b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
bœsewiht
stM.
‘schlechter Mensch, Übeltäter, Verbrecher’ (vgl. bœse
2.5.2):
swo so iz ein bosewicht, / deme in hilfet iz nicht, / priset man
vil sine mage Elmend
A 929;
seht, wâ der selbe bœsewiht, / der ûf sîn schaden was verkolen, / die gift
anderstunt verholen / streich an eines mezzers klingen Ottok
21793;
ez wvrden aber zwen ander bösbihte avch gefürt mit im, daz si getötet würden
EvAug
203,25;
Jesus wolt im antwurten niht. / Herodes und maͤnig boͤswiht / sin
spotetent SHort
9375;
tuͦnt hin den valschen zobrer, / den schalk, den boͤsen morder! /
tuͦnt balde hin den boͤsewicht, / von dem úns laides vil beschicht
WernhMl
5121.
– als Schimpfwort:
schiltet aber er in [...] einen diup
oder [...] einen rauber oder einen boesenwiht oder anderiu
schaeltwort diu den man von sinen eren sagent StRAugsb
124,5;
Segremors rieff sie ane: stinckenden bösewicht
Lanc
431,35;
ir tugentlôser bœsewiht KvWHvK
136
MWB 1 941,54; Bearbeiter: Plate
bôsheit
stF.
das bœse-Sein (von etw./jmdm.), etw. (Gegenstand, Handlung), das
bœse ist (in verschiedenen Bedeutungen des Basisadj.).
1 zu
bœse
1
1.1
‘Verschlechterung’ (vgl.
bœse
1.1
) 1.2
‘ritterliche Untüchtigkeit, Feigheit’ (vgl. bœse
1.2.2 und 1.2.3 ) 1.3 (unhöfischer) ‘Mangel an Freigiebigkeit’ (vgl.
bœse
1.2.4 ) 2 zu
bœse
2
2.1
‘Schädlichkeit’ (vgl.
bœse
2.1
) 2.2
‘Krankheit’ (vgl.
bœse
2.2
) 2.3
‘Schmutz, Gestank, Auswurf’ (vgl.
bœse
2.3
) 2.4
‘Verdorbenes, Kadaver, Leiche’ (vgl.
bœse
2.4
) 2.5
‘schlimme, üble, bösartige Handlung oder Eigenschaft, Sünde,
Sündhaftigkeit’ (vgl.
bœse
2.5
) 2.5.1 allgem. 2.5.2 besonders auf sexuellem Gebiet, "Unzucht"
1
zu
bœse
1
1.1
‘Verschlechterung’ (vgl.
bœse
1.1
):
daz der [...] der munzmaister
kaine boshait an der ringe der phenninge getan habe StRAugsb
19,13
1.2
‘ritterliche Untüchtigkeit, Feigheit’ (vgl. bœse
1.2.2 und 1.2.3):
iedoch sô vürdert er sich, / swâ sich der bœse selbe
lobet; / wand niemen vür in gerne tobet, / der sîne bôsheit prîse
Iw
2501;
ein man / der nie zagheit gewan / noch nie bôsheit begie
Wig
3421;
sit du ritters namen scheuhest / und den durch bosheit
vleuhest, / sonen solt du kein swert tragen StrKD
4,446
1.3
(unhöfischer) ‘Mangel an Freigiebigkeit’ (vgl.
bœse
1.2.4):
hir newirt der boheit [l.
bosheit
] nicht geplegen / man sal en dusint marc
geven Roth
1445
2
zu
bœse
2
2.1
‘Schädlichkeit’ (vgl.
bœse
2.1
):
der winder ist so getan, daz er machet die mennescen
unnuzze uon uroste unde uon anderre bosheit Spec
92,19
2.2
‘Krankheit’ (vgl.
bœse
2.2
):
sîn mage innerhalbe brach / von tegelîcher siechheit, / und von der leber
bôsheit / spît er bluotes harte vil LvRegFr
3708
2.3
‘Schmutz, Gestank, Auswurf’ (vgl.
bœse
2.3
):
svmeliche [Teufel] sazen ûf des
notegen mannes halse unde beunsuberten allen sinen lichenamen mit swebelînme
stanche, mit uil maneger ander bosheit Spec
110,30;
der hies Arispus, der als vast [...] gein im
ertzürnt ward, das er im vnder dy augen aus dem münd sein poshait warf
[
ut in ipsius faciem spueret
]
Schachzb
32,36
2.4
‘Verdorbenes, Kadaver, Leiche’ (vgl.
bœse
2.4
):
daz er [Hering] iht ze bosheit
davon waerde [in Fäulnis übergehe]
StRAugsb
201,26;
das mer ist sô reine, / daz iz keine bôsheit / mac geliden, sô man seit
Freudenl
391
(vgl. HvNstAp
2508 und TPMA 8,169 [Nr. 110]).
– übertr. (?):
daz lant wirt zuo bôsheite [verdirbt]
StrKarl
1348
2.5
‘schlimme, üble, bösartige Handlung oder Eigenschaft, Sünde,
Sündhaftigkeit’ (vgl.
bœse
2.5
):
2.5.1
allgem.:
div brodecheit des uleissces dwinget des mennesscen
moͮt ze hazze, ze vbermoͮt, ze unreinecheit, ze roͮbe,
ze brande, ze divue, ze morde, ze hoͮre, zuntriwen, ze zorne, ze
aller slahte bosheit Spec
122,1;
vermîdet vberâzze, trvnchenheit, ander bosheit in
disem kvrzim zîte ebd.
10,24;
hur, uͤberhur, mansleht, girischheit, nit,
untriwe, meineide und ander bosheit PrOberalt
139,35;
ob wir uns dez nidez und ander bosheit ab tuͦn
ebd.
168,35;
in den sunden pin ich worden alt, / geporn pin ich yn sunden. / wer
mechte wol ergrunden / mein grossew poshait? HvBurg
1905
2.5.2
besonders auf sexuellem Gebiet, "Unzucht":
ich han mich beuvollen mit unchvschin wortin, mit
huͦrlichen gebârdin, mit aller slahte bosheit Spec
4,2;
do ich mich zuͦ der bosheit
[Schändung einer Frauenleiche] bereit hete
Konr
12,59;
ezn mac nû zewâre / ein vrouwe vür ir hûs niht komen,
/ als ichz ofte hân vernomen, / man spreche si gê durch bôsheit
Wig
2381;
wann sie mit dem boßheit gethan hett
Lanc
640,6;
die störch tœtent iriu weip, diu êbrecherinn sint und
sich niht gereinget in den wazzern nâch irr pôshait BdN
176,2;
diu untugenthaften weip, diu weipleicher zuht
verlaugent habent, diu lockent mangen man ze pôshait ebd.
240,28
MWB 1 942,9; Bearbeiter: Plate
bosîne
F.
→
busîne, busûne
MWB 1 943,10;
bœslîche, bôslîche
Adv., Adj.
auch -lîchen (Adv.).
1 Adv. ‘übel, schlecht’
1.1 zu verschiedenen Bedeutungen des Basisadj. 1.1.1
‘übelriechend’
1.1.2
‘schlecht gekleidet’
1.1.3
‘feige, unritterlich, ehrlos’
1.1.4
‘unhöflich’
1.1.5
‘schmählich, elend’
1.1.6 moralisch, ‘übel, bösartig, böswillig’
1.1.7
‘unkeusch, unzüchtig, liederlich’
1.2
‘schlecht’ i. S. v. ‘unzulänglich, nicht
ausreichend, kaum’
2 Adj. ‘schlecht, böse’ , subst.
1
Adv. ‘übel, schlecht’
1.1
zu verschiedenen Bedeutungen des Basisadj.
1.1.1
‘übelriechend’
da vor stunt ein pfucz, die schmackt sere bößlich
Lanc
213,5
1.1.2
‘schlecht gekleidet’
wie gezaͤme ainer jungfrowen daz si gienge fúr ainen kúnig mit
alten klaidern boͤsen [...] daz zaͤme
harte úbel kúngennen daz si also boͤschlich kaͤme fúr iren
herren PrGeorg
45,6
1.1.3
‘feige, unritterlich, ehrlos’
wer leven bosliche / daz wir dienin eime zagin
Roth
1123;
wil aber dû die vîant nicht vermelden / unt wil
bôslîchen [feige] verzagen
Priesterl
35;
gehabe dich menliche! / ez
[Wehklagen] stet dir bosliche
Herb
8436
1.1.4
‘unhöflich’
ir bitet mit so guten siten / vnd so gezogenliche, /
ich tete bosliche, / ich enleiste uwer bete Herb
8032
1.1.5
‘schmählich, elend’
hilf dû mir, hêrre, enzît, / ê ih pôslîche verliese
den lîp Kchr
1336;
er wurde ir trekit indeme mere / odir bosliche
uirlorn Roth
3866;
do auer der vnselig Herodes diu chindelin elliu hete
erslagen [...] vnd er selber poslich fuͤr
wart [elend starb, ein schlimmes Ende nahm] ,
do fürt er [Joseph] si wider cze Bethlehem
Konr
4,19
1.1.6
moralisch, ‘übel, bösartig, böswillig’
des woldich deme richen /
[...] bosliche lonin mit deme galgin
Roth
4522;
ir hêren er bôslîch scalt VAlex
488;
er uersagete mir bosliche Elmend
A 394;
swelhez ich [Rüdiger] nu
lâze unt daz ander begân, / sô hân ich bœslîche unde vil übele getân: / lâze
aber ich si beide, mich schiltet elliu diet NibB
2154,2;
war umb laget ir mir denn? war umb gedenchet ir denn
so boͤslich? PrOberalt
164,33;
hey hey, wie manigen hat sy petrogen / gar und gar posleichen / und
vil schadleichn HvBurg
5373;
er schweret pey meinem reyche / ainen mainaid
poßleiche HvNstAp
17170
1.1.7
‘unkeusch, unzüchtig, liederlich’
ih meine den sun, umbe den gescriben stat, / der sih
bosliche tragete / mit ubelin wiben, di er habete, / biz er sin gut gar
virswalc Litan
1199;
da zestraüt er alle sin habvnge böslichen mit wiben EvAug
177,18;
sie hette bosliche / mit eime ritter
getan [Ehebruch mit ihm begangen]
Herb
17255;
do ich boslich gedahte, do toͤt mich der
vnreine slange Konr
12,63.
22,67;
hat ein man ein boese wip diu boslichen tut
[ihm untreu ist] unde mit eim andern hinegat
StRAugsb
110,18
1.2
‘schlecht’ i. S. v. ‘unzulänglich, nicht
ausreichend, kaum’
stritt ich mit uch, so hett ich myner frauwen bottschafft
bößlich erworben Lanc
141,6;
nu wißent das sie uch bößlich erkennent die sprechent das
ir eins koniges kint synt, wann ir sints nit ebd.
41,29;
sie ducht das er bößlich geleret was ebd.
133,21;
ich hân auch kainen menschen nie gesehen, der pœsleicher
[weniger] geschickt wær zuo kunst und zuo weishait
wann dû BdN
29,12.
– ironisch für ‘gar nicht’
man giht im, er sî küener, danne iemen müge sîn: /
daz ist in disen sorgen worden bœslîche schîn NibB
2140,4;
si namen sein boͤslichen war Warnung
1725
2
Adj. ‘schlecht, böse’, subst.:
uuanta an ín nîeman ne uíndet îeuuet únrehtes, îeuuet
scántlîches, îeuuet bôslîches Will
52,18
MWB 1 943,11; Bearbeiter: Plate
bœslistec
Adj.
‘bösartig, hinterlistig’
wer gar ain klainz antlütz hât, der ist pœslistig und ain
smaicher BdN
46,23;
luter haizt ain otter. daz ist ain kündig pœslistig tier ebd.
149,29
MWB 1 944,9; Bearbeiter: Plate
bosûne
F.
→
busîne
, busûne
MWB 1 944,13;
bœswillic
Adj.
‘böswillig’
von dem boswilligen menschen cuͦmet bose tat oder bose werk PrLpz(L)
53,29
MWB 1 944,14; Bearbeiter: Plate
bot
stN.
1
‘Gebot, Verbot, Befehl, Anordnung’
2
‘gerichtliches Zwangsmittel, Haft’
3
‘(geltende, verbindliche) Meinung, Auslegung’ (vgl. AWB 1,1274 und die dort genannte Literatur)
1
‘Gebot, Verbot, Befehl, Anordnung’
sinen [Christi] luͤten die
im getriu sint und siniu bot behaltent PrOberalt
74,18;
so han ich auch, herre got, / von uncheusche disew zwai pot / nicht wol
pehalten HvBurg
4010;
des keisers bot Eracl
2242;
rât Adam und Even daz, / daz si daz bot zerbrechen EnikWchr
711;
da Adam das pot v̈ber gie Eckh
2:618,42;
nâch sînem bot daz geschach, / niemen ez versprach Ottok
74073;
nâch ir bot und nâch ir bet ebd.
33705;
iz solde nîmant sich / kunic nennen [...] ân des
keisers gunstlich rât / [...] wider daz bot Jesus tet, / dô
er sich kunic genant het JvFrst
7779;
die zechen bott / die durch her Moÿsen gab gott KvHelmsd
623.
3068.
4678
2
‘gerichtliches Zwangsmittel, Haft’
swer in div æht chvmt oder in daz bot, den sol der rihter dar vz niht lazzen
an des chlagær willen UrkCorp (WMU)
3452,40;
den verboten man, der vmb gvltt in daz bot chvmt ebd.
3452,31
3
‘(geltende, verbindliche) Meinung, Auslegung’ (vgl. AWB 1,1274
und die dort genannte Literatur):
daz wir sein und nichtz ensein, / daz verstet in soͤlihem pot: / wir
sein etwas von got; / von uns selber sey wir nichtz Teichn
464,1673.
465,212
MWB 1 944,17; Bearbeiter: Plate
botdinc
stN.
‘öffentlich verkündeter Gerichtstag’
vnse hoeste richtere, daz ist die buͦrchgrave, die sitzet drû bôtding in
deme iare UrkCorp (WMU)
51,39;
und leihen [...] den vorgenanten herczogen
[...] den ban obir daz burggrafding, grefindingt und
boteding MGHConst
8:591,40
MWB 1 944,41; Bearbeiter: Plate
bote
swM.
1
‘(laufender oder reitender) Bote, Briefbote, Gesandter; Bevollmächtigter;
Dienstbote’ (auch von Frauen gesagt) 1.1 eigentl. 1.1.1 allgem. 1.1.2
‘Dienstbote’
1.1.3
‘Bote im Gerichtswesen, Vertreter bei Gericht, rechtl.
Bevollmächtigter’
1.1.4 in der Wendung bote(n) und brief(e) 1.1.5 sprichwörtl. 1.2 in verschiedener Weise übertr. 2
‘Gottesbote, Engel’
3
‘Prophet, Apostel’
1
‘(laufender oder reitender) Bote, Briefbote, Gesandter; Bevollmächtigter;
Dienstbote’ (auch von Frauen gesagt)
1.1
eigentl.
1.1.1
allgem.:
duo die boten gisageten welich antsegi
[Absage] si habiten Gen
2913.
1494;
ob si mich [Moses] fragent
herre, uon weme ich pote ware, wi sol ich dich nennen VMos
36,22;
einen hof gebot er zehant, / die boten wurden zesant /
witen in daz riche ReinFu
K,1322;
einen ritter er do nam, / der im zv boten wol gezam, /
gespreche vnde mit guten siten Herb
392;
ez gezimet wol miner kronen, / daz ich boten schone
ebd.
3848;
ich sag iu daz die boten grôz / wâren und fürsten
genôz UvZLanz
8731.
8775;
nû seht wâ dort her reit / sîns wîbes bote, vrou
Lûnete Iw
3103;
loufen unde rîten / hiez man die boten sâ zehant /
mit den brieven in diu lant Wig
8686;
liebiu frouwe, wer was der bote, / der iu disen brief
brâhte? Eracl
438;
nu was Tristande ein bote getân [durch
einen Boten ausgerichtet] , / daz erz durch niht solte lân,
/ ern spræche Îsôte sâ ze stete Tr
18159
1.1.2
‘Dienstbote’
nû was ez ouch alsô spâte / daz in ein bote seite /
daz ezzen wære gereite Iw
6543;
wer [...] broͤt
[...] haben wil, der sol daz in sinem huse
lazzen bereite, und sol daz schicken zuͦ dem ofen, und sol er oder
sin bote dabi sin, biz daz gebecket WüP
94,4
1.1.3
‘Bote im Gerichtswesen, Vertreter bei Gericht, rechtl.
Bevollmächtigter’
ein vrteil ist hie fvr kvmen, / als ir alle habt
vernvmen, / daz enmac nieman erwenden. / man sol nach im
[Reinhart] senden / boten
ReinFu
K,1641;
din richteri edir sinen giwaldigin botin
Mühlh
130,11.
117,5.
118,9;
und alse des
[geschuldeten] zinses alse vil wirt, alse daz
guot wert ist, sô sol der herre sich des guotes underwinden mit des rihters
boten SpdtL
147,5;
ez sol auch nieman dem andern des sinen niht nemen
[...] an [ohne] des
gerihtes boten WüP
54,4.
66,7.
–
sô sol der rihter zwêne boten geben zuo in beiden
[als Beistand im gerichtlichen
Zweikampf] die daz sehen, daz man si nâch rehter gewonheit
gärwe SpdtL
175,7;
SSpAug
175,6.
–
hât ein herre einen eigenman, unde sitzet der
hinder einem andern herren, unde wil er in von dem abvordern, daz sol er
tuon [...], er selbe oder sîn gewisser bote
SSpAug
218,1
1.1.4
in der Wendung bote(n) und brief(e):
so sendet boten vnde brefe Herb
1206.
12434.
17344;
wa nv bote vnde briep? ebd.
11250;
den vürsten allen wart enboten, / beidiu mit brieven
und mit boten, / daz si kæmen ze Korntîn Wig
8679;
so si es gemanot werdent [...] mit brieuen
alder mit [...] boten UrkCorp (WMU)
94,34
1.1.5
sprichwörtl.:
mir wirret daz mere, / daz ez vnrecht were, / daz der
bote engulde / sines herren schulde Herb
3813.
–
der alte spruch der ist wâr: / swer guoten boten
sendet, / sînen vrumen er endet Iw
6065;
Georg
2715.
–
swâ ist ein wol gerâten bot, / den mac man kûm vergelten: / man
vint in aber selten Georg
1032;
wir haben einen spruch gar dik vernomen: / das man harte wênig
vint, / die guot boten oder guot brâter sint Ammenh
18034.
–
den boten stat wol ir ile Rennew
6617;
es ist der botten reht, das si snelle sien
Mechth
5: 34,6
1.2
in verschiedener Weise übertr.:
–
vil suͤz [Maria] , du
wers ir beider [Gottes und des Sünders] bode, /
gebenedide midlerinne MarlbRh
18,34.
–
Maria, diu da bot [Zeugin und
Künderin] waz siner heren urstende PrOberalt
88,13;
wê, aug, wie ain schalkhafter
[trügerischer, verführerischer] pot dû pist
menschleicher vernunft BdN
198,16.
198,21.
–
ir boten künftigiu leit / sanden im in slâfe dar
Parz
245,4;
unt daz man durch diu wolken sach / des man der naht
ze boten [Vorboten] jach, / manegen stern ebd.
638,4;
seht, wie heide und ouch der walt / valwent von den
kalden rîfen: / solhe botten hat der winter für gesant SM:KvL
6: 1,3;
SM: Had
28:1,4;
[med.: Krankheiten,] des dodes boden
MarlbRh
5,8.
–
ez enphahet auer leider ein iegelich suntare den
gotes boten [Tod] uil uorhtlichen
Spec
127,13;
der gotes bot, / der tot StrKD
151,130.
–
nu ist dîn hant des worden bote / daz ichs
[mein Leben] danke dîme prîse
Parz
266,18;
nû hâst dû bî dir [an dir selbst, als
sterbliches Geschöpf] alle tage / gewissen boten umb den
tôt RvEBarl
1789;
mîner ougen tougenlîchez sehen, / daz ich ze boten an
si senden muoz MF:Mor
11b: 2,2;
vil schiere wart Brangæne / der boten unde der spæne
/ in der vlieze gewar Tr
14670;
dis buͦch das sende ich nu ze botten allen
geistlichen lúten beidú boͤsen und guͦten
Mechth
1: Prolog 3
2
‘Gottesbote, Engel’
der gotis boti s. Gabriel, der vil here engil
Spec
80,29;
MarlbRh
56,37;
der urône bote s. Gabriel warf die boteschaft
Spec
12,28;
einen fronen boten ebd.
22,11;
gotes bote, ein engel Eracl
5228;
ein himelischer bote RvEBarl
2569
3
‘Prophet, Apostel’
Moyses der getriuwe bote Vateruns
108;
die boten [...] daz was s. Ysaias
unde andere wissagen Spec
6,11;
der [Johannes der Täufer] was der
vrone vorbote / von dem geweltigen gote. / duo rief des boten stimme / in dise
werltwuostunge [...]
VEzzo
141.
–
Iohannes, des vil heiligen gotes trvtes, des vil heiligen
gotes boten, des obersten evangelisten Spec
29,21;
dîe hêilígen boten ÄPhys
10,6;
mines trehtines poten JPhys
10,8;
do die heiligen poten vnseres herren nach siner heren
vͦfferte sich teilten in div lant Konr
12,3;
des lêre hât gedienet wol, / daz er ein bote heizen sol:
/ der was geheizen Paulus RvEBarl
3058.
–
die zwelf poten in
[Jesus] noten, / daz er umbe sahe unde des wibes pete
vername AvaLJ
71,1;
Peter der twelif botin furste Litan
570;
di zvelef boten VMos
58,11;
die zewelfpotin warn rêin vor maintatigen suntin wan
Iudas êine [...] die einlef pôtin, die wârn rein uor
allin hoͮpthaftin suntin Spec
52,25;
des swer ich bî dem zwelften boten / der wont in Galicîâ
/ (Jacob heizent si den dâ) Wh
275,24.
–
die vursten rieten dô alle gelîche / dem chunige
Hainrîche, / er vuore hin ze Rôme / zuo den boten frône [den Gräbern
der Apostel Petrus und Paulus]
Kchr
15829
MWB 1 944,47; Bearbeiter: Plate
botech
stM.
‘(tierischer oder menschlicher) Leib, Rumpf, Leichnam’
dinen potich wirfe ich in den graben Rol
4039.
4257;
er gedachte an di brode, / so der botich liget ode, / diu sele
hin zucchet, / der arme likename sich stuppet [zu Staub wird]
ebd.
3009;
si
[Taube]
[...] enizzet deheines
botiches [Aas] niht noch enkaines wurmes. si fvͦret
sich mit dem samen Spec
35,28.
36,3.
–
mit rehter urtaile [...] hiez er in
diu houbet abslahen, / die boteche hiez er werfen in den burcgraben / ze âse den
vogelen unde den hunden Kchr
5528.
10102;
schlueg man im das haubet ab, / den potich trueg man zu dem
grab HvNstAp
366;
dâ botich und hals an einander stôzet Ottok
7294;
JJud
1646;
Loheng
3400;
bildl.:
phiu iuch, ir cardenâl ân pâbst! / [...] ân
kristenlîches houbet / seh wir der phaffen potich gên Helbl
2,833.
– das den ~ bedeckende Kleidungsstück:
got in verwâze, / der niden machet grôziu bein / und oben treit den botech
klein Helbl
2,1490.
8,745
MWB 1 946,39; Bearbeiter: Plate
botechære
stM.
‘Böttcher’
der waz czu machende vurdinget eyme czymmirmanne [...]
eyme steynmetzen, bodeker adder eyme andirn manne StRHeiligenst
69
MWB 1 946,59; Bearbeiter: Plate
boteche, botech
FM.
→
botege
MWB 1 946,63;
botege, boteche
FM.
auch botenge, buteche. Ahd. botega swF.; die Variante
boteche, ahd. botahha (erstmals in VocBV151 ,
Ende 12. Jh., s. unten) wohl in Anlehnung an ahd. botah stM. (mhd.
botech
stM.). Zur schwierigen Etymologie vgl. Kluge, 142 s.v.
Bottich (dort weitere Literatur).
– Hierher auch der folgende Augsburger Beleg (wohl kaum zu
bütechîn
)?:
ein wagen mit niwen chvmbustpuͤtigin
[Sauerkrautfässern] vnde swaz da bi lit
[...]
[
git
] einen phenninch. ist aber niwan ein
buͤtigin da, daz git einen helblinch UrkCorp
548A,11
(vgl.
kumpostbotege
).
1
‘Bottich, Fass’
2
‘Wasch-, Badezuber, Badewanne’
3
‘Kessel’
1
‘Bottich, Fass’
dolium: potacha vel putinna VocBV151
2:15,4;
dolium: poteche VocBV926
3:644,22
zewuͥschent der bótchen vnd den muͥlisteinen sol nuͥt
witer sin want als ein mán da zewuͥschent mit flacher hant mag várn
UrkCorp
3474,36;
so der mulzær oder der prew den habern ab dem chasten
[Kornboden] treit in die potigen, so git man im drei
wek UrkGeisf
428;
laerew vas und potigen und laer chisten sol man nicht zollen StRMünch
237,18;
Hawich
2155.
– als Hohlmaß:
ein wagen mit haeringen git zwene phenninge. von aime
botegin einen helbelinch StRAugsb
30,29;
[in] Aeichenwanc git man [als
Abgabe] dri potigen wines vnde zwæne bocke
UrbBayÄ
1076.
1114;
1122
2
‘Wasch-, Badezuber, Badewanne’
dâ bî stuont ein schœne bat: / [...] zwô bütten
[Laa. buden, potigen
] rôt guldîn / die
stuonden in liehtem schîne. / zwô rôre silberîne [...] daz
wazzer dar în truogen ErnstB
2668.
2677;
ein bat funden sie aldâ / [...] dâ stunden inne zwei
büttelîn, / die wâren rôt guldîn; / [...] daz wazzer ûz den
butechen fiel / in rinnen guot von silber grôz ErnstD
2460;
die brunnen [...] fluzzen in ein botigen reine. / daz
holz was lign âlôê, / [...] mit golde si gebunden was
PleierMel
468;
ich vürht ab des vil sêre, / ob ein frowe in der botigen sî, / diu würd vor
scham nimmer frî, / ob diu unzuht mir geschæhe / daz ich die nacket sæhe ebd.
733.
724
3
‘Kessel’
er hiez ole wellen, / ain botigen vil vollen, / er wolt in
gerne scenden Kchr
5592;
Domicianus [...] in
[Johannes] da ze Rome in eine botengen volle
wellendigez oͤles warf Konr
3 W1,82;
man sol nemen chrebsen vnd sol die gar wol sieden in wazzer vnd
aus dem potich werffen, was dar inne sei vnd alles dar nach sieden
BairFärb
7,2
MWB 1 947,1; Bearbeiter: Plate
botelich
Adj.
‘apostolisch’
dû solt die reinen kristenheit / gelouben, als uns hât geseit /
diu botelîche lêre RvEBarl
3917
MWB 1 947,48; Bearbeiter: Plate
botelîn
stN.
‘kleiner Bote’
si santen schier ein bötelîn, / daz ir speher solt sîn EnikWchr
11571;
daz ich iu manic botelîn / vor wil senden ê denne ich kum Renner
23732
u.ö.;
inbuͦt ime [Pilatus] bit dem bodelin, / daz er
[...] Iesum [...] / laze schaffen,
waz er kan PassSpM
1023
MWB 1 947,51; Bearbeiter: Plate
botelinc
stM.
‘Bote, Gesandter’
sant Jacob sprach: ich bin Cristus bodelinck, / deme kunt synt alle dinck
Karlmeinet
337,36
MWB 1 947,57; Bearbeiter: Plate
boten
swV.
‘verkündigen’
vernim, wie ich geschriben las [...]. / mit geloube ich
alhie pflege, / daz ich dir druf ein glosel [kurze Glosse]
pote Pass III
439,46
MWB 1 947,60; Bearbeiter: Plate
botenbrôt
stN.
vgl.
bëtenbrôt
, dort zu ergänzen ist der Bedeutungsansatz
‘Nachricht’ mit dem Beleg:
nu wolte got, lieber herre mein, / das wir es mochten verdagen, /
und das wir es nicht solten sagen! / ain freuden loses pettenprot! / Tarsia ist gelegen
dot. / was soll ich dir sagen me? HvNstAp
16057;
vgl. AWB 1,927f. s.v. betinbrôt
‘frohe Botschaft, Evangelium’ (Notker-Glossator) und unten unter
2.
1
‘Entlohnung für das Überbringen einer guten Nachricht’
2
‘(gute) Nachricht’
1
‘Entlohnung für das Überbringen einer guten Nachricht’
eia, koninc edelen / nu ne halt dich nicht ouele / vnde gif
mir daz boden brot / dir komit manich helet got Roth
3518;
ir muget mich gerne grüezen und geben botenbrôt. / iuch wil
gelücke scheiden vil schiere ûz aller iuwer nôt NibB
1216,3;
wæren wâr dîn mære, ich gæbe dir botenbrôt Kudr
1290,2;
nu hate botten hin gesant / die vroͮwe durch
maͤre / wie in gelungen waͤre, / die das dort sagen solden / und die
gewinnen wolden / nach lieben maͤren bottenbrot RvEWh
1651.
– ironisch:
ob got wil, dir [Krimel] sol
geben / din neve [Reinhart] daz botenbrot
[für die Überbringung der Vorladung]
ReinFu
K,1779;
sin boten brot wart smehe: / im wart daz houbt genomen zeiner miete /
durch sagen disiu mære, daz ein strit daz leben im verschriete JTit
3800,2
2
‘(gute) Nachricht’
sy reiff sere ind al zo hant: / Orie, nichte, boden broit! /
[...] Orie, leve nichte myn / ur man sal wesen Godyn
KarlGalie
13918;
und der im brochte botenbrot, / daz kung Saul were tot, / den hiez er toten
sunder wanc HistAE
2075
MWB 1 948,1; Bearbeiter: Plate
botenhant
stF.
‘Hand eines Boten’
der kuninc sande brieve hin / in botenhenden uf den sin
[...], / daz sie volgeten der e dar / des lantvolkes der
heiden gar Macc
1594
MWB 1 948,31; Bearbeiter: Plate
botenlêhen
stN.
‘Lehen, für das Botendienste zu leisten sind’
Gotschalch hat 2 hof datz Alpriel, daz ist 1 potenlehen mit rossen
UrbSonnenb
113.
111;
potlehen UrbBayÄ
1048,d;
botenlehen UrbBayJ
224
MWB 1 948,35; Bearbeiter: Plate
botenmiete
stF.
‘Belohnung für das Überbringen einer guten Nachricht’
danken si began / dem boten dirre mære
[...] dô was ir michel trûren unt ir weinen benomen. /
[...] dô sprach diu minneclîche: mir wære niht ze leit, /
ob ich ze botenmiete iu solde geben mîn golt NibB
556,3.
557,4
MWB 1 948,40; Bearbeiter: Plate
boteschaft
stF.
1
‘von Boten überbrachte Nachricht, Botschaft’
2
‘Evangelium’ , christliche Botschaft und Lehre überhaupt 3
‘Gebot, Befehl’
4
‘Vollmacht’
5
‘Gesandtschaft’
6
‘Botendienst, Auftrag’
7
‘Ladung, Vorladung’
8
‘gebotener (außerordentlicher) Gerichtstag’
1
‘von Boten überbrachte Nachricht, Botschaft’
do gi der heilige man [Moses] fur
pharaonen den chunic stan / sine botescaft er sagete, alser uon gote uirnomen habete
VMos
37,28;
alse der man in der æhte ist sehs wochen und einen tac, sô
sol der rihter sîne gewisse boteschaft dar senden ze dem geistlîchem rihter, daz er
in in den ban tuo SpdtL
187,5;
predigære und garzûn / heimlichen brief truogen umb, / dâmit si machten krump,
/ sô man ir botschaft gelas, / swaz rehts in andern steten was Ottok
423.
– meton. für den Brief, der die Botschaft enthält:
si hiezen briefe schrîben / und leiten ir insigel dar an /
und welten siben wîse man [...] si bâten im die
botschaft geben / in sînem hûse ze Aramathî KvHeimUrst
1238;
in der Formel briefe und ~ / ~ und briefe:
uber daz mac er zwêne loufende knehte hân zu tragene
botteschaft unde brieve StatDtOrd
99,12;
brieve unde botschaft was in [den Boten
Etzels] nu gegeben NibB
1421,1.
– Gabriels ~ , das Ave Maria:
herre uater [...] durh di
engellischen botscaf, / di diner mutir wart braht Litan
1363;
also ir der engel die himelische potschaft gesait
Konr
16,44;
sant Gabriel, der ir die frone botschaft von himel prahte
ebd.
18,32
2
‘Evangelium’, christliche Botschaft und Lehre überhaupt:
nu haben wir die guͦten botschaft des heiligen
ewaingelium vernomen PrOberalt
163,18;
sant Matheus, sant Marcus vnde sant Lucas, ir dri ewangelia,
ir botschaft Konr
3 W1,124;
ebd.
3 W1,177.
–
der guͦt sant Paulus, der chuͤndet uns ein
vroͤlich botschaft PrOberalt
72,7.
73,10
3
‘Gebot, Befehl’
do chom zoͮ dem wissagen Daniele der gotes engel,
[...] unde seite dem wissagen, daz der uurste uon
Persia widerwartec ware siner bete unde siner botescefte Spec
109,4;
iuwer bete und iuwer boteschaft Tr
14877;
wil er mîn botschaft übergân, / und er daz niht tuot zehant, / er muoz mir
rûmen daz lant EnikWchr
27076
4
‘Vollmacht’
und nam von den [...] den gewaltegen
Rômæren / urloup unde botschaft, / swaz er betwünge mit craft, / daz er daz zeigen
hæte Tr
5907
5
‘Gesandtschaft’
do chom fuͤr mich mit fuͤrsprechen mins herren, pischof Alb. ze
Aystet erberin botschaft und zaiguͦt brief mit dez lantgerihtz insigel
UrkEichst
2,315
(a. 1345);
ain prunn ist in dem kalten land Norbeia, der verkêrt allez
daz in stain, daz man dar ein tuot [...] daz hiez kaiser
Fridreich versuochen und sant potschaft dar BdN
485,27
6
‘Botendienst, Auftrag’
Hagen [...] sluoc im
[Werbel] ûf der videlen ab die zeswen hant: / daz
habe dir ze botschefte [als Lohn für deinen Botendienst]
in der Burgonden lant NibB
1963,4;
wer in bequeme / vnder der ritterschaft / baz zv der
botschaft Herb
8000;
einen boten sie do nam, / der zv der botschaft gezam ebd.
13524;
vnde wir tvͦn [...] allen den
[...] die sich an dirre botschefte ein iâr erbietent
[
qui in officio predicationis crvcis pro presenti negocio
per unius anni spacium duxeritis laborandum
] , die selbe
gnade an applaz, [...] die den beschiht, die sich selbe mit
irme libe vber mer erbeͥtent UrkCorp (WMU)
93,19;
Appolonius der rain / fur den kunig gie. / sein potschafft er
also ain vie: / kunig hoch und reich [...]
HvNstAp
633.
–
~
werben:
ce stete uuͦren sie dare / vn̄ wurben ir botschaf /
mit zivchten, alse daz recht was Ägidius
1060;
dô lîz ein Daries man / den boten vor den kuninc gân, /
daz er wurbe sîne botescaf SAlex
3046;
sie wurben ir botschaft / mit so getanen worten, / alse
dar zv gehorten Herb
8040;
verrâter unde mortbrenner, oder die ir boteschaft ze ir
vrume werbent, die sol man alle radebrechen SpdtL
203,16;
nu werbent die välscher die potschaft gotes, der si doch
niht gesant hât BdN
217,31
(oder oben zu 2?);
–
~
vüeren:
nu bitet Sîfride füeren die boteschaft; / der kan si wol
gewerben mit ellenthafter kraft NibB
532,1;
er fraget yn ware er so bald ritte, ob er botschafft
furte Lanc
166,35.
201,16.
211,9.
–
~
trîben, tuon:
ez ne dûcht iuch gnâde noch reht, / swâ sô iwer chneht /
iwer botescaf tribe, / daz er drumbe tôt belibe VAlex
1079;
SAlex
1496;
do haft er zv eime boume / sin ros mit dem zoume / vnde
gin fur den kvnic stan. / sine botschaft tet er san Herb
1988.
–
~
erlouben:
erloubet uns die botschaft, ê daz wir sitzen gên
[...] lât uns die wîle stên NibB
746,1;
Lupolt zo deme kuninge sprach / nu orloue mir mines herren
bodescahp, / dar umbe ich bin gesant / her in diz lant Roth
289.
304.
–
in (jmds.) ~ :
ich moz immer mere / in bodescheffe
gan [Botengänge tun]
Roth
2103;
er sprach: kvnic, ich was in not, / mir wolte Reinhart den
tot / frvmen in iwer botschaft [in Ausübung meines Botendienstes
für euch]
ReinFu
K,1739;
dar wilih / ze Pharaone sendin dih / in minir botschaft, dastu / si von
Egipte fuͤrest nu RvEWchr
9468;
dannoch ander kunic drî, / die armüete wâren frî, / die wurden zehant / in
botschaft gesant / zder Ethyopen herren Ottok
53798
7
‘Ladung, Vorladung’
der kam zem tage ein michel craft / durch des küneges
boteschaft, / als er gebat und ouch gebôt Tr
15314
8
‘gebotener (außerordentlicher) Gerichtstag’
der kelner sol hie vier ding bisizzen imme iare [...]
vnd dreͥ bothschefte UrkCorp (WMU)
N816,28.
u.ö.
MWB 1 948,46; Bearbeiter: Plate
boteschaften, botescheften
swV.
1
‘jmdm. etw. (als Botschaft) mitteilen, verkünden’
2
‘jmdm. (Akk.) eine Einladung übermitteln’
1
‘jmdm. etw. (als Botschaft) mitteilen, verkünden’
in deme hornunge unser vrowen liehtmesse tac,
[...] in deme merze: als unser hêrre gebotscheft wart
unser vrowen [Mariä Verkündigung]
StatDtOrd
76,25;
div heilige kristenheit beget [...], daz div frone
gebuͦrt mines threhtines geboteschefte wart der heiligen frowen PrHoff
91,10;
sîne jungern [...] begrûben en
[Johannes] und si quâmen und botschaften iz Jhêsû
EvBeh
Mt 14,12.
Mt 2,8.
Mt 11,4.
Lc 1,19;
in einer stimme eines botschaftenden engelis ebd.
71;
HvFritzlHl
219,25;
do das gebotschaftet wart dem grozen chaam
[Großkhan] , des wart her betrubit bi der botschaft
MarcoPolo
42,9.
– rechtl.:
und sûlent unsere pflegere zehant ane geverde uf den eit botscheften und
embieten dem, der den friden gebrochen het, daz er in den nehesten ahte tagen
daz widertuͦ und bessere UrkBasel
4:2,7
(a. 1301)
2
‘jmdm. (Akk.) eine Einladung übermitteln’
[...] daz dv dinen frvnt haben macht, swa dv wilt vnde
wanne dv wilt vnde wa dv wilt? bit gedenkin so bodesaffis dv in, bit der innekeit so
inpheistu in, bit der minnen so beheldistv in SalHaus
59,3.
48,24
MWB 1 950,22; Bearbeiter: Plate
boteschaftunge
stF.
‘Gesandtschaft’
dirre [der Evangelist Johannes] ist betwungen
[...] von allen bischofen zuͦ Âsia
[...] und von viler kirchen botschaftunge, daz her von der
gotheit des heilandes hôer scrîbe EvBeh
5
MWB 1 950,45; Bearbeiter: Plate |