barrusse
Adj. (?)
‘ohne Sattel’
‘lâze wir den satel hie! / ich trage iuch verre dester baz’ / ‘vrouwe, niht,
wie stüende daz, / daz ich barrosse [La. barusse
] rite?’ Sibote
427
MWB 1 444,57; Bearbeiterin: Baumgarte
barrussec
Adj. (?)
‘ohne Sattel’
so sol er âne sume ufsitzen barrussig ob das pfert nut gesattelt ist
UrkEls
2,156
(a. 1336)
MWB 1 444,61; Bearbeiterin: Baumgarte
barschalc
stM.
eine Gruppe Halbfreier (vgl. 2HRG 1,448-450 [Bargilden])
tradidit ad predictum altare hec mancipia [...] ad
ius parscalcorum UrkSalzb
1,649
(um 1160);
UrkEnns
1,377
(13. Jh.)
MWB 1 445,1; Bearbeiterin: Baumgarte
barschënkel
Adj.
‘mit nackten Schenkeln’
er treit den lîp swâre, / mit strûbendem hâre, / barschenkel
unde barvuoz Iw
2821;
barschenkel gie er, an hosen SHort
4136
MWB 1 445,5; Bearbeiterin: Baumgarte
barschinke
Adj.
‘mit nackten Schenkeln’
ein rîter sol niht vor vrouwen gên / parschinc WälGa
458
MWB 1 445,9; Bearbeiterin: Baumgarte
bart
stM.
‘Bart’ (vgl. LexMA 1,1490f.)
1 allgemein, oft als Zeichen des Mannes bzw. zur Beschreibung seines Alters 2 phras. 2.1 oft in der Verbindung hâr unde ~ /houbet unde ~
2.2
den ~ ûzbrëchen als Trauergeste 2.3 beim Schwur 3 Teil des Helmes zum Schutz der unteren Gesichtspartie und des Halses (vgl. LexMA
1,1489f. und barbier oder zu 1 ?)
1
allgemein, oft als Zeichen des Mannes bzw. zur Beschreibung seines Alters:
der part an dem menschen bedäut mannes gesläht
BdN
12,15;
die kintheit solt ein ende haben, swa berte sich erhüben Frl
5:28,19;
Parz
227,28
u.ö.;
Wh
191,30;
nu verstet dy ritter schaft, / so lig auch ir manhait / an dem har. davon ist
prait / har und part Teichn
612,11;
ein aldgrisir man. / deme was die [d.i.
der
] bart harte breit Roth
4962.
3377.
– als Bestandteil von Personennamen:
Gerglant mit deme barte Rol
574;
her Heinrich der Bart UrkCorp (WMU)
1399,4
u.ö.
– personif.:
her Bart, ir waret doch ein manlich zeichen ie Frl
5:27,7
u.ö.
– bei Tieren:
ain tier, daz hât an dem kinn ainen part sam ain pock
BdN
160,13
2
phras.
2.1
oft in der Verbindung hâr unde ~ /houbet unde ~
:
die herren / rouften sich selben harte. / bi hare unt bi
barte / liden si groz ungemach Rol
7524;
von unruoche was sîn hâr / an houbete unde an barte /
verwalken alsô harte, / als ob er wilde wære Tr
4005;
Iw
436;
KvWHvK
352;
Eracl
1270
2.2
den ~ ûzbrëchen als Trauergeste:
der kaiser brach uz sin bart, / er uiel zu der erde, / er
sprach: ‘waz scol min nu werde?’ Rol
6965;
vor leid brach er ûz sîn hâr / und dar zuo sînen bart EnikWchr
24683
2.3
beim Schwur:
er swuor bî sînem barte Eracl
5178;
swaz er bî dem barte / geswuor, daz liez er allez wâr
KvWHvK
6.
255.
–
über swen der eit gesworn / von des keisers munde wart:
/ ‘du garnest ez, sam mir mîn bart!’ / der muoste ligen tôt zehant
KvWHvK
16.
242;
ReinFu
K,1477;
MF:Her
2:1,4.
–
so mir dirre min bart, / wir zestoren sine hereuart
Rol
505.
1646;
Herb
2024;
StrKarl
2181
3
Teil des Helmes zum Schutz der unteren Gesichtspartie und des Halses (vgl. LexMA
1,1489f. und barbier oder zu 1?):
her Tristan in mit kreften stach / rechte ûf den bart under den helm
HvFreibTr
2077
MWB 1 445,12; Bearbeiter: Diehl
bartbruoder
stM.
‘Laienbruder’ (durch ihren Bart gekennzeichnete fratres barbati,
vgl. bertenære und bertinc stM.):
hie di moniche dort di bartbruder Brun
7704
MWB 1 445,50; Bearbeiter: Diehl
barte
swF.
‘Beil’ (als Werkzeug und Waffe):
der zimmerman muoz warten / wie er mit der barten / nâch der
ackes müeze snîden Wh
394,14;
daz cimmerholz, daz man behovwin hat mit der bartin UrkCorp (WMU)
1161AB,27;
der berg lit also hoh enbor / und ist vor, hinder und en ebent / sam er
gehowen und geebent / si mit ainer parten SHort
6575;
Schachzb
77,9.
–
sie slougen in vil harte / mit îsenen barten / die füeze ab und die hende
LBarl
9262;
EnikWchr
24706;
swer aber der hant urteilet wird, da sol der stocwarte die barten haben, und
der an des vogetes stat da ist, der hebet einen hültzinen slegel uf, und sleht im
die hant ab StRStrassb
53,22;
Loheng
2240.
– übertr.:
wie wol din ellens barte / in strite die shilte sniden kan / und dar nach
harnash und man! Rennew
12376;
wie snide des todes barte ebd.
18235.
– phras. (?):
sô der zimmernman niht enwürket, sô enwirt ouch daz hûs niht. dâ diu barte
liget, dâ liget ouch daz gewerden Eckh
1:114,4
MWB 1 445,54; Bearbeiter: Diehl
barteht
Adj.
‘bärtig’
einer ist bartoht und ist alt, / der ander junc und übel gestalt Renner
323;
so gent seu partat in der hait / sam ayner der sein muter chlait Teichn
193,43.
543,32;
vier brüeder ich dô vie / der bartahten herren [als Bezeichnung
für die Brüder eines Ritterordens] / die wâren von verren / landen
her komen / und heten an sich genomen / unser vînde orden Ottok
47231.
–
‘erwachsen’
sich füeget paz ob weint ein kint / denn ein bartohter man Parz
525,7
MWB 1 446,10; Bearbeiter: Diehl
barten
swV.
‘mit einer barte bearbeiten’
diu creatiure [Mensch] / die der zimberman
[Gott] vil gehiure / nach im selbin hat gebartet
Martina
205,33
MWB 1 446,20; Bearbeiter: Diehl
bartenære
stM.
→
bertenære
MWB 1 446,23;
bartenslac
stM.
‘Schlag mit der barte’
daz selbe gotis hus [...] wart also gemachit vnd
vollen bracht. daz weder hamerslach noch bartenslach dar an nie wart gehort
PrLpz(L)
115,37
u.ö.
MWB 1 446,24; Bearbeiter: Diehl
barthâr
stN.
‘Barthaar’
wâ ist daz chinne / mit dem niwen barthâre Erinn
617;
morphea ist ein siehtuom, dâ von chumet vil dike daz dem manne
diu barthâr ûz vallent Barth
147,24.
– phras. (?):
dez svnders gedinge / div wiget also ringe / als ein krankis bart har
Martina
67,21
MWB 1 446,28; Bearbeiter: Diehl
bartholz
stN.
barte mit einem langen Stiel:
dem vih sol ein knecht nachgan, der sol tragen ein partholz vnd sol das isen
zu berge keren an syn kinne, ob er schlieffe das er [l. ez
] in steche, das das vih nit gestigen in keines mannes matte
WeistGr
4,164
(a. 1343)
MWB 1 446,34; Bearbeiter: Diehl
bartierunge
stF.
‘Tauschhandel, Barterhandel’ (von mnl. barteringe, vgl. DRW
1,1243):
insuper incidere poterunt pannos suos laneos pro quibuscumque mercaturis
baratrie, quod vulgariter barteringe appellatur UrkKölnZunft
2:481,7
(a. 1326)
MWB 1 446,40; Bearbeiter: Diehl
bartinc
Adj.
→
bertinc
Adj.
MWB 1 446,45;
bartinc
stM.
→
bertinc
stM.
MWB 1 446,46;
bartingære
stM.
→
bertingære
MWB 1 446,47;
bartlôs
Adj.
‘bartlos, noch nicht erwachsen’
bartlôser muot, nu birc daz kinne! KLD:LvS
8:2,7
MWB 1 446,48; Bearbeiter: Diehl
bartschërære
stM.
‘Bartscherer, Barbier’
der bartscherer ich niht vergessen sol / [...] / an
der antwerk man wênig vint / untruͤwe, des er nuz müge hân Ammenh
11646.
11659;
sy wolten den chayser erslahen. vnd daz solt geshehen mit dem partscherær
GestRom
155;
UrbSchweiz
3:50,30
MWB 1 446,50; Bearbeiter: Diehl
bârtuoch
stN.
‘Tuch zur Bedeckung des Leichnams, Bahrtuch’
similiche so si daz bartuch ane griffen so clebiten in di hende darzu
PrMd
33
MWB 1 446,56; Bearbeiterin: Baumgarte
bâruc
stM.
Titel des Kalifen (arab. ‘der Gesegnete’):
ze Baldac [Bagdad] / wære ein sô gewaltic man, /
daz im der erde untertân / diu zwei teil wæren oder mêr. / sîn name heidensch was sô
hêr / daz man in hiez den bâruc Parz
13,21;
Wh
466,27;
ain vogt uͤber alle haiden / ist mins bruͦder sun baruk WhvÖst
13319;
Brun
10320;
JTit
701,2
u.ö.
– übertr. auf andere nichtchristliche Herrscher:
er ist ain reicher waruck. / gehaissen ist er Abacuck / von
der grossen romaney HvNstAp
7243
u.ö.
MWB 1 446,60; Bearbeiter: Diehl
bârucambet
stN.
‘Herrschaft, Amt des bâruc’
dez [Herrschers] bâruc-ambet hiute stêt. /
[...] / heidensch orden man dort siht: / ze Baldac
nement se ir bâbestreht / [...] / der bâruc in für sünde /
gît wandels urkünde Parz
13,25;
daz baruchammet zu Baldag, / dem nihtesniht gelichen mag / an keim irdishen
namen Rennew
18517;
JTit
872,4.
2834,2
MWB 1 447,7; Bearbeiter: Diehl
bârucstuol
stM.
‘Thron des bâruc’
so vil wir haben gewaltes mere / dann Akerin von sinem baruc stuͦle
JTit
907,3
MWB 1 447,14; Bearbeiter: Diehl
barûn
stM.
(auch mit sw. Pl., z.B.
Lanc
523,8
u.ö.)
Bezeichnung, Titel geistlicher oder weltlicher Fürsten (afrz. baron,
vgl. LexMA 1,1476f.):
vürsten, grâven, dise unt die, / und swen man vür den barûn
sach Wh
278,11.
264,13;
Parz
785,7;
vil barûne, / des landes cumpanjûne Tr
9761;
do ward manig betschelyr / ze harnasch wol peraittet schir, / ritter und
warun. / vil manig stoltzer garczun / lieffen weytten in di lant HvNstAp
7297;
barûne und lanthêrren HvFreibTr
517;
dinen herczogen und dinen greven und dinen princen und dinen
barunen Lanc
246,27
MWB 1 447,17; Bearbeiter: Diehl |