bekleiden
swV.
‘jmdn./etw. bekleiden’
sie warn schon und wol bekleit. / frawlicher zuchte minnekeit /
sie zierte me dann rich gewant Physiogn
5;
vindet man uns wol bekleit, / niht nackent âne reht gewant
RvEBarl
6318;
dâ man den bœsen wol becleit mit purpur siht behêret, / dar
gât unde kêret / der frume ân allen phellel wol KvWLd
32,201.
– übertr.:
ir lîp, ir muot wurden bekleit / mit dem kleide der arbeit
RvEBarl
4465;
so het trurikait / Wildehelm und sin trut beclait WhvÖst
9760;
das sÿ solt schwanger werden / und bringen uff die erden / mit menschlicher
natur beklaitt / Jhesum KvHelmsd
307;
Eckh
5:228,7.
– häufig in Naturbildern des Minnesangs:
nu stât bekleit diu heide / mit wunneklicher wât
SM:Tr
5: 1,9;
mit grüenem loube stêt der walt / bekleidet wol, / recht als
er sol / gên der wunne gesten sich SM:Tu
6: 1,10;
nû hât meie walt heid ouwe wol bekleit mit manger wunneclîchen
spæhen wât. / alsô hât mîs herzen frouwe / sich bekleit mit kleide daz ir wunneclîch
an stât KLD:GvN
38: 1,2
MWB 1 545,1; Bearbeiter: Diehl
beklemmen
swV.
‘jmdn./etw. einklemmen, bedrängen’ (vgl. beklammen):
jâ sæhe ich gerner veltgebû, / danne ich lange in selcher drû / beclemmet
wære, als ich bin nû Walth
76,20;
im hât der minne stricke / sîn wildez herz gezemmet, / mit süezer nôt
beklemmet Reinfr
446;
nach des ersten menschen val, / von der sunden uber swal / wart al die werlt
beclemmet / und in den tot geschremmet / von der erbe sunden slac TvKulm
353;
Martina
11,49;
mit vast getwungen knubelen [Knöcheln] / sin swert
beclemmet [umklammert] halden HeslApk
4901
MWB 1 545,22; Bearbeiter: Diehl
beklepfen
swV.
‘jmdn. bezwingen’
nû lach ob mich mîn tumpheit iht beklepfe Loheng
46;
Wartb
Rs 7,6;
daz ich uf dirre erde / sinne kunst so schepf / daz mich iht beclepf / der
ewiclich tot da von WhvÖst
14416;
wen sie mit im iren willen han / und haben in so beclepfet / daz her allez daz
wol schepfet HeslApk
18691
MWB 1 545,34; Bearbeiter: Diehl
bekletzen
swV.
‘jmdn. betrügen, blamieren’
so wænent dan die giegen [die von den Frauen zum Narren gemachten
Männer] / daz in daz niht schade sî, / ob si ir ofte wonent bî. /
si sint vil balde becletzet / sos ir art wider wetzet, / und hinderkomt die tumben
knaben Katze
2053
MWB 1 545,41; Bearbeiter: Diehl
beklîbe
stF.
‘Empfängnis’
an deme manthage vor vnser frauwen tak annunciacio bekliebe UrkHenneb
2:7,21
(a. 1333)
MWB 1 545,47; Bearbeiter: Diehl
beklîben
stV.
1
‘haften bleiben, verbleiben’ (vgl. beklëben 2 ) 2
‘auf der Strecke bleiben, umkommen’
1
‘haften bleiben, verbleiben’ (vgl. beklëben 2):
die kvnst ich also lange treip, / vnz mir der name bekleip, /
ich were ein zouberinne Herb
848;
wan er gedingen hæte, / ob sime ze herzen beclibe, / daz er
si næme und dâ belibe Tr
19093;
da von ovch ime der fluch becleip MarHimmelf
60;
ich sten auch an den rodeln / do eygen lut sin angeschriben. / ich bin in
eygenschaft becliben Minneb
1722.
–
‘Wurzel fassen, gedeihen’
daz Theucer zv Kypre was bliben, / vnde were da wole
becliben / an lande vnde an gesezze Herb
17471.
17279;
swâ guoter hande wurzen sint / in einem grüenen garten / bekliben, die sal
ein wîser man / niht lâzen unbehuot Walth
103,15;
der helt was küene unde wîs, / der triwe ein reht beklibeniu fruht
Parz
26,13;
Wh
43,5;
Pelzb
131,19;
in der gnâde gotis beklîben und gewurzelet sîn HvFritzlHl
16,38;
dô stizin si ime diz rîs zu grôzen êren zu sînen houbiten, und iz becleip
und wuchs ein grôz boum dar ûz ebd.
127,12;
Cranc
Jes 40,24
2
‘auf der Strecke bleiben, umkommen’
scalchen und diuwen bevalech er daz vihe ze triuwen, / daz si
iz sanfte triben, daz dei bârigen [trächtigen] ieht
bechliben Gen
1434;
dô hête Jacob gemachôt ein muos ûz linsen vile guot. / Esau
bat ime sîn geben, sprach er wâre vil nâch bechliben [vgl. Gn 20,32
enmorior
]
ebd.
1091
u.ö.;
dû bist sô gar enwiht / worden ûf der wilden vart: / daz wirt wol von mir
bewart, / daz ich dich lâze beklîben Mai
185,15.
–
‘schwinden, aufhören’
daz clagt [der kranke] Porus
[...]: / zu stünd so mir becleib / der siechtag und
ich gnÿß / ich pring ym vil gewyß / zehen legyon GrAlex
2278
MWB 1 545,50; Bearbeiter: Diehl
beklicken
swV.
‘jmdn./etw. beschmutzen, beflecken’ (vgl. beklecken):
sprich, frouwe selic unde zart, / durch waz du dich beflickes, / din hende
also beclickes / mit also snoden dingen? Elis
7448;
er [der Teufel] in bringet an die stat / da er in
wol beclicket / mit sunden unde bestricket Vät
18863
MWB 1 546,19; Bearbeiter: Diehl
beklieben
stV.
refl. ‘sich spalten’
sich ze wîten brüchen vil herter vlinse dô zercloup [La.
becloup vgl. Bartsch, Troj. z.St.]
KvWTroj
10541
MWB 1 546,25; Bearbeiter: Diehl
beklimmen
stV.
Part.-Adj.? ‘bedrängt, beklommen’
sa er der frouwen ungemach / unde ir beclummen herze sach, / er nam si von den
forchten Elis
4204
MWB 1 546,28; Bearbeiter: Diehl
beklipfen
swV.
‘etw. gewaltsam wegnehmen’ oder zu begripfen als Verschreibung aus
bekripten (vgl. Bech, NvJer., S. 94) ?:
dî heiden gar beclipten [
violenter abstulerunt
] / gewinnende burge unde stete NvJer
21853
MWB 1 546,32; Bearbeiter: Diehl
beklocken (?)
Part.-Adj.
‘beschmutzt, befleckt’ (?) (vgl.
beklecken
):
in dem bluͦte lager betochen [La.
becloken
]
Rol
4548
MWB 1 546,37; Bearbeiter: Diehl
beklopfen
swV.
‘jmdn./etw. schmähen, in Verruf bringen’
wanne du das ore das hat gehoͤret zu dir, / also haist gekrappet / und sinen
guden namen becloppet Pilgerf
8668
(vgl. dazu
8643ff.
)
MWB 1 546,40; Bearbeiter: Diehl
beklôsenen
swV.
→
beklûsenen
MWB 1 546,44;
beklüegen
swV.
‘herausputzen’
sprach ain maget, schiere komen müezze / diu zît, daz ich
genge / hin zem raien, harte wol beclüeget. / niuwe betzeln unde rîse / ich ze hâre
binde SM:Go
2a: 1,6
MWB 1 546,45; Bearbeiter: Diehl
beklûsen
swV.
1
‘jmdn. in einer Klause unterbringen’
2 übertr.
1
‘jmdn. in einer Klause unterbringen’
unz daher von dem ersten tage, / daz ich becluset wart alhie, / so wizze, daz
ein stunde nie / min sunde hin von mir getrat Pass III
543,93
2
übertr.:
tze Mærgenburch mit lieber phleg / pin ich besezzen und bechlaust, / da pin
ich wirt und wol behaust Suchenw
29,77.
–
‘jmdn./etw. einschließen’
wann er [der Hoffärtige] dann velt von den ern,
/ so wirt uͤbermuͦt enthuͦset. / aber hochvart ist bekluͦset Teichn
526,112.
564,2488;
mit zouberlichen sinnen hat si Clinscor beklust JTit
4454,2.
–
karvunkel hat enmitten uf disen schilt gehuset. / in kunstricher smitten
ist er, wen, vil manic jar bekluset JTit
3019,2
MWB 1 546,49; Bearbeiter: Diehl
beklûsenen, beklôsenen
swV.
‘jmdn./sich in einer Klause unterbringen, einschließen’
er het mir huͤte minen mut / mit rewen so verseret, / ich was vil nach
bekeret: / ich wold mich beklosent han ErzIII
65,47;
da was der munich gehuset, / bevestent und beclusent Vät
30368.
– übertr.:
di [von Herodes getöteten Kinder] wurden mit der
engel schar / in himelreich bechlausent Suchenw
33,32
MWB 1 546,63; Bearbeiter: Diehl
beklutern
swV.
‘jmdn./etw. beflecken, beschmutzen’ (überw. mit Refl.-Pron., oft in
Reimstellung zu lûtern):
also wirt der sundere wiz, / der sich hat beclutteret, / swen her wirt
gelutteret / [...] / mit ruwen und mit buzen HeslApk
4729.
18057
u.ö.;
daz iz [das sündige Fleisch] von dem meine / worde
luter und reine, / da ez was mite beclutert HeslNic
4155
MWB 1 547,7; Bearbeiter: Diehl
beknappen
swV.
‘sich mit Knappen ausstatten, Knappen in seine Dienste nehmen’
von Konstenz byschof Hainrich / und der von Basel het auch sich / behert und
beknapt WhvÖst
16671
MWB 1 547,15; Bearbeiterin: Baumgarte
beknëhten
swV.
‘sich mit knehten ausstatten, Diener in seine Dienste nehmen’
swelch hêre sich betragen wil des rehten, / der mac sich leider kûme nû
beknehten RvZw
139,8
MWB 1 547,19; Bearbeiterin: Baumgarte
beknüdeln
swV.
zu knode.
‘sich (in einer Schlinge) verfangen, verstricken’
ich han auch mich beknudelt / und lang dar uff gestudelt [mich
darauf verlassen] / daz minez hertzen inseln / vor leide wurden
winseln, / ob mich ir trost niht salbet Minneb
2351
MWB 1 547,23; Bearbeiterin: Baumgarte
beknuodelen
swV.
‘jmdm. vernehmbar werden’
mír becnûodelet mînes wínes [meines
Geliebten] stimma Will
77,1
MWB 1 547,29; Bearbeiterin: Baumgarte
beknuodellichen
swV.
‘jmdm. als bekannt erscheinen’
mír becnûodelet [La. becnûodellichet
] mînes wínes [meines Geliebten] stimma
Will
77,1
MWB 1 547,32; Bearbeiterin: Baumgarte
beknüpfen
swV.
‘etw. verknüpfen, verbinden’
damiti is bicnuphphit allirleigi dinc daz gianivangit wirt mit
girichti Mühlh
120,21
MWB 1 547,35; Bearbeiterin: Baumgarte
beknüseln
swV.
‘jmdn. beschmutzen’
sie hat auch mich gemuselt / mit irre mynne uͤseln / und tut mich auch
beknuseln, / daz ich vor leide bin worden swartz Minneb
2372
MWB 1 547,38; Bearbeiterin: Baumgarte
bekobern
swV.
‘sich sammeln, erholen’
wand sîn eines manheit / diu tetes [sie, die
Feinde] unstätelîchen / an einen vurt entwîchen. / dâ bekoberten sî
sich Iw
3733;
Herb
8869;
dâvon sich kurzlich / Albreht der furste rîch / an bezzerunge bekobert, / daz
er den siechtum überobert Ottok
68541;
manic kneht sich bekobert, / dem buoz wart sîner armuot ebd.
10891.
16549;
Hadam
233,5
MWB 1 547,42; Bearbeiterin: Baumgarte |