b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
brennîsen
stN.
‘Brenneisen’
cauterium: brennisan ferrum quo animalia urentur SummHeinr
2:40,168;
cauterium vel cauteriolum [...] : brennisen ebd.
2:216,146.
1:252,306
MWB 1 994,14; Bearbeiter: Hoffmann
brennoven
stM.
‘Brennofen’
nun hat ir junkfrow in den zitten ain brenn offen gemachet in dem bomgarten an
die ringmur, da sy der saͤlligen kúnginen rosen uff brant, won sy von ir
krankhait wegen des wassers wol bedorft Stagel
110,27.
– Dimin.:
das bren oͤffeli Stagel
110,32
MWB 1 994,18; Bearbeiter: Hoffmann
brennstein, börnstein
stM.
‘Bernstein’
gagates haizet ain aitstain [La.
agestein
] oder prennstain. den vint man in dem land
Lycia pei Preuzen und in Britannia BdN
447,10.
– als Bestandteil des Griechischen Feuers (zu diesem s. LexMA
4,1711f.):
uß swevel, bech ein für, / uß harze, börnstein, ungehür /
wirt, das da keines wages stür / verleschet, wo mans schüßet hin
Mügeln
216,2
MWB 1 994,24; Bearbeiter: Hoffmann
brente
swF.
‘hölzernes Gefäß ’
wir seczen vnd orden, daz ein yegliche person [als
Maß] sol haben recht vrn, prenten, stär, mütt, es sey zw wein oder
czw öl StatTrient
142.
– Zur Herkunft des Wortes und seiner reichen (ital. u. dt.) Verbreitung im
Alpenraum vgl. SchweizId 5,753-758.
MWB 1 994,32; Bearbeiter: Hoffmann
brêse
swF.
zu
brîse
stF. und
brîsen
stswV.?
‘Fischernetz’
abir ist glîch daz rîche der himele einer bresen [
simile...
sagenae
] gelâzen in daz mer EvBeh
Mt 13,47
MWB 1 994,38; Bearbeiter: Hoffmann
bressel
stF.
→ braʒel
MWB 1 994,42;
brëst
stM.
auch brist ([: ist]
Herb
15154).
‘Mangel, Schaden, Verlust’
die enheten deheinen brest, / swaz wol bereiten helden zam
UvZLanz
8072;
ez ist den vogeln ein grôzer brest [La.
gebrest
] , / alliu jâr ein niuwez nest Freid
145,21;
ob im oder deheinem dem sinen dehein brest [
gebrest
1800A,3
] widerfuͤr UrkCorp
1800B,3;
were aber das das gelt von deme brvͤiele [=
brüel
] crenker wurde, den brest sol man gliche
abeslahen allen den vorgenanten clohstern ebd.
N103,29;
JvFrst
190.
10008;
WernhMl
286.
5297.
6042
MWB 1 994,43; Bearbeiter: Hoffmann
brëste
swM.
1
‘Mangel an etw., Fehlen von etw. (jmdm.)’
1.1 mit Gen.-Attr. 1.2 mit Präp. an 1.3 ohne nähere Bestimmung ‘Fehlen von Besitz: Armut,
Not’
2
‘körperlicher oder geistiger Mangel, Fehler, Unvollkommenheit’
2.1 allg. 2.2 spez. ‘Krankheit, Gebrechen’
3
‘Schaden, Verlust’
4
‘Zerwürfnis, Streit’
5
‘Bruch’
1
‘Mangel an etw., Fehlen von etw. (jmdm.)’
1.1
mit Gen.-Attr.:
al die wile die selbe mv̓li [...] wassers niht
bresten hât UrkCorp
1957,5;
unde [die Mondfinsternis] ist
werlicher ein breste dez maneschines MNat
11,5;
daz man dâ luftes bresten hât KvWTroj
20153;
lânt iu niht swære sîn, daz ir / hânt des wirtes bresten! ebd.
20927
1.2
mit Präp. an:
im wart vil manic breste kunt / an spîse und an gewande KvWAlex
290;
und ist enhain ding, etswer habe bresten dar an PrGeorg
165,7
1.3
ohne nähere Bestimmung ‘Fehlen von Besitz: Armut,
Not’
in menger hand wise / die armen si do trosten / und von
ir bresten losten SHort
10630;
die [Engel] liessent si
[Maria] nút bresten han /
[...] mit der hymel spise WernhMl
12576;
daz diu milte künne geben / bresten unde ein armez leben
KvWLd
24,3.
–
den [
endes
tac
] enwendet breste noch genuht UvZLanz
1615;
dâst wunsch und niender breste KLD:BvH
14: 2,6;
PrGeorg
261,24.
–
bresten lîden/doln:
wir leyden solchen presten / das wir so werden gesten
/ mugen icht der kost geben HvNstAp
993;
swie grôzen bresten ich nû dol Er
550;
KvWTroj
2055
2
‘körperlicher oder geistiger Mangel, Fehler, Unvollkommenheit’
2.1
allg.:
ân allen wandel ist mîn frouwe / [...] und sô
rehte wolgestalt, da ist niender breste bî KLD:Wildon
2:3,3;
wer lebt dem man niht wandels giht? / nieman ist âne
bresten gar KvWLd
25,101.
32,222;
KvWTroj
1456;
do kam er tegelich zuͦ Jherusalem in und schalt do
und stroffete do und seite do den juden iren bresten Tauler
16,1.
73,11;
EnikWchr
27286;
SHort
7801;
SpitEich
5,8.
–
âne allen bresten
‘vollkommen’
ir oͮglider eben und schlecht, / aͮn
allen bresten, wol gerecht WernhMl
964.
5749.
5897
2.2
spez. ‘Krankheit, Gebrechen’
daz ich dein tochter wol geledigen muͤg von allem
irm bresten PrOberalt
63,36;
WernhMl
7297
u.ö.;
wenn man venichlkraut [...]
izzet sam ander gesoten kraut, daz ist auch für die vorgenanten presten guot
BdN
401,6;
were oͮch daz der viervndzweinziger deheiner also alt wûrde oder
werenden siehtagen [...] oder bresten hette
UrkCorp
1797A,20;
UrkEnns
5,341
(a. 1323)
3
‘Schaden, Verlust’
detrimentum: breste SummHeinr(Ho)
6,36;
vnd sulnt vns vnd vnsere luͮte pfenden vmbe den bresten, den svͥ
denne hant UrkCorp
N499,42.
1895,43;
und süllent die gyselschafft leisten und halten, alse lange untze das der
breste wirt ufgerichtet UrkEls
2,78
(a. 1302)
4
‘Zerwürfnis, Streit’
die satzvnge vnd die svͦne [...] vmb den
bresten, so wir zeinander hatten UrkCorp
3057,25.
– Weitere Belege SchweizId 5,842.
5
‘Bruch’
des zîtes ordenunge dir niht anegenges vindet, / dîn êwikeit des endes breste
niht ze valle bindet KLD:WvBreis
1:1,6
MWB 1 994,54; Bearbeiter: Hoffmann
brëstec
Adj.
‘zerbrechlich’
ih brestiger habin scherne [l.
havenscherbe, Topfscherbe] , / waz ob ih morgen
sterbe? Litan
483
(vgl.
ich prustigiz havenscirbe Litan(M)
419 )
MWB 1 995,46; Bearbeiter: Hoffmann
brëstelîn
stN.
‘kleiner Mangel’
manger hirat uz dem lant / nach dem glantz mit zechen schant
/ und lat aini [Frau] neben sin / nu mit ainem brestelin
Teichn
596,70
MWB 1 995,50; Bearbeiter: Hoffmann
brestelinc
stM.
‘Gartenerdbeere’ (vgl. SchwäbWB 1,1355):
wilt du machen ein guͦt bigeriht, / so nim sydeln
sweyz, / [...] vnd nim bromber vnd bresteling / daz ist daz
aller beste ding BvgSp
54
MWB 1 995,54; Bearbeiter: Hoffmann
brësten
stV. (IV)
1
‘brechen, reißen’
1.1 absol. ‘(zer-, auseinander-, auf-)brechen, reißen’
1.2 mit Präp.-Obj. 1.2.1 mit sachl. Subj. ‘durch/in/aus etw. dringen’
1.2.2 mit persönl. Subj. ‘aus etw. hervorbrechen, von etw.
loskommen’
2
‘mangeln, fehlen’ (in dieser Bed. weit seltener als
gebrësten
) 2.1 unpersönl. 2.1.1 mit Gen.-Obj. 2.1.2 gewöhnl. mit Gen.- und Dat.-Obj. 2.1.3 mit Gen.- und Präp.-Obj. ( an ) 2.1.4 mit Präp.-Obj. ( an ) und Dat.-Obj. 2.2 mit persönl. Subj. 2.3 mit sachl. Subj.
1
‘brechen, reißen’
1.1
absol. ‘(zer-, auseinander-, auf-)brechen, reißen’
er [Michael] tete demo tievele
einen slach, daz der himel under ime brast Gen
36;
an dem niunten tage, [...] /
brestent die steine AvaJG
11,2;
Ipocr
191;
Barth
148,30;
da prast im sin guͦt spiez Rol
5594;
des brast dâ vil der helme und manec hêrlîcher rant
NibB
2209,4;
daz dürre holz ime hage: / daz pristet unde krachet
Parz
172,19;
daz rigel und sloz und porte brast
KvHeimUrst
2039;
KvHeimHinv
1034;
AvaLJ
160,3;
der [der auf einem zugefrorenen See
geht] waiz nicht, zu welhem mal / under im presten wiͤrt
ein schal, / daz er vellet an den grunt Teichn
305,34.
–
da wart so vil visch gevangen, daz diu netze brasten
PrOberalt
132,21;
vor ungedolt er sich sô want / daz brast etslîch sîn
wunden bant Parz
587,24;
daz die riemen vor einem knie / brâsten dort und hie
Wh
78,28;
UvZLanz
1933.
– in med. Kontext:
brenne di blatern [gemeint sind
vîcblâtern, Hämorrhoiden; vgl. Anm.z.St.]
bi einem fiure, unz si breste; si weshet [wächst]
niht me BenRez
38a.
42;
da uon di aderen brestin di in der nasen sin
SalArz
5,23;
Tr
15216;
so geschiecht im als dem wunten man / der dw wunten
hailt zu gach, / daz seu presten
[aufbrechen] wiͤrt her nach
Teichn
151,56.
–
done macht er nicht mere, / daz herce in im prast
Rol
6520;
eya, herze, nv brist! / la mine sele hinnen varn!
Herb
14046;
Lanc
63,24;
Wig
7680;
RvEBarl
13185;
Rennew
23966.
– subst.:
dâ wart von speres bresten krach, / die drumzen man ûf vliegen sach
UvLFrd
464,5;
StrDan
5046;
PleierGar
4455;
mit bresten wirt di erde
zubrochin [
confractione confringetur
terra
] , mit stosin wirt di erde zustosen, mit
bewegunge wirt di erde beweget Cranc
Jes 24,19.
– mit adv. Bestimmungen (enzwei, ze stucke(n),
voneinander):
an swellen ast er trat, / wi sciere der inzwai brast!
Kchr
5464;
er stîz in ze tal uber einem stein, / daz ime sîn hals
enzwei brast VAlex
231;
daz diu stange enzwei brast Rennew
1405;
Wig
8445;
UvEtzAlex
9446;
StrDan
1665;
der scaft prast zestucke Rol
3037;
uns warf der wint an einen stein, / daz unser schif ze stucken brast
RvEGer
3999;
in cleiniu stücke KvWSchwanr
960;
ze mangen stücken Wig
549;
WolfdA
602,3;
Wernh
A 4605;
BdN
296,17.
– im Sprichwort:
dehein boge sô guot ist, man müge in spannen, biz er brist
Freid
108,2.
– bildl.:
dô brast ir freuden klinge / mitten ime hefte enzwei
Parz
103,18;
ebenso
Wig
10124
und
JTit
1558,2
1.2
mit Präp.-Obj.
1.2.1
mit sachl. Subj. ‘durch/in/aus etw. dringen’
mit dem sper stach er daz / ez im durch daz herze
brast Wig
2113.
1997;
durch den schilt und durch den arm im brast / von der tjoste hurte daz
sper PleierGar
1484;
Dietr
9440;
(bildl.:)
dô brast ir jâmer durch die schem
Parz
710,15;
und deß harnasches glast / mit schone durch di sunne
prast HvNstAp
13598;
HvNstGZ
558.
–
nu ward sie vor irm tode zu eime petrisen und lag biz in daz ander
jar, daz locher in sie brasten unde daz daz blut von ir ran
EbnerChrist
20,13;
die mynne ir in das hertze prast, / das sy nicht
mochte gewencken HvNstAp
1651.
–
Sîfride dem vil küenen von munde brast daz bluot
NibB
458,1.
1010,2;
daz blvͦt in [...] / brast vz
beden ovgen Wenzl
320.
–
úntz ein stymme von im [dem
wurm
] prast, / daz ab den paumen laub und
ast / muͦste vallen Dietr
1664;
Mügeln
237,6.
–
und wart versenket manic last, / der ab den schiffen allen brast
KvWTroj
25470;
do brast dar nach der regen cze tal
Konr
1,34
1.2.2
mit persönl. Subj. ‘aus etw. hervorbrechen, von etw.
loskommen’
zwei jar lag er [Herodes] in
panden. / do er en dannen prast, wie luzel der chinde genas
AvaLJ
34,3;
dem wâren gote gemahelte er daz hûs [die
Kirche] , / die tievel brâsten oben ûz, / sumelîche in daz
abgrunde Kchr
206.
–
‘auf etw./jmdn. eindringen’
und so wir dann hie gestriten, / so suln die not vesten / hinde
oͮf die veinde bresten Dietr
6323;
si prasten mit ir mæhtich wer / an einem orte in daz her ebd.
6454.
9733;
Georg
468
2
‘mangeln, fehlen’ (in dieser Bed. weit seltener als
gebrësten
):
2.1
unpersönl.
2.1.1
mit Gen.-Obj.:
den [Schatz] habe wir here
widere brâht, daz sîn niene bristet Gen
2291;
swas da abegat oder bristet dez vorgenanten silbers, daz svͤle
wir gentzliche ervollen UrkCorp (WMU)
1311,14.
N733,33
2.1.2
gewöhnl. mit Gen.- und Dat.-Obj.:
breste uns der pfîfen, sô vâhen ze sange
KLD:BvH
1: 2,2;
dâvon mir von ir noch trôstes brist
SM:Had
29: 3,6.
31:1,7;
man gît iu kampfes hiute, / uns breste denne liute / und burger unde
geste KvWTroj
31118;
Bit
4509.
– meist negiert:
er machte ez [das
Schiff] lanc vnde wit, /
[...] allenhalben harte fast, / daz im
nichtes niht brast Herb
304;
UvZLanz
1556.
2008.
5169;
nâch sînem willen brast im niht, / swes man zer
welte rîcheit giht RvEBarl
3365;
wand ir deheines dinges brast, / daz eine frouwen in der jugent /
mit schœne zieret und mit tugent KvWPart
8760;
KvWTroj
5795
2.1.3
mit Gen.- und Präp.-Obj. (an):
an der selben hiligen schrift da enbrast nichtes, ez
waz alles da vil voͤllichlichen PrOberalt
35,17;
an ime brast al der tugende niht, / der hêrre haben
solte Tr
260;
KvWTroj
19940
2.1.4
mit Präp.-Obj. (an) und Dat.-Obj.:
er was gar aller sælde vol, / wan daz im brast an guote
KvWEngelh
265;
dû wærest gar gefrîget / vor aller slahte meine, / wan daz dir ein vil
cleine / an ganzer wirde bristet KvWTroj
6659;
nu brist mir an den ougen sît, / diu wellen mir entwesen Virg
455,9
2.2
mit persönl. Subj.:
ob einer von den fieren abe gat, dc men an des stat einen andern welen sol
von der wegen er bristet UrkCorp (WMU)
N11,41.
838,42
2.3
mit sachl. Subj.:
unde bristet [versagt] der hals
und mach niht guoter stimme hân Barth
157,5
MWB 1 995,58; Bearbeiter: Hoffmann
brëstenhalp
Präp.
‘wegen des Fehlens’, mit Gen.:
und bist brestenhalb diner hentschue an dinen henden / sere
verwondt Pilgerf
10432
MWB 1 997,46; Bearbeiter: Hoffmann
brëstenlich
Adj.
→
brëstlich
MWB 1 997,49;
brësthaft
Adj.
‘mit einem gesundheitlichen Schaden behaftet’
nu bin ich [...] ein man / der da
ist eyme kemppen glich getaen, / und weiß mich nit bresthafft sin, / sonder an allen
mynen gliedern gesont sin Pilgerf
4996;
nu warent dise fúchtekait [die vier
complexiones
] / och an Cristus menschait, / und
doch aͮn allen bresten gar: / [...] und hettent
sament kainen strit / mit kainer widerwærtekait / an bresthafter gelegenhait
WernhMl
6066
MWB 1 997,50; Bearbeiter: Hoffmann
brëstlich, brëstenlich
Adj.
1
‘mit Mängeln behaftet, schädlich’
2
‘drückend, bedrängend’
1
‘mit Mängeln behaftet, schädlich’
brestlichen smertzen / jetten vs dem grunde / vnd
[...] / reine tugende seijen dar MinneR 471(Pf)
9,21;
ein brestenlîch gebreste / der hôhen muot kan senken Hadam
147,1
2
‘drückend, bedrängend’
des ritters prestliche pin / erkantte dü miltte an der stund
GTroj
8778
MWB 1 997,59; Bearbeiter: Hoffmann
brët
stN.
Pl. bret(e) ( Wh
242,19, Tr
2222, Eckh
1:264,7, Helbl
13,92) und breter ( UrkCorp
548A,32, StRMünch
191,16 u.ö.).
1
‘Brett, Latte, Bohle’
2
‘Schildbrett, Schild’
3
‘Spielbrett’ 4
‘Brett zum Geldzahlen, Zahlbrett’ (s.a.
zalbrët
) 5
‘Leichenbrett, Bahre’ (s.a.
bârbrët
)
1
‘Brett, Latte, Bohle’
asser: prêt VocBV927
3:359,2;
als ûf des meres wâge / ein schefbrüchiger man / ûf einem brete kæme dan / ûz
an daz stat gerunnen Er
7065;
dâ durch [durch ein Fenster] rahter
die hant / und leit im ûf ein bret ein brôt Iw
3305;
dorno so teyle di substancia [...]
vnd lege sy vf eyn bret, das do breyt si vnde slecht vnd ouch reyne
Pelzb
133,23;
Barth
152,16;
StrKD
58,II 127;
BvgSp
8.
– für bauliche Zwecke:
swelich sagmuͤlner dez paumes, den er ze pretern sagen wil,
abhakchet mer danne diu scherv [der untere, kegelförmige Teil des
gefällten Baumstammes]
StRMünch
280,27;
daz man fuͤrbaz [...] alliu haͤwser
und staedel [...] nicht anders sol decken dann mit
pretern oder mit ziegeln ebd.
478,13;
HvNstAp
13358;
daz ûzer bret an der tür Eckh
5: 422,8;
Kreuzf
7589
2
‘Schildbrett, Schild’
den schilt er gegen dem wurfe bôt /
[...] zehant enzunde sich daz bret / und verbran im von
der hant Wig
6977;
swâ er den schilt erreichte, / daz herte bret erweichte Er
5537;
ir schiltriemen sint nacket blôz / und unverdecket von den
breten Wh
242,19.
–
er [der Greif] was mit trackenbluote rôt /
gemâlet ûf des schiltes brete KvWTroj
30899;
En
5767;
UvZLanz
4423.
1167
3
‘Spielbrett’:
– für Schach:
ein schâchzabelgesteine, / unt ein bret, wol
erleit [mit Einlegearbeiten verziert] , wît
Parz
408,21;
ein schâchzabel [...], / an
brete und an den spangen [Beschläge] / vil schône und
wol gezieret Tr
2222;
ûf dem bret dem roche / ander gestein ist undertân Georg
150;
die zway tyrlein [Springer] /
ob dem prette HvNstAp
8776;
sô hiez er machen [...] in daz bret vier und
sehzic velt HvBer
9509
u.ö.
– für Tricktrack:
sus wurden würfel dar geleit / und ein bret schœn unde sleht, / ûf dem der
wunneclîche kneht / dâ spilte mit der künigîn KvWTroj
15895.
15888;
er warf sî [die Würfel] wider ûf daz bret, / er
warf diu ses ouch alliu driu HvBer
9363.
–
ûf dem brete spiln/zabeln:
si spilten beide ûf dem brete UvTürhTr
1017;
swenne ir denne ûf dem brete / schâchzabels [...]
/ spiln mit im beginnent Flore(S)
4673;
Krone
22754;
Tr
9889;
der sun der zabelte ûf dem brete Schlegel
135.
–
in dem brete zabeln/(ver)spiln:
dâ funden si besunder maniger hande spil, / in dem brete zabelen, schermen
under schilden Kudr
353,3;
er lerte sie spielen in dem brett SalMor
4,4;
swaz man in dem pret verspilt uͤber 60 dn StRMünch
415,23.
– bildl.:
div luge vnt div vntriwe / vf dem bret machet riwe / da man die sel setzet
hin / durch der svnden gewin Warnung
1364.
1406;
GFrau
1094
4
‘Brett zum Geldzahlen, Zahlbrett’ (s.a.
zalbrët
):
er sazt sich nider zuo dem bret, / er nam im alle die gebær, / als er in
grôzen trehten wær, / wie er daz guot bewante HvBer
8781;
nû setzent ûf unde zellent / drîzic unze ûf daz bret Flore(S)
5077
5
‘Leichenbrett, Bahre’ (s.a.
bârbrët
):
du lijst uf dem blozen bret / dar uf man dich zu grabe dret
HvNstVis
37;
aschen unde erden / hiez er im schutten ûf ein bret / und
lie sich heben ab dem bet / ûf den aschen hernider: / ‘diu zît ist komen, daz
ich wider / gedîhen sol ze aschen [...] ’
Ottok
21876
MWB 1 998,1; Bearbeiter: Hoffmann
brëtelîn, britelîn
stN.
‘kleines Brett’
asserula: bretel VocBV927
3:359,3.
– als bemaltes Wappen:
manic herzeichen gar ahtbêr [...] sô dirre und der /
an ein drîeckot britelîn [La. bertelin
] /
heizet mâlen [...] / ein tierlin oder ein vogellîn /
[...], / seht, sô wil er ein herre sîn! Renner
1071.
– als Buchdeckel (anders Anm.z.St.; vgl. jedoch FWB
4,1097 mit Belegen für bret als Bucheinband):
ein goltsmit ich mir würken bat / zwei britelîn von gold aldâ: / dar in bant
man daz büechel sâ UvLFrd
141,5
MWB 1 999,1; Bearbeiter: Hoffmann
brëtervëlt
stN.
Bed. unklar (Grundstück mit einer Holzhütte, aus Brettern gebauter
Unterstand?):
din tritelvuoz, din obedach, din zunge diu wirt lam; / so kumt ein schur unde
ouch ein hagel daz boeset dines mundes gelt ─ / noch volge mir geselle, vriunt, und
buwe ein bretervelt FvSonnenburg
37,12
MWB 1 999,12; Bearbeiter: Hoffmann
bretsche
swF.
‘äußere grüne Schale der Walnuss’ (vgl. SchweizId
5,1017):
beswæret wart sîn [des Affen] tumber muot, / do er
die bitterkeit bevant / der bretschen, und dar nâch zehant / begreif der schalen
hertekeit Boner
2,8
MWB 1 999,19; Bearbeiter: Hoffmann
brëtsnîdære
stM.
‘Sägemüller’
brenge mir ouch den byͤrschrotener / und dar czuͤ den botener, /
[...] bretsnyder, deler [Verfertiger von
Dielen]
OsterSpI
330
MWB 1 999,24; Bearbeiter: Hoffmann
brëtspil
stN.
‘Brettspiel’
brettspils kund er oͮch vil / und manger leye seyten spil
Staufenb
159;
ez ist vil mangerhanden / vröud’, der dû maht trîben vil: / schâchzabel
ziehen und bretspil, / schirmen, schiezen mit dem bogen HeroLeander
140;
EnikWchr
14479;
Pilgerf
6737.
–
mit bretspil und mit kriechelîn [Weinsorte] /
verzert er jârs die koste sîn Renner
16763;
wir verpieten ales spil, do man mit pfenning verliesen macht, niur rehtez
pretspil und sachzagel StRMünch
247,14.
415,18;
es sol [...] nieman spielen uff der münßen
[...] ußwendig [außer]
brettspile DRW
2,492
(StraßbMünzg; um 1330)
MWB 1 999,28; Bearbeiter: Hoffmann
brëtspilære
stM.
‘Brettspieler’
bretspiler mein ich niht, / die man durch kurtzwile spilen siht / zu rehter
zit und an verderben Jüngl
373
MWB 1 999,41; Bearbeiter: Hoffmann
brëtstein
stM.
‘Stein eines Brettspiels’
do trug man ein pret [Schachbrett] dar, / das was
swarcz vnd vngevar. / dar auff so lagen prettstain Veltsp
73
MWB 1 999,44; Bearbeiter: Hoffmann
bretten
swV.
‘jmdn. an etw. (Kreuzesholz) heften’
ir suchent Jhesum von Nazareth, / der an daz cruͦcze
wart gebret? / er ist erstanden: wesent fro! HvNstGZ
3680
MWB 1 999,47; Bearbeiter: Hoffmann |