Wörterbuch
ABCDEF s.VGHI
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hâ – habere
habergëlt – habet
habirhalm – hadel
hader – hagedorn
hagedürnîn – 2hagen
hagen- – hâkeht
hækelîn – hale
halfter – halmvrischinc
halp – halplëbendic
halpliute – halpvaste
halpvierteil – halsbrëchen
hâl|schar – halsslegelen
halssnuor – halterin
haltnusse – hamme
hamster – hanef
hanef|âkambe – hanken
han- – hantgebeine
hantgelübde – hantic
hantieren – hantschuoster
hantsëhen – hantvestenunge
      hantsëhen stN.
      hantslac stM.
      hantslagen swV.
      hantslegelen swV.
      hantsnîder stM.
      hantspil stN.
      hantstarc Adj.
      hantstunde F.
      hanttât stF.
      hanttætic Adj.
      hanttræge Adj.
      hanttuoch stN.
      hanttwehele swF.
      hanttwinc stM.
      hantvane swM.
      hantvaʒ stN.
      hantveste Adj.
      hantveste stF.
      hantvestene stF.
      hantvestenunge stF.
hantvestlich – hantzoum
hap – hârgeplocke
harheit – harmel
harmen – harnaschrâm
harnaschrâmic – harpfenspil
1harre – harte
harteleben – harz
hasart – haselstûde
haselvurt – haspel
haspelspil – havendeckel
havendierne – haʒ-
haʒʒære – hebelich
hebemuoter – hechel
hechel – heckunge
hecsche (?) – hegelich
hegelîn – heiden
heidenbein – heie
heie – heile
heilen – heilkeit
heillich – heilvündic
heilvuorlich – heimelîn
heimelischheit – heimlendisch
heimreise – heimzogen
heis – heiterîn
heiterkeit – heiʒmüeticheit
heiʒmuot – helfamme
hé?lfant, é?l(e)fant – hëlfestiure
hëlfevater – helleboc
hellebodem – hellegrâve
hellegrübel – hellemôr
hellemunt – Heller
hellerabe – helleseil
hellesêr – helletranc
helletür – hellewagen
hellewal – hellisch
hëllunge – hëlm-
helmhûs – helsen
helser – hemeren
hemerlîn – hen(e)
henefart – hennenbërc
hennenvuoʒ – hërbaʒ
herbe – herbeststiure
herbestteidinc – heremitanîe
heremitanîte – hêrgesinde
hergeverte – hêrischen
hêrischheit – hërnâch
hernâchmâles – hêrrenengel
hêrrenëʒʒen – herschaft
hêrschaft – hërsenkorn
hersten – herter
hertes – hërunder
hërûʒ – hërwërt
hërwider – hërzegebët
hërze- – hërzeküneginne
hërzekünic – hërzen
hërze|nabele (?) – hërzensaf
hërzenschouwære – hërzeschade
hërze- – hërzeswër
hërzeswëster – hërzewêwe
hërzewol – hesderich
heselîn – hewe
hewen – hienâch
hiene – hîgeræte
hîgeselle – himelbërinne
himelbërnde – himelgerüste
himelgesanc – himeljeger
himelkeiser – himellieht
himellitze – himelreise
himelrîche – himelschuole
himelschütze – himelstîc
himelstîge – himeltrût
himeltugent – himelvluc
himelvlügel – himelwîʒ
himelwonunge – hindenkalp
hindenort – hindergekôse
hindergêunge – hinderlister
hinderlistic – hindersetzen
hindersidel – hinder tragen
hinder trëten – hinebaʒ
hinehalp – hinkêr
hinker – hinloufende
hin mahelen – hin-
hin scheiden – hinüber
hinûf – hinwurf
hinze – hirngeil
hirngupfe – hirse-
hirse- – hirʒeln
hirzesmarc – histôrje
hitzblâter – hiufelbant (?)
hiufeln – hiutelvase
hiuten – hôchedel
hôchengel – hôchgelobet
hôchgëlt – hôchgesëgenet
hôchgesenge – hôchgewirdet
hôchgezalt – hôchlûtes
hôchmeister – hôchstrâze
hôchstuol – hôchvertlich
hôchvliegende – hôdelôs
hof – hœheleht
hôhelîche – holde
holde – holerwurz
holf – holtsam
holtschaft – hölzel
holz|elle – holzhuon
hölzîn – holzschuoher
holzschuoherin – hon
hôn – honec|rœre
honec|saffic – honec|vrischinc
honec|wabe – hônkôse
hônkust – hopfenscheffel
hopfenziech – 1hôre
2hôre – hornboge
hornbruoder – hornuʒstich
hornuʒʒehe (?) – horvaʒ
horwehtic – hosewît
hospitâl – houbetbuoʒe
houbetburc – houbetguot
houbethaft – houbetlast
houbetlaster – houbetmeister
houbetmeisterinne – houbetsache
houbetsachwaltære – houbetstrît
houbetstücke – houbetvahs
houbetval – houc
houch – höuschrîbære
höustadel – höuwetmânôt
höuwezëhende – hovegenôʒ
hovegerëhte – hovehêrrinne
hovehœric – hovemære
hovemarke – hoverede
hoverëht – hoveschalc
hoveschar – hove|spil
hovespîse – hovevisch
hovevrouwe – hozelbozel
hû – hücken
huckenære – hüenergülte
hüenerhirne – hüetewol
huf – hüffesiechtuom
hufhalz – hulde
hulden – hülletuoch
hülleworhtære – humel
humerâl – hundertvalten
hundertvaltic – hundeszunge
hündîn – hungerlich
hungerlinc – huntgebûr
huntgesinde – huobære
huobdinc – huobtac
huobtuoch – huorærinne
huordieren – huormachære
huormache – huoticlich
huotliute – hurm
hurmelen – hurtebære
hurtelich – hûsbruch
hûsdierne – hûsgerihte
hûsgerüste – hûsnôʒinne
hûsphenninc – hûsvride
hûsvrouwe – hüttenzins
hüttesnuor – hy

   hantsëhen - hantvestenunge    


hantsëhen stN. (Chiromantie) ‘Handlesen’ daz [Zelt des Glaubens] sol alsô gedenet sîn daz ez nieht intreiffe uon dîner hailgescouwunge deweder des fiursehennes oder des hantsehennes odir der agelsteren oder des mûsâres odir sô dich dîn ôre iucket odir dîn ouge TrudHL 95,14

hantslac stM. 1 ‘Händeklatschen’
2 (Klagegebärde) ‘ das Zusammenschlagen der Hände, Händeringen, Sich-Schlagen’
3 (Rechtsgebärde) ‘Handschlag’ , zur Bekräftigung eines Versprechens, einer Versicherung
4 ‘Schlag mit der Hand gegen jmdn.’
5 ‘Berührung, Streicheln mit der Hand’
   1 ‘Händeklatschen’ plausu: mit hantslage PsWindb 64,Oratio    2 (Klagegebärde) ‘ das Zusammenschlagen der Hände, Händeringen, Sich-Schlagen’ swaz in ze leide geschiht, / dâ wider tuont die guoten niht, / wan daz siz phlegent enblanden / ougen unde handen / mit trehenen und mit hantslegen, / wan si anders niht enmegen Er 5768    3 (Rechtsgebärde) ‘Handschlag’, zur Bekräftigung eines Versprechens, einer Versicherung: die sinne / [...], / die kêr ich alle dar an, / [...] daz ich im ir [seiner Herrin] zornmuot / vertrîbe, ob ich iemer mac. / des enpfâch mînen hantslac Iw 7894; enpfâch dû mînen hantslac / daz ez [das Land] dîn eigen iemer sî StrDan 8394; cze dem drittenmâl gemainsamt uns dise heilichait [Eucharistie] geselleschaft aller engel, alsô daz wir marchtenrechte und hantslac enpfâhen, daz wir mit den engeln cze himel hawsgenozzen und purger werden ewicleich MvHeilFr 27; si sprach: ‘so gelobe mir, / daz du ez mit trewen verdagest [...] !’ / des tet si ir einen hantslac StrKD 5,251    4 ‘Schlag mit der Hand gegen jmdn.’ dô spîeten si ûz in sîn [Jesu] antlitze und slûgin en mit halslegen. abir di anderen gâbin ime hantslege [ palmas ] in daz antlitze EvBeh Mt 26,67    5 ‘Berührung, Streicheln mit der Hand’ geneme [ keinem (Kranken)] wart der hantslach Roth 3232

hantslagen swV. auch -slahen (stV.? nur Part. Präs. und subst. Inf.). – im subst. Inf. auch mit Umlaut hent-, hend-. 1 ‘in die Hände klatschen, die Hände zusammenschlagen’ ,
2 (Klagegebärde) ‘die Hände zusammenschlagen, ringen; sich mit der Hand schlagen’ ,
3 ‘das Schlagen mit der Hand (gegen jmdn.)’ , nur subst. Inf.
4 ‘etw. beschlagnahmen’ (vgl. DRW 5,121)
   1 ‘in die Hände klatschen, die Hände zusammenschlagen’, Glosse zu lat. conplodo SummHeinr 2:233,363 (vgl. Bd. 3, S. 69 s. v. hantslagen; Varianten: ih sameneslaho, zesameneslahe). – als Ausdruck der Freude: plavdite manibvs: hantslahet mit den hanten PsWindb 46,1 (vgl. hantslagent PsTr 46,1 ); von froden er hantslagete SHort 990    2 (Klagegebärde) ‘die Hände zusammenschlagen, ringen; sich mit der Hand schlagen’, meist in Doppelformeln: do begunden si wæinen unde hantslagen Serv 2835; Roth 2883; KarlGalie 11688; Eilh (L) 2632; da horde man vluͦchen inde geschelt / inde over den dief [den verleumderischen Ankläger] clagen, / har roufen inde hantslagen MorantGalie 3372; KarlGalie 4177; hey begonde weynen ind clagen, / sich ryssen ind hantslagen ebd. 4520; (Part. Präs.:) junc, alt, arm unde rîche / brâchen und zarten alle für wâr, / ab in gewant, hût unde hâr / schrîende unde wuofende, / clagende unde ruofende, / hantslahende hende und denne brust KvWTroj 42117. brust ~ ‘sich an die Brust schlagen’, Part. Präs.: KvWTroj 42117. – subst. Inf.: grôz weinen unde hantslagen / ir megde triben unde ir wîp KvWTroj 22656; grisgrammen unde hantslagen / wart dô beschouwet ebd. 36472; Phariens und alle die mit im waren machten großen jamer, das Claudas und die mit im waren horten das geschrey und das hantschlagen das sie machten Lanc 69,29; owe hendschlagen, owe grisgramen, súfzen und weinen! Seuse 238,28; die bleich varw, die geswullnen oͮgen, [...] daz hentslahen, daz hertzklopfen und sin selbes von bitterm hertzleid vergessen ebd. 453,14    3 ‘das Schlagen mit der Hand (gegen jmdn.)’, nur subst. Inf.: daz sich di werren [zanken, streiten] mit einander mit worten, mit stozene, mit hantslane, mit roufene, mit mezzerruckene StRFreiberg 83,18    4 ‘etw. beschlagnahmen’ (vgl. DRW 5,121): off einich vaidtman [= voget-man ] , idt were weiff oder man, ruymich [= rûmic ‘flüchtig’ ] wurden off sturffen ayn leiffs eruen [ohne leibliche Erben] , in welche hoeue dat das geschege, dae sall ein hoiffs scholtiss [...] vnd der meier nit hantschlain an der leude goitt, idt sey varend haue off ligen haue WeistGr 2,518 (a. 1298 kopial)

hantslegelen swV. ‘ in die Hände klatschen’ plaudo: hantschlegolon GlGerm 18,68

hantsnîder stM. Händler, der Tuch ellenweise abschneidet und verkauft: ist, daz ein man chaufet gwant wider ein hantsneider, vier ellen, oder schechs, oder swie vil er dann chaufet, und geit im einen gotzphenning daran, und chumpt darnach hinwider nicht, also daz in der chauf leicht gerawen hat, ist daz dann der hantsneider daz tuech nicht hat abgesniten, so chümt der dez chaufs wol wider. hat aber er daz tuech abgesniten, so mues der chauf für sich gen StRWien 72; sneider leineins und wolleinz tuͤchez und gewandez, hantsneider, watmanger StRWienerNeust 55; die chaufleut, di da haisent hantsneider oder chramer dicz landes, di geben ein phenning czu igleichem slag und sint vurbas ledick StRBrünn 372

hantspil stN. wohl ‘praktisches Musizieren’ (im Ggs. zur Theorie der schuollist, s.a. Scholz, Tr., S. 455): daz beste daz er kunde, / sô schuollist, sô hantspil, / [...] daz leite er ir besunder vür Tr 7967; si kunde schœniu hantspil, / schœner behendekeite vil ebd. 8137

hantstarc Adj. ‘mit starker Hand, stark, gewaltig’ Dauîdis námo uuírt gántfrístet manu fortis. daz quît. ármstrenger [La. hantstarcher ] Will 58,11; Dâuîd daz chît sterche, hantstarcher TrudHL 49,23; vnser herre ist der wâre Dauît, der hantstarche, der chom her in dise werlt mit dem leidigen tieuele ze uehtenne Spec 101,25; Davit daz spricht in unser zungen ‘ein hantstarcher man’ [...]. Davit haizzet ain hantstarcher man dar umb daz er den risen Goliat ersluch PrOberalt 18,6; der [Gottessohn] ist hantstarcher, wan er dem tiufel an gesigt hat und uns auz siner gewalt erledigt hat ebd. 18,10. nu sich, daz ist gotes sun! / wiltu gegen im icht tun / und ist din ubel wille und arc / gegen im also hantstarc / daz du im wollest widerstan, / daz laz alhie zugan! Pass III 410,96

hantstunde F. die Zeit, die man braucht, um die Hand umzudrehen, ‘Moment, Augenblick’ (vgl. hantwîle): [bei Gott] ist tûsent jâr als ein hant stunde DvASchr 361,11

hanttât stF. 1 mit der Hand Geschaffenes
1.1 ‘Geschöpf (Gottes)’
1.2 ‘Werk des Menschen’
2 ‘frische Tat’
   1 mit der Hand Geschaffenes    1.1 ‘Geschöpf (Gottes)’ auch edelst du [Gott] den leip, wann du sein czuchtmaister pist [...], daz er [...] sich ôn widersacz beraitet und peutet czu gotez dinst allezeit: sô wenn daz geschicht, sô ist er geedelt, daz er aller hanttât auf erd herre ist MvHeilFr 16    1.2 ‘Werk des Menschen’ der dach, in deme du salt arbeiden, is din leven; [...] dat sal man dir lonen na der arbeit dine handait Lilie 5,21    2 ‘frische Tat’ tuont si [Diebe] daz an geweichten steten, ein chirchen oder auf freithœven und begreift man si an der hanttât, [...] man sol in den daumen abslahen an der gerechten hant RbRupr 88

hanttætic Adj. ‘Gewalttat begehend’ dat wir darumbe die gemeinde der ioitschaf [die Gesamtheit der Juden] neit ainspreghen nogh ainzalen [= anzalen ‘anklagen’ ] in sulen dan diegeine ove [oder] dengenen, de hantdedigh is UrkKöln 4,175 (a. 1330)

hanttræge Adj. ‘mit träger Hand, langsam’ ein hanttræger gîgær, / ein alter holerphîfær, / ein singer ungedœnet, / [...] ein râtgeb âne triuwe / ein übeltæt âne riuwe, / [...]. / daz allez ist für niht guot: / alsô ist ouch ze niht / ein lant unverriht / an sîner ordenunge Helbl 2,1439

hanttuoch stN. ‘ Handtuch’ mantelia: hanttuͦch SummHeinr 1:325,146; zu hant trug man die peken dar, / man pot der frewdenreichen schar / das wasser zu den henden; / manch hanttuch fein [...] / den herren man da dare trug Virg (St) 362,4; daz hantuch zu dem bade Erz III 40,107

hanttwehele swF. s.a. → hantele F. ‘Handtuch’ allewege vor dem tissche vnd nach sol man ieslichem siechem [...] wazer gewen, daz si die hende waschen vnd hanttwehelen pieten SpitEich 40,28; erbegut ist: [...] aigen in der stat, [...] aigen uf dem lande, [...] unde alle tische unde alle tafeln unde tischlachen unde hantweheln unde hantfaz StRAugsb 151,10; vor jamer wart er weinen / so lange untz dem reinen / sine hantwele wart vollen naz Vät 29531; sô einer trinket, sô sol der ander ein tüechelîn für in heben, ein hanttwehelen PrBerth 2:179,7; in Glossen des 12. Jh.s für lat. manutergium, mappula s. AWB 4,696

hanttwinc stM. , hanttwinge F. ‘Armreif, Armband’ oder ‘Handfessel’, mhd. Glossenbelege s. AWB 4,696

hantvane swM. , -van stM. 1 ‘Serviette, Handtuch’ , in mhd. Glossenbelegen des 12. Jh. für lat. mappa, mappula, mantile u.a. s. AWB 4,697
2 liturgisches Gewandstück: ‘Manipel’
   1 ‘Serviette, Handtuch’, in mhd. Glossenbelegen des 12. Jh. für lat. mappa, mappula, mantile u.a. s. AWB 4,697    2 liturgisches Gewandstück: ‘Manipel’ mit der stôl unt mit dem hantvanen Priesterl 256; waz betútet, daz men den hantfan treit an der linken hant? Lucid 87,20. 88,1; daz gewant daz der priester an leit [...], daz hât alles bezaichnunge. [...] der hantvan bezaichet sine demuͦtkait PrGeorg 9,2; PrBerth 2:683,36; manipulus: hantvan VocOpt 19.010; stolen unde hantvan, / kasukkel unde borten kluok / kan ich von künsten machen genuok Bussard 680; Messgebr 327. 331

hantvaʒ stN. ‘Waschbecken, Waschschüssel’ du lagil undi du hantvaz, / di viole undi du lichtvaz, / du rouchvaz undi du cherzistal, / daz roti golt was iz al LobSal 127; waz erbegut ist: daz ist aigen in der stat, daz ist aigen uf dem lande, [...] alle tische unde alle tafeln unde tischlachen unde hantweheln unde hantfaz unde beckin unde golter unde lilachen StRAugsb 151,11

hantveste , hantvast Adj. 1 ‘schriftlich fixiert, rechtsgültig’
2 ‘auf eine bindende Versicherung hin freigelassen’ ?
3 ‘gefangen, in feste Hand genommen’
   1 ‘schriftlich fixiert, rechtsgültig’ sid dhain gewerft vor menschlicher chranchait an [ = âne ] prief vnt hantfest vrchvnt mach stet weleiben, dar vmb wir [...] tven chunt allen den, die disen prief sehent [...], daz [...] UrkCorp (WMU) 2077,41    2 ‘auf eine bindende Versicherung hin freigelassen’?: die ellenden geste / warin hanfeste [l. hantfeste (vgl. Anm.z.St. mit verschiedenen Erklärungsversuchen)] / biz an den anderen dath Roth 2486    3 ‘gefangen, in feste Hand genommen’ knechte unbehende, / hantvast [bez. auf das Akk.-Obj. si ] ane gebende [Fesseln] , / mit zuͦwornen haren / inde mit grozen varen [zerzaust und geängstigt] / leiden si [Galie (als Angeklagte)] [...] als ein meindedich wif MorantGalie 3710

hantveste stF. zu möglichen sw. Formen s. hantvestene 1 ‘Urkunde’
1.1 allg.
1.2 näher bestimmt durch ein Adj. ( êwic, grôz, guot, gewis, valsch usw.)
1.3 oft verbunden mit brief
1.4 in Verbindung mit bestimmten Verben ( geben, lesen, machen, schrîben )
1.5 übertr.
2 wohl totum pro parte, ‘Siegel’ , übertr.
3 ‘Bekräftigung (eines Vertrages, eines Eides), Bestätigung’
4 ‘Gültigkeit’
   1 ‘Urkunde’    1.1 allg.: swaz diu hantvest seit, / daz wolt er für die wârheit / haben unde rihten EnikFb 1849; daz brieve bezer sint danne geziuge. wan geziuge die sterbent: sô belîbent die brieve immer stæte (diz heizent hantfeste), unde hilfet ein tôter geziuge als wol dir als ein lebendiger SchwSp (W) 34,12; ein hantveste wirt enwicht von dem getichte [Betrug, Fälschung] ebd. 419,5; der ~ kraft KvWSchwanr 573; StRBrünn 399. 400; alles daz [...], daz vmb andern raub vnd prant vor an dirre hantfeste geschriben stet UrkWittelsb 1,422 (a. 1287); sein insigel an die ~ henken UrkHohenz 1,115 (a. 1303); geben UrkÖsterrM 289 (a. 1300); eine Sache mit ~ bestæten Ottok 4891; bevesten Renner 15162; stæten EbvErf 1077; stæte machen Ottok 2477; bringen StRAugsb 147,30    1.2 näher bestimmt durch ein Adj. (êwic, grôz, guot, gewis, valsch usw.): von ewigen hantvesten StRBrünn 224; do schreib an [an das Buch mit den sieben Siegeln (vgl. Apc 5,1)] der beste [d.i. Christus] / die ewigen hantveste / menschlichen heiles HeslApk 9090; er gab in hantveste guot EbvErf 4323; Ottok 5910; wan si unz bewiͤst habent mit gewizzen hantuesten, daz [...] UrkCorp (WMU) 3443,13; si zaigtn auch mir brief vnd gross hantvest, do mit si ir sache wolten aus pringen vor dem chunig ebd. 67,21; dî nutzstin unde bestin / pêbistlîchin hantvestin NvJer 1076; ob ein hantveste falsch sei SchwSp (W) 419 Überschrift. – durch ein Gen.-Atttr.: [falls] daz aigen also verkauft wirt mit friunde rate, da mak man der stet hantfeste [mit dem Stadtsiegel beglaubigte, von der Stadt ausgestellte Urkunde] wol uber gaeben dem der ez da kauft hat StRAugsb 142,26; ez suͤllen auch die gelter [Gläubiger] den erben vorvarn [den Vorrang haben] umb ir gelt, als der stat hantfest [das Stadtrecht] sait StRMünch 333,13. 348,6; wen der richter wandel [Geldbuße] nimt und [und diese] in der stat hantvest nicht mit namen ste geschriben StRBrünn 396; dar nach liezzen vns ouch des hertzogen schidleute sehen hantueste [ hantfesten 1276A,15, hantvestene 1276B,20 ] der bæbst, der cheiser, der ertzbischoͤlf von Salzburg [...] vber di selben vogtey des gotshous guͦt von Admund UrkCorp (WMU) 1276C,44. N376,26; als it an keiser Otten [...] hantveste steit HagenChr (G) 679    1.3 oft verbunden mit brief: PrSchw 1,27; StRAugsb 157,21; UrkHohenz 2,213 (a. 1292); HvNstAp 4771; StRBrünn 399    1.4 in Verbindung mit bestimmten Verben (geben, lesen, machen, schrîben): den tag, da di hantvest an gegeben ist StRBrünn 399; vnd ist diser chovf geschehen vnd oͮch disiv hantveste darvber geben UrkÖsterrM 289 (a. 1300); Ottok 5892; des gab er uns ain hantfest HvBurg 6195; die hantveste ich hân gelesen EbvErf 2019; StrKD 13,160; Ottok 2192; daz disiu svͦne vnd dise sætzze also stæte vnd vnzerbrochen beleiben, dar umbe haben wir haizzen machen dise hantfeste UrkWittelsb 1,413 (a. 1287); PrBerth 1:575,17; hantveste man des nam / von dem bâbest EbvErf 2014; StRAugsb 155,36; daz man eine ieglîche hantveste schrîbet ûf kalpvel oder ûf schâfvel PrBerth 1:575,18; Brun 6220; Hadam 205,3    1.5 übertr.: ist es aber ieman toͤtlichem menschen vf erde gegeben, das er got mohte sehen [...], das mvͤste sin von besvnderre heinlicheite hantfeste DvAStaff 498; des gap er [Gott] in hantveste durch sine milden gute, / an zahen [= ein zeichen ] wol daz peste, daz niemer gar div werlt van watzer flvete / verderben sol. den regenbogen er vmbe / kert, als ob ein schvze mir but dev senewe vnd gaf em selbe daz krumbe JTit Regenb. 2,1; daz unschuldige blût mîn: / daz sol ein hantveste wesen, / dâ man sol immer an lesen, / daz des menschen missetât / die martir mîn gebezzert hât VierTöchter 416; he dreit noch under ougen / [...] die rechte strîdens zeichen [Narben] , / ingesigel unt hantveste Göllh 192; von nâtûre minnet ein ieclich dinc selben sich und sîne nâtûre. alsô ist diu menscheit [Christi] ein stætiu hantveste sicherre suone unde ganzer liebe von dir DvAOff 24; [Maria] di allir gute eine hantveste Brun 189    2 wohl totum pro parte, ‘Siegel’, übertr.: [Laudatio auf Ither: ] ein slôz ob dem prîse. / sîn herze an zühten wîse, / obem slôze ein hantveste Parz 160,19; manec leben wart dâ übersigelt / mit des tôdes hantveste Wh 391,27; doch heten sie vor lebens vil versigelet / mit des tôdes hantvesten, die nieman kan gebrechen, / als man eteswâ hantveste tuot Loheng 4627; JTit 4157,3    3 ‘Bekräftigung (eines Vertrages, eines Eides), Bestätigung’ vnde ze urchuͥnde disses dinges so gaben wir vnser insigele an disme brieue [...] ze einer hantfesti vnd ze einer stetj UrkCorp (WMU) 106,6 u.ö.; uon einem vicetoͮme, der [...] gotes uerloͮgenote unde deme leidigen tieuele ze hantueste einen brief screib Spec 99,4; diu mort [Missetaten (Adams und Evas)? La. wort ] schreip der tievel an, / do er den menschen gwan, / ze einer ewigen hantfeste StrKD 13,95; ze wortzeichenne beide / und ze hantveste der eide / wart dú groze heiligheit [Reliquie] / in die arche [Bundeslade] geleit RvEWchr 11915; [die hl. Martina] treit an ir milte hant / des kvnges ingesigel von Engellant, / ganzes gewaltes hantfeste, / daz si die ellenden geste / zvo sinen genaden enpfahe, / swer mit gebet zvo ir gahe Martina 286,7. – übertr.: du maht an im nu tuon / dîner triwe hantveste Parz 345,7    4 ‘Gültigkeit’ daz dis stete belibe vnd hantvestj heige, so henken wir v́nser jngesigele ze eime vrkv́nde an disen brief UrkCorp (WMU) 443,14; hantvesti und kraft haben WeistGr 5,92 (a. 1343); daz der wideme, den er geben hat [...] sinre elichen wirtin, vf dem [...] houe bliben vnd sin sol vesticlich in sinre krefte vnd hantueste UrkRapp 478,20 (a.1350)

hantvestene stF. Formen auf -en auch als sw. Flexion von hantveste auffassbar. 1 ‘Urkunde’
2 ‘Gültigkeit’
   1 ‘Urkunde’ so hant die Romer uf gesezzit daz dekein privilegium, daz ist hantvestene, frome were, man enschribe danne [...] welhes iares der brief wurde gegebin MNat 13,1; alle hantvesten sint enwiht / und habent si rehter insigel niht Renner 18779; mit hantvestinon besigelten mit sinem jngesigel UrkCorp (WMU) 1978,36; BgRIglauD 20. – näher bestimmt durch ein Gen.-Attr.: die selbe hantvestin keser Frideriches UrkCorp (WMU) 1653(6), 40, 42; mit des kuniges hantvesten ebd. N408,37. – verbunden mit brief: KvWSchwanr 149; UrkCorp 156,43; StRMosb 547 (a. 1337). – in Verbindung mit Verben: die selbe hantuesten wart gesriben vnde geben UrkCorp (WMU) 1126AB,30; dâ schreib der almehtige got sîne hantvesten ûf sîn selbes hût PrBerth 1:575,20; HvFritzlHl 89,19    2 ‘Gültigkeit’ vnd daz diz ganzze hantfestin vnd stetikeît habe, so han ich disen brîef deme abbete [...] gigeben bisigilt mit mineme jngesigele UrkCorp (WMU) 107,19. N715,15; sol doch die verbuntnisse stete bliben und hantfestin haben UrkBasel 4:154,29 (a. 1345)

hantvestenunge stF. ‘Urkunde’ wir [...] duͦen kuͦnt allen den gienen [...], die diese hantuesteninge ane gesient inde gehorent, dat [...] UrkCorp (WMU) 380,40; sine zveilf burgen, der namen in der hantvesteninge bescrieuen steint ebd. 3469,7; jnde han och unse ingesigele [...] jn vestenicge [l. -incge ] diesir hantvestenincge an diesin brif gehangin ebd. 62,5