Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
sêle F. (1843 Belege) Lexer BMZ Findeb.
| kan, das du denne muͤssest bliben die wegespise miner ellenden sele, also das ich, vil lieber, din liep geselle blibe mit | |
| swester und bringe mir das helige <FOLIO>(148#’v)</FOLIO> waffenkleit, da min sele mit werde bereit, das mir mine viende nit moͤgin geschaden, | |
| minem súndigen munde nit sprechen mag, so sprich denne miner sele inwendig zů, das du si troͤstest und iemer me behuͤtest, | |
| das si denne irvolle mine lange gere und min arme sele vor allen vienden were. De profundis clamo. Ich bitte dich, | |
| úns denne sin her antlitze offenbaren wil. So hat min sele wúnsches spil. Da ich nu nach jamerig bin, das mag | |
| mit vlisse die samenunge mit bewaret an libe und an sele; alles zů gottes eren. Si gibet in manige helige lere, | |
| das iemer gottes wille si; da von wirt ir eigen sele vri. Der minnen capellaninne ist die goͤtliche diemuͤtekeit, die ist | |
| man da den allerhoͤhesten lobetanz. Da sol denne ein ieglich sele und lip tragen iren tugenden krantz, die si hie habent | |
| múglich mag gesin.» Do ich in kurzer stunde mit miner selen oͮgen dis gehorte und gesach, do was ich ein mensclich | |
| ich diner herzeklicher minne in minem herzen und in miner sele und in minen fúnf sinnen und in allen minen geliden | |
| sich sclahent und jagent, bissent und nagent, swenne ein minnendú sele, die von goͤtlicher minne brennet, von diser welte scheidet</KAP> Wol | |
| tugenden volget gotte, die ime múglich ze vollebringende sint; sin sele wirt in minnen vri. In sinem jungesten ende so koment | |
| ende so koment die heligen engele und enpfahent die reinen selen mit unzellicher liebin in himelscher wunne und vuͤrent si von | |
| die si von iren meisteren soͤnt enpfan, das si die sele verloren hant. So scheltent si sich undereinander: «Unseliger, es was | |
| jungen, sus wúrde alles únser gescleht gemerot. Moͤhte mir der selen einú werden, dú von gotlicher minne so sere brennet, da | |
| ende. Dis ist der groͤsten vroͤden ein, die die selige sele hat, das si das sihet und weis, das sich die | |
| die si ir getan haben. <KAP><N>XL</N>. Alsust sprichet dú minnende sele ze irme lieben herren</KAP> <VERS>Were alle die welt min/ und | |
| nu hinnan gevaren. Do bat ich únseren herren vúr sine sele cristanliche, eb einig schult an ime were, das got ime | |
| da envant ich in nit inne. Do betruͤbete sich min sele. Darnach zů einem anderen male, do ich aber vúr in | |
| mich, als mir schinet.» «Wa von habestu dise pine?» Die sele: <FOLIO>(152#’v)</FOLIO> «Die valsch helig schinen, die besageten die unschuldigen zů | |
| der sinnen, da von kumt manig heli<FOLIO>(153#’r)</FOLIO>keit an des menschen sele. <KAP><N>XLIV</N>. Von fúnf súnden und von fúnf tugenden</KAP> In armuͤte | |
| ertrich leider nach miner gerunge nie geschehen; des singet min sele dikke owe. Das sehste getar ich kume nemmen, ich wúrde | |
| ist die spilende minnevlůt, die von got heimlich in die sele vlússet und si wider mit siner kraft nach ir maht. | |
| gerunge, wunnenklich, hungerig, minnevol, die vlússet iemer mere in die selen úberswendig $t von gotte. Nochdenne behaltet die sele iren suͤssen | |
| in die selen úberswendig $t von gotte. Nochdenne behaltet die sele iren suͤssen hunger und lebet ane kumber. <KAP><N>XLVI</N>. Wie sich | |
| suͤssen hunger und lebet ane kumber. <KAP><N>XLVI</N>. Wie sich die sele meldet in geistlichem armuͤte</KAP> Hie meldet sich die sele in | |
| die sele meldet in geistlichem armuͤte</KAP> Hie meldet sich die sele in geistlichem armuͤte und in ewiger liebi ze gotte und | |
| mir abe, die zůkúnftikeit die machet, das got und die sele vereinet soͤllent werden ungescheiden iemer me. Swenne ich dar an | |
| me werden.» Die ewig liebi zů gotte wonot in der sele, die vergenglich liebi ze irdenischen dingen die wonot in dem | |
| ist der hohste ungeloͮbe. Ich bin ir von aller miner sele und von allem minem libe und von allen minen fúnf | |
| der da erlúhtet des cristan menschen herze und smeket in siner sele úber alle suͤssekeit $t und leret des menschen sinne úber | |
| hus, das heisset pinenvol, das ist das hus, da min sele inne gevangen lit, min lichame. Dis hus ist alt, clein | |
| vrowe, was ich dir me sol geben, denn wiltu mine sele, die wil ich dir alze gerne geben.» Do sprach si: | |
| die ich selber bin. Deus caritas est.» So sprichet dú sele der ersten jungfroͮwen zů, der rúwe: «Vroͮu warú rúwe, koment | |
| haben. Froͮ helikeit, koment har zů mir und kússent miner selen munt und wonent in mines herzen grunt; so blibe ich | |
| gegeben. Eya erlicher, heliger cristaner geloͮbe, du erlúhtest ie miner selen oͮge, das ich wol weis, war ich gekert bin an | |
| ein leyebrůder erslagen von dem tunre. Do wart vúr sine sele gebetten mit getrúwer gerunge, eb iht an ime were ungewandelt, | |
| were ungewandelt, das ime das wúrde vergeben. Do wart sin sele dem selben menschen bewiset, der vúr in bat. Do was | |
| und hatte kein pine; das was da von, als sin sele sprach: «Ich was diemuͤtig an minem herzen, ich was vorhtig | |
| in allen minen werken; darumbe hab ich keine pine.» Die sele: «Warumbe voͤre du nit zehant zů dem himmelriche?» Do sprach | |
| du aber mich ruͤrest mit diner úberheren suͤssekeit, die mine sele und minen lichamen al durgat, so voͤrhte ich mich, das | |
| mir, die mines gebettes begerent. <KAP><N>LII</N>. Wie sich die minnende sele neiget under die hant gottes</KAP> Ich sprich minen fúnf sinnen | |
| brúchen ufstan; so moͤgent si die himmelschen clarheit in irre sele enpfan. Ich vor ze himmele mit miner gotlichen craft, dar | |
| menschlichen maht, wand du got liep hast mit aller diner sele craft, wan du got bekennest mit aller diner sele wisheit, | |
| diner sele craft, wan du got bekennest mit aller diner sele wisheit, <FOLIO>(159#’r)</FOLIO> wan du gottes gabe enpfangen hast mit maniger | |
| giessen wir es aber us uf die not der armen selen, die in dem vegefúr qwelent, das in got dur sine | |
| wir úbersigen manigen strit. Das gehúgenisse gottes und der minnenden sele kumet zesamene glicher wis als dú sunne und der luft | |
| barmherzig, diemuͤtig und getrúwe unde gehorsam.» «Bittestu út vúr die selen?» «Ja, als ich gere, so wirt ir pine geminrot; als | |
| ungewittere. $t In dem hoͤhsten teil da sint inne die selen, die des vegevúres nit wirdig waren und doch noch nit | |
| moͤhte ich niemer genesen; er můs sich selber in miner selen wunden legen. Helig engel Gabriel, gedenk min. Dise minnebotschaft bevilhe | |
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