stochen myne wuͦnne, / getoͤtet alle myn kuͤnne MinneR444 112; och soltu nit gestatten / irem [der Sünde] vergiften pfil / belibendes kain wil, / ald ir gelúppe tuͦt dir schaden SHort 4589; Renner 17021; NvJer 5934

gelüppic Adj. ‘vergiftet’ [der Mensch] tet och werc vil vppige / von svnden gar geluppige Martina 117,26