Wörterbuch
ABCDE
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

a – abe blâsen
      a N.
      â Interj.
      Suffix
      abbet stM.
      abbeteie, abbetîe, abdîe, abtei stF.
      abe Adv.
      abe Präp.
      abe baden swV.
      abe bekomen stV.
      abe benëmen stV.
      abe bern swV.
      abe bërn stV., intr
      abe besnîden stV.
      abe betriegen stV.
      abe betwingen stV.
      abe bilden swV.
      abe binden stV.
      abe biten stV.
      abe bîʒen stV.
      abe blâsen stV.
abe bliuwen – abe dienen
abedienest – abe erbeiʒen
abe erbiten – abe erziugen
abe erzürnen – abegezogen
abegezogenheit – abe hëlfen
abe|hendec – abe klûben
abe klucken – abe legen
abelegunge – abelougenunge
abe machen – âbentganc
âbenthan – âbentsolt
âbentspil – abephendec
abe phlücken – aberhâke
abe rîben – abe|runs(e)
aber|wenken – abe schieʒen
abeschiht – abe sîgen
abe sîn, abe wësen – abe sprëchen
abe springen – abe strumpfen
abe stürzen – abe triefen
abe triegen – abe vâhen
abeval – abe vretzen
abe vrëʒʒen – abe welzen
abewendec – abewîsære
abe wischen – abezuc
abe zücken – âbrëchære
âbrëchen – achen
achilon – ackern
ackerrëht – adamantîn
adamas, adamant – adel|spar
adelsun – âderslahen
âderstôʒ – affenlich, effenlich
affenmuot – aften
aften|dës – afterklage
afterkome – afterreif
afterriuwe – afterwort
afterzal – âgëʒʒel
âgëʒʒele – ahlês
ahorn – ahtbæren
ahtbærgezît – âhteschaz
âhteschillinc – âhui
ahzec – alabadîn
alabandâ – alberîn
albern|ach – alene
alêne – alkar
alkofon – allergotesheiligentac
allerhalbe – allermannegelîch
allermannelîch – allerwochelîches
alles, alleʒ – almeine
almende – alpteil
alpuzzer – al|tagelich
altære, altâre, alter – alterkleit
alterlachen – altheit
althêrre – altvrenkisch
altvrouwe – alwëc
alwegent – ambahtære
ambahte – ambôʒ
ambra – âmer
âmer – amman|meister
ammannin – an-
â|name – anderheit
anderleie – anderweiden
anderwerbe – ane behaben
ane behalten – anebietunge
ane bilden – ane brieven
ane bringen – ane draben
ane dræhen – ane erkiesen
ane erkoufen – ane gâgern
ane gân – anegengelich
anegengen – anegevanc
anegevelle – anegrîfunge
ane grînen – ane harn
ane harpfen – ane hœnen
1ane hœren – ane kifeln
ane kivern – ane kroijieren
ane künten – aneleitrëht
aneleitunge – ane massen
ane mâʒen – aneneigec
ane neigen – ane reichen
anereichunge – aneruofunge, anerüefunge
anerûschunge – aneschouwede
aneschouwelich – ane seilen
ane senden – aneslac
ane slahen – ane spinnen
ane spirzen – ane stân
âne stân – ane strîten
ane stroufen – ane tragen
anetraht – anevanc
ane vangen, ane vengen – anevengunge
ane verdienen – ane vüegen
anevüerærinne – ane weigen
aneweigunge – ane wirken
anewirkunge – anezündære
ane zünden – anger2, enger
3anger – angestzil
ängstel – ankesmër
anlamin – antifener
Antipodes – antreite
antreiten – antvristen
antvristunge – 3antwurt
antwürtære – aphelrîs
aphelrôt – aprille
aprille, approlle – arbeitlich
arbeitman – arclist
arclistec – areweiʒwaʒʒer
areweiʒwisch – armbendec
armbouc – armgestelle
armgolt – armunge
armuot – arômâten
arômâtic – artec
artecheit – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – as
as – aschenglas
aschenhûfelîn – asen
âsen – ass(e)
assach – astronomierre
astronomus – atichblat
atichstein – auctoriteit
Augsburger – âvoy
âwasel – ay
âʒ – âʒ|zît

a - abe blâsen    


a N. der Buchstabe A (vgl. âbêcê): A bezachinet [in einem Buchstabenorakel] gwalt oder lip Buchst 2; [der Lehrer zu seinem ABC-Schüler:] sprich mir nach .a. WolfSchule 80; für paz well wir sagen von ainem iegleichen tier aigencleichen, und des êrsten von den, der nam sich ze latein anhebt an ainem A BdN 119,24 u.ö. – als Reimvokal: dem a begegene [als Reimpartner] nicht daz e HeslApk 1404; SM:UvS 27:1,1. – der erste Laut männlicher Neugeborener (für ’Adam’), während Mädchen „E” (für ‘Eva’) schreien: Martina 120,109; A hebt und endet des mannes leben, / E den wîbesnamen ist geben Renner 22244

â Interj. als Signal für emphatische (An-)Rede, besonders vor Vokativ, Imperativ, Ausrufesätzen u.ä.: dô ez tagete, / si [...] sprach ir zuo: / ‘â süeziu tohter, wachestuo?’ Tr 9308; (verstärkt mit nu:) Troylus rief ane: / nv a, helde, nemt min war! Herb 9953; a waz dâ helede tôt lach VAlex 1519; a wie vro ir herze do was TrSilv 561

Suffix zur Verstärkung von Imperativen, / nein (vgl. jârâ, neinâ) und in Ausrufen an Adverbien und Substantiven, oft mit Wiederholung des Wortes: nu râtâ degen Sîvrit, waz dich des dunke guot getân NibB 313,4; man dorfte niht ruofen ‘herâ! her!’ Wig 10932; wâfenâ, herre, wâfen! Flore 6388. – Zu Fragen des Alters, der Quantität und des Zusammenhangs mit der Interj. â vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 1,1f.; umfangr. mhd. Belegsammlung von I.V. Zingerle, Germania 7 (1862), S. 257– 267 (älteste Belege dort „gegen das Ende des 12. Jh.s”, S. 266)

abbet stM. Pl. eb(be)te; auch abbât [:slât] UvZLanz 3864, abbate Konr 9,41, abte [Akk.] PrBerthKl 8,50; verschoben -p(p)- (zu den Schreibformen s. WMU 1,13); lat. abbas, -atis, ahd. abbat (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 1,19f.). ‘Abt, Vorsteher einer Mönchsgemeinschaft’ der gebruͦdere geistliche uater / vnd ouch appit der stete Ägidius 763; wir lesen auch von sant Benedicten, do er abt waz ze einem chloster PrOberalt 106,29; der meister über die münche was, / daz was ein wizzic abbas UvZLanz 3832; ich han getan gehorsam ir, / reht als ein munch eim apte tut Minneb 1887; sprichwörtl. swâ der apt die würfel treit, / spilnt dâ die münche daz ist niht ein wunder Marner S. 160 (vgl. TPMA 1,17f.). – als hoher Würden- und Herrschaftsträger: die äbte und äbtissinne, die gefürstet [in den Fürstenstand erhoben] sint SpdtL 83,16; eines tages keiser Ott reit / mit den fürsten [...] kurzwîlen an daz velt, / [...] der abt von Vult neben im reit EnikWchr 27811; des quâmen ûzer clôstern / vil hôher ebbete in den hof / und manic werder bischof KvWHvK 29; nur die man infel tragen sach, / bischolf, ebt und cardinal Ottok 13525. – Gebrauch als Titel in Verbindung mit Namens- und / oder Ortsangabe: von Kapelle abbet Wîde RvEBarl 147; gedenke [...] zv vorderis [...] des abbit Engelbrechtis Litan 890; der appet sante Brandan RvEWchr 3060; in der Anrede mit her(re): der herzog Albreht [...] sprach: ‘nû verjeht, / her abt, waz iu werre.’ Ottok 36064

abbeteie, abbetîe, abdîe, abtei stF. auch abbateie, abbatîe, abbacîe, appiteie, aptîe; vereinzelt sw., mit Uml. eptigen (Dat. Sg.) Pilgerf 9922. Neben Formen mit dem Suffix -eie, die zuerst in Hss. des 12./13. Jh.s im SummHeinr belegt sind, stehen solche mit dem Suffix -îe, zuerst in VeldServ (abdîe 4395.4406 [:vrîe]) und EbvErf 435; vgl. AWB 1,12; Palander 133; Suolahti 2,464; Etymol.Wb.d.Ahd. 1,21f. – ‘von einem Abt oder einer Äbtissin regiertes Kloster’, lat. abbatia: her [Abt] sine appiteie gab / an sente Petires grab [unterstellt sie der römischen Kurie] daz sie immer mere / dar gehorsam were Ägidius 1399; ze den [Bischöfen] ist daz recht enzwäi: / pharre, prôbstei unt abtei, / [...] daz gebent si ander niemen / wan der ez mit schatze mac verdienen Erinn 66; eine rîche fürsten aptey stifte vrou Uote / [...] mit starken rîchen urborn [...] daz klôster dâ ze Lôrse NibC 1158,1; diu edel Uote wart begraben / ze Lorse bî ir aptei [: enzwei] KlageB 3987; mit bistuomen und mit abbateien [: reien] Renner 10868; abbatîe ebd. 804 u.ö.; [auf einer Insel] da lac / inne ain aptie, der pflac / [...] ain fúrstinne riche [...] æpitischen und vroͮwe RvEWh 11796; der ire abbacien pflac, / der was ein abt reine, / behut vor allem meine Vät 27698

abe Adv. bei engerer Beziehung zum Verb nicht klar abzugrenzen gegen den Gebrauch als Verbpartikel in Partikelverben.    1 in Verbindung mit Verben ‘herunter, hinunter’ diu dritte [des Quadriviums: Musik] menschen stimme kêret / ze sange ûf abe nu mitte nu oben nu unden KLD:Kzl 16: 10,14; sô kocht diu leber denn die fäuhten und sendet daz wazzer ab zuo den niern und von den niern in die plâsen BdN 32,23; oben off lag ein jungfrauw und sah zu eim fenster abe Lanc 220,6    2 abe in elliptischen Ausdrücken: ‘abgetrennt’ daz ir mvter was gesteinet / vnde irme vater daz houbet abe / vnde ir swester erslagen vf dem grabe Herb 16776. – Sprichwort (vgl. TPMA 6,412): ez ist bezzer kampf dann hals abe Rennew 816; PrBerth 2:2,32; Ottok 5886    3 in Verbindung mit den Präp. von, zu: von ... abe ‘von ... herab, von ... an; von ... entfernt’ die inrvn burcmvre von dem huse der herren von sante Blasien abe vntze v̂f ir gvͦt UrkCorp(WMU) 347,29. 677,2; hinten von dem rucken abe / hett der vil sawre knabe / ainen fischzagel lanck HvNstAp 9089; das wer zu ferre von mym wege abe Lanc 401,10. zur linken/rehten hant abe ‘links/rechts’ da hort er ein horn zur lincken hant abe Lanc 553,17. 401,9; zu der rechten hant ab ebd. 33,19    4 in paarigen Ausdrücken mit phras. Charakter: abe unde abe, verstärkend: darnach wiͤsten si mich di viswayd [l. vischweide] oberhalb der Offnaw ab vnd ab [immer weiter hinab] daz wazzer mit der Altach biz vnder den stek niderhalb der Hahmvͤl UrkCorp 462,36; wande uz dem gebeine / sa heilsam, also reine / zahere also fluzzen, / di abe und abe [unaufhörlich] ruzzen / same dou Elis 10386. abe oder an: hier über suohter ir aller rât, / [...] / wier den [zwîvel] sô hin getæte, / als er es êre hæte, / eintweder abe oder an [so oder so] Tr 15299 (ähnl. 15337 ); Melôt sîn mel ze handen nam: / den estrîch er besæte, / ob ieman bî getræte / dem bette dar oder dan, / daz man in spurte ab oder an [damit man sein Weggehen oder Herannahen an der Spur erkennen könnte] ebd. 15150; richer kaysser, nun dar / gebend antwurtt mir / [...], / daz ich in so vil kurtzen tagen / daz minem heren kunne sagen / abe oder an die warhaitt [wahrheitsgemäß Nein oder Ja sagen kann] GTroj 23575. an unde abe: si sint [...] sô dicke in ungewisser habe, / wankende beidiu an und abe [auf und ab, hin und her] , / ündende hin unde her Tr 8100; er wancte mit gedanken / wîlent abe und wîlent an ebd. 834. ûf oder abe: und darnach waz der weizze giltet uf oder abe [je nachdem, ob der Weizen höheren oder niedrigeren Wert hat] , vint man wol, wie man die losen wecke, mugeln oder ortweckelech geben sol WüP 91,14. ûf unde abe: vort so suͦlen die buͦrgere von Kolne [...] vͦp inde af [hin und weg] riden vriliche ce allen ierer vͦrbuͦren [Gütern] UrkCorp 85,22; wir gent [geben] ein fride [...] dem meistere, dem rate vnd der gemeinde von Strazburc [...], ze uarende ze dem tage [Tagung] ze Slezstat uf vnd abe ebd. N356,39; sol der [wec] sin in der wîtj, daz ain karre oder ain wagen vf vnd abe muge gan ebd. 532AB,23,24; swa man den herzogen von Oͤsterriche vindet, vͦf vnd ab [überall, landauf und landab] ebd. 1549,4; der nur still gesweigen chund / und liez reden auf und ab [hin und her reden] Teichn 376,25

abe Präp. mit Dat., bei Nachstellung mit Akk.    1 zum Anschluss einer Ergänzung oder adverbialen Bestimmung    1.1 lokal    1.1.1 ‘von, von ... herab, herunter’ nu stich [steige] / abe dem criuce, so geloube wir dir AvaLJ 150,7; unser herre gieng ab einem perig PrOberalt 37,37; vil der edelen steine gevellet ûf daz gras / ab liehten schildes spangen NibB 36,4; enkumt niht ab dem bette Iw 1231; der fruhtpær [cederpaum] pringt new früht, ê diu vorder fruht ab dem paum kom BdN 318,4. – nachgestellt mit Akk.: ‘abwärts, hinab’ vnd [korn] nit den Rin abe noch vz dem lande ze vuren UrkCorp(WMU) 680,29; den Main ab gegen den Rein BdN 76,1; eynen chvrcen stik ab UrkCorp(WMU) 462,5    1.1.2 separativ, ‘von, von ... weg, von ... ab’ unze sich daz fel ab ir [Schlange] lôsit JPhys 11,19; die brachen ab dem boume die este AvaLJ 109,1; di ir spieze sint gar zeprochen, / di schilte sint ab in gestochen, / ir helme sint gar zehoͮwen Rol 5662; er zôch ir ab der hende ein guldîn vingerlîn NibB 679,3; das er ir name niemer vertilige ab dem puͤch des ewigen lebens Konr 4,6; der werde künec milte / muose ab dem vurte entwîchen, / doch unlasterlîchen Wh 436,25. – ‘abseits von, außerhalb’ si hielten ab ir verte NibB 1602,1; die schergen vluhen von ir phlege, / si burgen sich ab dem wege / vor dem gewaltigen der dâ quam KvHeimHinv 1042; geschiht aber ez ab [außerhalb] dem house StRAugsb 238,25    1.1.3 den Ausgangspunkt angebend: ‘von, von ... aus, von ...an’ hintene tet er ime den rukke: ab deme gênt rippe, / biugent sich here fure deme herzen ze were Gen 166; daz im ein are glaste / von golde ab dem schilte UvZLanz 2373; das sie ab der erden nicht wiedder uff enkunden gestan Lanc 163,30. – speziell den Ausgangspunkt einer Bemessung: daz man fvnf fvͤze weges haben sol von vorne abe der straze vnz in die batstvͤben UrkCorp(WMU) 2343,5    1.2 übertr.    1.2.1 zum Anschluss einer adverbialen Bestimmung: kausal, ‘wegen, durch’ zwo aha [zwei Wasser:] / [...] / diu eina ist da so guot, daz si daz skaf wiz machot; / ab dem andren iz swarz wirdit, ub iz in ofto trinchit Merig 32,3; des wunderte sie gemeine, / wan abe [woher] daz were, / daz [...] Herb 3747; daz die phîl sô dicke vlugn / daz sie der sunnen schîn bezugn / sô gar daz ir lieht verswein / und abe dem strîte kûme schein RvEAlex 12542. – final, ‘um ... willen’ daz si daz selbe guet sol schaffen ab ir sel dem goteshavs hintz Chremsmvnster UrkCorp(WMU) 957,13; ab diser rede ward der diener [...] inneklich súfzende Seuse 150,4    1.2.2 zum Anschluss eines Präp.-Obj.    1.2.2.1 Präp.-Obj. mit abe gibt Ausgangspunkt, Quelle, Ursprung, Material/Stoff, Ursache an: daz sippe reicht ab iu an mich Parz 415,25. daz ieglich man gît abe sîneme eigen / daz finfte teil sîner chorne zi des chuniges urbore Gen 2634; swaz ich friwentlîche niht ab in erbit, / daz mac sus erwerben mit ellen dâ mîn hant NibB 55,2. 336,3. 875,4; abe gescôzze und ab jagede nam er sîn getragide Gen 915; di ist ein kuninginne / allir geistlicher gabe, / dan abe comet salde vnde gnade Litan 1306; der grunt, [...] dâ des menschen werk ir güete abe nement Eckh 5: 199,3. der nezzelen bleter gestossen mit salze unde dar abe ein plaster gemachet, reinegit di unreinen wunden Macer 4,6; eins edelen visches grat, da machet man schoͤnú cleinot abe Mechth 4: 18,95. swer latich gerne isset, da wirt der schime der ougen abe Macer 14,9; swelch man unvarnde ist an sinem dinge, swar abe das kumen si, [...] ebd. 13,15; hânt dîne vînde grœzer kraft / dan bî dir dîn helfe habe, / dan solt dû niht erschrecken abe RvEAlex 1596; ab der botschaft hezlich / erschrac meister Perhtolt Ottok 98331; ab dem wunder groz ich gruse Rennew 31038; Ottok 6237. 3318; wundernde ab dîner gruntlôsen güete DvASchr 373,23    1.2.2.2 separativ: ettelichen man îlet der Satanas bewellen, / chêren ab der guote mit starchem ubermuote Gen 445; abe deme bûman er niweht innam [=ennam] / mit unrehteme gedinge ebd. 1856; wa hin sin gemute sich lenket, / dan ab ez kaume entwenket Physiogn 122. – mit partitiver Nuance bei bîzen, dowen, trinken: si trunchen ab dem himeltowe Kchr 16738; ab dem brôte beiz er zehant Wig 4995; TannhHofz 45; der same ist gut getan zu allen dingen, do man abe dowen sol Macer 42,10    1.2.2.3 verblasst, in fester Verbindung mit bestimmten Verben. klagen: diu herzoginne pfligt noch site, / daz sim ir hulde hât versagt / und manegem man ab im geklagt Parz 720,10; kumet der gast dar nah jn die stat vnd wil abe dem [burger] klagin, er enbezirot jme nût UrkCorp(WMU) 248AB,11,43; ich hœr vil liuten ab iu klagen Boner 53,22. lernen: wil iemant dar abe lernen, / der lese den quaternen HeslApk 8875. rihten: ze rihtenne abe den, die nótzoc oder manslach tuͦnt UrkStraßb 1:355,32 (a.1261); vnz abe imme [Dieb] gerihtet werde UrkCorp(WMU) 679,15. – bei Verba dicendi mit Pron.-Adv. dar abe, dan abe: daz ich niht kan gereden dar abe Tr 4619; dâ hûb sich der bitteriste strît, / dâ ich noch ie abe hôrte gesagen VAlex 921; dv bist ein beslozin porte, / dan abe der wissage sagin horte Litan 202; dar abe ich nû niht mê sprechen wil Eckh 5: 115,24    2 zum Anschluss eines Attributes eines Nomens    2.1 das Attribut gibt die Zugehörigkeit, Herkunft an: nim einen hasen alsô ganzen, daz dar abe niht verschertet sî, weder hâr noch chlô Barth 149,1; nim die rinde male granati [...] oder die rinden ab dem lubstechen ebd. 147,19; occidende, / [Windnamen:] arsiure von dem plane, / der meister ab den Alben, der kriec uz Romanie Tannh 13,73; wer frisch rôsen ab dem paum well haben ze weihnähten BdN 346,1. – bes. bei Personennamen, häufig in Urkunden: her Volmar abe dem berge UrkCorp(WMU) 172,29; den tvͦmherren ab burg von Basil ebd. 1774,21; bruͦder Berchtol, ein conuers ab Oͤtenbach ebd. 590,30    2.2 das Attribut gibt an, woraus etw. gemacht ist: man gibet si [Heilpflanze] ouch etwenne in einer gesoten ieuche [l. jûche] ab weize. oder ab gersten SalArz 86,2; ein prodels [Brühe?] ab eins henne ebd. 74,4

abe baden swV. ‘etw. durch baden (von sich) abwaschen’ hilf uns, daz wir si [schulde] abe gebaden / mit stæte wernder riuwe [Reuetränen] Walth 7,40; ez möht in bringen sölhen schaden, / dens niht möhten ab gebaden Krone 12094

abe bekomen stV. ‘von etw. fortkommen’ dâ ist ein hort. / swer in begrîft, derst an ein ort [ganz und gar] / sîner armuot ab bekomen EnikWchr 24165

abe benëmen stV. verstärktes benëmen, ‘jmdm. etw. wegnehmen’ allein der mensche im selber nút ensúlle benemen sin notdurft ab [durch zu große Mildtätigkeit] Tauler 193,26

abe bern swV. ‘etw. von etw. abhauen, -schlagen’ ich wând daz tûsent klingen [...] dich [Bein] niht alsô balde möhten hân abe gebert / von eim sô grôzen lîbe WolfdD(J) 4:29,2

abe bërn stV., intr. Part.Prät. mit sîn ( Dietr ) oder haben ( Serv ). bezeichnet das Gegenteil von bërn intr. ‘wachsen’: ‘schwinden, abnehmen, weniger werden, vergehen’ wenn sô der tac abe birt / und sich die sunne læzet nider UvEtzAlex 9850; ein stat diu hiez Tungeren: / über die gie der gotes zorn. / si hat nu vaste abe geborn: / doch was si etewenne / in den reichen gar genenne Serv 70; swâ rehter erbeherren bar / ein gefurstez lant wirt, / wie gar ez ab birt / von tage ze tag Ottok 40518; die ere hat zu hofe ir stat, / owe, laider gar verlorn, / seit die ere ist ab geporen Dietr 210; daz an manger jugent wirt / grôz dienst verlorn und abe birt UvEtzWh 702; vgl. Ottok 41854 (êre) u. 34596 (lobes name); HvNstGZ 451 (bôsheit)

abe besnîden stV. ‘etw. von etw. abschneiden’ der wingarter [...] besnidet sin reben [Dat.?] daz wilde holz abe [...] also sol tuͦn diser edel mensche, er sol sich selber besniden von aller unordenungen Tauler 31,23

abe betriegen stV. ‘jmdm. etw. durch Betrug abnehmen’ do kart er [Reinhart] allen sinen sin, / daz ern im [dem Raben einen Käse] ab betrvge / mit einer kvndiklichen lvge ReinFu K,227

abe betwingen stV. ‘ etw. von jmdm. durch Zwang erlangen’ das [Bestechungsgeschenk] ist nicht ein erunge. es wurt suͤntlich abbezwungen Teichn 703,192

abe bilden swV. ‘abbilden’ di heiligen drîe persônen haben gedrucket in daz bilde der sêle drîerleie eigenschaft. der vater hât drîn gedrucket ein ungeborne mechtigkeit, in der der geist got und alle dinc irkennen mac in einer abegeformeten und in einer abegebildeten wîse aller dinge HvFritzlHl 125,4

abe binden stV. ‘(jmdm./sich) etw. losbinden’ nu bindet ab die helme NibB 2081,1; den helm man im abe bant Wig 687; der herre den gürtel abe bant ebd. 602; daz swert niht ab gebunden / ructe er vür sich inz schôz Wh 141,6; Galienus [...] bant di wurzeln [ein am Hals getragenes Heilkraut] abe Macer 60,12

abe biten stV. ‘etw. von jmdm. erbitten’. – eine Leistung: unser herre ist als guͦt: der wol mit im koͤnde, er bete im als das ab das er geleisten moͤchte Tauler 210,4. das Erlassen einer Forderung oder Strafe, Ablassen von einem Vorhaben: das der himelsche vatter [...] alle die welt wolte vertilgget han in unsers vatters s. dominicus ziten, und er es im do ab bat Tauler 269,1; der bebottet wird und nicht kommt, der soll geben <1/2> pf. wachs, nicht abzubitten, er habe denn eine redliche sache PreussWb 1,12 (Urk. a. 1334); vgl. DRW 1,14 (Urk. a. 1325 unter II.1)

abe bîʒen stV. ‘etw. (ein Körperglied) durch Beißen abtrennen’ [das Roß,] daz im den vinger abe / gebizzen hât Walth 104,18; wenne er [Fuchs] auch in ain drawh [drûch, Falle] gevellt, sô peizt er im selber oft den fuoz ab, dâ mit er gevangen ist BdN 164,7. – übertr., jmdm. die êre ~ : die valschen nâchreder, die den läuten [...] ir êr abpeizent BdN 227,15; Pilgerf 8617. – ‘etw. (Pflanzen) abfressen’ wenne si [Ochsen] diu kräuter ezzent, sô schadent si den wurzen niht, wan si peizent si neur oben ab BdN 159,20

abe blâsen stV. ‘etw. (Anhaftendes) wegblasen’ das [abgeschnittenes Haar] bloset er nu ab Tauler 223,3; sît ir nâch hübeschen recken ist worden alsô gir, / sô wellen wir sie lân schouwen manegen werden man, / der ir den stoup von den ougen wol abe geblâsen kan RosengD 108,4 (phras.?)