Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   bræmen - brætelîn    


bræmen swV. ‘etw. (Kleider) verbrämen, einfassen’ (vgl. Brüggen, Kleidung, S. 209): enge ermel treit er lanc, / die sint vor gebræmet [ : vlæmet ] , / innen swarz und ûzen blanc Neidh WL 27:7,10; bestellet und gebræmet [ : geschræmet ] / mit schînâte [Fischhaut] was daz cleit, / den man ûz einer hiute sneit KvWTroj 2982; mit dem schînâte vischîn / stuont diz gewant gebræmet [ : geschræmet ] ebd. 20257

MWB 1 966,51; Bearbeiter: Plate

brâmenstrûch stM. ‘Brombeerstrauch’ batus: bramenstruch VocBV455 3:549,53; VocBV559 ebd.

MWB 1 966,60; Bearbeiter: Plate

brâmhurst stF. ‘Brombeergesträuch’ item dimidus ager zuͦ bremhurste nebent der wergmeisterin UrkOberrh 374 (a. 1320)

MWB 1 966,62; Bearbeiter: Plate

brâmloup stN. ‘Laub des Brombeerbusches’ rumicedo: bramloͮp VocBV285 3:565,1; VocBV945 3:483,17; VocBV461 ebd.; VocBV66 ebd.

MWB 1 967,1; Bearbeiter: Plate

branc stM. ‘Pracht, Prunk, Pomp’ worumme [...] mit prange / leben di bosen also lange / in eren und in gewalde, / von gelucke manicvalde / hoch in wirdekeit irhaben? Hiob 8411; so wil sein weib ein sloyr haben / [...] und zehen mantel an der stang. / daz ist ein teuffelisch prang Teichn 359,30; durch den unrechtin pranc / da mite he di lute [der König seine Untertanen] twanc PfzdHech 359,25. – besonders für das feindselige Auftreten im Krieg, Kampf: dî Prûzin sich irhûbin [...] / kegn Merginwerdir vor dî stat / [...] mit hertis sturmis prange, / und sturmetin alsô lange, / unz sî dî stat gewunnin NvJer 14177; in, zu orloigis prange ebd. 19983. 27330

MWB 1 967,4; Bearbeiter: Plate

brangen swV. 1 ‘prangen, prunken, prahlen’
2 ‘sich zieren’
   1 ‘prangen, prunken, prahlen’ ahei, wie prîslichen / palierten [= polierten ] unde strichen / ze freuden iren lîp / beidiu man und wîp, / die sich bî den frouwen / wolden lân schouwen / brangend unde brogent / ze Nurenberg in zogent Ottok 73289; swie sêre wir brangen unde brogen, / doch ist manic unflât überzogen / in uns mit einer bœsen [dünnen] hiute Renner 24059; hie wirt die rede betwungen / daz er [Frauenlob] ein teil sin brangen [mit seiner Spruchdichtung] lat Frl 5:117G,13; di wil sy uf geluckes rat / sazen unde prangten gnuc Hiob 8597; do ich prangt vor in allen, / do hiet ich diͤr wol gevallen, / soltzu mich gesehen han Teichn 397,101. – besonders das ~ im Krieg, Kampf: der marschalc [...] mit sturmis prangin / abir vacht dî vestin an NvJer 24283; der vîende prangin / dâmit si wârn bevangin ebd. 18212 u.ö.    2 ‘sich zieren’ ich mach im [dem Ehemann] kæsewazzer / zezzen. [...] dâ prang ich bî [ziere mich, davon zu essen] Helbl 1,992; mit îlnder jage sunder prangen / zuckt man [beim Empfang des Abendmahls] di kost in di wangen. / ditz bringet uns die gernde lust / die wir [...] gên dem werden lîchnam tragen JvFrst 1693

MWB 1 967,18; Bearbeiter: Plate

brankieren swV. ‘etw. prangend vorbringen, vorstellen’ (Suolahti 1,70): ob ir ez [das Gewand] eht alse hôhverteclîchen traget, daz ir iuwern lîp dâ mite brankieret unde gampenieret [hüpft, tänzelt] , unde wizzet niht, wie ir gebâren sullet PrBerth 1:118,15

MWB 1 967,42; Bearbeiter: Hoffmann

brant stM. Pl. neben brende auch brande ( HeslApk 6335; Helbl 7,268 ). 1 brennender oder zum Brennen dienender Gegenstand
1.1 ‘brennendes Scheit, angebranntes Stück Holz’
1.2 ‘Fackel’
1.3 ‘(flammendes, blitzendes) Schwert’ (häufig im Mnl.; vgl. MNW 1,1419f.)
1.4 ‘Brenneisen’
2 Vorgang oder Zustand des Brennens
2.1 ‘Feuer, Feuersbrunst; Brandstiftung; Brandschatzung’
2.1.1 eigentl.
2.1.2 übertr. ‘Glut, Hitze’ , meist mit Gen.
2.2 ‘Platz im Wald, wo durch Brand gerodet wurde, Neubruch’
2.3 ‘eingebranntes Zeichen (als Eichmarke)’
2.4 ‘Schmelzen und Reinigen von Silber, Gewinnung von Feinsilber’
2.5 in med. Kontext
2.5.1 ‘Brandwunde’
2.5.2 ‘Brennmittel, um dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen’
2.6 im Strafrecht: ‘Feuertod; Brandmarkung’
   1 brennender oder zum Brennen dienender Gegenstand    1.1 ‘brennendes Scheit, angebranntes Stück Holz’ kein viur hât ouch sô grôze craft, / [...] man enmüges sô vil zesenden / mit einzelen brenden, / biz daz ez swache brinnet Tr 19446; vil kezzel wart gerüeret, zefüeret manic brant NibB 959,3; VMos 34,7; VRechte 260; Herb 2023. 3863. weri abir daz enimi man wurdi ein brant edir ein briph vur sini turi gihangin, da min umi den mortbrant miti cundigiti Mühlh 174,20. 175,15. vnde hiz die gazzen reinen / von boumen vnde von steinen, / die hofstete von brenden Herb 1765; HeslApk 17882. brende schürn: dane [in der Küche] schürte niemen viuwer noch brant Wh 289,10; ich muͦste shuͤrn die brende / und in zuͤbern wazzer tragen Rennew 17854; Kudr 996,4. brinnender/glüender ~ : als ein liuhtende lieht, daz alle zît liuhtet, und als ein brinnender brant, der alle zît brinnet Eckh 2:30,6; VMos 33,29; er hiez dem kúnege ein gluͤjenden brant / gen in die hant RvEWchr 9051; ChristhChr 12080; Wh 286,3. – häufig swarz als ein ~ : si was swarz als ein ander brant Wh 318,30; Orites ist ein stein genant, / der ist swarz als ein brant Volmar 558; ain mor was schwartz als ain prant HvNstAp 19098. 14282; Ottok 33635; ErzIII 6,465; Eilh Rm,19. und wære si nacket sam mîn hant / unde swerzer dan ein brant Er 653; ez [das Pferd] schein noch swerzer, denne ein brant KvWTroj 3792. 22485; KvWTurn 557; nâch den branden / gevarwiu wâpenkleit Helbl 7,268. – übertr.: und lasse mich dur die kolen der minne ziehen und mit den brenden der smacheit sclahen Mechth 3: 3,26; der sele arzt, lesch ab der sünden brende / und strich genaden salben [...] in unsers herzen wende Mügeln 322,10 (oder zu 2.5.1?)    1.2 ‘Fackel’ eine strâle von golde / hêt er [ Amor ] in der zeswen hant, / in der andern einen brant Wig 837; da von so tun sie molen / min [Amors] bilde mit eim strolen, / wie ich den hab in einer hant / und in der andern einen brant, / durch zundet wol mit fure Minneb 2116; ebenso KLD:Alex 7,72    1.3 ‘(flammendes, blitzendes) Schwert’ (häufig im Mnl.; vgl. MNW 1,1419f.): ich [Bischof Turpin] en [ihnen] doe mit desem brande, / den ich hye voren in mynre hande, / sulche vesper syngen, / dat man sy horet clingen, / schrien och ind we Karlmeinet 453,30; wol gevazzet [mit einem Band befestigt; vgl. veʒʒel stM.] was der brant. / dâ von leit er eine hant / ûf den knopf des swertes vor, / daz ez hinden stuont enbor Helbl 1,333; einen brant niwen / von Piestinc Ottok 77085    1.4 ‘Brenneisen’ welch gast brengit sensin, brende, kessele, pfannin, glockin vnde sin glich UrkBresl 112 (a. 1327)    2 Vorgang oder Zustand des Brennens    2.1 ‘Feuer, Feuersbrunst; Brandstiftung; Brandschatzung’    2.1.1 eigentl.: und habent betracht und besorgt den grozzen schaden, den diu stat genomen hat von dem fewr und von prant StRMünch 478,8; mit brande / sachend sy ain burg enzuntt GTroj 13110; Lanc 374,30; Mechth 2:26,3. swelhe brvder oder swester ainen menschen toͤttet oder brant tvet oder stilet SpitEich 17,23; wiert iemand um prant gevangen, der schol mit dem gericht verurtailt werden StRBrünn 359. mîner mâge tôt, des landes brant Wh 261,7; in Walwanes lande / scholtu wuͤsten mit brande / alle sine veste WhvÖst 6342; RvEWchr 16787; die vînde sach man phlegen / niht wan brandes unde wuostens Ottok 8428; Rol 276. – häufig in der Formel roup und ~ : mit roube und ouch mit brande wuosten si daz lant NibB 176,3; die Crichen zv furten vnser lant / mit roube vnde mit brande Herb 2563; und heretin in dem lande / mit roube und mit brande Tr 394; KvWSchwanr 165; Rennew 19784; GTroj 19932. roͮb unde brant unde hoͮr scult ir uermiden Spec 141,26; er wendet roup, mort unde brant Tannh 1,46; diepstâl, roup unde brant, / zouber, manslaht unde mort / sint der grœsten sünden hort RvEBarl 10622; StRAugsb 133,18; KLD:Kzl 16:20,11. roup und ~ stiften: si bewarten wol zwâren, / daz si ie roub oder brant / gestiften in unse lant SAlex 6545; si ritent in diu lant, / si stiftint ruͦb unde brant Rol 202; GrRud δ 18; SM:JvR 1:2,2    2.1.2 übertr. ‘Glut, Hitze’, meist mit Gen.: wem en sal din wisheit niͤt werden bekant, / we ensal niͤt vernemen dins herzen brant? MarlbRh 92,28; des zornes brende Mügeln 375,8 u.ö.; ein enzúndunge [...] in dem brande der minne Tauler 166,27. 230,3 u.ö.; Eckh 2:168,4; brant der untruwen HeslApk 6747. Seraphin is he drümb genant, / wand in gar entfengt der minnen brant. / he birnet suͤzelich ind sere, / des minsamen gods groz minnere MarlbRh 88,20; Eckh 2:217,3    2.2 ‘Platz im Wald, wo durch Brand gerodet wurde, Neubruch’ (vgl. Schmeller, BWB 1,360; Dalby, Mediaeval Hunt, 37b): ûf einem brant hôrt ich die hunde erleschen [mit Bellen aufhören] Hadam 130,5; in walde, ûf dem brande, / an wazzer, ûf den traten [Weide] ebd. 508,1. 131,2. 406,4    2.3 ‘eingebranntes Zeichen (als Eichmarke)’ und all fuͤtrer und gastgeben suͤllen gerechtew und prantew viertail haben, oder [...] der stat 1 pfunt pfenning von dem prant StRMünch 411,25    2.4 ‘Schmelzen und Reinigen von Silber, Gewinnung von Feinsilber’ daz man alles silber, daz man prennet hie in der stat, zehant nach dem prant zaichen sol StRMünch 458,25; vmb zwienzich mark sielbers Nevrenberger brandes UrkCorp 3394,16; funf und zwainzig mark silbers loͤtiges Friburger brandes und gewaͤges UrkMägdeb 297 (a. 1347). – ‘Prüfung des Silbergehalts einer Münze’ vnd sol er vnd der rât [...] die selben phenninge zem brande tragen, vnd sol mans da versvͦchen in dem fúre nach rechte UrkCorp 1325A,10. 188,43    2.5 in med. Kontext    2.5.1 ‘Brandwunde’ lylien wuͦrzeln [...] hilfet zu dem brande, ob man di stat mit bestrichet Macer 16,1; swer sich uerbrennet. der sal uf den brant legen e er blatern gewinne uerbrantez mirtel loup SalArz 79,45.    2.5.2 ‘Brennmittel, um dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen’ sô [durch diese Methode] gêt all diu pœs fäuhten her für, diu in dem glit ist, reht als von aim prand, und ist als guot sam manig prant [ cauterium ] , der ain jâr wert BdN 300,10; sein [des slintpaum ] asch ist gar durchpeizent, wenn man in mit ezzeich mischet, und dar umb machet man prend [ cauteriorum vulnera ] dâ mit an den painen oder anderswâ ebd. 325,1. 475,6; sumeliche machent [bei Kopfschmerzen] einen brant uf den armen. sumeliche hinden an deme houbite SalArz 31,20; man sneit sîn âder manigen ende / und macht im ûf dem houbet brende / und leit im drûf vil herbiu phlaster LvRegFr 3616. – übertr.: so sol dir apt tvͦn als ein wise arzat, het er dar irbottin [...] die arznia dir heiligon scrifton vnde zeivngist den brant dir virmeinsamvnga [ ustionem excommunicationis ] BrEng 28    2.6 im Strafrecht: ‘Feuertod; Brandmarkung’ unde wirt er darnach begriefen, so sol man uber in rihten mit dem brande, wande er mortlichen gebrennet hat StRAugsb 94,13. 96,6. den [Dieb] sol man merkchen mit dem prant und sol er darzu dem rihter ze puͦzze geben sehs schillingen der langen StRMünch 271,12

MWB 1 967,48; Bearbeiter: Hoffmann

brantkrût stN. Pflanzenname: esula: brandkrut VocOpt 50.125

MWB 1 970,1; Bearbeiter: Hoffmann

brantlich Adj. ‘brennend’ dü vakel guldin, / da von brandlicher pin / hie nach an Throye für gatt GTroj 844; sonder brantlichen has MinneR 497 397

MWB 1 970,3; Bearbeiter: Hoffmann

brantreite stF. ‘Feuerbock, Gestell zum Auflegen der Holzscheite’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 1,118 und 243): andena: brantraite. ferrum trivm pedum super quo ponuntur ligna ad faciendum focvm VocBV926 3:645,34; andena: brantreit VocOpt 10.060. havenstein, fürisen [Steingut und Feuereisen] / kan ich niergent bewisen; / hoheln [Kesselhaken] und brantreiden / hant sich gar von mir gescheiden KgvOdenw 13,29; sulch droich [raubte] dat bette, sulch den pot, / [...] sulch droich den haich ind die brantreide [Hs. brantrichten ] , / dat irme live wart zo leide HagenChr(G) 1343

MWB 1 970,6; Bearbeiter: Hoffmann

brantschade swM. ‘Schaden durch Brandstiftung’ vor den brantschaden vnd namen [Raub] , die sie ye getan haben in dyser zweyunge UrkRhStädteb 166 (a. 1342)

MWB 1 970,18; Bearbeiter: Hoffmann

brantschatzen, brantschetzen swV. ‘Geld durch Branddrohung erpressen; niederbrennen und plündern’ (vgl. DRW 2,449): und kriegetent darus [aus der Stadt Brumat] uf daz bistuͦm mit brande und brantschetzende ClosChr 139,20; daz der greven von Solmes marschalk [...] bi nacht unde bi slafinder diet unser ingesezzin burgere nachtbranten, brantschaczeten unde in ir pherde, kuwe, viehe [...] da namen UrkWetzl 1,662 (a. 1349)

MWB 1 970,22; Bearbeiter: Hoffmann

brantschatzunge, brantschetzunge stF. ‘Geldzahlung, um sich von Plündern und Niederbrennen freizukaufen’ (vgl. DRW 2,449 unter brandschatz und brandschatzen; s.a. brennschaz stM.): alle gevangen, brantschetzung vnd reysge habe sullen vnd wellen wir gleych teylen, nach der manzal UrkHohenz 3,212 (a. 1350); wir sprechen ouch in derselben suͤne, daz alle geuangen [...] vnd alle gedinge vnd brantschatzunge sollent sin ledig vnd loys UrkWürzb 39,299 (a. 1327). 40,248 (a. 1339); UrkLudw 206 (a. 1342); von der ersten brantschetzunge oder schetzung, die er von unsern vienden nymet DRW 2,450 (Würdtwein, Subs; a. 1334); UrkMoselQ 440,20 (a. 1341/42)

MWB 1 970,31; Bearbeiter: Hoffmann

brantstat stF. ‘Brandstätte’ daz sev die prantstat mit samb den vmbseczen habent beschaut vnd geschaczt, daz si so tewr nichten ist, als daz versezzen purchrecht UrkKlostern 1,323 (a. 1348)

MWB 1 970,45; Bearbeiter: Hoffmann

brantstiure stF. ‘Unterstützung bei Brandschäden’ (vgl. SchwäbWB 1,1349): unsern purgern ze prantstewr und ze ainer hilffe [...] alle gewohnleichen stewr [...] ze 5 ganzen jaren [...] gelazzen DRW 2,451 (Stampfer, MeranChr; a.1339)

MWB 1 970,49; Bearbeiter: Hoffmann

brantsûl stF. ‘Grenzpfahl’ (?): vnd den widemacher datz Hinterperch, als in der phlvk bevangen hat, vnd den acher datz Crepach vnd di alten hofstat datz Telfs als si di prantsevl bevangen habent UrkCorp 2556,28

MWB 1 970,54; Bearbeiter: Hoffmann

brâslac stM. auch brâwenslac. ‘Wimpernschlag, Augenblick’ so chumt der jungiste tach also sciere so ein braslach AvaJG 17,8; diz leben niht geherten [dauern] mac, / wan als ein kurzer brâwenslac [La. braslac ] RvEBarl 8496; daz vor got tausent jar / sein als der gestrig tach, / der heut ist als ein proenslach MvHeilGr 1936; Martina 256,35

MWB 1 970,59; Bearbeiter: Hoffmann

brast stM. ‘Lärm’ da schutte sich der vierde ast; / es ward ain galm und ain prast: / do saß auff galadrius / und der edel pellicanus / und di susse nachtegal HvNstAp 13154

MWB 1 971,1; Bearbeiter: Hoffmann

brasteln swV. ‘prasseln, krachen’: – von brennendem oder brechendem Holz: er [der Donner] prastelt auch oft sam dâ tännein holz prastelt [La. braszelt ] in ainem feur BdN 93,2; dâ von sprach her Salomôn: / ‘ein tummer brastelt [La. brasselt ] in sînem zorn / als under einem hafen rösche dorn [trockene Dornen] .’ Renner 14026; es prastlate als ain grosser walt / den der wint nider wät / und di pawme zedrät HvNstAp 6270. 7586; WhvÖst 6483. – von Feuer: und dar umbe, ê diz her zuo kome [dass das Holz ganz im Feuer aufgeht] , sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec, ein prasteln, ein arbeit und ein strît zwischen viure und holze Eckh 5: 34,2; dez fures brasteln Minneb 3291; alse der vlamme prastilt [ sicut sonitus flammae ] einis vuers, daz da vorswendet stuppiln Cranc Joel 2,5; HistAE 529. brasteln vnd krachen [Hs. brachen ] / horte er vil vor yme da. / darvnder entzundte sich da / ein zü male groszes fùwre Krone 27401; da [beim val der Sünder] hebt sich ein rasteln, / ein krachen und ein brasteln / als alle berge vallen HvNstGZ 7437. – von Menschen: mîn herze wirt in jâmer dâ verkastelt [eingeschlossen] , / swenn ich mich lieb durch leide / verwegen wil, daz ez mit krachen brastelt Hadam 483,7; dô quam sô her [zu der belagerten Burg] mit grôzir bracht / geprastilt gene hûte, / dî mit vordroznim mûte / dort was gehaldin ubir tac NvJer 19170

MWB 1 971,5; Bearbeiter: Hoffmann

brasten swV. ‘prasseln, krachen’, nur subst. Inf. belegt: als ob der donre slüege enzwei / mit kreften einen ganzen walt, / sus wart ein brasten manicvalt / von scheften und von lanzen KvWTroj 36922. 12241; do sin wirtinne [Loths Frau] nu horte hinder ier dc fiur und dc groze braston do sach si umbe sich PrSchw 1,25

MWB 1 971,34; Bearbeiter: Hoffmann

brât stN. ‘Fleisch, Weichteile des Körpers’ und [der Löwe] zart im [dem Riesen] cleit unde brât / als lanc sô der rücke gât / von den ahseln her abe Iw 5053; er sluge sines swertes ort / durch Diomedes sarewat / in sin fleisch vnde in sin brat Herb 9926; brât und lide im tâten wê Parz 215,27. 75,6. 153,9; în gedrücket dur daz brât / biz ûf daz bein ze grunde KvWTroj 38438. 37522. 38516

MWB 1 971,41; Bearbeiter: Hoffmann

brâtære stM. ‘Bratenwender’ oder ‘Schlemmer’ (ausführl. zur Bed. AWB 1,1324): ardalio: pratere VocBV926 3:428,51; ir habt âne swær / einen edelen brâtær / in iuwer kuchen hie ze stunt, / [...] ez ist der künic von Engellant EnikFb 1444 u.ö.; sô wirt der brâte harte dünne [La. C wirt dem brater harte harte [!] kleinē ] KLD:Schulm 1:1,13. – als Bestandteil von Personennamen: Haug der Prater, Albrecht der Prater UrkCorp (WMU) 304,37,38

MWB 1 971,49; Bearbeiter: Hoffmann

brâte swM. 1 ‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
2 ‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 37f.)
   1 ‘Fleisch, Weichteile des Körpers’ zwene der viervndzweinzigen schowent des klegers wunden, ob si gange dvr hvt vnd dvr braten, also daz es mvge heizen ein blvͤtiger slag UrkCorp 1797A,3; si [die Vögel] zartten yme [dem Riesen] das fleisch ab / mit so gijrischer vngehab, / das sie jne dorch slügen / vnd jne bisz vf das hertz nügen / vnd zerteilten sine braden [La. sein braten ] Krone 14140; sage mir, vil trût geselle, / wie sint dîn [des Hundes] brâten und dîn belle / sô veizet und ouch dîn balc sô vol? Renner 7350    2 ‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 37f.): nû schant erz [das Reh] dâ erz weste / veizet und aller beste, / und nam des einen brâten dan Iw 3903; Tr 2902; der hunt was wol beraten, / einen grozen braten / trug er in dem munde ErzIII 90,10. dv wirdest meister vber die braten ReinFu K,687; ez briet sîn vleisch vür sich dar, / unz daz ez rehte wart gewar, / daz nû der brâte sûste / und in der hitze brûste Schrätel 221. er [Herbst] wil manig her birâten / veizzer brâten unde wil / trachten vil darzuo si machen vol SM:Had 20: 1,5; veizze swînîn brâten ebd. 18: 1,4; dise salse ist guͦt zvͦ scheffinem braten BvgSp 32a; zvͦ rinderinen braten ebd. 33; die wol gemachten pratten HvBurg 5565; sô man teilt spec, würste und brâten Renner 15542; GTroj 8058; EnikWchr 6112. – bildl.: wir suln den kochen râten, / [...] daz sî der vürsten brâten / snîden grœzer baz danne ê, / doch dicker eines dûmen Walth 17,14; her Vogelweide von brâten sanc: / dirre brâte [der in der Glut liegende Koch] was dicke und lanc Wh 286,19

MWB 1 971,58; Bearbeiter: Hoffmann

brætelîn stN. ‘kleiner Braten’ praten / sol man uns daz pretlein, / und daz die fisch gesoten sein! Teichn 560,17

MWB 1 972,27; Bearbeiter: Hoffmann