benennunge
stF.
‘Benennung, namentliche Aufführung’
vnd div benennvnge ist geschehen da ze Pazzavwe UrkCorp (WMU)
N446,29
MWB 1 575,25; Bearbeiter: Diehl
benentnisse
stN.
‘Benennung’ (hier: von Beweispunkten in einem Zeugenbeweis):
horet denn ienre an dem benentnisse, daz he gewinnen muge daran mit sime
gezuge, he sprichet wol also StRFreiberg
116,27.
186,28
MWB 1 575,28; Bearbeiter: Diehl
benetzen
swV.
‘jmdn./etw. benässen’
möhte ez ouch allez daz ze wazzer machen und benetzen allez, daz bî im wære
Eckh
3:460,8.
–
die hund habent ain pœs gewonhait, daz si die aller schœnsten
stet verunrainent und benetzent BdN
126,15.
126,17;
kumt ez von der blasen, so benetzit her sich
OvBaierl
86,13
MWB 1 575,33; Bearbeiter: Diehl
bengel
stM.
‘Knüppel, Keule’
sîn kneht der sluoc ûf sîniu lide / mit einem starken bengel KvWEngelh
2767;
mit swerten und mit bengeln / huob sich ein solich tengeln / und slahen ûf in
KvWPart
14327;
hundert ritter, hundert chnecht / wol nach ritterleichem recht; / mit dem
pengel, mit dem swert / wiert yeder man von in gewert Suchenw
30,153;
Renner
7028;
iedoch het er ir diu gelide / harte wol gestreichet, / mit bengeln so
erweichet Kerbelkraut
82.
–
‘Dreschflegel’ (?):
da liefen vnsir vrowen zvͦ vnd sluͦgen vnsir knechte mit bengeln vnd mit
schufelen UrkCorp (WMU)
902,22
MWB 1 575,40; Bearbeiter: Diehl
bengeln
swV.
‘umherlaufen, -irren’ (Iterativum zu
2bangen):
die mit mir in ellend hie / noch wallen und bengeln SHort
4417
MWB 1 575,53; Bearbeiter: Diehl
benîchen
V.
‘sich neigen, fallen’
ich gloube wole, daz si in [den
Teufel] ave vallen sæhen, / die in e wilen sahen unsamfte benichen
/ also die donerstrale, die me sihit gahes verblichen Himmelr
3,27
MWB 1 575,56; Bearbeiter: Diehl
beniden
Adv., Präp.
1 Adv. ‘unten’
2 Präp. ‘unterhalb’
1
Adv. ‘unten’
binidin unde pobin Mühlh
155,23;
dâ dî nû stât / benidene ûf ander sît / der Wîzlin NvJer
7691;
das do bowin ist vnde benydin [im
Weinfass] , das trynkit man, abir das mittilste das behelt man
Pelzb
137,18.
121,32
2
Präp. ‘unterhalb’
der hat mir alles das benomen, das beniden der gotheit wonet
Mechth
4: 12,22.
6:31,30;
das man das rys snyt von syme stamme benedin deme knoufe
Pelzb
120,17.
120,19;
boben der mole und ouch benede der mole UrkErf
2,208
(a. 1345)
MWB 1 575,60; Bearbeiter: Diehl
benîden
stV.
(sw. Part. WvRh )
‘jmdn. (um etw.) beneiden’
künec unde hof die wâren dô / ze sînem willen gereit, / biz
sich diu veige unmüezekeit, / der verwâzene nît, / [...] /
under in begunde üeben, / [...] / daz sin [d.i.
sie in
] der êren beniten / unde der werdekeite, / die der hof an in leite
Tr
8324;
wer sich dez wil machen frey / und sich von dem neid entslahen, / der ge nur
in einer plahen / under ein stieg und leg sich nider, / so beneit in niemen sider
Teichn
438,24.
–
nieman sîn werc noch sîn wort, / noch sîn gelücke noch sîn hort / von der
reinen mägde zart / benîdet noch verkêret wart WvRh
1492
MWB 1 576,7; Bearbeiter: Diehl
benider
Präp. mit Dat.
‘unterhalb’
alse Moyses sprichit daz wazzere pobin [oberhalb]
uns und benidere uns sin Parad
26,30;
sines gotes gesteltennisse, / nich vollen gotliche, / wen ein
teil mensliche. / benider der gotheit, / vber der menscheit, / da enzwischen was ez
ein [etwas]
Herb
18214
MWB 1 576,20; Bearbeiter: Diehl
benihte
Adv.
→
beniute
MWB 1 576,27;
benît
stN.
‘Kandiszucker, Penidzucker’ (aus afrz. penote, penide bzw. aus
mlat. saccharum penidium):
zucker süeze, honec, bênît / diun wurden nie sô süeze als ein wort, des man nû
phlît RvZw
113,1;
eines graben [l. graven
] lop gezukkert ist, / gehoneget suezer wan benit Damen
6,2
MWB 1 576,28; Bearbeiter: Schnell
beniute
Adv.
‘auf keine Weise, überhaupt nicht’
der guͦt Got / bi núti wil dez súnders tot SHort
8738.
975;
daz erst ist hert daz man in beniuti biegen kan won er [der
Stein] brichet e PrWack
35,11;
des sön wir lân beniute / ald aber drumbe sterben Reinfr
21218.
22490
MWB 1 576,34; Bearbeiter: Schnell
benken
swV.
‘Bänke aufstellen, einen Platz bereiten’
dar benketer vlizeliche / mit aldime stole Roth
1604;
ir liezet mich hir dursten, / daz ir mir nicht enschenctet, / als ir zuen
sunden benctet / und zu iz vleisches unmazen, / da wart ich uze gelazen
HeslApk
20326;
hie wart gebenket schone / tuch vnde brot uf geleit PassI/II
36,17;
Kudr
38,3.
– übertr.:
sie [Walther, Reinmar] han mit sange in eren hove
dem vrouwen lobe gebenket Frl
5:119G,19
MWB 1 576,40; Bearbeiter: Schnell
bennec
Adj.
1
‘mit einem Bann belegt, in einem Kirchenbann befindlich’
2
‘in einen Bannbezirk gehörend’
1
‘mit einem Bann belegt, in einem Kirchenbann befindlich’
und svlen sich halten as paͤnnig, biz si avz dem panne sin
gelazen SpitEich
17,7.
17,19;
swer ovch den, der von bruchen des lantfridis meineidic, bennic vnd ehtic
wirt, behaltet, behuset oder behovet UrkCorp (WMU)
879W,19;
der herre muste ouch uzgan, / als ein benniger man / den nicht zur kirchen let
sin ban Pass III
410,63;
Teichn
576,146.
–
‘ausgestoßen, verflucht’
abir du benniger, unmynnesamir vorste Israhel, des tag komen ist entscheidin
in der zit der bosheit Cranc
Ez 21,25
2
‘in einen Bannbezirk gehörend’
daz nieman [...] denkein bendigen visch vachen sol
noch uz irme runse keren sol ane mins herren des abbetes willen UrkCorp (WMU)
244AB,13;
vischet ein man in fremden wazern diu baennik
sint [die durch einen Bann der allgemeinen Benutzung entzogen
sind] , [...], dem sol man abe die hant
slahen StRAugsb
163,15
MWB 1 576,50; Bearbeiter: Schnell
bennen
swV.
→
bannen
stV.
MWB 1 577,5;
bennige
F.
→
winege
MWB 1 577,6;
benœtecheit
stF.
‘Bedrängnis, Not’
wiltu milde pflegen, / dine macht die saltu wegen; / die zit merk und
benotekeit / und aller lute wirdekeit Secret
375
MWB 1 577,7; Bearbeiter: Schnell
benôtegen
swV.
‘jmdn. zwingen, nötigen’
Martines vater ez do schuf, / daz sin sun begriffen wart / und benotiget vil
hart / zu ritterlicher saze Pass III
593,2;
versprechen wir [....], daz wir [...] sie
[die Stadt Friedberg] benodigen oder bedrangen in
keinerhande weys wider recht UrkFriedb
179
(a. 1349)
MWB 1 577,11; Bearbeiter: Schnell
benôten
swV.
‘in Not sein’ (zu benôtet sîn vgl. benœten):
der kvnic [...] benote von minnen /
durch eine kvneginnen Herb
5256
MWB 1 577,18; Bearbeiter: Schnell
benœten
swV.
‘jmdn. zwingen, bedrängen, in Not bringen’, oft mit Gen.:
er hette sie benotet, / gewunt vnd ertotet
Herb
12931;
EvStPaul
1162;
mich möhte halt alliu disiu werlt einer houbetsünde niht benœten
PrBerth
1:426,7;
swaer den andern anlaufet mit gewafenter hant
[...] unde benoetet in sins libes
StRAugsb
113,1;
Tr
12893;
UrkCorp (WMU)
2383,40;
OberBairLdr
176.
–
benôtet sîn
‘in einer Notlage sein’
Hector was benotet: / sie slugen im sin ros darnider
Herb
5349;
die ûzgesanden benôtet sîn, / herre, sendet helfe in! Kreuzf
3983;
weme hastu gegeben rat? / lichte deme der nicht inhat / wisheit und benotet
ist? Hiob
10077.
– mit präp./adv. Erg. umbe, dâr umbe (nur in
Rechtstexten):
swenne vnde swa si benoͤtet werdent vmbe den vorgenanten hof
UrkCorp (WMU)
1055,40;
da si in vmb benoͤtte heten ebd.
3459,21;
benoetet in der vogt darumbe StRAugsb
57,6;
MGHConst
6,2:65,41
(a. 1331);
StRMeran
420
MWB 1 577,21; Bearbeiter: Schnell
benôtnisse
stFN.
‘Zwang’
lassen varen an alle benotnüsse DRW
1,1545
(Rain; a. 1332)
MWB 1 577,41; Bearbeiter: Schnell
bënsel
stM.
→
pënsel
MWB 1 577,43;
benücken
swV.
‘jmdn. niederdrücken, überwältigen’
mich hat benucket / min smerze und verdrucket / libes halb, wan die sele was /
unverdrucket und genas / in der tugende stetekeit Hiob
6519;
du dachtes daz nicht benucken / dich solden noch underdrucken / also groze
wazzervlagen [Wasserfluten] , / dy dich nider han geslagen
ebd.
8945
MWB 1 577,44; Bearbeiter: Schnell
benüegec
Adj.
‘genügsam, zufrieden mit etw.’
gester wolt er nit benungig sein / an all der werlt, nü ist ain schrein / von
siben schüchen sein gemach GrAlex
6341
MWB 1 577,52; Bearbeiter: Schnell
benüegede
stF.
‘Zufriedenheit, Erfüllung’
etteliche lúte [...] blibent gerne in der begnuͤgede
Tauler
98,28;
gemintes liep, ich vind an dir alleine alle min benuͤgde Seuse
553,33
MWB 1 577,56; Bearbeiter: Schnell |