Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brustvël - brûtlouften    


brustvël stN. ‘Zwerchfell’ diafragma: brustvel VocOpt 1.111

MWB 1 1067,1; Bearbeiter: Tao

brustwer stF. 1 ‘Brustwehr’ (Schutzmauer, die die Kämpfenden bis über die Brust deckt und schützt)
2 ‘Brustpanzer’ (s.a. brustsloʒ )
   1 ‘Brustwehr’ (Schutzmauer, die die Kämpfenden bis über die Brust deckt und schützt): so lit taz allihe here / oben an der brustwere / der himelischen burge HimmlJer 289; si gingen offinbâre / an ir zinnen stân / unde frâgeten uns sân / von ir brustwere / umbe daz uncundige here, / wannen daz comen wêre SAlex 5751; dâ wart helm und ringe / sô vil von im verschrôten, / daz si in mit den tôten / mahten eine brustwer / gein dem ungetouften her StrKarl 9855; StrKD 70,104; do zewurfen sie die brustwer / vil vaste mit den mangen ErnstB 1584. 2242    2 ‘Brustpanzer’ (s.a. brustsloʒ ): diu brustwere darf aver niht sin / weder horn noch bein / noch stal noch stein; / da wurde ich under irslagen. / rehten glouben sol ich haben / unde di waren riuwe / unde die guoten triuwe SüklV 753

MWB 1 1067,3; Bearbeiter: Tao

brût stF. 1 ‘Braut am Hochzeitstag, Neuvermählte, Ehefrau’
1.1 allgemein
1.2 in Verbindungen mit Verben.
1.3 in Vergleichen
2 in christl. Allegorie und Symbolik
2.1 als Braut Gottes, Christi, der Dreifaltigkeit; von der Christenheit, christl. Kirche, Mutter Maria, menschlichen Seele, frommen Christen, Geistlichen (s.a. gotesbrût )
2.2 des tiuvels brût
3 ‘Beischläferin, Geliebte’
4 ‘junge Frau’
5 als Bestandteil einer Pflanzennamenübersetzung
   1 ‘Braut am Hochzeitstag, Neuvermählte, Ehefrau’    1.1 allgemein: sineme sune ze wibe, / [...] zeiner gemahelen unde zeiner bruͦte VMos 21,2; do riten mit der broute / chindische loute, / riter gemeite, / herlich gereite Hochz 301; swen ein wert bruteguom / mit sinir brut zu hove reit Athis C* 49; nu was [...] / des landis lantsite alda, / swer wip da nam, das er iesa / vater und muͦter alzehant / kleidir gap und solih gewant [...]: / die brut er damit erte / und vater und muͦter bider zit RvEWchr 24426; si wânde iedoch, si wær sîn wîp: / [...] des morgens si ir houbet bant. / dô gap im bürge unde lant / disiu magetbæriu brût Parz 202,27; HvFreibTr 872; die mynnickliche / Lucina, die schwanger praut HvNstAp 2353; Dyamenā di kunigein / ward von im ain stoltze praut ebd. 13413. 14239; NibB 589,3. 1927,4; Wernh A 670; EnikWchr 1210; ez wirt ofte ein übel hût / eines rîchen mannes brût, / diu bitter ist und sûre Eracl 2622    1.2 in Verbindungen mit Verben. baden: daz diu brout so wol gebadet wart Hochz 603. heim leiten: so man eine liebe brut hein leitit, so sleht man den sumber vor ir und gigit unde swegilet und videllet ingegen ir, und mit meniger hande seiten spil inphahit man si PrGeorg 307,20. nemen: daz der broutegom dar chom / unde die brout zuo im nam, / daz bezeichent [...] Hochz 340; der di frouwen Gedrût / hêt genumen dâ ze brût [zur Frau] EnikWchr A II,470. werben: do hiez er einen sinen trout / werven ein brout Hochz 882. zuo legen: di preutte wurden [ in der Hochzeitsnacht zu ihren Bräutigamen] zu gelaitt HvNstAp 5933. 5928    1.3 in Vergleichen: von dere himeliscen Jerusalem, / diu gezimberet ist den reinen / uz den lemtigen steinen, / die Johannes sah [...], / nider stigen sam eine brut / von den himelen zuo der erde HimmlJer 8 (vgl. Apc 21,2); PassI/II 229,88; ain froͮde wart do unter in / sam si aine bruͦt scolten fuͦren Rol 7747; er fuor sô wol gekleidet sam eines edeln ritters brût NibB 1885,4; man sach der Sameiten / vil manchen man [Tote, Verwundete] hin leiten, / als man die dûtschen brûte tût LivlChr 10075. sam die briut(e) rîten, gên ‘festlich geschmückt einhergehen’, dann auch geradezu ‘sich in glücklichen Verhältnissen befinden, es sich gut gehen lassen’ der vierd tac diu mitwoch hiez, / [...] den êrten koufliute. / si giengen sam die briute. / die leiten ir opfer schôn / einem got [...]. / der selb hiez Mercurius EnikWchr 20314; die liute, / di dâ sam di briute / rîtent und ouch gênt / und iriu hûs mit freuden stênt / und selten iht leides wirret / und si des nieman irret ─, / die sint von Sem gar / und ouch von Japhêt ebd. 3074. 27534    2 in christl. Allegorie und Symbolik    2.1 als Braut Gottes, Christi, der Dreifaltigkeit; von der Christenheit, christl. Kirche, Mutter Maria, menschlichen Seele, frommen Christen, Geistlichen (s.a. gotesbrût ): so stat got vnde vihtet vnbe sine brut, die cristenheit Lucid 139,14; daz sint die brutluͤft da got selber der bruͤtgam ist, da die hilig christenheit diu brut ist PrOberalt 34,35; HeslApk 15008; PrGeorg 208,6; Mechth 1:22,54. du kunigin [...], / bizeihinot ecclesiam. / du sol wesin sin [Gottes] brut LobSal 221. die brût unt die gemahelen / die got im selben erkôs, / unt diu ir magetuom nie verlôs Wernh 5724; ja mugen wir si loben gerne / des himels frouwen unde brût ebd. 1313; do was ich alleine brut der heligen drivaltekeit Mechth 1: 22,48. gotis brut, du seli adilvrowi [...] / der lichami ist der seli chamerwib SuTheol 275; ich [die minnende Seele] bin ein vollewahsen brut, ich wil gan nach minem trut Mechth 1: 44,63; und úber diz tugent alle sont ir úch flissen der minne, dú ist ain brutmantel der selen, da mit si wirt got gefuͤget ze ainer brut PrGeorg 241,10; du [Seele] warst gesloffen / in ain untugenthafte haut, / wie du doch warst Christes praut HvBurg 1644. 3121. 6476; Gnadenl 3:M1,324. der brautgaum ist vnser herre, der heilige Christe. die bruͤte sint alle die, die rehte vnd christenlichen in disem leib gelebet habent Konr 22,73; allerschönst [gemeint Maria] vür allen godes brüden MarlbRh 62,14; bit dinem mund gods brüde lere, / wat herzen, wat word si sulen haven, / als man si loft ümb godes gaven ebd. 74,8; godes kind ind godes brüde ebd. 100,4. an dir lernent diͤ geistliche luͥde, / diͤ sunderliche godes brüde, / wiͤ si ir herze halden sülen MarlbRh 78,2. 10,10    2.2 des tiuvels brût: – von einem Riesen: hir veret des tuvelis brut Roth 1055. – im Vergleich, von einem hässlich aussehenden weiblichen Meerungeheuer: ûz des meres grunde gienc ein ungehiurez wîp: / si truoc an ir lîbe von schuopen eine hût. / si sach ouch dem gelîche sam si wære des tiuvels brût WolfdA 470,4. – in der Verwünschung: waz hât der künic ze trût! / jâ sol si [Brünhild] in der helle sîn des übeln tiuvels brût NibB 450,4 (vgl. des tiuveles wîp ebd. 438,4).    3 ‘Beischläferin, Geliebte’ swîge ich stille, / so ergât des tiuvels wille / und wirde mînes bruoder brût Greg 387; swer under in wolt haben ein brût, / der kom zuo einem hûs gegân EnikWchr 20344; wer hienge mich dar umbe, ob ich iuch gewünne mir ze einer briute? Kudr 1029,4; mîn herre Menelâus, / [...] hât mich niht alsô gar unwert, / daz ich des wünschen welle, / daz ir mîn slâfgeselle / werdent unde ich iuwer brût KvWTroj 21819; ezn wirt dehein veilliu broͧht / dem wisem manne nimmer troͧt StrKD 31,29. 31,103; den engeln wârn geslichen nâch / die unreinen liute / und wolden hân ze briute / die engel mit ir huore; / sô unrein was ir fuore EnikWchr 4128; daz sî dir geseit vor disen liuten lût: / si [Susanna, vgl. Dn 13] was eines jungen brût ebd. 18832. in den fünf steten vor genant [ Gomorra, Sodomâ u.a.] / wâren liut inn erkant, / die nimmer bœser mohten sîn. / man und degenkindelîn / hêten si ze briute, / die selben bœsen liute EnikWchr 4075    4 ‘junge Frau’ wir [...] froweten unsih alle / der seltsênen brûte. / ih und mîne lûte / wir wolten dâr blîven. / unde nâmen si ze wîben SAlex 5319. trût ~ als Anrede an die Angebetete: trût brût, sich mich an! KvWLd 26,11    5 als Bestandteil einer Pflanzennamenübersetzung: cicorea haizet etswâ sunnenwerbel und etswâ ringelkraut und haizt auch ze latein solsequium oder sponsa solis, daz spricht der sunnen praut BdN 394,20

MWB 1 1067,20; Bearbeiter: Tao

brûtbette stN. auch bruttebette. ‘Brautbett, Hochzeitsbett’ do si gitorste an ein bruttebette / chomen mit dem manne Litan(M) 672; Cranc Joel 2,16; HvFritzlHl 162,5; swaz ein man und ein fraw vederbat [ = vederwât ] an ir praeutpett pringent StRMünch 368,19; dc siu got mit minnen giziehe zi sîneme prûtpete TrudHL 138,25. 138,20. 140,15; dv solt ze broutbette gan / in dem himele obene Wernh A 2146; swenne der ewig got zuͦ der minnelustigen sele in das notlich brútbette wil gan Mechth 6: 1,108; enpfahe, herre, dine brúte [...] und leite si in din brútbette ebd. 7: 30,7. 5:11,24; Tauler 207,5. – in Vergleichen: sam der brutegovm fuͦr genter uz dem brûtbette sinem [ procedens de thalamo suo ] PsM 18,6. H 31,3; der suße Jhesus [...], / ein got gantz in der drivalt: / in dem glichen rame / als ein juͤnger bruͤtgame / der von dem bruͤtbette get, / und dem sin juͤgent wol an stet: / sin antlitze, als ez lache / und nuͤwe freude mache HvNstGZ 7470. – übertr.: dv [Maria] bist daz brutbette / mit alles herzen lutercheit / daz gode alleine waz bereit PassI/II 145,69; Vät 27583

MWB 1 1069,19; Bearbeiter: Tao

brûtdëgen stM. ‘Ehemann’ der vil alte brûtdegen [Joseph] / der was gewesen under wegen / drî mânôt unt ein halbez jâr Wernh 3139; der elliv herze wol mach / uon sorgen belosen, / derne wolte den froͮdelosen / vnd den reinen brutdegen / niht lazzen underwegen ebd. D 3115

MWB 1 1069,41; Bearbeiter: Tao

brûtdrüʒʒel stF. ‘bräutliche Kehle’ wie wol ruchet unser vrouwen brutdruzzel Brun 3203

MWB 1 1069,47; Bearbeiter: Tao

brûtekleit stN. 1 Bekleidung, wie sie der Feierlichkeit einer Hochzeit angemessen ist (s.a. brûtloufkleit )
2 ‘Hochzeitskleid der Braut’
   1 Bekleidung, wie sie der Feierlichkeit einer Hochzeit angemessen ist (s.a. brûtloufkleit ): da fant er einen menschen smehe / und ane brudecleit saz er. / er sprach: ‘wie bist du kumen her, / frunt, ane brudecleit also?’ EvStPaul 851. 853 (Mt 22,11f.); Tauler 402,31. 243,2    2 ‘Hochzeitskleid der Braut’ und wie got alle ding darumb git und nimmet und gestattet und verhenget, alles das dise minnencliche brut entkleit werde, umb das er sú edellichen und wunnenclichen moͤhte kleiden wider mit rehte goͤttelichen brutekleidern Tauler 398,13

MWB 1 1069,49; Bearbeiter: Tao

brûtewîs Adv. ‘als Braut’ ouch het ir vater dar geleit / kostliche rîcheit, / dô er sîn tohter sant / brûtewîs in daz lant, / da si frouwe wesen solde: / mit silber und mit golde / manic soumær volget ir Ottok 26013

MWB 1 1069,61; Bearbeiter: Tao

brûtgâbe, brûtgebe stF. ‘Geschenk an die Braut’ sponsale : brutgeba, brvtgaba SummHeinr 2:481,380

MWB 1 1070,1; Bearbeiter: Tao

brûtgebende stN. ‘Kopfschmuck einer Braut’ ir stund das prautgepende / so zierleiche pesunder HvNstAp 18380

MWB 1 1070,3; Bearbeiter: Tao

brûtgesanc stN. ‘Hochzeitslied’ allez geslæhte gelovbiger lobe begê brvtgesanges [ totum genus fidelium laudes celebret dramatum ] PsM H 44,1

MWB 1 1070,6; Bearbeiter: Tao

brûthüeter stM. ‘Brautführer, -hüter’ (vgl. Weinhold, Dt. Frauen 1, S. 371f.): paranimphus: bruthuͦter VocOpt 3.088

MWB 1 1070,9; Bearbeiter: Tao

brûthüeterinne stF. ‘Brautführerin, -hüterin’ paranimpha: bruthuͦterin VocOpt 3.089

MWB 1 1070,12; Bearbeiter: Tao

brûthülle stF. dünner, feuerroter Schleier, mit dem die Braut ihren Kopf und ihr Gesicht verhüllt: flammeum: bruthuͤll VocOpt 18.006. 17.114

MWB 1 1070,14; Bearbeiter: Tao

brûtinne stF. ‘Braut’ daz riche der hemele ist glich den czen juncvrowyn dy do nomen ere lampyn unde gyngen inkegen dem brutegum unde der brutynne. sundir do waren fumf torechte unde fumf wize EvBerl 146,27 (Mt 25,1)

MWB 1 1070,17; Bearbeiter: Tao

brûtlachen stN. ein Wollstoff (eine besondere Art des Scharlachs? Vgl. Brüggen, Kleidung, S. 271): ein brûtlachen von Gent, / noch plâwer denne ein lâsûr, / het an geleit der freuden schûr: / daz was ein kappe wol gesniten / al nâch der Franzoyser siten Parz 313,4; brûnez scharlach brâht von Gint, / daz man heizet brûtlachen Wh 63,23

MWB 1 1070,22; Bearbeiter: Tao

brûtleich stM. ‘Hochzeitslied’ mit süezem minnesange, / (daz sint epithalamica) / mit den brûtleichen wart sie dâ / in daz palas gecondwieret LvRegSyon 3212. – s.a. brûtliet

MWB 1 1070,29; Bearbeiter: Tao

brûtleichen swV. ‘sich vermählen’ so ist verboten jn decretis, daz niemen jn disen ziten brutlichen sol unze nach ostern uber siben naht PrMill 425

MWB 1 1070,33; Bearbeiter: Tao

brûtleite stF. ‘Hochzeit’ Marke der hiez an der vrist / den lantbarûnen allen sagen, / dazs inner ahzehen tagen / alle ze hove kæmen [...] ze sîner brûtleite Tr 12549

MWB 1 1070,36; Bearbeiter: Tao

brûtlich Adj. ‘hochzeitlich, Hochzeits-; bräutlich’ brutlichem bette bereitet als gemehelt [ nuptiali thalamo preparata ut sponsata ] PsM H 101,2; do sach er einen da sitzen an bruͤtlich gewæte PrOberalt 166,13. 166,19 (gewant); mit brutlicher wete HeslApk 4749; ein brûtlîchez kleit Kröllwitz 4299; HeslApk 20784; Reinfr 24937; EvAug 53,14 (Mt 22,11); briutlîchen stuol Reinfr 10885; swenne so ein brutegoum / durch sinen brutlichen rum / geseze in sinem brutestul HeslApk 3220; an der prautlichen hochzeit [ festum nuptiarum ] HvHürnh 37,8

MWB 1 1070,40; Bearbeiter: Tao

brûtliet stN. ‘Hochzeitslied’ der sêle wuof, der engel schal / rihten sich zesamen dâ / und sungen epitalamicâ. / daz bediutet hôhiu brûtliet KvHeimHinv 1049; die engel singent her und dâ / êpitalamitâ: / daz betiutet ‘hôhiu brûtliet’ Georg 1009. – s.a. brûtleich

MWB 1 1070,52; Bearbeiter: Tao

brûtliute st.Pl. ‘Brautleute, -paar’ der degen pald [...] gab yegleicher [Jungfrau] ainen man. / nu saget: wie vil wirdet dan / prewtschafft [La. prawtlewt ] und hochtzeit? / geleich funff hundert ane streyt HvNstAp 5885

MWB 1 1070,58; Bearbeiter: Tao

brûtlouf, brûtlouft stFMN. 1 ‘Vermählung, Hochzeit, Vermählungsfeierlichkeiten’
1.1 allgemein
1.2 in Vergleichen
1.3 in Verbindung mit Verben
2 ‘geistliche Vermählung, Hochzeit’ , von der Vereinigung der Christen mit Gott
   1 ‘Vermählung, Hochzeit, Vermählungsfeierlichkeiten’    1.1 allgemein: swenne dirre brûtloufte zît allerêst fure wirdit Gen 1306; nu wirt ouch nimmir mere / dehein broutlouft so here, / wan disiu nimmir zergat / unde immir ewich stat Hochz 1063; sîn fater habet sich sîner mûter geloubet / unt saz in foller brûtlofe VAlex 390; ein doͤrfelin, daz haizzet Chana, da wart ein brutluft PrOberalt 33,38; da ergie diu brutluft ebd. 34,39; hie huop sich diu brûtlouft sâ Iw 2434; der brûtloufte hôhgezît Parz 53,23; RvEAlex 18088. 15276; RvEWchr 20575. – Pl.: die brûtloufte wâren guot, des vroute sich Jacob Gen 1296; Hochz 322; Konr 22,34; PrOberalt 34,23    1.2 in Vergleichen: si waren alle samt fro, / sam di ze brutloften sint Rol 3443; herre, din ewig rich stat offen vor minen oͮgen gelich der edelsten brutlofte und der groͤsosten hochgezit und der langesten wirtschaft Mechth 4: 5,14; daz reiche der himel ist gliche worden eim menschen eim chünge, der da machet ein prutluft sinem svn EvAug 52,24 (Mt 22,1); also ein brutegam ufstunde / von dem bette mit vrouden urhaft / an dem tage siner brutlaft. / [...] glicher wis bar ane we / got di maget Brun 3411    1.3 in Verbindung mit Verben: ~ (der brûtloufte hôchgezît) begân, hân, machen, phlegen, stiften, tuon ‘eine Hochzeit feiern, veranstalten, ausrichten’ in beiden er dar nâch enbôt / daz sie mit vröuden [...] / der brûtloufte hôchgezît / begiengen vrœlîche dâ, / die er begienc in Persîâ RvEAlex 15276; RvEWchr 20594; der dac quam daz si beide ir brutloft solten han, dise zu werlichen dingen, di jungere zu gotlicher minnen HlReg 34,3; LvRegSyon 4112; sie [...] machte groze brutluft En(FSch) 1911; wie mit vil rîchen sachen / ein künic wolde machen / eine brûtlouft sînem kinde RvEBarl 3465; EvAug 52,24 (Mt 22,1); Tauler 431,24; wand er der brûtloufte pflac Parz 336,14; sîne boten er ouh sante / heim ze Kriechlande / und hîz daz lant berihten / und ein brûtlofte stiften / in allen dem gebêre, / alser dâ selbe wêre SAlex 4009; wirt du brutlouft gitan ÄJud 171. bereiten: nu sehent wie der herre sine brunloft bereit hat, sin ohssen sint geslagen [...] und sine vogele sint getoͤtet [vgl. Mt 22,4] Tauler 402,23. ervüllen: daz taten die boten, si samten uͤbel und guͦt, daz diu brautluft erfuͤlt wart [sich mit Gästen füllte] PrOberalt 165,38. 166,5. geben: sy azen unde trunken unde nomen husvrowen unde wurden gegebyn czu der brutlouft [verheiratet] EvBerl 120,1 (Lc 17,27). 103,6 (Lc 20,34). laden: da wart er ze einer brutloufte / geladen AvaLJ 57,1; PrOberalt 31,8; RvEBarl 11979; EvAug 52,26 (Mt 22,1). setzen: irrare [...] die den einvaltigen luͤten saiten daz die brutluͤft [Sakrament der Ehe] von got niht gesetzet wærn, si wærn von dem tiufel gesetzet PrOberalt 34,30. swern: daz heiltuom [...], / dâ man den briutelouft ûf swuor KvWTroj 999. volbringen: mit küneclîchen dingen / wart sîn brûtlouft volbrâht, / als es der künic hâte gedâht RvEBarl 3475. walten: Eminêus [Hymenaeus, Gott der Hochzeit] , / der aller briuteloufte wielt KvWTroj 995    2 ‘geistliche Vermählung, Hochzeit’, von der Vereinigung der Christen mit Gott: daz sint die brutluͤft da got selber der bruͤtgam ist, da die hilig christenheit diu brut ist PrOberalt 34,34; nu suͤlen wir unsern heilant vil minnenchlichen biten, [...] daz wir ze siner brautluͤft chomen und in immer an ende sehen muͤzzen ebd. 37,31; nu mag uns wundern, war umb die uͤbelen und die unrechten zuͦ den brautluften der ewigen sælicheit geladen sein ebd. 165,39

MWB 1 1070,63; Bearbeiter: Tao

brûtloufkleit stN. ‘Hochzeitsgewand’ (s.a. brûtkleit 1): die bredige usser sante Matheus ewangelio dez zwentzigesten sunnendages von eime menschen sunder brunloͮft kleit Tauler 398,3 (vgl. Mt 22,11f.)

MWB 1 1072,8; Bearbeiter: Tao

brûtlouften swV. ‘heiraten, Hochzeit feiern’ di sune diser werlde di brûtlûften und werden gigebin zuͦ brûtlûften EvBeh Lc 20,34; ist alsô di sache des menschin mit der hûsvrowen, sô fuͦget iz niht zuͦ brûtlûftene ebd. Mt 19,10. Mt 24,38. 179

MWB 1 1072,13; Bearbeiter: Tao