Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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e – ëbenbilde
ëbenbildec – ëbengelîch
ëbengelîcheit – ëbenhêr
ëbenhêre – ëbenkristenmensche
ëbenkurz – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbensëʒʒe
ëbenslëht – ëbenvërrerinne
ëbenvol – ëber
ëberborste – Êbrêisch
ebreze – eckerich
eckerlîn – edelhaftec
edelheit – edelvoget (?)
edelvrîe – ege|bærlich
ê|gedâht – êgeselle
eges|lich, eislich – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – eht
ehte – eichelëht
eichelîn – eichphat
eichurne – eierkuoche
eierlîn – eigenerge
eigengeborn – eigenmaht
eigenman – eigeslich
eilboum – einbürtec
einbürtecheit, eingebürtecheit – einerhande
einerleie – einhalp, einhalben
einhël – einlant
einlich – einmuote
einmuoten – einsamenen
einsamkeit – einteil
einthalp – einvach
einvalt – einwîclich
einwillec – einzigen
einz|wagen – eismende
eissam – eitergiftec
eitergiftecheit – eitertrache
eitervar – êkarl
ekates – elelende
element – eliotrop
êliute – ellenmëʒ
ellenschaft – elmëʒ
elne, elle – êmâle
êmâlen – empelîn
empf- – enalrihte
enalverte – enbinnen
enbir – enbore
enbœrec – enc-
en|ch- – endelicheit
endelist – endivia
en|drabes – enein tuon
enein wërden – engegenen
engegengân – engelher
engelîn – engelschar
engelschlich – engerinc
engerlîn – englüejen
engöten – enhundert
enîdrus – enkern
enkiesen – enkrûfen
enkücken – ennumenâmen
enoben – enquëllen
enquicken – ensîten
enslîbe (?) – enstricken
en|strîte – ent|erben
ent|erbenisse – entheben
entheben – enthouwen
enthöveschen (?) – entlegen
entlêhenen – entlîmen
entlinden – entmuoten
entnacten – ent|râten
ent|redære – ent|rinden
ent|ringen – entsagen
entsagunge – entscheit
entschel – entschulden
entschuldigære – entsetzunge
entsieden – entslingen
entslipfen, entslüpfen – entspitzen
entsprëchen – entstopfen
entstôʒen – entvæhelich
1entvâhen – entvërn
entvërren – entvormen
entvormunge – entwachen
entwâfenen – entweichen
entweisen – 1entwern
2entwern – entwirden
entwirken – envor
envreise – ênzeclich
enzeichenen – enzogen (?)
enzogenheit – eparche
epgrunde – epizikel
eppe – erbâgen
erbalden – erbarmen
erbarmhërze – erbeburclêhen
erbeburcliute – erbehaftec
erbehâm – erbekünicrîche
erbelant – erbenëmære
erbenëme, erbenæme – erbeschilt
erbeschrîn – erbeteilunge
er|bëtelich – erbezinsgëlt
erbezinsguot – erbîʒen
1erblæjen – erbolgen
erbolgenisse – erbrogen
erbrüeten – erdecken
ërdelîn – ërdeslunt
ërdewase – erdulden
erdünen – eren
eren – êrenhüetære
êrenhüge – êrenstæte
êrenstuol – erfurtisch
ergâhen – ergëllen
ergëlsen – ergetzunge
ergëʒʒen – erglitzen
erglîʒen – ergrîfen
ergrimmen – ergüsten
erhaben – erheiʒen
erhellen – erholeren
1erholn – eringrieʒ
erinnern – erken
erken – erkiesen
erkinden – erklumpen
erklupfen – erkrapen
erkratzen – erkuolen
erkuolunge – erlëben
erlëchen – erlërnen
erlërzen – êrlîn
      erlërzen swV.
      erleschen swV.
      erlëschen stV.
      erlescherin stF.
      erleschunge stF.
      erlësen stV.
      erlesten swV.
      erlëswen swV.
      erlich Adj.
      êrlich Adj.
      erlîden stV.
      erlieben swV.
      erliegen stV.
      erligen stV.
      erlîhten swV.
      erlîhterung stF.
      erlimmen stV.
      erlîn Adj.
      ërlîn stN.
      êrlîn stN.
erlinden – erlœsede
erlœsen – erlusten
erlustigen – ermelech
ermelheftechîn – ermüeten
ermundern – ernelîn
ernelôn – ernetzen
ernezît – erqueln
erqueschen – errennen
errêren – êrsame
êrsamecheit, êrsamkeit – erschînunge
erschiuhen – erschrockenlich
erschrôten – ersîhen
ersiht – ersloufen
ersmecken – erspreiten
ersprengen – erstëchen
erstecken – erstorren
erstœrunge – ersuochære
ersuochærinne – ertagen
ërtapfel – ertboum
ërtbruochech – ërtlêwe
ertlich – ertrahten
ertrenken – ertücken
ertumben – êrunge
ê|runs – ervërnen
erverwen – ervlügen
ervolgen – ervrœren
ervröuwen – erwahsen
erwæjen – erwecken
erweckunge – erwênigen
erwenken – erwinden
erwinken – erwüesten
erwüeten – erzeigen
erzeigunge – ërzganc
erzian – erzwieren
erzwîgen – esele
eselen – eselnôʒ
eselôre – esser
estel, estelîn – ê|teidinc
ëtelich – ëtt-
ette – êwangêli
êwangêlier – êwic
êwîc – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒenkochen
ëʒʒenmacher – eʒʒisch|heie
eʒʒisch|man – eʒʒisch|türlîn

   erlërzen - êrlîn    


erlërzen swV. ‘aufheitern, erfreuen’ leg yegleichen / an ain pett besunder, / vnd yedem zway fräwlein / nein! / sein / muͦt sol er erlertzen, / schertzen / damit die nacht Hätzl 1:91,233

erleschen swV. tr., ‘etw. (aus)löschen’ 1 eigentlich
1.1 Feuer, Brennendes, Licht
1.2 ‘etw. Glühendes abkühlen’
1.3 ‘etw. (die innere Hitze) abkühlen; (die Temperatur) senken’
2 vielfältig übertr.
2.1 ‘(den Durst) stillen’
2.2 ‘jmdn. erblassen lassen, jmds. Schönheit, Glanz in den Schatten stellen’
2.3 ‘etw. (Begierden) abtöten; etw. tilgen, beseitigen, zunichte machen; jmdn. töten’
2.4 ‘(den Zorn) besänftigen’
   1 eigentlich    1.1 Feuer, Brennendes, Licht: daz fûre an die were flouch, / sine mohtenz niht erleschen En 7009; Lucid 127,15; Wig 4305. 6960; EnikWchr 22771; Ottok 49234; Minneb 2834. 2839; er laschte daz liht gar StrKD 59,84; den sunnenschîn diu gotheit / mit ir kraft erlaste / an sînem liehten glaste RvEBarl 12885; diu flamme an der kerzen wirt erleschet von dem wind BdN 72,16; wan daz viurine swert da daz tor mit behuͦt was des heiligen paradyses, daz hat der heilige Christus erlescet mit dem wazer, daz da floz uze siner gotlichen siten Konr (Sch) 205,18. – bildl.: swaz mir Alysen minne tuͦt, / untz daz ich sie minne, / wie sere ich von ir brinne, / ir gnade mich wol erleshet Rennew 3613. – Part.-Adj.: daz der frawen daz kindlein ab gê von dem gestanch ainr erleschten kerzen BdN 42,9    1.2 ‘etw. Glühendes abkühlen’ der wein, dâ goldes plechel inn erlescht sint, ist den milzsühtigen guot BdN 475,4; der nem wein, dâ stahel inn erlescht sei ebd. 475,5    1.3 ‘etw. (die innere Hitze) abkühlen; (die Temperatur) senken’ [ burzeln ] sint gut uor den smerzin [...] vnde erleschent di biuerlichen hitzen SalArz 11,36; krichen vnde kirschen sin kalt an deme erstin gradu. vnde vuchte an dem andirn. di suren [...] irleschint di hitze ebd. 14,26. 46,31; daz der reif von gar behendem dunst ist und gar kalt, und dâ von durchgêt er diu klainen luftlöchlein an den frühten und erleschet die nâtürleichen hitz dar inn BdN 85,14    2 vielfältig übertr.    2.1 ‘(den Durst) stillen’ er tranc wazzers selten sô vil, / daz er relaschtes durstes zil LvRegFr 2166    2.2 ‘jmdn. erblassen lassen, jmds. Schönheit, Glanz in den Schatten stellen’ der vünften [Frau] er des prîses jach, / unz er die sehsten ersach: / diu sibende erlaschte dise gar, / unz er der ahten tete war Er 8268; mit ir enist kein ander wîp / erleschet noch geswachet, / als maneger mære machet: / ir schœne diu schœnet, / si zieret unde crœnet / wîp unde wîplîchen namen Tr 8295; ir grôziu schœne erlaschte gar / aller wîbe schœne Wig 9194; Pentesilien liehter shin / so clare von ir glaste / der nach [fast] ir [der anwesenden Frauen] shoͤne erlaste Rennew 32206    2.3 ‘etw. (Begierden) abtöten; etw. tilgen, beseitigen, zunichte machen; jmdn. töten’ daz wir alle die gelust unrehtir dinge erleschin muͦzzin an unsirme lîbe, die uns ze sundin unde ze unrehte lâitint Spec 88,12; das wir alle wertlichiu bosheit an uns selben so erleschen, daz wir wirdich werden sines hiligen brotes zessen PrOberalt 69,24; ez ist gescriben, daz daz almoͮsen die sunde erlescet, als daz wazzer toͮt daz uiwer Spec 116,13; daz si [ schelle, das Zauberglöckchen] niemer mê / erlaschte noch zestôrte, / swie vil man si gehôrte, / dekeines herzen swære Tr 16395. – den Geschmack: er az selten daz man sôt: / swenne sô erz aber az, / sô mischet er mit aschen daz / oder gôz kalt wazzer drin. / daz rüttelt er her unde hin, / unz er erlaschte den smac, / der an guoter spîse lac LvRegFr 2143. – ‘(ein Gift) zerstören’ der stain [ amandinus ] erlescht all vergift BdN 435,30. menig edel griffe [gemeint: der Kämpfer als Träger der mit diesem Vogelbild ausgeschmückten Rüstung] zartt / von schrentzen do erlöschet ward GTroj 24378    2.4 ‘(den Zorn) besänftigen’ dô daz reine chindelîn, / daz êwige magedîn, / in dise werlt wart geborn, / dô wart erleschet der zorn / der gotes unwirde [Unwille] Wernh 1056

erlëschen stV. 1 intr., ‘erlöschen’
1.1 eigentl., ‘aufhören zu brennen, zu leuchten’ , von Feuer, Brennendem, Licht
1.2 übertr.
1.2.1 ‘nachlassen, schwinden, vergehen, (zu bestehen) aufhören’
1.2.2 ‘aufhören zu bellen, zu jagen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 51b)
2 tr. ‘etw. auslöschen’
   1 intr., ‘erlöschen’    1.1 eigentl., ‘aufhören zu brennen, zu leuchten’, von Feuer, Brennendem, Licht: uon dem ewigen helleuivre, daz nimmer erliscet Spec 114,11; Ägidius 1024; von sînem bluote begunde / daz viur erleschen Wig 7011; EnikWchr 23963; Ottok 9167; Eckh 2:342,3; die tumben magide sprachen zuͦ den wisen: gebent uns iuweres oles unseriu lieht sint irlosken JPhys 17,8; Spec 128,27; RvEBarl 3567; EvAug 62,21; do erlasch ez [das Licht im Grab] von dem winde En 8405; vrou Herzeloyde gap den schîn, / wærn erloschen gar die kerzen sîn, / dâ wær doch lieht von ir genuoc Parz 84,14; der liechte sunne der relasc Rol 6936; Iw 638; diu liehte sunne / erlöschet in den ougen mîn, / swanne ich den rôsen schowe, / der blüet ûz einem mündel rôt / sam die rôsen ûz des meien towe SM:KvT 1: 4,5; so er [Mond] denne uon der sunnen cumet, so erloͤschet ime daz lieht vnde nimet abe Lucid 52,8. – in Vergleichen: sô moht man êrste kiesen / Lanzeletes pavilûn, / [...] sô hêrlich über die ander, / als ein brinnder zander / für ein erloschen kol UvZLanz 9084; sîn barmunge alsam ein kol / was, daz gar erloschen ist Wig 7633; was sîn hôchvart als ein kol / mit dem lîbe erloschen gar ebd. 8322. – von Hautfarbe, Augen: swie schœne ir varwe ê wære, / diu erlasch nu gar und wart bleich Wig 9986; als an dem hohen aste des krúzes dinú klaren ogen erlaschen und wurden verkeret Seuse 316,2    1.2 übertr.    1.2.1 ‘nachlassen, schwinden, vergehen, (zu bestehen) aufhören’ swen der slaf vindit materge in dem magin, der mere ist den naturlicher werme zu maze kume, so irlischit naturliche werme von ir manicvaldicheit, wan si ir nicht angesigen mac mit der deuwe SalArz 23,26. swenne der mennische wirt alt, / aller sin lip ist im chalt, / ze den chreften ime gebristet, / alliu sin tugente erlischet HimmlJer 80; Rol 6426; do erlasc im sin craft, / der helt uiel in ummacht ebd. 6751; swenne ich des gedenke, das min licham erloͤschen sol also mit dem tode, das ich nit me liden sol noch loben minen lieben Jhesum, so ist mir also we Mechth 6: 15,4. nû sehet wie unser lachen / mit weinenne erlischet. / unser süeze ist gemischet / mit bitterer gallen AHeinr 107; von leide ir liep erlischet; / ir wol verkêret sich in wê KvWTroj 2256; sin vnfroͤde nv gar erlasch TürlArabel *A 129,31; Ottok 15682; senfter muot im erlasch ebd. 20516; daz er gedenken began, / mit swelher slahte dingen / erz möhte vollebringen, / daz al sîn herzeswære / dermite erloschen wære Tr 19084. der Tiuschen prîs erloschen / ist an êren hiute, / gesigent welsche liute / an dem rîchen künge wert KvWTurn 970; êre ist alsô lûterlich geverwet und sô rehte clâr, / ob man tiure als umbe ein hâr / valschheite drunder mischet, / daz ir durliuhteclicher schîn sich trüebet unde erlischet KvWLd 32,72. dem man, der niht wol reden kan, / kumt dem ein rederîcher man, / im erlischet in dem munde / daz selbe, daz er kunde Tr 4837. zehant erlischet ir der sin, / daz sie sich niht als ê versinnet LvRegSyon 2738    1.2.2 ‘aufhören zu bellen, zu jagen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 51b): der hunt kan nimmer mêr erleschen Hadam 118,4; man siht bî heizer sunnen si [die Hunde] erleschen ebd. 164,5. 117,1. 130,5    2 tr. ‘etw. auslöschen’ an der selben wile wart daz fúrine swert erloschen Lucid 80,16; (im Bild des brennenden Dornbusches:) ir [Marias] rainikait nie erloschen ward KvHelmsd 338

erlescherin stF. ‘eine, die den Zorn besänftigt’ liden ist mines zornes ein erloͤscherin und miner hulde ein erwerberin Seuse 250,24

erleschunge stF. ‘Auslöschung’, hier ‘Abtötung (der Begierden)’ an der vierden erkennung lit an [= ein ] erloͤschung boͤser girde und gelúste PrGeorg 255,17

erlësen stV. auch erlœsen (im Reim auf bœsen ( EnikWchr 3950 ). 1 ‘etw. aufsammeln, auflesen’
2 ‘etw. auslesen, etw./jmdn. auswählen, erwählen’
2.1 mit Akk.d.S.
2.2 mit Akk.d.P.
3 ‘etw. (Ackerfeld) in Ordnung bringen’
4 ‘etw. aus einem Text herauslesen, lesend erfahren, erforschen’
5 ‘vor jmdm. etw. verlesen’
6 jmdm. etw. zu teile ~ ‘zuteil werden lassen’
   1 ‘etw. aufsammeln, auflesen’ wes stet ir hie, / daz ir nicht grifet zu dem grabe / und rumet vaste so hin abe, / unz man daz heilictum muge erlesen? Pass III 614,21    2 ‘etw. auslesen, etw./jmdn. auswählen, erwählen’    2.1 mit Akk.d.S.: die vremden würzen reine / diu schœne sûbert und erlas KvWTroj 10637; der woͤlle machen ein guͦt gesoten ris, der erlese ez schone vnd wasche ez schone BvgSp 74a; Pilgerf 8577; die stafel suln ganz wesen, / dar zuo sol man guot steine erlesen WälGa 5790; daz man von zwein bœsen / daz wægest sol erlœsen EnikWchr 3950; zu jungist ich einen [Vogel] mir derlaz Minneb 5128. – Part.-Adj.: von irlesenen [ausgewählt guten] kernen HeslApk 3251; von tugenden alz uz irlesen ebd. 17610    2.2 mit Akk.d.P.: an minem lebene / wil ich Cristes ritter wesen. / zu herren han ich in erlesen Pass III 391,58; wen swaz dar kumt, daz ist irlesen / und irwelt vor gotes ougen HeslApk 11222; amme juͦngistin tage so werden sie gescheiden: bonos in vasa sua eligent et malos foras projicient. man sol die guͦten danne erlesen in sine vas zu sinen heiligen in daz ewige himelriche und die bosin sol man hin werfen in die ewige helle PrLpz 109,39    3 ‘etw. (Ackerfeld) in Ordnung bringen’ wie mohte ez joch gewesen, / daz ich den acker solde irlesen / beide durch roden und durch ern? Vät 19036. 19064    4 ‘etw. aus einem Text herauslesen, lesend erfahren, erforschen’ do daz teidinch ergat, / dehein gebet ferre stat. / den got da verteilet / unde in der viant geseilet, / daz chan nieman erlesen, / wie der deheiner sol genesen Hochz 759; an welen buochen hânt si daz erlesen, / daz sich sô maniger flîzet, wâ er ein schœnez wîp vervelle? Walth 34,2; daz en moͤchte ein pfaffe niht erlesen StrKD 4,195; dar zuo hât iuwer meisterschaft / der gote namen unde ir kraft / rehte erlesen unde erkant RvEBarl 8973; Ottok 436    5 ‘vor jmdm. etw. verlesen’ ein urteil man im drate erlas, / daz im sin leben neme Pass III 63,43; wie daz von altter har komen si, dz man des erstten den rodel erlesse vor der gemeind UrkAargau 1:4,34,24 (1. H. 14. Jh.)    6 jmdm. etw. zu teile ~ ‘zuteil werden lassen’ o dirre guten stunde, / daz si mir ie kunde / und zu teile wart erlesen Pass III 122,15

erlesten swV. ‘jmdn. mit etw. belasten’ aldus so lychte ich [Frau Hoffnung] eme die borde / da met hem Czwivel hait herlest MinneR 497 365

erlëswen swV. Ansatz unsicher (vgl. Grimm, Dt. Gr. 1,357). ‘schwach werden’ (?): rîlichen dû dar inne stâst / zuo dînes kindes zeswen. / erdorren und erleswen [Laa. erzleswen, ersweswen ] / lâz unser fiuhtic herze wol, / daz valschiu minne, unkiusche vol, / mit brœdekeite netzet. / dû bist dar zuo gesetzet, / daz dîn genâde manicvalt, / dem argen tiuvel mit gewalt / verschriet sîner krefte lit KvWGS (G) 1576

erlich Adj. ‘beackerbar, bebaubar’ ewiclich zcu besizene dry huͦffe erlichs landis UrkCorp (WMU) N407,17

êrlich Adj. , êrlîche(n) Adv. 1 Adj.
1.1 ‘angesehen, ehrenwert, ruhmreich, vortrefflich’ (in unsicher Abgrenzung zu 1.3.1 )
1.2 ‘erhaben’ , von Gott und Gottesmutter gesagt
1.3 ‘schön, herrlich, stattlich’
1.3.1 bezogen auf die äußere Erscheinung von Personen und Bildwerken
1.3.2 bezogen auf Tiere
1.3.3 bezogen auf Dingliches (Obst, Bäume, Bauwerke, Licht usw.)
1.3.4 in Umschreibungen mit dinc, wîse
1.4 ‘Ehre bringend, zur Ehre gereichend; ehrenhaft’
1.5 ‘jmds. Stand, Stellung entsprechend, angemessen’ , präd., meist mit Dat.d.P.
1.6 ‘ehrenvoll, feierlich’
1.7 gote ~ ‘für Gott angenehm, gottgefällig’
1.8 êrliche zît ‘lange Zeit’
2 Adv.
2.1 ‘in/  mit Ehren, ehrenvoll’
2.2 ‘ehrenhaft’
2.3 ‘aufrichtig’
2.4 ‘in ehrerbietiger Weise’
2.5 gote ~ ‘gottgefällig’
2.6 ‘herrlich, prunkvoll’
2.7 Einzelnes
   1 Adj.    1.1 ‘angesehen, ehrenwert, ruhmreich, vortrefflich’ (in unsicher Abgrenzung zu 1.3.1): der selbe altiskche was ein êrlich reche Gen 2567; er wart sâ des hers chunich. / sî dînten im mit êren / unde hîzen in alle ir hêrren. / er was ein helt êrlîch JJud 233; do huͦp sich daz gesinde, / manc helt erlich Rol 6691; zvei hundert ritar erlich Roth 751; ich han ave erliche svn Wernh D 1978; des ersten zvgent daz die erliche lute, die burgermeistere beide in der stat UrkCorp (WMU) 777,26    1.2 ‘erhaben’, von Gott und Gottesmutter gesagt: o Maria, erlichú keyserinne, gottes muͦter und vroͮwe min! Mechth 3: 4,3; únser herre und sin erlich muͦter ebd. 5: 32,11. 7: 1,30; durch diss widermüet rueftenn die unndertan gen dem hohen und dem erlichen got HvHürnh 5,5; genade ze sagenn dem erlichen got ebd. 11,7    1.3 ‘schön, herrlich, stattlich’    1.3.1 bezogen auf die äußere Erscheinung von Personen und Bildwerken: scône bist tu wíne mîn unt êrlich [ decorus Ct 1,15] Will 23,1; do geshuf er einen man / uil harte erlîchen / uz wazzere unde uz erde VMos 6,17; scône er ze tale wert scein / peidiu uber fûz unt uber pein. / unt uber allen sînen lîp / sô was er als êrlîh VAlex 150; wârumbe betruge dû mich mit dînem wîbe êrlich ? Gen 812; VMos 7,4; dar stat Rotheres wif / vnde quelit den erlichin lib: / van herceleide daz ist Roth 3821; diu [ maget ] habet alle guotin, / die rehten diemuotin, / ir varwe was ir also lieht – / ja newart nie so erliches niht Hochz 205. duo er [Gott] daz bilede êrlich gelegete fure sich [...]. / sînen geist er im în blies, michelen sin er ime friliez Gen 200; SuTheol 20; auff dem syms was erhaben / von gold ain pild erlich / dem kunig Appolonio geleich HvNstAp 1213    1.3.2 bezogen auf Tiere: Abraham blichte hinter sih, dâ sach er einen ram êrlich, / der haftôte in den brâmen Gen 936; ain ruͦde fur ab dem palas, / der was starc unt erlich Rol 7120; er worte [= vôrte ] an sime schilde / ein tier samt iz spilde / vz deme golde erlich, / eime capelune gelich Roth 4942; ûf des boumes esten / sâzen mit resten / manic vogel êrlîch Tund 1919    1.3.3 bezogen auf Dingliches (Obst, Bäume, Bauwerke, Licht usw.): daz obez was êrlich an ze sehen zîrlich Gen 347; fagus haizt ain puoch. daz ist gar ain êrleich paum und tregt früht BdN 323,26; eine harfin die was erlich Roth 2510; bi deme uvere vant ich sa / ein erlich munster alda Vät 34942; ein êrlîch bruck lange / was über das wazzer geslagen EnikFb 2700; der estrich ist guldin – / wie moht er erlichir sin? Hochz 461; Constantin der riche / saz mit grozin creftin / zo einir wirtschefte / vf einim erlichen sal Roth 3840; ein gecelt erlich ebd. 2781; er worhte in uzzir nihte, / er worhte in [Luzifer] zeinem erlichem [strahlenden] liehte, / daz er vor im wære / unde im lieht bære VRechte 200; der steine allir iegelich / treit ein lieht also erlich / widir den andiren besundir Hochz 444. 467    1.3.4 in Umschreibungen mit dinc, wîse: erlichiv dinch gesaget sint uon dir stat gotes [ gloriosa dicta sunt de te: ciuitas dei ] PsM 86,3; got hat mir ein also erlich ding gewiset und gelobet ze leistende Mechth 5: 29,13; dv bist die mandelrute, / vf der wider rechter art / daz obz in voller vrucht gewart / in erlicher wise Pass I/II 146,10    1.4 ‘Ehre bringend, zur Ehre gereichend; ehrenhaft’ swâ ir danne die arbeit an grîfet, diu der werlte nütze ist und êrlich ist, diu ist ouch gote lobelich PrBerth 1:562,7; sú huͤtent sich vor der maintaͤtigen hôhfart, und swaz aber inen êrlichs und lobes wirt, daz ziehent si an sich PrGeorg 12,14; swaz dich dunke missetat / daz ieman vor dir tribe, / so went dich und schibe / da von, so tustu loͤblich; / swaz aber erlich dunke dich, / dem volge nach gedrat WhvÖst 2738. ouch als iz geschriben stêt, / daz ein êrlich leben âne schamen, / dâ mite zerwerben ein gûten namen, / ist bezzer vor tûre salben vil, / die man zum lebene haben wil Kreuzf 8131; werder held, tuͦ hút als ein frumer man und gebar kechlich und wer dich frischlich! [...] es ist besser erlich sterben, denn unerlich leben Seuse 370,26    1.5 ‘jmds. Stand, Stellung entsprechend, angemessen’, präd., meist mit Dat.d.P.: allewege vor dem tissche vnd nach sol man ieslichem siechem erwerclichen, az [= als ] den herren erlich ist wazer gewen, daz si die hende waschen vnd hanttwehelen SpitEich 40,27; vnd des selben tages so sol man ieglichem herren [...] ein prot geben von semelen, daz eines phenninges wert sei, vnd der besten vische [...] vnd einen chraphen, der erlich si UrkCorp 487,14; auch schol er vns berait sein vnd auch vnsern chapplanen vnd vnserm erbern gesinde mit pettegewant, als vns erlich sei, vnd auch im UrkKlostern 1,145 (a. 1314); dar zvͦ ist gerett / daz ich kainer miner swester sol han dekainen shaden / wan daz si mine brvͦder berihten [ausstatten] suln / als erlich ist vnd wolstat UrkCorp 2356,35    1.6 ‘ehrenvoll, feierlich’ diu bivildi wart êrlich Gen 3009    1.7 gote ~ ‘für Gott angenehm, gottgefällig’ nullus haizt ain kainvisch. der hât den namen dar umb [...], daz er waich ist und gar unlustich ze ezzen. [...]. pei dem visch verstên ich den menschen, der weder im selber noch der werlt nütz ist noch got êrleich BdN 256,3    1.8 êrliche zît ‘lange Zeit’ got [...] begonde in seren / mit einer suche vollen scharf, / die Franciscum niderwarf / unde erliche zit in hielt Pass III 516,11    2 Adv.    2.1 ‘in/  mit Ehren, ehrenvoll’ Otte, des koninges Otten son, / deme got di ere wolde don / dat he dat rike / harde erlike / besat ende berichte HvVServ 4802; welcher chünig machet sein reich undertan der götlichen ee, der ist wirdigk ze reichsen und ze herschen erlich HvHürnh 9,3; lâz mich den werden man / bestaten êrlîche EnikWchr 15873; êrlich wart er bestetet sâ, / als einem kunic wol gezimt Ottok 2508; HistAE 3405; ainen er [Alexander] sy [Darius’ Boten] fuern hies / in sein gezelt neben sich / und gewirte sy gar erlich Seifrit 2110; es ist ain kunig reiche; / nu hab in erleiche HvNstAp 9172; si hetten in so schone / das nie furste auff solcher vart / so erleich enpfangen wart ebd. 11057; HvFritzlHl 24,39; under heme so stunt bit eren / geistlic gestichte, / ende wereltlic gerichte / dat hilt he erlike HvVServ 4435; der lantgrâve êrlich gar / hiez den boten halden, daz man war / sîn mit flîze nême Kreuzf 7855    2.2 ‘ehrenhaft’ ich habe nu mîne jâr / dâr her sô êrlîchen bracht Demantin 11613; swer inne hât daz rîch, / daz er êrlich / witiben und weisen / beschirmen sol vor freisen Ottok 94605; wir enfliehen vernames von strîte niht, / noch wir wellen des verzagen, / ob wir dâ werden gar erslagen / êrlich, an der marter nôt, / den sic beheldet uns der tôt Kreuzf 1587; daz êrbêre und frumme lûte di tun gerne êrlîchen; aber gebûr di tun gebûrlîchen HvFritzlHl 31,4; der fursten er scheinet daran, [...] daz si erlich lewen und also gueter alter gewanhait volgen StRBrünn 341    2.3 ‘aufrichtig’ dû hâst mir êrlîche / gerâden zô aller stunt Crane 620; die suͥnde da der heilige geist dise welte umbe refset unde an sprichet, daz ist daz daz si so garlichen noch so erliche niht gloubet an den waren gotes sun Konr (Sch) 85,17; der menschen zuht erlichen heldet, / der hat got gewunnen z’eime vründe Rumelant 3,62b    2.4 ‘in ehrerbietiger Weise’ alsus als wir uns selber wol gepruͤfet hant engegen diser goͤtlicher spise, und wir in erlichen und wirdeklichen essen, so isset er uns, und wir werden von im geslunden und gekochet und getoͤwet Tauler 295,20; wenn man den stain raincleichen tregt und êrleichen, sô vertreibt er daz vallent lait BdN 459,18    2.5 gote ~ ‘gottgefällig’ wer nu dise [...] lere verstan wil und gotte erlichen und ime selber nútzlichen leben, der sol sich mit innigem ernst und mit demuͤtiger uͤbunge und gebetten innewendiclichen zuͦ gotte keren Tauler 424,1. 423,6    2.6 ‘herrlich, prunkvoll’ dô was ouch daz gesinde ze strîte êrlîchen gar NibA 195,4; der koninc von Ispanjen lant / die quam dar ouch êrlîche / mit manegem ritter rîche / gezimêrt Crane 1431; si kômen rîchlîche [La. erlich H] ûf den hof geriten WolfdB 218,1; ez sol auch ein ieclich burger oder burgerin, die hohzeit haben wollen, die praut dez morgens, als si dez ersten nahstes [l. nahtes ] beigelegen ist, ze kirchen fuͤren, ob er wil, und als erlich, als er wil NüP 182    2.7 Einzelnes: – ‘ansehnlich, reichlich’ ich gib dirz [ betenbrôt ] alsô êrlîch, / daz dû wirst freuden rîch EnikWchr 11053; Ludewic nâch sîner werdicheit, / als er was milde, rîche, / den boten êrlîche / er begâbte Kreuzf 7966. – ‘in hohem Maße, sehr’ die Cristes e nam erlich auf: / vil manig lant nam den dauf HvNstGZ 4936; gote [...] irhub er lute einen ruf / unde schrei zu lobe deme / in siner zungen geneme / einen lobesanc erlich hoch Macc 10445. – ‘sicher’ so kummet der sieche, daz ist der ussewendige mensche mit sinen ussern kreften gentzlichen und grúntlichen in disen tich und weschet sich rechte in cristo in sime hochguldigen bluͦte; usser disem grunde diser begerunge so wurt er erlichen gesunt Tauler 38,14

erlîden stV. 1 ‘etw./jmdn. ertragen, aushalten, etw. auf sich nehmen’
1.1 körperliche Schmerzen, seelisches Leid, Mühsal, Not usw.
1.2 negiert (und meist mit Modalverb mügen, kunnen ): ‘etw./jmdn. nicht ertragen, etw. nicht dulden, zulassen (können)’
1.2.1 mit Akk.d.S.
1.2.2 mit Akk.d.P.
2 ‘etw. aushalten, überstehen; einen Kampf bestehen, austragen’
2.1 mit sächl. Subj.
2.2 mit persönl. Subj.
3 ‘etw. (Kosten, Abgabenlast) tragen, übernehmen’
4 ‘etw. (einem Gebot, Gesetz) akzeptieren’
5 ‘etw. erfahren, etw./jmdn. erleben’
6 ‘etw. (das Meer) durchfahren’
7 intr. ‘geduldet werden’
   1 ‘etw./jmdn. ertragen, aushalten, etw. auf sich nehmen’    1.1 körperliche Schmerzen, seelisches Leid, Mühsal, Not usw.: so schult ir gedenchin der uronin martyri minis trehtinis, waz er durch uns erlîten hat anime crûce, daz er erstârp Spec 67,5; Lucid 100,15; Parz 448,4; SüklV 231; RvEBarl 3292; swenne aber ein dinc der tzunge smercin gibet des si nich irliden mac an serunge SalArz 7,19. grôzen kumber habet ir / von mînen schulden erliten Iw 8125; ein herze [...], / daz ê niht kumbers het erliten Parz 591,26; Tr 992; diu hêt erliten / vil jâmers nâch dem rîter guot Wig 8723. die Franchen habent michel arbeite irliden, / mit den heiden gestriten Rol 1346; ir habt erliten hiute vil grôzen ungemach NibB 1977,2; der ungemach, / den daz lant het erliten Ottok 1845; vmb die gevangnische, so si von vch erlitten hant UrkCorp (WMU) 3058,41. – den Tod: ich [Christus] han durch iuwere not erliten einen grimmechlichen tot AvaLJ 163,2; Wh 407,4; RvEBarl 14385; sol ich die guoten lange mîden, / swie doch nieṁan von leide erstarb, / ich muoz den tôt nach ir erlîden, / wan ich nie heil an ir irwarb SM:Had 23: 4,3; SM:Wi 3: 0,2    1.2 negiert (und meist mit Modalverb mügen, kunnen): ‘etw./jmdn. nicht ertragen, etw. nicht dulden, zulassen (können)’    1.2.1 mit Akk.d.S.: ein ritter tugende riche / nam ein wip eliche. / do wolde si ir willen han / und des sinen niht began. / daz moht er niht erliden StrKD 118,5; er [Luzifer] kunde niht erlîden, / daz in [Adam und Eva] sîn vreude was erkorn, / die er muoste hân verlorn, / dô er von himele wart gesant, / unde ein tiuvel wart genant RvEBarl 2036; si [die bösen Leute] mochten nicht erliden, / daz man die vursten hielt so wert Pass III 15,70; der abt von Admunde / des niht erlîden kunde, / daz diu friuntschaft / het sô grôze kraft Ottok 67560; och wiste Judas wol [...], / das Ihesus was dem volke liep / und im zehilffe wærint komen / ob er offenlich wære genomen: / das hetti nút das volk erlitten, / sú hettint fúr in do gestritten WernhMl 8589; mine viende [...] moͤgent das nit erliden; darumbe gebent si mir manige pine Mechth 3: 20,25    1.2.2 mit Akk.d.P.: semliche lúte die wandelnt mit guͦtem willen an heligen werken und hant doch an in selben also swere sitten und machent sich mit ire swindekeit also unbekeme [unbeliebt] , das man si kume mag erliden Mechth 7: 62,14; nû machet irz nœtlîche, ir frouwen, daz iuch nieman erlîden mac PrBerth 1:54,2; ouch mochte er in nicht vurbaz / erliden, als er in da sach Pass III 314,7; owe, truter man, / dir ecket lasterlich ein zan, / des dich nieman mac erliden Zahn 65    2 ‘etw. aushalten, überstehen; einen Kampf bestehen, austragen’    2.1 mit sächl. Subj.: sô vaste hiez er si [Arche] chlampheren unde lîmen daz si der fluote vreise mahte erlîden Gen 695; taw wirt auz gar behendem zartem wäzrigem luft, der sô lind und sô zart ist, daz er die kelten des miteln reichs des luftes niht erleiden mag. dar umb beleibt er oben in dem nidristen reich des luftes, dâ der luft sänft und lind ist BdN 83,20    2.2 mit persönl. Subj.: sine kvnden irre slege / lenger niht erliden. / sie fluhen in ir hamiden Herb 14551; er hete dâ vor dicke erliten / mit swerten manegen scharpfen strît / sanfter dan die ruowens zît Parz 587,28; ir habt die âventiure erliten, / diu mîn solte hân erbiten ebd. 605,27. 620,17. 659,9; swenn diu âventiur wurde erliten, / swer den prîs het erstriten, / an den solt ich minne suochen ebd. 617,19. – im Zustandspassiv (oder liegt hier ein intr. Gebrauch ‘vorüber sein’ wie bei lîden, verlîden vor?): ein vesperîe ist hie erliten, / daz turnieren wirt vermiten Parz 86,21. 358,29; in den rinc [...], / aldâ der kampf was erliten ebd. 692,2; nû was ez ame dritten tage, / daz der sturm was erliten Wh 467,17    3 ‘etw. (Kosten, Abgabenlast) tragen, übernehmen’ were das, das lantvrlúge vskeme, so sol der vorgenante her Chuͦnrat so vil schaden liden, als vil die vorgenanten dú eptischin vnd der samnug kosten hant erlitten UrkCorp 1330,15; si hant oͧch eines jares geben 30 #(Pfund), und beschach das nie mer und mag och niht wol mer beschehen, want die luͥte mohten ez niht erliden UrbHabsb 1:328,9    4 ‘etw. (einem Gebot, Gesetz) akzeptieren’ alle dise êre gab uns got unser hêrre, / [...] ob wir daz eine gebot behalten / daz wir daz eine obez mîden, daz mugen wir lîhte erlîden. / er sprach ube wir sîn gechorten daz wir sâ ersturben Gen 335; der reht sint noch driu. / durch not erliden wir diu, / undanches ode danches, / dar an ist niht wanchis: / wir wurden eines geborn, / wir muozzen andirstunt vervaren, / wir muozzen drittenstunt erstan VRechte 525    5 ‘etw. erfahren, etw./jmdn. erleben’ vil manic wunder relait der selbe man Kchr 563; ich han erkundet vil der lant, / ich wolte uch fremde mere sagen, / was ich in der judischeit / und inn der heidenschafft erlitten haben SalMor 309,5; sô rîchen marschalc ez [das Pferd] erleit / nie, sît ich dar ûf gesaz Parz 564,16. – ‘zuteil werden’ Bêne und Arnîve dô / schuofen daz ez stuont alsô, / dâ von der wirt gemach erleit Parz 642,3    6 ‘etw. (das Meer) durchfahren’ Claudas fur wiedder heim und syn knapp mit im. da er kam zu Wissant und ee er das mere erlitten hett, da sprach er [...] Lanc 29,29    7 intr. ‘geduldet werden’ do bleip er [Luzifer] ein kurczer gast / aldort in der himel glast: / wen kein lesterliches dinc / boben in des himels rinc / enmochte nicht erliden TvKulm 163

erlieben swV. refl. 1 ‘sich zu voller Genüge freuen’
2 ‘sich mit jmds. Gesellschaft zufriedengeben’
   1 ‘sich zu voller Genüge freuen’ schoͤlt ich sin / bi dir biz ich erliebte mich / nach minem glust, dar umm woͤlt ich / gern daz ende kiesen WhvÖst 7549; ich wand mit lieb erlieben mich, / da fuͤr hat diu unliebe sich / gezogen in min hertze nu ebd. 10007; ach, Wildhelm und Agly, / erliebet iuch! ebd. 18803. 18809    2 ‘sich mit jmds. Gesellschaft zufriedengeben’ doch wil ich dich biten ie / daz du mir diner diener hie / ain tail lazzest von Österrich: / mit den wil ich erlieben mich / die wil ich muͦz enbern din WhvÖst 18484

erliegen stV. 1 ‘etw. lügnerisch versprechen, ein Versprechen nicht wahr machen’
2 ‘etw. erlügen, erfinden’
3 ‘jmdm. etw. vorlügen, -täuschen’
4 ‘jmdn./etw. durch Lügen gewinnen’
5 ‘jmdm. etw. durch Lügen/  Täuschen vorenthalten, wegnehmen’
6 ‘jmdn. verblenden, (in Bezug auf etw.) täuschen’ , mit Dat.d.P.
7 Part.-Adj. ‘erlogen, vorgetäuscht’
8 refl. ‘sich jmdm. durch Lügen entziehen’
   1 ‘etw. lügnerisch versprechen, ein Versprechen nicht wahr machen’ owi, wie diche ich erliuge, / swaz ich gote giheizze Litan (M) 430; da gehiez ich cristenlichiu dinch, / diu han ich gare erlogen sint SüklV 440; groz gehæizze wirt erlogen, / frivnde wirt vil betrogen / von vrivntlichem wane Warnung 1655; Lanc 393,13    2 ‘etw. erlügen, erfinden’ swaz din munt von im seit, / daz ist allez samt erlogen Rennew 1157    3 ‘jmdm. etw. vorlügen, -täuschen’ si waenent dem tôde entrunnen sîn, / die gote erliegent sîne vart [den Kreuzzug] MF:Hausen 16,2; zem fôrest in Azagouc / ein tjost im sterben niht erlouc [eine Tjost hat ihm den wahrhaftigen Tod gegeben (Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. Anm.z.St.)] , / die er tet ûf einen küenen man, / der ouch sîn ende aldâ gewan Parz 27,30; den stich er im dô niht erlouc, / den im sîn craft erzeigete KvWTroj 31054; daz er [Nectanebus] Philippen dort betrüge / und mit dem selben liste im lüge / dâ mite sîn wîp [Philipps Frau Olympias] was betrogn / unz ir ir minne [ihr Liebesakt mit dem vermeintlichen Gott Ammon] was erlogn RvEAlex 920; PsM 17,46; StrKD 71,85    4 ‘jmdn./etw. durch Lügen gewinnen’ swenne ich in erliegen sol, / sô gedenke ich, "ôwê, wie getuon ich wol!" MF:Reinm 18: 5,5; sol man wîbes minne erliegen, / war umbe seite ich danne wâr KLD: WvMezze 7:3,5    5 ‘jmdm. etw. durch Lügen/  Täuschen vorenthalten, wegnehmen’ der degin hoch geborn [...] gie vil zornliche hin / zuͦ sinim swehir und strafte in, / das er in hat also betrogin / und sinin lon im hat irlogin RvEWchr 6221; als in daz lôz betrouc / und im des siges wân erlouc RvEAlex 328    6 ‘jmdn. verblenden, (in Bezug auf etw.) täuschen’, mit Dat.d.P.: sus hâte sî [Olympias] der list betrogn, / ir hâte ir gote [Konjektur; Laa. guͤter, gottes ] wân erlogn RvEAlex 844. – mit Akk.d.P.: des [gemeint: Geschlechtsverkehr] er dreistund in der nacht / in der jugent hett phlogen, / daran was er nw [als alter Mann] erlogen, / das er sein ains nit mocht getreiben Teichn 723,30    7 Part.-Adj. ‘erlogen, vorgetäuscht’ ih pin sculdic [...] an erlógenemo urchûnde BambGlB 146,9; dû solt sehen waz diu erlogene diemuͦt sî. daz ist, alsô Sanctus Gregorius sprichit, daz wir gerner diemuͦt erchennet werdin denne wir iz sîn in der wârhait TrudHL 91,19; daz bezeichenet geistliche livte / sint si mit gote ingetan [vereint] / so mugen si reinev werch han / sint si uz uone gote gezogen / so ist ir zuht uil gar relogen / daz bezeichenet ze ware / alle wadelare [Wankelmütigen] VMos 35,28; ein irlogen golt / und ein trugenlicher glizen, / da mite die irrere richsen HeslApk 14072; daz ist wâr und niht erlogen HeroLeander 15    8 refl. ‘sich jmdm. durch Lügen entziehen’ ich hân dur dich mich dem erlogen, / der mich mit nôt zuo zim gewan SM:UvS 35: 1,3

erligen stV. 1 intr.
1.1 ‘ermatten, kraftlos niedersinken; entkräftet sterben’
1.2 ‘unterliegen, besiegt werden’
1.3 mit Negation und einem abhängigen Satz: ‘nicht müde werden, etw. zu tun, nicht von etw. ablassen’
1.4 mit wort, zunge als Subj.: ‘versagen’
2 tr. ‘jmdn. (Kind) durch Liegen erdrücken’
   1 intr.    1.1 ‘ermatten, kraftlos niedersinken; entkräftet sterben’ erligen: infirmentur PsM 57,8; swer verre rîten sol, der binde verbenam unde artimesiam dem ross umbe den schoph, zwâr, ez erlît nimmer, ez enwirt ouch nimmer ze ræche Barth 151,1; Mühlh 157,12; EnikWchr 25952; Prothefisaus was erlegen. / er hette strites fil gephlegen Herb 4469; Kurnevâl leit eine die nôt: / daz he nicht irlag tôd, / daz was ein michel wundir Eilh (L) 4554; Tauler 83,32; verzich iar nach deme tage / do mit engestlicheme slage / Cristus an deme cruce erlac Pass I/II 268,70. an/  in/ûf dem wege u.ä.: mich erbarmet daz volk, wane sie min gebeitit habn dri tage und habn niht das sie gezzin; und laz ich sie vastinde wider zu irme huͦs, so erligen sie an dem wege PrLpz 113,16; Mechth 4: 20,10; Macer 97,9; Gauriel 3942. an etw., von/  vor etw.: wan woͤlter der mensch alletage vaston, woͤlter alle zît wainon, [...] iubilierin und contemplierin, so wurde der mensch ainez iârez also kranch, dc er dez anders iarez muͤze erliggen an dem dienste unsers herren. [...] dez wil got niht PrSchw 2,15; er hette strites fil gephlegen. / ie doch er es noch vil faste pflac, / biz er von krancheit erlac Herb 4472; SHort 3184; vor hunger und vor müede daz ros im dâ erlac, / im mohte niht gehelfen swaz er im slege sluoc WolfdA 460,2. – bildl.: sin husvrowe ein kint entfienc, / des vreuten si sich beide, / wande si ir alde leide, / die in zv ho waz e gestigen, / hoften mit dem kinde erligen Pass I/II 378,43    1.2 ‘unterliegen, besiegt werden’ wenne der selbe alder degen, / die krichen weren gar erlegen Herb 1360. 7641. 8915; diͤ rose röt, diͤ lilje wizet, / ir iͤweder sich sere vlizet, / dat si müg behalden ’n sigen, / ir enweder ’n wilt niͤt erligen MarlbRh 127,8; also erlagen min viend alle, / ind ich wart behuͦd vür allem valle ebd. 106,7; sü tribent so lange daz herte spil, / daz Arides erlegen waz gar / und langete Parzefal sin swert dar / und bat in sin gnode han ParzRapp 771,15. ~ tuon ‘besiegen’ sin wapenroc he van dir entfiͤnc, / damit de küninc ze stride giͤnc. / in deme roc behiͤlt he ’n sigen / ind ded den bösen vürsten erligen MarlbRh 58,36    1.3 mit Negation und einem abhängigen Satz: ‘nicht müde werden, etw. zu tun, nicht von etw. ablassen’ also sulen diͤ megde reine / ilen zuͦm brüdegumen aleine [...]. / niͤmer ’n sal ir herz erligen, / si sulen loufen, si sulen vliͤgen MarlbRh 64,21; engeine wis si niͤt’n erlegen, / bitz si dinen liͤven gesegen ebd. 65,1    1.4 mit wort, zunge als Subj.: ‘versagen’ so sere weinte er da mite / daz im daz wort vor leide erlac Vät 34359; diu künigîn dô sêre erschrac, / daz ir zunge gar erlac / und gereden niht enmohte Heidin IV 840    2 tr. ‘jmdn. (Kind) durch Liegen erdrücken’ ob ez [das Kind] diu muoter die wîle iht erdrücke oder erlige sô sie ez söugen wil über naht oder in der naht PrBerth 1:32,9

erlîhten swV. 1 ‘jmdn./sich von einer Last befreien; jmdn. erleichtern’
2 ‘etw. (Leid, seelische Not) lindern’
3 ‘jmdm. etw. leichter, bequemer machen’ (?)
   1 ‘jmdn./sich von einer Last befreien; jmdn. erleichtern’ daz sie zu gote klopfen / und im ir sunde bichten, / ir sundic vleisch irlichten / von swar geladenen sunden, / so sie got beginnet schunden / mit dem vure siner minnen / zu waren ruwen enbinnen HeslApk 3554. – mit refl. Dat.: der esil bezeichent den suͦndere, der da tregit den swaren sac der suͦnden. der ist aber selich der in abe wirfet mit der ruͦwe und ime erlichtet mit der bicht und mit der buͦze und die leistet PrLpz 192,8. ich wart besweret ind niͤt swar, / [...] diͤ suͤze bürden erlichte mich, / si was so licht ind so suͤzelich, / dat ich wale vuͦld, dat ich got druͦch MarlbRh 97,17. 101,34    2 ‘etw. (Leid, seelische Not) lindern’ wes pine is so swar, dat si niet irlihtet enwerde? wes gemude is so cranc, dat it niet gesterket in werdit Lilie 5,28; Êva, Noê, Âbel, Âdam, / [...] und maneg ander edel man, / die got zû allen zîden an- / riefen unde bâden / und gerten dirre gnâden, / daz schiere erlîhtet wurde / ir angest und ir burde, / ir jâmer und ir arebeit Erlös 2323; du erlichtes mines herzen bürden / bit diser suͤzer, wiser antwürden MarlbRh 96,31    3 ‘jmdm. etw. leichter, bequemer machen’ (?): denne sol man sich me innerlichen halten und huͤten, als [sobald] der mensche innerliche hertekeit bevindet, das er do bi blibe und sich huͤte das nút anders zuͦ enslahe [dass nichts anderes dazu kommt] das im das erlichte Tauler 283,32

erlîhterung stF. ‘Linderung’ nieman do was, der sich über dich erbarmte, der dir joch ze erlichterung ein hand gelœsset het von dem criutz, das din strenger tot dest senfter wer gewesen PrWack 99,37; von diser vorhte [Gottesfurcht (als siebte Gabe des Hl. Geistes)] so enpfohent in dem fegefúre vil selen erloͤsunge und iegeliche súnderliche irre arbeit eine erlihterunge MerswSiebenW 92,4

erlimmen stV. ‘donnern’ horet Gotes liecht [Blitz] irlymmen / in dem irscrecken syner stymmen! [Iob 37,2] Hiob 13783

erlîn Adj. ‘von Erle, erlen’ der sagata mir ze wara, [...] er ware wile givarn in Islant, da’r michiln rihtuom vant [erworben habe] , / mit melwe jouh mit wine, mit holze erline Merig 13,3; ez mac auch ieder man wol hauwen espein, erlein, weidein und heselein, hagepuchein und pirkein holtz NüP 174; da git man ein erlin skit umbe einin phenning Merig 15,2; dô maht er [...] erlîn siul mit schrifte har, / daz man dâ bî næme war / daz nie kein mensche fürbaz / mohte komen, und dur daz / maht er diz mit schrifte schîn Reinfr 21907; BdN 315,10

ërlîn stN. Dimin. zu ër M. ‘Männchen’ [...] ist die sy [das Weibchen] dem erlin under [untergeordnet] / von natuͤrlicher aigenschaft Teichn 536,168

êrlîn stN. ‘kleine êre swie ir im tuot, ir frouwen, sô ist ez niur ein tuochelach, dâ iuwer der tiuvel aller meiste mite vâhet, sô mit gelbem gebende, sô mit sleiger, [...] und dâ ir daz himelrîche mite verliesen mügent durch ein klein êrlîn, daz man iuch deste baz habe und iuch deste baz êre und deste baz gevallent, daz man iuch lobe: ‘owê, wie schœne!’ PrBerth 2:60,32; ach missetât über missetât, / daz manic wîp durch ein valsch êrlîn / sich selben und ir kindelîn / von gote scheidet êwiclîchen / swenne si ez tœtet jêmerlîchen / niuwe geborn oder ê der zît Renner 18525