b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
bîwëgec
Adj.
‘vom geraden Weg abweichend’
diu slang macht allzeit den rehten weg, alsô daz si niht
peiwegig ist BdN
267,18
MWB 1 842,30; Bearbeiter: Tao
bîwësen
stN.
→
bîsîn
MWB 1 842,33;
bî wësen
V.
→
bî sîn
MWB 1 842,34;
bîwësunge
stF.
1
‘das Zusammensein, Gesellschaft’
2
‘(besondere) Umstände’ , als Übers. des lat. circumstantia
1
‘das Zusammensein, Gesellschaft’
und och nicht si [ sei] der biwesunge der die die
wise fuͤrent, die als jung sint und als krank und des selben leders sint so dise
sint Tauler
233,6
2
‘(besondere) Umstände’, als Übers. des lat. circumstantia:
unde dar umbe: ist, daz ihtez iht gebristet, daz man da suochet zuo einer
behorlicher bewisunge, so wirt die tüewunge bös [
unde si aliquid desit quod requiratur ad debitas circumstantias, erit actio
mala
]
ThvASu
152,13.
152,12;
wan diz irrunge kümet von der unwissentheit der bewisunge ebd.
158,4
MWB 1 842,35; Bearbeiter: Tao
biwîle(n), bewîlen
Adv.
s.a.
2wîle stF.
1
‘bisweilen, manchmal’
2
‘einst, vor Zeiten’
3
‘jetzt’
1
‘bisweilen, manchmal’
bi wilen lazzet mir daz leit / vnde wirt mir der freuden me
Herb
746;
daz man vnder wilen habe sige / vnd ouch bi wilen vnder lige
ebd.
7204.
12440;
siner [des Edelsteins] varwen sicht
[...] / ist bi wilen swarz bi wilen rot Brun
1738;
bi wilen phlac er alle die naht / an dem gebet wesen, daz / er sin selbes doch
vergaz Vät
846.
2676;
Hiob
13708
2
‘einst, vor Zeiten’
min volk daz was gevangen / in egiptischen landen / in konic Pharonis handen /
wol vierzic jar bi wilen HeslApk
15611;
mir ist der wec kunt. / ich bin ouch bewilen dar komen En(FSch)
2773;
[er] ging vf einen oden kirchof, da warin bewilen heiden
begrabin PrLpz(L)
72,12
3
‘jetzt’
doch sage ich uch bi wile, / der reine furste [...] /
gemeszenlicher lenge was, / nach tugentlicher witze / gar frolich sin antlitze /
unde an herzen milde Elis
3140
MWB 1 842,47; Bearbeiter: Tao
bî wonen
swV.
1 mit persönl. Subj. 1.1
‘in jmds. Nähe, bei jmdm. sein; jmdm. beistehen’ , mit Dat.-Obj. 1.2
‘sich etw. zu eigen machen’
1.3
‘bei jmdm. wohnen’
2 mit sachl. Subj. 2.1
‘in jmds. Nähe, bei jmdm. sein’
2.2
‘jmdm. innewohnen, jmdm. eigen sein, anhaften’
2.3
‘jmdm. zuteil werden’
1
mit persönl. Subj.
1.1
‘in jmds. Nähe, bei jmdm. sein; jmdm. beistehen’, mit Dat.-Obj.:
daz ich im wone bî, / swâ er sî oder swar er var
Tr
5790;
enwære daz, / ich wonte ir bî baz unde baz
SM:Te
12: 1,5;
swie mir tuot diu guote, / si wont mir in dem muote /
zallen zîten bî, / in herzen und in sinne SM:JvW
2: 3,2;
du muost in verkiesen, daz er dir immer bî / wone
deheiner dienste NibB
824,2;
und lât sie des geniezen, daz si iuwer swester sî. /
durch aller fürsten tugende wont ir mit triuwen bî ebd.
997,2;
son wirde ich immer mêre frî, / und wone dir mit dienste bî
KLD:UvL
1: 4,7;
der heilege geist der wont ir bî, / ir lîp ist sælec
Eracl
2267.
– subst.:
und wist auch sicherlichen daz / daz bywonen hilffet baz / zu lieb
dann uff erden iht Minneb
3810
1.2
‘sich etw. zu eigen machen’
swer von mâgen edel sî, / der won edeler tugent bî, / sô
mac ûzerwelt sîn adel werden KvWLd
18,15
1.3
‘bei jmdm. wohnen’
man seit, ez [
kint
] wone dem künege bî / und ist daz Tristan genant
Tr
3910
2
mit sachl. Subj.
2.1
‘in jmds. Nähe, bei jmdm. sein’
noch ensol bî keime wîbe ligen / swem der stein wonet bî, /
als liep im der lîp sî Volmar
153
2.2
‘jmdm. innewohnen, jmdm. eigen sein, anhaften’
daz im wont wan tugende bî KLD:UvL
55: 2,4;
sît ir wont diu fröide bî, / vil sælic wîp, nu tuo mich
sorgen frî! KLD:GvN
2: 6,6;
sît in [
reinen vrouwen
] wont vil tugende bî KvWLd
10,25;
er kan wîse unde wort, / der sinne hort, der wont im bî
ebd.
2: 13,4;
mir wont ein ungemüete bî, / daz swære machet als ein blî
SM:UvS
27: 3,3;
KvWSchwanr
1410;
ir geloube ist gar enwiht: / in wonet niht wan valscheit
bî RvEBarl
8263;
etwenne tut das houbit we uon im selbe vnde nicht uon
andirn liden, der selbe we wonit stete bi SalArz
30,5
2.3
‘jmdm. zuteil werden’
waz bedarf ich danne vröiden mê, / ob mir ir genâde wonet
bî? MF:Reinm
40: 3,2;
sô wir mit rîchen vreuden grôz / werden der engel genôz /
[...], sô wont uns bî / manic wîslîcher list, / der
uns nû verborgen ist RvEBarl
3278;
im wont wilde fröide bî, / swanne sî daz tor entsliuzzet
SM:Had
51: 2,1;
wem danne ir güete wonet bî, / der muoz sîn aller sorgen
vrî SM:JvR
1: 10,11
MWB 1 843,1; Bearbeiter: Tao
bîwonunge
stF.
1
‘Einssein (mit Gott)’
2
‘Anwesenheit’
1
‘Einssein (mit Gott)’
das tempil vf dem hohen berge ist dv́ himelsche gottiswonvnge,
[...] dv́ porte [...], das ist
das gebet, das vns ein inganc ist ze gottis biwonvnge DvAStaff
75;
DvASchr
326,35;
michel grœzer genüegunge suln wir haben an der bîwonunge [Laa.
wonung, einung
]
Eckh
2:615,2;
Moyse, des antlit wart schinende von geselschaft vnd biwonunge gottes
RvBib
142,20
2
‘Anwesenheit’
in der lúten biwonunge und ane die lúte Seuse
341,20
MWB 1 843,45; Bearbeiter: Tao
bîwort
stN.
1
‘Gleichnis’ (hier Übers. von proverbium ) 2
‘Spruch, Sprichwort’
3 als Bezeichnung einer Wortkategorie (Adverb, Vergleichswort oder Konjunktion?):
4 bei Eckhart im Rahmen seiner an Io 1.1ff. orientierten Worttheologie der Mensch,
der unmittelbar bei Gott ( wort ) ist
1
‘Gleichnis’ (hier Übers. von proverbium):
diz bîwort sprach zuͦ en Jhêsus, abir jene bekanten niht waz her zuͦ en
sprêche EvBeh
Io 10,6;
EvAug
241,6
2
‘Spruch, Sprichwort’
ich wæne die phaffen unt die nunnen / ein gemäinez bîwort
chunnen, / daz si sprechent ‘post pirum vinum; / nâch dem wîne hœrt daz
bibelinum [wohl = wîbelîn, vgl. Anm.z.St.]
!’ Priesterl
66;
von Nemrotis herschaft / und von sinis gewaltis kraft / huͦb sich ein bi rede
do / mit einim biworte also: / ‘wis starc mit kraft alse Nemrot’ RvEWchr
1073.
22833.
30505;
in der biwörter wise / spricht Salomon der grise: / ‘myn son, kerestu czu got
/ dich mit dinste sunder spot, / ste in der gerechtekeit /
[...]!’ TvKulm
3155.
–
her [Jesus Christus] was alle der werlet ein
biwort [hier im Sinne von ‘Gespött’] , / daz han
ich von Davide gehort: / factus sum illis in parabolam et in me / psallebant qui
bibebant vinum [Ps 68,12f.]
Brun
9908
3
als Bezeichnung einer Wortkategorie (Adverb, Vergleichswort oder Konjunktion?):
daz wörtelîn ‘quasi’, daz heizet ‘als’, daz heizent diu kint in der schuole
ein bîwort Eckh
1:154,8
4
bei Eckhart im Rahmen seiner an Io 1.1ff. orientierten Worttheologie der Mensch,
der unmittelbar bei Gott (wort) ist:
got nante sich selber ein wort. sant Johannes sprach: ‘in dem anevange was daz
wort’, und meinet, daz man bî dem worte sî ein bîwort Eckh
1:155,3;
iemermê gote gegenwertic und iemermê bî und glîch nâhe und erhaben über alliu
irdischiu dinc und bî dem worte sîn ein bîwort ebd.
1:157,2.
1:158,5.
1:158,8
MWB 1 843,55; Bearbeiter: Tao
biʒ
Präp., Konj.
wohl aus bî und ze zusammengewachsen (Kluge, 126; Pfeifer,
EtymWB, S. 141f.);
auch bitze
MarlbRh
13,14
u.ö.;
mit verstärkendem al (
VAlex
701.
1388);
vgl. auch unze.
1 Präp. (mit Gen./Dat./Akk.) ‘bis’
1.1 vor Subst. 1.2 vor Pron. daz
‘bis dahin’
1.3 vor Adv. 1.4 vor einer anderen Präp. 2 Konj., allein oder mit daz, unz, wen
2.1
‘(solange) bis’
2.2
‘solange wie’
2.3
‘bevor nicht’
1
Präp. (mit Gen./Dat./Akk.) ‘bis’
1.1
vor Subst.:
sich heuet ein unminne, / daz man sie biez
tomenstach [= tuomestac ‘der Jüngste
Tag’] / bit necheinen eren uerreden in mach
Roth
3610;
von ostern biz pfingsten MNat
19,5;
biz auzgenter pfingstwochen UrkCorp (WMU)
1390,22;
von hinnan biz sande Johannes tage ze svnewenden ebd.
2703,20;
piz des tages, den di herren næhst mit einander svͤln haben ebd.
1274A,37;
biz des eritags [Dienstag] nach sand Merteins
tag ebd.
1312A,7
1.2
vor Pron. daz
‘bis dahin’
biz daz hân ich urloup genomen Tr
1562;
biz daz hab er und habet ouch ir / die gebærde her ze
mir, / als ob ir mir genædic sît ebd.
14815.
14994
1.3
vor Adv.
–
~ her (s.a.
biʒhër
):
die ez [
lant
] vns biz her werten, / den ist missegangen Herb
12330;
sô vil spîse [...], / daz
ich ir hân biz her gelebet Tr
7595.
7754;
wîp, dir sî dîn sünde gelân, / die dû hâst biz her
getân RvEBarl
4374;
biz her an disen tac ebd.
8645.
–
~ herab:
Pilatus uber daz chriuce schraib / daz in gehugde piz
her ab [bis jetzt] belaib. / ‘ditz ist Jesus von
Nazareth, / der juden chunic, der hie stet.’ GvJudenb
1974.
–
~ hin:
biz hin an der fossiuren tür Tr
17427;
biz hin dâ er erbeizet was ebd.
17487.
–
~ iezuo:
Tr
10724.
–
~ morgen (vruo):
hetistu biz morne gebit, / du hettes harte wol getan
Herb
9810;
sage dem guͦten chnehte, / daz er bite biz morgen vruͦ
Eilh
R,1757;
Litan
492.
– korrelativ zur folgenden Konj. (biz) daz (vgl. unten
2.1):
die man sal iz [
guot
] dan undir umi habi biz also langi, bizsdaz he iz antuwedir
mit rechti virlusit edir biheldit Mühlh
119,23;
der [
seishuͦndirt marc
] suͦlin wir ire geuen [...] aller
iairgeliches hundirt marc [...], bis also lange dat
diese seishuͦndirt marc iere vergolden sint UrkCorp (WMU)
79,41
1.4
vor einer anderen Präp.
–
~ an:
die heren waren dar ouer nacht / biz an den anderen
tach Roth
3613;
biz an den suonestac UvZLanz
8848;
biz an ir tôt Wig
4148;
sie triben die crichen biz an daz mer
Herb
5251;
inscrigit die vrowi abir nicht san zu hant von stat
[...], daz uri giscein is, biz an den richteri,
ab su in gihabi mac, so inmac su iz nicht brengi zu nichenir noitnumpht
Mühlh
109,28.
107,14;
weri he dan gerni ubir, so sal he wati in diz wazzir
biz an sinin hals ebd.
149,19;
swer solte gelten drizichtvsent march, der im die liez
biz an dri phennige, der wer gar vro PrBerthKl
8,51;
er [der bei Tisch den Gürtel
lockert] ist niht visch biz an den grat [nicht
ohne Mängel]
TannhHofz
128.
264
(vgl. TPMA 3, 268).
–
~ gegen:
enkwerhez vf dîe matte biz gegen der kirche ze Mulnheim
UrkCorp (WMU)
1790,13.
–
~ hinzuo:
von dem morgen biz hin zvͦ abent BvgSp
25;
UrkCorp (WMU)
482,8.
–
~ in:
biz in den manen der da heizet september
SalArz
5,5;
retich [...] brichet den
stein in den lendin biz in der blater ebd.
12,55;
mîn sêle ist betrüebet biz in den tôt
Eckh
5: 419,6.
–
~ under:
darnach wiͤsten si mich di viswayd oberhalb der Offnaw ab vnd ab daz
wazzer mit der Altach biz vnder den stek UrkCorp (WMU)
462,36.
–
~ ûf:
die tacsterne in beiden [der Nacht und
dem Tag] nam / irn schin biz vf den morgen, / der da was
vurborgen / vnde der mit der svnnen vf ginc Herb
7885;
biz ûf mînen tôt SM:Had
25: 2,8;
salbe im da mite niderhalp des nabils biz uf daz
gemechte SalArz
58,11.
–
~ vür:
so sal he [...] in alsi
gibundin undi givangin vuribrengi undi mit giscreigi biz vur den richteri
Mühlh
105,15.
–
~ zuo:
biz zo eime anderen male Roth
1633;
die nacht durch biz zv den tage Herb
13326;
[sie] uolgítín der írslahínde uart / wen biz zuͦ
der scrundín [Höhle]
Athis
A 101;
bis czu deme marke des boumis Pelzb
123,4;
solde ich biz zv tusent iaren / leben vnde dannoch
vort Herb
11236
2
Konj., allein oder mit daz, unz, wen
2.1
‘(solange) bis’
daz her alle tage suͦchte / sine uenie also ofte / biz ime
der sweiz abe ran Ägidius
295;
[er] trûte si sus unde sô, / biz si ze jungeste dô /
zir selber kam baz unde baz Tr
1448;
vnde side si [
wermute
] also lange dar inne, biz der win bitter wirt
SalArz
39,49;
die sal iz [Pferd] dan also
langi haldi, biz daz demi man sin scadi werdi abigileit Mühlh
156,20;
si kom im [...] / mitten in sînes herzen grunt, /
dar ûz si nimmer mêr geschiet, / unz biz ez der tôt verschriet
Frauentreue
74;
da gienc swert gegín swerte, / slac gíenc gegín slage, /
wen bíz sich zuͦm míttín tage / die sunne begonde neígín Athis
C 58
2.2
‘solange wie’
ich wil bî dir bestân, / biz daz ich nû geleben mac, /
unz an mînes endes tac RvEBarl
5727;
daz wil ich im zerbrechen niht, / biz daz man mich leben
siht ebd.
12186;
biz dirre jârmarket wert RvEGer
1427;
ich bin in dem wâne, / biz daz dinc ist ungetân / sô mac ez vil wol zegân
UvTürhTr
153
2.3
‘bevor nicht’
du der mensche sich hadde geworpen in die sunden, / bit rehte mohte on got
werpen zuͦ deme hellisscheme grunde [...]. / wane des
indede he nit ze hant, / biz he ime bude aller erst die hant, / siner
barmehezicheide Lilie
27,33
MWB 1 844,23; Bearbeiter: Tao
biʒ, biz
stM.
auch bitz(e), becze; von
bîʒ
stM.,
biʒʒe
swM. nicht immer zu unterscheiden.
1
‘Biss, Stich, Stoß’
2
‘Bisswunde’
3
‘Bissen, Stück’
1
‘Biss, Stich, Stoß’
si ersterbent hungeres unde bizent siv [interl. zu eos
] die uogele mit bizze bitterlichem PsM
C 6,24
(Dt 32,24);
viurine slangen [...], uon der bizze
si tôt lægen Spec
100,34;
das er [Schlange] ir
[Evas] versin were / mit bizzen vil gevere
RvEWchr
396.
10125.
14281;
der gaiz pizz sint den paumen gar schad BdN
128,23;
da von ich dine nvwen / martir niht entsitze / noch dines mordes bitze. / ich
tore dine witze, / din hovart ich wider litze Martina
93,90;
si genôte daz virwitz daz si dar in [
in daz obez
] tet einen biz Gen
354;
den fluch hat er zelost, / [...] den tubil hater
geschendet. / den tot hat er irsterbit, / [...] er hat in
di helle / ein biz [
bîz? Genus?] gebizzen Glaub
777;
swer des biginnit daz er ditze leben minnit, / deme slîchit
der tiefel zuo daz er im einen biz tuo Gen
2856.
– übertr.:
daz ich, als Adam, iht die witz / verlier von diner mine [=
minne
] bitz KonstBrf
49,8
2
‘Bisswunde’
sô deheime menschen wê sî an dem chnie
[...], der sol die egelen immer setzen niderhalbe unde
sol si lâzen sûgen, unze si selbe vallen; dar nâch sô lege ûf den biz wegerich
Barth
140,9.
141,24;
SalArz
75,53;
daz cruͦt [...] subert unde heilet
dez hundez biz, dar uf geleit Macer
73,12;
hat eynen menschen eyn tobende hund gebiszen
[...], [...] so nym eyn wol
snydende yseren vnde snyt eme den becze, daz ez sere blode OvBaierl
140,3.
140,7
3
‘Bissen, Stück’
er warf Ŷsôten einen biz, / er sprach: ‘liebiu vrouwe, iz, /
[...]’ UvTürhTr
2529;
als du issest und trinkest, do solt du einen ieklichen bis toͮffen in sinen
minne wunden Tauler
211,18;
in der selben wîse / di jungern tunkten in den wîn / etlich bizze
JvFrst
2900
MWB 1 845,63; Bearbeiter: Tao
bîʒ
stM.
von biʒ, biz nicht immer zu unterscheiden.
‘Beißen’
[Satan,] der Even riet des obzes bis [
: itewîz
]
HeslApk
21318.
10003.
12987;
daz heil / daz uns Eva benam / von dez apfels bis und Adam
HvNstGZ
1942;
sin dot nam uns von itwiz, / sin sterben waz der helle biz
ebd.
1952.
–
den ~ bîzen:
HeslApk
1701;
des beiz her des todes biz / des ewigen vordamnisses ebd.
11576;
bi dem ersten wibe, / daz den vorbotenen biz beiz ebd.
16669
u.ö.
MWB 1 846,35; Bearbeiter: Tao
bîʒære
stM.
‘jmd., der beißt’, viell. etymologisierend zu bolus
‘der Wurf, Bissen’:
des andirn [zweiten Namens des Teufels neben Sathan
] han ich nicht vorgezzen, / ich meine daz her ouch alsus / in latine
heizet Diabolus, / daz sprichet: ein bizere Brun
6568
MWB 1 846,44; Bearbeiter: Tao
bîʒeclich
Adj.
eigentl. ‘bissig’, hier von großer Schlagkraft gesagt:
si habeten an daz selbe velt / uf geslagen manec gezelt /
ostenan zesamene / mit pizeclicheme magene. / si ne heten forte [=
vorhte
] nechein VMos
77,10
(z.St. vgl. Wells, VMos., S. 165)
MWB 1 846,50; Bearbeiter: Tao
bîzeichen
stN.
1
‘ein zur Erklärung gegebenes Bild, Beispiel, Gleichnis; (warnendes oder
nachzuahmendes) Beispiel’
2
‘Vorbild (in typologischer Deutung), Präfiguratio; sichtbares Zeichen (mit
geistlicher Bedeutung)’
3
‘Bedeutung’
4
‘Wunderzeichen’
5
‘Kennzeichen’
1
‘ein zur Erklärung gegebenes Bild, Beispiel, Gleichnis; (warnendes oder
nachzuahmendes) Beispiel’
– jmdm. (ein, diu) ~ geben:
[Christus] gab uns damit [mit der
Fußwaschung] bizeichin, daz er mit deme heiligem wazzir unde
mit sinem heiligem bluͦte, dei ûz siner sîten runnin, uertiliget alle unser
sunte Spec
49,7;
EvStPaul
13432;
daz bat kan uns bîzeichen geben, / er vâhet an ein niuwez leben
HvBer
2080;
Pilgerf
3120.
–
an jmdm. daz ~ haben u.ä.:
gnad git man nit dem, der sich dar zü nit füget: vnd das haben wir manig
byzaichen. zü dem ersten mal an dem, der [...]
Gnadenl
3:A2,138;
das bijzeichen hastu an sant Benedictus Pilgerf
4187.
–
an jmdm./etw.
~ nemen:
wiltu an yme nemen / byzeichen Pilgerf
4601;
dar an saltu bijtzeichen nymmen / obe sij
[Seele] aen dich moge missedun ebd.
6089.
–
ein ~ sagen:
vnd das du es dester bas merkest, so wil ich dir sagen ain bizaichen
Gnadenl
1,25.
–
ein ~ setzen:
wonde aber nieman mich lihte noch niht verstat, so wil ich
ein bizeichen setzin. nim ein wurmel [...]
MNat
3,5.
2
‘Vorbild (in typologischer Deutung), Präfiguratio; sichtbares Zeichen (mit
geistlicher Bedeutung)’
diu heilicheit, diu darane [an der Kreuzigung
Jesu Christi] ist, diu betivttet die piczeichen aller vnserer
vorderen, swas si an ir opher begiengen vnd an ander saczunge, diu in geseczet was
an den zeichenen der heiligen wissagen Konr
11,57;
swaz in der alten ê ergie, / daz was ein bîzeichen ie / der dinge, diu von
Christes zît / diu christenheit ze tuone phlît LvRegSyon
745;
daz bîzeichen [Sakrament der Eucharistie] ist
heiliclich, / wand man diu zeichen dâ begât, / wie Krist den tôt erliten hât ebd.
3163;
daz ander bizaichen ist, daz si
[Tauben] der wurme noh der kevere niht izzet
Spec
36,1
3
‘Bedeutung’
daz ergie an grozze bizaichen niht. er bezaichenot daz er si
verlozzen wolte PrOberalt
71,18;
do der blinde den hæiligen namen irhorte, want er des namen bizeichen wol
verstunt, do rief er dar mit disen worten: Jesus [...]!
PrHoff
96,23;
daz diu geschiht wære geschehen / von gotelîchem geræte / und daz sie
bîzeichen hæte LvRegFr
885;
dô [...] sîn sin niht moht erreichen / der gesihte
[Vision] bîzeichen ebd.
3429
u.ö.
4
‘Wunderzeichen’
als ein biceichen [interl. zu prodigium
] worden bin ich mangen PsM
70,7
5
‘Kennzeichen’
bizeichen und ir wapen, da bi man sie erkennen solt
Lanc
612,21
MWB 1 846,56; Bearbeiter: Tao
bîzeichenen
swV.
→
bezeichenen
MWB 1 847,41;
bî zëmen
stV.
‘zu jmdm. passen’
die fiole bi der erden steit, / inde bezeigenet uns die demuͦdicheit, / die
zemet den megethen wale bi, / dat si gode deste werdere si Lilie
65,47
MWB 1 847,42; Bearbeiter: Tao
bîʒen
stV. (Ia)
1
‘(in) etw. beißen’
1.1
‘etw. zerbeißen ’
1.2
dan ~
‘durch Beißen entfernen’ 1.3 in Gebärden des Zorns, der Angst usw. 1.4 zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’
1.4.1 mit Gen./ Akk.-Obj. 1.4.2 mit Präp.-Obj. 2
‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist tr.) 3 übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’
4 in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’
5
‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’
6 vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’
1
‘(in) etw. beißen’
1.1
‘etw. zerbeißen ’
diu mûs geriet daz netze gnagen / und mit den zenen bîzen. / daz netze
geriet sich rîzen / enzwei Boner
21,43
1.2
dan ~
‘durch Beißen entfernen’:
der [Löwe] kratzet unde beiz
dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw
6747
1.3
in Gebärden des Zorns, der Angst usw.:
he [...] beiz in die stangin, /
daz die uoris flamme / dar uz uoren dicke Roth
4660;
fvrn Hersante schande was niht kleine, / sie beiz vor
zorne in die steine ReinFu
K,1182;
ich bizze wol durch einen stein, / ich bin sô muotes ræze, / hei waz ich
îsens æze! Helmbr
408;
ê daz dû [
Pleherîn
] in [
Tristan
] getörstest jagn, / [...] du bizzest in
den vinger ê, / daz er bluote und tætest dannoch mê: / du bræchest ûz diu ougen
dîn! UvTürhTr
1975.
–
der zorn im an sin herze kam
[...]. / sine zene er zv samne beiz, / sine ougen
er vurkarte Herb
418;
swelch man sich des vor grimme flîzet, / daz er den munt zesamen bîzet /
und hin und her sîn ougen spitzet Renner
4496
1.4
zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’
1.4.1
mit Gen./Akk.-Obj.:
der aver des anderen [
obezes
] bîzzet Gen
262;
unde hüete daz dû der wurze iht enbîzest, des gewünstû
schaden Barth
139,4;
daz er in [Käse] solde bizin
an [= âne
] in ReinFu
K,225;
sweme wart ein slach oder ein stôz, / der was des
gewissen tôdes / unde ern beiz dar nâch niemer brôtes VAlex
1238.
–
den biz an etw. gebîzen:
ir werdet gote glich, / gebizet ir dar an den biz HeslApk
895
1.4.2
mit Präp.-Obj.
– mit in:
in den kæse er vaste beiz UvTürhTr
2528;
vil vrâzlich er [Wolf] dô in si
[Geiß] beiz Boner
11,6.
– mit abe:
abe einem huone er gebeiz / drîstunt Er
8649;
ab dem brôte beiz er zehant Wig
4995;
sümliche bizent ab der sniten / und stozents in die
schüzzel wider / nach geburischen siten TannhHofz
45
2
‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist
tr.):
kratzen unde bîzen kunde ez [Bär]
niht den man NibB
950,1;
Iw
6761;
swen ein wutender hunt bizet SalArz
75,27;
Macer
4,7;
StRAugsb
114,7;
sô den menschen die wurme bîzent in dem bouch, der nem
[...]
Barth
158,15;
HeslApk
19117;
do hâte ich ir hant so lieblîch vaste
[...], / davon si beiz mich in mîn hant
SM:Had
2: 5,2;
MF:Reinm
67:2,4.
– von Insekten, Blutegeln:
Roͮlanten hat lichte ain prem gepizzen Rol
6085;
(Heilverfahren:)
setze egelen an den slaf. wollin di da nicht bizen, so
netze den slaf mit wine, so bizen si zu hant SalArz
33,24.
–
die wunde ~
‘durch Beißen eine Wunde zufügen’
die wunden, die ain töbiger hunt hât gepizzen
BdN
323,13.
– übertr.:
mîn vrouwe enbîzet iuwer niht Iw
2269.
– refl.:
daz si niht nement ir mundes war / und bizent in die vinger
sich / und in die zunge TannhHofz
148.
–
al umbe sich ~
:
ReinFu
K,791
3
übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’
si hofte ir alda buzen / des vngemaches daz si beiz PassI/II
370,81;
din gewißen, / die dich bizzet und hat gebizzen
HvNstGZ
6295.
– subst.
~ der conscienzjen
‘Gewissensbiss’
die wort sancte Bernhartz: ‘so wir in essent, so werden wir von ime
gessen; sin essen ist das stroffen unser conciencien, das bissen der conciencien
Tauler
312,12;
das bewiset sich mit maniger wise, mit lidunge, mit bissen der conciencien
ebd.
396,16
4
in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’
swem gerne wullet oder den is in den magen bisset, der neme
[...]
Macer
12,7;
di minze [...] heilet, dem is von der
ruͦre in dem buche bysset ebd.
25,26
5
‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’
wand in der pheffer sêre beiz SAlex
2123;
der [Zimt] baz zengert unde bisset
an der zungen Macer
84,3.
– Part.-Adj.:
ez hât auch die art, daz ez die peizenden scherpf in den
wunden und in den geswern vertreibt BdN
335,30.
356,34;
die peizenden swäm, die den menschen in dem leib nagent
ebd.
341,2
6
vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’
daz ingeini [keine (anderen Schwerter)] baz
nibizzin Anno
20,13;
daz [Schwert] snîde und bîze allez, daz ih ez heize
Segen4
2;
ich trag oͮch, das da bisset, / ain vil guͦt swert an miner hant
EckenlE2
64,3
MWB 1 847,46; Bearbeiter: Tao
biʒhër
Adv.
s.a.
biʒ
Präp., Konj. 1.3; auch mit verstärkendem al.
–
‘bis jetzt’
alle die volchwîch / die von Darios zît / al bizher sint
geschên VAlex
1514;
alle lut [...] die man gesprechen mac / von hinnen
biz an den sunes tac / oder munt ie gesprach biz her HeslApk
1369.
13689;
alle hochgezit bitzehar die dis jor lang sint gewesen Tauler
114,19;
WüP
89,44.
95,3
MWB 1 849,3; Bearbeiter: Tao
bîziht
stF.
‘Beschuldigung, Bezichtigung’
diu suone wurd von ir getân, / op der künec wolde lân / bîziht ûf ir sweher
Lôt Parz
728,7;
im gab [...] / sin vater ein juncfrouwen gut, /
riche, schone und wol behut / von allerhande biziht Vät
10285;
sage an ob war si oder niht / der zweier vrouwen biziht / unde ir manige
bosheit [...]! ebd.
24338;
îdoch weiz ich nicht, / waz des widdirsatzis bizicht / ûf den kunic wêre
NvJer
26731.
20262.
20266;
StRFreiberg
44,16
MWB 1 849,11; Bearbeiter: Tao
bîziune, bitze
Subst.
‘umzäuntes Grund-, Ackerstück’
ein pizvne bi sante Lienharte UrbBayÄ
88.
72;
dv́ eine mat, dv́ lit in dem bizin UrkCorp (WMU)
1950,19;
i acker in den bitzen nebent Wilhelme dem kv́rsener ebd.
N90,32.
2941,6
MWB 1 849,21; Bearbeiter: Tao
bîzunge
F.
‘Verleumder’
wie doch an wijbes miszefart / der man clein schuld hab, / er wu̍rde
besprochen villicht darab / von argen bizungen [viell. als
biʒ-zunge ‘bissige Zunge’ zu lesen? (vgl. Anm.
z.St.)]
Krone
24104
MWB 1 849,26; Bearbeiter: Tao
biʒʒe
swM.
1
‘Biss’
2
‘Bissen, Stück’
3 als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen
‘kein bisschen, nicht im Geringsten’
1
‘Biss’
ist aber, daz er [der Tafelrunde Unwürdige]
gesitzet dar, / der êrste bizze meldet in / und wirt wan laster sîn gewin
HvFreibTr
1387
2
‘Bissen, Stück’
in den kêse dô beiz er / [...] und warf der küneginne
/ einen bizzen gein dem munde HvFreibTr
5201;
Jesus bôt / Jude daz îngetunkte brôt / (ich mein den nazzen bizzen)
JvFrst
2889;
dy koster der wyn di sullin vru kostin, wen si habin iren munt
vnd ire czungin wol gewaschin, vnde sullin dry bissin brotis e essin odir vire
Pelzb
137,28;
BvgSp
50
3
als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen
‘kein bisschen, nicht im Geringsten’
daz doch ist nirgen bissen war Minneb
1296;
trwͤen, du bist nyndert bißen wunt ebd.
4424
u.ö.
MWB 1 849,31; Bearbeiter: Tao
blâ
Adj.
auch blâb.
1
‘blau’
2
‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’
1
‘blau’
die gruͤne varue het er [Regenbogen]
uon dem wassere, die blawe uon dem lufte Lucid
58,14;
ist daz houbet siech in dem hirne, sô ist daz harn blâ unde
louter Barth
128,30;
SalArz
111,15;
mange decke snêwîze, / gel, brûn, rôt, grüen unde blâ
Tr
667;
diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten dictam / al blâ
mit vînæger nam Wh
99,24;
der beste [
jâchant
] ist blâ als ein saphîr Volmar
174;
den schilt fuort er von lâsûr blâ / geverwet
KvWTurn
626;
in grüene mac man schouwen / bluomen blâ brûn rôt gel blanc
KLD:Kzl
12: 1,8;
swer plawe varb machen welle, der nem lasawr in ezzeich vnd
[...]
BairFärb
11,1.
– in der Farbensymbolik für Beständigkeit, Treue:
sage mir [...] was ist bla? / ich sprach das ist
stetekeit: / der liep gegen herzeliebe treit. / [...]
doch siht man mangen blowes tragen, / moeht d’ rok die warheit sagen, / er seite
ein ander’ mere SechsFarbenI
70;
das blo kleit das meint unwandelberkeit, nút das man sich hútte uͤbe und
morne sloffe lasse Tauler
379,35;
pei plâwer varb verstê wir gemaincleich stætikait, wan ez
ist ain reht himelvarb BdN
214,6
2
‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’
wuͦrde ein man mit steben geslagen vffe sinen rucke vnde buͦch vnde die slege
bruͦn weren vnde blâ vnde vf erhaben UrkCorp (WMU)
51,38;
der arm mac iu werden blâ / von der leder herte Helbl
8,462;
die der warte pflâgen / enliezen sich nicht trâgen, / sie enmachten
vollenclîchen dâ / den heiden ire kopfe blâ LivlChr
4270.
–
dar auff waren kamerweyb / und manig unleutseliger leyb /
mit gerumphen wange, / dutten waich und lange, / manig kalter plaber munt: /
dise was plaich, dise was ungesunt HvNstAp
17921
MWB 1 849,46; Bearbeiter: Tao
blæbalc
stM.
‘Blasebalg’
sam liut erine bilde hiez er im vil giezen. / [...]
und innen vol mit fiure, daz’z in zem munde uz wete, / zu sehene ungehiure, wan ie
ir einz ein blebalk under blæte JTit
6208,2
MWB 1 850,17; Bearbeiter: Tao
blabezen, blebzen
swV.
‘stammeln; plappern, schwatzen’
balbutio: blapizon SummHeinr
2:105,33;
blatero [...]: blebbezen ebd.
2:196,137;
balbutio: blabbizon, stamelo ebd.
2:196,138
MWB 1 850,22; Bearbeiter: Tao |