bettelachen
stN.
‘Bettlaken’
bette unde bettelachen / diu missevarte daz bluot
Tr
15194;
von bettelachen, richer wat / vnd spise, [...] die
gab man taugen im TürlArabel
*R 63,11
MWB 1 723,38; Bearbeiter: Hoffmann
bettelîn
stN.
Dimin. zu bette:
do ich zwene schone man / vor minem bettelin sach stan
Albert
1429;
sin bettlin waz ain kriplin PrGeorg
261,27
(= PrWack
56,42);
Mechth
7:21,31;
WvRh
14713.
14736.
– als Übers. für
lectulus:
unser bettelin daz ist gebluͤmet Seuse
496,3;
Daniel
3504
(Ct 1,15);
Eckh
3:219,4
(Ct 3,1);
Hiob
2517
(Iob 7,13)
MWB 1 723,42; Bearbeiter: Hoffmann
betteloch
stN.
‘Bettgestell’
sponda (betteloch sicut habent monachi vel sponda [
Gestell
] ) dicitur exterior pars lecti. pluteus autem interior pars lecti
SummHeinr
1:370,390
MWB 1 723,49; Bearbeiter: Hoffmann
bettemære
stN.
‘Bettgespräch’
des nahtes, dô Marke aber lac, / sîner bettemære mit ir
pflac, / er leite ir aber mit vrâge / sîne stricke und sîne lâge Tr
14028
MWB 1 723,53; Bearbeiter: Hoffmann
bettemunt
stM.
Bedemund, "Heiratsabgabe an den Grundherrn einer unfreien Frau, die ein Mann aus
einer fremden Grundherrschaft ehelichte" (LexMA 1,1781), v.a. in Westfalen und
Niedersachsen gebräuchlich, jedoch auch in Thüringen (zahlreiche Belege DRW
2,1343f.):
omnia iura utpote bettemunde, erbelose [...]
supradictis canonicis [...] tradidimus UrkErf
1,33
(a. 1210);
bettemunt datur cuius filia nubit DRW
1,1343
(ZHarz 22; a. 1340).
– jährlich zu entrichtende Abgabe (s.a. Anm.z.St.):
homines Slavi [...] dant dominica Letare vicedomino x
sol. denar. nomine betemunt singulis annis WeistErf
56
(a. 1332)
MWB 1 723,57; Bearbeiter: Hoffmann
betten
swV.
‘ein Bett, ein Lager herrichten’
1 mit Dat.d.P. 2 ohne Obj. oder mit Akk.d.S. (selten)
1
mit Dat.d.P.:
dâ diz armi wîf mit demi kindi lag, / [...] dari
gienc der bischof vrôno; / her gebettidi iri selbo scôno Anno
36,12;
betten man in begunde, / im vnde sinen gesellen al
Herb
1136;
man bette dem helde sân: / daz wart mit vlîze getân Parz
35,7.
Gen
1991;
Wig
2037;
PrGeorg
322,24.
– häufig in Passivkonstruktionen, meist mit adv. Bestimmung (wol,
samfte u.ä.):
nu wart in gebettet wol, / als man
lieben gesten sol UvZLanz
831;
RvEGer
5023;
HvFreibTr
3084.
4874;
und leiten yn in ein schön kamer da im
sanfft gebettet was Lanc
637,10;
PleierMel
11208;
Parz
191,10;
lind SHort
10534;
weich Pass III
397,49;
herte Mechth
5: 23,63;
rîche ErnstD
2878;
hövischlîche Wig
3331;
hêrlîch PleierMel
9634.
– bildl.:
im [dem im Kampf Gefallenen] was dâ sô gebettet,
/ daz her immer mêr dâ lach / unz an den jungisten tach En
12106;
KvWPart
15202
2
ohne Obj. oder mit Akk.d.S. (selten):
man het gebettet, und sie gingen schlaffen
Lanc
221,1.
392,25.
549,6;
dirre schimpf der werte / unze dô gebettet wart Flore(G)
7615;
Gauriel
96;
Dietr
4640.
–
ein bett, daz wol gebettet was Krone
13088.
– bildl.:
daz velt mit tôten betten Dietr
6002;
WolfdD(J)
10:53,2
MWB 1 724,6; Bearbeiter: Hoffmann
bettephulwe
swM.
‘Bettpolster’
nâch deme hêrwete sal daz wip nemen ir lîpgedinge vnd alliz daz zvͦ der rade
horet, daz sin [...] al gârn, bettepuͦle, kussene,
lilachene UrkCorp
606,43
MWB 1 724,32; Bearbeiter: Hoffmann
betterasten
stN.
hertez ~
: ‘Ruhen auf einem harten Nachtlager’
mit wachen und mit vasten, / mit hertem bette rasten HeslApk
1936
MWB 1 724,36; Bearbeiter: Hoffmann
bettereste
stF.
‘Bettruhe’, lange ~
übertr. für ‘ewige Ruhe (im Grab)’
man îlte si alle bringen [...] / zir langen
bettereste KlageB
2382
MWB 1 724,39; Bearbeiter: Hoffmann
betterise
Adj.
‘bettlägerig, gelähmt’, nur präd. gebraucht:
von sîner hilf ein wîp ouch gnas, / diu lange betterise was LvRegFr
4633;
ez waz einez richen herren dochter betterise van irn kintligen dagen
HlReg
66,24;
Barth
155,14.
–
~
ligen:
ein richer man lac betterise alse lange, daz vrunt und mage, wib und kint
[...] ime dez dodez bigerten HlReg
25,18;
Renner
15189;
FrSchw
3667.
3695.
7531;
EvAug
15,14
MWB 1 724,42; Bearbeiter: Hoffmann
betterise
stM.
‘Krankheit’
diz wort heilet an unz den betterise und vallende sucht der ubelen trakeite
HlReg
37,7
MWB 1 724,51; Bearbeiter: Hoffmann
betterise
swM.
zu rîsen ( ‘fallen’).
‘Bettlägeriger, Gelähmter’
ze Mastriehte wart ein petterise / gefüeret ouf einem garren. / des gebæine
sach man starren / als einer chalten leiche Serv
3180;
Titurel [...] der alte betterise lam Parz
813,16.
502,1;
der halt ein betterise wære alle sîne tage gewesen PrBerth
1:425,28;
Krone
14846;
UrkHeil
2,113
(a. 1326);
Teichn
223,19.
–
paraliticus et clinicus: beteriso SummHeinr
2:426,01.71;
do braht man im ainen betterisen alder ainen ligerlinch [
paralyticum Mt 9,2] der lach an sinem bette
PrSchw
1,124.
1,116;
KvWPant
226;
DvASchr
321,9;
EvAug
17,13.
79,13.
–
die lamen tut er gende, / betterisen ufstende HeslNic
742;
KvHeimUrst
1751;
Ottok
49628
MWB 1 724,54; Bearbeiter: Hoffmann
betterisec
Adj.
‘bettlägerig’
geræt ez [
überfluz an Speise] dir danne in diu glider, sô wirdest
dû lam oder betterisic PrBerth
1:433,20;
ein alter kranker betrisig man Minneb
4892
MWB 1 725,5; Bearbeiter: Hoffmann
betterlêhen
stN.
‘Lehen, das Betten für das bischöfliche Nachtlager bereitzustellen hat’
item est ibi [in Geggingen] betterlehen solvens
annuatim ducenta picaria BirlingerWB
310
(a. 1316).
– Zu der mhd. sonst nicht belegten Pluralform better vgl. DWB
1,1722
MWB 1 725,9; Bearbeiter: Hoffmann
betteroubære
stM.
‘Frauenräuber, Vergewaltiger’
die selben fursten der vinster die phlegent ouch in dirre welt der fursten
dirre welt, der ubelen herzogen, der ubeln rihtære, der ubelen graven, ubelen voite,
der petroubære, der notnemære [vgl. nôtnumft
] , wan die hetzent si unde sterchent si zallen citen uf die armen
christenhait Konr(Sch)
165,25
MWB 1 725,15; Bearbeiter: Hoffmann
bettesac
stM.
‘Bettsack’
ein igelich brûder sal haben [...]
einen bettesac, dâ er ûffe slâfe StatDtOrd
108,25;
der [
übele geist
] erfvllet in alles, des er mac, / als einen weiten bette sac
Warnung
352
MWB 1 725,22; Bearbeiter: Hoffmann
bettesiech
Adj.
‘bettlägerig’
ist iz daz ieman in der stede bezzerunge [während der Verbannung
aus der Stadt]
[...] wirdit bettesich MainzFriedgI
148.
136.
–
subst.
UrkRegensb
717
(a. 1320)
MWB 1 725,26; Bearbeiter: Hoffmann
bettespil
stN.
‘Liebesspiel, Beischlaf’
die wîle ouch si zwei lâgen, / ir bettespiles pflâgen
Tr
12616.
12623;
dô konde dirre junge man / mit ir lützel noch vil, / daz man do heizzet
bettespil. / dô konde siz ein wênic baz Gänslein
152;
Reiher
301;
Helbl
1,85;
ein frœlich bettespil Reinfr
14841;
daz minneclîche bettespil Fressant
191;
SM:St
8:3,5;
EnikWchr
18421
MWB 1 725,30; Bearbeiter: Hoffmann
bettesprunc
stM.
Bed. unklar; Abgabe, die die Frau nach dem Tod ihres Ehemanns zu leisten hat
(?):
mulier post obitum mariti dat unum solidum et pro bettesprung unum solidum
DRW
2,237
(StArchMagdeb. Urk. Erfurt; a. 1333)
MWB 1 725,38; Bearbeiter: Hoffmann
bettestal
stN.
‘Bettstelle’
ze einem bettestalle binden sis [Gêrlint die
Kudrun] hiez. / in der kemenâten nieman si bî ir liez. / si wolte
ir hût die schœnen slahen von den beinen Kudr
1283,1
MWB 1 725,43; Bearbeiter: Hoffmann
bettestat
stF.
‘Bett, Ruhelager’
di bettistet [
lectisternia
]
BrZw
22;
als snelle er den [Tag] ersach, / er machet sich
von der betstat Krone
7369;
wan si dekeine ruowe vant / an der vil schœnen bettestat KvWTroj
8899;
do giengens an die bettestat, / die vil heimlichen holden, / und taten swaz si
wolden RittermdN
18;
Albert
662;
AHeinr
517;
RvEAlex
1225.
–
dô hât er gemachet / alsô rîche / von bluomen eine bettestat Walth
40,3;
deheiner bettestat er phlac, / wan daz er ûf der erden lac LvRegFr
2167;
Seuse
44,27.
MWB 1 725,47; Bearbeiter: Hoffmann
bettestolle
swM.
‘Bettpfosten’
und gap ir einen slac / daz diu juncfrouwe ûf dem bettestollen gelac
WolfdD(J)
6:105,4
MWB 1 725,58; Bearbeiter: Hoffmann
bettestrô
stN.
‘Bettstroh’
ab min enimi man diz bettistro vier endin
inprenti [entzündete]
Mühlh
149,8;
daz ich irkose mich also / mit mir in minem bette stro [
loquens mecum in strato meo Iob 7,13]
Hiob
2526;
Warnung
841;
Pass III
58,24
MWB 1 725,61; Bearbeiter: Hoffmann
bettestuol
stM.
als Schlafstätte hergerichteter Stuhl in einer Mönchszelle
(s.a.
bëtstuol
):
do geschach eins males, daz er gesass in sinem gewonlichen betstuͦl
[...]
Seuse
55,18.
–
Zur Bed. des Wortes (nicht ‘Betstuhl’) vgl.
und zoh in ein kleines celleli und machet den stuͦl, da man uf sass, im selb
ze einer betstat ebd.
45,26;
na conplet gie er also kalte uf sinen stuͦl schlaffen ebd.
47,8
MWB 1 726,1; Bearbeiter: Hoffmann
betteswanc
stM.
jmdm. einen ~ tuon
‘jmdn. aufs Bett werfen’
ich [
Malfer
] tuͦn dir [
Penthesilea
] einen bette swang / daz an dem rugge du gelist / und ane wer dich mir
ergist Rennew
32002.
– Vgl. dazu die Wendung jmdn. an daz bette
swingen:
SM:Had
35:5,7.
41:3,9
MWB 1 726,9; Bearbeiter: Hoffmann |