houwic
Adj.
‘zum Fällen, Einschlag geeignet’
auch sollen sie haben dry ackere hauwiges holczes UrkErf
2,221
(a. 1347)
MWB 2 1731,52; Bearbeiter: Diehl
hovære
stM.
als Bestandteil von Personennamen ‘Inhaber eines Hofes’ (oder
zu houwære?):
Heinrich Houer UrkCorp (WMU)
2248,39
MWB 2 1731,55; Bearbeiter: Diehl
hoværinne
stF.
‘Inhaberin eines Hofes’, hier Bestandteil von Personennamen ?
(oder zu houwærinne?):
vro Agnesa diu houerin UrkCorp (WMU)
3475,16
MWB 2 1731,58; Bearbeiter: Diehl
hôvart
stF.
→
hôchvart
stF.
MWB 2 1731,62;
hovebære
Adj.
überw. in Reimstellung.
‘(vom Verhalten) dem Hofe angemessen’ (überw. bezogen auf
Personen):
der künec der hovebære, / Marke der tugende rîche
Tr
13184;
ist ein man edel, kiusche und reine, / wolgezogen, schœn und gemeine, /
milte, senfte, getriuwe, gewêre, / friuntholt, diensthaft und hofebêre, / des lîbes
ein helt und wol gelêrt Renner
13332;
nu was ouch dirre koufman hovebære, / der wolt win und spise dem herre bringen
JTit
5622,2;
subst.:
der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu
zabelwortelîn / under wîlen vliegen în Tr
2287;
der kluoge / und der hovebære KvWEngelh
1859;
KvWPart
11171.
–
ouch dûhte in sîn antwurt / süeze und hovebære Flore (P)
3537
MWB 2 1731,63; Bearbeiter: Diehl
hovebëlle
swM.
‘Hofkläffer’, abwertend bezogen auf einen Teil des Hofs:
ich enweiz, wem ich gelîchen muoz die hovebellen, / wan den miusen, die sich
selbe meldent, tragent si schellen Walth
32,27
MWB 2 1732,14; Bearbeiter: Diehl
hoveblez
stN.
‘zu einem Hof gehörendes Landstück’
daz hofe bletz, daz da gelegen ist nebent der herren hof von sanctu Johannese
zuͦ Geispotzheim UrkCorp (WMU)
N744,3,7
MWB 2 1732,18; Bearbeiter: Diehl
hovebrôt
stN.
Pl. -bröter.
auf einem Herrenhof hergestelltes Brot, z.T. für Leistungen an andere abgegeben
(vgl.
hovewecke
):
cellerarius recipit usque ad finem anni 7 panes dictos hovebrot
SchweizId
5,961
(Z Stiftsurk., a. 1293);
[der Kellner soll] etlichen, die da bringent den erbzins,
geben hofbröter ebd.
5,962
(LBer., a. 1326)
MWB 2 1732,22; Bearbeiter: Diehl
hovediet
stF.
‘Hofgesellschaft, Gefolgschaft’ (überw.
KvW ):
Fontânâgrîs der hôhgemuot / und daz gesinde enphiengen / den ritter schôn, ez
giengen / gên im vil der hovediet Reinfr
5897;
diu burc diu wart gedœnes vol. / der künic und al diu
hovediet, / [...], / si erschrâken Tr
3223;
der werde künic Prîant / des selben mâles sich beriet / mit
sîner wîsen hovediet KvWTroj
26460.
24523
u.ö.;
al sîn hovediet / und al sîn lantgesinde
KvWSchwanr
1586;
KvWPant
1361;
KvWAlex
768
MWB 2 1732,29; Bearbeiter: Diehl
hovedinc
stN.
‘Hofding’, Versammlung der zu einem Hof gehörenden
Männer:
daz man dem vogt zem hofdinge geben sol [...] 2
vierenzal habern UrbHabsb
1:30,18
MWB 2 1732,39; Bearbeiter: Diehl
hovegalle
swF.
jmd., der Verhalten und Stimmung am Hof vergällt, verdirbt:
wer aber beflochten ist / mit arger hovegallen list: / die
raten im in einen mist Mügeln
199,6;
ein hovegalle, / der selten rîcher hof enbirt
Eracl
1704;
huet dich vor den hofegallen, / die von ir herschafft reden swach, / darumb
daz sy dir gevallen Suchenw
38,137
u.ö.;
Teichn
277,39.
379,13
MWB 2 1732,43; Bearbeiter: Diehl
hoveganc
stM.
‘Weg an den Hof, Hofbesuch’
daz man kaine [Frau] ließ hin
in [an den Hof] , / wie gar schoͤn si
moͤcht gesin / die man wist an eren cranck. / da von mag den hof ganck /
iglich fro mit eren gan Teichn
578,42
MWB 2 1732,51; Bearbeiter: Diehl
hovegarte
swM.
‘zu einem Hof gehörender Garten’
duo iugera vinearum, [...] que dicuntur hovegarto
UrkFrankf
1,38
(a. 1223)
MWB 2 1732,56; Bearbeiter: Diehl
hovegebærde
stF.
‘höfisches Benehmen’
mitt flisse vil geschwinde / des husses ingesinde / tett och
all da ze stund / den gesten hoffe geberde kund GTroj
16654
MWB 2 1732,59; Bearbeiter: Diehl
hovegëbære
stM.
‘Hoflieferant’ (vgl. W. Paravicini [Hg.]: Höfe und Residenzen
im spätmal. Reich I,1, Ostfildern 2003, S. 851):
ich Stephan der vischer weiland der [...] hertzogen
hofgeber in Osterreich UrkHeil
2,176
(a. 1341)
MWB 2 1732,63; Bearbeiter: Diehl
hovegebrehte
stN.
‘Lärm, laute Betriebsamkeit am Hof’
nû wol ûf all, got geb uns heil / vor dem hofgebrehte! / der lût geruofen
mehte, er wær ein guot fürspreche Helbl
2,727
MWB 2 1733,4; Bearbeiter: Diehl
hovegedinge
stN.
1 Gericht eines herrschaftl. Hofes 2 in Schlesien ‘Landschöffending’
1
Gericht eines herrschaftl. Hofes:
der schultheiz soll och alle hoffgeding besitzen in Münstertal von unsers
herren wegen und sin reht fordern und sprechen UrkEls
2,163
(a. 1339)
2
in Schlesien ‘Landschöffending’
vor dem gehegetenn hoffgedinge haebens gestanden DRW
5,1214
(Wuttke,Städteb.; a. 1322)
MWB 2 1733,8; Bearbeiter: Diehl
hovegemel
stM.
→
hovegoumel
MWB 2 1733,15;
hovegenôʒ
stM.
Beisitzer eines auf dem Hof tagenden Gerichts:
item so wisent sine [des Vogtes] hoiffgenoissen
urdel [Urteil] ind deylent over erve UrkKöln
(St)
1:66,11
(a. 1350)
MWB 2 1733,16; Bearbeiter: Diehl
hovegerëhte
stM.
Gerätschaften auf einem (landwirtschaftl.) Hof (vgl.
2hovegerihte
):
dû tuost mir spât unde fruo / an mînem hofgerechte schaden; / daz dich æzen
die maden, / wol ich dir des gunde Helbl
1,1211
MWB 2 1733,20; Bearbeiter: Diehl
1hovegerihte
stN.
Bez. für verschiedene Gerichte (vgl.
1gerihte
)
1 Gericht für die Zugehörigen eines herrschaftlichen Hofs 2 königl. ‘Hofgericht’ (vgl. 2 HRG 2,1087-91)
1
Gericht für die Zugehörigen eines herrschaftlichen Hofs:
der hof Doerstorf, hofgerichte und daz dar zu gehoret DRW
5,1218
(NassauUB.; a. 1326);
jünkfraw Eyt [... verkauft ihren Hof...] vnd das
hofgericht vber den selben hof UrkIndersd
74
(a. 1343)
2
königl. ‘Hofgericht’ (vgl. 2HRG 2,1087-91):
daz man an unserm hofgericht furbaz allermenniklich richten sol nach unserer
vorfarn künigen und keisern gesetzten und geschriben rehten DRW
5,1219
(Zeumer,QS.; a. 1342);
daz ir lantgerihte, daz si von vns vnd dem heiligen roͤmischen reiche
zelehen haben, mit einem rihter schoͤlt besetzt werden, als vnser hofgerihte
UrkHohenz
3,180
(a. 1348)
MWB 2 1733,25; Bearbeiter: Diehl
2hovegerihte
stN.
Gerätschaften auf einem (landwirtschaftl.) Hof (vgl.
2gerihte
,
hovegerëhte
und
hoverihte
):
si aduocatus voluerit cogere rusticum nostrum per pignus aliquod, non tollet
araturas nostras, quod vulgo hofgeriht dicitur, ne propter hoc locus ille incultus
remaneat UrkWittelsb
1,189
(a. 1262)
MWB 2 1733,40; Bearbeiter: Diehl
hovegesæʒe
stN.
‘Hofstelle’
wir graue Friderich von Zolrre kunden und furiehen,
[...] daz wir Cuͦnrat Hasenbain von Valkenstain
zwai hove gesezze, die er von uns ze lehen hat ze Egeshain,
[...] reith vnd redelich geaigent habent
UrkHohenz
1,148
(a. 1334);
UrkFreiburg
3:108,22
(a. 1308)
MWB 2 1733,47; Bearbeiter: Diehl
hovegesæʒede
stN.
‘Hofstelle’
und gap da dúselbe fro Colmennin Nicolawese irem vorgenantem jungerem
sune [...] allú dú guͦt unde gelt
unde núzze [...] an irem hovegesêssede ze Friburg
vor der Predier tor UrkFreiburg
3:386,17
(a. 1320).
3:397,30
(a. 1320)
u.ö.
MWB 2 1733,53; Bearbeiter: Diehl
hovegeselle
swM.
‘jmd., der an einem Hof verweilt’
hie ist [Gawein] der ander Artus, / der niemen niht
versagen chan / und mit geleichem willen gan / dem armen und dem reichen / seins
guotes wirtleichen / gar an afterriwe. / [...] / und des
wirt gevraget niht, / wie lang er [ein Gast] da welle /
beleiben hofgeselle Krone
8751
MWB 2 1733,58; Bearbeiter: Diehl |