brôtvar
Adj.
‘in Brotform’
daz rocken korn gibit craft / den die mit hungre behaft / hie sint,
[...] swenne ez in iren munt / kumet brotvar
Daniel
2476
MWB 1 1033,29; Bearbeiter: Hoffmann
brôtverkoufære
stM.
‘Brotverkäufer’
ein igleich protverchauffer sol pfant nemen, daz im sein pfenning vergelten
muͤg, und sol ez behalten aht tag StRMünch
204,14
(z.St. s.a. brôthüetære)
MWB 1 1033,33; Bearbeiter: Hoffmann
brôtvrëʒʒære
stM.
als Schimpfwort, ‘unnütze Esser’
ich sich dich alleine vngerne. wilt dv mir diner glichen noch me bringen, ir
sint nvman brot fresser [
solius panis
devoratores
]
VitasPatr
240,17
MWB 1 1033,37; Bearbeiter: Hoffmann
brôtzol
stM.
‘Zoll auf Brot’
den brotzol und [...] sunst allen zol, waz man uf
wegenne und uf karren und uf pferiden füret, den verkauft man SchwäbWB
1,1452
(a. 1339)
MWB 1 1033,42; Bearbeiter: Hoffmann
brôtzucken
stN.
‘Diebstahl von Brot’
daz nieman sol schlahen arme leute umbe brotzucken oder umb ander dinc, daz
man zucket auf dem marckte [...] sint si denne begriffen an
der waren tat, so sol man si setzen zuͦ dem stocke drei tage NüP
83
MWB 1 1033,46; Bearbeiter: Hoffmann
brouchen
swV.
überwiegend frühmhd. belegt.
1
‘etw. biegen, formen’
2 refl. ‘sich neigen, krümmen’ (s.a.
bringen
13
)
1
‘etw. biegen, formen’
golt ketenne [...] gebroͮht in
wurmes wîs TrudHL
23,23;
Will
18,3;
alsô der tuot der ûz wahsse ein bilede machet, / alsô brouchet
er den leim Gen
110;
der engel unde diu sêle [...] sint ûf dich
[Gott] gebrouchet [nach dir
gebildet] , daz sie dîne forme in sich enpfâhen DvASchr
368,26.
323,34;
in stæines weise [...] den niemen mac gewæichen, /
gebrovchen noch gelæichen Warnung
3308.
–
ich broͮche miniv chnie zoͮ gote
Spec
135,29;
ebenso
Priesterl
161;
PsM
H 84,3;
wande elliu diemuͦt an deme gebrouchten halse
gemêret wirt TrudHL
54,16;
daz houbet brouhte er [der Teufel] uns zuo der
erde TrudHL(O)
3,7
(vgl. Komm.z.St.).
–
min herze muͦz ich
broͮchen [hineinbiegen] / in ivwer aller
rat Wernh
D 2092
2
refl. ‘sich neigen, krümmen’ (s.a.
bringen
13
):
wanta sích gót uon hímele héra ze érdon gebrôhta dúrh mînen
wíllon Will
19,3;
die hosen [...] an dem
bäine [des Verstorbenen] ; / die brouchent sich nû
läider chläine [sind nun steif und starr]
Erinn
626.
– unsicher, ob hierher (oder zu brûchen; vgl.
Anm.z.St.):
die hoste vreude sich zu jamer bruchet [verkehrt sich zu
jamer
]
Frl
8:1,16
MWB 1 1033,51; Bearbeiter: Hoffmann
brouten
swV.
→
briuten
MWB 1 1034,12;
broʒ
stN.
auch probs ( BdN ).
‘Knospe’
ûz grüener boume brozzen / so dringet widerstrît / bluot vil
maniger leijen SM:St
10: 1,5;
des früht sint sam diu körnl oder sam die probs, die an der
paum reisern her für schiezent BdN
348,21.
339,34.
– übertr.:
jn ir brüel [bildl. für die weibliche Scham]
zefuort er daz broz, / daz mit blüete was entsprungen Krone
11726
MWB 1 1034,13; Bearbeiter: Hoffmann
broʒʒen
swV.
auch probsen ( BdN ).
‘Knospen treiben, ausschlagen’
dô sach ich drî wînrebe / brozzen unde bluon
Gen
1950;
wenn die paum des êrsten probsent, ê si läuber gewinnent
BdN
348,23;
PsM
Per 22,19;
die minnen este brozzen WhvÖst
880.
–
beidiu wîp unde geiz / müezen brozzen [sich recken?]
gotweiz / zuo ir rehten spîse Bîspel(Pf)
11,32
MWB 1 1034,21; Bearbeiter: Hoffmann
bruch
Adj.
‘wort-, vertragsbrüchig’;
nur in der Wendung –
~ werden
an etw./gegen jmdn. (vgl. bruch stM. 2.2 ) :
wurden si aber bruch an keinen dingen, als vor gesprochen ist
UrkCorp (WMU)
2550,27;
werden sie des brvch, so valle daz gvͦth an die pfarre ebd.
1530,8;
swelich vischer oder jude [...] an
kauffen oder an verkauffen bruch wurde WüP
59,4.
25,4;
abir sie haben ubirtreten min gelubde, do zint si bruch
wurden kegen mir [
ibi praevaricati sunt in me
]
Cranc
Os 6,7
MWB 1 1034,29; Bearbeiter: Hoffmann
bruch
stM.
1 eigentl. 1.1
‘Brechen, Zer-, Abbrechen (einer Sache)’
1.2 jägerspr. ‘Verlust der Spur des Wildes (durch den
Jagdhund)’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38b) 1.3
‘Bruch, Riss, Quetschung (am menschlichen oder tierischen
Körper)’
2 übertr. 2.1
‘Mangel, Gebrechen, Schaden’
2.2
‘(moralische) Verfehlung, Vergehen, Sünde; Rechtsverletzung’
2.3
‘Streitigkeit, Rechtsstreit’
1
eigentl.
1.1
‘Brechen, Zer-, Abbrechen (einer Sache)’
des wart von speres brüchen / dâ löcherehte manic schilt KvWTroj
32664.
34274;
KvWEngelh
4815;
wen als der bogin wirt gezogin / gecrummit und widirbogin / und doch
blîbit bruchis ân NvJer
2688;
des schiffes bruch wart kume irwant, / man zoch ez ganz
an daz lant Vät
2177;
sin celle bleib veste und gans / ane allerhande bruchez
schrantz ebd.
31968.
6366.
39552;
swie kranc die fiole si, / doch ist groz zirde da bi /
des morgens an ir bruche / von varwen und von ruche HeslApk
22063;
wie kleine der bruch si, iz [das
Glas] ist doch ye niet gantz noch vollenkomen
Seuse
535,3;
WernhMl
2737.
4845;
sumlich jên dem ûzern tûch [des
Tempels] / sî geschên des rizzes bruch JvFrst
10298;
min cleider bliben ganz / an allen bruch, an allen wanc, an allen schranz
Frl
1:14,12.
– Ergebnis des Brechens: ‘abgebrochenes
Stück’
dîne hûffelon. sínt sámo der brúch des rôten
ápfeles [
fragmen mali Punici
]
Will
57,1.
–
‘Bruchstelle’
die widervart ez [das
würmel
] dô gevie / gegen dem selben
bruche [des Eies] hin / dâz ûze gie, dâ woldez
in RvEAlex
1131
1.2
jägerspr. ‘Verlust der Spur des Wildes (durch den
Jagdhund)’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38b):
ob disen [...] geschæhe ein bruch von überlistic
fliehen Hadam
18,4;
vil brüch gên widerbrüchen [Wiederaufnehmen der
Spur] / ergiengen dâ ebd.
492,6;
ist aber sin [des Jägers] sin
durch obert, / daz er in volget uff den bruch [nachdem sie die Spur
verloren haben] / und schryet zu in durch hilffe
‘juch’ / und bringt sie wider uff die vart, / so jagen sie nach irre
art / sust nach dez meisters helffe Minneb
1639
1.3
‘Bruch, Riss, Quetschung (am menschlichen oder tierischen
Körper)’
din bruch [
fractura
] ist unhailsam,
din wunde ist al zu boze PrLpz
12,20;
ebenso
Cranc
Jer 30,12;
den schachern irú bain man brach: / Ihesum man ieczent
toten sach, / und kainen bruch sú tatent im WernhMl
11495;
JvFrst
10559.
10582;
KvWTroj
12861;
welch ros czubrochyn ist uf dem ruͤcke, so
[...] salbe den bruch do mete boymole
Albrant
3,40.
2,12;
di batenie gestosen ist guͦt zu allerhand
bruͦche dez houbtez Macer
38,12
2
übertr.
2.1
‘Mangel, Gebrechen, Schaden’
alles trostes ist da [in der
Hölle] pruch Vät
41155;
er [Artus] übersach wol allen
schaden, / den ein bœse herre entsitzet, / der von swachem bruche switzet
UvZLanz
7766;
dîn [des Winters] gewalt / sêre
smalt, / dîn kraft duldet bruch und spalt, / dîn mül niht mêr malt
KLD:Kzl
13: 1,5;
und daz Isaie spruch / gewunne an der wârheit keinen
bruch, / sunder daz er wurd volbrâcht JvFrst
8266;
TvKulm
3306;
von dem himelriche und von den nún koͤren und wer
den bruch [den durch den Sturz Luzifers leer gewordenen
Chor] billichen soͤlle erfúllen Mechth
3: Reg. 2;
RvZw
121,12;
Mühlh
120,4;
Pelzb
132,25.
–
âne/sunder (allen) ~
‘vollkommen’
er was gephrophet uf den stam / der rehten tugende
sunder bruch Vät
1513;
daz gentzlich war ist und gantz, / an allen bruch, an
allen scrantz Hiob
9352.
13140;
Teichn
331,17;
von der Jungfrauengeburt:
daz si dich durch den selben spruch [das
Wort ave
] / ze kinde enphienc ân allen bruch /
in ir vil kiuschen wammen KvWLd
1,35;
Daniel
1067.
– eines Dinges
~ werden
‘(jmdm.) versagen’
do wart im bruch / der kunst, wand im die vedere brach Pass III
129,80;
aller ere wart im bruch PassI/II
45,36;
wo mir wirt an dem lobe bruch Minneb
1667;
ob mir wol ist worden bruch, / daz ich lîhte einen spruch / unrehte
hân gesprochen Kröllwitz
3972
2.2
‘(moralische) Verfehlung, Vergehen, Sünde; Rechtsverletzung’
swer ouch sines bruder
bruch [
peccatum
] , /
[...] durch got bedecket und hielt
Vät
19681;
werft von uch alle uwir
bruche [
praevaricationes vestras
] ,
an den ir obirtreten hat Cranc
Ez 18,31
u.ö.;
daz cruze, jehet mine zunge, / ist alles broches ein
bezzerunge Brun
9833;
und vorgab im innenclîch / al dî bruche, dî er î / widir in dâ vor begî
NvJer
9569;
PrLpz(L)
48,22;
StatDtOrd
74,31;
Hiob
2795;
die engel werden ußgesant, / die toten wecket ires rufes
stimme. / [...] durch bruch wer da geslagen wirt, der
stirbet sunder wende / und wirt geheilet nimmer me Mügeln
14,15.
–
vmbe solich bruch, der geschehen ist an dem gesezede, daz zwischen
vnserm vatter, vns vnd jm wart gemath UrkCorp
588,38;
swer den lantfride brichet vnd den bruch nicht
vfrichten [La. bezzeren
] wil ebd.
879H,13;
ob si sich liezen riwen / ires frides bruch
Ottok
46791.
47174;
sîner triwe bruch ebd.
10776
2.3
‘Streitigkeit, Rechtsstreit’
ein gancze luter vnde stete svͦne [...]
vmbe alle die sache vnde bruche, die zwischen vns vnde im vf geloͮffen
waren UrkCorp
931,18;
daz si alle bruche vnder in rihtent nach minne oder nach rehte ebd.
931,39;
ez werde dann auch verrihttet der vorgenant lantgraf mit im umb den bruch
und umb die sache, die er gen im hat MGHConst
6,1:43,31
(a. 1325);
UrkFriedb
65
(a. 1301);
UrkFreiberg
2:5,25
(a. 1317)
MWB 1 1034,39; Bearbeiter: Hoffmann
brûch
stM.
‘Nutznießung, Gebrauch’
das das [die Gelder] on alle minderung in erkouffung
ligender gütern in bruch und nutz diser capell [...]
gewendt sole werden UrkGlar
193
(a. 1345);
behielt auch ein kirch, oder ein chloster brief vͤber freihait vnd
vͤber pruͤch, der niht dreizzik iar oder viertzik sait, so ist der
brief tot RechtssA
B66,16
MWB 1 1036,12; Bearbeiter: Hoffmann
bruchbrôt
stN.
‘Brotreste’
die junger von den tischen / bruchprotes, greten, vischen /
fulten do vil schiere / brot corb dristunt viere SHort
8830
MWB 1 1036,19; Bearbeiter: Hoffmann
brûchec
Adj.
‘herkömmlich, üblich’
bräuchig und herkomen DRW
2,458
(HagenauStatB; a. 1339)
MWB 1 1036,22; Bearbeiter: Hoffmann
brucheht
Adj.?
→
bruocheht
MWB 1 1036,24;
brüchel
stM.
‘Brecher’
owê dû bœswiht êren kranc, / [...]
dû aller sælikeit ein hagel, / dû frides und triwen bruchel, / dû manheit lôser
kruchel [Krüppel]
Ottok
63505
MWB 1 1036,25; Bearbeiter: Hoffmann
bruchelich
Adj., Adv.
1
‘gesetzes-, treubrüchig’
2
‘Schaden bringend; gebrechlich, schwach’
1
‘gesetzes-, treubrüchig’
swaz in dem rîche bruchlîch lebt / und ouch dem rehten widerstrebt
HvBer
2016;
ob ein knecht an trewen laͤr / von seim herren czogen
waͤr / pruͤchenleich an widertail Teichn
564,1107;
wer dat sache, dat wir an eyngem de vurschreven punt, vurwarden ind stucke
eins deils of zumale versumelich of bruchlich weren MGHConst
8:86,15
(a. 1346)
2
‘Schaden bringend; gebrechlich, schwach’
der muz nach der gelust ouch han / biwilen bruchelichen val PassI/II
248,82;
bruchelich [La.
pricheleich
] leben Vät
10330
MWB 1 1036,29; Bearbeiter: Hoffmann
brüchen
stN.
unklar, ‘Mangel, Brüchigkeit’?:
mit wilder rede spruͤchen, / die sunder valsches
bruͤchen / sich ze rimen sliezzen WhvÖst
1456
MWB 1 1036,41; Bearbeiter: Hoffmann
brûchen
swV.
s.a.
gebrûchen
(häufiger belegt).
1
‘jmdn./etw. brauchen, beanspruchen; etw. genießen; etw. ge-, verbrauchen,
etw. benützen’
1.1 mit Gen.d.P. 1.2 mit Gen.d.S. 1.3 mit Akk.d.S. 2 refl. ‘sich mit etw. beschäftigen’
3 subst. ‘Genießen, Genuss’
1
‘jmdn./etw. brauchen, beanspruchen; etw. genießen; etw. ge-, verbrauchen,
etw. benützen’
1.1
mit Gen.d.P.:
swenn ich dîn aber dürftic bin / und dîn ze nœten brûchen
sol, / sô kan ich dir [Schwan] geruofen wol
KvWSchwanr
383;
Joseph obe dir
[
Jacob
] gestêt sô dir diu sêle ûz gêt,
/ dîn ougen er lûchet sô er dîn mêr nebrûchet Gen
2525;
godes ane kummersal / [...] zu bruchene alters
eine Elis
6932;
HeslNic
3028
1.2
mit Gen.d.S.:
mich bedûhte, dô ich mînes slâfes brûhte, / wie sunne und
mâne zuo ze mir chôme Gen
1763.
2024;
daz her syner leyn selue bruͦchen mach vnde auch behalden
UrkCorp
3567,23
1.3
mit Akk.d.S.:
die hente er brûchte zeineme iegelichen werche
Gen
206;
wer den esel brûchen sol, / der sol in spîsen Boner
89,61.
–
snüer unde kleine hüllen, / hentschuohe, borten, stûchen, / die
vrouwen solten brûchen KvWTroj
27488;
Pollidamas der brûchte / sîn swert mit frecher hende ebd.
31934.
–
so sol man bruchen die spise die warm unde fiuhter
naturen sien MNat
7,20;
so sol die ander mule dc wascer bruchen, ob sie ez bedarf
UrkCorp
645,22;
so svlnt sie von diseme selben guͦte cehen schillinge bruchen
zuͦ dienste ime reuentor ebd.
N107,17;
ein girekeit vil ze habende oder lange ze bruchende
Mechth
6: 4,9.
–
wir súllent sú [die
suͤssekeit Gottes] bruchen und nút
gebruchen [Nutzen daraus ziehen und nicht nur
Genuss]
Tauler
100,9.
–
~ und nützen:
KvWTroj
30186;
UrkCorp
728,7
2
refl. ‘sich mit etw. beschäftigen’
wa ich mich selber bruch in aigenschaft rainer dinge, da ich gottes er nit
bloͤslich inn main Lilie
77,4
3
subst. ‘Genießen, Genuss’
die sünder, die sich durch daz brûchen der crêatûre nâch irm luste wider got
an ir sêle sêlikeit hindernt Eckh (Pf)
247,25;
zuokunft ist ein niwiu freude von eime lieben friunde und ist ein
unverdrozzenz brûchen sîner gegenwürtikeit ebd.
354,22
MWB 1 1036,44; Bearbeiter: Hoffmann
bruchhaftic
Adj.
‘straffällig, zur Strafzahlung verpflichtet’
di [Pfennige] sal he brengen deme schultheißin in
syn hus, di wile her isßit. thede he des nicht, he worde brochhafftig unseme hern
StRHeiligenst
101
MWB 1 1037,19; Bearbeiter: Hoffmann
brüchic
Adj.
1
‘wort-, vertragsbrüchig’
2
~ werden
‘(an etw.) Schaden nehmen’
3 jägerspr.: Jagdhunden wirt ~
, ihnen geschieht ein bruch
(vgl. dort unter 1.2 ), sie verlieren die Spur des Wildes (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38b)
1
‘wort-, vertragsbrüchig’
welich vnser bruchic wirt an dem andern an den stvcken di hi vor bescriben
stein UrkCorp
1816,41.
351,46;
wellent sy pruchig werden an mir Teichn
620,19;
als er der frawn gab die ler / die an der ee was worden
pruchig ebd.
610,143.
613,18;
were daz der edele man graue Heinriche bruchich oder vellic worde daz wi en
heizen tun UrkThür
507
(a. 1313)
2
~ werden
‘(an etw.) Schaden nehmen’
daz er wirt witzen bruchig / und an dem libe suchtig
Minneb
1657
3
jägerspr.: Jagdhunden wirt ~
, ihnen geschieht ein bruch
(vgl. dort unter 1.2), sie verlieren die Spur des Wildes (vgl. Dalby,
Mediaeval Hunt, 38b):
wist, wo junge welffe / nach einem hirtzen schone / her jagen
in sußem done, / daz den gar dick bruchig wirt Minneb
1639
MWB 1 1037,24; Bearbeiter: Hoffmann
brûchlîchen
Adv.
‘verkostend, genießend’
die innerliche raste do man sich haltet wúrdeclichen und
bruchlichen [La. wirklichen vnd
gebrúchlichen
] , also got sin selbes gebruchet in wurklicher
wisen Tauler
402,26
MWB 1 1037,40; Bearbeiter: Hoffmann
bruchnisse
stFN.
‘Streitigkeit, Zerwürfnis’
ob der kriege oder der bruche keiner uf erste, da von krieg oder bruchnisse
furbaz muge werden UrkCorp
1126A,13;
daz wi [...] vns vmme alle sachen vnde bruchnisse, di
zcwischin vns gewest sin, eintrechtelich vnde gentzlich vor einet vnde berichtet
habn UrkDresd
19
(a. 1309)
MWB 1 1037,45; Bearbeiter: Hoffmann
brûchnisse
stF.
‘Genuss’
da [im Himmelreich] ist frovde ane maze,
[...] godis werlich becantnisse, vollekvmen minne,
selic brvhnisse SalHaus
36,6
MWB 1 1037,52; Bearbeiter: Hoffmann
bruchsilber
stN.
‘Bruchsilber, Werksilber zum Einschmelzen’
das nieman [ze] Zúrich enkein silber, es si loͤtig oder bruchsilber,
koͧffen sol FWB
4,1238
(Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.; a. 1334/5)
MWB 1 1037,55; Bearbeiter: Hoffmann |