blâweitîn
Adj.
‘waidblau’
sin [des personif. Mai] ros ist die heide breit; /
so ist die decke sin / blaweitin blüemelin Herbst
34
MWB 1 863,35; Bearbeiter: Tao
blæwen
swV.
→
1blæjen
MWB 1 863,38;
blæwen
swV.
‘etw. blau machen’
der ander gar in himel varwem schine / als der saphir mit ciclade geblewet
JTit
3777,3;
ein ciclade geblewet was al sin dach der sarwe ebd.
3779,1;
der swan mit perlîn was durchgraebt / und der ougen sehen mit saphier geblaebt
Loheng
5322
MWB 1 863,39; Bearbeiter: Tao
blâwling
stM.
Fisch mit bläulicher Färbung:
fuͥnfzig zins blaweling von far und fach und von den hofstetten FWB
4,567
(Kläuli, Schweiz.Urbare; a. 1331)
MWB 1 863,45; Bearbeiter: Tao
blâze
swM.
eine Bezeichnung des verkleideten Narren (vgl. ahd. blâzen
‘blöken’, AWB 1, 1188 )? Oder als dialektale Var. zu
blôʒ
(vgl. Anm.z.St.)?
dô sach si den blôzen [= Konjektur; Laa. blaczen,
vmberaten, tvͤmmen
] , / der ein tôre solde sîn HBirne
232
MWB 1 863,49; Bearbeiter: Tao
blebzen
swV.
→ blabezen
MWB 1 863,55;
blech
stM. oder stN.
vgl. blek Schiller/Lübben 1,354.
‘Platz, Fläche’
do wolde he eine kyrche buwin vnd inhatte des blechis nicht genuch von eime
steinigin berge vnd anderhalb von dem wazzire JenMartyr
43;
also geschath iz, daz von deme einigin korne also manich winstok wuchs, daz an
also cleinin bleche also sich breite, daz sie darundir sazin, als vndir eime dache
ebd.
55
MWB 1 863,56; Bearbeiter: Tao
blëch
stN.
Pl. auch blecher (
WolfdD
1052,2.
2014A,2
).
1
‘Platte, Plättchen aus Metall, Blech’
2
‘Platte aus Horn’
1
‘Platte, Plättchen aus Metall, Blech’
lege im ein durkel blech uon blie uf di lenden
SalArz
59,47.
si slugen das di starcken plech / nider riren von den platten
HvNstAp
7758;
ain slac frumt, do entslozzen / vil wart der niete bleche WhvÖst
8185;
Loheng
2199;
WolfdD
1052,2.
2014A,2;
eyn blyen blech Hiob
7797;
yserine blech ebd.
14804;
vnde truͦc der bischof denne vor an dem ende ein guldin
blech, daran waz geschriben ein name vnsers herren Lucid
86,11;
si [
diu wât
] was lanc unde breit, / allenthalben drûf geleit / dickiu blech von
golde Er
1994;
KvWTroj
3990;
[Martinas Gürtel] was nach gotis willen greh, / noch hate
ringgen noch daz plech Martina
22,28;
JvKonstanz
710.
– Sprichw. (?):
niuwiu blech in alten pfannen / sint tumme site an alten mannen
Renner
23467
2
‘Platte aus Horn’
eine brünje [...], / daz was
heidenischez werc / von breiten blechen hürnîn Wig
7374;
diu [
blate
] was gesniten wol ze lobe / ûz eines kocatrillen hût. /
[...] / ir glanzen blech und ir geleich / beliben
ungeschertet. / ûz stahele wol gehertet / wâren si gemachet KvWTroj
3718
MWB 1 864,1; Bearbeiter: Tao
blëchelîn, blëchel
stN.
Dimin. zu blëch.
‘Plättchen’
di mine rede man schribe, / also das sy stete blibe, / mit eynem gryffel
yserin / in eyn blyen blechelin Hiob
7796;
der wein, dâ goldes plechel inn erlescht sint, ist den
milzsühtigen guot BdN
475,3
MWB 1 864,25; Bearbeiter: Tao
blëchhantschuoch
stM.
‘Handschuh aus (Eisen-) Blech’
wer zv sulchem krige oder zvm gevechte chumt mit einem panzer oder mit einer
platen oder mit eynem spizigen swert [...] oder mit
plechhantsuchen oder mit eysenhantsochen [...] vnd des
vbersagt wirt StRPrag
29;
den eysenbúhel er vff sich pandt, / zwen plechhentschuh straich er an sein
handt Neidhc
72:3,6
MWB 1 864,31; Bearbeiter: Tao
blëchrinc
stM.
‘Panzerring’
der vil ungefuge knabe / zerret im di platten abe: /
plechring, lederpant, / was im kam in di hant, / das raiß es hin als das stro
HvNstAp
5015
MWB 1 864,39; Bearbeiter: Tao
blëchwërc
stN.
‘Gerät aus (Eisen-)Blech’
ez ist auch gesetzet, daz dehaine smide hie zu Nvremberg, der eysenwerck
wuͤrcket von flaschen, von hantschuhen, [...] und von allem
plechwerck, daz man verzinte, daz diselben maister ieder man drey knehte haben sol
darzu und einen poltzraicher NüP
127
(Art. 88d);
dehaine smide, di daz vorgenant plechwerck wurckent ebd.
127
(Art. 88h)
MWB 1 864,43; Bearbeiter: Tao
1blecken
swV.
1 intr. ‘entblößt sein, sichtbar sein, werden’
2 tr. ‘etw. sichtbar machen, zeigen’
1
intr. ‘entblößt sein, sichtbar sein, werden’
swenne si si [Zähne] lâzent blecchen
sô mahten si jouch den tiufel screchen Gen
658;
mit pleckenden zenen Parz
572,7;
er [
Cham
] sach in [
Noe
] blekchen, er newolte in dekchen Gen
741.
745;
daz diu uelt waren bedechet, / daz di erde nine blechet, /
daz si niemen machte gesehen Rol
3502;
ez was ir lîp ze wâre, / swâ er blahte, alsam ein snê
Wig
4890;
la din sitzel [Popöchen] blecken /
ein wenic durch den willen min Tannh
11,23;
der stain den do nyeman chann / wider wegen an diser frist / die weil er
unbedakcht ist / und scheinet und plekchet Seifrit
6345;
alle die sunden blecken / die wir lazen nu bestecken / in dem herzen
ungebichtet HeslApk
20289.
7045.
HvBurg
583;
(vgl. Anm. z.St.).
2
tr. ‘etw. sichtbar machen, zeigen’
als von dem süezen touwe / diu rôse ûz ir bälgelîn / blecket niwen werden
schîn Parz
188,12;
zuletzt lîz ouch der gîf unwîs / bleckin sîner erge gûf / und saite den vride
ûf NvJer
8726.
– wohl mit Ersparung des Akk.-Obj.:
maniger ist also zagehaft, daz er irschrecket, / swen er sicht einen
vremden gast, als ein wilt wof [l. wolf
] er blecket [Zähne] . / da pruͤbet man
sine unedelicheit bi Meissner
1:7,2
MWB 1 864,51; Bearbeiter: Tao
2blecken
stN.
vgl. bleken swV. ‘bellen; blöken’ Schiller/Lübben
1,355.
‘lautes Geschrei’
dar nach vloz / uf hulfe ein stimme groz / hie uz Susannen munde, / glich ir
mitte begunde / donen der alden bleken / kein ir [
exclamaverunt autem et senes adversus eam Dn 13,24]
Daniel
7573
MWB 1 865,12; Bearbeiter: Tao
blecket
Adj.
Var. zu →
vlëckëht
( ‘gefleckt, gesprenkelt’)?
do wart / [...] / mit alberinen ruͦtin / von Jacobe
dem guͦtin / das vihe virlistet gar also / das ez ze sinin ziten do / ze gelúcke dem
reinin man / dechein jungede gewan / wand das vech und blecket [Laa.
flechet, fleggoht, flecket
] was RvEWchr
6396
(vgl. Gn 30,39)
MWB 1 865,18; Bearbeiter: Tao
bleckze
swM.
‘Blitz’
ob ich wece als der blecze swert min [
si accuero ut fulgur gladium meum Dt 32,41]
PsM
C 6,41;
danchet blecze [stM.?] unde wolchen got [
benedicite fulgura et nubes domino Dn 3,73]
ebd.
C 7,73;
iedoch an dem regen sind plektzenn und toner schlahent nider,
die wasser aus diessent HvHürnh
18,2;
duo got mit sinem wistuome sinen ellenden wolt lonen, / vil harte erchomen si
sich, iz was blikche und tonere [La. ward bleczen vnd doner
] gelich AvaLJ
197,10
MWB 1 865,25; Bearbeiter: Tao
1bleckzen
swV.
‘blitzen; Blitze schleudern’
in dem schine bleczentes schaftes dines [
in splendore fulgurantis haste tue
]
PsM
C 5,11;
doner unde plecze [
fulgura coruscationem
]
ebd.
143,6;
bleckeze die blichezunge PsWindb
143,6;
ob der doner zaller vrist / slüege, swennez bleczend ist, / sô vorhte man in
aver baz / dan man tuot WälGa
13244;
er haizet donron und blechzon PrSchw
1,151.
– subst. Inf.:
daz blechzen PsM
76,19.
96,4
MWB 1 865,35; Bearbeiter: Tao
2bleckzen
swV.
Intensivbildung, vgl. 2
blecken stN.
‘blöken’
er slug in ain halben an den slaf, / das er
rerte [La. pläkczat
] als ain schaff / und vil nider auff den sant HvNstAp
9408
MWB 1 865,44; Bearbeiter: Tao
bleckzôt
stM.
‘Blitz’
ih sah Sathanan alse den blechzot uallen uon dem himile EvWM
921
(Lc 10,18)
MWB 1 865,48; Bearbeiter: Tao
blêgen
swV.
→
1blæjen
MWB 1 865,51;
bleich
Adj.
‘blass, fahl, weiß’
er wart uarlos unt plaih, / di ougen im uergiengen
Rol
6423;
UvZLanz
1980;
si wehselten genôte / bleich wider rôte; / si wurden rôt unde
bleich, / als ez diu Minne in understreich Tr
11918;
Wig
8970;
er ist bleich vnde misseuare / vnde vil vbel getan
Herb
12198;
Eracl
620;
mager unde bleich Iw
6212;
RvEBarl
1707.
15327;
der man [Schlafmohn] ist drierhande:
ein mit wisen bluomen, der ander mit rosenvaren, der dritte ein teil bleicher
Macer
31,3;
dis gold ist geliche dem golde von Arabia, daz da luter und schoͤn ist und
blaich PrGeorg
94,2.
93,15;
man siht oft ainen plaichen kraiz umb die sunnen oder umb den
mônen und haizent in die laien der sunnen oder des mônen hof BdN
96,19;
man schol die rôsen prechen, wenn si sich zemâl habent auf
getân und die zemâl rôt sint under den rôten rôsen, aber die plaichen oder die
underplaichen schol man hin werfen ebd.
344,19.
– mit von, vor:
von vorhten bleich und schamerot RvEWchr
7901;
blaich von zorne irs hertzen PrGeorg
12,22;
zu hant wurdes du gevar / vor zorne bleich odir rot Daniel
2975;
ze glîcher wîs, als dâ ein mensche rôt wirt von schame und bleich
Eckh
2:85,3;
vor grosser schame blaich WernhMl
1346.
– in Vergleichen:
bleich als ein was [= wahs
] ir wangen / vnd eime toten wol glich Herb
13384;
bleich als toten uarbe SalArz
110,57;
der nît sîn vahs vil tunkel verwet als ein bleich gehilwe
KvWLd
32,76;
ir liehter wünneclicher schîn / wart vil jâmerlich gevar /
bleich alsam ein asche gar KvWWelt
238.
– in Verbindung mit gevrumen, machen:
er gefrumete manigen haiden blaich Rol
5115.
4580.
6395;
des andern âbendes gienc sî dan / dâ sî ir vrouwen eine vant,
/ unde machte sî zehant / von vreuden bleich unde rôt Iw
2203
MWB 1 865,52; Bearbeiter: Tao
bleichacker
stM.
Übers. von ager fullonis
‘Walkerfeld’
czu ent der aycucht des ubirsten tiches an deme wege des blechackirs
Cranc
Jes 7,3
MWB 1 866,24; Bearbeiter: Tao
bleichære
stM.
‘Bleicher’
umb die blaicher StRAugsb
316,22;
sich svͤln auch die blaicher chaines tuͦches underwinden ze
blaichen wan daz die mezzere gemezzen habent ebd.
316,23.
– als Bestandteil von Personennamen:
Hainr. dem blaichær UrkCorp (WMU)
335,132;
Cvͦnrat der blaicher ebd.
2233,13
MWB 1 866,27; Bearbeiter: Tao
1bleiche
stF.
swF.
BdN
438,14.
1
‘heller, weißlicher Farbton, weiße Farbe; Blässe’
2
‘Platz, auf dem Stoffe gebleicht werden, Bleichplatz’
1
‘heller, weißlicher Farbton, weiße Farbe; Blässe’
– von Gold, Kleidung:
in der bleiche goldes [
in pallore auri
]
PsM
67,14;
dis gold ist geliche dem golde von Arabia, daz da luter und schoͤn ist und
blaich [danach in G(ZW): Waz ist abir bi der blaichi dez
goldes bezaichinot? daz ist der minne úbirvart
]
PrGeorg
94,2
(App.);
swie reine si [Christen] doch mit toufe sint
begozzen, / der da so wize cleidet, unkuͤsch tuͦt di blenk [La.
bleiche
] gar ubervlozzen. / sus wirt der touf geuneret JTit
226,4;
dise bleicheit [La. bleiche
] des kleides meinet einvaltikeit der wandelunge und
unannemlichheit und lidige lutere gelossenheit Tauler
379,31.
– von der Farbe der Haut:
ir rœselehten wangen / mit bleiche sint bevangen KvWEngelh
14;
mit bleiche wart im [dem Liebeskranken]
underweben / sîn rôsenblüendiu varwe ebd.
2176;
daz wort der herzoginne gie / in daz herze, dâ von sie ein roete gevie, /
die nam ir ab ein snelliclîchiu bleiche Loheng
6930
2
‘Platz, auf dem Stoffe gebleicht werden, Bleichplatz’
daz man chainen zwilich uz legen an die blaiche vor sant
Georin tage StRAugsb
316,28;
man hat der playch ainen besundern frid und scherm und pan
gelaet [= geleget
] und genomen da niden an dem Griezz StRMünch
406,18.
21.
22
MWB 1 866,34; Bearbeiter: Tao
2bleiche
F.
ein weiß, hell schimmernder Fisch:
solea: bleicha SummHeinr
1:160,661
MWB 1 866,60; Bearbeiter: Tao |