beriuwen
stV.
1 unpersönl. mit Akk.d.P. ‘jmdn. betrüben, bekümmern, gereuen’
2 persönl. mit Akk.d.S. ‘etw. bereuen’
3 refl. (mit Gen.d.S.) ‘sich (über etw.) betrüben, (etw.) bereuen’ (meist in unpersönl. Konstruktion) 4 in der Wendung: jmdm. beruwen sîn
‘jmdm. leid tun’
1
unpersönl. mit Akk.d.P. ‘jmdn. betrüben, bekümmern, gereuen’
es soll dich nicht berewen / das du mich warnest, guter man
HvNstAp
20378.
12596;
Maximianum do berou, / daz er der herschefte enpar Pass III
490,40;
ist daz iz euch beroͤwet, / da sit ir selbe schuldic an ErzIII
56,278.
56,482;
Herb
8160;
StatDtOrd
82,29;
MinneR 481
833.
– und mit Gen.d.S.:
ab si lichte horen und sich bekeren eyn itzlicher von sinem bosen wege und
mich ouch beruywe des obils Cranc
Jer 26,3;
do berow den herren des obils, das er gesprochen hatte widir si ebd.
Jer 26,19
2
persönl. mit Akk.d.S. ‘etw. bereuen’
wir sculn iz ê beruogen, vil wârlîchen beriuwen, / mit wârer
buozze chomen zantlâzze Gen
569;
swen si niene megen betriugen vil innere siz beriuwent ebd.
920.
– mit doppeltem Akk.d.S.:
sô balden / hân wir dekeinen ritter / der unser angest
bitter / beriuwen lâze sîniu lit KvWSchwanr
829
3
refl. (mit Gen.d.S.) ‘sich (über etw.) betrüben, (etw.) bereuen’ (meist in
unpersönl. Konstruktion):
daz irs ûch icht berouwet En
4329;
swenne wir uns beruwen / und ware bichte getuen HeslApk
3276;
swer mit Jezabel unvuret, / dem ist kumftic und gereit / groz angest und groz
arbeit, / her enberuwe sich der tat ebd.
3903
4
in der Wendung: jmdm. beruwen sîn
‘jmdm. leid tun’
ich habe gesvndet myne tage / vnd ist myr noch vil selten e
beruwen TannhBu
28;
ey wie im daz beruwen was Pass III
433,19
MWB 1 608,21; Bearbeiter: Schnell
beriuwenisse
stFN.
‘Reue, Buße’
daz er sîner missetât kume zu berûwenisse unde zu bîhte
StatDtOrd
54,32;
der sunden vnd der vnzucht / zv beruenisse er quam / sine buze er drumme nam
PassI/II
196,38;
sie sal alleine sin zu deme werke daz ir gesaczit vnde sal vollenhyrten
[ausharren] in der weinungen des berunisses vnde
vochten die freisliche rede des aposteln BrEb
25
MWB 1 608,51; Bearbeiter: Schnell
beriuwesen, beriusen
swV.
‘etw. bereuen, beklagen’
die sæligen die ir suͤnde innechlichen beriuset habent in disen
hiligen tagen, die werdent hiut erledigt von den ewarten PrOberalt
78,16.
57,11.
122,25;
der sîne sunde alsô beriuse / oder anderswâ gebûzze
Erinn
24;
PsM
4,5;
maniger an der stunde / sîne sund begunde / beriusen und beklagen Ottok
32934.
36244
MWB 1 608,59; Bearbeiter: Schnell
beriʒ
stM.
‘(umrissener) Bezirk’
item darnach fragt der schultis die scheffen uf ire eide, was rechts,
herlicheit und freiheit sie dem apt theilen in dem bann und berisz WeistGr
5,686
(a. 1354)
MWB 1 609,3; Bearbeiter: Schnell
berîʒen
stV.
‘etw. umkreisen, umreißen, von etw. die Grenzen angeben’
mit dem selben steine beriz iz [die
Pustel] , iz zeget PrüllS
1,3;
du blünder salden hag, / kein zung din lob berißen mag
Mügeln
124,2;
darnach heist der schultis die scheffen aussen gehn und manet sie ires eids,
das sie meim hern von Hornbach weisen und bereissen den bann WeistGr
5,686
(a. 1354);
JTit
340,1
MWB 1 609,7; Bearbeiter: Schnell
berkel
stN.
Dimin. zu barke.
‘kleiner Kahn’
ein kleinez perkel vüert ein swan Loheng
718
MWB 1 609,15; Bearbeiter: Schnell
berkorn
stN.
‘Weinbeere’
uva: berikorn SummHeinr
1:171,23.
2:41,182
MWB 1 609,17; Bearbeiter: Schnell
bërle
stswF.
‘Perle’ (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 350-356):
ia waren die herren alle / mit phelle wole behangen / mit
golde ioch mit berelen Rol
1550;
von berlen vil wîze / knöpfe wârn geworht daran
Wig
2541;
NibB
712,3;
BdN
255,21.
– als Heilmittel:
nim mer veim vnde perlen di nicht durkel sin, mache ein
stuppe vnde tempir daz mit dem wizen eines eies vnde laz iz in di ougen
SalArz
38,24.
111,58.
– übertr. als Bezeichnung für Maria:
du berle ob allen gimmen KvWGS
1888.
– in bildl. verstärkter Negation:
wie vil er [Gott] helf ist wernde, so stet sin
helfe doch in bernder bluͤde, / daz nimmer die [Blüten]
verrisent gen einer halben berle [auch nur im Geringsten
verblühen]
JTit
6072,1.
– im Sprichw. ‘Perlen vor die Säue werfen’ (vgl. TPMA 10,318):
dâ von sprach her Frîdanc: / swer berlen schüttet vür diu swîn, / die mügen
unlange rein sîn Renner
5803
vgl.
Freid
123,6
MWB 1 609,19; Bearbeiter: Schnell
bërlen
swV.
‘jmdn./etw. (wie mit Perlen) schmücken, zieren’
diz gebet erhal in beiden werlden, / der kristen und der heiden, die sin lop
florierten unde berlden JTit
2764,4;
got unser schepfer daz gebôt, / daz in genumen hât der tôt /
[...]. / wol geblüemet und wol geberlt / ist sîner
blüenden vünde kranz HvFreibTr
34;
wol geberlt / ir wat, ir guͤrtel, ir vuͦrspan Guter
1:2,1;
Renner
21000.
4947;
Loheng
3350;
TvKulm
4276.
– bildl. ‘(in vollendeter Schönheit) herstellen’ (?) (vgl. FrlWB):
got hat dich [Minne] mit siner liebe in mich
geperlt Frl
4:20,4.
7:1,2
MWB 1 609,38; Bearbeiter: Schnell
bërlich
Adj.
zu bërn.
‘hervorbringend, gebärend’
diu sunne schînet durch daz glas und dringet daz wazzer von der rôsen; daz
kumet von kluocheit der materie des glases von der berlîchen kraft der sunnen
Eckh
1:407,3.
– wohl hierher (vgl. FrlWB):
alsam der alrunen glanz / der berendigen vrouwen schranz, / pinliche bürde
weichet [La. perlicher porten wehe
]
Frl
3:15,4
MWB 1 609,50; Bearbeiter: Schnell
bërlîn
stN.
Dimin. zu bërle:
ein cleinez snuorlîn / von wîzen berlîn Tr
10937.
11115;
perlein, rubein, palaß / und dar zu manig stain klar / waren
im gerigen [geflochten] in das har HvNstAp
11649;
ez sol in ieslîcher want / ligen zwelf karfunkelstein, / dar umb wîz berlîn
klein EnikWchr
12884;
HvBurg
5469
MWB 1 609,58; Bearbeiter: Schnell
bermde
stF.
→
barmde
MWB 1 610,1;
bermeclich
Adj.
→
barmeclich
MWB 1 610,2;
bërmeise
swF.
→
banmeise
MWB 1 610,3;
bermelich
Adj., Adv.
→
barmlich
MWB 1 610,4;
bermît
stN.
→
pergamënte
MWB 1 610,5;
bermuoter
stF.
1
‘Gebärmutter’
2
‘Kolik, Bauchgrimmen’
1
‘Gebärmutter’
du salt merken, dat harne rot wert itzwanne von groter suke,
alz in der bermoter eder von grozer grymmen OvBaierl
36,14;
ich beschwer dich, bermuoter, / bi dem vil hailigen bluote, /
[...] daz du dich nider legest / und dich niena regest
Segen2
52
2
‘Kolik, Bauchgrimmen’
Aristotiles spricht, daz des wolfes pluot und auch sein mist
guot sein für den grimmen in dem leib, den man haizt die permuoter und haizt ze
latein colica BdN
147,21;
ez [Quittensaft] pringt dick die
permuoter in dem leib ebd.
320,28
MWB 1 610,6; Bearbeiter: Schnell
Bern
Subst.
1 in lit. Texten i.d.R. ‘Verona’
2
‘Bern’
1
in lit. Texten i.d.R. ‘Verona’
sô redete von Berne der herre Dietrich NibB
1726,3;
dô sprach der helt von Berne ebd.
2245,1;
do reit dar manich got knech / bit Rothere ingegin Berne
Roth
2977;
Verona: Berna SummHeinr
1:261,158.
2
‘Bern’
wand herzog Berchtold von Zeringen die stat von Berne hat gestift
StRBern
1:3,9;
satzungen der stat Bern ebd.
1:27,1
u.ö.
MWB 1 610,18; Bearbeiter: Schnell
bern
swV.
1
‘jmdn. schlagen’
2
‘etw. kneten, rühren’
3
‘etw. treten, (einen Weg) gehen’
1
‘jmdn. schlagen’
hie vor dô berte man die jungen, / die dâ pflâgen vrecher zungen Walth
24,9;
ûf in sluog unde berte / der künec wert von Spangen
KvWTurn
834;
der turnei wart hert, / geslagen und gebert / wart dô manic man Ottok
82042;
ReinFu
K,1727;
KvWHvK
122.
–
Wate und ouch Hetele hêtenz alsô gewert, / [...]
ûf helme sô gebert / mit den guoten swerten Kudr
794,2;
di arm beginnent sich wern / und werdent ûf die rîchen bern
EnikWchr
24434
2
‘etw. kneten, rühren’
nime bilsenole unde bere daz mit wahse unde mach eine cherzen
Barth
139,34;
mische die alle under einander unde pere si vil vlîzechlîchen
wol einen halben tach ebd.
143,16.
138,24.
153,13;
SalArz
87,32.
–
‘jmdn./etw. formen’
daz ertrîche, / dar ûz her Adam wart gebert KvWSilv
3453;
so man dv́ heilige bette wort berret mit dem mvnde
DvAStaff
202;
ez habent ouch unser herren gesetzet uber den ziͤgel, daz man den wol
brennen und beren schol und in der groͤz und in dem model NüP
65;
lüg lât sich als ein weich wahs bern Marner
15,326
3
‘etw. treten, (einen Weg) gehen’
sô daz mit triten wart gebert [wenn das (Gewürz) zertreten
wurde] , / sô was dâ sûr smac erwert Parz
790,5;
der [Christus] wîse mich an bezzer
stat, / daz ich den helleclîchen pfat / iht ze lange dürfe bern Wh
38,15;
er hât die wîten strâze / leider ze lange geberte Tund
2173;
Freid
66,11;
StrKD
69,54
MWB 1 610,26; Bearbeiter: Schnell
bërn
stF.
zu tschech. berna
‘Landessteuer’ (im Ggs. zur Stadtsteuer, vgl. JelinekWB, S. 106f.):
daz dy purger nicht pern schullen geben StRBrünn
378;
und czu dem ersten mal sag wier seu vrei von allem pern und von aller
chunigssteur ebd.
384
u.ö.
MWB 1 610,55; Bearbeiter: Schnell
bërn
stV. (IV)
‘jmdn./etw. entstehen lassen, in die Welt setzen’
1 jmdn./etw. hervorbringen 1.1
‘jmdn./etw. (Tiere) gebären’
1.1.1 in hyperbolischen Wendungen ( ie, nie ) 1.1.2 übertr. im Zusammenhang mit dem Tod 1.2
‘etw. (Blumen, Frucht) hervorbringen’
2
‘jmdm. etw. (Abstraktes) gewähren, bringen’ (meist übertr.) 3 phras. 3.1
lieht
/ schîn
‘leuchten’
3.2
schate
‘Schatten bieten, werfen’
3.3
vride
‘Frieden schaffen, gewähren’
4 mit Refl.-Pron. ‘entstehen, geboren werden’ (nur Mügeln ,
wohl in Anlehnung an lat. nasci ; vgl. gebërn )
1
jmdn./etw. hervorbringen
1.1
‘jmdn./etw. (Tiere) gebären’
Curnewal und Engelant / sô wart besetzet in
ir [Isoldes] hant, / ob si niht erben bære, / daz
Tristan erbe wære Tr
12573;
wande si vns den heiligen Christ geborn hat, der ware
menisch vnd war got ist Konr
16,69;
Gen
654;
Spec
16,17.
– meist als Part. mit näherer Bestimmung:
Roͮlant hat mich gezogen. / uzer sinim chunne bin ich
geboren: / ich bin sin nahister geborn mac Rol
8824;
zwene helide uz irkorn, /
[...] warin von Rome geborn / von kuningis
geslechte Athis
A* 148;
die stat, da sie inne was geborn Herb
8333;
‘von welchen landen sint ir geborn?’ sprach er.
‘herre’, sprach er, ‘ich wart geborn im konigrich von Bonewig.’
Lanc
115,36;
PrOberalt
18,24;
Mügeln
225,6;
KvHeimUrst
718.
400;
BdN
52,32
1.1.1
in hyperbolischen Wendungen (ie, nie):
die das schönst wip ist die ye von mutterlip geborn
wart Lanc
142,18.
53,2;
ô wê mir vil armen, / daz ich ie wart geborn!
Eracl
3939;
nie sô schœniu crêatiure / wart bî manger zît geborn
KLD:GvN
18: 5,3;
iz enwart nie niehein keiser so here / geboren an der
erde Rol
1593.
2915;
AvaJG
17,2;
Herb
10825;
Iw
3400.
4215;
KvWTurn
89;
Mechth
4:12,66
1.1.2
übertr. im Zusammenhang mit dem Tod:
wir werden hiute geboren / zu der ewigen wunne: /
hiute werden wir der engel kunne Rol
5264;
der enbirt / des gelouben, der ist verlorn / und zuo
der helle geborn KvHeimUrst
1158
1.2
‘etw. (Blumen, Frucht) hervorbringen’
also daz uélt úngeáran bírit dîe blûomon: sámo bín íh sine
uirili semine gebóran uon déro mágede Will
26,2.
28,4;
daz lant was guot, bar wuochere gnuoch Gen
1727;
wir sæjen bilsensâmen dar / und wellen danne, daz uns der
/ liljen unde rôsen ber Tr
12230;
RvEBarl
9554;
würste und hammen, guot geslechte / ouch in rechte herbest
birt SM:Had
20: 2,2.
44:1,10;
SM:Tu
6:4,11;
KvWLd
23,6
2
‘jmdm. etw. (Abstraktes) gewähren, bringen’ (meist übertr.):
daz got unser herre / im sælde und êre bære Iw
4855;
Tr
13151;
uns wil sumer fröide und wunne bern SM:Had
27: 1,6;
diu schœne bluot, daz reine gras, / die bâren im vil süezen
smac Iw
6447;
Îsôt was maneges herzen nôt: / si bar vil manegem herzen /
tougenlîchen smerzen Tr
11499.
– ohne Dat.d.P.:
ouch mag daz nieman verbern, / diu liebe müeze zwîvel
bern Tr
13822;
dîn tôt sol mîner tumpheit / vüegen alsô vrühtec leit, /
daz zallen zîten jâmer birt Wh
67,25
3
phras.
3.1
lieht
~ / schîn
~
‘leuchten’
er gebôt dem mêrern liehte, daz ist wâr, / daz iz lieht
bâre unde dem tage frume wâre Gen
73;
dar umme lagin steine / [...] /
die daz leicht [Licht] barin / alsiz sterren waren
Roth
4946;
VRechte
202;
VEzzo
113;
Tr
17634;
darüber ein spalier was gespreit / daz liehten schîn den
ougen bar KvWSchwanr
259;
er [der Schild] bar den ougen
unde bôt / tiurlichen schîn KvWTurn
378.
417;
RvEBarl
12410
3.2
schate
~
‘Schatten bieten, werfen’
der kuͦninc wart gewar / da ein ole boͮm den scate bar
Rol
398.
660.
8213;
dâ stuonden boume âne zal, / die dem berge mit ir blate /
und mit ir esten bâren schate Tr
16736;
vil starke gefriunde / fron Elsen schatten bâren vor der
sunne SM:Go
2: 7,6
3.3
vride
~
‘Frieden schaffen, gewähren’
wellet ir mich des gewern, / sô heizet mir ouch vride
bern Tr
8864;
vomme zolle sol der bischof vride bern menlickeme in dem sime geleite oder
der banmile RbBasel
10,2;
die wile sol im der kvͥnig vride bern SchwSp
124b;
UrkCorp (WMU)
N77,22.
–
so gewinn ich gerne einen, /
[...] / den ich sô vrumen erkande / daz er
mînem lande / guoten vride bære Iw
1915
4
mit Refl.-Pron. ‘entstehen, geboren werden’ (nur Mügeln ,
wohl in Anlehnung an lat. nasci; vgl. gebërn):
welch tier sich darin [im Sternzeichen
Widder] birt, / brüstig und lenden smal es wirt
Mügeln
302,5;
wer in dem schütz sich birt, / der selb hie herschaft nicht
enbirt ebd.
310,1.
309,3.
311,2
MWB 1 610,61; Bearbeiter: Schnell
Bernære
stM.
1 in lit. Texten i.d.R. Dietrich von Bern oder ein Gefolgsmann von ihm 2 Veroneser Münze
1
in lit. Texten i.d.R. Dietrich von Bern oder ein Gefolgsmann von ihm:
dô si [Kriemhild] der untriuwe an
dem Bernære niht envant NibB
1903,1;
dô sprach der Bernære ebd.
2312,1;
des wart vil harte erzürnet der Bernære muot ebd.
2273,1
2
Veroneser Münze:
so haben wir ir [...] fuͤmfzig march pernær geben
UrkCorp (WMU)
3464,41;
daz mich [...] herzog Meinhart von Chernden hat
gewert [...] driezich schillinge berner ebd.
N339,15;
ich enruoch’, daz berner kopfer sin, / unde ouch die heller in so lihter
munze, / diene bergent niht ir kopfer schin Rumelant
3,64b
MWB 1 612,13; Bearbeiter: Schnell
Bernærlîn
stN.
Dimin. zu Bernære 2:
diu münze und ouch venecier / hânt schœne gebrêche und der haller: / des gênt
ouch si durch verriu lant, / dâ Jêsus Crist ist bekant. / ouch habent diu kleinen
bernerlîn / ein ringelîn üm ir kriuzelîn Renner
18665
MWB 1 612,25; Bearbeiter: Schnell
bêrnbrôt
stN.
‘Brot als Abgabe’ (von bêr; Abgabe der Bäcker für die Haltung des
Zuchtebers durch die Herrschaft, vgl. L. Falck, Das Bernbrot,
Arch.hess.Gesch.u.Altertumskunde NF 32 [1974], 103-112):
die bischove hant in biz har genomen, als ouch den ban von dem wine, und daz
brot, dem man da sprichet bernbrod StRStrassb
62,55;
dis ist das bernbrot, das zuͦ Straszburg vellet und teilt man das also
[...]
UrkStraßb
4,2:266,21
(14. Jh.)
MWB 1 612,31; Bearbeiter: Schnell
bernbunge
swM.
eine (nicht näher bestimmbare) Pflanze ( ‘Bärenknolle’ ?, vgl. Marzell
1,582.2):
berule: berinbunge VocBV947
3:537,17
MWB 1 612,41; Bearbeiter: Schnell |