brâchvogellîn
stN.
eine Drosselart (Suolahti, Vogelnamen, S. 59):
turdus: bratfoͤgelli VocOpt
44.211
(wohl Verschreibung aus brac-).
MWB 1 962,52; Bearbeiter: Plate
brâchwurz
stF.
eine Wolfsmilch-Art (vgl. AWB 1,1313; Marzell 2,378f.):
eusole: brachwrz SummHeinr
1:193,288.
2:52,339
MWB 1 962,55; Bearbeiter: Plate
1bracke
swM.
‘Spürhund’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 34a-37b mit umfangreicher
Belegsammlung):
dô fûrde frouwe Dîdô / einen bracken vil gereht, / den enliez si deheinen kneht /
gestreichen noch gerûren En
1767;
dô nam ein alter jegere einen guoten spürhunt. / er brâhte den
herren in einer kurzen stunt / dâ si vil tiere funden [...]
swaz ir der bracke ersprancte, die sluoc mit sîner hant / Sîfrit NibB
934,1;
er het wol hundert winde, / ân ander huntgesinde, / bracken sûse
und leithunt UvZLanz
1547;
ouch muose erz [Wild] selbe vâhen, /
âne bracken ergâhen Iw
3276;
mir was dîn kunft versweiget, / als ein bracke ame
seile [du kamst so lautlos heran wie ein Spürhund, der am Leitseil
geht]
Wh
119,23;
ein naslôser bracke / wære wol ze verte komen dâ ebd.
240,10;
tugende spürt er sam daz wilt / ein nasewîser bracke
KvWLd
32,251;
swer sô durch den banvorst rîtet, sîn boge und sîn armbrust sal ungespannen sîn
[...], sîne winde unde sîne bracken ûf gevangen, und sîne
hunde gekoppelt SSp(W)
2:61,3
MWB 1 962,58; Bearbeiter: Plate
2bracke
swM.
‘Wange’ oder ‘oberer Backenknochen’? (vgl. AWB
1,1313):
male: braccon VocBV604
3:432,34
MWB 1 963,15; Bearbeiter: Plate
brackenseil
stN.
‘lange Leine für einen Spürhund (auf der Fährte)’ (vgl. Dalby,
Mediaeval Hunt, 197a); mit Ausnahme von Parz
294,4 beziehen sich alle Belege auf das
~
in Wolframs
Geschichte von Sigune und Schionatulander. –
nemt iuch [Parzival] selben an ein brackenseil / unt
lât iuch für in [Artus] ziehen Parz
294,4;
ein bracken seil gap im [
Schîânatulander
]
den pîn ebd.
141,16;
daz bracken seil was rehte im ein urhap fröuden flustbærer zîte Tit
138,4.
JTit
1475,4
u.ö.;
Minneb
4156;
Ottok
39207
MWB 1 963,18; Bearbeiter: Plate
bradem
stM. ?
ein Edelstein, der Prasius? (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 287, Anm. 8 und →
prasem
stM.):
gespinnel [Säulen] uzer brademe dar in
[
venster
] gedret JTit
427,2
MWB 1 963,29; Bearbeiter: Plate
brâdem
stM.
‘Brodem: Ausdünstung, Hauch, Dampf, Qualm’
swaz edelen smac von arte birt / oder arômâtes namen ie gewan /
[...] der daz allez in ein gadem / zesamen stieze, der
bradem / gelîchet disem gesmacke [Wohlgeruch des
Paradieses] niht KvHeimUrst
1956;
[sie ist] mit balsam so genetzet, / daz sie gyt engelischen
bradem. / dez paradises adem / mit suße sie hat behucht, / die erst uz irem balg krucht
/ und tauwig ist vor feuchtes trore Minneb
1971;
der bradem, der in der erden gruft beslossen ist
Mügeln
33,1;
min wip den minen adem / schuwete [scheute] und ouch den
bradem / der mir uz minen syten brach Hiob
7682;
sin [des Aussätzigen] fuler bradem, /
der von im brademt alle stunt Mügeln
266,11.
–
di wisseblumen gesoten mit wasser furdert di wiep an ir
suche, [...] ob man si mit dem bradme underrouchet
Macer
39,5.
–
eyn iczlicher hatte eyn rouchvas in sinir hant, und der brodim des nebils von
dem wyrouch irhub sich Cranc
Ez 8,11;
rouchis bradem ebd.
Joel 2,30.
–
besnide biern schone vnd spalt in viere vnd lege sie in einen
hafen vnd bedecke den hafen vnd becleibe ez mit teyge, daz der bradem iht vz
muͤge BvgSp
12
u.ö.;
OvBaierl
157,8;
daz kumet von dem brâdeme oder von dem toume des wînes Eckh
2:568,4.
–
wintmuͤl von uzen verre mit balgen dar den selben bradem
[Luftstrom zur Bewegung eines Tierautomaten] gebten
JTit
437,4
MWB 1 963,33; Bearbeiter: Plate
brâdemen
swV.
‘Dunst ausströmen, dampfen’
vaporo: i [= ih
] doͮmon vel brademo
SummHeinr
2:544,377.106;
als der ein vezzelîn næme mit wazzer und daz tæte über ein grôz vaz mit wîne und
nâhe dar ane, ez gibet im wînes kraft und wînes natûre und wînes varwe.
[...] daz kumet von dem brâdeme oder von dem toume
[La. von brâdender draht ‘vom dampfenden
Dunst’] des wînes Eckh
2:568,4;
sin [eines Aussätzigen] fuler bradem, /
der von im brademt alle stunt Mügeln
266,12
MWB 1 963,62; Bearbeiter: Plate
brædemichîn
stN.
kleiner brâdem, ‘Hauch, Dunst’
so ist da [in der Seele] ein fuchtikeit, ein
bredemichen, ez heizit in deme latine ein geist, und treit daz bekant ist in der
betrachtunge in alle di gelide des lichamen Parad
97,29.
– Vgl. Seppänen, Parad., S. 207 und 225f.
MWB 1 964,8; Bearbeiter: Plate
brâ|hâr
stN
‘Brauen- oder Wimperhaar’, Bezeichnung für etw. Geringes:
got hat an ir [Maria Magdalena] vergessen niht / so túr
als um ain brahar. / si was gestalt nach wunsch gar / vom fuͦs untz an die
schaitel SHort
7111
MWB 1 964,14; Bearbeiter: Plate
bræhen
swV.
‘riechen’
ir kunnet hœren unde sehen, / entseben unde dræhen [La.
bræhen
]
Parz
171,23
(vgl. Gilmour, S. 190)
MWB 1 964,19; Bearbeiter: Plate
brahmane
M.
‘Brachmane’
da bi in einer anderen gegene sint lúte inne, die heizent agrocte
vnde bragmanni. die hant so groze fúrwize, daz si comen in ein ander welt, daz si sich
selben verbrennent Lucid
22,9;
in disin landin witen / [...] agrocten und bramane sint
RvEWchr
1533;
ez sint auch läut enseit des wazzers Gangen, die haizent
bragmanni, [...] die habent geschriben offenbâr von unserm
herren Jêsu Christo, ê daz er mensch würd BdN
491,30
MWB 1 964,22; Bearbeiter: Plate
brahse, brahsene, bra(h)sme
F.
Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 1,1310f. unter den Ansätzen
brahsa / brehsa, brahsina / brehsina,
bra(h)smo / bra(h)sma; Formen mit -e- nicht vor dem
13. Jh., s. ebd. Vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 2,280-283.
–
‘Brasse’
so mahtu machen hechde, foͤrheln, brasmen, vnd backe
ieglichez besunder in sime teyge BvgSp
19;
all visch, die nâch der praiten swimment, die werdent vaizt wenn
der sudenwint wæt von mittem tag, als die prähsem tuont und die halbvisch und die den
geleichent BdN
243,11;
der see trug güt vische: / sy mocht auff seinem tische / wol der kayser geessen
haben, / wann er sein hertze wolte laben: / salmen und lamperden, / hechten und pabeden,
/ persich [La. prechsen
] und cinden HvNstAp
18045
MWB 1 964,32; Bearbeiter: Plate
braht, breht
stM.
auch F., vgl. unter
1
NvJer , unter
2
GTroj .
‘Schall, Lärm’
1 von menschlichen Stimmen ‘lautes Reden, Rufen, Schreien’
2 vom Vogelgesang 3 von (Kriegs-)Musik 4
‘Geräusch, Lärm, Krach’ allgem.
1
von menschlichen Stimmen ‘lautes Reden, Rufen, Schreien’
daz si an der êrsten naht / sunder rede und sunder braht / bî
Marke ir hêrren læge Tr
12442.
12599;
sus lac diu heinlîche schar / nâch gemelîcher
sache [Aderlass] / den tac in ir gemache / âne schal
und âne braht ebd.
15127;
diu wehselrede und der braht KvHeimUrst
1808.
1357;
man hœret dâ niwan wê! wê! / schrîen die langen naht; / des
tages ist ez [
hûs
] âne braht / und alles
schalles lære Wig
4311.
5228;
4293;
dâ was ein sô getâner schal / daz man niht wol gehôrte / unz man in sus
zerstôrte: / man hiez sie lâzen den braht. / dô wart ein stille gemacht
StrDan
7591;
sich huob dô giuden unde braht / in den herbergen überal. / si
triben hovelichen schal KvWTurn
242;
mit geuden und mit schrîen / tribens al ze grôzen braht Ottok
4435;
Pilatus hôrte [...] der juden ludem
und ir rûfen, / ûz gînc er und wolde [...] stillen iren
brecht [
: recht
]
JvFrst
6413.
5878;
hætist du dich besinnet recht, / du wærist wol ân allen brecht / mit einem
phenning [als Zoll] über komen, / da ich nu vünfe hab
genomen Boner
76,40.
– von Kriegsgeschrei:
dô quam [...] her mit grôzir bracht /
[...] gene hûte
[Nachhut] , / dî mit verdroznim mûte / dort was
gehaldin [zurückgehalten] ubir tac. / von dem
geschelle [...] irschrac / daz gemeine volc
NvJer
19170.
– übertr., ‘Streit’
ouch sult ir fürbaz leben / nâch kristenlicher phâht / und lât iurn grôzen
braht / mit den Valben unde mit den heiden Ottok
24525
2
vom Vogelgesang:
sî [
vogele
] huoben aber
ir süezen braht / und sungen verre baz dan ê Iw
682;
so hügellich [erfreulich] / gediuhte
mich / nie der kleinen vogel bracht SM:Tu
6: 1,16;
den der starke nebel we / tett, mit süssem munde / sungend sy ze stunde, / das
gar michel ward ir brachtt GTroj
9871;
WhvÖst
2284
3
von (Kriegs-)Musik:
grôz was der sarrazîne maht, / von vil busûnen lûter braht / dâ was, tambûr
und rotumbel / wurden uf geslagen Kreuzf
1376;
der grôze braht, / des der kunic Prinze phlac / beide naht unde tac / mit
sînen videlæren Ottok
304;
sunder tambur, ane braht, / ane ritter, knehte aht SHort
6283
4
‘Geräusch, Lärm, Krach’ allgem.:
dâ nâch er in [Adam] ane warf einen
slâf vile starch, / daz er von neheinem brahte erwachen nemahte Gen
295;
die wind machten grossen pracht HvNstAp
1294;
di wolken hetten grosse pracht. / der doner und die plicke /
slugen auff di [l. sy = sie
] dicke ebd.
4950;
cetus der piscis / straich für sich durch der uͤnde braht WhvÖst
1073
MWB 1 964,48; Bearbeiter: Plate
brahten
swV.
→
brehten
MWB 1 965,36;
bræm
Subst.
‘Verbrämung, Rand, Einfassung (von Kleidungsstücken)’
daz si hab den grozzen saͤm / nyden an des gewandez
pram Teichn
359,104.
– Vgl. FWB 4,916 (mit zahlreichen späteren Belegen)
MWB 1 965,37; Bearbeiter: Plate
brâmah
stN.
‘Brombeergestrüpp’
rubus est genus uirgulti spinosi dorinstudun vel bramah in qua morberi crescunt
alii uocant spraidach VocBV287
1:321,25
MWB 1 965,42; Bearbeiter: Plate
brâmber
stN.
‘Brombeere’, der Strauch und die Frucht
1 Frucht 2 Strauch
1
Frucht:
swarz [...] / reht als ein zîtic brâmber
KvWTroj
32743;
noch swerzer danne ein brâmber KvWPart
5198;
die kinde der wegeraiß verdroß: / holtzpiren und pranper, /
der nerte sich das junge her HvNstAp
9697;
ir früht [...] sint auch süezlot
wenn si zeitig sint und haizent prânper oder kratzper dar umb, daz si die läut
kratzent oder reizent, wenn man die paum angreift BdN
330,27.
– übertr. für etw. Geringes, zur Verstärkung der Negation:
sie sazten sich gên in ze wer / und gâben niht ein brâmber / umb die rœmær
gelîch EnikWchr
21612
2
Strauch:
welich paum haizent wild maulperpaum? daz sint mori oder
rubi silvestres, die haizent prânper oder kratzpaum und ir früht sint geleich den
haimischen maulpern BdN
330,25;
mora rubi: bramber VocOpt
48.206
MWB 1 965,46; Bearbeiter: Plate
brâmberbusch
stM.
‘Brombeerbusch’
batós rubus terrenus: branberebusc VocBV24
4:362,9
MWB 1 965,63; Bearbeiter: Plate
brâmberstrûch
stM.
‘Brombeerstrauch’
baccus [l. batus
] : bramberestruch
VocBV947
3:536,29
MWB 1 966,1; Bearbeiter: Plate
brâmberstûde
swF.
‘Brombeerstrauch’
daz [Hopfen] ist gar ain langez kraut
und praitet sein arm auf die paum und auf die mauren, dâ pei ez wechset, sam ain
prâmperstaud, die ze latein vepres haizent BdN
404,16
MWB 1 966,3; Bearbeiter: Plate
brâmberwurz
stF.
‘Brombeerpflanze’
bunceta [l. runceta?] : brambereworz
VocBV947
3:536,30.
– Vgl. AWB 1,1316 und Etymol.Wb.d.Ahd. 2,289.
MWB 1 966,8; Bearbeiter: Plate
brâme
swFM.
auch breme; ahd. brâma swF., brâmo swM.,
breme swF.
1
‘Dornstrauch’ , besonders ‘Brombeerstrauch’ ;
‘Dorn’
2 für das Kreuzesholz
1
‘Dornstrauch’, besonders ‘Brombeerstrauch’;
‘Dorn’
dorn unt brâmen îlt er ûz brechen, / den accher er
furbte [reinigte]
Gen
582.
937;
der [
vrischinc
] haftote
bi den hornen in den bramen unde in den dornen VMos
19,20;
im wurden diu blôzen bein zerkratzet von den brâmen Tit
161,1;
etslîcher grôze wunden / ahte als einer brâmen kraz
Wh
449,15;
erst tump, der lieben sâmen / sæt in starke brâmen Freid
123,5;
vnde die dothen boͮme, vnde swas de bramen vber wahsent, das ist ovch
sin UrkCorp (WMU)
N816,15;
doch drang er [...] durch bramen und durch dorne
WhvÖst
1023.
16130;
bremen, dysteln, di dirre sucht / verterbe ire wingarten Hiob
9770.
– übertr.:
alsam daz blüende rosenblat / wont eime scharphen dorne bi, / und doch vor
im belibet fri / daz er ez niht bekratzet: / also was unbeschatzet / von Joseph
an den eren / din [Marias] lip, den nie verseren /
getorste sünden brame KvWGS
1217;
der wil sich als ein genselîn / in brâmen, in dornen der werlde vâhen
Renner
3761;
din wachen, petten, vasten / mit rúwe in
[
lîp
] sol verseren. / diz bramen um
keren / und ernuwen sont din leben, / bis dir die súnd wirt vergeben
SHort
4654.
– Bezeichnung für etw. Geringes, zur Verstärkung der Negation:
nit mer denn einen bramen / sie sich [...]
sparten: / sie zerriszen vnd zarten / beyde cleider vnd lib Krone
17111;
vnd geb ein brame / niht vmb dirre
[Wunderhandschuhe] hundert ebd.
24690;
dô hetens’ einen [Laa. ein,
eine
] brâmen / umb den künic niht gegeben KvWTroj
7186
2
für das Kreuzesholz:
[Jesus,] der an der selben bramen / dar sie
[Adam und Eva] den tot an namen, / den sig irvochte
HeslApk
2467.
12978
MWB 1 966,11; Bearbeiter: Plate
bræmelîn
stN.
‘kleiner Dornbusch, -strauch’
veprecula: bremelin VocBV788
4:107,21
MWB 1 966,47; Bearbeiter: Plate
brâmelstoc
stM.
‘Brombeerstrauch’
bacus [l. batus
] : bramelstoc VocBV285
3:549,54
MWB 1 966,49; Bearbeiter: Plate |