Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
gân V. (4315 Belege) MWB Lexer Lexer-Nachtr. BMZ Findeb.
| »Nu wil ich iu volgen«, $s sprach dô Hagene./ si giengen, dâ si funden $s die zieren degene/ in grôzem antpfange | |
| man./ dô sach man Rüedegêren $s ze hove mit Gîselheren gân./ Swie iemen sich gesellete $s und ouch ze hove gie,/ | |
| Dô sach man mit den künegen $s hin ze hove gân/ ir edeln ingesindes $s tûsent küener man,/ dar über sehzec | |
| erwelte man,/ die sach man geselleclîchen $s bî den künegen gân./ Dancwart und Wolfhart, $s ein tiwerlîcher degen,/ die sach man | |
| vaht,/ wanne si solden ruowen $s und an ir bette gân./ daz beredete Hagene; $s ez wart ir schiere kunt getân./ | |
| sprach:/ »wie geturret ir den recken $s für die füeze gân?/ unde welt irs iuch niht mîden, $s sô wirt iu | |
| küene spileman./ ir Kriemhilde helde, $s ir sult zen herbergen gân./ Des ir dâ habet willen, $s ich wæn$’ iz iemen | |
| si im alle $s unde sagten im des danc./ si giengen zuo den betten. $s diu wîle was niht lanc,/ daz | |
| nam ir ietwedere $s den schilt an sîne hant,/ und giengen ûz dem hûse $s für die tür stân./ dô pflâgen | |
| »nu lât mich zuo den recken $s von dem hûse gân./ ich wil vrâgen mære $s der vroun Kriemhilde man.«/ »Nein | |
| getân.«/ Zehant dô rief in Volkêr $s hin engegene:/ »wie gêt ir sus gewâfent, $s ir snellen degene?/ welt ir schâchen | |
| al,/ ob si zuo dem münster $s zer messe wolden gân./ nâch siten kristenlîchen $s man vil liuten began./ Si sungen | |
| und man,/ ir sult vil willeclîchen $s zuo der kirchen gân,/ unde klaget got dem rîchen $s sorge und iuwer nôt,/ | |
| got von himele, $s ir vernemet messe nimmer mêr.«/ Sus giengen zuo dem münster $s die fürsten und ir man./ ûf | |
| ez iu lobelîchen stât.«/ Volkêr und Hagene, $s die zwêne giengen dan/ für daz wîte münster. $s daz wart durch daz | |
| dô sprach:/ »wie sihe ich friunde mîne $s under helme gân?/ mir ist leit ûf mîne triuwe, $s und hât in | |
| getân./ ez ist site mîner herren, $s daz si gewâfent gân/ z$’allen hôhgezîten $s ze vollen drîen tagen./ swaz man uns | |
| muoz ein gepiuze hân./ ez kunde niemen gescheiden; $s ez gât im an den lîp./ jane ruoche ich, ob ez zürne | |
| $s dô verliesen den lîp./ Er sprach zer küneginne: $s »gêt wider in den sal./ ê is iemen werde innen, $s | |
| mîne man!/ wir suln den vîanden $s in die herberge gân;/ des wil mich niht erlâzen $s daz Etzelen wîp./ dar | |
| kunde ein wîp durch râche $s immer vreislîcher tuon?/ Dar giengen an der stunde $s vier Etzelen man;/ si truogen Ortlieben, | |
| man sol mich sehen selten $s ze hove nâch Ortliebe gân.«/ Der künec an Hagenen blihte; $s diu rede was im | |
| umbe gân./ nu wert iuch vil ellenden, $s deiswâr des gât uns nôt,/ swie uns diu edele Kriemhilt $s sô rehte | |
| der garte sich zwei tûsent $s oder dannoch baz./ si giengen zuo den knehten $s (daz muos$’ et alsô wesen)/ unde | |
| man.«/ dô sah man den recken $s vil harte hêrlîche gân./ Alsô der strîtes müede $s ûz dem hûse spranc,/ waz | |
| getân./ man sach den Hagenen bruoder $s ze hove hêrlîchen gân./ Truhsæzen unde schenken $s die hôrten swerte klanc./ vil maneger | |
| der übel tiufel, $s ez muoz im an sîn leben gân.«/ »Du sihest mich wol gesunden: $s mîn wât ist bluotes | |
| die Etzelen man./ dô sach man die geste $s houwende gân/ mit den vil liehten swerten $s durch des küneges sal./ | |
| sprach der spileman./ er begonde videlende $s durch den palas gân;/ ein hertez swert im ofte $s an sîner hende erklanc./ | |
| ungemach./ mich bat iuwer bruoder $s durch helfe zuo z$’iu gân./ welt ir nu sîn dar ûze, $s sô wil ich | |
| $s diu Etzelen tür:/ von zweier helde handen $s dâ gênt wol tûsent rigel für.«/ Dô von Tronege Hagene $s die | |
| getân./ lât mich ûz dem hûse $s mit iuwerm vride gân/ von disem herten strîte $s mit dem gesinde mîn:/ daz | |
| wir entsliezen si sô wîte, $s daz wir dar für gân.«/ »nu swîget«, sprach her Dietrîch: $s »ir habet den tiuvel | |
| iuwer man./ ir sult unangestlîchen $s mit iuwern vriunden hinnen gân.«/ Dô Rüedegêr der herre $s gerûmte den sal,/ fünf hundert | |
| grôzen sît gewan./ Dô sach ein Hiunen recke $s Etzelen gân/ bî Dietrîche nâhen: $s genozzen wold$’ ers hân./ dem gap | |
| Dô der wirt des landes $s kom für daz hûs gegân,/ dô kêrt er sich hin widere $s und sach Volkêren | |
| Volkêr/ videlt mit den Hiunen, $s swer zuo den türn gât?/ ez ist ein rôter anstrich, $s den er zem videlbogen | |
| ir müede $s sâzen dô zetal./ Volkêr unde Hagene $s giengen für den sal./ sich leinten über schilde $s die übermüeten | |
| vil zornec gemuot./ »Seht ir, vriunt Hagene, $s dort Îringen gân,/ der iuch mit dem swerte $s lobt$’ eine bestân?/ wie | |
| wie zimet helde lügene? $s ich wil unprîsen daz./ ez gênt mit im gewâfent $s wol tûsent recken oder baz.«/ »Nu | |
| daz er warp nâch êren, $s dô liezen si in gân./ des wart von in beiden $s ein grimmez strîten getân./ | |
| in wærlîche nôt./ Dô kom diu küneginne $s über in gegân./ den starken Îringen $s klagen si began./ si weinte sîne | |
| muost$’ ez an ein strîten $s von den von Tenemarken gân./ Irnfrit unde Hâwart $s sprungen für daz gadem/ wol mit | |
| »Wîchet«, sprach dô Volkêr, $s »unde lât si her în gân./ ez ist sus unverendet, $s des si dâ habent wân./ | |
| warte, ob iemen wolde $s noch zuo z$’in mit strîte gân./ Der künec klagete sêre, $s sam tet ouch sîn wîp;/ | |
| noch wol zweinzec tûsent: $s si muosen dâ ze strîte gân./ Sich huob ein sturm herte $s zuo den gesten sân./ | |
| tuot./ slaht uns ellenden $s und lât uns zuo z$’iu gân/ hin nider an die wîte: $s daz ist iu êre | |
| getân,/ daz si si wolden lâzen $s für den palas gân./ daz gehôrte Kriemhilt; $s ez was ir harte leit./ des | |
| Dô sprach diu küneginne: $s »ir helde vil gemeit,/ nu gêt der stiege nâher $s unde rechet mîniu leit./ daz wil | |
| den ûz Etzelen lant./ Dô sprach der videlære: $s »nu gê wir in den sal./ sô wænent des die Hiunen, $s | |
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