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ABCDEF s.VGH
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hā – habere
habergėlt – habet
habirhalm – hadel
hader – hagedorn
hagedürnīn – 2hagen
hagen- – hākeht
hękelīn – hale
halfter – halmvrischinc
halp – halplėbendic
halpliute – halpvaste
halpvierteil – halsbrėchen
hāl|schar – halsslegelen
halssnuor – halterin
haltnusse – hamme
hamster – hanef
hanef|ākambe – hanken
han- – hantgebeine
hantgelübde – hantic
hantieren – hantschuoster
hantsėhen – hantvestenunge
hantvestlich – hantzoum
hap – hārgeplocke
harheit – harmel
harmen – harnaschrām
harnaschrāmic – harpfenspil
1harre – harte
harteleben – harz
hasart – haselstūde
haselvurt – haspel
haspelspil – havendeckel
havendierne – haʒ-
haʒʒęre – hebelich
hebemuoter – hechel
hechel – heckunge
hecsche (?) – hegelich
hegelīn – heiden
heidenbein – heie
heie – heile
heilen – heilkeit
heillich – heilvündic
heilvuorlich – heimelīn
heimelischheit – heimlendisch
heimreise – heimzogen
heis – heiterīn
heiterkeit – heiʒmüeticheit
heiʒmuot – helfamme
hé?lfant, é?l(e)fant – hėlfestiure
hėlfevater – helleboc
hellebodem – hellegrāve
hellegrübel – hellemōr
hellemunt – Heller
hellerabe – helleseil
hellesźr – helletranc
helletür – hellewagen
hellewal – hellisch
hėllunge – hėlm-
helmhūs – helsen
helser – hemeren
hemerlīn – hen(e)
henefart – hennenbėrc
hennenvuoʒ – hėrbaʒ
herbe – herbeststiure
      herbe stF.
      herbe stN.
      herbėrgęre stM.
      herbėrge stswF.
      herbėrgelīn stN.
      herbėrgen swV.
      herbėrgerīe stF.
      herbėrgerinne stF.
      herbest stM.
      herbestboum stM.
      herbestdinc stN.
      herbesten swV.
      herbestgedinge stN.
      herbestgenuht stF.
      herbesthuon stN.
      herbestic Adj.
      herbestmānōt M.
      herbestouwestinne stF.
      herbestrāt stM.
      herbeststiure stF.
herbestteidinc – heremitanīe
heremitanīte – hźrgesinde
hergeverte – hźrischen
hźrischheit – hėrnāch
hernāchmāles – hźrrenengel
hźrrenėʒʒen – herschaft
hźrschaft – hėrsenkorn
hersten – herter
hertes – hėrunder
hėrūʒ – hėrwėrt
hėrwider – hėrzegebėt
hėrze- – hėrzeküneginne
hėrzekünic – hėrzen
hėrze|nabele (?) – hėrzensaf
hėrzenschouwęre – hėrzeschade
hėrze- – hėrzeswėr
hėrzeswėster – hėrzewźwe
hėrzewol – hesderich
heselīn – hewe
hewen – hienāch
hiene – hīgeręte
hīgeselle – himelbėrinne
himelbėrnde – himelgerüste
himelgesanc – himeljeger
himelkeiser – himellieht
himellitze – himelreise
himelrīche – himelschuole
himelschütze – himelstīc
himelstīge – himeltrūt
himeltugent – himelvluc
himelvlügel – himelwīʒ
himelwonunge – hindenkalp
hindenort – hindergekōse
hindergźunge – hinderlister
hinderlistic – hindersetzen
hindersidel – hinder tragen
hinder trėten – hinebaʒ
hinehalp – hinkźr
hinker – hinloufende
hin mahelen – hin-
hin scheiden – hin tuon

   herbe - herbeststiure    


herbe stF. herwe

herbe stN. mit prothetischem h- ( Spec 147,10; weitere Belege WMU 1,488 s.v. erbe stN.) → erbe

herbërgęre stM. ‘jmd., der Fremden Unterkunft bietet’, hier religiös: daz si [Sterbesakramente] mir sein [...] der leitęre unde suze geverte, der wirt unde der herbergęre SeckauBrev 171 (= LambGeb B 90 ). – Schachfigur, der sechste vende: ir herberger [auch wirt V. 7660 u.ö., schenke V. 3898 genannt] , dā bī verstānt, / ir sullet męzlīchen leben HvBer 7731

herbërge stswF. auch here-, herre- ( Roth 1238. 1900 ), herburge, herbarge ( UrkSchles 2,24 (a.1305) ). 1 ‘(Heer-, Feld-)  Lager, Lagerzelt, -hütte’
2 ‘(vorübergehende) Unterkunft (bes. für Fremde, Gäste), Quartier, Gasthaus’
2.1 allg.
2.2 in besonderen Verbverbindungen, oft artikellos
3 ‘Beherbergung(spflicht), Herbergsrecht’
4 ‘Wohnung, Wohnstätte, (Wohn-)Haus’
4.1 mit Poss.-Pron.
4.2 ohne Poss.-Pron.
   1 ‘(Heer-, Feld-)  Lager, Lagerzelt, -hütte’ in die [feindliche] herberge si īn ranten Kchr 15813; uon den herbergen er reit Rol 1650; dō Turnūs solde dannen / varen mit sīnen mannen / hin ze herbergen En 6471; daz velt herberge stuont al blōz, / wan ein gezelt, daz was vil grōz Parz 54,11; kvnig Bilas / [...] hiez blasin die businen, / [...] vn̄ dy gecelt uf hebin san, / der reise beginnen, / ir herberge brinnen Athis A** 7; die herberge wurden an gezunt Wh 316,25; die brūdere sulen ouch von den herbergen [ de castris ] oder von dem hūs niht sō verre āne urlop varen, daz sī daz gerūfte, ob ez wirt in dem here, oder die clocken niht mugen gehōren StatDtOrd 114,10. – Jagdlager: dā mit [mit dem Hornsignal] in wart erkant, / daz man den fürsten edele dā zen herbergen vant NibB 944,4; jā sih ich einen bern, / der sol mit uns hinnen zen herbergen varn ebd. 947,3. 951,1. ~ nemen, vāhen (mit Richtungs- oder Ruhekonstr.) ‘(an einem Ort) den Lagerplatz abstecken, das Lager, die Zelte aufschlagen, sich lagern’: ūf den plān / nam er [der Marschall] herberge wīt Parz 354,11; dā nāmens ouch herberge / ūf einem vesten berge Tr 5501. 5611; dem here was herberge genomen / [...] zeime klōster: daz verbran Wh 202,19; sō der vane gesetzet ist, umme den sulen sī herberge nemen zu ringe ūzewendic der capellen snūren StatDtOrd 113,2; wanne die brūdere ir herberge sulen vāhen ebd. 113,9; dekein brūder sal ime selben noch sīner geselleschaft herberge vāhen, ź danne der marschalc geherberget wirt ebd. 113,12    2 ‘(vorübergehende) Unterkunft (bes. für Fremde, Gäste), Quartier, Gasthaus’    2.1 allg.: jan$’ hānt niht mźre sorge dise degene / wan umb$’ die herberge, [...] / wā wir in disem lande noch hīnte nahtselde hān NibB 1636,3; sīn herberge ist mir gesagt, / daz er die schœnen stat vermeit / und eine smęhe gazzen reit / vor dem graben in ein hiuselīn Wh 112,6; daz korn muost unser herberge sīn UvLFrd 339,26; sin este verre fur sich gant, / so daz dez hymels fogel hant / vnder dem schaden reste / als in herburgen geste EvStPaul 2971 (vgl. Mc 4,32); tabernum: herberge UrkKölnSchr 1,237. – bildl.: do mahte im [Gott] wol gecemen / div herberge also reine, / sin muͦter v̄ męit al eine Wernh D 2503; des heiligen geistes rat, / der in sines herzen grat [in seinem Herzen] / volle herberge vant Pass I/II (HSW) 20315; Loheng 1523. – im Zusammenhang mit Bürgschaftsverpflichtungen als Ort des Einlagers: so svln die selben bvͤrgen, ob sis gimant werdent, zi Alzey in ein herbergen varen UrkCorp (WMU) 673,9. 1638,43 u.ö.; eine źrbęre, źrsame, offene ~ s. DRW 5,736    2.2 in besonderen Verbverbindungen, oft artikellos: ane bieten: daz er [ der wirt ] [...] sī vrœlīch enpfienc, / und bōt sī die herberge an Iw 5943. biten: der herberge begunde si bitten Kchr 1583; [der Pilger] bat der hereberge in der minne [ in caritate ] KLD: GvN 40: 1,5. 40: 2,5; swenne nōthafte liute, / [...] bāten der herberge Sibote 67; si hāt’ ouch bī aller wochen / sente Gedrūden nie gesprochen / noch umb kein guote herberge gebeten Reiher (GA) 381. enphāhen: di selege furstinne / kunde umme godes minne / joch mit keiner leie rede / zu Isenache in dirre stede / herburge nie enphahen Elis 5001; in die stat Samaritaner / sie [...] gingen, / daz sie ym herberge enphingen [damit sie eine Unterkunft für ihn besorgten] EvStPaul 7657 (Lc 9,52). geben: sante Gźrdrūt dir herberge gebe Tobiassegen 78; guote herberge gap man den gesten sint NibB 1297,4; man gap in herberge unt hiez behalten ir gewant ebd. 1433,4; KarlGalie 13422. gewinnen: dā si herberge gewan / dar ne mūste dehein man / neheine wīs nāher komen En 5231; dō mit den gesten [...] / hūs und stat gevüllet was / und man herberge in gewan, / daz man ir nimmer mochte hān, / dō sluoc man hütten und gezelt / alum die stat ūf daz velt / von pfelle und ouch von sīden HvFreibTr 565. nemen: den gesten herberge wāren nu genomen NibB 1179,1; die guoten herberge er dō nam, / daz im von wirte selch gemach / eines nahtes nie geschach Iw 976; mit Richtungs- oder Ruhekonstr.: daz si [die Einwohner] herberge nęmen in daz lant [außerhalb der Stadt Quartier nahmen (um alle Gäste in der Stadt unterzubringen)] NibB 1363,3; an eine scōne wisen breit / heten herberge genomen / ir boten En 5307; er und sīn trūtgesellīn, / und nāmen ir herberge / in dem velse und in dem berge Tr 16771; HvFreibTr 6034; UvLFrd 160,18; KvWTroj 25047; Elis 4900. schaffen: dō schūf man dem helide / herberge unde selide En 6260; NibB 512,1. 1176,4. ze ~ sīn ‘übernachten’: ez sol auch chain froͤmder vischer pey der stat vischern ze herwerg sein StRMünch 442,18. suochen: er gie zuo einem berge, dar ūf ein burc stuont, / unt suochte herberge, sō die wegemüeden tuont NibB 485,4; ein herburge er suͦchte, / da inne ouch he geruͦchte [...] / gemaches sunderliche plegen Elis 223; mit Dat.d.P.: man suochte herberge, die besten, die man vant, / Sīvrides knehten NibB 128,2. tuon: ich hain vur bereit mich dar zo, / dat ich uch guede herberge do HagenChr (G) 1950. vāhen: an der friunde selden froun Hilden [für Frau Hilde] si dō herberge viengen [Unterkunft bereiteten] Kudr 465,4; bildl.: nu begunde ouch strūchen der tac, / daz sīn schīn vil nāch gelac, / unt daz man durch diu wolken sach / des man der naht ze boten jach, / manegen stern, der balde gienc, / wand er der naht herberge vienc [für die Nacht Quartier machte] Parz 638,6    3 ‘Beherbergung(spflicht), Herbergsrecht’ her mūz [darf] niechein gebot, noch herberge, noch bede, noch dīnst, noch chein recht [Pflicht] uffez lant sezzen, ez en willekore daz lant SSp (W) 3:91,3; daz dorf [...] git ovch zv bźte drv phvnt vn̄ zv einen male īme iare ein herberge, zv grase mit zehen rittern oder zv hovwe mit fvnf rittern UrkCorp (WMU) N 350,33; daz unser hof in dem selben dorfe [...] vrī vn̄ ledik sīn sol vor allen betten, herebergen, getwancsal, diensten vn̄ stīvren ebd. 1480,5; daz ihc min herberge sol han vf dem selben guͦte ebd. 2282,26; u.ö.; aver ze Swaige git man zwa herberge, aine bi dem hevͦ, die ander bi gnaden oder zwai pfvnt UrbBayÄ 1484,g. – Abgabe zur Ablösung der Herbergspflicht: ouch han wir [...] zcuͦ lene [...] zcwenczig hofe und zcen schillinge geldes, daz heizzet herberge LehnbMeissen 179    4 ‘Wohnung, Wohnstätte, (Wohn-)Haus’    4.1 mit Poss.-Pron.: die magit begunden si uragen / ob si im wolde volgen zir eigen herbergen [vgl. zuo eigenen seliden Gen 1019 ] GenM 43,29; dō der vride wart getān, / daz volc huop sich von strīte sān, / manneglich zen herbergen sīn Parz 413,23; der keiser der ist hin / gevarn an die herberge [= palas V. 198 ] sīn Wildon 3,193; wer den andern haimsuͦcht in zorn oder mit scheltworten oder in auz seiner herberg her auz vodert OberBairLdr 181    4.2 ohne Poss.-Pron.: swā obene bī dem wazzer ein herberge stāt, / dā inne ist ein verge NibB 1544,2; vrow, du kunds din vröude bergen, / bitz du quems zuͦr herebergen, / da din nichte ze wanen plach MarlbRh 71,36; wonunge oder herberge SSp (W) 2:71,2; StatDtOrd 114,15; so sie nu da herburge enphingen [ qui cum domi essent Mc 9,32] EvStPaul 3943; zen herbergen [nach Hause] giengen die liute von der stat NibB 1057,1. 1822,4; sus gienc ez vrolic her abe / und quam zu herbergen sint MarLegPass 25,217; Tr 2251. 18405; HvFreibTr 1151. 1223; in relig. Sinne: got gebe iu, frowe [Frau Welt] , guote naht. / ich wil ze herberge varn Walth 101,22. hat ein man eigen rouch, daz ist gemitte [gemietete] herberge StRFreiberg 44,17. – an einem Ort, in einem Haus zur/  ze ~ sīn ‘wohnen’ Veredemius [...], / mit dem er [...] / was da zur herberge / in einem wilden walde Pass III 454,83; derselb unser rat sol och von sin selbes hus, da er selb wil ze herberg inne sein, [...] niht stiwren StRMünch 41,20 (= UrkCorp (WMU) 1975AB,33,32 ).

herbërgelīn stN. Lehnübers. für lat. habitaculum. ‘Wohnung’ habitaculo: herbergeline WindbCant 126. 125

herbërgen swV. 1 ‘(an einem Ort) ein (Heer-, Feld-)Lager errichten, einen Lagerplatz abstecken, sich lagern’
2 ‘Quartier schaffen, besorgen; jmdm. Unterkunft bei jmdm. zuweisen’
3 ‘irgendwo, bei jmdm. (als Gast, Fremder) vorübergehend wohnen, übernachten, Quartier beziehen, Unterkunft finden’
3.1 allg.
3.2 in rechtl. Kontext
4 ‘jmdm. Unterkunft geben, jmdn. unterbringen, gastlich aufnehmen’ , vereinzelt refl.: ‘sich wo niederlassen’
4.1 ohne weitere Bestimmung
4.2 mit Ortsangabe
4.3 mit Richtungsangabe
   1 ‘(an einem Ort) ein (Heer-, Feld-)Lager errichten, einen Lagerplatz abstecken, sich lagern’ zwischen Magdalōn unde Belsephōn / dā begunden si herbergōn, / an dem stade bī dem mere / dā herbergōt daz selbe here Exod 2978. 2980 (Ex 14,2); her herbergete do aller vurderost / mit den sinin heleden / inzusken den menigin Roth 2658; der rūfere [Herold] sal bī dem marschalke sīn geherberget [ hospitari ] StatDtOrd 114,24. 113,13; herbergen ist loyschiern genant Wh 237,3. – mit Richtungsangabe: alse die helede guote / geherbergeten / vffe den sant bi dem mere Roth 3587; dō hiez der hźre Źnźas / alle sīne holden, / [...] herbergen an daz velt / unde selbe sīn gezelt / vor der borch ūf slān En 9201; si hiezen herbergen für den grüenen walt NibB 928,1; Gāwāns marschalc węre komn: / der herberget ūf den plān Parz 668,25. 682,4; von Mīsne bischof Mertīn / dā herbergte neben in Kreuzf 1184. – in subjektlosem Passiv: sō nū geherberget wirt, / [...] Wh 460,23; nāch dem sō geherberget ist, sō sulen die brūdere [...] StatDtOrd 113,24. – subst. Inf.: swenne man diu gezelt / durch herbergen ūf sluoc UvZLanz 9076. – tr. ‘etw. als Lagerplatz nutzen’, hier präd. Part.Prät.: daz mer man allenthalben siht / geherbergt zehen mile lang. / von den kyelen ist gedrang, / von koken barken tragmvnt TürlArabel F 866    2 ‘Quartier schaffen, besorgen; jmdm. Unterkunft bei jmdm. zuweisen’ vrowe mīn, / [...] ich wold des marschalcamptes mich / hīnt underwinden [...]. / herbergen wold ich in der stat / gewalticlīch [kraft meines Amtes als Marschall] UvLFrd 250,5; dō der tuomvogt ze Wienen quam, / er herberget sō als daz wol zam, / in al der stat gewalticlīch. / da enwas dehein burgęre sō rīch, / er müest in dā herbergen lān. / dō das herbergen was getān [...] ebd. 250,26. 29; mīn herre mich vür gesendet hāt, / des marschalc bin ich alhie, / wā ich geherberge oder wie Mai 210,38; wir wellen auch, daz dehain vnser marschalch [...] ninder hintz dehainem purger gestte herwergen suͦl, an swo im der rihter hin zaige, [...] vnd svͦln auch bede der rihtęr vnd der marschalch dehain miet dar vmbe enphahen, si herwergen als zimlich vnd pillich sei. si suͦln auch niht herwergen datz den witiben vnd datz den hausgenozzen UrkCorp (WMU) 2345,41,43,44    3 ‘irgendwo, bei jmdm. (als Gast, Fremder) vorübergehend wohnen, übernachten, Quartier beziehen, Unterkunft finden’    3.1 allg.: sie quamen zvͦ einer burcstete, / da der gotis holde / inne herbergen solde Ägidius 1294; geherberget ein man / dā ims der wirt wol gan, / dem gezimt deste baz / sīn schimpf unde sīn maz Iw 2689; ob ein brūder wizzentlīche unde āne nōtdurfte zu den herberget, dī dā sint bōses lūmundes StatDtOrd 82,4; si soͤnt oͮch [...] also herbergen, das si moͤgen betten und sclaffen von den lúten under einem sunderlichen tache Mechth 4: 27,40; in den perg ain weytes loch, / dar inn der ausserwelte degen / herbergte fur den regen HvNstAp 6720; HlReg 35,24; Lilie 18,28; ParzRapp 394,16; Seuse 284,30. – in subjektlosem Passiv, wohl hier anzuschließen: von gesinde noch von gesten / wart geherberget / sō wunneclīchen alse hie Tr 601. – übertr.: do der [Gott] da geherbergote der si gebildote, / also geistlichen si [Maria] in enphie AvaLJ 5,5; also scult ir ime garwen daz hūs iwers herzen unde scult daz reinen uon aller slahte unrehte, so herberget min trhotin in iwerm herzen unde gīt īv die ewigen genāde Spec 138,3; noch ist ein hüs, daz dem almehtigen got vil lieb ist [...]. das ist eines iegelichen seligen menschen hercze, [...] daz da rain ist von haupthaften svnden: [...]. do hat inne geherberget chuͤsch vnd diemvͤt, gedulte vnd gehorsam, triͤwe vnd warhait Konr 23,71; cunst unde nāhe sehender sin [scharfe Urteilskraft] / swie wol diu schīnen under in, / geherberget [gesellt sich] nīt zuo zin, / er leschet kunst unde sin Tr 35    3.2 in rechtl. Kontext: swer mit gewalt uf den andern herberget, der ist fridebręch MGHConst 2:598,41 (a. 1256); der Geschädigte erscheint auch als Akk.-Obj.: swer den andern mit gewalt herwerigt, [...] daz sol er im mit der zwigvͤlt gelten UrkCorp (WMU) 475AB,31,34. – im Zusammenhang mit Herbergsrecht bzw. Beherbergungspflicht: wil der voit herbergen in die stat, daz sol er tuͦn, swelhen enden er wil, an der stete schaden UrkCorp (WMU) 29,43,44,46,47; ez sol chein graf in siner graschaf [...] mer herbergen danne dristund in dem iar DRW 5,739f. (Rockinger, Dm.; a. 1256); subst. Inf., hierher oder zu 4: die korherren von Illimvnster die gebint fvr daz herbergen anderhalben mvtte waitzn vnde zwęne mvtte rocken vnde fvnfzehn mvtte habern UrbBayÄ 1325,e; UrkCorp (WMU) N109AB,5,4. N770,16    4 ‘jmdm. Unterkunft geben, jmdn. unterbringen, gastlich aufnehmen’, vereinzelt refl.: ‘sich wo niederlassen’    4.1 ohne weitere Bestimmung: ir sult [...] den durftīgen herbergen Spec 45,26; dō wart geherberget Gźre unt sīne man NibB 744,1; ein wirt herbergte geste / und tet in daz aller beste StrKD 116,1; di reine was verschalden, / so daz si nieman halden / noch herbergen solde Elis 4929; swaz geste kvmet mit hvnden vnd mit vederspil vnd mit vil gesindes, die sol man niht herwegen SpitEich 14,5; swer herberget oder spīset wizzenlīche einen man der veręhtet ist, er muoz dar umbe wetten die hant SpdtL 220,11; swer der ist, der ein unendelich versprochene frauwen huset oder herberget WüP 62,4    4.2 mit Ortsangabe: daz si herbirgen ein durftigen. daz och si got hźrberge in sineme riche PrWack 17,6; daz klōster [...], / dar man die herren herberget Ottok 9818; nu enthielt der stern sich alda / gliches ob dem dache, / da aller vreuden sache / geherberget inne was Pass I/II (HSW) 2307; übertr.: eya du allersnoͤdestú creatur, wie lange wiltu din unnútze gewonheit herbergen in dinen fúnf sinnen? Mechth 7: 3,8    4.3 mit Richtungsangabe: man herbergte si wol / in ein hūs, daz was vol / alles, des man haben solde Ottok 75267. – übertr.: siv geherbergote aber den aller hohesten got in die tovgini ir libes PrWack 8,47; refl.: so herberget sich got in daz haus MvHeilGr 1840. – hierher oder als intr. zu 3: die boten herbergen hiez man in die stat NibB 152,1. 248,1; Kudr 319,1

herbërgerīe stF. aus afrz. herbergerie (Suolahti 1,105). ‘Unterkunft, Quartier’ wan [man] bereit in daz castel / vil schier herbergerie / gegen dirr massenie Krone 575; nv reit div massenye / wider ze herbergerye / an ir gemach in die stat ebd. 908. – ‘Zeltlager’ schier wart vf dem veld / von manigerhande gezeld / herbergarji vf geslagen Krone 22257

herbërgerinne stF. ‘eine, die Unterkunft bietet’ si [Elisabeth] nam ouch sunder froude war [d.h. hatte besondere Freude] , / [...] ein fri herburgerinne, / an verweisten kinden Elis 7686

herbest stM. ‘Herbst’ 1 allg.
2 als Zeit für bestimmte Tätigkeiten, Arbeiten
3 in Datumsangaben (meist Festtagsbezeichnungen)
4 personif.
   1 allg.: daz vierde teil dez iares heizit der herbest, der an vahet an sant Bartholomeus tag. etliche meistere unde die iuden vahent daz iar an in dem herbest, so die sunne lofet in libra. unde so ist equinoccium autumpnale, daz winterliche equinoccium MNat 7,13; herbest [...] ist kalder unde trokener nature Macer Prosavorr. 16; den selbin sichtum heizint di lute di struche vnde geschit allir meist uon der kelde in deme herbeste so sich di luft wandelt SalArz 40,54; swer auch miste, stein oder holtz hat ligen in den gazzen, da die wegen in dem herbeste von geirret mugen werden WüP 106c,3. – als Zeit des Absterbens der Natur, als Zeit des Niedergangs: daz leben ist uf der neige, / die werlt ist uf den herbest komen Frl 7:30,2. – als Zeit, in der Früchte reifen: der herbest ist ein fruhtber zit MNat 7,17; danne gat der herbest zvo / mit genuht Martina 250,13; da [im himmlischen Paradies] ist herbst mit gnuͤht / mit maniger schonen sußen fruht HvNstGZ 7742; übertr.: er [der vriedel ] wil, daz ich sin herbest si, und hat in mich gedrücket / die truben, da min vater sich hat selben in gebücket Frl 1:19,28    2 als Zeit für bestimmte Tätigkeiten, Arbeiten: der centaurien saf sol man in dem herbesten gewinnen unde trocken an der sunnen Macer 33,9; in dem lenzen, sō man daz sumergetraid sęt, und in dem herbst, sō man daz wintergetraid sęt BdN 181,26. – metonymisch ‘Weinlese im Herbst’ dū scholt nāch miltem weinlesen [La. herbest ] wźnig trinken und nāch klainem weinlesen trink paz#. und milticleicher BdN 350,28. – als Termin für Abgaben und Dienstleistungen, für Gerichtsversammlungen: vnde uffe disem selben guͦte sol der selbe Hug [...] emphahen vnd nieszen allú iār ze herbste ze rehter gúlte vier march lōtigez silberz UrkCorp (WMU) 3003,22,25; das der egenande vogt [...] die lúte in dien [...] drien doͤrfern jaͤrlich zwúrent in dem jar bitten sol vmb ein stúr ze meiien vnd ze herbst ebd. N243,28,29,30,31,43 u.ö.; UrkMoselQ 191,15 (a.1344); der selbe kelner hat och einen acher, von des wegen er sol geben einem vogte ze meyen ein imbis und ze herbst ein imbis, so er dar kumet zuͦ den jargerichten UrbHabsb 1:252,21 (a. 1306); die vogte uf dem lande die hant niht ze rihtenne hinze der burger gute noch hinz ir luten die druffe sitzent, wan ze zwain ziten in dem iare, ze maien unde ze herbeste, umbe gulte StRAugsb 13,16    3 in Datumsangaben (meist Festtagsbezeichnungen): decima die septembris, [...] dc waz an dem zehenden tage herbestez PrSchw 2,118; umb sant Mathes tag in dem herbst [ 12. Sept.] KvMSph 20,10; ich sage iu, wenne der tac gelīt. / in dem herbest nennet man in sō / sanctę crūcis exaltātiō [14. Sept.] Eracl 5281; diser prief ist geben ze Wienne an sand Franciscen tage in dem herbiste [4. Okt.] UrkCorp (WMU) 2811,12. 2495,8. 2581,41 u.ö.; der źrste/  andere/  dritte ~ : diser brief wart gegebin [...] in dem erstin herbiste [im September] an dem gvͦtimtage nah dez heiligen crcis [!] tvlt UrkCorp (WMU) 1468,12; diz geschach [...] an dem nehsten zistage nach sancte Michels tvlt, do viench oͮch der ander herbist [d.h. am 1. Okt.] ebd. 257,35; an dez driten herbistes non̄ [ nonas nouembris 145A,20 ] ebd. 145B,41    4 personif.: herbest, der des meien wāt / vellet von den rīsen SM: St 1: 1,5; herbest, underwint dich mīn, / wan ich wil dīn helfer sīn / gegen dem glanzen meien ebd. 1: 2,1; der herbest ersprengete do / mit einre frefellichen just. / er stach den meigen ūf die brust Herbst 182. – seine Gaben, sein Reichtum: herbest wil birāten / mang gisinde mit guoten trachten SM: Had 18: 1,1. 20: 1,1; herbest wol ergetzen kan / gisindes man der sumerzīt: / swer miete gīt, der ist so wert ebd. 44: 1,1; siude und brāt / des herbstes rāt, vil lieber wirt, / sīt er uns birt so vollen teil! ebd. 44: 1,9; herbest, dīn geręte der swęre / hilfet uberwinden ein michel teil SM: UvB 2: 1,5

herbestboum stM. Baum in der Herbstzeit: si sint auch als di herwestbavme, di da blvͦent vnd doch niht wuchers bringent PrBerthKl 5,16

herbestdinc stN. Gericht, das im Herbst abgehalten wird: es hat ouch des richs vogt [...] diu reht, daz er ze zwain maln in dem jare, in dem maien und in dem herbstding, da hin sol chomen WeistGr 6,293 (a. 1316)

herbesten swV. ‘Wein lesen; (Trauben) ernten’ von den dornen lesin si nicht fīgen, noch von dem busche herbisten si nicht wīnber [ neque de rubo vindemiant uvam ] EvBeh Lc 6,44; so erteil ich in iares viercehen naht zuͦ howenne, viercehen naht zuͦ ernenne vnde viercehen naht zuͦ herbestenne UrkCorp (WMU) 360,15

herbestgedinge stN. wie herbestdinc : das die keller [...] dess jares haben sonndt ain maygeding und herbstgeding WeistGr 1,296 (a.1330 kopial); das der keller den vogt selb drytt haben und verkosten sol zu den selben mayen- und herbstgedingen ebd. 1,296; es sol ouch der keller, beide ze meygen- und ouch zuͦ dem herbstgeding, miner froͮwen amptman selb dritte dz maͮl geben UrkAargau 155 (bald nach 1324 kopial)

herbestgenuht stF. ‘Herbstfülle’ daz dritte ist mit voller fruht / ein iemer werndiv herbest gennuht Martina 251,108 (vgl. danne gat der herbest zvo / mit genuht spate vnd frvo ebd. 250,13 ).

herbesthuon stN. Huhn als im Herbst zu entrichtende Abgabe: der schuͦpossen [= schuopoze F., landwirtschaftl. Maßeinheit, kleiner als eine Hufe] giltet jeglichuͥ [...] zwei herbsthuͦnr, ein vasnachthuͦn und xxx eiger UrkAargau 2,1:378,2 (a. 1306); es sol ouch ieklich hus ierlich geben j herbsthuͦn vnd j vasnahthuͦn. da gehoͮrt dz herbsthuͦn minen froͮwen vnd dz vasnahthuͦn dem obern gericht ebd. 14 (bald nach 1324 kopial); weitere Belege s. DRW 5, 748f.

herbestic Adj. ‘im Herbst’ Chuͦnrad Banwart buwt und jerglich giltet drie mút kernen und zwei viertel bonen, vier huͤnr, zwei herbstig, und zwei vasnachtig UrkAarau 40 (a.1331)

herbestmānōt , -mānde M. , -māne stM. ‘Herbstmonat’ september, october, nouember, december: fier herpstmanot VocOpt 56.014. – September: september: herbistmanoth SummHeinr 2:70,55/56. 1:105,1126; an Prōthī und Jacinctī tac, / dō man dem herbistmānde / das dritte idus [11. Sept.] nande NvJer 1470; in dem ersten herbest manode an sant Matheus tage [21. Sept.] UrkCorp (WMU) 750,44; in dem ersten herbstmoͤnne ebd. N 181,16; in der achtin kalendin / des źrstin herbistmźndin [25. Aug.] / irhūb sich kunic Lūdewīc / von Frankrīche in den stīc / andāchtlīchir betevart NvJer 15682; UrkHohenz 1,109 (a. 1300). – Oktober: von ostron vnz an din andirn herpstmanot mittin BrEng 48; herbestmānde HvFritzlHl 213,1 (Überschr.). – November: von mitten herpstmanodin vnzin ostron BrEng 8; in dem dritten herbistmanode nach sant Martins mis [12. Nov.] UrkCorp (WMU) 559,25; an dem sehsten tage dez dritten herbstmanodes UrkFürstenb 5,155 (a. 1306); Martina 89,42. – Dezember: an sant Barbarun tac jn dem vierden herbschmanode UrkCorp (WMU) 1494,3

herbestouwestinne stF. ‘(Herbstmonat) September’ an dem eilftin tage des mandin den man heizet die herbistouwistinne Köditz 66,28

herbestrāt stM. vom Herbst bis zur Fastenzeit amtierender Rat: das der herbestrāt von Zúrich von der burger wegen von Zúrich vns [für uns] dur vnser bette vnd dur vnsers nutzes willen vn̄ dur groͤzern schaden ze versehenne vf vnsern schaden vs nam [aufnahm] vúnf vnd zwenzig march silbers, da mitte wir Heinriche Manessen [...] gulten UrkCorp (WMU) 1844,42

herbeststiure stF. ‘im Herbst fällige Abgabe’, zwei mhd. Belege aus der ersten Hälfte des 14. Jh. s. DRW 9,35 s.v. Maisteuer.