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ABCDEF s.VGH
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hā – habere
habergėlt – habet
habirhalm – hadel
hader – hagedorn
hagedürnīn – 2hagen
hagen- – hākeht
hękelīn – hale
halfter – halmvrischinc
halp – halplėbendic
halpliute – halpvaste
halpvierteil – halsbrėchen
hāl|schar – halsslegelen
halssnuor – halterin
haltnusse – hamme
hamster – hanef
hanef|ākambe – hanken
han- – hantgebeine
hantgelübde – hantic
hantieren – hantschuoster
hantsėhen – hantvestenunge
hantvestlich – hantzoum
hap – hārgeplocke
harheit – harmel
harmen – harnaschrām
harnaschrāmic – harpfenspil
1harre – harte
harteleben – harz
hasart – haselstūde
haselvurt – haspel
haspelspil – havendeckel
havendierne – haʒ-
haʒʒęre – hebelich
hebemuoter – hechel
hechel – heckunge
hecsche (?) – hegelich
hegelīn – heiden
heidenbein – heie
heie – heile
heilen – heilkeit
heillich – heilvündic
heilvuorlich – heimelīn
      heilvuorlich Adj.
      heilwāc stMN.
      heilwīn stM.
      heim Adv.
      heim stN.
      heimbachen Part.-Adj.
      heimbecke swM.
      heimburgambet stN.
      heimbürge swM.
      heimburger stM.
      heime Adv.
      heime stF.
      heime swM.
      heimelich Adj. Adv.
      heimelīchęre stM.
      heimelīchęrinne stF.
      heimelīche stF.
      heimelīcheit stF.
      heimelīchen swV.
      heimelīn stN.
heimelischheit – heimlendisch
heimreise – heimzogen
heis – heiterīn
heiterkeit – heiʒmüeticheit
heiʒmuot – helfamme
hé?lfant, é?l(e)fant – hėlfestiure
hėlfevater – helleboc
hellebodem – hellegrāve
hellegrübel – hellemōr
hellemunt – Heller
hellerabe – helleseil
hellesźr – helletranc
helletür – hellewagen
hellewal – hellisch
hėllunge – hėlm-
helmhūs – helsen
helser – hemeren
hemerlīn – hen(e)
henefart – hennenbėrc
hennenvuoʒ – hėrbaʒ
herbe – herbeststiure
herbestteidinc – heremitanīe
heremitanīte – hźrgesinde
hergeverte – hźrischen
hźrischheit – hėrnāch
hernāchmāles – hźrrenengel
hźrrenėʒʒen – herschaft
hźrschaft – hėrsenkorn
hersten – herter
hertes – hėrunder
hėrūʒ – hėrwėrt
hėrwider – hėrzegebėt
hėrze- – hėrzeküneginne
hėrzekünic – hėrzen
hėrze|nabele (?) – hėrzensaf
hėrzenschouwęre – hėrzeschade
hėrze- – hėrzeswėr
hėrzeswėster – hėrzewźwe
hėrzewol – hesderich
heselīn – hewe
hewen – hienāch
hiene – hīgeręte
hīgeselle – himelbėrinne
himelbėrnde – himelgerüste
himelgesanc – himeljeger
himelkeiser – himellieht
himellitze – himelreise
himelrīche – himelschuole
himelschütze – himelstīc
himelstīge – himeltrūt
himeltugent – himelvluc
himelvlügel – himelwīʒ
himelwonunge – hindenkalp
hindenort – hindergekōse
hindergźunge – hinderlister
hinderlistic – hindersetzen
hindersidel – hinder tragen
hinder trėten – hinebaʒ
hinehalp – hinkźr
hinker – hinloufende
hin mahelen – hin-
hin scheiden – hin tuon

   heilvuorlich - heimelīn    


heilvuorlich Adj. vgl. AWB 4,832 (Wiener Notker). ‘zum Heil führend’ aqua sapientie salutaris: wazzer wisheit heilvuͦrlicher PsM Per 19,3

heilwāc , heilwęge stMN. heilawāc

heilwīn stM. heil bringender Wein’ din friedel rufet [...] / in dem heilwin tragenden garten Frl 1:3,9

heim Adv. auch hein (vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 94). – adv. Akk. Sg. von heim stN. ‘nach Hause, in die Heimat’, häufig verdeutlicht ~ ze lande (auch ze hūse) 1 bei Bewegungsverben (z.B. gān, komen, rīten, varn ; kźren, wenden ; bringen, leiten, senden, tragen, vüeren )
2 bei anderen Verben
2.1 allg.
2.2 elliptisch (zu erg. ist der Inf. eines Bewegungsverbs)
3 bes. adv. Verbindungen
3.1 dar/  her/  hin ~ ‘nach Hause, in die Heimat’
3.1.1 dar ~
3.1.2 her/  hin ~
3.2 mit Präp. unze (wider)
   1 bei Bewegungsverben (z.B. gān, komen, rīten, varn; kźren, wenden; bringen, leiten, senden, tragen, vüeren): der gechoufte scalc gie friliche heim [im Jubeljahr] SiebenZ 77; hebt iuch hein in iuwer hūs Walth 59,7; wanne si heim zu huse quam Elis 2248; ridet heim ze lande Roth 3442; heim schiffen KvWTroj 15438; und also fuͦr de kint mit in wider hain hinz Nazareht PrSchw 2,10; AHeinr 1347; UrkCorp (WMU) 248A,47. dō der strīt sō was ergangen [...] / daz lantvolc heim kźrt Ottok 4587; Herb 11507. 13072; sō mege wir wider heim wenten Gen 2246. 1774; NvJer 24011. der [Hirte] bringet ze ābunde sīn vihe heim Gen 2946; den boten er heim sante UvZLanz 4930; daz iz niht mohten tragen / ir mœre heim ze lande NibB 764,3; EvStPaul 2597; UrkCorp (WMU) 694,6. N816,21; eine Braut ~ leiten/  vüeren ‘heimführen’ so man eine liebe brut heinleitit PrGeorg (Sch) 35,21; PrGeorg 33,28; PrMetten 201,31; daz er im heimfvrt sines brveders wip [Mt 22,24] EvAug 54,12; hier anzuschließen: dc wir allen den, die die straze ze Kurwal varent, [...] da hin und wider heim guͦt geleite [...] geben UrkCorp (WMU) 357,13; SüklV 720. – in geistl. Sinne: so megen wir [...] chomen heim ze lande / hin ze paradyse AvaLJ 28,3; die [Gerechten] fuͤret vnser herre haim in sin huͤs [am Jüngsten Tag] Konr 22,74. 18,46; Hochz 775. – bildl.: als elliu wazzer ūz dem mer / gewalteclichen giezent / und drīn aber fliezent: / alsō gat des milten zer / wider heim aldurch daz jār KvWLd 24,15; und sol dem spital daz phunt gęltes haim gan [d.h. dem Spital zufallen] ze rehtem aigen UrkCorp (WMU) 3343,19; sie [die pfaffen der röm. Kurie] schatzen Simonie rich, / daz komt in allez heim [wird ihnen vergolten] : / sie vinden gallen sicherlich / dort [im Jenseits] für den honigseim Frl 9:19,20; ez [Wohltaten] komt iu [Fürsten] heim an ritterlichen sachen ebd. 9:4,10; leite sī mich zeinem māle hein zuo zir gedanke fiure KLD: BvH 16: 4,2    2 bei anderen Verben    2.1 allg.: [Christus] unsich irlosti undi heim giwan SuTheol 234. daz wir heim zi der mendin hugitin SuTheol 84; wand er heim sinnete / in sīnes œheimes hūs UvZLanz 5572; VAlex 387; ~ ze lande hügen u.ä.: Kchr 11678; Roth 4800; KvFuss 1287. heim ze mīnem hūse ich si geladet hān NibB 2159,2. 649,2; Roth 897; bildl.: den hete sęlde heim gelāt HartmKlage (G) 1765    2.2 elliptisch (zu erg. ist der Inf. eines Bewegungsverbs): wir suln uns ouch bereiten heim in mīniu lant NibB 690,3; er erloupte ime heim Gen 1366; hilf mir sundęre heim / uz diseme wurmgarten SüklV 69; Tr 4392; lāz in heim Gen 2415. 2272; RvEBarl 5936; ich wil hein Walth 31,30; si wolten heim ze lande UvZLanz 1314; LobSal 200; GrRud Ib 62. K 35    3 bes. adv. Verbindungen    3.1 dar/  her/  hin ~ ‘nach Hause, in die Heimat’    3.1.1 dar ~ : so wolt ich fro dar heim varn StrKD 145,147; ir sult mit uns dar hein StrDan 2291; der [ kneht ] dar hein brāht den wīn Ammenh 10125; Mühlh 153,25; KvWTroj 13693; KvWPart 3894. 7196    3.1.2 her/  hin ~ : s. → hërheim , hinheim    3.2 mit Präp. unze (wider): und brachte in [...] / unz heim in sin husgemach Pass III 561,49; da bi sol der gast [...] getrúwe geleite han der burger unz wider hein UrkCorp (WMU) 26AB,35,36; Flore (P) 7733

heim stN. auch hein (vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 94). – sw. flekt. LvRegFr 2998; Tauler 10,27; StRMünch 230,22. 472,4. ‘Wohnort, Haus, Heimat’ wirt unde heim sint zwźne unschamelīche namen Walth 31,25; ich bin geheizin bruder Huc, / ze nachnamen von Langenstein: / da was miner vordern hein Martina 292,38; uf sime rucke er in truc / mit im zu dorf in sin heim Vät 937; duo ich bigab mīn heim [meine Heimat verließ] Gen 2656; bi got ist unser heim zer zeswen hende JTit 302,4; daz paradis vil nahen lit des kuniges heime ebd. 6152,1 (oder zu heime stF.?); Exod 642. – bildl.: mutwille! [...] / din heim, daz ist bescheidenheit Frl 11:4,3; die menschen, die nút sint uzgegangen irs heimen noch sint úbergegangen úber die nature [...], die disem heim und allem heim natúrlicher dinge nút sint úber und uzgegangen, die sind rehte als rinder oder kelber zuͦ verstonde zuͦ disen hohen goͤtlichen dingen Tauler 10,27.29. – in den präp. Verbindungen an/  gegen/  von heime: ist er an haim [zuhause] , sō sol er [...] RbRupr 228; NüP 143; ie der man gein heime vuor Loheng 2604; Ottok 80914. 57064; wan im von heime ein bote kam UvZLanz 9275; von heime si gesuochent [greifen an] / daz rīche nimmer mźre Ottok 16214; ich trage siu [Lämmer] von heimen her LvRegFr 2998; Wernh D 2681; Ottok 4432. 54554; StRMünch 230,22. 472,4

heimbachen Part.-Adj. auch -backen. ‘vom → heimbecke für den Hausbedarf seines Auftraggebers (ggf. auch in dessen Haus) gebacken’ von dem heinbacken ruckin broͤte [Überschr.] . daz heinbacken ruckin broͤt sol man backen uf 2 metzen klien WüP 92,1.2 (vgl. ruͤckin kaufbroͤt ebd. 92,6 ); swelich pfister heimbacken broͤt becket ungewegen ebd. 92,16. 93,1.3. – subst.: haimpachens mac er pachen NüP 82. 170. – bildl.: ‘gewöhnlich, alltäglich’ ein œd heimbachen knappe Hadam (Sch) 507,6

heimbecke swM. ‘Bäcker, der gegen Lohn und mit dem Teig, den ihm sein Auftraggeber zur Verfügung stellt, für dessen Hausbedarf (ggf. auch in dessen Haus) backt’ (vgl. LexMA 1,1325f.): ez ist den pfistern gemeinlich verboten daz ir keiner niht mer zu lon so [l. sol ] geben den knehten danne die heimbecken StRRotenb 507

heimburgambet stN. ‘Amt eines heimbürge 1 ’ redditus quinque unciarum hallensium, provenientes de officio dicto hamburgenamt ante portam sancti Martini DRW 5,594 (Böhmer-Ficker; a. 1315); wir han [...] verlihen [...] uber 10 jar unser ungelt zu Bruchsel jerlichen umb 200 libr. hall. [...] und unser heymburg-ampt da selbens ze Bruchsel auch als lange jerlichen umb 10 libr. hall. ZGO 8(1857),S. 287 (a. 1342, kopial)

heimbürge swM. auch hem- ( Mühlh 151,2. 152,19; WeistGr 2,1 (a. 1321) ), hein- ( UrkCorp (WMU) 254,43 u.ö.; MGHConst ). 1 ‘Orts-, Gemeindevorsteher’ in Dörfern und Städten mit administrativen und richterlichen Aufgaben (vgl. 2 HRG 2,895-897)
2 ‘ städtischer Bote; Gemeindediener, -bote’
   1 ‘Orts-, Gemeindevorsteher’ in Dörfern und Städten mit administrativen und richterlichen Aufgaben (vgl. 2HRG 2,895-897): tribunus: heimburgo SummHeinr 2:517,01.25; daz wi burgeri zu Mulhusen sullin sezzi alli iar einin heimburgin Mühlh 151,5; jch spriche ouch vmbe den heimburgen, den men alle iar setzet in dem dal ze Andelahe, swes die geburschaft [...] vber ein koment, daz den die von Andelahe setzent svlnt UrkCorp (WMU) 1953,3; diz ist der mendac, den Heinrich, der heinburge von Bach, hat gegeben den heren von sante Joh$’s ebd. 915,32; ober schult richt eyn heymborge, als vere als he mag, / kunde he eme nicht gerichten, so solde eme eyn zeyntgrebe sizse WeistGr 3,325 (14. Jh.); schulteize, heimburge, scheffen und gemeinde zuͦ Covern UrkMoselQ 199,11 (a. 1347); Mühlh 152,19 u.ö.; StRStrassb 50,9; UrkAgr 257 (a. 1328). – als Bestandteil von Personennamen: Cvͦnrat der hainbúrge UrkCorp (WMU) 3362,5 u.ö.    2 ‘ städtischer Bote; Gemeindediener, -bote’ Fritzen Grawen, unseren geswornen heinburgen [...] senden wir [Rat der Stadt Speyer] uch ze botten MGHConst 5:380,24 (a. 1317). – hierher? preco: butil vel heimburgo SummHeinr 1:287,249

heimburger stM. wie heimbürge 1: dyt ys gescheyt vur irsomen luden: Heynrige dem heymburgere van Husen yn dem hoyfe zo Husen, inde Clamanne dem heymburgere van Etterig UrkGerKöln 364 (a. 1336); quod [...] abbas et conventus, comes, milites et villani de communi consilio duos viros, qui vulgo dicuntur heimburger, eligant de communi, qui omnibus silvis [...] presint DRW 5,594f. (WertheimUB.; a. 1237); officium heimburgeri UrkStVerf 108 (a. 1190)

heime Adv. auch hein ( Walth 31,30; WvRh 900, vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 94). – adv. Dat. Sg. von heim stN. 1 ‘zu Hause, daheim, in der Heimat’
1.1 allg.
1.2 dā/  hie ~
1.3 jmdn. ~ suochen : s.u. heime suochen
2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’ , bei Verben der Bewegung
   1 ‘zu Hause, daheim, in der Heimat’    1.1 allg.: die brūdere sulen alle sunnetage, dā sī heime sint [...], capitel halden StatDtOrd 59,14; ich bin hein Walth 31,30; [Titurel] was nicht gar da [beim Gral] heime: bi got ist unser heim zer zeswen hende JTit 302,4; Iw 2853; Hochz 307. wol im ze hove, der heime rehte tuot Walth 103,12; beide heime vnde zo hofe Roth 4922; Herb 17887; heime unde uzen FvSonnenburg 54,10; Tauler 105,20. der heim ist erzougen / den dunkit alles daz gelogen / daz man von frömeden landen seit Martina 257,17; Tauler 10,25; ern hźt sich heime niht verlegen Wig 2888; KLD: Namenlos n III 3,6    1.2 dā/  hie ~ : sa gaben si Moyse di sculde. / si sprachen algemeine, / si waren baz daheime, / da heten si mit follen / fleisk unde zivollen VMos 48,2; künc Artūs was da heime niht: / er was ūz an daz gejeit Wig 583; diu sźle muoz dā heime sīn in irm innigesten [...] und niht ūzluogende Eckh 2:164,2; dāheim in tiutschen landen Ottok 54571; da heime vnde in ellende Herb 18447; dā heime und anderswā WernhSpr 14,4; die vinde sint da heime und wir gar vremde geste JTit 3155,1; Rothere saz dar heime Roth 5002; hźt er dā heime sich verlegen Georg 1211; ich hān dā heime ein źlīch wīp Tr 8189; Gen 2171; AHeinr 1349; HvFreibTr 2956. so ich wene, du sist hi heime, / so hast du dich hin uz verstoln Kirchenl 449,9; were ouch, daz der keinre, der zuͦ demselben rate korn ist, siech were, oder hie heime nicht enwere WüP 7l,3 (= UrkCorp (WMU) 2302,35 ); der dar niht gerne welle, der mac hie heime bestān NibB 1470,4; hir heime Roth 1546; Kchr 6938; Eracl 3169; KLD:BvH 4: 3,8    1.3 jmdn. ~ suochen: s.u. → heime suochen    2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’, bei Verben der Bewegung: michel angest in nam [...], / wie in sīn bruoder inphienge sō er heime chōme Gen 1485; pei dem tier [Krokodil] verstźt man den wuochręr, der die armen kaufläut haime lädt zuo dem wehsel oder zuo anderm geding, und verslint si dann ze letzst alsō ganz BdN 233,18; daz wort hat ain ieglich mentsch enphangen [...] in sin ore und in sin hertze und treit es mit im haime PrGeorg 6,6; er fvrt si [Braut] heime EvAug 90,6. – s.a. → hinheime

heime stF. ‘Wohnort, Haus, Heimat’ hāt er indert liute, bürge unde lant? / oder hāt er in der bürge wīb oder kint? / ich węne, si getriutet selten in sīner heime sint Kudr 346,4; daz paradis vil nahen lit des kuniges heime JTit 6152,1 (oder zu heim stN.?). – auf die patria caelestis bezogen: er gischuf zi der selbin heimi [d.h. damit einst die (erlöste) Menschheit dieselbe Heimstatt einnehme] / Adam uzzir demo leimin SuTheol 67 (s.a. Freytag, SuTheol. z.St.); domicilium: heimo [Akk. Sg.] Gl 1:797,19 (vgl. AWB 4,845 s.v. heima). – bildl.: verschamtiu welt! dīn laster riuchet [...] / ūz dīner heime RvZw 253,2

heime swM. ‘Heimchen, Grille, Zikade’ grillus: heimo SummHeinr 1:168,774; cicada: grille, heime Volucr (L) 31; diz was nicht [...] / ein kleiner heime, sunder groz Pass III 526,67; ein michel ruf, / der vollen witen erdoz / von deme heimen ebd. 526,80; ein höuschrick wānde ein lewe sīn; / dō sprach ein heim: ‘mich dunket, ich sī ein houwendez swīn’ RvZw 160,2; diu āmeize und der heime [...]: / nu hœrt ein bīspel von in beiden Renner 5562; vil lieber friunt her Heime ebd. 5604

heimelich Adj. Adv. , heimelīche(n) Adv. auch heinlich, -līche(n). 1 Adj.
1.1 ‘zum Haus gehörig, heimisch; vertraut, nahestehend; lieb, teuer’ , überw. von Personen
1.1.1 allg.
1.1.2 (jmds.) heimelīche holden/  man/  vriunde u.ä.
1.1.3 heimlīcher rāt(gebe)
1.1.4 im Ggs. zu gast, vremde u.ä.
1.1.5 jmdm. ~ sīn/  werden
1.1.6 sich /jmdn. jmdm. ~ machen ‘sich mit jmdm. befreunden; jmdn. jmdm. zum Freund machen’
1.1.7 jmdn./etw. ~ haben : s.u. 2.1
1.1.8 substantivisch.
1.2 ‘freundlich gesinnt, gewogen’
1.3 von Tieren, ‘zahm’
1.4 fremden Augen/  Ohren entzogen, ‘geheim, verborgen; privat, intim’ , überw. von Sachen
1.4.1 allg.
1.4.2 in verhüllenden Ausdrücken
1.4.3 in der Verbindung heimelīchez in(ge)sigel ‘Geheim-, Sekretsiegel’ (lat. sigillum secretum , urspr. als persönliches Briefverschlusssiegel zur Sicherung des Briefgeheimnisses verwendet, kleiner als das Hauptsiegel, vgl. Bresslau, Urk. 1,577ff.)
2 Adv.
2.1 ‘auf vertraute Weise’
2.2 ‘auf freundliche Weise’ (vgl. 1.2 )
2.3 ‘auf nicht öffentliche, vor anderen verborgene, unbeobachtete Weise’
2.3.1 allg.
2.3.2 verhüllend (vgl. 1.4.2 )
2.3.3 formelhaft, heimlīche oder offenlīche u.ä.
2.3.4 jmd./etw. ist/  belībet heimelīche ‘jmd. ist/  bleibt im engen Kreis der Vertrauten oder allein; etw. (Zimmer) ist abgeschieden, gesondert’
   1 Adj.    1.1 ‘zum Haus gehörig, heimisch; vertraut, nahestehend; lieb, teuer’, überw. von Personen    1.1.1 allg.: daz er in einem hūse was / gar heimlīch und gewonet wol Boner 34,3; er duhte sich so heimlich StrKD 87,48; Akers diu ist sühte rīch, / der tōt ist dā sō heimelīch Freid 155,24; daz die sel erkant wirt in dem hymelrich und da heimlich wirt Eckh (J) 102,6. nū was ih dīn haimelīch kapelān Kchr 6212; ir heimlich kemerere GrRud F 23; er hat ouch mich genomen ze sinem ritter vnd zv heimlichem hofgesinde UrkCorp (WMU) 1710,36; den herren ist vil ofte liep / ir źren und ir sźle diep [d.i. der bœse rātgebe ] [...]. / daz man sich behüet, deist müelīch, / vor dem [diesem] diebe heimelīch WälGa 8040; ich vuor von lande über mer / mit einem heinlīchen her [mit den Rittern meines engsten Kreises] Tr 6396; (von einer Sache:) der stīc [des gerechten Menschen] ist schœne und behegelich und lustlich und heimlich [anheimelnd] Eckh 1:320,5. mit rede und mit gesihte / wāren si heinlīch under in Tr 12391; swā mite heinlich suln sīn / zwō frowen UvZLanz 5394    1.1.2 (jmds.) heimelīche holden/  man/  vriunde u.ä.: undir allin sinen [Jesu] vriwendin sint sini heimelichen holdin s. Petrus unde s. Paulus Spec 85,15; zwene sine haimiliche man Rol 7240; er sagete ez sinen heimlichen / frivͦnden Albert 720; Kchr 7821. 16511; TrSilv 56. heimliche lute Athis D 129; mandatum heizzet inbot, daz me den heimlichen truten unde den sunterfriunten inbiutet PsWindb 118,4(Randgl.); gehucnisse der heimelicher vrūnde unde der gūttźtere des hūses StatDtOrd 119,7    1.1.3 heimlīcher rāt(gebe): mit sīnen fursten er dō sprah / und nam iren heimlīchen rāt SAlex 1339; RvEBarl 1453; vnser vater wil och, daz vnser hemeliche rat sin rat si [d.h. auch von ihm konsultiert werden könne] UrkCorp (WMU) 1816,31; durch bete willen unsers lieben heimlichen rats, bruder Cunrats von Gundelfingen StRWerth 7; nach dem rate vnser heinlichen ratgeben UrkCorp (WMU) 309,26    1.1.4 im Ggs. zu gast, vremde u.ä.: er węre arm oder rīch, / gast oder heimlīch Greg 1916; daz der fremde man / [...] dir ist sō heimlich LBarl 7985; ze fremde noch ze heimlīch ZwBüchl 77; den vīent macht sī [Keuschheit] heimelīch [ de hoste domesticum [...] facit ] NvJer 2792; substantivisch: die geste / unt die heinlīchen Parz 345,9; sus jach der heimliche und der gast Rennew 32172; Wh 155,14; UvTürhTr 2490. – Oxymora: ir vremde was heinlīch genuoc Parz 738,10; der bī der juncfrouwen saz, / heimlich und ouch fremde Craun 1175; ~ er gast: Parz 759,11; Tr 3461; MarlbRh 101,9    1.1.5 jmdm. ~ sīn/  werden: daz si im alsō heimlich wart / daz er si sīn gemahel hiez AHeinr 340; ir vrouwen [...] was sī heimlīch genuoc Iw 1789; si wāren aber heinlīch als ź / ir beider hźrren Marke Tr 16408. 14250; daz er heimelicher were / Cristo, denne der andere was Pass I/II (HSW) 24380; der roc der was ir heinlīch, / er tet sich nāhen zuo der līch Tr 10909; got, sźle, engel unde wint; / swie heimlich sie den liuten sint, / son seit mir niemen āne wān, / wie s$’alliu vieriu sīn getān Freid 134,8; beidiu ir herze und ir muot / wārn einander heimlīch Wig 1855; mir muͦz vręude wesen wilde / und heimlich wesen die leide Rennew 23969; Konr 3 O,6; RvEBarl 1037. 1457; HvFreibTr 3023    1.1.6 sich/jmdn. jmdm. ~ machen ‘sich mit jmdm. befreunden; jmdn. jmdm. zum Freund machen’ ez kan ellendem gaste / sīn trūren ringen vaste, / daz man sich heimlich machet im KvWTroj 8061. 8056; so sule wir [...] vns in [...] heimeliche machin mit vnserm dineste PrLpz (L) 113,37; Ottok 13708. das [Sich-Bekreuzigen] machet fro%>mediu liute dem heiligen Crist heimilich Konr 11,17    1.1.7 jmdn./etw. ~ haben: s.u. 2.1    1.1.8 substantivisch. – ‘Vertrauter’ daz wir dem edlen manne Berchtolden grafe ze Graissbach [...], unserm lieben heimlichen und huptman in obern Beyrn, volle gewalt gegeben haben [...], ze tedingen mit allen steten UrkAugsb 1,276 (a. 1331); UrkAugsbBt 2,10.11 (a. 1331); UrkUlm 2,104 (a. 1331); MGHConst 8:338,27 (a. 1347). – ‘Familiare’ des Dt. Ordens: umbe daz heil aller der brūder unde der heimelichen [ familiaribus ] unde der gūttźtere unde alle des hūses vrūnde StatDtOrd 37,15. 37,23; etteweme heimelichen des hūses ebd. 105,11    1.2 ‘freundlich gesinnt, gewogen’ Rōmęre besanten sih dō / nāh den aller tiursten hźrren / die in haimlīch wāren Kchr 7439; den vianden was er gremelich, / den armen was er heimelich Rol 698; du solt dien [denen] holt und heimlich sin, die dich gebessron mugent Seuse 415,5; RvEAlex 1718. – hierher?, iron.: umb ir [der beim Hoftag versammelten Fürsten] milte frāget [Imp.] varndez volk, daz kan wol spehen. / die seiten mir, ir malhen schieden dannen lęre. / unser heimlichen fürsten sind sō hovebęre, / daz Liupolt eine müeste geben, wan daz er ein gast dā węre Walth 84,20 (Lachmann konjizierte heimschen)    1.3 von Tieren, ‘zahm’ der fuhs [...] lāget [...] haimleichem gefügel, sam hüenren und gensen BdN 163,27; ain wilder falk wirt [...] haimlich ebd. 188,33; haimleich und sänftig ebd. 134,15. 135,1; KvHelmsd 4532    1.4 fremden Augen/  Ohren entzogen, ‘geheim, verborgen; privat, intim’, überw. von Sachen    1.4.1 allg.: hin vuorte er si anderstunt / in sīn heimlich gemach, / dā ez ir herre niene sach AHeinr 1181; RvEBarl 13916; im wart [...] / ein heimlich kemenāte / ze sīner sunder gereit Iw 5606; dar nāch er den wirt gevie / bī der hant unde gie / an eine heimlīche stat [einen Ort, wo er mit ihm allein war] Wig 9643; BdN 302,22; si wīst in heinlīche wege [zu den Privatgemächern] Parz 100,2; Isōt, mīn swester, sitze du / von uns ein wźninc hin dan! / mit mīnem vater ich hān / zu reden heimelīche dinc HvFreibTr 391; ~ iu sprāche: Kudr 244,4; Ottok 81800 u.ö.; ~ ez rūnen: StatTrient 116; BdN 279,31; ~ ez gebet: PrBerthKl 8,63; HeslApk 6013; TristMönch 1708; heinlīch blicken [...] wart dā von den megden klāren KLD: BvH 11: 4,1; eines ist offen diepheit, eins ist heinlichvͥ diepheit SchwSp 104b; ~ er tōtslac: JusPrut 9,19; ~ er haz: Ottok 32325; daz du [...] dines lidens vergessest, und solt du es heimlich han [verheimlichen] Seuse 443,5; (von Personen:) des widhopfen herz ist den zaubręrn gar nütz und den haimleichen übeltętigern BdN 228,25. mit heimlīchen sachen ‘heimlich, im Geheimen’ do hies der tegen [...] / mit heimlichen sachen / ein spitzig swert im machen RvEWchr 17686; Frauentrost 246; LS 40 39. – substantivisch: der himelische vater, der daz heimeliche siht [vgl. qui videt in abscondito Mt 6,4] PrLpz 20,29; du [...] solt [...] uf gon [...] in das heimliche, in das sancta sanctorum, und tuͦn do din opher Tauler 358,6    1.4.2 in verhüllenden Ausdrücken: [ein Heilkraut] benimt [...] der frawen haimleichen fluz BdN 412,14; das si den gast vure in dy camere und si ym czu allim syme heymelichin willin gehorsam MarcoPolo 14,12. heimelīchiu dinc, heimelīche sachen ‘Beischlaf, sexuelle Handlungen’ heimlīcher dinge von in dā niht geschach NibB 667,3; die [...] meide, die dem tiuvele liep sint, [...] tuont [...] als unreiniu dinc und als heimelīchiu dinc, daz ich sīn niht gesagen tar PrBerth 2:188,17; Brun 6271; diu weib [...] sint [...] unschämik in haimleichen sachen BdN 52,19. heimelīchiu stat ‘männliche/  weibliche Scham’ [ein Tier] hett in geschlagen, / das er niemand wolte sagen, / an ain haymlich statt HvNstAp 8323; an mīme līp ein dinc ich hān, / daz ist ein heinlīchiu stat, / dā hin gie nie mannes phat UvTürhTr 415; di swerteln wurzel gestosen mit honege vertribet den wiben secundas, daz heiset zu dute di ander geburt [Nachgeburt] , ob si dar an versumet sin, unde sich mite bestrichen an der heimelichen stat innen unde uͦssen Macer 32,12. 63,4 u.ö.; [ihr sollt] iuch selbe villen und slahen an heimlīchen steten PrBerth 2:27,12. heimelīchez gemach, heimelīchiu kamere ‘Abort’ vnd sol man och diekein heimlich gimache machen von den turnen, die in die phalze [...] sehe UrkCorp (WMU) 680,3; UrkWSchott 152 (a. 1316); von deme swīgene zu haldene in den heimelichen cameren StatDtOrd 71,24; UrkCorp (WMU) 541AB,39,40    1.4.3 in der Verbindung heimelīchez in(ge)sigel ‘Geheim-, Sekretsiegel’ (lat. sigillum secretum, urspr. als persönliches Briefverschlusssiegel zur Sicherung des Briefgeheimnisses verwendet, kleiner als das Hauptsiegel, vgl. Bresslau, Urk. 1,577ff.): der kunic sin vingerlin do nam, / dar umme was mit buchstaben / sin heimelich ingesigel irgraben Hester 616; versigelt mit vnsem heymelichen jnsigele, wene wir daz groze jnsigel vorlorn haben UrkWürzb 39,66 (a. 1316); mit vnserm heinlichen hangenden jnsigel ebd. 40,84 (a. 1336); vnser stat heimlich jnsigel UrkHohenb 272 (a. 1330); UrkCorp (WMU) 3043,34; UrkMühlh 401 (a. 1331)    2 Adv.    2.1 ‘auf vertraute Weise’ nū sī gewarnet [...] / ein iegelīche man / daz er swester und niftel sī / niht ze heimlīche bī Greg 418. – in der Verbindung jmdn. heimlīche haben ‘ vertrauten, freundschaftlichen Umgang mit jmdm. pflegen’ (die Formen heimelich, -līcher können auch als präd. Adj. aufgefasst werden): dō wānt ich daz ich haimlīche unde lieplīche got haben mahte TrudHL 38,15; war vmb er in [Jesus den Johannes] haimlicher gehabt hete den ander sin ivnger Konr 3 W1,146; her ūz der burge man bōt / ie der man in die stat, / swaz er dā heimlich hāt [jedem, den er dort kannte] , / der herzog węre verdorben Ottok 68344    2.2 ‘auf freundliche Weise’ (vgl. 1.2): er was [...] / den armen heimelīche guot RvEAlex 20477. – hierher? er [der angeblich taufwillige Marsilie] chuͦmet dir [Karl] haimlichen, / unde lebet imer mere / also du gebiutest herre Rol 2830 (vgl. Kartschoke, Rol. z.St. mit anderen Auffassungen)    2.3 ‘auf nicht öffentliche, vor anderen verborgene, unbeobachtete Weise’    2.3.1 allg.: verbirc heinlīche dich / hinder daz gestüele RvEBarl 7117; [die Priesterbrüder] ensulen [...] ir būze dekeine zīt under den brūderen tūn, sunder heimelīche [ privatim ] StatDtOrd 89,8; dō gīngen di jungern zuͦ Jhźsū heimelīchen [ secreto ] EvBeh Mt 17,18; daz dv ez dem briester hęimlichen sagest in sin ore PrBerthKl 8,57; daz ergie / sō heinlich [...], / daz ez nieman wart gewar KvWTroj 46944; heimlichen unde stille ebd. 5905. 16494; beslafet eins burgers sun heinlich eins burgers dohtir, vnd wirdet daz offen dar nah UrkCorp (WMU) 248AB44,34; sīt uns der tōt slīchet nāch / heimlich als ein diep Ottok 18941; er gienc heimelich an ein stat / und wolde sich erhengen Pass I/II (HSW) 22802. 13430; NibB 726,3; Tr 12079; RvEBarl 14616. 14685; Ottok 62449    2.3.2 verhüllend (vgl. 1.4.2): [ein Präparat] vuͦrdert di wibesuche unde vertribet di toten geburt, [...] ob man [...] sich da nidene heimelich innen unde uzen bestrichet mit Macer 71,5    2.3.3 formelhaft, heimlīche oder offenlīche u.ä.: daz ich wider den selben meinen herren nimmer niht getrachte oder getvn, hainleich oder offenleich, daz im schad mag gesein UrkCorp (WMU) 1015,41; StRAugsb 14,10; WüP 85,5; offenliche oder heimeliche UrkCorp (WMU) 2130,7; beder hainleich noch offenlich ebd. 2872,2; heimiliche edir uffinbari Mühlh 173,7. 175,6    2.3.4 jmd./etw. ist/  belībet heimelīche ‘jmd. ist/  bleibt im engen Kreis der Vertrauten oder allein; etw. (Zimmer) ist abgeschieden, gesondert’ der kvnic [...] bleip da heimlich. / sie fvren alle dannen swinde, / do bleip sin ingesinde ReinFu K,2000; Kchr 6128; vüegest dū die state mir / dā ich mac heimlīche sīn RvEAlex 773; eine kemenāte / diu im genuoc heimlīche was ebd. 791. – in der subst. Verbindung ~ wesen ‘Kammer, Zimmer’ (vgl. → heimwësen ): sō wil ich gerne vüegen dir / ein heimlich wesn RvEAlex 787; gank in dyn heymelich wesen [ intra in cubiculum tuum Mt 6,6] EvBerl 19,27

heimelīchęre stM. auch heinlīchęre. ‘Vertrauter, vertrauter Ratgeber, Bevollmächtigter’ (entspr. lat. familiaris, secretarius): Tristan hiez ūz dem hove lesen / des küneges heinlīchęre, / zweinzec ritter gewęre / und zuo der nōt die besten Tr 8585; Renner 24256; heimlichźre und rātgebe JvFrst 4399; der vürsprech und der heimlicher Boner 9,40; so sollen wir etewen vnsern heimlicher zuͦ in senden, der in vuͤrlege vnsern willen UrkCorp (WMU) 2785AB,27; den erbern luten [...], unsirn hemelicheren UrkErf 2,270 (a. 1349). 2,258 (a. 1349); unser getriuwer/  lieber/  sunder ~ UrkHohenz 2,433 (a. 1328). 2,412 (a. 1328); UrkMühlh 407 (a. 1332); UrkArnst 74 (a. 1335); valsche heimlicher, / di man heizet czubleser TvKulm 3849. [Joseph zu Maria:] und dō du tragende waere / got und in gebaere, / dō wonte ich dir alles mite / dīn heinlīcher [ secretarius ] hernāch mit dienstes site WvRh 15857; [Joseph ist für Maria] ir reinen lībes kiuschecheit [...] / ein heinlich heinlīchaere ebd. 3188. 1874; mīns inren menschen heinlīcher / du [Gott] bist ebd. 2519

heimelīchęrinne stF. ‘Vertraute, vertraute Beraterin’ secretaria: heimelicherinne BWB (Sch) 1,96 (Clm. 16029; 14. Jh.)

heimelīche stF. auch heinlīche. – vereinzelt sw. flekt. ( DvAStaff 180 ). 1 ‘Heimat, Wohnsitz, Aufenthalt’
2 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’
2.1 allg.
2.2 ‘Vertrauensverhältnis, Stellung eines Vertrauten’
2.3 verhüllend, ‘Beischlaf’
2.4 übertr.
2.4.1 der Fremde ausschließende enge Kreis der Vertrauten;
2.4.2 ‘Vertrauter, Freund’ , sprichw.
3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes
3.1 ‘ Geheimnis; private/  interne Angelegenheit’
3.2 ‘Ort, wo man nicht beobachtet werden kann; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben), Klosterzelle’
3.3 verhüllend, ‘Genitalien’
3.4 überhaupt etw. Verborgenes bezeichnend
4 ‘Geheimhaltung, geheimes Tun’
   1 ‘Heimat, Wohnsitz, Aufenthalt’ ia vert mannegelich / in sine heimliche Rol 557; ein künec [...] ist ūf Muntabūre, dā hāt er heimlīch OrtnAW 123,3; zeinem walde [...], / dā nieman heinlīche habe Tr 12731; [der junge Jesus] wart der kint sich tuͦn abe / und altersaine dike gan, / sine haimlichi han / ze walde und uf gevilde / bi męnigem tiere wilde WernhMl 5318; Hester 858    2 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’    2.1 allg.: si truogen in [...] / ir dienest und ir heinlīch an Tr 15079; getriuwer heinlīche sol ich dir wesen umbereit NibB 842,4; in geschach diu geswīche / von grōzer heimlīche Greg 412; ir heimelīch in sźr bedrōz KvFuss 1382; wīplīchiu ~ StatDtOrd 52,6; heimeliche des wibesnamen Pass III 287,9; diz ist von der heinliche godes SalHaus 48,18; so si und er [die Seele und Gott] mit rehter haimlichi ain ding mit enander werdent PrGeorg 15,20; (auf eine Sache bezogen:) swer heimlīche wil zuo dem vüre hān, / das er im ze nāhe gāt, / vil līht er eine hiz empfāt Ammenh 18580; Wig 7572; Kudr 1602,2; RvEBarl 7058. 11564; UrkCorp (WMU) 466,32. wen si denne mit der welte kinden ze vil hainlichi und ze vil geselleschaft hźn PrSchw 2,32; durh die liebi vnd durh die hainlichie, die wir haben zvͦ dem closter Zviwltvͦn UrkCorp (WMU) 993,6; demuͦtichait vnde gnade hant rehte aine kumpanie vnde ain hainlichi zainandiren PrGeorg (Sch) 20,146. 19,114 (= HlReg 51,5 ). 25,362. – sprichw.: unreht heimelīche / tuot nieman źren rīche Freid 93,14; ze swacher heimlīch wirt man siech Winsbeckin 16,6; grosse haimlich der leut gepirt verschmähd der erenn HvHürnh 11,2    2.2 ‘Vertrauensverhältnis, Stellung eines Vertrauten’ daz er si [...] / in sīner haimelīche wolte hān Kchr 6538; die poten, die ir nemet gar / in ewr haymliche Dietr 947. – Familiareninstitut (Stand der Familiaren) des Dt. Ordens: daz man wertliche lūte mit ir ź oder ledich wesende zu der heimliche disses ordens entphāhe StatDtOrd 52,25. 52,21    2.3 verhüllend, ‘Beischlaf’ heimlīche von in dā niht geschach NibA 615,3; er pflac ir minneclīchen [...]. / von sīner heimlīche si wart ein lützel bleich NibB 681,3; ob er keineslachte heimliche het ze wiben VitasPatr 250,23; Kudr 1666,3; Rennew 31995    2.4 übertr.    2.4.1 der Fremde ausschließende enge Kreis der Vertrauten; in der Verbindung in (der/  einer) ~ ‘in vertrautem/  privatem Kreis’ Rüedegźr / gesprach in heimlīche die küneginne hźr NibB 1255,2 (s.a. Heinzle, Nib. z.St.). 132,4; [meinen Nächsten] sol ich minnechlich leren in der gemainde vnd minneklich berespen [tadeln] in der hainlichi PrHvKonst 31; eins males in einer heinlichi, do sú von got vil haten gekoset, do bat in der geselle [...] Seuse 143,20; sid irs denne gesehen hant, / sō mag ich vor uͤch niht verdagen, / ich wil uͤchs in einer heimliche [im Vertrauen] sagen Ammenh 17412    2.4.2 ‘Vertrauter, Freund’, sprichw.: zu heimeliche wirt vriundes vriunt [d.h. der Freund des Freundes wird mein Freund (FrlWB)] Frl 7:17,5    3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes    3.1 ‘ Geheimnis; private/  interne Angelegenheit’ dazs [damit sie] unser heinlīche / getriuwelīche [...] tragen / und nieman niht hier umbe sagen Tr 7440. 10108; ob ein brūder [...] des capitels heimliche oder rāt mit bedāhtem mūte meldet StatDtOrd 83,28; dā mit ich ir heinlīch alle ervar KLD: UvL 54:4,7; mīn schrīber bī mir niht enwas, / der mir [...] mīn heimlīch ofte schreip UvLFrd 60,3; ist daz ein man ze dem andern gāt unde bitet in daz er sīn wort spreche vor gerihtes unde saget im alle sīne heimlīche über die sache SpdtL 152,27; von dem propheten / Ezechiel [...], / dem got sin haimliche tāt kunt KvHelmsd 165; RvEWchr 32078; EnikWchr 20786; WvRh 11723    3.2 ‘Ort, wo man nicht beobachtet werden kann; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben), Klosterzelle’ [deine Arme und Hände] sint sō sleht und sō wīz: / dū hāst ir anderen vlīz [pflegst sie anders (besser)] / an dīner heimelīche / dan dū hie tuost gelīche Greg 2933; waz sie an der heimelīche tuont, daz weiz nieman PrBerth 2:218,36. 1:325,17. 2:219,8; ieriu kind sint in als liep [...]. und swenne si soͤlten vaston, so gebent si in in den winchiln und hainlichen ze essende PrSchw 1,70. hie mite giengen die vrouwen dan / in ir heinlīche sunder Tr 10591. 10411; mīn schrīber quam, / den ich in eine heinlīch nam: / ez muoste vil verholne sīn UvLFrd 60,18; ein einsidel [...] lag steteklicher in siner zelle denne ander brvͦder. der vastete, vnd lag in siner heimliche so stetekliche, das er [...] VitasPatr 319,1; Er 1533. 5106; UvLFrd 51,18. 57,21. 350,19; Märt 16835    3.3 verhüllend, ‘Genitalien’ alle die im [Gott] dienent mit gebete und mit almuosen, mit vasten, mit villat an der heimelīchen PrBerth 2:106,5 (vgl. ebd. 2:27,12, zit. unter → heimelich 1.4.2)    3.4 überhaupt etw. Verborgenes bezeichnend: dv solt got [...] fúrchten, der aller vinsternisse heimliche [ abscondita I Cor 4,5] offent VitasPatr 323,19    4 ‘Geheimhaltung, geheimes Tun’ heimlīche ist ein betelmūs, / heimlīche unźrt wirt und hūs, / [...]; / bœsiu heimlīche tuot unbildes vil, / des ich hie nimmer schrīben wil; / got gebe, daz bīhtens heimlīche / sī rein bī allen priestern gelīche Renner 20805-13. 749. in (der) ~ ‘im Geheimen, insgeheim’ offenunge ewiger dingen [...] wirt nu̍t enphangen nvwant in heimlichi [ in occulto ] RvBib 130,13; er trug in [den auf seine Brust geschriebenen Namen Jesu] in der heinlichi, daz in nie kein mensch gesah Seuse 16,29

heimelīcheit stF. auch heim(e)-, heinlicheit, -lichkeit, -likeit. 1 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’
1.1 allg.
1.2 ‘freundschaftliche Übereinkunft, Bündnis’
1.3 ‘Verlobung, Vermählung; Ehe’
1.4 verhüllend, ‘Beischlaf’
1.5 übertr., der Fremde ausschließende enge ‘Kreis der Vertrauten’
2 ‘Gefälligkeit, Freundschaftserweis’
3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes
3.1 ‘Geheimnis’
3.2 ‘verborgener Ort; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben)’
3.3 ‘Abort’
3.4 verhüllend
3.4.1 ‘Menstruation’
3.4.2 ‘Genitalien’
3.5 auf das geheimnisvolle, verborgene Wesen Gottes bezogen
   1 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’    1.1 allg.: daz er ime was so holt / mit geuogen vnde mit heimelicheit Herb 17036; di minne twinget got daz her dicke zu unz muz kumen. di zukunft machet daz got unt der mensche einander heimelich werdent. di heimelichkeit machet den menshen zuversicht daz her gote getruwet HlReg 6,24; haimlichait gepirt freuntschaft HvHürnh 6,14; Secret 584; snoder lute heimlichkeit / versmehnis brenget unde leit ebd. 705; diu [ juncvrouwe ] bat in mit ir ze gān / in eine kemenāten, / die si tougenlīche hāten / zuo ir heimlīcheit [für ihre vertrauliche Zusammenkunft] erwelt Craun 1099; eines tinges heinlikeit haben [in einer Versammlung persönlich miteinander verkehren] SalHaus 48,24; HeslApk 13767; PrBerth 1:403,18; Boner 13,41. – auf die myst. Gemeinschaft des Menschen mit Gott bezogen: ist es aber ieman toͤtlichem [sterblichen] menschen vf erde gegeben, das er got mohte sehen, alse er ist, das mvͤste sin von besvnderre heinlicheite hantfeste [wäre Bestätigung einer besonderen Vertrautheit] DvAStaff 498; barmherziger got und getruwer vatter, [...] mag ich nu din minne, dine liebe, din truwe, dine zarte suͤsse heimlicheit erwerben? Seuse 491,11; alle die menschen die do wellent in gan [...] in die verborgenheit der heimlicheit gotz Tauler 204,29; Mechth 2: 19,32. 3: 1,151    1.2 ‘freundschaftliche Übereinkunft, Bündnis’ daz wir bit deme edelen manne [...] eine heimelichkeit [...] vbertragen han UrkCorp (WMU) 1000,17; dat tuschen uns inde unsen lieven buͦrgeren van Kolne vruͦntlige verbuntnisse gantzer hiemeligeit [...] bliven unverbruͤchlig RegErzbKöln 3(1),301 (a. 1302); DRW 5,628 (DortmUB.; a. 1336)    1.3 ‘Verlobung, Vermählung; Ehe’ eine heimlīcheit und ź zwischen den kinden machen Lexer 1,1218 (Arn.; a. 1328, vgl. Jahresbericht des Oberhess. Vereins für Localgesch. 2 [1881], S. 42 und 44); swester an der menscheit, / gemahel an der heimlicheit / ist diu sźl und Jesus LvRegSyon 3746. 1526    1.4 verhüllend, ‘Beischlaf’ vnser herre Jesus Christus, der ane mannes heinlichkeit wart geboren SalHaus 31,20; daz si [Schwangere] der manne geselschaft hazzent oder ir haimlichait fliehent BdN 39,3; eteslīchem herzen lie diu minne kūm die bīte / ze sīnes liebes heimlīchkeit Loheng 3108    1.5 übertr., der Fremde ausschließende enge ‘Kreis der Vertrauten’ daz wir den edelen man [...] han genuͤmen an unser gnade unde haben in gezogen zuͤ unserme raite unde zuͤ unser hemelicheit MGHConst 5:259,20 (a. 1315). in ~ ‘in vertrautem / privatem Kreis’ he sachte uns [...] / in grozer heimelicheide [ganz im Vertrauen] , / wie he hedde [...] / gewalt mit eren [der Königin] live, / als ein man mit sime wive MorantGalie 651    2 ‘Gefälligkeit, Freundschaftserweis’ [ wir ] soltent nieman minnen durch sinú loͤsen wort noch durch sin jugent noch durch sin schonhait noch durch sin klainet, dú er us git, noch durch ander hainlichkait PrGeorg 17,6. 18,13; hey dicke gewan / van vrauwen sulche heymelicheit KarlGalie 11060; aller leye hemelcheit / sal en van mir syn bereit ebd. 2683. – geistlich, ‘Gnade’ waz mir gudes da [beim Anblick der Eucharistie] geschach, / waz gotlicher heimelicheit / were an droste mir bereit, / waz himelischer gnade / mich begozzen hade, / daz ist nit wol zu sagene Elis 5185    3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes    3.1 ‘Geheimnis’ daz er sīne heimlicheit / vil nāch nieman wizzen lie LvRegFr 3443; Ottok 54819; he wiste [...] / Karles rat inde heimelicheit [Karls tiefste und geheimste Gedanken] MorantGalie 121; gelobe mir uf dinen eit / zcu helin di heimelichkeit PfzdHech 193,9; toub liut und kint und trunken man / mügent kein heimlicheit behān Boner 97,90; [beim Jüngsten Gericht] wirt di heimelichkeit [...] / unsirs herzen gar offenbar Brun 11056; MarlbRh 70,23; Häslein 407; MorantGalie 2099. daz si [Erzengel] den luten her uf ertriche gotez heimlikeit sagent und kundigent HlReg 89,25; ich wolde [...] irgrunden gotes heimelichkeit Brun 8261; uch ist gegebin zu irkennine di hemlichkeit godis richis [ mysterium regni Dei Lc 8,10] Parad 42,12; EvAug 28,23. 84,4. ain vorscher, der die haimlichait der nātūr ervorschen wolt BdN 195,34; der stern haimleichait KvMSph 18,10. in apocalipsia, / in dem buͦch der heimlicheit HvNstGZ 5662; EvBeh 179; Tauler 392,15    3.2 ‘verborgener Ort; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben)’ [Gott] wolte ir [Seele] offenbāren die verborgene heimlicheit sīner verborgenen gotheit, dā er rouwet mit im selber mit allen crźatūren Eckh 1:388,13; so daz gemvͤte [...] gezucket wirt in die heinlikeit gottes [ illud divinum secretarium ] RvBib 116,26; das es din vatter in der heimlicheit [vgl. in abscondito Mt 6,4] wisse und dirs lone Tauler 186,24. er ladete sie in sine heimlicheit Albert 654; an ire heimelīcheit sie gīng Eilh (L) 6376; als du bettest, so solt du in gan in din kemerlin und din túrlin úber dich zuͦ besliessen und in diner heimlicheit dinen vatter an sprechen Tauler 186,26. – bildl.: o sele min, gang ein willi in dich, in die heimlikeit dines hertzen Seuse 538,3; auf die Gebärmutter bezogen: in der naturen [der sinnlichen Natur, Materie] heimlichkeit / da vindet der geist ummecleit HeslApk 18013    3.3 ‘Abort’ eine grube, di da heizet ein heimelichkeit StRFreiberg 31,17; eine ~ būwen: StRGörlitz 478; nymant sal haben ayzcuchte [= eizuhte ] , die da vegen heymelikeyt [ clowacas ] an die straze StRMühlh 131; allis daz czu dem munde in get, daz kumt in den buch unde vort in dy heymelichkeit [ in secessum Mt 15,17] EvBerl 32,19    3.4 verhüllend    3.4.1 ‘Menstruation’ der kriechen [Schlehen] wazzer pringt den frawen ir haimlichait, diu menstruum haizt BdN 342,14; der frawen haimlichait ebd. 382,30; ir gewonleich haimleichait ebd. 417,25. 385,7 u.ö.    3.4.2 ‘Genitalien’ [eine Salbe] hilfet [...] dem man, ob her geswollen ist an siner heimlicheit Macer 20,12    3.5 auf das geheimnisvolle, verborgene Wesen Gottes bezogen: alsus teit sente Paulus, du her in den dritten himmil gezuckit wart und sach di heimelichkeit godis Parad 13,2

heimelīchen swV. auch heinlīchen. 1 tr.
1.1 ‘jmdn./etw. mit sich bekannt, vertraut (und daher: freundlich gesinnt) machen’
1.2 ‘etw. mit einer Sache innig verbinden’ , übertr.
2 refl., sich ( zuo ) jmdm. ~ ‘sich zu jmds. Vertrautem, Freund machen; vertraulichen, freundschaftlichen Umgang mit jmdm. haben’
   1 tr.    1.1 ‘jmdn./etw. mit sich bekannt, vertraut (und daher: freundlich gesinnt) machen’ wir [Kaufleute] müezen dicke vremediu lant / heinlīchen unde būwen [bereisen] Tr 9529; mich wil der heimlichen, / der nach dir [Gott] ist gebildet / und als ein tier vorwildet [nach dem Sündenfall] HeslNic 350. – wohl hierher, mit Ersparung des Obj.: di minne kan wilden, fremden und heimlichen JTit 737,1    1.2 ‘etw. mit einer Sache innig verbinden’, übertr.: die saͤlgen lúte, die [...] ir leben hainlichent mit siner [Gottes] gnade PrGeorg 73,11    2 refl., sich (zuo) jmdm. ~ ‘sich zu jmds. Vertrautem, Freund machen; vertraulichen, freundschaftlichen Umgang mit jmdm. haben’ er gehaimlīchte sih dem kunige [schmeichelte sich ein] Kchr 4041; [Gott] wolde sie [Maria] erwelen, daz er von ir geheimelichete sich den sunderen PrLpz 347,18; daz sich der mentsch gott haimlichet PrGeorg 8,25; PrWack 41,41. dem neven wart er heinlich, / zuo dem heinlīchet er sich RvEBarl 6424; wer sint dise schonen minnenclichen vrowen di wider unser gewonheite zu unseren muͦnichen sich heimelichent? HlReg 56,20; daz sich got zuͦ ir [Maria] also hainlichet PrGeorg 330,7; ParzRapp 96,13; Lanc 246,7. – Konstr. mit Dat.d.P. und zuo nebeneinander: der hāt sich wol genāhent und geheimlīchet s. Marīen und zirm heiligen sun PrStPaul 28,24. – mit dar: swer [...] offenbāre / dem vīnde sīne vāre / ze schaden breitet unde leit, / dazn zel ich niht ze valscheit [...]. / swenner sich heinlīche dar [sich zu dessen Freund macht, Freundschaft heuchelt] , / sō neme der man sīn selbes war Tr 15071; wan der geist ist hie ellende, aber in dem himel sint alle sīne māge und allez sīn geslehte. dā ist er vil wol gevriunt, ob er sich dar gerihtet und geheimlīchet Eckh 4:490,150. – mit Ersparung des Obj.: diu [ katze ] kan sich gar wol ouch zuolieben unde heimlīchen PrBerth 1:402,24

heimelīn stN. ‘Grille, Heimchen’ cicada: haimilin Gl 3:673,17 (BStK 287)