blûc, blûwec
Adj., Adv.
unsicher, ob blûc aus blûwec verkürzt ist.
1
‘schüchtern, verlegen; schamhaft; demütig’
2
‘peinlich, unangenehm’
3
‘traurig, unmutig’
4
‘schwach, gering’
1
‘schüchtern, verlegen; schamhaft; demütig’
daz ist ir aller [
der megde
] site / daz si zem êrsten schamic sint / unde blûc sam diu kint
Er
1325;
swanne ich sprechen sol ze nôt, / [...] sô wird ich
blûc, von schamen rôt MF:Gottfr
2:3,9;
er het ê die getürstekeit, / daz er mit grimmen löuwen streit, / und was nû
worden von der scham / sô blûc und alsô vorhtesam, / daz er niht einer megde guot /
getorste künden sînen muot / und sînes herzen ungemach KvWTroj
15560;
ein magt solt also blug und also schämig sin das si keinen man mit vollen
ougen niemer solt an gesehen PrEngelb
203,77;
Seuse
481,10.
263,22;
EbnerMarg
90,16;
swer got liep hât, den kiuset man tougen / an senften gebêrden, an bliugen
ougen Renner
4502.
12519.
12639.
16661;
dez buchelînes anevanc / daz ich wol erkenne cranc / ergie mit blugem
sinne [in bester Absicht] / in sant Martinvn minne
Martina
291,89;
so wurde iv hie entslozzin / min name vnde doch vil bluc [ohne
Autorenstolz] : / ich bin geheizin brvder Hvc / ze nachnamen von
Langenstein ebd.
292,35;
der plügen junckfrawen Marien HvNördlBrf
5,2;
nun han ich ain blüg begird und ain minendes getruwen und ein diemuttiges
aischen zu dem aller barmhertzigisten Jhesu ebd.
16,82.
15,20
u.ö. (s. SchwäbWB 1,1183f.)
2
‘peinlich, unangenehm’
doch enlebet dehein man, / der ie gewan zer welte muot, / ern
habe gerne selbe guot, / wand ez erlât in blûger bete UvZLanz
8049;
vil blûge’z wart ze hove gesagt [sie wagten es kaum dem Burgherrn
zu sagen] : / der wirt vor schame was nâch verzagt Parz
164,9
3
‘traurig, unmutig’
vor leide blûwec wart der man Bit
4151;
wand langez klagen stêt niht wol, / swer liut und lant verrihten sol: / die
werdent blûwic dâvon Ottok
22862
4
‘schwach, gering’
– von der Freude:
des hat sich gemert / da von ir freude [...], /
die vor was blowig vnd lasz Krone
13541.
– von der Fähigkeit zur Abwehr:
dô was daz liut an witzen kranc. / ir vreise, ir
zouberlist sie twanc, / daz ir wer was gên in blûc RvEBarl
13133;
dêswâr ir muot ist alsô swach / daz sie an wer verdorben sint / noch
herter danne ein bliugez kint RvEAlex
6672.
– von der sozialen Stellung:
von den brusten sîner guote / liez er die gnâde sûgen /
die armen unt die blûgen Wernh
5484;
swie rîch, swie arm, swie bliuge wir sîn, / doch hœre wir alle ein lobelîn
/ vil lieber denne ein schelten: / daz hœrt gern ieman selten, / er si mehtic
oder kranc Renner
15421.
– Lit.: Palmer, Shame
MWB 1 895,21; Bearbeiter: Tao
blûcheit, blûkeit
stF.
1
‘Ängstlichkeit, Unsicherheit, Furcht’
2
‘Schamgefühl, Schüchternheit; Demut’
3
‘Zahmheit’ (vom Beizvogel)
1
‘Ängstlichkeit, Unsicherheit, Furcht’
vnde davon mit etslicher blvchait [
scrupulositas
] von uns di mazze der spise der andro wirgisazte [(wird)
das Maß der Nahrung für andere bestimmt]
BrZw
40;
nu wais der minneklich got, / daz der rain sel ist not, / daz si zu dirre
großen gob / plaukait, vorht und demut hab MvHeilGr
1090;
ein siech sol alle blugkeit hin werfen und sol dem arzade nahen, des bisin sin
genesen ist Seuse
301,12
2
‘Schamgefühl, Schüchternheit; Demut’
Parzivâl der clâre / wart des âne vâre / überparlieret, / daz wart
gecondwieret / elliu scham ûz sîme herzen dô: / âne blûkeit wart er vrô Parz
696,20;
blukait und kindes scham / twanc und der
megliche [= magetliche
] nam / die suͤzen und die claren / baide das si warent / ain tail vil
lihte schamerot, / als ir kinthait gebot RvEWh
13915
u.ö.;
diu junge süeze künigîn / was ein lützel worden balt. / si twanc diu minne und
ir gewalt, / daz si dô liez ir blûcheit KvWTroj
8535;
minn unde scham, die beide / twingent mich [...] /
diu scham, diu wil mîn êre, / diu minne mîn unwerdikeit. / owê minn unde bliucheit,
/ wie tuont ir mir sô leide! ebd.
8726;
schemelîchiu blûcheit ebd.
8797;
wîplîchiu blûcheit ebd.
21492
u.ö.;
KvWPart
15649;
Crispinn girlich sinne / uz bluͤchait da traten WhvÖst
13035.
7201.
10676;
Minneb
4872;
daz sie [Maria] nie man rehte under ougen an gesach
von schamede unde von blûkeit PrBerth
1:256,6;
du solt dine oͮgen behuͦten, das sie sich nit wildicklichen hin und her
werffen, und aller meist, so ein man gegenwúrtig ist oder mit dir redt
[...], das du mit froͤwlicher blukeit dine oͮgen nider
werffest Seuse
481,4;
des [...] got ergebenen hertzen Marien rainigkeit und
plugkeit HvNördlBrf
16,5
3
‘Zahmheit’ (vom Beizvogel):
der dem grimmen vederspil die gir / verhabt
[...], / man muoz im dâ nâch bluwikeit jehen
Wh
317,8
MWB 1 896,9; Bearbeiter: Tao
blûclich, bliuclich,
blûweclich
Adj., Adv.
1
‘schüchtern, verschämt, verlegen; ängstlich; demütig’
2
‘besonnen, zurückhaltend’
3
‘traurig, unmutig’
1
‘schüchtern, verschämt, verlegen; ängstlich; demütig’
ir gebærde was vil bliuclîch, / einer megede gelîch Er
1320.
1489;
Iw
2254;
Parz
33,20.
633,28;
Tr(M)
743
(La. zu schemelîche);
bliuclicher schame güete KvWTroj
8822.
8709.
8038.
16132;
RvEAlex
1050;
RvEWh
13815;
PleierMel
914;
GTroj
8821;
ain magtt one schande, / [...] für den küng
bluglichen gie ebd.
20133;
des muͦz ich uz den hælmen lesen / min tihten als ein stupfelman, / der
bluͤglich [ohne Selbstbewusstsein] nach hin slichen kan,
/ swaz in da spruͤch entrise, / daz min zunge unwise / samen und fuͤge WhvÖst
1498;
Flegetânîs der heiden sach, / dâ von er blûweclîche [mit großer
Scheu (Nellmann, Parz)] sprach, / im gestirn mit sînen ougen /
verholenbæriu tougen Parz
454,18;
ein teil si blœdeclîchen [La. bluglichen;
besorgt] sprach KvFuss
2796;
bluglich und hinderkomen GTroj
6843;
swaz guotes der mensch hât, daz er niht diemüeteclîchen üebet unde blûclîchen
behüetet, daz nimt vil selten guot ende DvASchr
334,17;
swer nu gotez leichnam wirdicleich enpfâhen wil der schol seinen gaist uben in
sehslai andaht. [...], cze dem vierdem mâl in bluchleicher
dimut MvHeilFr
59.
62;
Renner
12072;
Seuse
42,20.
49,31
2
‘besonnen, zurückhaltend’
unrehtez gâhen sûmet dich. / [...] vil schône der
ersprenget, / als state ims verhenget, / mit vil bliuclîchen siten, / und hât den
gâhen schiere erriten HartmKlage
1561;
ein teil blûweclîche / antwurte der videlære KlageB
3566
3
‘traurig, unmutig’
herr, geruochet ir / eine rede bescheiden mir, / umb waz die liut in Ôsterrîch
/ gebâren alsô blûclîch? Helbl
15,40;
darzuo sach man in gebârn / blûclich âne mâzen, / daz er solde lâzen / sîn
vînde underwegen Ottok
30780;
frô und niht blûwiclich ebd.
95802.
62698
MWB 1 896,48; Bearbeiter: Tao
blûdemic
Adj.
‘weich von Charakter’
ein blûdemigez wîp, / diu von ungebærd ir lîp / ze der zît niht enthalten kan,
/ sô diu gnâde sie bestêt LvRegSyon
2857
MWB 1 897,20; Bearbeiter: Tao
blüegeln
swV.
‘brüllen’
des er blüegelte als ein ber Virg
635,4
MWB 1 897,24; Bearbeiter: Tao
blüegen
swV.
Oder ist belüegen, -lüejen anzusetzen?
‘brüllen’
er begunde sêre blüegen [
: vüegen
]
Virg
631,8
MWB 1 897,26; Bearbeiter: Tao
blüejelich
Adj.
‘blühend’
kunftiger salden bluwelich, / ewic vreude dir schenkende, / unser stete
gedenkende / behalden vurbaz dir suze / die gotliche gewalt muze Macc
260
MWB 1 897,29; Bearbeiter: Tao
blüejen
swV.
auch blüegen
(
KvWPart
3758
), blüewen, blû(w)en.
1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1 von Pflanzen 1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten
Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw. 2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , übertr. 3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet : ‘aufgeblüht, blühend’
1
intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1
von Pflanzen:
dô sach ich drî wînrebe / brozzen unde bluon, zuo zîtigen
berigen sich machen Gen
1950;
dâ stuont manic boum sô frumer, / der aldaz jâr obez
truoc, / [...] und anderhalp doch bluote
UvZLanz
3947;
Macer
53,3.
76,5;
Pelzb
121,8;
die blüenden vier wochen, / sô der vil süeze meie în gât /
unz an daz, dâ er ende hât Tr
538.
– in Vergleichen und bildlichen Ausdrücken:
alse div lilie unde div rôse uz den dornen bloͮt,
same wart div unser rôse, .s. Maria, uon den iuden geborn
Spec
96,25;
ir antlütze wart missevar, / daz ê in hôhem gemüete /
baz danne ein rôse blüete Wig
7608;
daz spil [...], / dar inne
der tôt als ein dorn / in dem meien blüete ebd.
7629;
der was der minne ein blüender stam Wh
88,12;
o frouwe, / aller tugent ein blüende ouwe, / rôsegarte
dornes ân SM:EvS
1: 7,7
1.2
vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten
Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.:
–
in sîner blüenden jugent Tr
295;
RvEWchr
21600;
HvNstAp
13014;
sin minnekliches junge bluͤiendes leben Tauler
231,30;
diu wunderlîche schœne / der blüejenden Îsôte
Tr
17805.
16007;
dô Jêsus mennischeit / der tôt an dem kriuze müete, /
innen des sîn leben blüete / ûz der gotlîchen sterke Wh
219,26.
–
sîn herze an vreuden bluote UvZLanz
7794;
fröiden hôchgemüete blüet mir an der selben stunt, / dô
si sprach daz süeze wort KLD:UvL
44: 4,4.
53:7,2;
in freuden swebt und bluot / sîn herze und sîn muot Ottok
90145;
des sîn sælde immer blüete / und sîn unverswigeniu güete
Wh
463,9.
–
unte íh ôuh dés uváre tûo, óbe dîu plebs catholica
[...] blûoie in studio uirtutum Will
107,17;
diu was ein bluome der güete, / ir herze in tugent blüete
Wig
6117;
wie er an tugenden blûnde was Kreuzf
316;
wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete
Wig
3186;
LvRegSyon
1620;
Tristant, der triuwen blüende, / der ie durch êre müende / was sînen
ritterlîchen lîp HvFreibTr
6513.
–
‘entstehen’
ein leit von dem sheiden bluͤt, / daz kan langen kummer bern Rennew
33546.
– von rhetorischer Ausschmückung:
wâ nu rîcher künste hort, / wâ schœne rede, wâ blüende wort
[...]? HvFreibTr
2;
zu volbringene diz mêr, / daz sô blüende hât unz her / mit schœner rede
betichtet / mîn hêrre meister Gotfrit von Strâzburc ebd.
12;
ein lob mit blünder sprüche ris Mügeln
116,6
u.ö.
2
tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, übertr.:
diu [
kemenâte
] was alsô gehêret / mit einem bette gêret, / daz mich mîn armuot immer
müet, / sît d’erde alsölhe rîchheit blüet Parz
242,30;
ob sie [Sarazenen] der walt noch kunde blüen, / wir
suln sie doch mit strîte müen UvEtzAlex
9947;
daz mich ir sterben muͤwet / und ymmer sende swære bluͤwet Rennew
9230;
daz muͦz [...] herzebernden kummer bluͤwen ebd.
11896.
16364
3
Part.-Adj. gebluot, geblüejet: ‘aufgeblüht, blühend’
ez tuont diu vogelîn schîn, / daz siu die boume sehent gebluot MF:Veld
18,2;
ir lant was über allez jâr / als miten meien gebluot
UvZLanz
205;
swie diu heide stêt gebluot SM:KvT
7: 1,9;
unsen wingarten der gebluet stat Brun
605
u.ö;
[sie] kâmen hin gegangen / vil vruo und in dem touwe / ûf
die gebluoten ouwe / und ûf daz wunneclîche tal Tr
17352;
daz sol diu werde mir vertragen / daz ich ir lop sol hôhe sagen, / si wol
gebluotez meienrîs KLD:WvM
5:2,10
MWB 1 897,33; Bearbeiter: Tao
blüejunge
stF.
‘Blühen’
du bist, herre, min labunge und ich din bluͤjunge
Mechth
5: 20,4;
die lúhtende bluͤjunge ir
[Marias] schoͤnen oͮgen ebd.
5: 23,69
MWB 1 898,39; Bearbeiter: Tao
blüemekîn
stN.
‘Blümchen’
ich hân ein plüemikîn / gebrochen UvLFrd
244,21.
568,10
MWB 1 898,43; Bearbeiter: Tao
blüemelîn
stN.
auch blüemelî, blüemel.
‘kleine Blume, Blüte’
maniger hande blüemelîn / lachent ûz des meien touwe / gên der
liehten sunnen schîn SM:JvW
1: 2,1;
nû ist heide wol geschœnet / mit vil manigen blüemelîn gemeit
SM:KvL
7: 1,2.
15:1,9;
dú bluͤemel der gamillen SHort
8379.
5379;
Wig
4992;
Frl
5:77,2;
PrGeorg
264,26;
dîn liehter schîn muoz iemer sîn / mîn meie und mîniu blüemelîn
SM:Ta
1: 5,4;
eya wer gehilfet mir des, das ich noch an der cronen ein
klein bloͤmelin moͤge sin [...] ? Mechth
7: 1,127.
– übertr. zur Bezeichnung des kleinen Flecks auf der Stirn der
Bienenkönigin:
er [Bienenkönigin] hât auch an der
stirn ain weiz plüemel [vgl. in fronte macula quedam, quasi quodam
diademate candidatus
] , dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern peinen
BdN
288,27.
– bildl. für ‘Jungfräulichkeit’ (vgl. bluome):
sie wolde daz blüende blüemelîn / irs blüenden magettuomes wern
HvFreibTr
702.
– spez. ‘Vergissmeinnicht’ (s.a. bluome):
blumelin [vgl. Anm. z.St.] daz erste ist, / wechset
uf gar ane mist Daniel
1693.
2578
MWB 1 898,45; Bearbeiter: Tao
blüemeln
swV.
nur Part.-Adj., ‘mit Blumen bestanden’:
eine heide breite [...], / diu schône geblüemet
[La. geblumelt
] was Mai
70,5;
ûf daz geblüemete [La. geblumelt
] velt / sluogen si ûf ir gezelt ebd.
70,9
MWB 1 899,3; Bearbeiter: Tao
blüemen
swV.
s. a.
bluomen
und
geblüemet
Part.-Adj.
1
‘etw. mit Blumen schmücken’
2
‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1 konkret 2.2 übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
3
‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
1
‘etw. mit Blumen schmücken’
v́nser bétte ist uuóla geblûomet Will
24,1;
dâvon siht man nû die heide / wol geblüemet und den walt
SM:HvT
2: 1,3;
wie der meie blüemet manig velt SM:KvL
19: 1,4;
der meie het dâ wol sîn gras / gerœset und geblüemet
KvWKlage
2,8;
der naturlich gebluͤmter anger Seuse
374,23.
– refl.: ‘Blüten treiben, blühen’
swâ diu rebe sich blüemet, / dâ fliuhet daz gewürme dan
KvWLd
32,243
2
‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1
konkret:
manec storje dort geblüemet reit, / gelîch gevar der heide
Wh
20,8;
der samît geblüemet was / mit dem golde von Kaukasas
Wig
10695;
ir kleider sint gezieret, / gebluͤmet und florieret
HvNstGZ
7559;
ob iuwer lîp nu kamphes ger, /
[...] sô werdent hie geblüemet / in
wâpencleider [so kleidet Euch in Eure Rüstung]
wünniclich, / sô zierent iuch KvWSchwanr
966
2.2
übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
ein wîp, diu ir wîpheit / wider ir selber liebe treit
[...], / die sol diu werlt alle / wirden unde
schœnen, / blüemen unde crœnen / mit tegelîchen êren Tr
18056;
daz er geblüemet wart mit lobe KvWTurn
1099;
ir lop blüemen unde rœsen / solten alle zungen
KvWLd
1,231.
–
‘ etw. rhetorisch kunstvoll ausschmücken’
die brief mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet Loheng
7577;
ob ich daz sunderlichen gepruͤven kunde mit gebluͤmten worten
JTit
897,2;
mit geblumter rede Minneb
469;
Frl
11:1,9;
Cranc
Vorr. Dn 271,15.
– refl. ‘sich selbst loben, sich (einer Sache) rühmen, prahlen’
des wil ich offenlîche mich / vor al den Criechen rüemen / und des
mich selben blüemen / daz ich ander valscheit nie / mit untriuwen gen dir
begie RvEAlex
20156;
er liss hoffertigen man / sich selber hoche blümen / und och mitt
güfte rümen GTroj
8231;
wan si wolden sich ho blumen / ob alle lute und dor an / daz nymant
mochte wan sy han / von gote bekentnisses waz Hiob
4820
3
‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
e daz Adam ward geplumet, / da waz ich vor gotez augen Teichn
354,38
MWB 1 899,8; Bearbeiter: Tao
blüemîn
Adj.
‘aus Blumen, reich an Blumen’
ieslîchiu ob ir hâre truoc / ein kleine blüemîn schapel Parz
234,11;
bluomîniu schapel ebd.
776,7;
Wig
10520.
11300;
der turnei al stille stêt / ûf einem blüemînen plân Parz
386,29;
sus zinste man im blüemîn velt ebd.
544,11;
ûz dem her sîn cundewieren was / ab dem blüemînen gras / von
manegem rîter sêre wunt Wh
467,10
MWB 1 899,50; Bearbeiter: Tao
blüemunge
stF.
‘Ausschmückung (der Rede)’
unde dovon ist iz ouch, daz unse tolkunge der blumunge sinir rede vor nicht
gehossen [laufen] kunde den andirn [vgl.
unde accidit, ut prae ceteris florem sermonis eius translatio non
potuerit conservare
]
Cranc
Vorr. Jes 7,11
MWB 1 899,58; Bearbeiter: Tao
blüetebërnde
Adj.
‘Blüte tragend’
swa sich die minne zweiet und sinniclich vereinet, / da wirt ir frucht gemeiet
mit bluͤde bernden vreuden ungeweinet JTit
1905,2
MWB 1 900,1; Bearbeiter: Tao
1blüetelîn
stN.
(Dimin. zu
bluot
stMF.) ‘kleine Blüte’
der êrste morgenrôt was der wille des vaters, der ander was diu underbougikeit
des sunes, der dritte was, dô ir beider geist undergreif daz minneclîche aller
lûterste blüetelîn, daz iene swebete umbe daz megetlîche herze Marîen
Eckh (Pf)
638,38;
daz Cristus menschlich natur an sich nam in einer unteillichi der materien,
[...] und also der angenomennen gemeinen menschlichen
nature entwúrte [entsprach] daz rein bluͦtli in der
gesegneten Marien lib, da er liplich gezoͤw von nam Seuse
333,16
MWB 1 900,5; Bearbeiter: Tao
2blüetelîn
stN.
Dimin. zu
bluot
stN.
von einem kleinen Kind:
dar umb wil ich nit, daz sin junges bluͤtli also vergossen werd Seuse
121,18
MWB 1 900,17; Bearbeiter: Tao
blüeterîch
Adj.
‘reich an Blüten’
reiner wîbe süezez lachen / mac baz sendez trûren swachen /
danne ein blüeterîcher hac KLD:Kzl
5: 3,6
MWB 1 900,20; Bearbeiter: Tao
blüetevarwe
stF.
‘Blumenfarbe’
mit maniger hande liehten blüetevarwe PrBerth
1:223,20
MWB 1 900,23; Bearbeiter: Tao
blûgen
swV.
1
‘unentschlossen werden (sein), zögern’
2
‘schwach werden, schwinden’
1
‘unentschlossen werden (sein), zögern’
des zwîvelte diu ûzer schar / [...], / die blûgten an
ir strîte Parz
411,29
2
‘schwach werden, schwinden’
da von in chraft vnd verch / muost blougen vnd swinden Krone
12041
MWB 1 900,25; Bearbeiter: Tao
bluhen
swV.
‘brennen, leuchten’
daz lieht, daz da blvhet vz der kerzen, daz bezaichent den
heiligen Krist, gebornen von der meigde Spec
34,25
MWB 1 900,30; Bearbeiter: Tao
blunt
Adj.
aus afrz. blond (Suolahti 1, 68).
–
‘blond’
er gerte zallen stunden / der liehten, der blunden / Îsôte
von Îrlanden / und vlôch die wîzgehanden Tr
19382
u.ö.;
UvTürhTr
234.
629;
der werde bluͤnde Rennew
19115;
diu reine werde bluͤnde / Bearosine ebd.
29106;
diu lûter und diu blunde KvWTroj
7596;
KvWPart
7906;
Helenâ diu blunde KvWTroj
20680
MWB 1 900,33; Bearbeiter: Tao
bluoge
stF.
→
bliuge
MWB 1 900,41;
bluombolle
swM.
‘Blumenknospe’
loͮb het es rebloͮbe gelich, / und ainen bluͦmbollen wonneklich / obenan an
sinem stil, / noch schoͤner denn ain rose vil WernhMl
3152
MWB 1 900,42; Bearbeiter: Tao |