beckermeister
stM.
‘Bäckermeister’
dar nâch sant er zehant / dâ man den pfistermeister [La.
beckermeister
] vant EnikWchr
5202
MWB 1 461,34; Bearbeiter: Diehl
beckerrocke
swM.
‘Roggen zum Backen’
88 maldra sigilinis, dicti beckerroggen DRW
1,1162
(Essen; a. 1332)
MWB 1 461,37; Bearbeiter: Diehl
beckerschoʒ
stN.
‘Abgabe der Bäcker’
ungeltum pistorium, quod dicitur beckerschoz UrkHess
273
(a. 1312)
MWB 1 461,40; Bearbeiter: Diehl
beckeslahen
stN.
‘Beckenschlag, Beckenklang’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S.
174f.):
der bvrggrave hiez nv machen schal, / sehs bvsvner bliesen vf. /
[...] / hie waz bekkeslahen vnd dri schalmin
TürlArabel
*A192,25
MWB 1 461,43; Bearbeiter: Diehl
becke|smit
stM.
‘Beckenschmied’
von peksmiden NüP
187 Überschr.
u.ö.
MWB 1 461,48; Bearbeiter: Diehl
becklôs
stF.
‘Schwein eines Bäckers’
ein bekklotz, ein mestswîn / er ze des Pibers türlîn / kündiclîchen hin ûz
brâht; / ze sîner herberg er gâht: / dâ sitzet der veltfürste, / meizlinc unde
würste / kan er machen wol dâ van Helbl
15,303
MWB 1 461,50; Bearbeiter: Diehl
becondewieren
swV.
‘begleiten’
da von so wirt sin leit bekondiwieret / und uber zint mit sere, mit jamer
innerhalp gefurrieret JTit
5174,3
MWB 1 461,55; Bearbeiter: Diehl
becze
stM.
→
biʒ
MWB 1 461,58;
bedachen
swV.
‘mit einem Dach versehen, bedecken’
daz hûs: / sô gar ist ez vormachet, / vermûret und bedachet HvFreibTr
5780;
vor der stat der schonst plan / was den der hymel hat bedaht WhvÖst
9139.
5536;
die hol / under deme tische wol / die sie hatten gemachet, / vil heimelich
bedachet / en zu gehen uz und in Daniel
7950;
ein ieglich ris bedachet / mit grüner wete sinen ast
Mügeln
257,11.
145,9.
–
‘schützen’
sich, wer neret weret / schildet und bedacht / sie vor
hungers klamm und frostes freide? Mügeln
326,7.
326,18
MWB 1 461,59; Bearbeiter: Diehl
bedagen
swV.
‘etw. verschweigen’ (mit Akk. oder Gen.d.S.):
der brister sprach: fraw, das bedagt, / wen bulschafft mag on sund nit wesen
MinneR 340
26;
[sie] wil des nimmer bedagen / si welle sprechen und sagen
/ daz er ungerne horet ErzIII
106,29
MWB 1 462,6; Bearbeiter: Diehl
bedâht
Part.-Adj.
→
bedenken
swV. 3
MWB 1 462,12;
bedâht
stF.
1
mit ~
‘mit Bedacht, mit Umsicht’
2
‘das Überlegte, Geplante’
1
mit ~
‘mit Bedacht, mit Umsicht’
mit aller bidahti vnde vlizze sorgin daz nit kainiz von den
scafin im inpfolhin er uirlies BrZw
27;
‘techel’ dar nach mit bedacht / sust lutit: [...]
Daniel
4728
2
‘das Überlegte, Geplante’
uf daz sie viengen / Cristum unde begiengen / an im alle ir bedacht
Daniel
4179
MWB 1 462,13; Bearbeiterin: Baumgarte
bedæhtec
Adj.
‘umsichtig, besonnen’
ein degen, / kûne und mahtich, / wîse und bedahtich, / getrouwe und wârhaft
En
12616;
Tr
13698.
13939;
er ist bedæhtic sîner wart [Worte]
Helbl
1,523.
–
‘bedenkend, (mit etw.) rechnend’
ja waz ich niht bedechtig / daz er mocht haben an im den orden, / daz er mich
tet so freißlich morden Minneb
5338
MWB 1 462,20; Bearbeiterin: Baumgarte
bedæhtecheit
stF.
‘Umsicht, Besonnenheit’
si [...] nâmen war, / welch vlîz unt bedæhtikeit / an
disen garten was geleit KvFuss
2405;
so sprechen wir mit vrteile, mit guͤter bedehtikeit UrkCorp (WMU)
1524,28;
Tr
9987;
JvFrst
3566;
Elis
2138
MWB 1 462,27; Bearbeiterin: Baumgarte
bedæhteclîche
Adv.
‘überlegt, umsichtig, absichtlich’
siet wier dc gitan haben willeclichen vnd offenliche vnd bidahteclich mit
guͦtem rate UrkCorp (WMU)
102,3
u.ö.;
da begund die frau bedechticlich lachen Lanc
258,13;
ersamiv vrowe heriv vber den himel der dih gescvͦf bedahticliche
[interl. zu provide
]
PsM
H 83,6.
– übergehend zu ‘andächtig’
wie wol ez sîner sêle zimt / swer daz [Abendmahl]
bedâhticlîche nimt! LBarl
7340
MWB 1 462,32; Bearbeiterin: Baumgarte
bedahtheit
stF.
zu bedecken.
‘Verdecktheit’
daz ist wârheit, swenne ich daz offenbâre, daz ich in mînem herzen hân, und
spriche daz in dem munde, alsô als ich ez in mînem herzen hân, sunder glîchsenisse
und sunder bedahtheit Eckh
2:167,2
MWB 1 462,41; Bearbeiterin: Baumgarte
bedâhtlîche
Adv.
‘überlegt, besonnen, absichtlich’
wir [...] hant vns verzigen
[verzichtet] einhelleklich vnd bedahtlich
[...] alles des rechtes, so wir
[...] han an der vorgenanten bvrg UrkEidgen
181
(a. 1309);
swer bedahtlich einen man sleht [erschlägt]
SiebenTodsündenI
364;
UrkCorp (WMU)
164,37
u.ö.
– übergehend zu ‘andächtig’
swelih mensche zo der misse gerne get / vnde bedahtliche dar stet / mit gvter
andehte Glaub
1210
MWB 1 462,46; Bearbeiterin: Baumgarte
bedæhtnisse
stNF.
‘Gedenken, Berücksichtigung, Besonnenheit’
begen ayn jartag mit ayner ewygen bedaechtnvezz meyns vaters sel vnd seynes
oehems UrkHohenf
97
(a. 1349);
mit gutim willin vnde mit bedechtnisse von rate vnsir getruwin manne
UrkBresl
109
(a. 1327).
133
(a. 1334);
UrkWittelsb
2,348
(a. 1338).
– Rechtsformel (?):
daz vor vns ist gestanden vnser getruwer man Vlrich von Syfredisdorf mit
gesundem libe vnde guten bedechtnisse vnd vnbetwungen UrkBresl
133
(a. 1333),
vgl.
UrkSchles(B)
131:3,5
(nach 1350)
MWB 1 462,55; Bearbeiterin: Baumgarte
bedanc
stM.
‘Gedanke, Überlegung’
wat hey her vmb mochte doen, / in desem bedancke begunde hey zo roen
[ruhen]
Karlmeinet
328,33
MWB 1 463,1; Bearbeiterin: Baumgarte
bedancheit
stF.
‘Nachdenklichkeit, Trübsinn’
do funden sy allaine / amächt und kranckhait / bechumert mit
bedanckait HvNstAp
1949
MWB 1 463,4; Bearbeiterin: Baumgarte
bedarf (?)
Adj.
Bed. unklar:
daz di sibenzic tolken yris gelouben heimelichkeit nicht wolden blozlichen
melden den heiden, daz si daz gewiete [Geweihte, Heilige]
icht den hunden und di margariten wurfen den swinen; daz abir di heimelichkeit en
bedar [nötig (vgl. Glr.z.St.)] si, daz muget ir merken,
wen ir dise tolkunge leset Cranc
Vorr. Jes 7,21
MWB 1 463,7; Bearbeiter: Diehl
bedaʒ
Konj.
→
bîdaʒ
MWB 1 463,14;
bede
FM.
→
bëte
MWB 1 463,15;
bêde
Num.
→
beide
MWB 1 463,16;
bedecken
swV.
Prät. bedacte neben bedachte, Part. bedeckt neben
bedaht.
‘(jmdn./etw.) bedecken, zudecken’
do stunden si nacchot. mit lovbe si sich bedahten
VMos
8,11;
waz ezzen wir oder waz trinken wir oder womit werd wir bedecket
[bekleidet]
EvAug
12,25;
hundert mentel vêch bedaht Flore(G)
1544;
Wig
4412;
[das Pferd] wart von im ûf einen strît / vil wol bedecket
und bereit KvWSchwanr
1009;
Herb
4438;
die pharrer waren schuldig den kor ze bedekende vnd ich [als
Patron] die kirchen UrkCorp (WMU)
N427,28;
diu heidiu lît / in bernder blüete wol bedacht. / mit grüenem
loube stêt der walt / bekleidet wol SM:Tu
6: 1,8;
Wh
45,25;
das felt was alles mit lúten bedeckt Lanc
105,16
u.ö.;
si soͤllent ir hoͮbet nit mit schemede bedeken
Mechth
5: 24,24.
– übergehend zu ‘jmdn./etw. verdecken, verbergen’ (oft in Verbindung mit
verbërgen):
do die arme hinde / harte vliehinde / quam zvͦ deme gvͦten
man, / her bedeckete sie san / mit siner wat Ägidius
494;
eyne stat gebuwit uf dem berge inmak nicht bedeckit werden EvBerl
143,2;
der got vurhtet unde sîne sunde riuset, der bedecchet wol
sine missetât, daz si nimmer vur den rihtare wirt braht Spec
121,14;
Iw
2962;
ein wurzel aller untugent und ein bedeken aller warheit ist zerganklichú minne
Seuse
165,17;
du muͦst entkleit werden [...] und sehen waz in dir
verborgen und bedecket lit Tauler
433,17
u.ö.;
Eckh
5:14,7.
–
ir armute soltu mit dinem almusen vertriben und bedecken PrLpz
21,4;
zehant dô si gâzen daz, / dô wart ir hunger bedaht
[gestillt]
LvRegFr
1504.
– als Part.-Adj. auch ‘verhüllt, verschlüsselt’ (v.a. in der Wendung
mit bedeckten/bedahten worten):
zuͦ dem ersten in einer bedekter wise Tauler
331,1;
daz was mit bedecketen worten / gescriben in einen brief, /
daz er sînes selbes tohter beslief SAlex
1409;
etlich lúte gent die schoͤnsten rede und die besten rede von der welte, und
ist in aber gar enanders in dem hertzen, und gent den lúten mit bedahten worten ze
erkennenn daz es doch nit also ist PrGeorg
53,28;
Seuse
125,19;
Brun
10047
MWB 1 463,17; Bearbeiter: Diehl |