Wrterbuch
ABCDEF s.VGH
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e – benbilde
benbildec – bengelch
bengelcheit – benhr
benhre – benkristenmensche
benkurz – benmenden
benmensche – bensʒʒe
benslht – benvrrerinne
benvol – ber
berborste – brisch
ebreze – eckerich
eckerln – edelhaftec
edelheit – edelvoget (?)
edelvre – ege|brlich
|gedht – geselle
eges|lich, eislich – haftec, ehtec
hafteclche – eht
ehte – eichelht
eicheln – eichphat
eichurne – eierkuoche
eierln – eigenerge
eigengeborn – eigenmaht
eigenman – eigeslich
eilboum – einbrtec
einbrtecheit, eingebrtecheit – einerhande
einerleie – einhalp, einhalben
einhl – einlant
einlich – einmuote
einmuoten – einsamenen
einsamkeit – einteil
einthalp – einvach
einvalt – einwclich
einwillec – einzigen
einz|wagen – eismende
eissam – eitergiftec
eitergiftecheit – eitertrache
eitervar – karl
ekates – elelende
element – eliotrop
liute – ellenmʒ
ellenschaft – elmʒ
elne, elle – mle
mlen – empeln
empf- – enalrihte
enalverte – enbinnen
enbir – enbore
enbrec – enc-
en|ch- – endelicheit
endelist – endivia
en|drabes – enein tuon
enein wrden – engegenen
engegengn – engelher
engeln – engelschar
engelschlich – engerinc
engerln – englejen
engten – enhundert
endrus – enkern
enkiesen – enkrfen
enkcken – ennumenmen
enoben – enqullen
enquicken – ensten
enslbe (?) – enstricken
en|strte – ent|erben
ent|erbenisse – entheben
entheben – enthouwen
enthveschen (?) – entlegen
entlhenen – entlmen
entlinden – entmuoten
entnacten – ent|rten
ent|redre – ent|rinden
ent|ringen – entsagen
entsagunge – entscheit
entschel – entschulden
entschuldigre – entsetzunge
entsieden – entslingen
entslipfen, entslpfen – entspitzen
entsprchen – entstopfen
entstʒen – entvhelich
1entvhen – entvrn
entvrren – entvormen
entvormunge – entwachen
entwfenen – entweichen
entweisen – 1entwern
2entwern – entwirden
entwirken – envor
envreise – nzeclich
enzeichenen – enzogen (?)
enzogenheit – eparche
epgrunde – epizikel
eppe – erbgen
erbalden – erbarmen
erbarmhrze – erbeburclhen
erbeburcliute – erbehaftec
erbehm – erbeknicrche
erbelant – erbenmre
erbenme, erbenme – erbeschilt
erbeschrn – erbeteilunge
er|btelich – erbezinsglt
erbezinsguot – erbʒen
1erbljen – erbolgen
erbolgenisse – erbrogen
erbreten – erdecken
      erbreten swV.
      erbsal F.
      erbegen swV.
      erbunnen Prt.-Prs.
      erbunst st.Subst.
      erbnstec Adj.
      erbrn swV.
      erburnen swV.
      erburzeln swV.
      erbwen V.
      rc st.Subst.
      erche-
      erclich Adj., Adv.
      rd-
      erdht stM. oder stN.
      erdarben swV.
      rde stswF.
      rde-
      rdec Adj.
      erdecken swV.
rdeln – rdeslunt
rdewase – erdulden
erdnen – eren
eren – renhetre
renhge – renstte
renstuol – erfurtisch
erghen – ergllen
erglsen – ergetzunge
ergʒʒen – erglitzen
erglʒen – ergrfen
ergrimmen – ergsten
erhaben – erheiʒen
erhellen – erholeren
1erholn – eringrieʒ
erinnern – erken
erken – erkiesen
erkinden – erklumpen
erklupfen – erkrapen
erkratzen – erkuolen
erkuolunge – erlben
erlchen – erlrnen
erlrzen – rln
erlinden – erlsede
erlsen – erlusten
erlustigen – ermelech
ermelheftechn – ermeten
ermundern – erneln
erneln – ernetzen
ernezt – erqueln
erqueschen – errennen
errren – rsame
rsamecheit, rsamkeit – erschnunge
erschiuhen – erschrockenlich
erschrten – ershen
ersiht – ersloufen
ersmecken – erspreiten
ersprengen – erstchen
erstecken – erstorren
erstrunge – ersuochre
ersuochrinne – ertagen
rtapfel – ertboum
rtbruochech – rtlwe
ertlich – ertrahten
ertrenken – ertcken
ertumben – runge
|runs – ervrnen
erverwen – ervlgen
ervolgen – ervrren
ervruwen – erwahsen
erwjen – erwecken
erweckunge – erwnigen
erwenken – erwinden
erwinken – erwesten
erweten – erzeigen
erzeigunge – rzganc
erzian – erzwieren
erzwgen – esele
eselen – eselnʒ
eselre – esser
estel, esteln – |teidinc
telich – tt-
ette – wangli
wanglier – wic
wc – |wise
|worhte – ʒʒenkochen
ʒʒenmacher – eʒʒisch|heie
eʒʒisch|man – eʒʒisch|trln

   erbreten - erdecken    


erbreten swV. ‘jmdn. groziehen’ der uorsage Esaias der sprichit sus uon gote: ich gebar chint unt irbruͦte diu, si uermaneten mich JPhys 20,10

erbsal F. ‘Sauerdorn’ (vgl. Marzell 1,575): berberis: erbsal VocOpt 48.086. – s. a. erbesip

erbegen swV. zu buoc stM. ‘die Schulter von jmdm./einem Tier ausrenken’ ir arme vz dem geleiche / vz den ahziln slichen, / [...] siv [Folterknechte] waren erbuoget Martina 186,45; manic ors erbeget, / erstzen und erlemet wart / f der ritterlchen vart Reinfr 7388

erbunnen Prt.-Prs. konjugiert wie gunnen , vgl. 2 5Mhd. Gr. M 97. 1 ‘jmdn. (um etw.) beneiden, jmdm. etw. missgnnen’ , auch ‘jmdm. etw. nicht gewhren, versagen’
1.1 mit Dat.d.P. und Gen.d.S.
1.2 mit Dat.d.P. und Obj.-Satz ( daz -Satz)
1.3 mit Dat.d.P., ohne Gen.-Obj.
1.4 mit Refl.-Pron. im Dat. und Gen.d.S.
2 ‘jmdm. jmdn. wegnehmen’
3 ‘jmdm. etw. zu ersparen wnschen’
4 ‘(wegen etw.) Mitleid mit jmdm. haben’
1 ‘jmdn. (um etw.) beneiden, jmdm. etw. missgnnen’, auch ‘jmdm. etw. nicht gewhren, versagen’ 1.1 mit Dat.d.P. und Gen.d.S.: duo begund er ime erbunnen der himelisken wunnen Gen 313. 1741. 669; er sol ouch nieman nihts erbunnen, / des er mit rehte hat gewunnen VRechte 181; waz frumt den rchen argen man, / der al der werlt guotes erban [...] ? Wig 65. 116; w im der uns fride erbunne! KLD:GvN 3: 1,7; Tannh 4,134; SM:St 4: 2,3; KLD:SvL 2:1,5; KLD:RvR 1,15; swer mir des verban [La. erban ] , obe ich si minne tougen, / seht, der sndet sich MF: Mor 22: 2,1; diu [Stute] was so kostlich beclait / daz ich irs muͦz erbunnen Whvst 17863; dc si ierem nehsten erbunnen sinez geluͥckez PrSchw 2,49. 2,87. 1,33; DvASchr 331,18; KvWTroj 10263; nu tet der wol versunnen vil cleine dem geliche, / daz im diu kraft erbunnen kund ir helf als ungenedicliche JTit 3840,2. – mit daz-Satz, bezogen auf vorangehendes Gen.-Obj. des: des erbunde ir als harte / ain gotes widerwarte [...], / daz diu frowe den ruom / in dem hove habete Kchr 12103 1.2 mit Dat.d.P. und Obj.-Satz (daz-Satz): vr Pallas und vr Jne / [...] erbunden im [Paris] [...], / daz Vnus [...] het f in hhen vlz gewant KvWTroj 3114; umbe waz er ime erbunde, / daz er sniu chint und ire barn nemuose geruozzen / si von ime skieden Gen 1446; n leidest d mir daz leben / und erbanst mir daz ich fr s HartmKlage 433. 1567; frow, sid mir duͤ kunst erban, / daz ich uch nit tancken kan / vwer gab nach myner ger KonstBrf 7,1. 35,83 1.3 mit Dat.d.P., ohne Gen.-Obj.: d Rachel gesach daz si umbre was, / ire swester si irbunde Gen 1327. – als Wiedergabe von detrahere: die da geltent daz ubel umbe daz gute, die erbunden mir, wande ich nah gie der gute [ qui retribuunt mala pro bonis detrahebant michi: quoniam sequebar bonitatem ] PsM 37,21 1.4 mit Refl.-Pron. im Dat. und Gen.d.S.: ich tete als die tren tuont [...], / die ren unde guotes / in selben erbunnen Er 5968; wil d danne gunnen mir, / des d wilt selbe erbunnen dir RvEBarl 14650; im selbin er erbunde / dez cristenlichen tovfes Martina 218,42; (hier anzuschlieen:) daz ich solches prises mime libe erban WolfdD (H) 1472,3 2 ‘jmdm. jmdn. wegnehmen’ ir geltet mniu leit. / ir habt uns hinne [= hie inne ] erbunnen vil maneges recken gemeit NibB 2304,4 ( vgl. erbunnet NibA 2241,4 ); iuch endhte niht der volle an der grzen nt, / d ir uns Redegren den helt sluoget tt: / nu habet ir mir erbunnen aller mner man NibB 2330,3 3 ‘jmdm. etw. zu ersparen wnschen’ ich erban iu des vil sre / daz wir iu iuwer re / mezen nemen untten lp / umb ein s ungetriuwez wp Iw 5255; vrau, mir ist ungemach / diu rede, wan ir [= ich ir ] iu erban ! / ich bin ain ellender man, / so habt ir so grozz ere / an mich gelait, daz sere / iu missezimt al soͤlhiu rede Whvst 13097; der [der neuen Minne (Wankelmut)] gebott nu volget manic man / vnd frowen den ich [die alte Minne (Treue)] sin erban, / das sy sint in ir gebott MinneR 451 369 4 ‘(wegen etw.) Mitleid mit jmdm. haben’ der hof und al die sinen gar / erbunden im der aͤrebait [...], / und vragton was im waͤre, / ob si ze siner swaͤre / im iht geraten kunden RvEWh 4493; maniger hher man, / der mir mnes leides erban / und dur mich ist fr Troie komen, / [...] ze rechenne daz laster mn KvWTroj 44454; swer beswaerde ald kumber leit, / dem was dn [Marias] erbrmde bereit. / swaz leides ieman anegie, / des erbundest du im ie WvRh 15468. 2216. 9971; min herz erbander [= erban der ] / zarten kuͤnginne / daz der tot ir minne / wil so suͤrlich gelten Whvst 8618; o aller schoͤnst magt, der kleglichen geberd menig hertze ze erberm bewagde [...], die dir erbunnen [= erbunden (vgl. Anm.z.St.)] , do s saͮchen den grossen jaͮmer und leit, so du von dinem geminnten kinde hattost in dinem reinen hertze Seuse 546,6

erbunst st.Subst. s.a. urbunst . 1 ‘Anfeindung’
2 ‘Mitleid’
1 ‘Anfeindung’ in der cellen was sin site / daz er den lib zemte / und an im gar vorlemte / aller sunden erbunst Vt 30865; unser lieben vrouwen, / durch di im was verhouwen / aller sunden urbunst [La. sunder erbunst ] , / der truc er willicliche gunst MarLegPass 24,643 2 ‘Mitleid’ allermenlchen buten si sich / in ir noeten sicherlich / ze helfe mit ir guote / ald mit erbnste muote WvRh 252; diu edel magt Mara leit / aller menlchez leit / mit erbnste smerzen / von allem ir herzen / und bt in werke und worte trst, / s daz si wurden erlst ebd. 1649

erbnstec Adj. ‘mitleidend, -fhlend’ diz zerwelte tugende vaz / rbeite erbnstec was, / erbrmec ze und inne / und vol rehter minne WvRh 1636; er was erbnstec rebeit, / senfte unde guot, vol reinecheit ebd. 6116

erbrn swV. 1 tr.
1.1 ‘etw./jmdn. hochheben’
1.1.1 eigentl.
1.1.2 bertr.
1.2 ‘jmdn. aufstacheln’
2 refl.
2.1 ‘sich aufrichten (und wohin bewegen), sich erheben, aufsteigen’ , eigentl. und bertr.
2.2 ‘entstehen’
1 tr. 1.1 ‘etw./jmdn. hochheben’ 1.1.1 eigentl.: in den rinc spranc Rennewart, / daz er die stangen mht erbrn Wh 429,7; Rose [Ortnits Schwert] er erborte WolfdD 803,3. 862,3; Bit 10925; so mochte ot man sin [den Stein] nicht erburn Pass III 225,24; er [Christus] wart dem tde z gevrt / als ein schf und ouch erburt JvFrst 7610. – Part.-Adj.: mit erbrtem schilde Bit 10823. einen slac ~ ‘einen Schlag (von oben herab) ausfhren’: ze jungst erburtte Hector / ainen schlag so hoch enbor / daz manig des helmes nietten brach GTroj 17603; ob er [Gott] den slach vf vns erbur, / daz du [Maria] in haldes da beneben Pass I/II 153,75 1.1.2 bertr.: die stimme ~ ‘die Stimme erheben, zu reden beginnen’ do Jhesus dese wort gesprach, do irborte eyn wyp ere stymme [ extollens vocem Lc 11,27] von der schare unde sprach EvBerl 30,31. den muot, daz herze ~ : swer sner [Christi] marter reht entsebet, / dem erburt sie und erhebet / in solhen gedanc den muot, / der w und doch wol tuot LvRegSyon 1036; sprich ich, daz er [der Geizhals] sn herze erbr, / nein, spricht er, ob ich verlr / ein halbez scherf oder ein ort, / waz hlfe mich frumer liute wort? Renner 4521 1.2 ‘jmdn. aufstacheln’ mit bet si derpurtin / Rudolfin den Romischin Dalimil 92,20 2 refl. 2.1 ‘sich aufrichten (und wohin bewegen), sich erheben, aufsteigen’, eigentl. und bertr.: gein liebem liebe ich mich erbr [vgl. Ct 5,5 surrexi ] Frl 1:9,3; [Elisabeth zu Maria:] sich hat erpuͤrt [ exsultare Lc 1,41] in meiner prust / daz chint in frewdenreicher lust / von deiner tzuchunft Suchenw 41,211; swenn er [ der geistlche sin ] des frides inne wirt, / den der heilig geist gebirt, / so erburt er sich. whin? aldar / d er der ruowe wirt gewar, / die diu sl sol haben am ende, / s sie germet ditz ellende LvRegSyon 2589. 3304; weder engelisch sin noch menschlch verstantnsse mac sich niht als hch erbren mit sn selbes maht, daz sie daz lterlchen ervinden waz d [Gott] bist DvASchr 367,7 2.2 ‘entstehen’ din mutes phat verstrich und la nicht spren / den fint, von dem sich schade mag erbren, / und la dins herzen tren / den argen reten sin verspart Mgeln 213,10

erburnen swV. ‘etw. verbrennen’ diz ist iamerlich, / daz ir des guten mannes buch / werfen wollet in unruch [...]. / nu wizzet, daz ir widerschrift [Abschrift] / harte witen ist zuspreit, / des ist verlorn die arbeit, / daz man einez erburnet Pass III 211,89

erburzeln swV. ‘jmdn. niederwerfen’ sin yllen mengen erbrseltt / alsam ain wolff by schaffen ttt GTroj 3232

erbwen , erbiuwen , erbouwen V. erbiuwen ( UvEtzAlex 8220 ). 1 auf die Landwirtschaft bezogen
1.1 ‘das Land, einen Acker, ein Feld bestellen’
1.2 ‘(Weingarten, Bume) kultivieren; einen Baumgarten anlegen’
1.3 ‘etw. anbauen’
1.4 bertr.
2 ‘etw. (Land, Erdteil, Zelt usw.) bewohnen, besiedeln’
3 ‘etw. (Burg, Kirche, Stadt usw.) (er)bauen, errichten; etw. konstruieren, anlegen’
4 ‘etw. (Mhle, Bergwerk) fr den Betrieb einrichten, in Betrieb nehmen’
5 ‘jmdn. (mit etw.) ausstatten, schmcken’
1 auf die Landwirtschaft bezogen 1.1 ‘das Land, einen Acker, ein Feld bestellen’ do fur er schowen, wie daz lant wre erboͮwen. / [...] allez daz dehein boͮman ze boͮreht solde han, / [...] man muͦse imz vil balde geben GenM 87,7; daz wazzer wart da ze wne [...]. / div ŵste wart erbuwen, / do disiv rede nivwe / vz wart gechundet Wernh D 97; w wart ie dehein acker [...] als zertlche erbwen [...] und als lieplchen getunget PrBerth 1:358,21; (Part.-Adj.:) ia lazze ich ire wole erbuͦwen / manige breite hube, / scazes gnuͦge Rol 1717; ein erbuwen velt Rennew 730. – in Verbindung mit lant nicht immer deutlich von 2-3 abzugrenzen: daz weste lant erbwen wart, / d krne truoc Parzivl Parz 222,12; hr, mirst niht bekant / daz weder wazzer oder lant / inre drzec mln erbwen s. / wan ein hs lt hie b ebd. 225,21; iuch mht des waldes hn bevilt, / von erbwenem lande her geritn. / inre drzec mln wart nie versnitn / ze keinem bwe holz noch stein ebd. 250,21. 398,23. 534,19; [der Steuermann:] got wil helfen uns von nt: / ich hn erbwet lant gesehen ErnstD 2001. – formelhaft ~ und unerbwen: daz gvet ze Richartswiler mit allem dem, daz dar zve gehoret, cher, wisen, wide, holtz, wazer vnd wazersflvz, besvhtes vnd vnbesvhtes, erbvwens vnd vnerbvwens UrkCorp (WMU) 1910,42 u.. 1.2 ‘(Weingarten, Bume) kultivieren; einen Baumgarten anlegen’ der weingart ist diu hilig christenheit, der selb weingart ist gepflantzet und erbawen von angeng diser werlt PrOberalt 47,24; die habent den weingarte / gotes niht erbowen Wernh A 3251; die paum habennt vil schsling unnd esste unnd auf gerichtt stkk, ettlich wuecher unnd ntze samen zu der merunge irs geschlachttes, wann si wol erpauenn werdent und gerichttet HvHrnh 72,2; ein rilichir boungarte, / irbuwen alse harte / von ediln boumen manigvalt / reht als ez were ein dickir walt RvEWchr 32928 1.3 ‘etw. anbauen’ swaz man harte erbwet, daz verderbest d PrBerth 1:258,28; die helde nuzzen ne wer / swaz erbouwen hete daz lant Bit 5407 1.4 bertr. : der schaffenr den er da hete, der im sin guͦt hete oͤde geleit, dc ist ain ieglich lerr, der sin cristenhait versmet vnde si niht erbuwet mit der gotes lere PrWeing (Pf) 188,29 (Auslegung zu Lc 16,1ff.). 2 ‘etw. (Land, Erdteil, Zelt usw.) bewohnen, besiedeln’ erde diniv wirt erbuͦwen [ terra tua inhabitabitur, vgl. Is 62,4] PsM Per 24,4; die uzeren zua strazen [Erd- oder Klimazonen] sint nith erbuwen Lucid 18,10. 18,12. 18,13; ez [ Ẏspania ] was das erste lant / das nah der ersten uz fart / irbuwin von dem knne wart / von Japhet RvEWchr 2699; ich hrte ie sagen von kinde fr ein wazzermre, / d ze Gvers in dem berge ein wtez knicrche erbouwen wre Kudr 1128,4; si wirt ein michel wunne / aller der werlde, / so got erboͮwet ir gezelte Wernh A 566. – unsicher, ob hierher oder zu 3 oder 4: im walde vant er einen berc, / den hten gar wildiu getwerc / erbwen und besezzen Goldemar 5,3 3 ‘etw. (Burg, Kirche, Stadt usw.) (er)bauen, errichten; etw. konstruieren, anlegen’ ez enwart nie burc dehein / erbwen baz noch als wol UvZLanz (K) 7119; z ir niwen veste, / die si heten erbwen Ottok 34358; ich denke, erbuwe ich mir ein hus nach tumber liute rate Tannh 12,21; wie er [der Turm] innen wre erbwen Flore 4995; die kirchen ~ LvRegFr 1096; den tempel ~ EnikWchr 12102; ein stat ~ EnikFb 39; EnikWchr 6162; aber zkloster [...] sol also erbovwen werden [ constitui ] , daz alliv notdurftigiv, daz ist wazzer, mvͤl, gart, pfister vnd mislih liste inner zklosters geworht werden, daz niht dvrft si mvnichen, vz ze gen BrAsb 66. – bertr.: in den strt spranc Hildebrant [...]. / d mohte vil wol der tt / erbouwen sne strze Bit 10655; der stain beczaichent die glaubhfftigen kristen, da die heilig krisstenhait mit erpawn ist, als sannd Pauls sprichtt [vgl. Eph 2,19-22] SchlierbAT (LS) 1,84; si [die Frauen] gebent wunnebernden solt, / ir lob ist wol erbouwen KLD:RvB 3:2,6; manic stolze vrouwen, / die mit ir sezen sprchen rch / kunden schn enpfhen den knic lobelch, / d von sn herze den muot kunde hch erbouwen Loheng 1666; von dem alten vnd dem kinde / wart si [die Klage um die entfhrte Ginover] da wol erbowen Krone 11523. – ‘etw. mit Bauwerken versehen, bebauen’ vnde sol man den selben invanc vnzewuschont der selbun mure vnd dem hvse niemer bezimberren noh erbuwen weder mit holze noh mit stainon UrkCorp (WMU) 2209,24; wir gewinnen lhte noch die kraft / daz wir erbouwen s daz lant / daz unser ellen unde hant / vor allen knegen ez wol wer. / zwischen der Elbe und dem mer / stnt ninder bezzer burcstal Bit 13327; es ist auch das landt nit wuegst, / woll erpawen uber all / paid in perig und in tall / mit stetten und mit vesten guett Seifrit 6933; Estrelo, ain veld erkantt, / dar sitt ain statt ward gelaitt, / Constantinopel [...]. / ee hette es den namen wol [...]; / sid her es bas erbuwen ward / in richer coste unverspartt / von dem knge Constantin GTroj 23753. – ‘Geld verbauen, zum Bauen verbrauchen’ jch nim ez ouf mein triwe, daz ich ovf Charlstain erbvͦn han mines gvͦtes vierhundert phunt Salzpurgr oder me UrkCorp (WMU) 898,9 4 ‘etw. (Mhle, Bergwerk) fr den Betrieb einrichten, in Betrieb nehmen’ vnd beschieden also, daz des aptes mvͤl vvͤrwaz nimmer mer schol erpavͤn werden UrkCorp (WMU) 3259,23; das man eczliche berge unde stollen in manchem jare nicht czu nuczcze irbuwen mag BgRIglauD 29 5 ‘jmdn. (mit etw.) ausstatten, schmcken’ Gynouer mit den frauwen, / nach wijbes reht erbuwen, / da in den sal gingen Krone 23030; einer schonen jumpfrauwen, / die auch was erbowen / mit kostlicher gezierde ebd. 26392; zwa ander jumpfrauwen, / die waren wol erbuwen / an libe vnd an gewand / sunder alle schand / mit richer gezier ebd. 29363

rc st.Subst. Bedeutung unklar, hier umschreibend: di [...] ire tnde werc / richten f des lobes erc [= f lob ] JvFrst 8958

erche- erze-

erclich Adj., Adv. arclich

rd- s.a. → rt-

erdht stM. oder stN. 1 ‘Plan, Vorhaben’
2 ‘Trug, Betrug’
1 ‘Plan, Vorhaben’ do der kuninc daz irhorte, / groz irschrecken en bekorte / unde wart beweit so sere, / [...] daz er in dem bette belac / von betrubnisse und unmaht, / wand ez niht gienc nach sim irdaht Macc 3134 2 ‘Trug, Betrug’ zum andern male dut sij [die sechste Hand der Habgier (Betrug)] [...] / erdacht und falscheit umb im lande dragen Pilgerf 10050

erdarben swV. 1 ‘etw. entbehren’
2 ‘Mangel leiden; hinschwinden’
1 ‘etw. entbehren’ swaz an im was ervollet / d vor mit guoter spse, / daz hete nu der wse / und der vil slden rche / erdarbet jmerlche KvWPart 592 2 ‘Mangel leiden; hinschwinden’ swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter lie Seuse 273,31; der usser mensch des knges, der da an dem krz erdarbete ebd. 368,12. 441,20; und nement war, wie schier verblichen, erdorret und erdarbet ist der bluͦme ebd. 212,2

rde stswF. s. a. ere stF. 1 ‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’ , besonders in den Wendungen f (der) erde(n), hie in erde (enerde)
2 ‘Erdboden, fester Boden’ , auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw. verborgen ist’
2.1 allg.
2.2 mit Prp.
2.3 in prp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebude zuo der erde, f die erde brechen (slahen) ‘dem Erdboden gleichmachen’
3 ‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser)
4 ‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’
5 ‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstck’
6 ‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’
7 ‘Erde, Lehm, Staub’
8 die Erde als jungfruliche Mutter Adams
9 ‘Erde’ als eines der vier Elemente
10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’
1 ‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’, besonders in den Wendungen f (der) erde(n), hie in erde (enerde): wan sich gesament f der erde / b niemens zten andersw / s manec guot ritter als d Iw 40; in wirde niemer wp / f erde decheines man, / wan den ich umbevangen hn Parz 199,27; f erde niht s guotes was, / der helm, von arde ein adamas / dicke unde herte ebd. 53,3; SM:Tu 2: 7,4; solt ieman f der erden / von triuwen halben werden / knic oder knign Tr 1811; Rennew 2028; in lften noch f erde noch in allen grenen ouwen Walth 27,19; d brinnend minne ber elliu lant, / ez wart bekant / nie lieberz f der erde LobGesMar 64,4. d er [Gott] mensche hie enerde was Aneg 2153; Walth 11,18; KvFuss 796; wne ich und dn muoter jouch dne bruoder / noch hie in erde dn durftig werden? Gen 1770; d diu gotinne Pallas / rchsete hie en erde Er 8204. – dem Himmel entgegengesetzt: d ze himel ist niemen gar / ouch der lp chumet dar, / der dannoch hie enerde ist Aneg 2170; daz ez ie wurde gesungen / in stimmen oder von zungen / z allen ordenungen / ze himel und f der erde Walth 7,31; swer f der erde rehte tuot, / daz dunket ouch ze himele guot Freid 31,24; swaz iender lebe / enzwischen himel und erden, / der aller leben ist dir bekant LobGesMar 71,7. 72,4. kint der ~ : dien gotes minne vrmde sint, / [...] diu selben kint / diu heizent kint der erde. / die aber gotes minne hant, / diu kint sint gotes kint genant LobGesMar 3,4. – bildl.: diu geburt [Christi] was wunterlich, / [...] duo trante sih der alte strit, / der himel was ze der erde gehit VEzzo 170; und der hailige adem entswebete ir [Maria] den lichnamen / von den vuozen unze an den wirbel, do gihite der himel zuo der erde AvaLJ 7,3 2 ‘Erdboden, fester Boden’, auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw. verborgen ist’ 2.1 allg.: diu erde erbibete uberal VAlex 108; AvaJG 10,1; die erde inslz sich, d die nagele lgin PrMd (J) 346,7; vnde ob du unrechte sweris, daz dich di erde virslinde ErfJud 5; daz d mich niht verslindes – / ich meine dich, breitiu erde –, / daz ich bezte werde / dir gelch: ich kom von dir Wh 60,29; HvNstGZ 7445; s w im, der den werden frsten habe erslagen / von Klne! w, daz in diu erde mac getragen! Walth 85,11; UvLFrb 214; EckenlE2 143,12; des morgens [...] s mac er ir [der Ehefrau] gegeben [...] einen kneht und eine maget [...] unde ziune unde gezimber ob der erde. und als ir man stirbet, s sol si daz ertrche [das Grundstck, auf dem das zur Morgengabe gehrige Gebude steht] rmen inner sehs wochen [...] unde sol ez als rmen daz si die erde niht verwunde [aufgrabe] SpdtL 95,14 (vgl. SSp (W) 1:20,2 ). 2.2 mit Prp. an: von dem bette sie d gienk / nider an die erden En 1361; der gote werde boug sich unz an die erde Gen 873; unde zu iklichem male spi her an di erde Macer 52,13; do screip der gotes werde mit den vingeren an der erde AvaLJ 113,4. in: so grebet denne diu asida [der Strau] in die erde unde berichet diu eier mit dem sante JPhys 24,9; daz selbe vaz solt dv begrabin in der erde nivn tage Ipocr 311. 316; umbe solich gt, da mich dirrer man umbe hat beclaget, daz enweiz ich noch enhan es nit noch [...] in erden verborgen noh in muren vermuret PfJud 14. gegen: der zgel gein der erden seic Parz 445,14. obe: sam die buhile obe der erde Gen 2959. f: daz ich f der erde gelac Iw 652; so nemach niwiht des gestan, des uf der erde sol gan AvaJG 10,3; zu beiden sten sich erbt [erstreckte] / der mantel ab dem pferde / vaste hin f die erde HvFreibTr 4498. under: mir wre lieber unter der erde denne er in deme mer irsterbe Gen 2406; unde der dracho uuiret [wird] so vorhtal, daz er liget, alsor tot si, under der erdo Phys 2,10. von: d sah er eine leiteren fon der erde in den himel gn Gen 1240. zuo: jmdn. zuo der erde werfen VAlex 543; slahen ebd. 1266; stechen En 7537; si hnt ir schildes breite / nch jmers geleite / zer erden gekret [als Zeichen der Trauer] Parz 92,3; d seic si zuo der erden, daz si niht ensprach NibB 1009,1; Iw 3942; der helt lussam / z der erden bequam [zu Boden fiel] En 7836; d half der mre wgant / der frouwen z der erden [half ihr absteigen] ebd. 1831. ob erde unde under erde u.., formelhaft in Urkunden: den maierhof vnde zw hvbe fvr ein frges eigen in holz vnde in velde, an wisen vnde an akkern, gesvͦchet vnde vngesvͦchet, ob erde vnde vnder erde, mit allen den vallen vnde dem rechte, daz ze dem selben gvͦte horet UrkCorp 1803,41. 2050,9. 2333,37; UrkHohenz 3,174 (a. 1348) 2.3 in prp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebude zuo der erde, f die erde brechen (slahen) ‘dem Erdboden gleichmachen’ d brchen sie die besten mre z der erde, / diu der ie dehein solte werden VAlex 917; oder man breche in div hvser avf di erde UrkCorp (WMU) 1209,28. 615,7; er sol die burg vf die erde brechen SchwSp 114a; wand er si [Burgen] f die erde brach / und vertilgte si s gar Ottok 11720; daz hus [...] sol man vf die erde slahen SchwSp 115a. zuo der erde(n) erbeizen, getreten, komen: ‘vom Pferd absteigen’ do erbeizte zuo der erden vil manic ritter gemeit NibB 1527,4; do rebeizte der werde / nider zuo der erde Parz 516,26; zu der erde si chomen baide Rol 8917; unz er getrat ze der erde StrDan 7267. under die erde gn, komen ‘sterben’ nv mvz ich vnder die erden gan / oder ich gereche minen haz Herb 5205; ich weiz wol daz niht bejaget / min clage daz er lebende werde, / swer kumet under die erde, / daz nymmer me der erstat / biz daz diu welt gar zergat Rennew 25746. – jmdn. (zuo) der erde bevelhen/ enphelhen, (zuo) der erde(n) bestaten, zuo/ in der erde begraben: d man den ritter werde / bevolhen ht der erde UvTrhTr 3300; Ottok 1216; der nam den heiligin lchamin unt bivalch in z der erdin PrMd (J) 349,31; vnd suln mich fuͤrn hinz Reͣun vnd da der erden bestatten UrkCorp (WMU) 3229,40; sn hchgeborne lch / wurd nch sner werde / bestatet zuo der erde Ottok 22083; do liez er sinen lichnamen zuo der erde begraben AvaLJ 159,2; sol ez iemer d zuo komen, / [...] daz triuwe und re werde / begraben in der erde, / s ligent si beidiu hie begraben Tr 18658. – jmdn. in/ under die erde legen ‘begraben’ si legent dich under di erde Glaub 2525; daz in deheine phaffen / getorsten gelegen niht / in die erd, als man noch siht, / die d hnt verdient den ban Ottok 16994; ‘tten’ ern mez iwer man werden, / od ich legen under di erden StrKarl 2348; daz ouch ich in die erd / geleget wird in kurzer frist Ottok 46828 3 ‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser): gt an die erde unde let daz wer vile werde Gen 713; er wolte mere unt erde / cinshapht bringen, / unter des kaiseres uanen dingen Rol 3694; r ir komet zer erden / jenehalp uber mere En 3708; ir [Frau Minne] st gewaldec ob der wer. / bde f erde unt in dem mer / waz entrinnet iwerm kriege [...] ? Parz 293,2; zweier krne rcheit / stt vorhteclche in sner pflege / f dem wazzer und der erden wege ebd. 328,8; dich minnet erde und ouch daz mer, / viur, luft und ouch die winde LobGesMar 61,9; ein michel her / nch ir feren solte erde unde mer [zu Lande und zu Wasser, ber Land und Meer] Kudr 594,2; vil suͤzer reiner spise gnuͦc, / swaz daz wazzer und die erde truͦc Rennew 3334 4 ‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’ sus reit er mit den werden / sns lands und anderr erden Parz 280,6; swaz er gesach der werden / f kristenlcher erden, / ez wre magt wp oder man, / der ist iu hie vil undertn ebd. 659,12; Wh 313,24; daz si den gotes werden fuorten widere in die israhelisken erde AvaLJ 35,7; erslehes du Rolanten, / [...] elliu palwischiu erde / si iemir din aigen Rol 3678; thaberiske erde / han ich hie mit gewunnin, / cinsis bedwungin ebd. 3734; tiuscher erde Parz 4,29; StrAmis 1732; rœmischer erden Wh 225,16; ber al kriechische erden / ist kein s rche bistuom StrAmis 1656; st mn sndic ouge siht / daz hre lant und ouch die erde [gemeint: Palstina] Walth 15,1 5 ‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstck’ mit der breidin erdin / musten [ muste in (den Vasallen)] gelonet werden Roth 4857; er gap in ze eigen d zehant / daz breite geriute, / die erde und die liute AHeinr 1444; wir [...] sein gewert des selben guͦtes baidev mit beraitem silber vnd ouch mit gulte vf der erden UrkCorp (WMU) N367,7; daz si dar vmb solden chouffen ainen weingarten oder ain ander erte ze ainem ewigen selgeret UrkHeil 2,104 (a. 1324). – als Flchenma: tria jugera, quae fuerunt vulgariter dicta ein erde DRW 3,166 (Wrdtwein, DioecMogunt; a. 1311) 6 ‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’ ebehoͮe [Efeu] , daz an der erde wahsset Ipocr 7; er hiez die erde allez daz neren / mit dem wuochere unde si bre Gen 82; d besaz [ruhte] diu erda, d newolt nieht ane werden ebd. 800. 2115; die brigin erde ebd. 2837; ube diu erde wurt umbre / unte lange lge wuoste ebd. 2606; von erden fruht Adm genas Parz 464,11; d honiget diu tanne, / d balsemet der scherlinc, / der nezzelen ursprinc / der rset ob der erden Tr 17985; Rennew 3334 (s. u. 3) 7 ‘Erde, Lehm, Staub’ uber dne brust solt t gn, die erde muost t ezzen Gen 407; ir scult iz [ gebeine ] mit iu fuoren, heime mit erde bitrrin ebd. 3032. 1703. 2526; sine speichelen er nam, / dar zuo nam er erde, er temperote si werde AvaLJ 92,2; der [Lwe] kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein germe zvart Iw 6748; in eime gademe, daz was von erden gemachet HvFritzlHl 244,17; so bewillet si [der Fuchs] sich in der roten erde und ligit also si tt si noch netemot nieht JPhys 15,3; MillPhys 108,3. – als Stoff, aus dem Gott den Menschen erschaffen hat: z hertem leime tet er gebeine, / z brder erde hiez er daz fleisk werden, / z letten deme zhen macht er die dare Gen 196; wie die roten erde got hiez lebentich werden / mit sinem adem den er in in begunde blasen GenM 7,18 Bildberschrift; st daz Adm von dner hant / gebildet wart von erden LobGesMar 69,10; nch unser bder lebtagen / wirt er mir aber s gelch: / ich vil arm und er rch / geligen bd in einem wert, / gelch der ungetnen ert Helbl 8,700. der erden ze teile werden, ein erde, zu erde werden: s mst d der erden / hie ze teile werden, / dn fleisch und dn gebeine En 12039; der lp wirt ein erde / und lt dan unwerde / unz an die jungesten zt RvEBarl 3297; wirde ich wider danne zu erde, / so hat diu sele doch gemach Rennew 2182; Unverzagt 1:8,5 8 die Erde als jungfruliche Mutter Adams: diu erde ist verflchet diu was rein unt maget, / diu [...] dnes bruoderes [Abels] bluot ht verslunten Gen 637; und unser vater dm, / diu erde in magetlche gewan Kchr 9557. 9568; diu erde Admes muoter was: / von erden fruht Adm genas. / dannoch was diu erde ein magt Parz 464,11; unde erkenne wol d b / daz unverwert diu erde was / d si des menschen rst genas / und drz Adam gebildet wart. [...] si was ein maget dannoch, / wan kein schrunde noch kein loch / dar n von starkem bwe gie / und was dar z kein dorn nie / gewahsen noch gegangen. / ouch was sie dem slangen / dannoch zeim ezzen niht gegeben, / der st ir gnden muoste leben / und mit ir wart gespset hie. / ouch was dar n begraben nie / kein tter mensche dannoch KvWSilv 3471. 3466; VMos 10,26; Aneg 1572; Freid 7,10; Pass III 79,2; Martina 117,65. 119,17 9 ‘Erde’ als eines der vier Elemente: der iunger sprach: wele warent die uier elementa? do sprach der meister: daz waz daz fr vnde daz wasser vnde der lufth vnde die erde Lucid 6,3; SalArz 1,6; BdN 68,28; der al die cratiure / geschuof, daz wazzer und daz viure, / dar zuo den luft unt die erden Wh 215,13; OvBaierl 2,1; HvNstGZ 14; die erde, das vierde elementum, ist kelder unde trokener nature Macer Prosavorr. 10; ein igelich mensch der ist geschaffen z den vier elementis: z der erde, von dem lufte, von dem wazer, von dem fiure Barth 127,25; melancolici. die artent nach der erden, unde sint sorghaft, gerne truric, gitic unde habende, ungetruwe, zahe unde swarzir varwe MNat 1,18 10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’ dise welt ist sinewel vnde ist vnbeslozen mit dem wendelmer. da inne suebet die erde alse der duter in dem wisem des eiges Lucid 17,8; MNat 1,24; wan diu erde ist rehte geschaffen alse ein bal PrBerth 1:392,22; diu [Erde] ist kugeleht MNat 1,2; [Gott] vmbekreizet himel vnde erden Pilatus 1,47; si jehent, der himele der sn dr / und diu erde mitten drinne s. / deist ein michel wunder, / daz himel ist obe und under, / und doch diu erde stille stt, / s der himel umbe gt Freid 11,5-10. – als Schpfung Gottes: er begunde scaffen, himel unde erde machen Gen 49; got, der scephre ist himels unde der erde Spec 99,31; uon deme lebendingen gote, / der himel unde erde / uon nichte hieze gewerden Rol 715; got himel und erden umberinc / geschuof und dar in alliu dinc Freid 6,1

rde- s. a. → rt-

rdec Adj. ‘irdisch’ also sundic und als erdic / ich waz vons vleisches brode HeslApk 9366; al were daz vleisch erdic / daz im von Marien quam ebd. 9802

erdecken swV. refl. ‘sich aufdecken’ alle di diser blosheit nit war nement, daz sich diser verborgen grunt nt mag erdecken noch erbilden, di sint alle kchin dirnen, und den ist dis joch bitter Tauler 26,21