britelspil
stN.
‘Brettspiel’ (vgl.
brëtspil
):
prittellspill / spillen in der stuben iunge leut / die noch vnuerdrossen sind
Neidhc
103:3,1;
prittelspill / wil sich in der stuben aber v́ben ebd.
115:1,9
(= Neidh (HW)
16,19 und
Neidh
WL 2:1,9
[bickelspil]);
ebd.
125:1,8
MWB 1 1016,53; Bearbeiter: Hoffmann
britûnisch
Adj.
auch britânisch ( UvZLanz
691).
‘bretonisch’ (im Sinne der Matière de Bretagne):
Thômas von Britanje [...] an
britûnschen buochen las / aller der lanthêrren leben Tr
152;
harpfen [...] in britûnischer wîse
ebd.
3590;
er sanc diu leichnotelîn / britûnsche und gâloise, /
latînsche und franzoise ebd.
3627.
3691.
10737;
er was der massenîen / von britânischen rîchen
UvZLanz
691
MWB 1 1016,59; Bearbeiter: Hoffmann
britzelmeister
stM.
zu britze, britsche
‘leichtes Schlaggerät’ (vgl. FWB 4,1146: pritsche
1).
‘Aufseher beim Spiel’
der herr Gunderam / der must sein getecz / da lassen vnterwegen / doch ist er
priczelmaister diesen winter Neidhc
98:1,9
(= Neidh
WL 10:1,9
[bickelmeister])
– Vgl. Art. pritschenmeister, pritschmeister DWB 7,2136 (mit
zahlreichen späteren Belegen)
MWB 1 1017,3; Bearbeiter: Hoffmann
britzelslahen
stN.
‘Schlagen mit der britsche’ (vgl.
britzelmeister
):
nun will sich in der stuben freude v́ben / von den jungen
[...] / tanczen rayen singen woll / spitellslahen
prittellspill [Konj. HMS 3,288: prizzelslahen,
bikkelspil
]
Neidhc
125:1,8
MWB 1 1017,11; Bearbeiter: Hoffmann
briu
stF.
‘Frau, Braut’
vnde bin sam stete / sam ingegen des windis bru daz mele
Litan
481;
lûte / alsô rief ein eltiu briu [
: driu
] ,
‘wâ sint diu mîniu kint? [...]’
Neidh(HW)
36,11
MWB 1 1017,16; Bearbeiter: Hoffmann
briu|esse
stF.
‘Brauherd, Brauhaus’
item [der Büttel] habet ad quamlibet byrwette
[Biersteuer] unum bruͦes, de quo habet iv sol.
et xi den. WeistErf
103
(vgl. Anm.z.St.);
bruosse ebd.
107
MWB 1 1017,20; Bearbeiter: Hoffmann
briugevæʒe
stN.
‘Gefäß zum Bierbrauen’
eyn iclich byrouͤge [Brauer] , der selbir
bruͤwegefeze hat WeistErf
138;
bruͤgevese ebd.
139
MWB 1 1017,24; Bearbeiter: Hoffmann
briuhaven
stM.
‘Gefäß zum Brauen oder für Gebrautes’; nur als Bestandteil von
Personennamen belegt (vgl. WMU 1,292; Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
146f.):
her Heinrich Prevhafen der æltêr, her Heinrich Preuhafen der iunger
UrkCorp
2962,25;
bede Preuhæfen ebd.
3020A,4;
von Ôsterrîch Bertolde, / den man hîz Brûhavin NvJer
19004.
21027
MWB 1 1017,27; Bearbeiter: Hoffmann
briuhûs
stN.
‘Brauhaus, Brauerei’
cervisaria domus: pruhus SummHeinr
2:249,03.14;
ain lipgedinge, da daz brivhus auf stat UrkCorp
646,1.
937,44;
wo man [...] bruwehuße adir schengken uffrugkite in
den dorfern DRW
2,461
(MittOsterland; a. 1310);
daz si di [
feurstet
] besehen
[...] in den melczhausern, in den preuhausern, in den
packhausern [...] und anderswo, da man stetichleich feur
hat StRBrünn
395
(a. 1330);
EbnerChrist
5,22
MWB 1 1017,35; Bearbeiter: Hoffmann
briulêhen
stN.
‘Braulehen’
da selbsten ist auch ain prevlehen, daz dienet ii schot chornes DRW
2,462
(CDAustrFris; a.1316);
priwlehen ebd. (a.1305)
MWB 1 1017,44; Bearbeiter: Hoffmann
briumeister
stM.
‘Braumeister’
caupo vel cauponarius: privmaister VocBV926
3:659,14;
daz her Pernolt Noͤzel hat verlihn hern Rvdeger dem prevmeister vnd
sinen zwein svͤnen [...] dri ækher UrkCorp
768,27
MWB 1 1017,47; Bearbeiter: Hoffmann
briumeisterin
stF.
‘Braumeisterin, Frau des Braumeisters’
daz frowe Magdalen Volchmares chon gegen frowen Jevten der prevmaisterin von
Passowͤ gechlaget hat vmb einen weingarten UrkCorp
2329,5
MWB 1 1017,52; Bearbeiter: Hoffmann
briune
stF.
‘Bräune, dunkle Farbe; Glanz’
dú brúni im von der sunnen kam, / wan er vil wandlot dar an / mit blossem
hoͮpte unverdacht WernhMl
5787;
lieplîch priune, rôter rôsen rœte, snêwes wîze hât ir lîp
KLD:UvL
39: 7,1;
di [...] da namen war
[erkannten] des moren mit der bruͤne
JTit
3510,2;
in brûner brûne purpervar der meie sich nu gestet KLD:HvW
5:1,8;
swie kranc die fiole si, / [...] ir
smac und ir brune / vrowet daz gesune HeslApk
22065;
sin [des Smaragds] gruenliche brune
ebd.
7935.
– in Bezug auf die weibl. Scham (s.a.
brûn
1.6
und [mit späteren Belegen] Wießner, Komm., S. 249):
hâstû dol / nû mit dîner briune, / sô wizze, dîner schanden werden niune
Neidh(HW)
53,29.
53,18;
si liez ot aber vallen die cleider von dem libe, /
[...] ein væle was von Teserat der siden, / die hienc
si vur di bruͤne JTit
2553,4.
– übertr. ‘Dunkelheit’
swer an im treit sunden icht / in sines herzen brune
HeslApk
21675
MWB 1 1017,57; Bearbeiter: Hoffmann
briunen
swV.
‘etw. (jmdn.) braun, glänzend machen; etw. (aus)schmücken’
ich bin schone und doch sal: / die sonne hat mich
gebruͤnet HvNstGZ
7594;
sus [wie der Glaser] , werder man,
dins herzen faß / kler unde brün mit steter tugent füre Mügeln
42,14.
–
den [
knecht
] sal man
slan. / [...] man sal sine blanke hut brunen / mit
geiselstebe sere alunen Brun
9012.
–
ein mære ~
:
sol ich dir daz mere bruͤnen, / Willehalm edeler markys, / so ist
Rennewart gar ane pris Rennew
6766;
lat iu diu mær briunen Dietr
7219;
Neidh
WL 36:7,1;
Neidh(HW)
16,27
MWB 1 1018,12; Bearbeiter: Hoffmann
briuphanne
swF.
‘Braupfanne’
sartago: briuphanna / bruphanna SummHeinr
1:344,435
u.ö.; in Unsinnsdichtung:
do gewunnen sie kinde, / [...] einen drihavbtigen
tvrsen / vnde eine wol gesliffene kvrsen [einen geschliffenen
Pelzrock] / vnde eine mederine prevpfanne [Braupfanne
im Marderfell]
Wachtelm
119
MWB 1 1018,24; Bearbeiter: Hoffmann
briuphenninc
stM.
‘Brauzins, Abgabe auf Bier’
vort van den brupenningen sagin wir alsus [...]
UrkCorp (WMU)
83,35;
bruͦpennynge ind wintol, / weder spraichen sy [die Kölner
Bürger] also wol, [...] sy weder
spraichen myne [des Bischofs] assise HagenChr(G)
2804
MWB 1 1018,31; Bearbeiter: Hoffmann
briustadel
stM.
‘Brauhaus, Brauerei’
swer im [dem Herzog] in seinem prevstadel ze
Lantshvͦt piͤr prewet UrbBayS
4,209;
dez Tanners priustadel UrbBayJ
437
MWB 1 1018,37; Bearbeiter: Hoffmann
briustern
swV.
refl.
‘anschwellen, sich aufplustern’
sô diu [
henne
] an der sunne gât / und
siht neben sich ir schat, / [...] vor zorne schütt sie ir
gevider, / sô briustert sich der schat hinwider Helbl
2,1244
MWB 1 1018,41; Bearbeiter: Hoffmann
briute
stF.
‘Hochzeitsfeier, Hochzeit’
sô man ze tôde snîdet / mit swerten unser liute, / sô müezen wir der
briute [Hochzeit zwischen Paris und Helena] / engelten
alsô sêre KvWTroj
23264;
uß wasser machtent ir [Gott] wyn / zu den
bruͤden des fursten fin Pilgerf
1488;
DRW
2,465
(Lothr./ ZBergGesch.; a. 1302)
MWB 1 1018,46; Bearbeiter: Hoffmann
briutegëbe
swM.
‘Bräutigam’
vnser herr Ihesus Christus der der [...]
præuͦtgeb ist der sel GestRom
12;
dô gap man im sîn liep ze der ê. / ez ist kein brûtgebe mê / volleklîcher, ein
mahelschaz, / er schutte pfennige ûf den plaz, / dâ man im die vrouwen gap
Bussard
1034
MWB 1 1018,53; Bearbeiter: Hoffmann
briutegewant
stN.
‘Brautgewand’
Gotelint verlôs ir briutegewant [La. preuͤtlich
gew.
]
Helmbr
1631;
unde leite ir brûtgewant ane, / daz was mit golde wal beslagen JJud
1139
MWB 1 1018,59; Bearbeiter: Hoffmann
briutegom(e), briutegoum(e)
stswM.
häufig auch briutegam(e), -gum(e), vereinzelt
-gan ( StRAugsb , Teichn ), -gon (
PsM ), -gun ( WhvÖst ),
-goͮn ( WernhMl ), -gæu/gæwe (
StRAugsb ).
Pl.
brútgoͮmen Mechth
7: 35,38.
–
‘Bräutigam, Neuvermählter’
1 eigentl. 2 übertr.: Bezeichnung für Christus (Gott) als Bräutigam der Seele des Menschen
1
eigentl.:
der brutegoum cumet mit einer menie siner riter, so er sine
brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid
123,3;
Vät
35858;
swen ein wert bruteguom / mit sinir brut zu hove reit
Athis
C* 48;
her Pêleus, der briutegoum, / und sîn âmîe Thêtis KvWTroj
4564;
swenne so ein brutegoum / durch sinen brutlichen rum / geseze
in sinem brutestul HeslApk
3219;
der bræutgæwe oder diu braut StRAugsb
242,35;
bræutgæu [Dat.]
ebd.
242,8.
–
vnd gevrevt sich brvt[e]gon vber brvt sine [interl. zu
Et gaudebit sponsus super sponsam suam
]
PsM
Per 24,5;
wer eyne brut hat, der ist eyn brutegum [
Qui habet
sponsam sponsus est Io 3,29]
EvBerl
95,7;
EvAug
215,20
2
übertr.: Bezeichnung für Christus (Gott) als Bräutigam der Seele des
Menschen:
daz di sele si gotes brut, / got ir brutegom und trut
Brun
7358;
Jesus, der selen brutgoum Vät
27585;
Tauler
431,26;
PrGeorg
263,16;
SHort
5558.
– der frommen Christen (bes. der gottgeweihten Jungfrauen):
die heiligen megde [...], die
dise werlt [...] durch diu lieb vnd durch diu minne ir
gemaheln, ir brutigaumes des heiligen Cristes, mit ir broden libe vberchomen
Konr
22,14;
Hochz
711;
Agnes heilige magit, / [...] dv
di werlt fru lieze / unde dinen magittum gehieze / deme himelischen brutegume
Litan
1040;
PrGeorg
42,19;
Mechth
1:44,74.
–
den magtduͦm erent alle luͥde, /
[...] diͤ in dinen
[Marias] vuͦzsporn sint kumen / zuͦ
dinem sun, uͥrm brüdegumen MarlbRh
63,10;
muͦder ind brut des brüdegumen ebd.
130,14;
WernhMl
1367.
– der christlichen Kirche:
die brutluͤft da got selber der bruͤtgam
ist, da die hilig christenheit diu brut ist PrOberalt
34,35;
dú hailig cristenhait: dú sol gezieret sin alz ain brut engegen dem
brútgom PrGeorg
208,7;
HeslApk
9071
MWB 1 1018,63; Bearbeiter: Hoffmann
briute|labe
stF.
‘Frühstück, das den Neuvermählten nach der Hochzeitsnacht gereicht
wird’
und gab in beiden [...] / zu briutelabe stiure / ein
petit menschiure. / daz âzen vor dem bette sie HvFreibTr
857.
– Zur Sache vgl. GrimmRA
1,609f.; Bauernh
293f.
MWB 1 1019,40; Bearbeiter: Hoffmann
briutelbette
stN.
‘Hochzeitsbett’
do fuort man Betzen uf die fart / und stalt in zu dem preutelpett: / zwen
grosz stifel er an het. / als man im nun die Metzen pracht, / sprang er frölich ins
pett und lacht MeierBetz
85
MWB 1 1019,46; Bearbeiter: Hoffmann
briutelgewant
stN.
‘Hochzeitsgewand (des Bräutigams)’
ez sol auh niemen mer ze kainer hohzæit kain læinin gwant
geben wan dem bræutgæu [Bräutigam] zwai bræutelgwant und
ain badlachen StRAugsb
242,8
MWB 1 1019,51; Bearbeiter: Hoffmann |