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ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   bünec - buoc    


bünec Adj. vgl. enbünic Krone 10764. – wohl ‘gesinnt, gewillt’ (vgl. F. Bech, Zu Heinrich Frauenlob, Germ. 29 (1884), S. 7; FrlWB, 49): kan dich die minne machen [...] zu milte bünic Frl 5:25,15

MWB 1 1097,9; Bearbeiter: Tao

bunge swF. ‘Trommel, Pauke’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 170f.; Schiller/Lübben 1,451): mit dramne [= drabene ] recht sam zu tantze, / in sprungen und in sprantze / und gar hochverteclich iz [Pferd] get / wan man uf di phertpueke slet. / iz wil wesen ungedrungen / so iz hort slan di bungen [vgl. Iob 39,19-25 ] Hiob 14560

MWB 1 1097,13; Bearbeiter: Tao

bunge swM. eine Pflanze, ‘Bachbunge’ (? vgl. Marzell 4,1056ff.): nim den gepulveroten pungen, sagin [= sâg in ] an di wundun, so heilet siv Ipocr 153

MWB 1 1097,20; Bearbeiter: Tao

bunnen V. Ansatz unsicher, Bed. unklar: daz lieht der claren, waren sunnen, / diu elliu lieht enzundet, di sunder sine kraft von nieman brunnen [La. di sine kraft von nieman bunnen ] JTit 6060,4

MWB 1 1097,23; Bearbeiter: Tao

bunt Adj. bei nicht-attributivem Gebrauch vom Subst. bunt stN. nicht klar zu trennen. 1 ‘(schwarz/  grau-weiß) gefleckt, gestreift’ , vom Pelzwerk
2 ‘rot-weiß gestreift’ , vom thüringischen Wappen
   1 ‘(schwarz/  grau-weiß) gefleckt, gestreift’, vom Pelzwerk: guotiu kleider hêtens an / von pfelle, roc unde dach; / gefurrieret man darunder sach / lûter veder die wârn bunt Wig 7404; ein rîlich belz, vêch unde bunt, / wart an ir blôzen lîp geleit KvWTroj 9086; Lancelot [...] slug einen bunten mantel umb sin heubt Lanc 606,3; die [Maria] hette an ir vergult gewant / vnde was mit bunte vmmegeben. / [...] wer gehorte ie mere / von so richeme cleide / mit buntem vnderscheide PassI/II 134,10; von zobel bunt, von hermîn vêch / wârn diu wâpenkleit bezogen Reinfr 17141; eine guldine krone / schon uf irme houbte stunt, / und ir kleidir warin bunt [mehrfarbig, bunt?] ] PfzdHech 190,11. – in der Wappenbeschreibung: sîn schilt mit siben strichen was / vil wol bedecket überal, [...]. / von kelen viere wâren rôt, / und wâren drî vêch unde bunt KvWTurn 643. – von der Hautfarbe eines Menschen: dô schouweten disen bunten [La. puncten ] man / al die wunders kunden jehn, / die mohtenz dâ mit wârheit spehn: / Feirefîz truoc vremdiu mâl Parz 758,2 ( vgl. er truoc agelstern mâl ebd. 748,7; s.a. buntgevar). – von Tieren: man beizet mit dem raben und mit der bunten kra Frl 5:37,1; da sach ich hermelyn bont und grys / und ander dierchen swaers und wys MinneR 497 861    2 ‘rot-weiß gestreift’, vom thüringischen Wappen: ir wâpencleit lâzûrblâ, / dar uf der bunte lewe dâ / was geströut wol lusticlich [vgl. Anm. z.St. und Herb 1329f. ] Kreuzf 902

MWB 1 1097,27; Bearbeiter: Tao

bunt stM. 1 ‘etw. zum Binden’
1.1 eigentl.
1.2 übertr. ‘Fessel, Zwang, Gewalt, Macht’
2 ‘Art des Einwickelns’
3 ‘Verknüpftes, Verbundenes, Bündel’ , bildl.
4 ‘Bürde, Last’
5 ‘Bindung, Verbindung, Vereinigung’
5.1 allgemein
5.2 ‘Verbindung der Steine in der Mauer’
5.3 (Würfelbrettspiel:) ‘Vereinigung von zwei oder mehreren Steinen auf einem Feld’ (eine vor gegnerischem Schlag sichere Stellung, vgl. DWB 2,517 und buf 2 )
5.4 ‘Verpflichtung, Vertrag, Vereinbarung; Bündnis’ (s.a. DRW 2,566f. mit weiteren Belegen)
6 ‘Verschlossenes, Geheimnis, Rätsel’
   1 ‘etw. zum Binden’    1.1 eigentl.: – ‘Verband einer Wunde’ deheines arzâtes bunt, / swie rehte wol er binde, / mirn frumet niht HartmKlage 1815. – ‘Band, Fessel’ der punt [ des schildes, die Schildfessel] was durch den spitz getzogen Suchenw 3,132    1.2 übertr. ‘Fessel, Zwang, Gewalt, Macht’ unde wil got den menschen villen / unde [...] mit suͤche en beguzet, / nymant ist der [...] tu en gesunt / der suche widir gotis bunt Hiob 4660; er [Gott] ist uß bunde der naturen fri Mügeln 4,2. 289,8; Pilatum nam des wunder / daz Jesus [...] dâ stûnt / ûf des letzten urteils punt / zû sterben und ze leben / und wolde im doch nicht geben / antwort gên der vrâge sîn JvFrst 7652. bunt der minne, minnen bunt: mich bant der minne bunt SM:Had 13: 2,9; daz ist warer minnen bunt, / wenne kus ist vrunde zeichen HeslApk 4366; och schaffet dik der minne punt / das vil zits glich wirt als ain stund KvHelmsd 3221; HeidinII 1144. bunt der helle, des tiuvels, der sünden, des tôdes: diu kerge schuof den êrsten mort, der manigen brâht hât in der helle bünde SM:JvR 1: 15,13; so vergeit in got ir suͤnd / und chuͤmpt iͤr vreunt auz dez teufels pund Teichn 90,30; in den bunden / der houbethaften sunden / gebunden HeslApk 4465; Mügeln 369,5; wan vur in [Christus] erstûnden / von des tôdes punden / di tôten di erkucket heten / vor langer zît di prophêten JvFrst 10345; Mügeln 168,3. sloz und bunt u.ä.: sit dv [Gott] bist sloz vnd bvnt / der tieff, der breit ein selden port, / der svͥnde ein heil, der sele hort TürlArabel *A 2,14; di hie ir trewͮ prechen / an der minne, den werd chunt / der schanden sloz und auch ir punt: / all rain vrawn sein im gehaz! Suchenw 24,297. – ‘Heilkraft’ di salbe sal habin den bunt / daz si mache gesunt PfzdHech 318,37. – eher umschreibend: ich weiz wol daz du [Christus] gotes kint / bist an alles zwifels bont HvNstGZ 3433; er bolt [= wolt ] nymmer sunten / und nur puezzen in staeten punten Teichn 150,16. – ‘bindende, zwingende Beweiskraft (einer Rede, eines Arguments)’ wan vol ist myns herzen munt / rede, di hat craft unde bunt Hiob 12126; damit bewiset offenbar / ist, das nature nam ir nar / uß gotes tugent [...]. / die red und ouch der rede bunt / macht keisern, künigen, fürsten kunt [...], / das die natur ist gar ein troum, / wo sie nicht fürt der tugent zoum MügelnKranz 2273; von der wîsen rede punt / di si von im [Jesus] hôrten / ûz der schrift bewêrten worten JvFrst 8686    2 ‘Art des Einwickelns’ Nicodemus ouch dar kam, / [...] und bewante in [den Leichnam Christi] an der stunde / mit dem lînîn nâch dem punde / als di juden phlâgen JvFrst 11202    3 ‘Verknüpftes, Verbundenes, Bündel’, bildl.: drivalt inein gedrungen unde einlich indriu geflohten / bist dû: der stric hât allen sin werlichen übervohten; / nie gedanke mohten / gebrechen in die bünde sîn KvWLd 32,8; durch tagalt wolte ich gerne / mit einer schiehen hinden / schalclîchez rîten lerne, / diu schalkes bünde kunde wol verbinden / und ouch der widerloike meister wære Hadam 491,4; ich han ungelukches pund / oder dez gelukches hauffen Teichn 443,4; der selige Job geziret, / mit tugenden durch floriret [...]. / [...] Job, der tugende bunt Hiob 273    4 ‘Bürde, Last’ hât iemen sorgen swæren bunt, / den trûric muot bestricket hât, / der strîche wîplîch güete dar Winsb 15,7; ich han einen swaͤren punt / der mir aller hertist leit, / daz ich nicht wizzen chan die zeit, / wann mich der tod greiffet an Teichn 20,4; zu welchir zit der sunder / irsufzit in herzen ger / leidende groze sunde, / bichtende ire bunde, / alzuhant er werden sol / ledic siner sunden mol [= mâl ] Daniel 5678; Hiob 5127; Teichn 383,52    5 ‘Bindung, Verbindung, Vereinigung’    5.1 allgemein: er wart für uns geletzet / dô er am kriuze wart verwunt. / lop habe der drîer bunt KLD:Kzl 2: 16,19; eine persône hete Christ / in zweir natûre punde JvFrst 9259; merket dise bünde [die feste Verbindung von tugent und maze ] Frl 5:90,11; [eine Rippe] die nie entsloz den ersten bunt [verwendete Gott für die Erschaffung der Frau; gemeint: die Bindung der Frau an den Mann hat nie aufgehört (FrlWB)] ebd. 8:20,5    5.2 ‘Verbindung der Steine in der Mauer’ des gezimt wol der stein [der siebte Edelstein krisolitus ] [...] in dem tiefen vullemunde [der Himmelsstadt, vgl. Apc 21,19f.] , / wen her heldet wol zu bunde / daz werk daz her heldet, / daz iz nicht enspeldet HeslApk 21864; daz ieslich quader sinen bunt / ober ein mochte wol halden ebd. 22032; wie ho ein man sin zimmer richt, / an [= âne ] künste bunt doch muß es fallen nider Mügeln 1,10    5.3 (Würfelbrettspiel:) ‘Vereinigung von zwei oder mehreren Steinen auf einem Feld’ (eine vor gegnerischem Schlag sichere Stellung, vgl. DWB 2,517 und buf 2): swenne ichz ie mê verbieten [den Gegner überbieten] wil, sô sul ich nemen der bünde war WernhSpr 65,12 (vgl. Anm. z.St.); Aristôtiles was kunt / diu mære von dem agetstein [...]: / des gwan er beide wurf und ouch den punt / vor aller pfaffheit Wartb(S) 163,3; daz êrste spil ist buf genant; / daz flôr der prinze, er brach die bunde sâ zehant; / des gab er leben unde lant KLD:Schulm 1:2,5. – übertr.: sist [ si sc. div vil ewige sicherheit (die dritte der fünfzehn himmlischen Speisen)] fri vor valscher lage. / si hat wurf vnde bunt, / vnstetekeit ist ir vnkvnt Martina 261,45; du haltest ein verlornes spil, / din bunde sint zertrennet, / du kriegest unreht, wann din gespil / die warheit baz erkennet HeinzelJoh 21,2    5.4 ‘Verpflichtung, Vertrag, Vereinbarung; Bündnis’ (s.a. DRW 2,566f. mit weiteren Belegen): daz si di sættz vnd di bvnde alle stæte halten UrkCorp (WMU) 482,43; swelhes bundes od swelhes gelubes min herr, bischof Gotfrid, mit mir ennain wirdet ebd. 573,27; dâvon er im müest tuon / zuo der selben stunt / etlicher gelubde bunt Ottok 40968; du solt Tarsiam schone han, / und setz ir auff disen punt: / ‘er gebe goldes ain pfundt / wer ir den magtum well nemen!’ HvNstAp 15630; er gab dem fride ainen punt / und kußt sy an iren roten mund. / aller erst ward der frid gantz ebd. 5823; wie Cristus und die kirche stan / in kuntschaft nach des rechtes bund Mügeln 89,8    6 ‘Verschlossenes, Geheimnis, Rätsel’ das word ist got in allen seinen pünden, / das ewig word kan niemant hie durchgründen. / war got, das ist das ewig word, / der sin, der ist verslossen FrlSuppl 10:203,16; Clingesor, der âventiure bunt / mache den vrouwen und dem Dürgenherren kunt / und sage in, waz sie hiez der ritter [Subj.] mîden, / wan der âventiure grunt daz mîden gar besliuzet Loheng 2274; daz ist auch der worhait ploz. / si hat nyndert chainen punt, / si stet dem menschen vor dem munt Teichn 330,65. – ‘Rätsellied’ beid still und auch gar lisen / sliess ich üch uff hie disen bunt, / hie wirt üch kunt / gesanges grunt / in siben künst geleit FrlSuppl 8:214,18 (vgl. Anm.  z.St.). – unklar, ob hierher (vgl. DWB 2,517): land euch den bunt / dez rehten meres [ = mæres ] kuͤnden HeinzelJoh 18,5; hie hebt alrerst dez meres bunt ebd. 41,1

MWB 1 1097,59; Bearbeiter: Tao

bunt stN. s.a. bunt Adj. ein kostbares Pelzwerk, häufig in der Verbindung grâ und bunt. „Als grâ oder grâwerc werden die Felle vom Rücken des grauen Eichhörnchens bezeichnet; die weißen, mit dunklen Rändern gesäumten Bauchfelle des Tieres heißen bunt oder buntwerc” (Brüggen, Kleidung, S. 60 mit Belegsammlung Anm. 166): si trûgen grâ unde bunt SAlex 6069; Serv 137; dô gap man sînen degenen ze kleidern grâ unde bunt NibB 59,4; Kudr 156,2; KarlGalie 13530; MorantGalie 399. grâ, härmîn unde bunt u.ä.: ouch was dâ gereit / wol drîer hande cleit, / grâ, härmîn, unde bunt Iw 2193; Wig 1703. 9077; Eracl 1952; ouch kouften si dâ / bunt, hermîn unde grâ Ottok 73106 u.ö. vêhe unde bunt: ein bette [...], / dâ man grôze rîcheit sach: / mit samît überdecket, / [...] dar obe lac vêch unde bunt Schlegel 692. – zusammen mit hermelîn genannt: die ermel werdent underzogen / mit hermelîn und mit bunt Ottok 25280; guetter chlaider tausent par, / die under czogen wern gar / mit hermel und mit punden Seifrit 2727; dusent vederen de warent bunt / ind dusent de warent hermelin KarlGalie 8260. – zusammen mit phellel, samît, ziklât etc. genannt: phellil unt bunt LAntichr 335; vil guotiu kleider hêtens an / von bunt und von samîte Wig 7301; ciglat, purper, samit, punt, timit, rosat, palkin JTit 1451,2; HvNstAp 5899

MWB 1 1100,10; Bearbeiter: Tao

buntbrief stM. ‘Vertrags-, Bündnisurkunde’ ouch hant die von Basel, von Costentz, von Zu̍rich [...] in dirre gelu̍bde und buntnu̍sse in selben us behebt ir erren eide und buntnu̍sse nach den gelu̍bden als ir erren buntbrieve stant ane alle geverde UrkBasel 4:107,21 (a. 1333)

MWB 1 1100,38; Bearbeiter: Tao

buntgevar Adj. wie bunt Adj. 1, vgl. buntvar : aldâ der heiden [ Feirefîz ] bunt gevar / saz Parz 764,14

MWB 1 1100,44; Bearbeiter: Tao

büntnisse stFN. ‘Vertrag, Abmachung’ daz ich mich vnd all mein erben der vorgeschriben puntnuͤsse han verpunden UrkCorp (WMU) 2169,29,26; das sú stet habin die buntnuse, die wir dauor getan habin fur vns vnd fur vnser nachkomen UrkHohenz 1,110 (a. 1301 kopial); daz auch di vorgenant suͦn, richtigung, tæding und puͤntnuzze, di zwischen uns gemachet sint stæt [...] beleiben MGHConst 5:232,37 (a. 1315). – ‘Bündnis’(?): ich rât ouch sî [sc. wercman ] [...] sich des sunderlîch bewarn, / daz sî dhein büntnuss under in / iht stiften, wan ir ungewin / und ouch der stat sich dâ von mêrt HvBer 9618. – weitere Belege s. DRW 2,571

MWB 1 1100,46; Bearbeiter: Tao

buntschuoch stM. ‘ Schuh aus Leder, der mit einem Band zugebunden wird’ (vgl. LexMA 7,1573f.; Heyne, Hausaltertümer 3,285): ob da inder von einem bockvelle / si ein alter bvntschvͦch? FabelCorp 37,201; zwen rindrin buntschuoch Bauernh 427; zwên rôte buntschuoche, / die man mit riemen swinde / im zuo den beinen binde Ottok 20021; swer affen und tôren welle jagen, / der sol sich warnen buntschuoch Quodlibet(W) 1156,22. – feinerem Schuhwerk gegenübergestellt: phui, daz er verwâzen sî, / er gemachter dienstman! ─ / niht baz ich in ahten kan [...] als bî stivaln buntschuoch Helbl 4,782. – als Bestandteil von Personennamen: F. Davm der Puntschvch UrkCorp (WMU) 349,35

MWB 1 1100,60; Bearbeiter: Tao

buntvar Adj. ‘mehr-, vielfarbig’ amandinus ist ain stain, der ist puntvar oder vêchvar, alsô daz er mangiverbig ist BdN 435,29

MWB 1 1101,11; Bearbeiter: Tao

buntwërc stN. ‘gestreiftes Pelzwerk’ (s.a. bunt stN.): zu hand des andern morgens vrû / legtin an sich die helede / manchin purpur schône und edele, / beide buntwerg und hermîn / mit breitin lîsten zobelîn, / in gesniten ze gewande Eilh(L) 2067; dy ediln Tartirn und di richin di tragin sidin gewant und guldin tuch, gevutirt mit vuchsin balgin odir mit buntwerke odir mit hamstern odir mit zoblin MarcoPolo 17,19. 25,11. 74,11

MWB 1 1101,14; Bearbeiter: Tao

buobe swM. 1 ‘Knecht, Diener (für niedere Tätigkeiten)’ (Knappe, Trossknecht, Hofdiener, Kriegsknecht, Tagelöhner, Marterknecht), z. T. mit verächtlichem Nebensinn und in 3 übergehend
2 unter Zeugnisunfähigen (neben Kindern, Frauen, Wahnsinnigen, Meineidigen etc.) genannt, unklar, ob wegen Nicht-Volljährigkeit, Unfreiheit oder schlechtem Leumund
3 ‘zuchtloser, ehrloser Mensch’
3.1 allgemein
3.2 ‘Übeltäter, Bösewicht’
3.3 ‘Fahrender, Spielmann’
3.4 ‘jmd., der an einem Glücksspiel teilnimmt, Spieler’
3.5 als Schimpfwort
4 in Vergleichen zum Ausdruck eines elenden, erbärmlichen Zustandes, Anblicks
5 Schachfigur, Name des achten Bauern bei Heinrich von Beringen
   1 ‘Knecht, Diener (für niedere Tätigkeiten)’ (Knappe, Trossknecht, Hofdiener, Kriegsknecht, Tagelöhner, Marterknecht), z. T. mit verächtlichem Nebensinn und in 3 übergehend: der köche, küchenknechte, / buoben und garzûne / und swaz dâ pedûne / in beiden hoven mochte sîn, / des küniges und der künigîn HvFreibTr 4355; schiltkneht unde buoben Ottok 11435; die hofschelk daz gar hart muot: / puoben und schintvessel / [...] triben in vor dem tisch entwer MüOsw 3320; pei dem tier [ mertracken ] verstên ich die pœsen puoben und die verræter und die ungetrewen schintvezzel BdN 235,9; den graben sach man si fullen ─ / des hulfen in die buoben ─ / daz man über die gruoben / ân geruste gie Ottok 10922; dô wart der ellenthaft [König Ottokar] [...] den buoben ze teil. / die machten in blôz unde bar, / wand si zugen im ab gar / harnasch unde kleider ebd. 16710; WhvÖst 18084; mit ganzer volleiste / hânt buoben burgerlîchen schîn / burger die went ritter sîn, / ritter die hânt herren namen Reinfr 26907; item das ain yeder pueb ist pflichtig ze gien vor den oxen vnd wägen in der stat ze Trint vnd sol die hant haben auf der teixel, das er chain person oder tier oder anderen dingen laid thue oder schaden StatTrient 155; darzuͦ wellent si, daz chein werchman noch puͦb auf die mietstat [Platz, wo die Tagelöhner gedungen werden] ge, wan der sein tagwerch gewurchen muͤge StRMünch 186,28; die schürpher vnd die buobin Martina 56,91. 73,1. 171,42    2 unter Zeugnisunfähigen (neben Kindern, Frauen, Wahnsinnigen, Meineidigen etc.) genannt, unklar, ob wegen Nicht-Volljährigkeit, Unfreiheit oder schlechtem Leumund: wir sullen iuch wîsen wer niht geziuge mac gesîn: diu kint diu niht ze iren jâren komen sint, unde wîp, [...] unde buoben und die sô tump sint [...], und die unsinnic sint unde blinden und tôren SpdtL 90,7; SchwSp(W) 14,3; ez mag auch kain buͤbe niemens geziuk sin umbe kain gulte oder des iemen schaden muge gehaben, ane daz iemen an den lip gat oder umbe ein e, da sint si wol geziuk umbe StRAugsb 128,23; man sol wizzen, wer zwech [l. zewch ] gesein mag oder nicht, daz sint chint, die zuͦ irn tagen nicht choͤmen sint ze vierzehen iarn, und weib [...]. puͦben [ ‘Burschen unter 18 Jahren’ (? so Glossar z. St.)] muͤgen auch nicht zewch gesein StRMünch 333,23    3 ‘zuchtloser, ehrloser Mensch’    3.1 allgemein: manic ahpêr herre hât buoben muot Renner 6907; luoder, muotwille und spil / machent frîer buoben vil ebd. 6316; fraw Mynn, ir seyt ain krankes weib: / ir tragt fail ewrn leib / als ain gemaines freuwelein / (wie mocht ir leichter gesein?) / dann munichem [l. den munichen ] und pfaffen, / lottern, pueben und affer [l. affen ] HvNstAp 218    3.2 ‘Übeltäter, Bösewicht’ wir setzen ouch, ob ein biderbe man [...] einen buͦben duͦrch rechte verschulte sache slahe, oder stoze, oder werfe, daz die bezzerunge dar umme an uns unde an deme rate ste WüP 7i,12 (= UrkCorp 2302,19 ); ob keiner boser lichter man oder ein buͦbe spreche die wort, die an gotes oder an der heiligen ere ge WüP 7i,17; swaz arme liute haben behalten / in welden, in velsen, in talen, in gruoben, / daz siht man leider freidige buoben / sô gar ûz strîchen und durch varn / daz wênic ieman sich kan bewarn Renner 6898; pueben [...]dw da treibent missetat, / poͤzz gepaͤr und poͤzew wort Teichn 439,19    3.3 ‘Fahrender, Spielmann’ die in [ spillaͤuten, die mit vnzuͤchtigen worten vnd werchen, mit schelten vnd mit poͤsem gesang den laͤuten dienent ] staͤtikleich geben vnd grozzew gab, die tuͦnt totsuͤnd, von dez wegen daz si die puͦben [ histriones ] vnd die suͤnder auf haltent RechtssA G11,17; weitere Belege s. RechtssWB, S. 186.    3.4 ‘jmd., der an einem Glücksspiel teilnimmt, Spieler’ so verbuͤtt man allen buͤben allerleie wuͤrfelspil in allen winhofen WüP 96,10; der eine buob verspilet sîn gelt / vil nâch, daz im ein klein beleip HvBer 9143. 9371 u.ö. (vgl. unten unter 5)    3.5 als Schimpfwort: swaz auch der geschiht fuͤrkumet, daz man also spricht, er ist ein buͤbe, oder sie ist ein huͤre [...], daz sol geintzlich und gar am rate sten WüP 45,2    4 in Vergleichen zum Ausdruck eines elenden, erbärmlichen Zustandes, Anblicks: ich engefar nymer nacket fur keinen guten man als ein buͦbe, so mochten sie wol wenen das ich verurteilt were als ein diep Lanc 107,24; sus lac er [der getötete böse Kaiser Julianus] offenlich geschant. / [...] vil kleiner herschefte pflac / gelich wol einem buben Pass III 161,41; als einen leiden buben / liezen sie do loufen in. / sus gienc er her unde hin / zuslagen und beroubet MarLegPass 24,296; von einem wîbe wart er [Sisera, vgl. Idc 4,21 und 5,26] betoubt: / [...] der lac als ein buobe dâ tôt Renner 6893    5 Schachfigur, Name des achten Bauern bei Heinrich von Beringen: der snitzer hab in sinnen wol, / wie man einn buoben snîden sol. / er mach in etlich mâze blôz, / sîn har vil reide unde ouch grôz. / daz er ein buobe sî bekant, / mach er im in die grehten hant / drî würfel, daz gehœrt in an HvBer 8553; diu bühse, die der buobe treit, / bediut uns mit bezeichenheit / boten, die die brieve tragent ebd. 9386 u.ö.

MWB 1 1101,23; Bearbeiter: Tao

buoben swV. refl. ‘ein Lotterleben führen’ da von wie sich der phaff puebt, / dar an sol sich nieman chern. / wer sew nicht well mynn und ern, / der sol in doch nicht smach erpieten Teichn 167,70

MWB 1 1102,63; Bearbeiter: Tao

buobengâbe stF. ‘Gabe für Spielleute, Fahrende’ aber anders poz guͦt daz vnrecht gewunnen ist, [...] alß daz guͦt da mit verchawft oder gechawft ist gaistlich guͦt, oder der posen frawen lehen, vnd puͤbengab, vnd etwann spilgelt RechtssB A22,20. L28,1

MWB 1 1103,3; Bearbeiter: Tao

buobenîe stF. s.a. buoberîe . ‘Zuchtlosigkeit’ wan alle bvͤbenie vnd ietel wort vnd darvon man ze lather braht wirt, daz weren wir an allen ziten vnd an allen steten SpitEich 25,5; des beide hoch gerichte sold verdriezen / der verfluͦchten malat buwenien! / galgen, reder, hurde vor in die kristenheit wol mochten vrien JTit 250,3; von bubenîe und von lotterfure HvFritzlHl 107,26; ~ trîben Renner 16225

MWB 1 1103,9; Bearbeiter: Tao

buobenlëben stN. ‘zuchtloses Leben, Lotterleben’ do buͦbenleben er gewan SHort 4128; dacz [ = da ze ] hoff hat wenich ieman gewin / an der [außer wer] pubenleben chan, / schelten, springen als ein man / der da hat dw sinn verloren Teichn 277,21; [wenn er] nympt sich puebenleben an, / so haist er ein schalkch, ein pulian ebd. 461,145; ~ trîben ebd. 190,58; puebenleben und gampelweis ebd. 192,20

MWB 1 1103,18; Bearbeiter: Tao

buobenliute st.Pl. Schachfigur, Name des achten Bauern: ich wil [...] des lesten venden leben [...] betihten [...]. / sî heizent buobenliute HvBer 8548

MWB 1 1103,26; Bearbeiter: Tao

buobenplaz stM.(?) ‘Platz für Glücksspiele’? (vgl. Glossar z. St.): ez sol auch dhein leiggeb [= lîtgebe ] bei seinem aide niht gestaten dheins bubenplatz in seinem hause. wer, daz man si daran funde so sol man si straffen NüP 161. – vgl. daz phorzich was der buoben [Spieler] plaz HvBer 9130

MWB 1 1103,29; Bearbeiter: Tao

buobenspil stN. ‘schändliches Treiben’ wiͤrt er [Geistlicher] treiben puebenspil, / so hat mann auch nicht anders vil / als einen andern pueben frey Teichn 167,53; ez treibt iezunt niem so vil / poser wort und puebenspil / als etleich ritter und etleich phaffen ebd. 461,102

MWB 1 1103,35; Bearbeiter: Tao

buobenstrigel stM. ein Schimpfwort: und manic ander bœsewiht, / Gebûrnvînt und Galgenswengel, / Lasterbalc und Rüdenbengel, / [...] Landesmort und Buobenstrigel Renner 1691

MWB 1 1103,41; Bearbeiter: Tao

buobenwîse stF. ‘Art der buoben (s. dort unter 3), Zuchtlosigkeit’ ein dorf ist Pubendorff genant; / da von sind dw man geschant / dw da treibent puebenweis / und gewinnent der vrawen preis. / dw da sind von Loterlant / und dw selben lauͤt bechant / von Puebing und von Lotertal, / man sol sew vahen uͤber al. / sew sind guten lauten ein grat Teichn 190,63

MWB 1 1103,45; Bearbeiter: Tao

buoberîe stF. s.a. buobenîe . ‘Zuchtlosigkeit, Schandtat’ triuwe, zuht und wârheit, / [...] sint vertriben / ze hofe und an ir stat sint beliben / liegen, triegen, ribaldîe, / loterfuor und buoberîe Renner 1150; sy traib groß biebery / und darzuͦ haimliche buͦlery FrSchw 181; si [Flanea] hat getan mord und main / an den dry junckfräwen rain, / unnd tribt buͤbry vil / mit deß zauberers spil ebd. 4969

MWB 1 1103,53; Bearbeiter: Tao

buoc stM. 1 beim Menschen ‘Obergelenk des Armes oder Beines’
2 beim Tier ‘Vorderbug, Schulter’
3 übertr. ‘Biegung’
   1 beim Menschen ‘Obergelenk des Armes oder Beines’: – ‘Schulter’ dô geswal im [Eneas, der von einem vergifteten Pfeil am rechten Arm getroffen wurde] der arm / von dem bûche [l. buoge, vgl. ahsel in V. 11914 ] unz an die hant En 11885; das er [...] das selbe schaͮff uff sinem buͦg / [...] truͦg KvHelmsd 2951. 3816. – ‘Hüfte’ ir hâr enpflohten unde lanc, / zetal in ir buoc ez swanc Wig 6293    2 beim Tier ‘Vorderbug, Schulter’ ze sînen [des Hirsches] büegen kêrter wider; / von der brust enbaste er die Tr 2886 u.ö.; doch wizz, daz diu glider an dem menschen aigenleich achsel haizent und an den tiern haizent si püeg BdN 19,31; ver [= vrou ] Hersant lief nach im drin / mit alle wan [ wante ‘bis’] vber den bvc ReinFu K,1169; er [...] legete ir also vil nider [...], / daz er in dem blute watte / dem rosse vnz an die buge Herb 8857; den rossen auff di püge / der stoß ward ungefuge, / das in di puege furen auß / und sassen hinden auf den stauß HvNstAp 6317; daz ich daz ors mit sporn sluoc / weder zen lanken noch in den buoc, / dâ hinder eines vingers breit / dâ der surzengel ist geleit Greg 1602; SHort 3190. – als Bratenstück: ân klobwürste solt dûs nicht lân; / mangen buog / gib in, darzuo guote grieben SM:Had 20: 3,8; sy machten und prieten genug: / der den rucken, der den püg HvNstAp 9606    3 übertr. ‘Biegung’ ich dâht, zuo welhem buoge / die vart ich lieze [...]. / ach, Triege hât verfüeret / mich Hadam 452,4. 453,1

MWB 1 1103,61; Bearbeiter: Tao