hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hurtelinc
stM.
Rüstungsteil für die Beine und bes. Knie (vgl. Rosenqvist 2,272 und
hurtenier
):
sîn harnasch schein als ein glas, / geschuoht er in die hosen was, / die wâren
kleiner ringe, / vil guot sîn hurtelinge DietrGlesse
642
MWB 2 1817,40; Bearbeiter: Luxner
hurten
swV.
auch horten (
Herb
11830,
Lanc
444,26
).
1 intr. ‘stoßend losrennen, (heran-)stürmen’ (vgl.
hurt
) 2 tr. ‘etw./jmdn. (nieder-)stoßen’
1
intr. ‘stoßend losrennen, (heran-)stürmen’ (vgl.
hurt
):
des marchgrâven swester kint / hurte, als ob in vuorte ein
wint, / in daz her des künec Gorhant Wh
41,14.
42,25
u. ö.;
er hurtet an sy mit gewalt HvNstAp
7887;
so quam er vf sie gehort Herb
11830;
mit dem kam er zu yn gehort und stach ir einen mit der
glenen durch die kelen Lanc
444,26.
477,3;
er sluc vnd dranc / vnde hurte vnde stiez Herb
4549
u. ö.;
Wig
8437.
10955.
–
den [Reiher] brâhten valken dar
gehurt Parz
400,21.
– subst.:
von reisen hœre ich niht mêr sagen / denne dort hin trîben, dâ her
jagen, / hurten, klingen, schallen, singen Renner
6761;
dâ wart grôz hurten niht vermiten: / die jungen dâ nâch brîse riten
UvLFrd
252,23;
Krone
24021;
Parz
74,20;
übertr.:
daz dâ iht werde ein man verhouwen / von einer minniclîchen vrouwen! / ir
mundes kuslîchez hurten ist dem starken man ein her RvZw
270,6.
– mit -â verstärkter Imp. (emphatisch mit
Interjektionscharakter):
der ist ein fürste zeinem man! / hurtâ hurt! wie wol er
kan / nâch hôhem prîse dringen! KvWTurn
1116;
hurtâ, wie dâ erklungen / ûf den helmen diu swert!
Ottok
21351.
51496;
hurta, her, wie er vacht / als der wint in dem ror
Teichn
317,20;
dhe luft irscal von krie groz: / ‘hurta, heya Beyerlant!’
BraunschwRchr
3056;
WhvÖst
15678;
Wh
54,9
u. ö.;
Suchenw
1,207
2
tr. ‘etw./jmdn. (nieder-)stoßen’
Merion hurte in vf daz gras Herb
5007
u. ö.;
ein swert, daz ime wol gezam, / wart umbe in dô gegürtet, / daz manegen
gehürtet / hæte nider ûf dem wal KvWPart
5186;
Lengewîn der wart gehurt / als er hette ungegurt / ûf daz pfert gesezzen
LivlChr
2863.
1128;
Parz
295,1;
Wh
55,30;
Wig
10754.
–
etslîch frouwe wart gehurt, / wære ir pfert niht wol
gegurt, / si wære gevallen schiere Parz
777,11.
–
der ritter von der burg stach syn glene enczwey uff des
wißen ritters schilt, das er im den schilt an den backen hurte
Lanc
161,8
MWB 2 1817,45; Bearbeiter: Luxner
hürten
swV.
→
horden
MWB 2 1818,21;
hurtenier
stM.
Rüstungsteil für die Beine und bes. Knie (vgl. Suolahti 1,109 und
hurtelinc
):
dar über [über die Beinrüstung] zwên hurtenir von
horn / [...] sus wâren gewâpent mir diu bein
UvLFrd
450,14;
so trag min niftel hie, Persitt, / hvrtenir, brassel
[Armschienen] vnd
kvrsit [Überwurf]
TürlArabel
*A 132,24.
F 58;
diu hurtenier mit stoze wurden hurticlich alda gedrungen JTit
3791,4.
– als Bestandteil eines Personennamens:
zwene schaz reben, die geltent trie schillinge, die hat H. Hurtenier
UrkCorp (WMU)
N430,18
MWB 2 1818,22; Bearbeiter: Luxner
hurticlich
Adj. , -lîche
Adv.
auch hürtenk- ( GTroj ), adv. auch
-lîchen.
1
‘stürmisch, kräftig stoßend’ (vgl.
hurt
) 2
‘durch einen
hurt
verursacht’
1
‘stürmisch, kräftig stoßend’ (vgl.
hurt
):
mit hurte er im die schar durchbrach. / von sîner hurteclîchen vart / sîn
orsse aldâ verbüeget wart UvLFrd
86,5;
dâ was slahen unde stechen / und hurteclîchez dringen
Wh
392,1;
KvWEngelh
4821;
Parz
60,24;
schiere dort her brast / diu schar von Ôsterrîch, / die kômen
hurticlich / gevaren an die Unger Ottok
7181;
die ritter hovesch und wert / uf an ander hurteclichen ritten
RvEWh
1073;
NibB
1890,1;
JTit
1413,4.
– übertr. ‘ungestüm’
er möhte wol werlîchem man / mit hurteclîchem kusse rôt / vüegen fröude
und dâbî nôt UvEtzWh
1543
2
‘durch einen
hurt
verursacht’
den hurticlichen krach, / der beidenthalben dâ geschach, / do
si kômen ze stôze Ottok
16161;
iere waffen uss schneller hand / von baiden hürtenklichen
flugen GTroj
7669
MWB 2 1818,33; Bearbeiter: Luxner
hurtieren
swV.
auch herdêren
(
Crane
1559
)
und huordieren
(
Helbl
1,865
).
‘losrennen, (heran-)stürmen’ (vgl.
2hurt
):
si kômen gehurtieret, / mit snellem poynder dar getriben. / ob
diu sper ganz beliben? Wh
24,16;
Gayol an sînem môte / her hertlîch geherdêret quam Crane
1559;
men sach hîr inde dort / hurtêren manegen werden man ebd.
2197;
HvNstAp
17664.
– subst.:
dô vant er undirwegn / ûf einem plâne rittir vil / ûbinde dâ rittirspil / mit
juste, mit hurdîren, / mit schuste [l.
tjoste
] , mit turnîren NvJer
10381;
sich huop dâ von den gesten / hurtieren unde stôzen
KvWTroj
25829;
also ging daz spil ubir eyn. / hurdiren unde stechen, / sper under enander
brechen, / dez wart vil vor en getan LaurinA (L)
970;
Helbl
1,865;
Crane
3025
MWB 2 1818,51; Bearbeiter: Luxner
hurtlich
Adj.
→
hurtelich
MWB 2 1819,3;
hurwe
stN.
→
hor
MWB 2 1819,4;
hürwîn
Adj.
‘schmutzig, dreckig’ (vgl.
horwic
):
siv [Maria] sach in
[Christus] er blechen [l.
erbleichen
] vnder den hvrwinen handen
PrWack
8,64;
swelches menschen ist daz leben, / daz neur die engel angehort, / und der
keusch hohen hort / treget in dem hurbinen vaz MvHeilGr
1991.
1567.
1836;
HvNstGZ
2360;
HvNördlBrf
28,17.
–
als der errein [l. êrîn
]
hafen, der ist in im selber hoͤribein, aber in dem gvldinen spiegel ist er
gvldin DvAPatern
403
MWB 2 1819,5; Bearbeiter: Luxner
hurz (?)
Subst.
wohl ‘(An-)Stoß’ (evtl. zu
hurt
, vgl. Anm. und Gl. z. St.):
grazz, kraüt und auch würcz / gebent kainer freude hürcz / zu der mynne weyß:
/ ez bedarf ander speizz, / die den gelidern kunden geben / natürlich hicz, die kan
geben / lüst zu der mynn GrAlex
4388
MWB 2 1819,15; Bearbeiter: Luxner
hûs
stN.
Pl. hûs und hiuser.
‘Haus’ Neben dem Wohngebäude bzw. der Wohnstätte bezeichnet
hûs auch den gesamten in ihm lebenden bzw. zu ihm gehörigen
Personenverband; ebenso die einem hûs zu-/untergeordneten
wirtschaftlichen und/ oder gesellschaftlichen Einflussbereiche (z. B. Hof- und
Wirtschaftsgebäude, aber auch die Haushaltsführung und -verwaltung). Zur Sache vgl.
LexMA 4,1960ff.; H. K. Schulze: Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter. Bd.
2. Stuttgart, ³2000. S. 51ff.; P. Blickle: Das Alte Europa. München, 2008. S.
19ff.
1
‘(befestigte) Behausung, Unterkunft, Zuhause’
1.1 allg. 1.1.1 eigentl. (mit großer Variation in Art und Qualität) 1.1.2 bildl. 1.2 spez. 1.2.1
‘Kirche, Münster, Tempel’
1.2.2 für ein Hospital 1.2.3 für ein Bordell 1.2.4 für eine Burg, die anderen zur kriegerischen Benutzung offen steht (vgl. DRW 5,371) 1.2.5 als Sitz eines Rates o. ä. 1.3 in Wendungen 2 bezogen auf die Haushaltung bzw. Hauswirtschaft 3 bezogen auf die (gesamte) Hausgemeinschaft ‘Familie, Geschlecht;
Hausgesinde’
4
‘Haus’ in der Astrologie (best. Abschnitt im Zodiak)
1
‘(befestigte) Behausung, Unterkunft, Zuhause’
1.1
allg.
1.1.1
eigentl. (mit großer Variation in Art und Qualität):
domus : hvs SummHeinr
1:93,819.
2:82,96;
dâ heime in mîn selbes hûs, / dâ wirt gefreut vil
selten mûs Parz
185,1;
hi sal vride habe ein iclich man in simi huͦs
Mühlh
104,17;
diu frawe schol ain vergiftigz kraut legen umb ir
haus und umb ir wonung, daz all aufmacherinne und pœs werberinne oder
werber vliehent BdN
226,11;
Will
9,4;
Eckh
5: 296,6;
Volmar
431.
– für eine Unterkunft, Klause o. ä.:
und wist si der selbe stern hintz dem haus da daz
chint inne waz und sein hilig muter, sant Maria PrOberalt
30,36;
des nachtes kam er zu eins einsiedeln huse da
geistlich lút inne wonten Lanc
348,19;
Spec
32,25.
– für eine Burg, Residenz, ein Schloss:
ze Karidôl vor
sînem [Artus’] hûs
Wig
2082;
unde gibet mir der künic Balac sîn hûs volles
goldes, ich mac niht gewandeln unsers herren wort BuchdKg
34,10;
[sie] waren zu des ritters huß komen
Lanc
563,6;
Iw
32;
PrMd (J)
351,2.
–
slavenîen ~
wohl für eine Kleiderkammer (s. Nellmann,
Parz. zu 449,7):
du hâst hie stênde nâhen bî / gezelt und
slavenîen hûs Parz
449,7.
– für die (natürliche) Behausung von Tieren:
daz hûs der fulice [ein
Vogel] daz pildet der glǒbige [der
Gläubige (in der Allegorese)]
JPhys
22,5;
es ist aines snecken hauß HvNstAp
10101;
vgl. auch:
ein hus worhte er balde uon eineme loche in deme
walde ReinFu
S1,637.
– für einen (Vogel-)Käfig:
in einem hûse von golde / was
er [
ein sitich
] beworht
Wig
2519;
Crane
3222.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Gotschalch von dem hause UrkCorp (WMU)
1637,4
u. ö.
1.1.2
bildl.:
gotis gesiht ist der guͦten selen huz
Lucid
132,11;
so hab wir unser hertz, daz unsers herren haus scholt
sein PrOberalt
147,3;
das haus ist diu heilige christenhait, in dem
huͦs wont vnser herre Konr
21,19;
da inne han ich ein hus, das heisset pinenvol, das
ist das hus, da min sele inne gevangen lit, min lichame
Mechth
7: 48,5;
duͦ din geist vol reinicheide / hus wart der
heilger driveldicheide MarlbRh
87,14;
Frl
2:19,6;
Spec
24,16;
Eckh
5: 52,9.
– selten ein Reich oder Land bezeichnend:
duͦ Cîrus unti Dârîus / gewunnin chaldêischi hûs
Anno
13,8;
Câto unti Pompêius / rûmiti rômischi hûs ebd.
25,16
1.2
spez.
1.2.1
‘Kirche, Münster, Tempel’
sus kômen zuo dem münster die meide wol getân. / ir
warten vor dem hûse alle Sîfrides man NibB
833,4;
her gebot, daz man der abgote hûs lieze stan
TrSilv
379;
LobSal
45;
Rol
4011.
– Ordenshaus, geistl. Einrichtung:
dit dinc [...] ist gemachit zu Wecflar
[d.i. Wetzlar] in der Minnerbruder hus
UrkFriedb
43
(a. 1290);
daz diz stede unde feste blibe, so besigeln wir di Duͦzen
herren disen brif mit des huses ingesigil zu Winheim
StRWeinheim
386;
Sifrid der gardian vnd die samenunge der minren bruͦder dez
huses zvͦ Strasburg UrkCorp (WMU)
N327A,20
u.ö.
–
daʒ diutsche ~
‘der Deutsche Orden’ (vgl.
2diutisch
3.2)
diz ist die regele der brûdere von deme thûschen
hûse sente Marîen dienestlûte StatDtOrd
27,2
u.ö.
1.2.2
für ein Hospital:
vnd nach vnser baider tot sol si [die
Hofstatt] avch ledich sein dem vorgenanten havse ze dem
Heiligen gaist vnde den dverftigen UrkCorp (WMU)
N561,12;
her Sibot der Stoltzhirz, der do der sichen hovses phleger was ebd.
2276,4;
die bruͦder phleger des hvses der guͦten lûte
[Gutleuthaus] der siechen bi Friburg an dem
velde ebd.
1648,13
1.2.3
für ein Bordell:
ein ieglich froͤwelin, die in offen huͥsern sitzent
StBZürich
17
(a. 1319);
die rede wil ich lengen / und wil dich lazen brengen / gevangen rechte
als eine mus / in daz unreine hus Pass III
28,76
1.2.4
für eine Burg, die anderen zur kriegerischen Benutzung offen steht (vgl.
DRW 5,371):
daz wir die vorgenanten burg des Ringrevenstein dem
[...] hern Mathias erzebisschoffe zu Menze
[...] machen [...] zu
eime leidigen uffeneme huse UrkWorms
2:158,37
(a. 1328);
UrkWürzb
40,189
(a. 1338)
1.2.5
als Sitz eines Rates o. ä.:
derselb unser rat sol och von sin selbes hus, da er
selb wil ze herberg inne sein, daz doch ungelthaft sol sein, niht stiwren
StRMünch
41,20.
–
der burgære ~
:
haben wir fuͤr vns vnd fuͤr die gemaine der stat
gesetzzet ze phande der burger hovs, daz daz dinckhovs heizzet
UrkCorp (WMU)
2445,17
1.3
in Wendungen:
– die Paarformel hûs unde hof u.ä. ‘Haus und
Hof’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 231):
so lat ir wîb unde kint, eigen unde lêhen, hûs unde
hof, desne uolget iv niht, wan ob ir iht goͮtes da mite habet getan
Spec
95,10;
si enhant weder hus noch hof, silber noch golt
niergen behalten Mechth
4: 27,21;
ouch hette da hof vnde hus / der kvnic Pistropleus
Herb
4073.
15394;
WüP
97,14.
–
~ von siben vüeʒen verhüllend für ein
Grab:
swer siech und arm ze Akers [d.i. die Stadt
Akkon] vert, / dem wirt vil lîhte dâ beschert / ein hûs
von siben füezen Freid
163,15;
vgl. auch:
din hus ist nider und krang / und niht wann sieben
fuͤße lang HvNstVis
45.
–
~ nëmen
‘Wohnung nehmen, sich niederlassen’
man mag an keinem ende / in der werlte ietzunt komen /
die Bosheit habe hus gnomen HvNstGZ
1192.
–
~ rouchen
‘einen eigenen Haushalt haben’ (vgl.
hûsrouche
):
die, die yne dieser frieheit sint vnd wonnen sollent, die haiss
[Häuser] rauchent oder werdent rauchen,
sollent gelden vns vnd allen grauen von Sarbrucken alle jare IIII s. d.
WeistGr
2,2
(a. 1321).
–
mit ~ sîn/ sitzen/ gesëʒʒen
sîn in etw. ‘wohnen, leben, ansässig
sein’
dâ der künic inne was / mit hûse bî den jâren KvWEngelh
641.
5679;
des landes grœstiu houbetstat / in Jôsaphâtes
teile lac, / diu gar des rîches veste phlac, / dar inne er wesen wolte / mit
hûse, als er solte RvEBarl
13466;
ez saz ein rîcher burgær(e), / milt^$’, biderb^$’ und
gewær(e), / in einer stat mit hûs(e) HDecke II (H)
3;
si suͦln auch nieman zv dem rat nemen, er sei denne in der stat
gesezzen mit hause vnd mit hove vnd mit wibe UrkCorp (WMU)
2345,21
u. ö.
– etw./jmdn. Gefährliches, Schlechtes ze ~ laden:
ich hân laster unde schaden, / want ich hân den übeln
tiuvel heim ze hûse geladen NibB
649,2;
die frosche tuont in selben schaden, / wellent sie den storch zu hûse
laden Freid
141,20.
141,12;
MF: Sperv
1:16,1 App.
– im Sprichwort (vgl. TPMA 5,445 und 450):
swer ûzen ist wirt, dâ heime gast, / dem ist sîn hûs ein swêrer last
Renner
5556;
man siht vil selten rîchez hûs / âne diep und âne mûs
Freid
141,15
2
bezogen auf die Haushaltung bzw. Hauswirtschaft:
swer daz hûs wol haben wil, / der muoz driu dinc ze stiure hân, / guot, milte,
zuht Winsb
49,1.
50,1;
daz er nâch gotes êren / sîn hûs gehalten kunde, / alsô daz er begunde /
enpfâhen gerne geste KvWSilv
135;
ich wære wol enbrosten / der werlt an andern dingen, / möht
ich dem hûse geringen [meinen häuslichen Pflichten gerecht
werden]
Iw
2844;
er sül dem hûse leben [sich der Hauswirtschaft
widmen]
ebd.
2812
u. ö.;
Parz
350,18;
KLD:UvL
35: 2,3
3
bezogen auf die (gesamte) Hausgemeinschaft ‘Familie, Geschlecht;
Hausgesinde’
mit deme huse sint bemeinet die in deme hus sint. die gehorent unde treffent
zeeinem hiwiske. ze einem chunne. zeeinem geslahte. daz in ein geziuhet
PsWindb
113,17(Randgl.);
er wirt frid ewiges nîdes / unt wirt rihsent ewichlich / in
Jacobs hous GvJudenb
302
4
‘Haus’ in der Astrologie (best. Abschnitt im Zodiak):
wenne die [Jupiter und Saturn] in
iren aigen häusern sint und wenn si gesament sint BdN
108,1;
nu ist der wasserman / ein zeichen und Saturni hus das
gröste, / in dem er hat sin wirde Mügeln
194,9
u. ö.
MWB 2 1819,21; Bearbeiter: Luxner
hûsære
stM.
‘Hausbesitzer’ oder ‘Hausverwalter’, als
Bestandteil von Personennamen (vgl.
hûsenære
,
hûserære
):
Hainrich der hausær UrkCorp (WMU)
2893,7;
Johans des Husers sun ebd.
916,17.
866,13
MWB 2 1821,56; Bearbeiter: Luxner
hûsarme
swM.
‘Hausarmer’, ein sog. "verschämter Armer" mit eigenem Haushalt,
der nicht öffentlich bettelt und oft von einer anderen Familie unterstützt wird (zur
Sache vgl. F. Irsigler/ A. Lassotta: Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker.
München, 1996. S. 24ff. sowie B. Scheller: Memoria in der
Zeitenwende. Berlin, 2004. S. 134ff.; anders u.a. Lexer 1,1400):
la dïr dy haus ar̈men / durch got allczeit erpar̈men!
Hawich
4782;
daz ist ein ubel willic mut / daz sie [die
Reichen] nicht enteiln ir gut / durch lon des aller besten / noch
durch ere den gesten, / wegevertigen noch husarmen HeslApk
6819
u. ö.;
Renner
3504;
pro allecibus et pane datis husarmen et pauperibus 13 m. in jejunio
StRechAachen
104,23;
UrkMeissen
1,254
(a. 1298);
UrkRegensb
291
(a. 1327).
528
(a. 1341)
MWB 2 1821,61; Bearbeiter: Luxner
hûsbâht
stN.
‘Abfall, Unrat eines Hauses’
ez sol nieman bî tage noch bî naht keinen harn noch hûspaht noch unsûber
gespüele [...], her füeren in die stat, noch in die strâze
niht werfen noch tragen StRMeran
424
MWB 2 1822,14; Bearbeiter: Luxner
hûsbarc
stM.
‘männl. Hausschwein, Eber’ (vgl.
2barc
):
verres: husbarg VocOpt
45.145
MWB 2 1822,19; Bearbeiter: Luxner
hûsbësem
stM.
‘Besen’
daz ein wib ein chalb rit, daz wæren wunderliche sit, / ode rit vf einer
dehsen [Spinnrocken] , ode vf einem hvspesem / nach salze
ze Halle fure Aberglaube
15
MWB 2 1822,21; Bearbeiter: Luxner
hûsboum
stM.
etymologisierende Lehnübertragung für lat. larix
‘Lärche’ (vgl. Marzell 2,1179):
laurex mag ain hauspaum haizen, wan lar haizt ain haus in
ainer bedäutung, dannen kümt daz wort laurex, sam Isidorus spricht
BdN
328,12.
328,11
MWB 2 1822,25; Bearbeiter: Luxner
hûsbrôt
stN.
wohl im häuslichen Backofen gebackenes Brot (hier als Naturalabgabe; vgl.
hovebrôt
):
sol der vorg. h. von R. denen, die so ufhabend die eichli oder büchli, (ie für
vier) ein husbrot geben WeistGr
5,373
(a. 1344)
MWB 2 1822,30; Bearbeiter: Luxner
hûsbruch
stM.
‘Hausfriedensbruch’
ovch wellen wir, swer freuellich oder mit gewaffent hant ainem laufet in sein
haus, daz derselb haymsuch und hauspruch hab getan RbrfKlag
221;
vmbe toedschlach, vmb hauspruch, vmb noetzoeg vnd umbe strazraub
DRW
5,386
(SteirLArch.; a. 1311)
MWB 2 1822,35; Bearbeiter: Luxner
hûsdierne
stswF.
‘Dienst-, Hausmagd’
di hûsdîrne schrei in [Petrus] an:
/ ‘dû der jungern einer bist’ JvFrst
4844
MWB 2 1822,41; Bearbeiter: Luxner
hûsdinc
stN.
was zum Haushalt gehört ‘Hausrat’ (vgl.
hûsgeræte
):
sô man in î [l. ie
] dî
spîse / mit andirme hûsdinge / solde vom Elbinge / zûvûrn ûf der Sirgûne
NvJer
13991
MWB 2 1822,44; Bearbeiter: Luxner
hûsdürftic
Adj.
hier subst.
wohl einen sog. "verschämten Armen" bezeichnend, der nicht öffentlich bettelt und
einen eigenen Haushalt führt; oft von einer anderen Familie unterstützt (vgl.
hûsarme
mit Lit.):
den andern wek sol man den chinden sniden oder den husduͤrftigen
[
pauperibus
]
UrkGeisf
430
(13. Jh.)
MWB 2 1822,48; Bearbeiter: Luxner
hûse
swM.
eine Fischart ‘Hausen’, aber auch zur Beschreibung weiterer
Arten (vgl. ahd. hûso AWB 4,1427f.):
esox: huse Gl
3:456,1
(BStK926);
rumbus: huse ebd.
3:675,55
(BStK287);
ipocus: huso SummHeinr
1:156,591.
2:63,175;
echinus, escarus genus piscis id est huso ebd.
2:289,01.9;
esox haizt ain haus. der visch gêt in der Tuonaw
BdN
252,10
u. ö.;
schouwet wie der hûse an der Tuonouwe grunde / lebt des
trôres süeze gar KLD: UvL
55: 7,1;
manic gebûr wirt schimelgrâ, / der selten hât gezzen mensier blâ, / vîgen,
hûsen, mandelkern: / rüeben kumpost âz er gern Renner
9815;
Freudenl
77;
StRAugsb
40,21
u. ö.;
Rennew
11010
MWB 2 1822,55; Bearbeiter: Luxner
husegome (?)
swM.
auch hisigome; auch stM. (
PsWindb
101,7
).
als Übers. von lat. pelicanus
‘Pelikan’ (vgl.
sisegome
; zur Sache und den Varianten vgl. Suolahti,
Vogelnamen, S. 388f.):
pellicanus: sisegomo, hisigomo, hisigoͮm, hvsegomo
SummHeinr
2:410,266.
1:161,691;
glih getan worden bin ih deme husegoume dere einnode
[
similis factus sum pellicano
solitudinis!
]
PsWindb
101,7
MWB 2 1823,4; Bearbeiter: Luxner
hûsen
swV.
1 intr. 1.1
‘sich (häuslich) niederlassen; wohnen’
1.2 mit Dat. ‘jmdm. eine Wohnung, Unterkunft schaffen,
bauen’
1.3
‘einen bestimmten Lebenswandel führen’ (subst.) 2 tr. 2.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. unterbringen, beherbergen, jmdm. ein Zuhause
geben’
2.2 mit Akk.d.S. 2.2.1
‘ etw. bewohnen, besetzen’
2.2.2
‘etw. zusammenbringen, sammeln’
2.2.3
‘etw. beherbergen’
1
intr.
1.1
‘sich (häuslich) niederlassen; wohnen’
do hûsete Israhel fúr war / in sinim lande in
Ramassen RvEWchr
8243;
ich huse in [ihnen] aber naher
baz StrKD
5,312;
sîn sælde zieret wol diu lant / dâ er gehûset inne hât
RvEGer
605;
wil er [
got
] die himel haben gar, /
sô wær sîn hêrschaft gar ze wît und mîn gewalt gar zenge. / mezz er mir baz ze
hûsen dar / ald unser eltiu friuntschaft kan geweren niht die lenge
[vgl. Anm.z.St.]
KLD: Schulm
3:1,7;
RvEBarl
7761;
Wig
192.
– Part.Präs.
swa si waren husende, / da lagin vier hundirt man bi
in RvEWchr
13139.
13067.
– von Dingen:
si ouch daz es [Böses und
Schlechtes] zwentzig jor do gehuset habe
Tauler
419,25.
– übertr.:
swâ abe gehûset der haz, / dâ wirt diu minne laz
Iw
7039;
unbarmekeit und gît / gehûset in sîn herze heten
Ottok
42093;
diu minne in ir beider brust / het gehûset Loheng
955;
der dâ in gote wonet, der hât wol gehûset und ist ein erbe gotes
Eckh
1:167,11;
Rennew
16591;
WälGa
5284.
–
gehûset sîn
‘ansässig, wohnhaft sein’
daz ir so verre gehuset sint / von mir, daz hilft
iuch fuͤr war WhvÖst
9074;
ein einsidel reine / gehuset was alleine / verre in
eime walde Vät
17866.
22408;
RvEBarl
15297.
– mit direktionaler präp. Erg. oder Pron.-Adv. ‘sich
niederlassen, (ein-)ziehen’
ez hêt diu grôze armuot / zuo im gehûset in den
glêt [Hütte]
Wig
5692;
dâ [in einer Einöde] hâte
ein alter armer man / gehûset hin durch sîn gemach RvEBarl
5801;
si wonten unde lâgen / ûf bergen und in klûsen / und
wolten gerne hûsen / ze walde ûf wilden riuten KvWTroj
890;
HvNstAp
19140;
StrKD
5,303
1.2
mit Dat. ‘jmdm. eine Wohnung, Unterkunft schaffen,
bauen’
den kiuschen ist gehûset hie: / die gote wol behageten ie
/ durch ir kiusche reine site, / den wil got hie lônen mite, / biz daz er in ân
endes zît / ein endelôsez rîche gît RvEBarl
12429;
si [Bienen] habent auch die
art, daz si des êrsten dem volk hausent, und dar nâch den künigen
BdN
290,20.
– mit refl. Dat.:
ein man der hat gehûsit im / einsit in monte Effraim
RvEWchr
21228
1.3
‘einen bestimmten Lebenswandel führen’ (subst.):
tiuvelliches husen / pflag der selb verwazzen
[l. verwâʒen
]
WhvÖst
11928
2
tr.
2.1
mit Akk.d.P. ‘jmdn. unterbringen, beherbergen, jmdm. ein Zuhause
geben’
swer huset gast in sinem lant Frl
5:78,13;
ê er sîne geste / gesedelt und gehûset
Ottok
52431;
swer stupffelbere [Trauben]
oder stupfelwiͤn kauffet oder
stupfeler [Traubenleser] heltet oder hauset
WüP
106g,3.
62,4;
KLD:UvL
41: 1,5;
UvEtzWh
5301.
– subst. Part.:
hat ein man ein hus da er selbe inne ist unde hat
auch gehuside bi im da inne, ir si lutzel oder vil StRAugsb
120,6.
– jmdn. (von der Obrigkeit verfolgten) hûsen oder/ unde
hoven u. ä. ‘jmdm. Asyl gewähren, jmdn.
beherbergen’ (vgl.
hoven
):
swelh burger den aehter huset oder hofet mit wizzen
StRAugsb
103,1
u. ö.;
swer diebe oder morder hvset oder hovet SchwSp
84b;
swer sie [im Bann befindliche Menschen]
hûset oder hovet oder schirmet, der wirt in der selben schulde begriffen
PrBerth
1:130,22;
SpdtL
225,1;
UrkCorp (WMU)
879H,20
u. ö.
– in Wendungen mit semantisch ähnl. Verben:
zweient si [die Burgleute] och mit iemanne,
wir sulen sie husen inde halden UrkCorp (WMU)
59,25;
daz dy von Mulhusen dy morder unde dy rober gehuset und geheimet haben
UrkMühlh
417
(a. 1334).
– subst.:
vnd were ieman, der also krank an gvͦte were,
[...], swer deme hvlfe oder riete mit libe oder
mit gvͦte, mit hvsonne oder hovondo, [...],
der sol aber deme geshadegotten die vorgenandvn bvͦze geben
UrkCorp (WMU)
N613,10
2.2
mit Akk.d.S.
2.2.1
‘ etw. bewohnen, besetzen’
behuͤt uns vor des tiuvels rat, / der manige
sel gehuset hat WhvÖst
10470
2.2.2
‘etw. zusammenbringen, sammeln’
der selb burgær / der ditz und manic guͦt mær
/ hat gehuset: er ist genant / Diepreht der werde WhvÖst
13277;
ir sollent beiten biß ir uwer here zusamen gehusent
Lanc
235,31
2.2.3
‘etw. beherbergen’
ir sinnic herze ir sô verjach / daz sie in armer wæte / vil wirde
gehûset hæte UvEtzWh
2406;
er hêt wol die mâze / gehûset von der strâze KvFuss
1908
MWB 2 1823,12; Bearbeiter: Luxner |