bræm
Subst.
‘Verbrämung, Rand, Einfassung (von Kleidungsstücken)’
daz si hab den grozzen saͤm / nyden an des gewandez
pram Teichn
359,104.
– Vgl. FWB 4,916 (mit zahlreichen späteren Belegen)
MWB 1 965,37; Bearbeiter: Plate
brâmah
stN.
‘Brombeergestrüpp’
rubus est genus uirgulti spinosi dorinstudun vel bramah in qua morberi crescunt
alii uocant spraidach VocBV287
1:321,25
MWB 1 965,42; Bearbeiter: Plate
brâmber
stN.
‘Brombeere’, der Strauch und die Frucht
1 Frucht 2 Strauch
1
Frucht:
swarz [...] / reht als ein zîtic brâmber
KvWTroj
32743;
noch swerzer danne ein brâmber KvWPart
5198;
die kinde der wegeraiß verdroß: / holtzpiren und pranper, /
der nerte sich das junge her HvNstAp
9697;
ir früht [...] sint auch süezlot
wenn si zeitig sint und haizent prânper oder kratzper dar umb, daz si die läut
kratzent oder reizent, wenn man die paum angreift BdN
330,27.
– übertr. für etw. Geringes, zur Verstärkung der Negation:
sie sazten sich gên in ze wer / und gâben niht ein brâmber / umb die rœmær
gelîch EnikWchr
21612
2
Strauch:
welich paum haizent wild maulperpaum? daz sint mori oder
rubi silvestres, die haizent prânper oder kratzpaum und ir früht sint geleich den
haimischen maulpern BdN
330,25;
mora rubi: bramber VocOpt
48.206
MWB 1 965,46; Bearbeiter: Plate
brâmberbusch
stM.
‘Brombeerbusch’
batós rubus terrenus: branberebusc VocBV24
4:362,9
MWB 1 965,63; Bearbeiter: Plate
brâmberstrûch
stM.
‘Brombeerstrauch’
baccus [l. batus
] : bramberestruch
VocBV947
3:536,29
MWB 1 966,1; Bearbeiter: Plate
brâmberstûde
swF.
‘Brombeerstrauch’
daz [Hopfen] ist gar ain langez kraut
und praitet sein arm auf die paum und auf die mauren, dâ pei ez wechset, sam ain
prâmperstaud, die ze latein vepres haizent BdN
404,16
MWB 1 966,3; Bearbeiter: Plate
brâmberwurz
stF.
‘Brombeerpflanze’
bunceta [l. runceta?] : brambereworz
VocBV947
3:536,30.
– Vgl. AWB 1,1316 und Etymol.Wb.d.Ahd. 2,289.
MWB 1 966,8; Bearbeiter: Plate
brâme
swFM.
auch breme; ahd. brâma swF., brâmo swM.,
breme swF.
1
‘Dornstrauch’ , besonders ‘Brombeerstrauch’ ;
‘Dorn’
2 für das Kreuzesholz
1
‘Dornstrauch’, besonders ‘Brombeerstrauch’;
‘Dorn’
dorn unt brâmen îlt er ûz brechen, / den accher er
furbte [reinigte]
Gen
582.
937;
der [
vrischinc
] haftote
bi den hornen in den bramen unde in den dornen VMos
19,20;
im wurden diu blôzen bein zerkratzet von den brâmen Tit
161,1;
etslîcher grôze wunden / ahte als einer brâmen kraz
Wh
449,15;
erst tump, der lieben sâmen / sæt in starke brâmen Freid
123,5;
vnde die dothen boͮme, vnde swas de bramen vber wahsent, das ist ovch
sin UrkCorp (WMU)
N816,15;
doch drang er [...] durch bramen und durch dorne
WhvÖst
1023.
16130;
bremen, dysteln, di dirre sucht / verterbe ire wingarten Hiob
9770.
– übertr.:
alsam daz blüende rosenblat / wont eime scharphen dorne bi, / und doch vor
im belibet fri / daz er ez niht bekratzet: / also was unbeschatzet / von Joseph
an den eren / din [Marias] lip, den nie verseren /
getorste sünden brame KvWGS
1217;
der wil sich als ein genselîn / in brâmen, in dornen der werlde vâhen
Renner
3761;
din wachen, petten, vasten / mit rúwe in
[
lîp
] sol verseren. / diz bramen um
keren / und ernuwen sont din leben, / bis dir die súnd wirt vergeben
SHort
4654.
– Bezeichnung für etw. Geringes, zur Verstärkung der Negation:
nit mer denn einen bramen / sie sich [...]
sparten: / sie zerriszen vnd zarten / beyde cleider vnd lib Krone
17111;
vnd geb ein brame / niht vmb dirre
[Wunderhandschuhe] hundert ebd.
24690;
dô hetens’ einen [Laa. ein,
eine
] brâmen / umb den künic niht gegeben KvWTroj
7186
2
für das Kreuzesholz:
[Jesus,] der an der selben bramen / dar sie
[Adam und Eva] den tot an namen, / den sig irvochte
HeslApk
2467.
12978
MWB 1 966,11; Bearbeiter: Plate
bræmelîn
stN.
‘kleiner Dornbusch, -strauch’
veprecula: bremelin VocBV788
4:107,21
MWB 1 966,47; Bearbeiter: Plate
brâmelstoc
stM.
‘Brombeerstrauch’
bacus [l. batus
] : bramelstoc VocBV285
3:549,54
MWB 1 966,49; Bearbeiter: Plate
bræmen
swV.
‘etw. (Kleider) verbrämen, einfassen’ (vgl. Brüggen, Kleidung,
S. 209):
enge ermel treit er lanc, / die sint vor gebræmet [
:
vlæmet
] , / innen swarz und ûzen blanc Neidh
WL 27:7,10;
bestellet und gebræmet [
: geschræmet
] /
mit schînâte [Fischhaut] was daz cleit, / den man ûz einer
hiute sneit KvWTroj
2982;
mit dem schînâte vischîn / stuont diz gewant gebræmet [
:
geschræmet
]
ebd.
20257
MWB 1 966,51; Bearbeiter: Plate
brâmenstrûch
stM.
‘Brombeerstrauch’
batus: bramenstruch VocBV455
3:549,53;
VocBV559
ebd.
MWB 1 966,60; Bearbeiter: Plate
brâmhurst
stF.
‘Brombeergesträuch’
item dimidus ager zuͦ bremhurste nebent der wergmeisterin UrkOberrh
374
(a. 1320)
MWB 1 966,62; Bearbeiter: Plate
brâmloup
stN.
‘Laub des Brombeerbusches’
rumicedo: bramloͮp VocBV285
3:565,1;
VocBV945
3:483,17;
VocBV461
ebd.;
VocBV66
ebd.
MWB 1 967,1; Bearbeiter: Plate
branc
stM.
‘Pracht, Prunk, Pomp’
worumme [...] mit prange / leben di bosen also lange / in
eren und in gewalde, / von gelucke manicvalde / hoch in wirdekeit irhaben? Hiob
8411;
so wil sein weib ein sloyr haben / [...] und zehen mantel
an der stang. / daz ist ein teuffelisch prang Teichn
359,30;
durch den unrechtin pranc / da mite he di lute [der König seine
Untertanen] twanc PfzdHech
359,25.
– besonders für das feindselige Auftreten im Krieg, Kampf:
dî Prûzin sich irhûbin [...] / kegn Merginwerdir vor
dî stat / [...] mit hertis sturmis prange, / und sturmetin
alsô lange, / unz sî dî stat gewunnin NvJer
14177;
in, zu orloigis prange
ebd.
19983.
27330
MWB 1 967,4; Bearbeiter: Plate
brangen
swV.
1
‘prangen, prunken, prahlen’
2
‘sich zieren’
1
‘prangen, prunken, prahlen’
ahei, wie prîslichen / palierten [=
polierten
] unde strichen / ze freuden iren lîp / beidiu
man und wîp, / die sich bî den frouwen / wolden lân schouwen / brangend unde brogent
/ ze Nurenberg in zogent Ottok
73289;
swie sêre wir brangen unde brogen, / doch ist manic unflât überzogen / in uns
mit einer bœsen [dünnen] hiute Renner
24059;
hie wirt die rede betwungen / daz er [Frauenlob]
ein teil sin brangen [mit seiner Spruchdichtung] lat
Frl
5:117G,13;
di wil sy uf geluckes rat / sazen unde prangten gnuc Hiob
8597;
do ich prangt vor in allen, / do hiet ich diͤr wol gevallen, / soltzu
mich gesehen han Teichn
397,101.
– besonders das ~ im Krieg, Kampf:
der marschalc [...] mit sturmis prangin / abir
vacht dî vestin an NvJer
24283;
der vîende prangin / dâmit si wârn bevangin ebd.
18212
u.ö.
2
‘sich zieren’
ich mach im [dem Ehemann] kæsewazzer / zezzen.
[...] dâ prang ich bî [ziere mich, davon
zu essen]
Helbl
1,992;
mit îlnder jage sunder prangen / zuckt man [beim Empfang des
Abendmahls] di kost in di wangen. / ditz bringet uns die gernde
lust / die wir [...] gên dem werden lîchnam tragen
JvFrst
1693
MWB 1 967,18; Bearbeiter: Plate
brankieren
swV.
‘etw. prangend vorbringen, vorstellen’ (Suolahti 1,70):
ob ir ez [das Gewand] eht alse hôhverteclîchen
traget, daz ir iuwern lîp dâ mite brankieret unde gampenieret [hüpft,
tänzelt] , unde wizzet niht, wie ir gebâren sullet PrBerth
1:118,15
MWB 1 967,42; Bearbeiter: Hoffmann
brant
stM.
Pl. neben brende auch brande (
HeslApk
6335;
Helbl
7,268
).
1 brennender oder zum Brennen dienender Gegenstand 1.1
‘brennendes Scheit, angebranntes Stück Holz’
1.2
‘Fackel’
1.3
‘(flammendes, blitzendes) Schwert’ (häufig im Mnl.; vgl. MNW 1,1419f.) 1.4
‘Brenneisen’
2 Vorgang oder Zustand des Brennens 2.1
‘Feuer, Feuersbrunst; Brandstiftung; Brandschatzung’
2.1.1 eigentl. 2.1.2 übertr. ‘Glut, Hitze’ , meist mit Gen. 2.2
‘Platz im Wald, wo durch Brand gerodet wurde, Neubruch’
2.3
‘eingebranntes Zeichen (als Eichmarke)’
2.4
‘Schmelzen und Reinigen von Silber, Gewinnung von Feinsilber’
2.5 in med. Kontext 2.5.1
‘Brandwunde’
2.5.2
‘Brennmittel, um dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen’
2.6 im Strafrecht: ‘Feuertod; Brandmarkung’
1
brennender oder zum Brennen dienender Gegenstand
1.1
‘brennendes Scheit, angebranntes Stück Holz’
kein viur hât ouch sô grôze craft, /
[...] man enmüges sô vil zesenden / mit einzelen
brenden, / biz daz ez swache brinnet Tr
19446;
vil kezzel wart gerüeret, zefüeret manic brant
NibB
959,3;
VMos
34,7;
VRechte
260;
Herb
2023.
3863.
–
weri abir daz enimi man wurdi ein brant edir ein
briph vur sini turi gihangin, da min umi den mortbrant miti cundigiti
Mühlh
174,20.
175,15.
–
vnde hiz die gazzen reinen / von boumen vnde von
steinen, / die hofstete von brenden Herb
1765;
HeslApk
17882.
–
brende schürn:
dane [in der Küche] schürte
niemen viuwer noch brant Wh
289,10;
ich muͦste shuͤrn die brende / und in
zuͤbern wazzer tragen Rennew
17854;
Kudr
996,4.
–
brinnender/glüender ~
:
als ein liuhtende lieht, daz alle zît liuhtet, und als ein brinnender
brant, der alle zît brinnet Eckh
2:30,6;
VMos
33,29;
er hiez dem kúnege ein gluͤjenden brant / gen
in die hant RvEWchr
9051;
ChristhChr
12080;
Wh
286,3.
– häufig swarz als ein ~
:
si was swarz als ein ander brant Wh
318,30;
Orites ist ein stein genant, / der ist swarz als ein
brant Volmar
558;
ain mor was schwartz als ain prant
HvNstAp
19098.
14282;
Ottok
33635;
ErzIII
6,465;
Eilh
Rm,19.
–
und wære si nacket sam mîn hant / unde swerzer dan ein brant Er
653;
ez [das Pferd] schein noch swerzer, denne
ein brant KvWTroj
3792.
22485;
KvWTurn
557;
nâch den branden / gevarwiu wâpenkleit Helbl
7,268.
– übertr.:
und lasse mich dur die kolen der minne ziehen und mit
den brenden der smacheit sclahen Mechth
3: 3,26;
der sele arzt, lesch ab der sünden brende / und
strich genaden salben [...] in unsers herzen wende
Mügeln
322,10
(oder zu 2.5.1?)
1.2
‘Fackel’
eine strâle von golde / hêt er
[
Amor
] in der zeswen hant, / in der
andern einen brant Wig
837;
da von so tun sie molen / min
[Amors] bilde mit eim strolen, / wie ich den hab
in einer hant / und in der andern einen brant, / durch zundet wol mit fure
Minneb
2116;
ebenso
KLD:Alex
7,72
1.3
‘(flammendes, blitzendes) Schwert’ (häufig im Mnl.; vgl.
MNW 1,1419f.):
ich [Bischof Turpin] en
[ihnen] doe mit desem brande, / den ich hye voren
in mynre hande, / sulche vesper syngen, / dat man sy horet clingen, / schrien
och ind we Karlmeinet
453,30;
wol gevazzet [mit einem Band befestigt; vgl.
veʒʒel stM.] was der brant. / dâ von leit er
eine hant / ûf den knopf des swertes vor, / daz ez hinden stuont enbor
Helbl
1,333;
einen brant niwen / von Piestinc Ottok
77085
1.4
‘Brenneisen’
welch gast brengit sensin, brende, kessele, pfannin, glockin vnde sin
glich UrkBresl
112
(a. 1327)
2
Vorgang oder Zustand des Brennens
2.1
‘Feuer, Feuersbrunst; Brandstiftung; Brandschatzung’
2.1.1
eigentl.:
und habent betracht und besorgt den grozzen schaden, den diu stat
genomen hat von dem fewr und von prant StRMünch
478,8;
mit brande / sachend sy ain burg enzuntt
GTroj
13110;
Lanc
374,30;
Mechth
2:26,3.
–
swelhe brvder oder swester ainen menschen
toͤttet oder brant tvet oder stilet SpitEich
17,23;
wiert iemand um prant gevangen, der schol mit dem gericht
verurtailt werden StRBrünn
359.
–
mîner mâge tôt, des landes brant
Wh
261,7;
in Walwanes lande / scholtu wuͤsten mit
brande / alle sine veste WhvÖst
6342;
RvEWchr
16787;
die vînde sach man phlegen / niht wan brandes
unde wuostens Ottok
8428;
Rol
276.
– häufig in der Formel roup und ~
:
mit roube und ouch mit brande wuosten si daz lant
NibB
176,3;
die Crichen zv furten vnser lant / mit roube vnde
mit brande Herb
2563;
und heretin in dem lande / mit roube und mit
brande Tr
394;
KvWSchwanr
165;
Rennew
19784;
GTroj
19932.
–
roͮb unde brant unde hoͮr scult ir
uermiden Spec
141,26;
er wendet roup, mort unde brant
Tannh
1,46;
diepstâl, roup unde brant, / zouber, manslaht
unde mort / sint der grœsten sünden hort RvEBarl
10622;
StRAugsb
133,18;
KLD:Kzl
16:20,11.
–
roup und ~ stiften:
si bewarten wol zwâren, / daz si ie roub oder
brant / gestiften in unse lant SAlex
6545;
si ritent in diu lant, / si stiftint ruͦb
unde brant Rol
202;
GrRud
δ 18;
SM:JvR
1:2,2
2.1.2
übertr. ‘Glut, Hitze’, meist mit Gen.:
wem en sal din wisheit niͤt werden bekant, /
we ensal niͤt vernemen dins herzen brant? MarlbRh
92,28;
des zornes brende Mügeln
375,8
u.ö.;
ein enzúndunge [...] in dem
brande der minne Tauler
166,27.
230,3
u.ö.;
Eckh
2:168,4;
brant der untruwen HeslApk
6747.
–
Seraphin is he drümb genant, / wand in gar
entfengt der minnen brant. / he birnet suͤzelich ind sere, / des
minsamen gods groz minnere MarlbRh
88,20;
Eckh
2:217,3
2.2
‘Platz im Wald, wo durch Brand gerodet wurde, Neubruch’
(vgl. Schmeller, BWB 1,360; Dalby, Mediaeval Hunt, 37b):
ûf einem brant hôrt ich die hunde erleschen [mit Bellen
aufhören]
Hadam
130,5;
in walde, ûf dem brande, / an wazzer, ûf den
traten [Weide]
ebd.
508,1.
131,2.
406,4
2.3
‘eingebranntes Zeichen (als Eichmarke)’
und all fuͤtrer und gastgeben suͤllen gerechtew und prantew
viertail haben, oder [...] der stat 1 pfunt pfenning
von dem prant StRMünch
411,25
2.4
‘Schmelzen und Reinigen von Silber, Gewinnung von Feinsilber’
daz man alles silber, daz man prennet hie in der stat, zehant nach dem
prant zaichen sol StRMünch
458,25;
vmb zwienzich mark sielbers Nevrenberger brandes UrkCorp
3394,16;
funf und zwainzig mark silbers loͤtiges Friburger brandes und
gewaͤges UrkMägdeb
297
(a. 1347).
–
‘Prüfung des Silbergehalts einer Münze’
vnd sol er vnd der rât [...] die selben
phenninge zem brande tragen, vnd sol mans da versvͦchen in dem fúre
nach rechte UrkCorp
1325A,10.
188,43
2.5
in med. Kontext
2.5.1
‘Brandwunde’
lylien wuͦrzeln [...]
hilfet zu dem brande, ob man di stat mit bestrichet Macer
16,1;
swer sich uerbrennet. der sal uf den brant legen e er
blatern gewinne uerbrantez mirtel loup SalArz
79,45.
2.5.2
‘Brennmittel, um dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen’
sô [durch diese
Methode] gêt all diu pœs fäuhten her für, diu in dem glit ist,
reht als von aim prand, und ist als guot sam manig
prant [
cauterium
] , der ain jâr
wert BdN
300,10;
sein [des
slintpaum
] asch ist gar durchpeizent, wenn man
in mit ezzeich mischet, und dar umb machet man prend
[
cauteriorum vulnera
] dâ mit an
den painen oder anderswâ ebd.
325,1.
475,6;
sumeliche machent [bei
Kopfschmerzen] einen brant uf den armen. sumeliche hinden
an deme houbite SalArz
31,20;
man sneit sîn âder manigen ende / und macht im ûf dem houbet brende /
und leit im drûf vil herbiu phlaster LvRegFr
3616.
– übertr.:
so sol dir apt tvͦn als ein wise arzat, het
er dar irbottin [...] die arznia dir heiligon
scrifton vnde zeivngist den brant dir
virmeinsamvnga [
ustionem
excommunicationis
]
BrEng
28
2.6
im Strafrecht: ‘Feuertod; Brandmarkung’
unde wirt er darnach begriefen, so sol man uber in rihten
mit dem brande, wande er mortlichen gebrennet hat StRAugsb
94,13.
96,6.
–
den [Dieb] sol man merkchen mit dem prant
und sol er darzu dem rihter ze puͦzze geben sehs schillingen der
langen StRMünch
271,12
MWB 1 967,48; Bearbeiter: Hoffmann
brantkrût
stN.
Pflanzenname:
esula: brandkrut VocOpt
50.125
MWB 1 970,1; Bearbeiter: Hoffmann
brantlich
Adj.
‘brennend’
dü vakel guldin, / da von brandlicher pin / hie nach an Throye
für gatt GTroj
844;
sonder brantlichen has MinneR 497
397
MWB 1 970,3; Bearbeiter: Hoffmann
brantreite
stF.
‘Feuerbock, Gestell zum Auflegen der Holzscheite’ (vgl. Heyne,
Hausaltertümer 1,118 und 243):
andena: brantraite. ferrum trivm pedum super quo ponuntur ligna ad faciendum
focvm VocBV926
3:645,34;
andena: brantreit VocOpt
10.060.
–
havenstein, fürisen [Steingut und Feuereisen] / kan
ich niergent bewisen; / hoheln [Kesselhaken] und
brantreiden / hant sich gar von mir gescheiden KgvOdenw
13,29;
sulch droich [raubte] dat bette, sulch den pot, /
[...] sulch droich den haich ind die
brantreide [Hs. brantrichten
] , / dat irme
live wart zo leide HagenChr(G)
1343
MWB 1 970,6; Bearbeiter: Hoffmann
brantschade
swM.
‘Schaden durch Brandstiftung’
vor den brantschaden vnd namen [Raub] , die sie ye
getan haben in dyser zweyunge UrkRhStädteb
166
(a. 1342)
MWB 1 970,18; Bearbeiter: Hoffmann
brantschatzen, brantschetzen
swV.
‘Geld durch Branddrohung erpressen; niederbrennen und plündern’
(vgl. DRW 2,449):
und kriegetent darus [aus der Stadt Brumat] uf daz
bistuͦm mit brande und brantschetzende ClosChr
139,20;
daz der greven von Solmes marschalk [...] bi nacht
unde bi slafinder diet unser ingesezzin burgere nachtbranten, brantschaczeten unde
in ir pherde, kuwe, viehe [...] da namen UrkWetzl
1,662
(a. 1349)
MWB 1 970,22; Bearbeiter: Hoffmann
brantschatzunge, brantschetzunge
stF.
‘Geldzahlung, um sich von Plündern und Niederbrennen
freizukaufen’ (vgl. DRW 2,449 unter brandschatz und
brandschatzen; s.a.
brennschaz
stM.):
alle gevangen, brantschetzung vnd reysge habe sullen vnd wellen wir gleych
teylen, nach der manzal UrkHohenz
3,212
(a. 1350);
wir sprechen ouch in derselben suͤne, daz alle geuangen
[...] vnd alle gedinge vnd brantschatzunge sollent sin
ledig vnd loys UrkWürzb
39,299
(a. 1327).
40,248
(a. 1339);
UrkLudw
206
(a. 1342);
von der ersten brantschetzunge oder schetzung, die er von unsern vienden nymet
DRW
2,450
(Würdtwein, Subs; a. 1334);
UrkMoselQ
440,20
(a. 1341/42)
MWB 1 970,31; Bearbeiter: Hoffmann
brantstat
stF.
‘Brandstätte’
daz sev die prantstat mit samb den vmbseczen habent beschaut vnd geschaczt,
daz si so tewr nichten ist, als daz versezzen purchrecht UrkKlostern
1,323
(a. 1348)
MWB 1 970,45; Bearbeiter: Hoffmann |