bînenbic
stM.
‘Stich von einer Biene’
froͤd von dem suͤssen binen bick / den mir din munt kan bicken / vil mit vil
suͤssen stricken KonstBrf
55,33
MWB 1 813,14; Bearbeiter: Tao
bîne(n)korp
stM.
‘Bienenkorb’
zu leste quam er in eine stien, / dar uz gesast waren bien, / und kroch in
einen binenkar [La. benenkorpp
]
SalMark
1205;
rehte also binnen die zuͦ iren loͤchern in iren binnekorp vs vnd in fliegende
sint MerswZM
16,32
MWB 1 813,17; Bearbeiter: Tao
bînenwurm
stM.
‘Biene’
ûf der plâniure grüene / wart von in ein gestürme, / als ob
die binenwürme / sturmten umbe ein honecvaz KvWTurn
842;
KvWTroj
34656
MWB 1 813,22; Bearbeiter: Tao
bînevluc
stM.
‘(Recht zur) Imkerei’
den bineflug vnde das geiegetze [= gejageze
‘Jagdrecht’] vnde swas ich zvͦ lehenne von deme herzogen habe
UrkCorp
N279,5
MWB 1 813,26; Bearbeiter: Tao
bineʒ, binʒ
stM., swF.
‘Binse’
ûzzer binezze si worhte / eine zeinen Exod
213;
VMos
32,12;
PrSchw
2,111;
grüene binz, von touwe naz, / dünne ûf die tepch geströut Parz
83,28.
549,13;
von der pinzen [Überschr.] .
cirpus haizt ain pinz oder in anderr däutsch ain semd und wehset gern in pfüeln und
an mosigen steten BdN
390,21.
– Phras.:
wenne gîtige liute und nîdes boten / suochent an slehten binzen knoten: / des
entuont einveltige liute niht Renner
5110
(vgl. TPMA 1,485 und nhd. Binsenwahrheit, -weisheit)
MWB 1 813,30; Bearbeiter: Tao
binide
Präp.
→
benider
MWB 1 813,41;
biniden
Adv.
→
beniden
MWB 1 813,42;
bînkar, bîenkar
stN.
‘Bienenkorb’
alvear: binikar [Laa. bigenchar, binkar
]
SummHeinr
1:346,464.
2:93,162;
diu schoz snel unde wilde / sach man dâ snurrend umbevarn, / als bî den süezen
bînekarn / vil manic tûsent bîen KvWTroj
33854
MWB 1 813,43; Bearbeiter: Tao
bînlîn
stN.
‘Bienchen’
cle, wie ist din suzekeit / vergangen, daz du bist leit / wurden deme binelin
Daniel
2641;
daz jung peindl BdN
294,8.
– in Vergleichen:
alz [= alsô
] ist gefuͤget daz pinlin zuͦ dem honge, der ysop zuͦ dem balsam, dú
nahtegal zuͦ der harpfen [so wie die Seele zu Christus]
PrGeorg
287,18
(ähnl.
294,15;
PrWack
64,73.
49,30
);
baidú spaͮt und fruͦ / luffent sú im gerne zuͦ, / alse binlú dem honege nach
WernhMl
4675;
si [
die unschuldigen und die rehten
] haftent [
an unsrem herren
] alz daz binlin an dem bluͦmen PrGeorg
325,3;
si tet als dú gewirbigú binlú, dú daz suͤss hong uss den menigvaltigen bluͦmen
in tragent Seuse
96,15
MWB 1 813,48; Bearbeiter: Tao
binnen
Adv., Präp.
aus der Zusammenrückung von bî/be und innen (Kluge, 125);
vgl.
bin
Präp. und
enbinnen
Adv., Präp.
1 Adv. ‘innen’
2 Präp., meist mit Dat.: ‘innerhalb, in, während’
1
Adv. ‘innen’
er minnite sine vrouwin / in sime herzin binnin / mit
getruwelichin minnin Athis
A 35;
diu sinewelle binnen / daz ist einvalte an minnen
Tr
16931;
als ein stat, diu bûzen beslozzen ist und binnen vereinet ist
Eckh
3:396,8;
dirre abgot ist vorwar / binnen hor, uzwendic clar / erin Daniel
7904
(Dn 14,6).
–
von ~
:
so blibit der stein dicke kalt fon binnen durch die gropheit des steines
Eckh
3:470,2;
fon binnen und nicht von busin Parad
38,33
2
Präp., meist mit Dat.: ‘innerhalb, in, während’
her [
lubestuckel
] ist gut also genutzet alle der suche, di binne dem libe ist
Macer
42,6.
81,3;
malagranata, das sint di eppil di do kernichin bynnen der
schalin han Pelzb
123,30.
126,6;
binnen den stunden Herb
7988;
binnen disen trahten gie / der kamerære einer vür die tür
Tr
18178.
– zu den Wendungen
~
jmds. brôte
‘zur Hausgemeinschaft gehörig’,
~ sînen jâren
‘vor Erreichung der Volljährigkeit’,
~ sînen weren haben
‘in Besitz, in Haus und Hof haben’,
s. WMU, 1, 257f.
– mit Akk. ‘hinein in’
[wir] suͦlen ire die [
zin marc
] antwerden binnen die stat van Colne UrkCorp
N223,14.
– mit Gen.
~ des
‘währenddessen, inzwischen’
Pass III
20,23.
39,94;
EvBerl
34,12;
binnen des und diz geschach, / do wart gebozet an ir tur Vät
7208
u.ö.;
bynnen des daz sy azen, nam Jhesus daz brot unde seinte iz EvBerl
55,24.
48,2
MWB 1 813,62; Bearbeiter: Tao
bînstoc
stM.
‘Bienenstock’
swer daz cruͦt stosset unde di binstocke mit den saffe
bestrichet, di binen blibent da gerne Macer
73,3;
in dem wasser davor / stunden dikch und grossew ror /
[...] die warn als die peinstokch gros / und lang pey
sechzig schuechen Seifrit
5336
MWB 1 814,28; Bearbeiter: Tao
bînsûge, bînsouge
Subst.
Bezeichnung für Pflanzen, deren honigtragende Blüten gern von Bienen aufgesucht
werden (Marzell 2, 1161):
apiacum vel timum: binisuga, binsoͮga SummHeinr
1:194,294.
2:52,343;
balsamita: seuiboͮm, binesuga VocBV887
3:486,7;
mellilota: binisuga ebd.
3:489,44
MWB 1 814,34; Bearbeiter: Tao
bint
stN.(?)
‘Bindung, Verknüpfung’, übertr. ‘Fessel, Gewalt’
zwei ort an dem bogen sint, / in den haftet der senewen bint LvRegSyon
3657;
und pringt den man ins teufels pint / nicht so drat sam sein chint, / daz er
gewint unrechtz guͤt Teichn
339,135
MWB 1 814,40; Bearbeiter: Tao
bintrieme
swM.
‘Riemen zum Binden (an der Rüstung oder am Pferdegeschirr)’
fisceptura: bintriemen VocBV926
3:443,54;
er nam zvene boume [...] / die bant
er an sine bintriemen GrRud
F 34;
dâ man den helm dâ knüpfet, / traf in der stolze degen zier / und schriet im
abe der collier / enzwei der bintriemen stric KvWTroj
36222;
JTit
1602,2.
– bildl. zum Ausdruck der Negation:
daz nie sô grôzer haz / noch urliuges bôr / wær gewesen hie enphor / zwischen
den Stîræren / und den Salzpurgæren, / daz von dem hûse iemen / umb einen bintriemen
/ schade wære geschehen Ottok
29441
MWB 1 814,46; Bearbeiter: Tao
bint|ürn
stF.
‘Gebinde von der Größe einer Yrn (ca. 90 Liter)’ (s. Stolz z. St. in
UrkSüdtirol
3,1:155):
utrique coloni due urne, que dicuntur pinturn UrkSüdtirol
3,2:187
(ca. 1280-90);
propsturn, saltnerurn, pinturn von untailten und gemeinem wein ebd.
3,2:203
(ca. 1340)
MWB 1 814,58; Bearbeiter: Tao
bintwide
swF.
wie
bantwide
:
aber ettwie viel achtent sij so kleine / die kleine byntwiden die sij binden
alleine Pilgerf
12809
MWB 1 815,1; Bearbeiter: Tao
binunft
stM.
→
benunft
MWB 1 815,4;
bînvaʒ, bîevaʒ
stN.
‘Bienenkorb, Bienenstock’
aluearia: peivas VocBV926
3:444,74;
der per lâget der peinväzzer durch des honigs willen, wan er
izt nihts sô gern BdN
163,8.
– bildl.:
waz wünne hât der heilige geist in dem herzen, dâ er sô stæte ruowe inne
vindet, daz in mit deheinem râcherouche ûz sînem süezen binvazze vertrîbet!
DvASchr
331,2;
Baumgart
132,18
MWB 1 815,5; Bearbeiter: Tao
bînwâʒ
stM.
‘Honigduft’
waz wuͤnne hat der heilige geist in dem hertzen, da er so stete ruwe inne
vindet, daz mit deheine rache uz sinem suͤßen bynwazze mag gegen! PrBerth(K)
106
MWB 1 815,13; Bearbeiter: Tao
bînweide
stF.
‘Bienenweide’
winter, hin ist dîn gewalt, / nû hât sumer sîn gezelt / ûf
geslagen an die pînewaide SM:Go
1a: 1,3
MWB 1 815,17; Bearbeiter: Tao
binwendec, binnenwendec
Präp.
mit Gen., ‘innerhalb’
vor den luitin, die binwendic landis sin Mühlh
128,9;
daz he binnenwendic landes nimandes habe, der sin ungemach gevorderen kunne
oder muge oder wolle, an den richter alleine StRFreiberg
190,30
MWB 1 815,20; Bearbeiter: Tao
binwerf, bîwerf
stSubst.
Ansatz unsicher, Wortbildung unklar.
‘Klinge’
adel bî bœser geselleschefte / sint bœse bîwerf [La.
binwerf E] an edelm hefte, / honic in sûren ezzich
krüegen / sint senfte liute bî ungefüegen Renner
23472;
daz si ireu messer machen suln, daz di engel [Pl. von
angel, s. unter 4
] durch und durch di hefte und pinwerf gen NüP
137
MWB 1 815,26; Bearbeiter: Tao
binwis
stN.
Herkunft und Wortbildung unklar.
eine bestimmte Art von Grundstücken (vgl. Glossar z.St.):
12 binwis, der 8 sint der edeln luͥten lehen von der herschaft
[...]; duͥ andern 4 binwis geltent
[...]
UrbHabsb
1:36,10.
1:37,20
MWB 1 815,34; Bearbeiter: Tao
binʒ
stM., swF.
→
bineʒ
MWB 1 815,39;
binʒenwurz
stF.
‘Wurzel der Binse’
swem daz vih sterbe, der nem binzenwurz und snekenhuser und
pulver daz und geb daz dem vih in dem wazer zetrinken BenRez
51
MWB 1 815,40; Bearbeiter: Tao |