brückelîn
stN.
auch bruͥggelin
UrkCorp
1614,10.
‘kleine Brücke’
sin roß lieff zu dem cleynen bruckelin und wonde daruber
springen Lanc
387,1
u.ö.;
min hus, daz an dem bruͤkline lit vor dem obren badhuse UrkCorp
736,27
u.ö.;
vnd daz lehen leit enseit des pruckleins UrkWürzb
39,14
(a. 1315)
MWB 1 1040,15; Bearbeiter: Hoffmann
bruckemate
stF.
‘Wiese bei einer Brücke’
ein halp acker vf die brucke matte nebent dem von Steffesvelt UrkCorp
3244A,4
MWB 1 1040,22; Bearbeiter: Hoffmann
1brücken
swV.
auch bruggen
UrkCorp
36,16 u. GTroj
1312.
1 intr. 1.1
‘eine Brücke bauen (über einen Fluss, Bach)’
1.2
‘eine Bühne aus Brettern bauen’
2 tr. ‘etw. (Straße, Weg) mit einer Brücke über etw.
führen’
1
intr.
1.1
‘eine Brücke bauen (über einen Fluss, Bach)’
nû hiez der von Brâbant / brucken sâ zehant / über den
selben phlûm Ottok
58486;
wir suln brucken uber die bach LivlChr
11901;
daz ieman da brvggen welle vber Lindemage
[Limmat]
UrkCorp
36,16;
StRMünch
237,13;
vil maniger hiure brücket, der zu jare muz stegen Frl
8:4,5.
– übertr.:
wir söllen prugen und stegen [in der
Erzählung übergehen] / gegen dem kinde usser korn / daz dü
küngin hochgeborn / nach by ierem hertzen traitt GTroj
1312;
fliuch [...] der schanden regen. / ze
tugenden solt du brücken, stegen JMeissn
A 1:10,17
1.2
‘eine Bühne aus Brettern bauen’
den vrowen wart gebrucket alumbe, daz siz [den
Kampf] wol sahen an allen siten JTit
1848,4;
RvEAlex
9189
2
tr. ‘etw. (Straße, Weg) mit einer Brücke über etw.
führen’
eine strâze er dô gevie, / diu was gebrücket über daz mos
Wig
6768.
–
‘etw. überbrücken, passierbar machen’
daz man zusamne rukte / sî [die Schiffe] und
darûffe brukte / der breiten Memiln vlût al ubir NvJer
24127;
dâ ist wâg unde mot / [...] daz zu rosse dâ dî
vart / [...] ist vorspart, / iz sî der wintir danne sô
hart, / daz mit sîner kelde art / er dî wege brucke ebd.
10305;
JTit
3494,3
MWB 1 1040,25; Bearbeiter: Hoffmann
2brücken
swV.
‘etw. in kleine Stücke zerbrechen’ (vgl.
brocken
):
man sach da niwe schilde hohe riden / und di helm uf houbet hoher rucken / und
ruͦfen lute: ‘spera, sper!’ der horte man hie manic tusent
brucken [La. brocken
]
JTit
2106,4.
– übertr.:
anders iwer frouwe Enîde / unt ir muoter Karsnafîde / werdent
durch die mül gezücket / unde ir lop gebrücket Parz
144,2
MWB 1 1040,51; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenambet
stN.
‘Verwaltung einer Brücke und der dafür eingehenden Gelder’
ad officium pontis, quod vocatur brucken ammecht pertinent infra scripta
WeistErf
107;
auch behalten wir vns vnd vnserm conuent alle vnser ampt, ez sy schultheizzen
ampt foͤrstampt schroampte eycheampt vnd bruggenampt, waz dar zu
gehoͤret vnd wie daz her komen ist UrkWürzb
40,311
(a. 1340)
MWB 1 1040,59; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenære, bruggenære
stM.
‘Brückenwächter, Brückenzöllner’
vmme den bruggener ist also gerêth [=
gerihtet
] , daz im der herzoge wider
legen [erstatten] sol, swas er den herzogen siner
gv̆lte bewisen mach UrkCorp
1728,32;
so ist vmme den von Nidelingen vnd den bruggener also gereth ebd.
1728,36
MWB 1 1041,3; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenmachære
stM.
‘Brückenbauer’
wo brucke odir bret da gebresten, / die bistu schuldig zu
machen zu dem besten. / dar umb bistu bruckenmacher genant Pilgerf
566
MWB 1 1041,10; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenmeister
stM.
‘Brückenverwalter, -zöllner’
von eime huse uf me Kornmarkete, da Walther becker, Hartman bruckenmeisters
eiden, inne wonet, eine mark UrkFrankf
2,181
(a. 1323)
MWB 1 1041,14; Bearbeiter: Hoffmann
bruckentor
stN.
‘Tor an der Fallbrücke’
des berges was dennoch me / oberhalb dem sewe; / eines visches
chewe / was des sewes bruggen tor WhvÖst
1199
MWB 1 1041,18; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenzol, bruckzol
stM.
‘Brückenzoll’
swer sô bruckenzol oder wazzerzol entvûret [nicht
bezahlt] , der sal in vîrvalt gelden SSp(W)
2:27,1;
SchwSp
90b;
der prugkzol uͤber die Yser, der uͤnsern gnaͤdigen
herren, den bischof von Freysingen, angehoͤrt ze Muͤnchen
StRMünch
232,16;
daz fuͦder weins oder metes geit zewen pfenning ze brugkzolle, daz man
in di stat fuͤret oder daraus ebd.
233,18
MWB 1 1041,22; Bearbeiter: Hoffmann
bruckheie
swM.
zu →
1heien swV. ( ‘hüten,
pflegen’).
‘Brückenwächter, Brückenzöllner’
sogtan clage [...]hince Hermanne vnserm bruggehaien
zu Wæ̂rtahprugge, daz er vnrehten zol næ̂me UrkCorp
548A,8;
ez sol auch der bruggehaie machen brugge vnde stæ̂ge vber die Wæ̂rtach ebd.
548A,23;
verfvret aber iemen dem bruggehaien sinen zol ebd.
548B,26;
wo prugk sind, die man zollen sol und die prugkheyn habent OberBairLdr
77;
ob dez [Ausbesserung der Brücke] der prugkhey nicht
taet in der zeit, die im genent wirt StRMünch
354,7;
swer mit holtz oder mit floͤzzen ein die prugk vert,
[...] so sint diu holtz dez prugkhain ebd.
354,17.
– als Bestandteil von Personennamen:
Diepolt der bruggehai UrkCorp
2079,13;
Vͦlreich der prukhai ebd.
2903,13
MWB 1 1041,31; Bearbeiter: Hoffmann
bruckholz
stN.
‘Holz zum Brückenbau’
ez sol auch nieman hauwen clobeholtz noch prugkeholtz, unde allez stegeholtz
sol man segen NüP
175;
und darauz nemen sol zimmerholtz genuͤg, liehtholtz,
pruͤgkholtz, gruͤns und tuͤrs FWB
4,1261
(Thiel u.a., Urk. Münchsm.; a. 1343)
MWB 1 1041,47; Bearbeiter: Hoffmann
bruckisch
Adj.
‘von Brügge’
er truoc ouch umb den hals sîn / ein vil guot væl sîdîn / und
truoc zwô Bruckisch hosen an EnikFb
2741
MWB 1 1041,53; Bearbeiter: Hoffmann
bruckkorn
stN.
‘Getreide als Brückenzoll’
man nimet ouch jerlich von bruggekorne da gegen 6 muͥt habern und gegen
6 muͥt dinkeln UrkAargau
2,1:15,34
(a. 1306)
MWB 1 1041,56; Bearbeiter: Hoffmann
brucklade
swM.
‘Brückenbohle’
daz all prugk, die der zolner sol machen, sechs
enspaem [Träger] sol haben und prugkladen von
sechzehen schuͦchen StRMünch
353,26.
354,3
MWB 1 1041,60; Bearbeiter: Hoffmann
brucklêhen
stN.
‘Brückenlehen’
pruklehen in Brittelbach, tenet Hainricus filius aduocati UrbBayS
5,510;
aber daselb ein pruklehen giltet vi schilling UrbBayJ
449
MWB 1 1042,1; Bearbeiter: Hoffmann
bruckmetze
swM.
Maß für Obst, das als Brückenzoll gefordert wird:
swer obs in die stat fuͤret, ez sei gruͤn oder duͤrr,
traet der wagen einen mutte oder mer, do von gibt man einen prugkmetzzen ze zolle
StRMünch
236,14;
und der prugkmetze sol nicht merer sein dann ein viertail von einem rechten
galvay ebd.
236,16
MWB 1 1042,5; Bearbeiter: Hoffmann
brucknagel
stM.
‘Brückenschmied’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
286f.), nur als Personenname belegt:
Heinreich der prukenagel, Wernhart der schriber, Otte der Halebrukker vnd
ander zeuge UrkCorp
3378,19
MWB 1 1042,12; Bearbeiter: Hoffmann
bruckrëht
stN.
‘Brückenzoll’
welch burger von F. chumt gegen P. mit ainem wagen, der sol geben 4 ß ze
pruckrecht DRW
2,536
(SteirGBl; a. 1342)
MWB 1 1042,17; Bearbeiter: Hoffmann
bruckslac
stM.
‘Brückenbau’
man sol auch di prvk von dem zolle slahen [...], wær
aber daz ein newer prvkslag mvͤst geschehen, daz sol mit dez hertzogen hilf
vnd genaden geschehen UrbBayS
4,193;
von dem prugkslag StRMünch
353,22;
LügenrS
7
(Hs.)
MWB 1 1042,20; Bearbeiter: Hoffmann
bruckwëc
stM.
‘Brückenweg’
vnde ein zweiteil an den bruckewege bi jvncherre Wiriche UrkCorp
N722,3
MWB 1 1042,26; Bearbeiter: Hoffmann
brüederlîn
stN.
Dimin. zu
bruoder
stM.:
sich den guͦten nehesten dîn / rehte als dîn bruͦderlîn / unde
als dû dich selben tuͦst Kröllwitz
196;
dru des kunges bruderlin Macc
11807;
Jhesu, zartes bruderlin! / aller selikeit ein stift!
HvNstGZ
2074.
–
‘Ordensbruder’
ein brûdirlîn, ein knottir [Franziskaner; vgl.
Anm.z.St.] , / daz was genant der Ottir NvJer
26064
MWB 1 1042,29; Bearbeiter: Hoffmann
brüeje
stswF.
‘heiße Flüssigkeit, (Fleisch-)Brühe’
der vuchs dem stork ein schalkheit bôt: / die spîse er dô gar versôt, / daz dâ
nicht wan ein brüege wart Boner
37,11;
das huon mit der warmen brüegen MerswBgR
165;
neme sur wiseln [Kirschen] vnd brech
in die stile abe vnd siede sie in eynem hafen mit ir eigin bruͤ
BvgSp
84
u.ö.
MWB 1 1042,37; Bearbeiter: Hoffmann
brüejen
swV.
1 tr. 1.1
‘jmdn. ansengen, verbrennen’
1.2
‘etw. (geschlachtete Tiere) mit kochendem Wasser übergießen,
brühen’
2 intr. ‘brennen, glühen’
1
tr.
1.1
‘jmdn. ansengen, verbrennen’
do des der arm man enbeiz, / do bruͦt ez in an den
munt StrKD
62,25;
daz in daz fiur niht bruote, / daz von im [dem
Drachen] dranc besunder, / daz was ein vremdez wunder
KvWTroj
9858;
man hiez och ysen glüegen / da mitte nitlich brüegen / mengen werden gotis
trut Martina
101,100.
211,28
u.ö.;
EbvErf
1578;
RvEWchr
9075;
Teichn
10,11.
– übertr.:
des brut die afterruwe sam ein nessel min herze
sunder wan Mügeln
402,6.
– mit Refl.-Pron.:
heit un dan goit
[Gott] unsculdic gimachit [beim
Feuerordal] , daz he sich nicht gibruit inheit
Mühlh
112,24;
wie stark und wie heiz her
[
Cerberus
] was? / daz Sibille und
Ênêas / sich von der hitze brûten En
3217
1.2
‘etw. (geschlachtete Tiere) mit kochendem Wasser übergießen,
brühen’
verher diu mag er
[
fleismanger
] daheime wol brvͤn
in sime huse unde staechen StRAugsb
200,6;
nim ein verkelin, daz drier wuͦchen alt si, vnd
bruͤ daz kuͤle vnd zvͤhe im daz har allez abe
BvgSp
8
2
intr. ‘brennen, glühen’
got tuot in [den Marienverehrer] vrî / der helle,
diu dâ brüejet LobGesMar
37,14;
wie daz fure da [in der Hölle] bruoget / daz da niht
endes pfliget Martina
217,82.
– übertr.:
und dar nach die minne minr und me bruͤget
Tauler
230,9.
– subst.:
swer linin tuch mit viure / leget uf ez [das
helfenbein
] , zu stiure / mit kalder art sin
helfe tut brüen dem tuche tiure [macht das Verbrennen unmöglich;
vgl. Anm.z.St. u. BdN
135,24
]
Frl
5:24,5
MWB 1 1042,44; Bearbeiter: Hoffmann
brüel
stM.
auch bruͤgel u.ä. (WMU, S. 300); von mlat.
bro(g)ilus; wohl stammverwandt mit
bruoch
‘Sumpfland’ (Kluge, S. 154).
1 eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum
Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751) 2 übertr.
1
eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum
Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751):
woldet ir [Geiß] volgen mîner lêre, / ich
[Löwe] bræhte iuch zeinem brüele. / dâ ist luft und
küele, / gras, bluomen unde klê Bîspel(Pf)
20,9;
her Jûpiter, [...] / der hete sînen hof geleit / ûf
eine wisen liehtgevar: / dâ von was er der êrste dar / zuo dem erwelten
brüele [
: gestüele
]
KvWTroj
939.
3872;
KvWKlage
4,8;
KvWPart
16496;
so sint die gruonen brvole / gevalwet vnd die heiden / von lihter wæte
gescheiden Martina
250,18.
47,96
u.ö.;
EckenlE2
229,10;
JTit
6110,3;
Neidhc
17:5,14.
– in Urkunden:
habet etiam ibi archiepiscopus .ii. prata que dicuntur brule
UrkMittelrhein
2,395
(a. 1220);
an wise, diu haisset der stûche [...] vnd lith
indem bruel des hofes ze Ammern UrkCorp
2326,29
u.ö.;
unse [der Gemeinde gehörende] zwo weiden, die da
heissen die zwen brüle, die da gelegen sint hinder dem hof zu Nennich
UrkMoselQ
199,33
(a. 1348).
– als Bestandteil von Ortsbezeichnungen:
die mattun die heizet des vassers bruͤgel UrkCorp
2909,40;
dim conuenth der swestervn andem Brvͤle ze sant Gallin ebd.
278,24
2
übertr.:
daz ich der tugende cleider / so lüzil han an mich gesnitten / dez muoz ich
nach toren sitten / erfrorn wan [l. varn?] vnd
kvele / uf dirre welte brvele Martina
73,20;
jn ir brüel [bildl. für die weibliche Scham]
zefuort er daz broz, / daz mit blüete was entsprungen Krone
11726
MWB 1 1043,10; Bearbeiter: Hoffmann |