Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   braten - brëchweize    


braten swV. zu mnl. praten (MNW 6, 634f.). ‘plaudern, schwatzen’ siv bratent vnde schallent, / siv runent vnde kallent Martina 127,23; weib, du außerwelte frucht / las túme minner braten Neidhc 1:2,10

MWB 1 972,30; Bearbeiter: Hoffmann

brâten stV. (VIIa) 1 tr.
1.1 mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten, dörren’
1.2 mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod bestrafen’
2 intr. ‘gebraten werden’
2.1 mit sachl. Subj.
2.2 mit persönl. Subj.
2.3 übertr.
   1 tr.    1.1 mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten, dörren’ iz was in alzoges verboten / beidiu rôch unde gesoten, / in was daz geraten / daz si ez [das Lamm] solten braten VMos 41,12; ein schone swin, [...] / daz fulte si und brietez wol StrKD 58(A),91; ein gebraten gefultez ferhelin BvgSp 8; vulle da mite ein gans vnde brate di SalArz 81,40; zwêne gebrâten gâlander Parz 622,8; junge gebratene huͤnre BvgSp 28; BdN 245,3. so gip ime tageliche gebratenv aiger ze ezzinne Ipocr 213; ein toter [Dotter] eins gebrâten eiges Barth 133,13. lylien wuͦrzeln gebraten in der aschen Macer 16,1; nim einen gebraten apfel SalArz 40,23; gebetiz [geröstetes] brot mit gebraten mandilkernin ebd. 51,21; wer die aicheln prætt und si izt BdN 343,33; gebratene birn BvgSp 10; ein gebraten milich ebd. 25. 47. – mit näherer Bestimmung: gebratin uleisch an deme spizze SalArz 17,57; brat di [Leber] uf eime roste sere ebd. 34,47; oͮch muͦsst das osterlamb gehúr / gebraten werden bÿ dem fúr KvHelmsd 1102; brat sie gar vf eime huͤlzinen roste BvgSp 18; fuͤlle den teyc vnd teilez vnd brat den in smaltze oder in butern ebd. 43; brate ez sanfte ebd. 8; die brat niht volle gar ebd. 30; schône er ez [Wild] briet HvFreibTr 3357. – häufig sieden und ~ : bedaz er getete die mandâte / sô was daz ezzen gesoten jouch gebrâten Gen 879; sîn salse was diu hungers nôt, / diuz im briet unde sôt Iw 3280; maneger slahte spîse / gesoten und gebrâten Wh 133,27; EnikWchr 18253; daz allerlai geprâten piren gesünter sein denn rôch und gesünter geprâten wan gesoten BdN 341,11    1.2 mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod bestrafen’ der vil ungehiure [der Antichrist] , der bratet si in dem fiure. / fur diu tier er si leget AvaA 1,5; HeslApk 15671; unde dv, herre sancte Laurenti, / dv wurde gebraten ufe deme roste Litan 674; PrLpz 26,19; alsam diu driu kint tâten, / dô man si wolde im oven brâten LvRegFr 3054; PrBerthKl 3,88; Lanc 541,7. so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt gebachen und gebraten werden licht bis an den jungsten tag Tauler 138,19. 337,24    2 intr. ‘gebraten werden’    2.1 mit sachl. Subj.: hiet er [der Adler] des stains niht, sô prieten seineu air von grôzer hitz in dem nest BdN 167,2; vnde la di leber braten vorbaz SalArz 39,6; stec ez an einen spiz vnd laz ez braten BvgSp 47    2.2 mit persönl. Subj.: si [die Verdammten] sutten und brieten mit einander Mechth 3: 15,35. 3:21,65; und muͦs man ie do [in der Hölle] beliben und bachen und braten Tauler 168,1; der richter [...] / gestoßen wart an einen spieß, / zu Rome man in braten sach Mügeln 207,8 (oder als tr. aufzufassen?); MarlbRh 104,27    2.3 übertr.: von minnen hette er sulche not: / sin herze brit vnde sot Herb 11468; aines gruses trost / der mir begiesz dez fuͤres rost / in dem myn hertze brattet KonstBrf 13,91

MWB 1 972,35; Bearbeiter: Hoffmann

brâtenruch stM. ‘Bratengeruch’ swer so gienge vor die tur [des Gasthauses] , / der mohte braten ruch [ cocturae odorem ] vernemen Vät 16883; den [l. bî dem ] braten ruch den suzen, / virstant den lustlichen gedanc ebd. 16894

MWB 1 973,29; Bearbeiter: Hoffmann

brâthuobe F. ‘Brathufe’, Hof, der eine spezielle Abgabe für die herrschaftl. Küche entrichten muss: x agri, qui dicuntur brathuve, qui non dant decimam; [...] et nota, quod iste mansus dicitur propterea brathuve, quia antiquitus dabant ferrum, quod spiz vocatur, ad coquinam archiepiscopi de isto manso WeistErf 126

MWB 1 973,34; Bearbeiter: Hoffmann

bratsche swF. aus afrz. broche (Suolahti 1,71). ‘Schmucknadel’ die selben meide viere / druͦgen glich geziere, / [...] borten unde harbant, / bratschen unde furspan, / surkot unde kidele an Elis 905; sie hatte bratschen, vingerlin, / spenalden unde vorspan, / surkot unde mantel an ebd. 1886

MWB 1 973,41; Bearbeiter: Hoffmann

brâtvisch stM. ‘gebratener Fisch’ von einem bratfische / ein teil er az mit in do HvNstGZ 4400

MWB 1 973,47; Bearbeiter: Hoffmann

brâtvleisch stN. ‘gebratenes Fleisch’ die tische wurden bereitet mit tischlachen guot. / wîn und wilpræte [La. brotfleische ] daz man darûf truoc RosengD 617,2; swelhe katfleisch [Kutteln?] vnd bortfleisch [...] veil haben, die suln ez obwendik der steine veil haben StRRotenb 497

MWB 1 973,49; Bearbeiter: Hoffmann

brâtwurst stF. ‘Bratwurst’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2,294): aletica: bratwurst VocBV926 3:617,25; mordella: pratvurst VocBV927 3:356,32

MWB 1 973,55; Bearbeiter: Hoffmann

bratzeln swV. braʒʒeln

MWB 1 973,58;

brâwelîn stN. ‘kleine Braue’ dú ogen luter und clar / [...] gabent minneclichen schin. / dar ob man sach dú braͤwelin SHort 7084

MWB 1 973,59; Bearbeiter: Hoffmann

bræwen swV. 1 Jagdterminus: ‘die Augen eines Falken durch Vernähen der unteren Augenlider verschließen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38a), hier übertr.
2 ‘eine Einfassung in Form einer brâ bilden’
   1 Jagdterminus: ‘die Augen eines Falken durch Vernähen der unteren Augenlider verschließen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38a), hier übertr.: dez wurden siv [...] in bosem willen beclæwet / uon dem tievil gebræwet / vf der svnden luoder Martina 159,54    2 ‘eine Einfassung in Form einer brâ bilden’ eins edelen valken ougen brûn, / die sicht man blicken ûz dem wîzzen kasten, [...] / darumb gebræwet ist ein zûn, / darunder sicht man liechte wengel rasten SM:Wi 9: 6,4

MWB 1 973,62; Bearbeiter: Hoffmann

braʒel, branʒel, breʒel stF. aus afrz. bracel (Suolahti 1,70; Rosenqvist 1,89). ‘Armschiene (als Teil der Rüstung)’ iser hosen vnd hersnier, / stivalikein vnd lendenier, / hvͤrtenir, kofen vnd prassel [ : hel ] TürlArabel Forts. 58. hvrtenir, brassel vnd kvrsit ebd. *A 132,24; daz bluͦt in daz gevilde / durch brassel wart gereret WhvÖst 8525; der enkegen [der trete entgegen] hern Uolrich / von Walsê ûf dem acker / und sî dâ gar wacker / mit sînen branzeln [ : veln ] Ottok 77500; brâzel [Hs. pramzzell ] Helbl 14,62; do sy mit ir weyssen hant / mir dy pressel auf pant HvNstAp 11897

MWB 1 974,8; Bearbeiter: Hoffmann

braʒʒeln, bratzeln swV. ‘prasseln, krachen’ (s.a. brasteln ): sam dâ tännein holz prastelt [La. braszelt ] in ainem feur BdN 93,2. – übertr.: ich wen min hertz wurde sich erbuͤrn [erheben] , / daz ez vor leide wurde bratzeln / und also torlich atzeln [schwatzen wie eine Elster] Minneb 1627

MWB 1 974,20; Bearbeiter: Hoffmann

brëch stM. ‘Vertragsbruch’ brechen wir diz [Burgfrieden] an irme libe oder anme huͦse, [...] so sin wir inphallen an vnsern leenen, [...] die solen halbe weesen des grauen vnd die anderhalbe des an deme der brech geschiit UrkCorp 904,4

MWB 1 974,26; Bearbeiter: Hoffmann

brëchære stM. 1 jmd., der ein Gebot bricht
2 Handwerker, der Mauern abbricht
   1 jmd., der ein Gebot bricht: unde sprechet in an, / er sî ein brecher iuwer ê WvRh 9322; ez ist niempt ain suͤndig man / denn ain brecher gotez ban Teichn 589,126    2 Handwerker, der Mauern abbricht: dô wurden si ze râte, / daz si santen drâte / nâch brechern und nâch mûrær EnikWchr 12009

MWB 1 974,31; Bearbeiter: Hoffmann

brëchærinne stF. ‘Aufbrecherin’ die handt [des Diebs] ist eine loch macherynne / der huͤser und entdeckerynne, / der kisten eine brecherynne Pilgerf 9596

MWB 1 974,38; Bearbeiter: Hoffmann

brëche Adj. vridebrëche

MWB 1 974,42;

brëche stF. ‘Instrument zum Brechen des Flachses’ cramula: preche VocBV927 3:358,55 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 1 974,43; Bearbeiter: Hoffmann

brëche stN. gebrëche stN.

MWB 1 974,46;

brëche swM. 1 ‘Gebrechen, Fehler; Krankheit’
2 ‘Schaden’
3 ‘Zerwürfnis, Streitpunkt’
   1 ‘Gebrechen, Fehler; Krankheit’ he sal sinis selbins brechin clagin / vnd vremidir suͦnde stille dagin JenMartyr 101. 99; man vint nyndert chain man / der volchomenleich muͤg gesprechen, / er sey reich an allen prechen, / leibs und guͤtz Teichn 387,16; das sie newr von got hat einen brechen / das ist mir ymmer laidt Neidhc 78:12,5. sîn wîp daz allez ane sach [La. do Jobs weib den prechen sach ] , / daz er sölhen ungemach / leit sô dulticlîchen / durch got EnikWchr 13347    2 ‘Schaden’ swer im [ dem spitale von Regenspurch ] dar vber dhainen brechen tet mit ihtev UrkCorp 2480,13    3 ‘Zerwürfnis, Streitpunkt’ ob das geschaͤhe, [...] das si vmbe dikain sache mit ain andir zirbraͤchin sich, da ensoltti enwedirri tail niht zvͦ tvͦn, e das si ain ander beschaidinlichin vnd gvͦtlichin iern brechin liessin virsten UrkCorp (WMU) 1829,37

MWB 1 974,47; Bearbeiter: Hoffmann

brëchel stM. vridebrëchel

MWB 1 975,1;

brëchen stV. (IV) 1 intr.
1.1 ‘zerbrechen, reißen, entzwei gehen’
1.2 ‘gewaltsam oder plötzlich (durch/in/zu etw./jmdm.) dringen’
1.2.1 mit durch ‘durch etw. dringen, brechen’
1.2.2 mit in ‘in etw. eindringen’
1.2.3 mit an, gegen, ûf, ze ‘gegen jmdn. vordringen’
1.2.4 mit über, ûz, von ‘über etw. dringen, hervorbrechen, sich von etw. entfernen, lösen’
1.2.5 mit vür ‘jmdn./etw. übertreffen’
1.3 mit Dat.d.P. ‘mit jmdm. brechen’
2 tr.
2.1 eigentl. ‘etw. brechen, reißen, pflücken’
2.1.1 ‘etw. (von etw.) abbrechen, -reißen, pflücken’
2.1.2 ‘(jmdm.) etw. entreißen, herunterreißen; jmdm. etw. abnehmen’
2.1.3 ‘etw. (Geschlossenes) aufbrechen’
2.1.4 ‘etw. zerbrechen, zerreißen, mit Gewalt zerstören’
2.1.5 ‘jmdm. (sich) Körperteile brechen, verletzen’
2.1.6 ‘etw. (Kampfverband) aufteilen, zerteilen’
2.2 übertr.
2.2.1 ‘Versprechen, Regeln, Gesetze brechen, verletzen, missachten’
2.2.2 ‘etw. überwinden, beseitigen; zunichte machen’
2.2.3 ‘etw. unterbrechen, abbrechen’
3 refl.
3.1 ‘sich zu jmdm./etw. hinwenden, sich auf etw. richten’ , mit an, in, nâch, ze
3.2 ‘sich von jmdm./etw. loslösen, abwenden, entfernen’ ; mit von, ûz
3.3 ‘sich erbrechen, übergeben’ (?)
4 Einzelnes
4.1 rîme ~
4.2 in der Formel ~ und büezen ‘mit etw./jmdm. frei schalten und walten’ (s.a. FWB 4,1018 und DRW 2,461)
   1 intr.    1.1 ‘zerbrechen, reißen, entzwei gehen’ beidersit sie so stachen, / daz die schefte brachen Herb 1452. 18379; di satele bede brachen Rol 8442; die riemen brâchen von dem sper UvZLanz 6435; div helle prach von der sigenufte des heiligen crûces Konr 11,7; ez was in den selbin zîten ein schifman, deme brach sîn schif unt virlôs sîn gût unt virarmite PrMd(J) 347,28. – ‘schadhaft werden’ obe div straze breche, so sont si die machon, der gvͦt baidenthalb dran stozit UrkCorp 1293,7; jst das da nah die zvne brechent, so sol der vorstere si wider machen ebd. N306,7. daz im sîn herze niene brach / von jâmer, des wundert mich Iw 4948; brich min herz! wes macht du leven / in disem grozen ruͥen? MarlbRh 32,5f.; Tr 17192. 18472; Wig 4151. das im fleisch und beyn alles brach Lanc 58,24; und brach im der recht arm ebd. 157,3. – mit adv. Bestimmungen (enzwei / ze stucken / voneinander): der spiez im in zwai prach Rol 5573; also das sin bog enzwey brach Lanc 40,11; Herb 9732; daz ir ietweders schaft / wol ze hundert stücken brach Iw 7103; Tr 6860; das der helm oben von einander brach Lanc 82,7. 192,14. – med. ‘aufbrechen, platzen, sich auflösen’ vnde brichet daz vel in den ougin SalArz 12,19; swa di hut brichet, da rinnet daz warech uz ebd. 77,3; swenne du wolles daz daz gesver breche in deme halse ebd. 43,50. 38,33; din adern brechent / ind verlechent, / din houvet niget, / din zunge swiget MarlbRh 26,21. – subst.: man hôrte manegen stôz, / daz der scefte brechen gein den lüften dôz NibB 35,2. 1355,1. – übertr.: al mîn ungelücke brach, / dô diu gotinne Jûnô / mîn segelweter fuogte sô / in disiu westerrîche Parz 767,2; daz ir aller vreude brach Wig 11336. 9622; RvEBarl 8113; din gelouf alein niͤt ’n brach MarlbRh 81,10; daz mir so gar mîn sprâche in mînem herzen do brach SM:Had 13: 3,6    1.2 ‘gewaltsam oder plötzlich (durch/in/zu etw./jmdm.) dringen’    1.2.1 mit durch ‘durch etw. dringen, brechen’ dâ Alexander durch daz wale brach, / a waz dâ helede tôt lach VAlex 1518; Athis C 104; manec storje durh die ander storje brach Wh 47,23. 436,19; Ägidius 512; Ottok 7233. daz ez [das Schwert] im durch den halsperc brach / und im ein grôze wunden stach Iw 3947; Rol 8247; NibB 457,1; als durh die dicken mûre / brichet der bickel Wh 54,21. diu sunne durh die wolken brach Wh 292,14; ein lieht durch unser vinster brach, / daz wir alle ein ander sâhen KvHeimUrst 2022; sî kan durch diu herzen brechen / sam diu sunne dur daz glas MF:Mor 31: 2,1; KvHeimHinv 190    1.2.2 mit in ‘in etw. eindringen’ daz dâ vil michel schade geschach, / dâ man in in den hûfen brach Tr 5520; die wile das der wirt sclafet, so brichet der diep in sin hus Mechth 7: 3,21; Lanc 141,33. diu [ vrouwe ] brach alse tougen / al in mîns herzen grunt MF:Mor 26: 1,7; KLD:GvN 45:3,3; ein wort, daz in mîn herze brach RvEBarl 345; euwr lieb mir in mein sel prach HvNstAp 2364. 5786    1.2.3 mit an, gegen, ûf, ze ‘gegen jmdn. vordringen’ ein ander schif [...], / daz sinen ganc an sie brach Pass III 14,3; in des himels hohe ich sach / ein tube, der vluc gein mir brach Vät 17178; si prachen auff si als ain wald HvNstAp 3777; zime [zu dem Herzog Mennes ] mahte niemen brechen, / wan ders lebenes wolte vergezzin VAlex 1245; daz si wolden brechen / zu im, und wolten in sehen Vät 1486    1.2.4 mit über, ûz, von ‘über etw. dringen, hervorbrechen, sich von etw. entfernen, lösen’ die wasser rinent in dem paradiso vnder der erde. so si denne druz coment, so brechen sie vber die erde Lucid 19,14. 18,3; der künec von Valpinôse / mit den sînen ûz der schar dâ brach Wh 387,17; ob man dich niht durch vrîen muot / ûz wîbes tugenden brechen siht Winsbeckin 11,10; ein weinen von ir ougen brach Krone 11345    1.2.5 mit vür ‘jmdn./etw. übertreffen’ dô begunde ich êrst ir güete schowen, / wie si vür ir aller schœne brach, / sam der morgensterne lûhte / ûz vil sternen SM:Tr 2: 2,4; ir schœne volleclichen brach / für alle frouwen die nu sint KvWWelt 68; ir wizzent wol, daz minne / brechen muoz für elliu dinc KvWTroj 2117. 2238; doch brach sîn neve Achille / an hôher werdekeit vür in; / wan er der êren spiegel hin / ob im gewalteclîche truoc ebd. 6568 u.ö.; KvWGS 1917; StrAmis 22    1.3 mit Dat.d.P. ‘mit jmdm. brechen’ ich hette ir gebrochen, / ich hette gesprochen: / ‘als ir mir sint vrowe, als bin ich iuch man!’ SM:Wi 1: 2,8    2 tr.    2.1 eigentl. ‘etw. brechen, reißen, pflücken’    2.1.1 ‘etw. (von etw.) abbrechen, -reißen, pflücken’: – ohne Präp.: und brâchen bluomen über al / und mahten schapellîn dâ mite UvZLanz 4074; MF:Mor 25:1,2; Tr 18072; MF:Reinm 50:4,6; so brich du die trawben und huͤt dich vor den dorn PrOberalt 140,4; daz getwerc des grüenen loubes brach / und bette ir nider ûf daz gras Wig 2036; SalArz 87,26. des brôtes si sament brâchen, einen vrido under in sprâchen Gen 1479. – mit abe: die brachen ab dem boume die este AvaLJ 109,1; VMos 51,9; PrOberalt 8,41. – mit von: daz har brachen si uon der swarte Rol 1734; daz hemde von der brust si brach Parz 110,24; Herb 5900; von einer linden er dô brach / zwei schapel wol geloubet Tr 3150; Wig 4742. – mit ûz: daz har prach er uz der swarte Rol 6078; dâ brach frou Sigûne / ir langen zöpfe brûne / vor jâmer ûzer swarten Parz 138,17; Eracl 3931; Wig 7711; HvNstAp 2474; wir gen und brechen daz unchraut auz dem waitz PrOberalt 45,12; und pricht man den smaragt auz dem stain BdN 456,5    2.1.2 ‘(jmdm.) etw. entreißen, herunterreißen; jmdm. etw. abnehmen’ ein vil starkez wâfen brach er im ûz der hant NibB 1895,2; Roth 1721; dâ wart Alexandro sîn helm / von dem houbete gebrochen SAlex 1751; Lanc 156,31; die krône er ir von dem houbte brach / und warf se daz diu gar zebrast Wh 147,16; an ir hemde ein fürspan er dâ sach: / ungefuoge erz dannen brach Parz 131,18. 67,20; daz swert si im von der sîten brach / und zôch im abez îsengwant Wig 6409    2.1.3 ‘etw. (Geschlossenes) aufbrechen’ an disme tage brach der heilige Christ die helle unde erloste dannan unseren uater Adamen Spec 148,3; der die sigenunft gewan / daz er der helle porten brach Wh 218,23; Gen 2802; Lucid 81,1; der künic Artûs wolte brechen / sîne treskameren umbe daz, / daz man in lobete dester baz, / und wolte teilen sîn golt UvZLanz 5596; Eraclîus fuor hin und brach / [...] ein tür der ismahêlschen diet, / die Alexander beslôz Eracl 5362; Iw 1267; MF:Mor 33a:2,7; Rol 2111    2.1.4 ‘etw. zerbrechen, zerreißen, mit Gewalt zerstören’ der hafener, der einen hauen brichet vnde einen anderen machit Lucid 137,5; ich brach ir den kruoc, dô sie gienc von dem brunnen KLD:GvN 30: 2,1; Himmelr 4,23. hey waz man starker schefte vor dem münster brach NibB 871,2; sî brâchen ûf im alle ir sper Iw 5321; UvZLanz 654; Lanc 102,11; Hagen der starke sô manegen helm brach NibB 1981,2. Pollixena want ir hende. / Ecuba brach ir gebende, / Andromacha har vnde hut Herb 9734; und [der Ritter] brach das seyl da er mit gebunden was Lanc 191,18; guot wîp, lâ besehen, / ob du brechen maht / sorgen bant MF:Wolfr 9: 3,2; RvEBarl 14417; PrOberalt 132,25; HvNstAp 243. ez [ aloe ] læt sich niht mit den zenden leiht prechen BdN 355,33; in deme munde [...] îlte er machen einen chinnebachen, / zane zwei geverte, beinîn vile herte, / daz si daz ezzen brechen Gen 127. – mit adv. Bestimmungen (in/ze stucke(n) /  enzwei / voneinander): vor dem sange brichet er die oblatam in drú stúcke Lucid 102,8; di schefte brachen si zestuchen Rol 8915; daz der ellende / sô manic sper brach enzwei UvZLanz 3065; Wig 7682; der nem bibergeil, diu weich si, und breche si von ein ander BenRez 42. – med. ‘etw. (Blasenstein, Geschwür) auflösen, zerbrechen’ wil dû den harenstein vil gewislîchen brechen, sô merche dise erzenîe Barth 148,33; Macer 39,4 u.ö.; SalArz 12,54; die wurzel gesoten unde mit aldem smere gestosen, brichet unde zutribet allerhand geswer Macer 37,5. 44,4; und wenn man ez gorgelt in dem hals, sô pricht ez die apostem [Geschwür] in der keln BdN 364,33. – ‘etw. (z.B. Gebäude, Städte) niederreißen, zerstören’ die bvrc er an den grvnt brach ReinFu K,1264; SAlex 3536; der brach die burge vnde twanc die lant Herb 16640; heiz brechen unde brennen / ir uile unreine betehus Rol 952; StrKD 36,48; wie Troyge wart zv storet / do sie Ercules wilent brach Herb 5921; sô der heiden sturm Oransche brach Wh 262,30; KvWSchwanr 176; Lanc 33,25; Mügeln 93,9. 180,9. – mit dannen: swa er [ der furt ] bekv̓mbert ist mit phelen alder mit zv̓nen [...], dc si dc dannen brechen sv̓ln UrkCorp (WMU) 311,27. 3049,37. – mit erspartem Obj.: du zimbris vnde brichis, / dv intlibis vnde richis, / dv heiliges vnde uirdamnis Litan 45; Herb 2599. – subst.: die statt von Bohorges wart behut fur fure und vor brechenne Lanc 2,6; StrKD 30,130    2.1.5 ‘jmdm. (sich) Körperteile brechen, verletzen’ do gesigt er an dem helle hunde. / sine chiwen er im brach AvaLJ 161,2; wande er im sîn hals enzwei brach VAlex 236; daz erm daz sper zem giele in stach, / sô daz ez ime [dem Drachen] den rachen brach / Tr 8978; VMos 74,6. ein swankel gerte / diu argen kinden brichet vel Parz 174,9; sît im Maliclisier / daz twerc sîn vel unsanfte brach / mit der geisel ebd. 401,15. 212,15. er brichet ein bein, einen arm oder verliuset ein ouge, oder er wirt siech Eckh 5: 35,15; da ir vilt und uwer pfert den hals brach under uch Lanc 488,28; gebrochen bein Macer 10,18. – mit Akk.d.P.: an dem buche unt an dem rucke / brachen si in [den Verräter Genelun] zestucke Rol 9014; wand er [der Löwe] in beiz unde brach / swâ er in blôzen sach Iw 6761; sînem lîbe nie sô wê geschach, / wand in ez ängestlîchen brach KvHeimHinv 728. 737; Tr 1746. gebrochen sîn ‘an einem Bruch leiden’ ruten saf mit alandis saffe getrunken, hilfet den, di gebrochen sint unt das gemechte uz geit Macer 20,10. 38,25. daz herze ~ : daz brichet mir mîn herze enzwein MF:Mor 20: 7; der tôt sîn jungez herze brach Wh 93,30; Parz 92,30    2.1.6 ‘etw. (Kampfverband) aufteilen, zerteilen’ ia muzen si sich scaiden, / si muzen brechen ir scár Rol 3835; dazs aber ir leiden geste [...] / mit gewalte wurden jagende / [...] den hûfen dicke brâchen / mit spern und mit swerten Tr 5510; mit hurte er den poinder brach Parz 78,29; Wh 46,16; Wig 11116    2.2 übertr.    2.2.1 ‘Versprechen, Regeln, Gesetze brechen, verletzen, missachten’ daz sî [die Frauen] sô dicke brechent / diu dinc diu sî versprechent, / dâ schiltet sî vil maneger mite Iw 1869; benamen, des ich hân gejehen, / daz briche ich ûf mîn êre niht RvEBarl 9003; daz wart von im gebrochen / und übergangen harte sît KvWTurn 30; swer disen satz breche unde nicht frides halten wolte, der sal die bezzerunge zwispeltic tuͦn WüP 7g,10; si [Elefanten] kriegent niht umb iriu weip, wan si prechent ir ê niht BdN 135,10; [Karl IV.] mochte brechen und enbricht ["hatte jederzeit die Möglichkeit, Rechtsbrüche zu begehen und er tut es doch nicht", Glossar z. St.] MügelnKranz 65. eit ~ : Iw 7966. gebot: damitte man mag erzürnen got / und brechen sîn vil hôch gebot SM:JvR 1: 15,12; RvEBarl 4181; Mechth 4:27,131. reht: der [Tafelrunde] reht wære gebrochen sân, / sæze drob ein triwenlôser man Parz 322,5. 646,13; Tr 6460; KvHeimUrst 508. site: ê ich iuwer enbære, / ich bræche ê der wîbe site Iw 2329. 3234. stæte: wol mich daz ich nie gebrach / mîne stæte an ir! KLD:UvL 17: 4,3. 25,67. triuwe: Hagen sîne triuwe vil sêre an Sîfriden brach NibB 971,4; sô brechet ir / mînem hêrren unde mir / iuwer triuwe und iuwern eit Tr 6353; Parz 535,14; UvZLanz 5355. 6488. vride: sui dan den vridi brechi wizzintliche Mühlh 101,24; NibB 2312,3; Lanc 385,18. zuht: swer vor gerihte stât, / der sol ze rehte sprechen, / sîn zuht durch nieman brechen KvHeimUrst 498; Iw 180; KLD:UvL 56:7,3. – mit erspartem Akk.-Obj. oder mit Präp.-Obj. ‘sich vergehen’ eime guten alden / sagete er [...] wie in der tuvel jagete, / daz er durch sinen leiden spot / gebrochen hete wider got Vät 18990. 17145; cihet man in aber, das er gebrochen habe an deheinen sachen, die niht kuntlich sint UrkCorp 931,13. N435,33    2.2.2 ‘etw. überwinden, beseitigen; zunichte machen’ geruochet wider uns sprechen / und den zwîvel brechen / dâ diu werlt mite umbe gât KvHeimUrst 1596; KvHeimHinv 1088; Parz 661,19; daz herzeleit und ungemach / der welte brichet vreuden vil RvEBarl 1225; wîp sint guot für ungemach, / wîbes trôst ie sorge brach KvWLd 21,24; das er allen den zauber breche der in der burg ist und yn abthú Lanc 211,19; sô sulen die brûdere dêmûteclîche gehôrsam sîn unde in allen dingen brechen eigenen willen StatDtOrd 75,6; MarlbRh 51,8; SM:St 7:4,5; SM:JvR 1:7,10. – ‘einer Sache Abbruch tun’ frowe, ih dir dine ere da mite nit ne breche, / daz ih dir so uerre zo spreche Litan 311. 1115. – ‘etw. übertreffen’ den wurf brach mit sprunge diu maget wol getân NibB 463,2. aventiure ~ ‘ritterliche Bewährungsprobe bestehen’ swer daz sæhe, [...] / wie er die âventiure brach / ze Môreiz ûf der veste, / der spræch im wol daz beste UvZLanz 1344; wie ez was ergangen, / dô er die âventiure brach / und hundert ritter nider stach ebd. 6163. 2159. 5458 u.ö.    2.2.3 ‘etw. unterbrechen, abbrechen’ wander brach / sîne senfte gebærde, / von des lewen beswærde / gewan er zornes alsô vil Iw 5416; magez mit iweren hulden sîn, / ich priche iu nu gesellekeit [lasse euch allein] Parz 402,11; daz ir durch den willen mîn / iwern slâf sus brechet ebd. 554,11. 553,28; Eilh St,7492    3 refl.    3.1 ‘sich zu jmdm./etw. hinwenden, sich auf etw. richten’, mit an, in, nâch, ze: wand er mit allen witzen brach / sich an ein tugenthaftez leben Pass III 563,14; sô sol man sich brechen in ein werk, ez sî inwendic oder ûzwendic Eckh 5: 290,10; wande sich min wille ie nach dir brach PassI/II 243,31. 241,23; wan ir müget die hôhvart niht vollefüeren, wan daz ir iuch dar nâch brechet PrBerth 1:397,20; Mügeln 271,8. 371,16; sin zit hette er gar gephlegen, / daz er sich hin zv gote brach PassI/II 332,3; wan er sich mit grozer craft / zuͦ tugentlichen dingen brach Vät 5195; HvNstAp 1529. man hât den zins nu manegen tac / [...] zÎrlanden âne reht gesant; / dar zuo brach ez sich [dazu kam es] lange / mit michelem getwange, / mit manigem gewalte Tr 6269; alse der truhsæze sach, / daz sich diu rede ze kampfe brach ebd. 11310. – auch ‘die Sinne (herze, ougen) auf etw./jmdn. richten’ ein richer man, der ie / sin herze an ungelouben brach Pass III 52,15; der herze, sin unde ouch mut / an got mit stetem vlize brach Vät 17269; do unse liebe herre sach / wie Zozimas sin herze brach / kegen im in steter tugent ebd. 33634; wie Paulus sine herze brach / nach im mit rehter stetekeit ebd. 1884; min ougen ich zu himel brach ebd. 10928. 14806    3.2 ‘sich von jmdm./etw. loslösen, abwenden, entfernen’; mit von, ûz: si streit ir kiusche sinne / vil sêre mit gedenken an / und wolte brechen von dem man / mit herzen und mit lîbe sich KvWTroj 8606; Lanc 252,5; ane urloub von im brach er sich Vät 12932; daz sie sich wolten ziehen zu gote / unde brechen von der werlde spote ebd. 14966; der ouch sich von dem wege brach Pass III 9,10. do er sich uz deme wazzer brach Pass III 6,64; wand er mit argen listen / sich uz gotes gelouben brach ebd. 313,41; PassI/II 175,8. – auch ‘das herze von etw. abwenden’ daz er sînes herzen rât / gar von dirre welte brach RvEBarl 14191    3.3 ‘sich erbrechen, übergeben’ (?): ez [ grabtier, Hyäne] tuot auch sam ain mensch, daz undäut und sich prichet mit dem huosten und mit dem heschen [ vomitus humanos mentitur falsis singultibus ] BdN 142,27    4 Einzelnes    4.1 rîme ~ : – ‘Reimpaare syntaktisch trennen (durch Satzgrenze zwischen den Versen)’ der [...] rîme künne sprechen, / beidiu samnen unde brechen Parz 337,26. – ‘fehlerhaft bzw. nicht regelgerecht reimen’ sî ihtes dâ [in dem Gedicht] gebrochen, / des muget ir [...] anders dar sezzen, / alsô daz ir sô sprechet, / daz ir die rîme iht brechet Kröllwitz 3979; HeslApk 1414    4.2 in der Formel ~ und büezen ‘mit etw./jmdm. frei schalten und walten’ (s.a. FWB 4,1018 und DRW 2,461): darna sall die vadie [Vogtei] liegen [...] in dess hoiffs scholtissen handt, ind sall damit brechenn vnd buessen also lange biss ein ander genoissich man [...] entfeyt dat mit siner hulden WeistGr 2,518 (a. 1298); und tragen sie [ unser lude ] ime [dem Erzbischof] uf an diesem brieve, [...] zuͦ brechen und zuͦ bußen mit in als mit andern sinen luden UrkMoselQ 197,21 (a. 1347); dat her inde die sine [...] bit den vorsprochinnen ludin breychin inde busin, scheffin inde beydin [= beten, besteuern] muͦgin, also alse wir inde die vͦnse bis ain diesin hudien dach gedain hain UrkSchön 10,5 (a. 1343); UrkYsenb 130 (a. 1338)

MWB 1 975,2; Bearbeiter: Hoffmann

brëchîsen stN. ‘Brecheisen’ Ellegast frogete den konig mere, / wo sin brechyßen were. / der konig sprach: ‘[...] / min dyebyßen viel my in den Rin.’ KarlElegast 487

MWB 1 980,23; Bearbeiter: Hoffmann

brëchunge stF. ‘Brechen, Bruch’ wie si in bekanten in der brechvnge des brotes [ in fractione panis Lc 24,35] EvAug 208,1; ebenso EvBerl 89,28; EvBeh Lc 24,35; Lucid 81,16. is allewege vele schumen vf deme harne, dat bedudet eyne kranchet der borst vnde eyne hitte der leueren vnde eyne brechunge dez gedermez OvBaierl 49,3

MWB 1 980,27; Bearbeiter: Hoffmann

brëchweize stM. ‘grob gemahlener, geschroteter Weizen’ fuͤmfzehen mæczen [Hohlmaß] prechwaiczes vnd vier mæczen habern UrkCorp (WMU) 2598,6

MWB 1 980,34; Bearbeiter: Hoffmann