hely
Interj.
→
êly
MWB 2 1353,2;
hëlze, hilze
swstF.
‘(Schwert)Griff, Heft’
capulus: helza SummHeinr
1:351,61;
capulum: hilze ebd.
1:252,301;
zwei swert wuͦrden da hin fuͦre braht / der einez decheine helzen
hat Albert
683.
688.
690;
oberhalp der helzen was des swertes klôz, / daz was ein karfunkel wol einer viuste
grôz OrtnAW
188,3;
der worcht im knoph und helzen / clar alsam ain spiegelglas
EckenlE2
79,12;
ir helze klingent von dem trit Neidh
WL 14:2,7.
SL 24:4,7;
Trauformel
35;
SM:Go
2: 6,3;
KvWTroj
9939
MWB 2 1353,3; Bearbeiterin: Herbers
hemde
stN.
himde (
Roth
1850
).
‘Hemd’, Kleidungsstück für Männer und Frauen
1 allg. 2 übertr.
1
allg.:
camisia: hemide SummHeinr
1:322,81;
dô versnait er ir [...] daz hemede
joch daz roklîn Kchr
12765;
Parz
127,2;
ein igelich brûder sal haben zwei hemede, zwei nidercleit,
zwei pâr hosen, ein roc StatDtOrd
108,22;
ainen mantel trüg sy an, / [...]
dar under ain rylich hemd GTroj
20275;
sô dir daz wazer brâht werde, sô seihe iz einhalp durch dîn
hemede in ein ander vaz Barth
141,29.
– bezogen auf die Beschaffenheit:
si truoc ze nâhest an ir lîch / ein herte hemede hærîn
Tr
15657;
Parz
437,24;
Litan
1062;
RvEBarl
7327;
ir hemde was ein sactuoch Iw
4928;
ein klein flähsîn hemde StrDan
3806;
hemde und bruoch von buckeram Parz
588,15;
siben hemede linin Pass III
173,55.
–
kleine (wîz, blanc, sîdin) hemde, Bekleidung für vornehme
Personen:
cyclades: hemade SummHeinr
2:207,62;
ir hemede daz was cleine, / wîz unde wol genât En
1696;
an ir [der Königin] was
werlîchiu wât, / ein hemde wîz sîdîn Parz
192,15;
Er
1542;
sus was gemuot der rîche man. / er fuort von guoten sîden an / ein hemde
wîz alsam ein snê UvLFrd
181,3;
nv bot man dar der kvͥnegin / ein hemede kleine sidin, /
blanch alse ein sne, vil reine genat TürlArabel
*A 278,28;
Rab
650,5;
NibB
976,2;
Wig
10531;
frowe, man het bereit mir / ein hemede, daz ist so klvͦg,
/ daz nie frowe bessers getrvͦg TürlArabel
*A 252,3.
– spez. ‘Unterhemd’
ein hemde was dar under Wig
760;
der [
kneht
] in einem hemde / was mit im komen dar, / mantels und rockes bar
Ottok
60856;
von spil loufet maniger in blôzem hemde Renner
10189;
ain plosser rock ist sein claid, / uber ain hemde an
gelayt HvNstAp
20186;
Tauler
353,22.
– als Zeichen für Blöße, Verletzlichkeit, Büßertum o.ä.:
[die Königin] blicte ûf und sah ir man. / si hete niht
wanz hemde an: / umb sich siz deckelachen swanc Parz
800,30;
und wâren ir [der gefangenen
Lunete] in den stunden / die hende gebunden, / ir cleider von
ir getân / und niuwan ir hemde an verlân Iw
5154;
ich stân aleine in mînem hemede [Nachthemd] , /
unde ich gedenke an dich, ritter edele MF:Kürenb
2:4,1;
dc sie drie sunnentage in dirre gegenwertigen vasten vor dem cruce ze
vronemessen offentliche vn̄ ane geuerde gan solen,
[...] baruuͦz vn̄ in den hemden UrkCorp
(WMU)
2130,41;
do [in der Taverne] sitzet einre in eime
hemede. / zuht ist ime gar fremede NeunMänner (G)
316 Anm..
–
daz hemde üeben
‘das Hemd benutzen’
sô heiz ir von der sunnen wart, / daz si vil selten in
den tagen / an ir iht kunde vertragen / niwan ir hemede al eine, / daz wîze, daz
reine: / sus liebet ir daz hemede an. / dô siz üeben began, / biz daz siz über
üebete Tr
12819.
– in einem Gottesurteil (vgl. GrimmRA 2, 568):
si slouf in ain hemede, / daz dar zuo gegerwet was. /
[...] daz hemede si dô zunten. / in ainer luzzelen
stunden / daz hemede gar ab ir bran, / daz wahs an daz pflaster ran. / der
frowen arges niene was Kchr
15506.
– bildl.:
daz uns mûre noch want / noch sô vil sô ein hemde /
[...] underwîlen scheide [dass uns
nicht einmal ein Hemd trennt]
ZwBüchl
661
2
übertr.:
si truͦg an ir rainú klait: / ain hemd und ain rok, dar ob /
ainen gaisthlichen mantel got zelob WernhMl
12581;
so zúhet si an ein hemede der sanften demuͤtekeit
Mechth
1: 44,18.
– sprichw. ‘der scheint ein Narr zu sein, dessen Hemd um eine Elle länger
ist als der Rock’
swes hemde gêt dem rocke vor / einer ellen, er dunkt ein tôr
WälGa
2065
MWB 2 1353,13; Bearbeiterin: Herbers
hemdeblôʒ
Adj.
vgl. →
hendeblôʒ
.
‘im bloßen Hemde’
bî im [Siegfried] wære Kriemhilt
hendeblôz [La. hemde bloz
] bestân NibB
1126,3
MWB 2 1354,19; Bearbeiterin: Herbers
hemdelachen
stN.
‘Hemd, Umhang’
camisile: hēdelachen Gl
3:626,9;
camisiale: hemitlachin ebd.
3:663,21;
sagum: hemedelachen SummHeinr
2:468,205
MWB 2 1354,22; Bearbeiterin: Herbers
hemdelîn, hemdel
stN.
hempli (WeistGr ).
‘kleines Hemd’
daz hemdel [...] / daz liez wir iu nehten
Loheng
2384.
2389;
ich wil dir geben zwei hemdelîn, / diu sint vil bœse hærîn
RvEBarl
4843;
daz hemdel rôt EnikWchr
28414
u.ö.;
hossen, kappen, schuech, hempli WeistGr
1,240
(a. 14. Jh.);
HvNstAp
1469;
PrBerth
1:324,4
MWB 2 1354,25; Bearbeiterin: Herbers
hemel
stM.
→
himel
MWB 2 1354,32;
hemere
swF.
‘Nieswurz’ (vgl. AWB 4,944):
elleborum veratrum: hemera germâra SummHeinr
2:271,61;
gentiana vel comitialis: hemera ebd.
1:189,247;
aconita: hemer Gl
3:584,17;
hemere gesoteniu mit eziche. ist goͮt den tobentegen
PrüllK
9;
hemern sint zweierslachte. eine sint wiz. di andern swartz
SalArz
85,49
u.ö.
MWB 2 1354,33; Bearbeiterin: Herbers
hemeren
swV.
‘hämmern, (anhaltend) klopfen’
1 intr. 2 tr.
1
intr.:
do die heidenischen geste / unz an die mûr kômen gar / und
daz ir wurden gewar / die kristen in der stat, / si widerfuorn in drât, / dô si si
hôrten hemern Ottok
49121;
subst.:
ez spricht auch Plinius, daz die fledermaus scharrent
stet suocht [...] mit kleppern und mit hämern
BdN
227,7.
–
ûf etw. ~ :
dô wart getengelt und getemert / und ûf helmen gehemert,
/ daz daz fiwer gleste / ûz manigem helm veste Ottok
57116;
do began im einer zucken / den rorstab
[...] / da mit er uf sin houbt im sluc. / er
hemerte vil unschone / im uf di dorn crone Pass I/II (HSW)
6033;
Pylatus, der lasterber, / so vil als ein hemerer / dutet von dem namen
syn, / vor den di judischen swin / Jesum brachten gebunden, /
[...] und wurden uf én hemeren
TvKulm
4319
2
tr.:
– bildl. :
miner synnen hamer smyd / ein ander rede hemmert, / die
mir das hertz durch temmert [durchschlägt]
Minneb
3315;
[
sîn herze
] gehemert als eyn aneboz / wirt er uber eynen cloz [
cor eius [...] stringetur quasi malleatoris
incus Iob 41,15]
Hiob
15291
MWB 2 1354,40; Bearbeiterin: Herbers
hemerlîn, -lî
stN.
‘kleiner Hammer’
– als Bestandteil von Personennamen:
Margwart Hemerlj UrkCorp (WMU)
2764,41;
Burghart Hemerlin ebd.
2130,3
u.ö.
MWB 2 1354,62; Bearbeiterin: Herbers
hemisch
Adj.
zu
1ham
swstM.
‘hämisch; hinterlistig, boshaft’
– bezogen auf Lebewesen:
Sathan, dis hemsche swin Hiob
6550;
hin reit der hemische Antret HvFreibTr
4655;
der endecrist, [...] des hemischen ruden / beiten di
tummen juden / und gelouben [...], daz er io si messias
HistAE
2423.
– bezogen auf Handlungen:
want sî mit hemischir tât / den degin sô ellinthaft / slûgin
unde nicht mit craft NvJer
12448;
hemische klag Ottok
89824;
hemischen gruoz Helbl
13,172
MWB 2 1355,1; Bearbeiterin: Herbers
hemischlîche
Adv.
‘hinterlistig, bösartig’
dornach nicht lange David nam / zu hergreven Amasam, / den Joab zu tode stach. /
hemeslichen daz geschach HistAE
2240;
der unreine / began sîn argiz neckin / offinlîch
inpleckin [sehen lassen] , / daz er hemischlîch barc
NvJer
7593
MWB 2 1355,11; Bearbeiterin: Herbers
hemmen
swV.
1
‘etw./jmdn. hemmen, hindern, aufhalten’
2
einen ze einem
‘jmdn. an jmdm. fesseln’
1
‘etw./jmdn. hemmen, hindern, aufhalten’
gras, wie bist verslemmet! / din grune ist gehemmet. / wer
spiset nu alle tier [...] ? Daniel
2682;
si werden grulich gehemmyt / und zu tode gar geclemmyt / in
der gerichte phorten Hiob
1765;
dâwidir [
unkûsche
] doch mit allir craft / der reine gotis degin vacht, / daz vleisch mit
hungir clemminde / und manchirwîs ôt hemminde NvJer
18841;
– subst.:
diz hemmin alsô swinde, / mûhe unde hungirnôt / dem
vorgenantin hûse bôt NvJer
14000.
–
ir hemmen und ir keren, bezogen auf den Lauf der Planeten (vgl.
ZfdA 75 (1938), 22f.: hemmen zu lat.
morari, kêren zu lat. retrorsus
aufugere):
ich han geechset [mit einer Achse versehen]
allen speren [Himmelssphären] / beide ir hemmen und
ir keren Frl
1:17,27;
wer machet alle speren, / ir hemmen und ir keren /
zwuschen den zween achsen smoltz / an den der himel sunder holtz / loufet und
doch stille stat / und von steten nicht ingat? Hiob
3192.
78
2
einen ze einem
~
‘jmdn. an jmdm. fesseln’
dar umb so tut mich hemmen / leit zu im gar vesticlich
Minneb
5088
MWB 2 1355,17; Bearbeiterin: Herbers
hemsterlîn
stN.
ein kleines Tier:
glîch eime hemsterlîn [
similis dammulae
] und dem hundelîn der hirze EvBeh
5
(s. Glossar z.St.)
MWB 2 1355,39; Bearbeiterin: Herbers
hendeblôʒ
Adj.
vgl. →
hemdeblôʒ
.
‘mit leeren Händen’ (dagegen Heinzle, Nib. z.St. ‘nackt wie eine Hand’;
vgl.
MF:Reinm
20:4,3
unter hant
1.2):
und wære sîn [der Schatz] tûsent stunde
noch alse vil gewesen, / und solt’ der herre Sîfrit gesunder sîn gewesen, / bî im wære
Kriemhilt hendeblôz bestân NibB
1126,3
MWB 2 1355,42; Bearbeiterin: Herbers
hendebreit
Adj., Adv.
unsicher, ob Kompos. oder Syntagma aus breit mit Gen. (vgl. →
breit
Adj. 2.2 und →
hant
stF. 9.1.2); evtl. auch Subst. breite stF. u. Gen.?
(vgl. →
breite
1).
‘handbreit’, als Maßangabe:
diu sahs wol hende breit NibB
956,3;
er het ouch manec ander vlust: / durh daz was herzenhalp sîn
brust / wol hende breit gesunken / und sîn vreude in riuwe ertrunken Wh
177,13;
ich gie nâch blîder vrowen sit: / kûm hende breit was dâ mîn trit
UvLFrd
282,32;
Neidh
WL 29:7,7;
mit den vrawen ilt ich abe [vom
Schiff] , / do ich hendebreit begreif
[erreichte] daz lant TürlArabel
*R 245,25.
*A 152,10
(s.a. →
hendelanc
)
MWB 2 1355,49; Bearbeiterin: Herbers
hendelanc
Adj., Adv.
‘so lang wie eine Hand’, als Maßangabe:
der senkel [eines Gürtels] was wol hennde lanch
PleierMel (St)
695;
mit den frowen ilte ich abe [vom
Schiff] , / do ich hendelang begreif
[erreichte] daz lant TürlArabel
*A 240,25
(s.a. →
hendebreit
)
MWB 2 1355,62; Bearbeiterin: Herbers
hendelære
stM.
‘Händler, Handeltreibender’, hier als Personenname?:
de domo dicti Hendelere UrkFrankf
2,327
(a. 1332);
uffe Hendeleres hus ebd.
2,330
(a. 1332)
MWB 2 1356,4; Bearbeiterin: Herbers
hendeldrücken
stN.
‘Händchendrücken’
mit hochgemuͦtem tanze wolden si sich manger vreuden nieten [sich
vergnügen]
[...]: / hendel drucken [...] und
vrowen cleider treten bi dem soume JTit
1726,4
MWB 2 1356,8; Bearbeiterin: Herbers
hendelîn, hendel
stN.
‘kleine Hand, Händchen’
die wîle was ir händelîn / zwischen den handen sîn
Parz
371,21;
nu fuͦrtend sú das kindelin / mit inen an den hendelin
WernhMl
612
u.ö.;
diu zwai geliebe ein ander zart / diu hændel dicke dructen
WhvÖst
2511;
[auf einer Haube] sint ûzen vogelîn mit sîden ûf genât. / dâ
hât manic hendel sîne vinger zuo gerüeret Neidh
WL 29:6,3;
Reinfr
4184;
EnikWchr
6842;
BdN
41,22;
Seuse
30,9
MWB 2 1356,13; Bearbeiterin: Herbers
hendelinc
stM.
‘Fausthandschuh’
für Venedier hantschuoch / trüeg er hendlinge baz Helbl
2,69
MWB 2 1356,22; Bearbeiterin: Herbers
hendelingen
Adv.
‘sogleich, umgehend’
man [...] sal deme
[Schuldner] hendelingin recht duͦn UrkCorp
(WMU)
60,2;
so suͦlin wir einin anderen ane sine stat sezzin hendelingin ebd.
60,19
u.ö.
MWB 2 1356,24; Bearbeiterin: Herbers
henden
swV.
‘mit Händen versehen’
ein munt von rîchen worten vol, / dâ bî ein îtal herze
[...] / des lîbes wolt ich schamen mich. / der alsô gehant,
geherzet wære, / gât ûz, her Lîp, ir sît niht minnebære! RvZw
117,7;
[eine der Krankheiten, von denen die geliebte Frau den Mann befreien
kann:] vapores [Blähungen] henden, füezen
[mit Händen und Füßen versehen = sich verbreiten] / ist
ouch ein suht sûre Hadam
474,1
MWB 2 1356,28; Bearbeiterin: Herbers
hendenage
stF.
‘Hände(ab)nager’, bezogen auf die Bestechlichkeit der Kirche (vgl. K.
Janicke, Hugos von Trimberg Weltanschauung, Germania 5 (1860), S.
394):
ze rôme ist antlâz veile, / [...] nâch der alten meister
sage / so bediutet rôme ‘hende nage’, / wenne si neget manige hant, / als pfaffen und
leien ist bekant Renner
9052
MWB 2 1356,37; Bearbeiterin: Herbers
hendewinden
stN.
‘Händeringen’
da wart ein hende winden / und ein grozez wainen Rab
1125,5.
326,1;
also Jonathe volc heim quam [...] groz sufzen mit
hendewinden / wart den Jsrahelen kinden Macc
5959.
1506;
WhvÖst
9972
(La.)
MWB 2 1356,44; Bearbeiterin: Herbers |