Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
stân V. (2697 Belege) Lexer Lexer-Nachtr. BMZ Findeb.
| ors und ouch sîn sper;/ vorn in dem schiffe dâ stuont er./ ‘künec’ sprach er ‘hêrre Marke,/ nun sorget niht ze | |
| uns habe ûf geleit?/ unser sige und unser sælekeit/ diun stât an keiner ritterschaft/ wan an der einen gotes craft./ lât | |
| ouch jener dô bîten,/ dem ez umb daz leben dô stuont?/ der tet reht als si alle tuont,/ die ûf rehte | |
| gerne sehen./ //Nu hœre ich al die werlde jehen/ und stât ouch an dem mære,/ daz diz ein einwîc wære,/ und | |
| dunket, dû sîst sêre wunt;/ ich wæne, dîn dinc übele stê./ swiez mîner wunden ergê,/ dir wære guoter wurze nôt:/ swaz | |
| den gewer/ einer bete und keiner mê:/ als iegelîches dienest stê,/ daz er im danke und lône alsô./ nu lieben liute’ | |
| spiles site,/ daz manz dekeine wîle tuo,/ daz herze daz enstê darzuo;/ al eine geschehe es harte vil,/ ezn heizet doch | |
| swer aber genâde an mir begê,/ sît ez mir kumberlîche stê,/ dem lône got: mirst helfe nôt,/ ich bin mit lebendem | |
| genise ich wol./ sæligiu küniginne,/ sît daz iuwer sinne/ alsô stânt, als ir dâ saget,/ umb iuwer tohter die maget,/ sô | |
| sîn,/ daz ich wider ze lande var,/ wan mîn dinc stât alsô dar,/ daz ich langer niht belîben kan.’/ //Diu vrouwe | |
| sinne,/ wie ez umb die gotes ê/ und umbe herzeliebe stê:/ ich hân dâ heime ein êlîch wîp,/ die minnich als | |
| wol geleben den tac,/ daz Îrlant iuwer werden mac./ //Îrlant stât niuwan an in drîn:/ künic unde künigîn/ an Îsôt eine | |
| umbe daz,/ daz im sîn gemüete iht baz/ sô hin stüende danne her:/ durch die kündekeit swuor er,/ daz es im | |
| ‘hêrre, gevüeget irz alsô,/ daz mîn hêr Tristan, der hie stât,/ der dâ ze hove künde hât,/ iuwer boteschaft dâ werben | |
| und iedoch unser bester wân/ der muoz an sînen sælden stân:/ sîn witze muoz uns lêre geben,/ wie wir gevristen daz | |
| Îrlant,/ in des gewalt und in des hant/ ez allez stuont, stat unde habe,/ der kam gerüeret dort her abe/ gewâfent | |
| ûf daz ors gesæze:/ der leide truhsæze/ er liez ez stân unde vlôch./ dô ime dô nieman nâch zôch,/ dô gestuont | |
| stân unde vlôch./ dô ime dô nieman nâch zôch,/ dô gestuont er unde sleich dô wider,/ nâch sînem sper greif er | |
| sehe daz wunder an,/ waz der geherzete man/ und der gestandene muot/ durch liebes wîbes willen tuot!/ daz ich der nôt, | |
| ir muoter zuo zir sprach:/ ‘nein schœniu tohter, nein, lâ stân,/ lâ dir diz niht sô nâhen gân!/ wan sweder ez | |
| biut mir eteslîchen rât/ umb eine sache, an der nu stât/ mîn êre und al mîn sælekeit.’/ und seite im, alse | |
| als dem ez umb sîn êre/ und ouch niht anders enstât./ dar zuo besander an den rât/ sîn liebez wîp, die | |
| vür Îsôt und vür mich./ hie mite lât dise rede stân:/ ich wil nâch mîner tohter gân/ und komen ouch iesâ | |
| oder ein lant,/ des dinc alsô wære gewant./ diu werlt stât wunderlîche,/ sô vil manic künicrîche/ besetzet ist mit swacher art,/ | |
| ich wæne, ich den gebresten hân,/ der hier inne solte stân,/ und zwâre ich wil es nemen war.’/ si brâhte in | |
| hin über in./ ir muoter kêrte zuo zir hin:/ ‘lâ stân, Îsôt’ sprach si ‘lâ stân!/ weist iht, waz ich vertriuwet | |
| kêrte zuo zir hin:/ ‘lâ stân, Îsôt’ sprach si ‘lâ stân!/ weist iht, waz ich vertriuwet hân?’/ ‘ine ruoche, zwâre ez | |
| lâzest dû mir!’/ //’Nein tohter’ sprach diu muoter dô/ ‘ezn stât nu leider niht alsô,/ daz wir uns mügen gerechen,/ wirn | |
| sanfter unde baz/ eine swære danne zwô./ mîn dinc daz stât mir iezuo sô/ umb den unsæligen man,/ der uns mit | |
| iuch mit im an gât,/ diu niwan umb iuwer êre stât./ soltet ir iuwer êre geben/ umb keines iuwers vîndes leben?’/ | |
| ir ougen dan/ und sâhen alle ein ander an./ si stuonden unde er lac alsô./ ‘vrouwe’ sprach Brangæne dô/ ‘der ritter | |
| iesâ:/ ‘waz wiltû nu, daz ich im tuo?/ mîn herze stât mir niht dar zuo,/ daz ich sîn vriunt gewesen müge:/ | |
| nam Paranîsen sâ:/ ‘geselle’ sprach er ‘gâ hin abe:/ dâ stât ein kiel in der habe,/ dâ ganc geswâslîche hin/ und | |
| er ‘gâ balde hin/ und sage hin nider, mîn dinc stê wol/ und ich ez allez enden sol,/ dâ nâch wir | |
| gefeitierte alsô wol,/ als ein volmüete ritter sol./ ze wunsche stuonden ime ouch die./ nu er wider in zen vrouwen gie/ | |
| dâ er nider sanc,/ weder zer erden noch enbor./ dâ stuont ein höfscher zobel vor/ der mâze, als in diu Mâze | |
| geleit/ an iegelîcher sælekeit,/ diu den ritter schepfen sol:/ ez stuont allez an im wol,/ daz ze ritters lobe stât./ sîn | |
| ez stuont allez an im wol,/ daz ze ritters lobe stât./ sîn geschepfede und sîn wât/ die gehullen wunneclîche in ein:/ | |
| sprach aber Tristan/ ‘nu sît der triuwen gemant:/ iuwer tohter stât in mîner hant.’/ der künec sprach: ‘hêrre, des gih ich,/ | |
| ir œheimes tôt/ und sprach ie danne wider in:/ ‘lât stân, meister, habet iuch hin,/ tuot iuwer arme hin dan!/ ir | |
| die küniginne/ wan cleiniu juncvrouwelîn./ der einez sprach: ‘seht, hie stât wîn/ in disem vezzelîne.’/ nein, ezn was niht mit wîne,/ | |
| und wolte dannen kêren:/ ‘nein’ dâhter allez wider sich/ ‘lâ stân, Tristan, versinne dich,/ niemer genim es keine war.’/ sô wolte | |
| si wider unde nider./ diu schœne strebete allez wider/ und stuont an iegelîchem trite./ si volgete ungerne mite;/ si versuohtez manegen | |
| ich iht sêre missevar?/ ine weiz, wie mir mîn dinc stê:/ mîn houbet tuot mir sêre wê./ dû muost uns wurze | |
| rede und an gebâre/ wâren si beidiu gênde,/ sitzende unde stênde/ vrîlîch und offenbære./ ir offenlîchiu mære,/ mit den si wunder | |
| daz der ander was getân,/ //Gandîn gie vür den künic stân,/ die rotten truog er an der hant:/ ‘nu hêrre’ sprach | |
| an dem lande sît,/ uns begât ein übel zît./ ez stât gar in sîner hant/ beidiu liut unde lant./ ouch ist | |
| diz sîn?’/ ‘nein nein’ sprach Tristan ‘gouch Gandîn!/ vriunt, ir stât an des gouches zil,/ wan daz ir mit dem rottenspil/ | |
| vor hin gegangen was,/ unz an der kemenâten tür./ dâ gestuont er vorhtende vür/ und misseviel im al zehant,/ daz er | |
| verwirret und verworren hât:/ swâ ir dinc nâch ir willen stât,/ dân wil si keiner stæte warn,/ dâ lât si harte | |
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