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ABCDEF s.VGHI
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hâ – habere
habergëlt – habet
habirhalm – hadel
hader – hagedorn
hagedürnîn – 2hagen
hagen- – hâkeht
hækelîn – hale
halfter – halmvrischinc
halp – halplëbendic
halpliute – halpvaste
halpvierteil – halsbrëchen
hâl|schar – halsslegelen
halssnuor – halterin
haltnusse – hamme
hamster – hanef
hanef|âkambe – hanken
han- – hantgebeine
hantgelübde – hantic
hantieren – hantschuoster
hantsëhen – hantvestenunge
hantvestlich – hantzoum
hap – hârgeplocke
harheit – harmel
harmen – harnaschrâm
harnaschrâmic – harpfenspil
1harre – harte
harteleben – harz
hasart – haselstûde
haselvurt – haspel
haspelspil – havendeckel
havendierne – haʒ-
haʒʒære – hebelich
hebemuoter – hechel
hechel – heckunge
hecsche (?) – hegelich
hegelîn – heiden
heidenbein – heie
heie – heile
heilen – heilkeit
heillich – heilvündic
heilvuorlich – heimelîn
heimelischheit – heimlendisch
heimreise – heimzogen
heis – heiterîn
heiterkeit – heiʒmüeticheit
heiʒmuot – helfamme
hé?lfant, é?l(e)fant – hëlfestiure
hëlfevater – helleboc
hellebodem – hellegrâve
hellegrübel – hellemôr
hellemunt – Heller
hellerabe – helleseil
hellesêr – helletranc
helletür – hellewagen
hellewal – hellisch
hëllunge – hëlm-
helmhûs – helsen
helser – hemeren
hemerlîn – hen(e)
henefart – hennenbërc
hennenvuoʒ – hërbaʒ
herbe – herbeststiure
herbestteidinc – heremitanîe
heremitanîte – hêrgesinde
hergeverte – hêrischen
hêrischheit – hërnâch
hernâchmâles – hêrrenengel
hêrrenëʒʒen – herschaft
hêrschaft – hërsenkorn
hersten – herter
hertes – hërunder
hërûʒ – hërwërt
hërwider – hërzegebët
hërze- – hërzeküneginne
hërzekünic – hërzen
hërze|nabele (?) – hërzensaf
hërzenschouwære – hërzeschade
hërze- – hërzeswër
hërzeswëster – hërzewêwe
hërzewol – hesderich
heselîn – hewe
hewen – hienâch
hiene – hîgeræte
hîgeselle – himelbërinne
himelbërnde – himelgerüste
himelgesanc – himeljeger
himelkeiser – himellieht
himellitze – himelreise
himelrîche – himelschuole
himelschütze – himelstîc
himelstîge – himeltrût
himeltugent – himelvluc
himelvlügel – himelwîʒ
himelwonunge – hindenkalp
hindenort – hindergekôse
hindergêunge – hinderlister
hinderlistic – hindersetzen
hindersidel – hinder tragen
hinder trëten – hinebaʒ
hinehalp – hinkêr
hinker – hinloufende
hin mahelen – hin-
hin scheiden – hinüber
hinûf – hinwurf
hinze – hirngeil
hirngupfe – hirse-
hirse- – hirʒeln
hirzesmarc – histôrje
hitzblâter – hiufelbant (?)
hiufeln – hiutelvase
hiuten – hôchedel
hôchengel – hôchgelobet
hôchgëlt – hôchgesëgenet
hôchgesenge – hôchgewirdet
hôchgezalt – hôchlûtes
hôchmeister – hôchstrâze
hôchstuol – hôchvertlich
hôchvliegende – hôdelôs
hof – hœheleht
hôhelîche – holde
holde – holerwurz
holf – holtsam
holtschaft – hölzel
holz|elle – holzhuon
hölzîn – holzschuoher
holzschuoherin – hon
hôn – honec|rœre
honec|saffic – honec|vrischinc
honec|wabe – hônkôse
hônkust – hopfenscheffel
hopfenziech – 1hôre
2hôre – hornboge
hornbruoder – hornuʒstich
hornuʒʒehe (?) – horvaʒ
horwehtic – hosewît
hospitâl – houbetbuoʒe
houbetburc – houbetguot
houbethaft – houbetlast
houbetlaster – houbetmeister
houbetmeisterinne – houbetsache
houbetsachwaltære – houbetstrît
houbetstücke – houbetvahs
houbetval – houc
houch – höuschrîbære
höustadel – höuwetmânôt
höuwezëhende – hovegenôʒ
hovegerëhte – hovehêrrinne
hovehœric – hovemære
hovemarke – hoverede
hoverëht – hoveschalc
hoveschar – hove|spil
hovespîse – hovevisch
hovevrouwe – hozelbozel
hû – hücken
huckenære – hüenergülte
hüenerhirne – hüetewol
huf – hüffesiechtuom
hufhalz – hulde
hulden – hülletuoch
hülleworhtære – humel
humerâl – hundertvalten
hundertvaltic – hundeszunge
hündîn – hungerlich
hungerlinc – huntgebûr
huntgesinde – huobære
huobdinc – huobtac
huobtuoch – huorærinne
huordieren – huormachære
huormache – huoticlich
huotliute – hurm
hurmelen – hurtebære
hurtelich – hûsbruch
hûsdierne – hûsgerihte
      hûsdierne stswF.
      hûsdinc stN.
      hûsdürftic Adj.
      hûse swM.
      husegome (?) swM.
      hûsen swV.
      hûsenære stM.
      hûsen|blâter stswF.
      hûsen|wambe stF.
      hûserære stM.
      hûs|êre stF.
      hûsgëlt stN.
      hûsgemach stN.
      hûsgemächelîn stN.
      hûsgenôʒ stswM.
      hûsgenôʒen swV.
      hûsgenôʒinne stF.
      hûsgenôʒschaft stF.
      hûsgeræte stN.
      hûsgerihte stN.
hûsgerüste – hûsnôʒinne
hûsphenninc – hûsvride
hûsvrouwe – hüttenzins
hüttesnuor – hy

   hûsdierne - hûsgerihte    


hûsdierne stswF. ‘Dienst-, Hausmagd’ di hûsdîrne schrei in [Petrus] an: / ‘dû der jungern einer bist’ JvFrst 4844

hûsdinc stN. was zum Haushalt gehört ‘Hausrat’ (vgl. hûsgeræte ): sô man in î [l. ie ] dî spîse / mit andirme hûsdinge / solde vom Elbinge / zûvûrn ûf der Sirgûne NvJer 13991

hûsdürftic Adj. hier subst. wohl einen sog. "verschämten Armen" bezeichnend, der nicht öffentlich bettelt und einen eigenen Haushalt führt; oft von einer anderen Familie unterstützt (vgl. hûsarme mit Lit.): den andern wek sol man den chinden sniden oder den husduͤrftigen [ pauperibus ] UrkGeisf 430 (13. Jh.)

hûse swM. eine Fischart ‘Hausen’, aber auch zur Beschreibung weiterer Arten (vgl. ahd. hûso AWB 4,1427f.): esox: huse Gl 3:456,1 (BStK926); rumbus: huse ebd. 3:675,55 (BStK287); ipocus: huso SummHeinr 1:156,591. 2:63,175; echinus, escarus genus piscis id est huso ebd. 2:289,01.9; esox haizt ain haus. der visch gêt in der Tuonaw BdN 252,10 u. ö.; schouwet wie der hûse an der Tuonouwe grunde / lebt des trôres süeze gar KLD: UvL 55: 7,1; manic gebûr wirt schimelgrâ, / der selten hât gezzen mensier blâ, / vîgen, hûsen, mandelkern: / rüeben kumpost âz er gern Renner 9815; Freudenl 77; StRAugsb 40,21 u. ö.; Rennew 11010

husegome (?) swM. auch hisigome; auch stM. ( PsWindb 101,7 ). als Übers. von lat. pelicanus ‘Pelikan’ (vgl. sisegome ; zur Sache und den Varianten vgl. Suolahti, Vogelnamen, S. 388f.): pellicanus: sisegomo, hisigomo, hisigoͮm, hvsegomo SummHeinr 2:410,266. 1:161,691; glih getan worden bin ih deme husegoume dere einnode [ similis factus sum pellicano solitudinis! ] PsWindb 101,7

hûsen swV. 1 intr.
1.1 ‘sich (häuslich) niederlassen; wohnen’
1.2 mit Dat. ‘jmdm. eine Wohnung, Unterkunft schaffen, bauen’
1.3 ‘einen bestimmten Lebenswandel führen’ (subst.)
2 tr.
2.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. unterbringen, beherbergen, jmdm. ein Zuhause geben’
2.2 mit Akk.d.S.
2.2.1 ‘ etw. bewohnen, besetzen’
2.2.2 ‘etw. zusammenbringen, sammeln’
2.2.3 ‘etw. beherbergen’
   1 intr.    1.1 ‘sich (häuslich) niederlassen; wohnen’ do hûsete Israhel fúr war / in sinim lande in Ramassen RvEWchr 8243; ich huse in [ihnen] aber naher baz StrKD 5,312; sîn sælde zieret wol diu lant / dâ er gehûset inne hât RvEGer 605; wil er [ got ] die himel haben gar, / sô wær sîn hêrschaft gar ze wît und mîn gewalt gar zenge. / mezz er mir baz ze hûsen dar / ald unser eltiu friuntschaft kan geweren niht die lenge [vgl. Anm.z.St.] KLD: Schulm 3:1,7; RvEBarl 7761; Wig 192. – Part.Präs. swa si waren husende, / da lagin vier hundirt man bi in RvEWchr 13139. 13067. – von Dingen: si ouch daz es [Böses und Schlechtes] zwentzig jor do gehuset habe Tauler 419,25. – übertr.: swâ abe gehûset der haz, / dâ wirt diu minne laz Iw 7039; unbarmekeit und gît / gehûset in sîn herze heten Ottok 42093; diu minne in ir beider brust / het gehûset Loheng 955; der dâ in gote wonet, der hât wol gehûset und ist ein erbe gotes Eckh 1:167,11; Rennew 16591; WälGa 5284. gehûset sîn ‘ansässig, wohnhaft sein’ daz ir so verre gehuset sint / von mir, daz hilft iuch fuͤr war WhvÖst 9074; ein einsidel reine / gehuset was alleine / verre in eime walde Vät 17866. 22408; RvEBarl 15297. – mit direktionaler präp. Erg. oder Pron.-Adv. ‘sich niederlassen, (ein-)ziehen’ ez hêt diu grôze armuot / zuo im gehûset in den glêt [Hütte] Wig 5692; dâ [in einer Einöde] hâte ein alter armer man / gehûset hin durch sîn gemach RvEBarl 5801; si wonten unde lâgen / ûf bergen und in klûsen / und wolten gerne hûsen / ze walde ûf wilden riuten KvWTroj 890; HvNstAp 19140; StrKD 5,303    1.2 mit Dat. ‘jmdm. eine Wohnung, Unterkunft schaffen, bauen’ den kiuschen ist gehûset hie: / die gote wol behageten ie / durch ir kiusche reine site, / den wil got hie lônen mite, / biz daz er in ân endes zît / ein endelôsez rîche gît RvEBarl 12429; si [Bienen] habent auch die art, daz si des êrsten dem volk hausent, und dar nâch den künigen BdN 290,20. – mit refl. Dat.: ein man der hat gehûsit im / einsit in monte Effraim RvEWchr 21228    1.3 ‘einen bestimmten Lebenswandel führen’ (subst.): tiuvelliches husen / pflag der selb verwazzen [l. verwâʒen ] WhvÖst 11928    2 tr.    2.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. unterbringen, beherbergen, jmdm. ein Zuhause geben’ swer huset gast in sinem lant Frl 5:78,13; ê er sîne geste / gesedelt und gehûset Ottok 52431; swer stupffelbere [Trauben] oder stupfelwiͤn kauffet oder stupfeler [Traubenleser] heltet oder hauset WüP 106g,3. 62,4; KLD:UvL 41: 1,5; UvEtzWh 5301. – subst. Part.: hat ein man ein hus da er selbe inne ist unde hat auch gehuside bi im da inne, ir si lutzel oder vil StRAugsb 120,6. – jmdn. (von der Obrigkeit verfolgten) hûsen oder/  unde hoven u. ä. ‘jmdm. Asyl gewähren, jmdn. beherbergen’ (vgl. hoven ): swelh burger den aehter huset oder hofet mit wizzen StRAugsb 103,1 u. ö.; swer diebe oder morder hvset oder hovet SchwSp 84b; swer sie [im Bann befindliche Menschen] hûset oder hovet oder schirmet, der wirt in der selben schulde begriffen PrBerth 1:130,22; SpdtL 225,1; UrkCorp (WMU) 879H,20 u. ö. – in Wendungen mit semantisch ähnl. Verben: zweient si [die Burgleute] och mit iemanne, wir sulen sie husen inde halden UrkCorp (WMU) 59,25; daz dy von Mulhusen dy morder unde dy rober gehuset und geheimet haben UrkMühlh 417 (a. 1334). – subst.: vnd were ieman, der also krank an gvͦte were, [...], swer deme hvlfe oder riete mit libe oder mit gvͦte, mit hvsonne oder hovondo, [...], der sol aber deme geshadegotten die vorgenandvn bvͦze geben UrkCorp (WMU) N613,10    2.2 mit Akk.d.S.    2.2.1 ‘ etw. bewohnen, besetzen’ behuͤt uns vor des tiuvels rat, / der manige sel gehuset hat WhvÖst 10470    2.2.2 ‘etw. zusammenbringen, sammeln’ der selb burgær / der ditz und manic guͦt mær / hat gehuset: er ist genant / Diepreht der werde WhvÖst 13277; ir sollent beiten biß ir uwer here zusamen gehusent Lanc 235,31    2.2.3 ‘etw. beherbergen’ ir sinnic herze ir sô verjach / daz sie in armer wæte / vil wirde gehûset hæte UvEtzWh 2406; er hêt wol die mâze / gehûset von der strâze KvFuss 1908

hûsenære stM. ‘Hausbesitzer’ oder ‘Hausverwalter’ (vgl. hûsære , hûserære ): daz si mir erslvgen meinen wirt, den smit, des hvsners knecht, von Trebendorf EgerAchtb 244. – als Bestandteil von Personennamen: Albrecht der Hausner UrkCorp (WMU) 1853,22

hûsen|blâter stswF. Schwimmblase des Hausens; hier wohl der daraus gewonnene Leim: das sibende [Verfahren eine Handfeste zu fälschen] ist das man auch ettwenne ein kleins permit [Pergament] dunne auf di schrift leymet mit einer hausen platern vnd sneydet es dann geleiche als es niwann ein permit sey vnd schreibet dann auf das kleine permeit was im geuellet SchwSp 158b

hûsen|wambe stF. Bauch(-stück) des Hausens: die [Speise] ist von dem Rine komen / und uß eime salmen [ein Fisch] genomen, / mit husenwammen wol durchzogen [Hs. K: wol gezoͤgen zuͤ samen ] Herbst 121. – als Abgabe: partem esocis. que wlgo dicitur ain ganzv husen wamme. [...] ad mensam episcopalem UrkAugsbBt 1,322 (a. 1306)

hûserære stM. ‘Hausbesitzer’ oder ‘Hausverwalter’, als Bestandteil von Personennamen (vgl. hûsære , hûsenære ): Chvnrat der Hvͦserer UrkCorp (WMU) 2727A,12. 2727B,14

hûs|êre stF. durch Gastfreundlichkeit und gute Haushaltsführung begründetes Ansehen und Respekt eines Hauses bzw. Haushalts (in Folge auch des Hausherren): hern Andrên bat er sâ, / daz er mit im ze hûse rit / unde dâ von im lit / hûsêre und gemach Ottok 40100 u. ö.; swer ainen schaden tvt, chumpt der flvhtiger in eins frvmen mannes hvs, der selb frvm man, durch sin hvs ere sol in bergen vnd sol im hin helfen UrkWittelsb 2,51 (a. 1294). 2,227 (a. 1314); husere dri dinc haben wil, als ich bescheide. / genuͦc edeler spise unde guͦten tranc, die zweig die pris ich beide, / unde daz der wirt zuͦjegenwertich si Meissner 1:4,1 u. ö.; Winsb 51,1; KvWLd 19,31; daz gesinde si dienisthaft, willich, wol gezogen, / so heizet ez husere, daz ist war unde ungelogen Meissner 1:4,5; RvZw 121,8; Renner 5488; Teichn 247,57; WernhMl 1421. – ein Vorrecht begründend: ‘gnâde, heidenscher herre’ sprach der werde man, / ‘wiltu mir aber drîe die êrsten würfe lân?’ / ‘nein’, sprach der heiden, ‘hûsêre muoz vor gân’ WolfdD (J) 6:127,3. – ironisch: bi richer tracht ein fuler dunst, / daz heize ich rich husere Frl 10:8,8

hûsgëlt stN. eine Gebühr (vgl. DRW 5,403f.): wannu eyn gast eyn gud brenget, ob her iz wol nicht vorkoufet [...] so gebet her jo von der tunnen eynen phennvng czv husgelde StRMühlh 150; welich metewaner [l. mitewoner ] odir gast wollen odir andirleye kouferie, [...], vorkoufet in dem wagenhus odir vff dem margte [...] der sal do von sin husgelt gebe ebd. 151

hûsgemach stN. ‘Unterkunft, Wohnstätte’ dô er in daz dorf quam, / dâ sach er wît unde wunnesam / in einem hove guot hûsgemach Schrätel 45; ein celle als ein husgemach. / des was ich vro Vät 25513; ez waz vmbe in also gestalt / durch sines amtes sache / daz er mit husgemache / verre von den luten weich Pass I/II 37,3; Freudenl 99; RvEWchr 1830; Virg 210,12; Renner 12590. – übertr.: din kiusche an im wart sigehaft / und überwant die sterke sin, / [...] / sin breit gewalt der suochte / bi dir ein engez husgemach KvWGS 1251

hûsgemächelîn stN. Dimin. zu hûsgemach . ‘(kleine) Unterkunft, Wohnstätte’ dâ bî ist manic arm man, / den nieman dar zuo bringen kan, / daz er ze hofe wölle sîn: / dem liebet sîn hûs gemechelîn / als der âmeizen tuot ir hol, / in dem ir sumer und winter ist wol Renner 5646

hûsgenôʒ , -genôʒe stswM. 1 wer zu einem Haushalt, einer Hauswirtschaft oder einem Hof gehört bzw. damit assoziiert wird; kann sowohl Untergebene bzw. Gefolgsleute als auch Standesgenossen, Gleichrangige oder allg. Gefährten bezeichnen ‘Hausgenosse’
2 ‘Hintersasse’ (vgl. DRW 5,409f.)
3 Mitglied einer Münzergemeinschaft ‘Münzer, Wechsler’ (vgl. Schrötter, Münzk. 254ff. und LexMA 6,931f.)
   1 wer zu einem Haushalt, einer Hauswirtschaft oder einem Hof gehört bzw. damit assoziiert wird; kann sowohl Untergebene bzw. Gefolgsleute als auch Standesgenossen, Gleichrangige oder allg. Gefährten bezeichnen ‘Hausgenosse’ er fur durch grozen rat, / da er einen einsidel vant. / durch des rat wart er cehant / des einsidels husgenoz StrKD 94,7; daz er von sime gesinde und huzgenoͤzzen die vor geschriben heller vorder und neme WüP 97,17. wa bist du ein husgenoz / gewesen vnser in elende? [ quando autem te vidimus hospitem Mt 25,38] EvStPaul 1536; er [ dienestman ] sol sîn valscher ræte frî / mit sînen hûsgenôzen Helbl 8,133; Artus hŭb sin clage an / vnd mit yme sin huszgenosz Krone 17096; der wartman phliget ze stenne an der hohe, daz er sine husgenozzen [im Hause Israel] muge gewarnen Spec 139,10. 7,18; Parz 229,26; Priesterl 95; PrOberalt 167,36 u. ö.; RvEWchr 27286; Tauler 206,12. do begund diu krot dringen, / wan si hôrt singen / ander ir hûsgenôz / in einer lachen grôz EnikWchr 23287; ir kunic, [...] / der was geheizen Agag. / veizt und ane maze groz / was der gotis viende hus genoz RvEWchr 23606. – für einen Angehörigen, Dienstmann eines Ordenshauses (vgl. WMU 2,907): haben wir den vor genanten chvmtiur vnd sinen hausgenozen disen brif geben mit vnserm jnsigel versigelt UrkCorp (WMU) 839,17; UrkGerKöln 205 (a. 1294). – für die Jünger Jesu: die zwelf hûsgenôze / die wurden nâch ir lôze / gesetzet wider in diu lant / dar ieglicher ê was hin gesant KvHeimHinv 1183; AvaLJ 201,3; Konr 3 W1,115. – wohl für einen Hof- oder Haushandwerker (vgl. DRW 5,408f.): si sunt ministeriales, quod wlgo dicitur dinstlude, vel si sunt husgenosze, aut wiltwerkirhusgenoz UrkWorms 2:83,25 (a. 1317). – in der Funktion eines (bürgerl.) Schöffen (vgl. DRW 5,408): als riter vnd chneht vnd havsgnozzen ertailten avf iern ait, daz fraw Hadwich vnd ierew chint vnd ir wiert der Ortar in vnd ierm gotshaus den vognannten hof ledich lazzen solt UrkIndersd 50 (a. 1306); UrkEls 2,8 (a. 1275). – übertr.: doch ist ir senfte nie sô grôz, / unsenfte sî dâ hûsgenôz Freid 71,15; die klukheit ist da husgenoz Physiogn 66. 378; ich bin der sælden husgenoz / daz ich gelebet han die zit Rennew 3902; waz er anders nympt von in, / daz ist raubs haus genos Teichn 206,39. 317,10; KLD: Dürinc 4:2,5; UvLFrd 150,15    2 ‘Hintersasse’ (vgl. DRW 5,409f.): alle di, di gehoren in ains bischof von Wirtzburg camer unn hof, [...], und auch der stiffte zu Wirtzburg hausgenozzen, amptleuͦt, dyͤner WüP 104,10; WeistÖ 5:347,8 (a. 1310); NüP 152    3 Mitglied einer Münzergemeinschaft ‘Münzer, Wechsler’ (vgl. Schrötter, Münzk. 254ff. und LexMA 6,931f.): der voit sol [in seiner Zuständigkeit] auch haben alleine [...] die munze, und sol setzen zwelf munzere, die heizent husgenozzen WeistGr 3,609 (a. 1253); man sol auch wizzen, daz diu mvͤnze haben sol einen munzmaister unde darzu zwelf husgenozzen StRAugsb 15,9 u. ö.; do die huysgenosen woren intsat, / do intsatte hie die scheffen van der stat HagenChr (G) 1220. 1218; UrkKölnSchr 2,271 (a. 1231) u. ö.

hûsgenôʒen swV. refl. ‘sich dazugesellen’ swer zum grale wirt erwelt, der wartet ewiger vrouden riches teiles. / [...] / durch also riche pfruͤnde wolt ich mich dar gerne husgenozen JTit 272,4

hûsgenôʒinne stF. auch hûsnôʒinne. ‘Gleichgestellte, Angehörige einer Gemeinschaft’ (vgl. hûsgenôʒ ): eins gebûren grôzez guot / bringt in an den übermuot, / daz er dünket sich sô wert, / ze konschaft er niht gert / sîner hûsnôzinne: / in leitent sîne sinne, / daz er eins ritters tohter bit Helbl 8,221; ir frowen, irne schult iu niht furhten; ir sît hûsgenôzinne alles himelischen heres, ir habt gwissez teil mit allen gotes heiligen PrStPaul 80,1

hûsgenôʒschaft stF. auch hûsnôʒschaft ( Helbl 8,572 ). 1 Status, zu einer Gemeinschaft Gleichberechtigter bzw. Ebenbürtiger zu gehören
2 die Münzergemeinschaft betreffender (Rechts-)Status
   1 Status, zu einer Gemeinschaft Gleichberechtigter bzw. Ebenbürtiger zu gehören: da wart die huszgenozschafft / yme versagt von der ritterschafft / vnd von des kùnigs magenkrafft Krone 19480; er muoz im geben hûsgnôzschaft, / kumt er in dem strît an in Helbl 4,104 u. ö.    2 die Münzergemeinschaft betreffender (Rechts-)Status: monetarios Ratisponenses, qui ius habent, quod vulgariter dicitur housgenozschaft UrkWittelsb 1,261 (a. 1272); ouch sullen die wechselere, die husgenosschaft haben vnd an der wechsilbang siczin, wechsiln mid nuwen phenningin, die sie selbins machin, by eynir mark vnd vier wochin StRMühlh 85; UrkCorp (WMU) 2237B,29. 2237A,29

hûsgeræte stN. was zum Haushalt gehört ‘Hausrat, Ausstattung’ (vgl. geræte 2): swaz Aman hette gutes / an erbe, an husgerete / und allez daz er hete, / daz gab der kunic der kunigin Hester 1623. 1676; schaff ich meinem sun Hansen dem Ingoltsteter allez mein wappen und dar zuͦ alles mein hausgeruͤst und hausrat von tischen und von anderm hausgeraͤt UrkRegensb 675 (a. 1349); NvJer 13650. – ‘Haushalt, Wohnstätte’ die [Äbtissin] vernam di mere, / wi daz ir megin [Verwandte] were / mit undugentlicher craft / verwiset uz ir herschaft / unde uz ir husgerede Elis 5371; Martina 131,66. – sprichwörtl. (vgl. TPMA 5,447): an dem hûsgeræte gar / nimt man ie des wirtes war RvEBarl 6159. – bei Tieren (als nützlicher Bestandteil der Ausstattung eines Haushalts): merk, tumbes muotes junger man, / war umb drî crêâtiure, der hunt, diu katze unt ouch der han, / heizen hûsgeræte: dâ râtent si, daz manegem kumt ze guot RvZw 165,3

hûsgerihte stN. auch -gerehte. was zum Haushalt gehört ‘Hausrat, Ausstattung’ (vgl. 2gerihte 3): dar nach brahte man im swaz er het / ane daz ze einem huͦs geriht / gehorte. des enbrahte man niht Albert 1314; kleider unde bortengewant, / hûsgereht und swaz man vant / in den judenhiusern über al, / daz wart âne twâl / umb phenninge verkouft Ottok 91518. 24150