biuʒ
stM.
1
‘Schlag, Stoß’
2
‘Schlägerei, Kampf’
1
‘Schlag, Stoß’
wir sulen hie gewinnen / ein ander an vil manigen biuz: / her ûf ein bret drî
würfel schiuz! / [...] der wunneclîche kneht / dâ spilte
mit der künigîn / eintweder umbe vingerlîn / od umbe senfte biuze KvWTroj
15887;
[er] sluok der vrouwen einen pûz Frauentrost
106;
sy zyen di lute nacket uz / und geben in vil manchen puz Hiob
9622;
Minneb
1772
2
‘Schlägerei, Kampf’
funff hundert ritten auff den pauß HvNstAp
12433
MWB 1 840,30; Bearbeiter: Tao
biuʒen
swV.(?)
‘auf jmdn. schlagen’
si begunden an si biuzen [
: Riuzen
]
EnikFb
776
MWB 1 840,39; Bearbeiter: Tao
bî vallen
stV.
‘abfallen’
die keten vielen alle bi, / daz si ir gar wurden vri Pass III
304,29
MWB 1 840,41; Bearbeiter: Tao
bîvanc
stM.
zur Sache vgl. HRG 1, 418ff.
1
‘Einfriedung, Grenze; (neugerodetes) eingefriedetes Landstück’
2 ein Ackermaß 3
‘(Stadt-)Bezirk, Bannmeile’
4
‘Vorwand, Arglist’
1
‘Einfriedung, Grenze; (neugerodetes) eingefriedetes Landstück’
infra terminum qui dicitur bifanc DRW
2,332
(Lacomblet, UB; a. 1285);
super possessionibus [...] sepibus inclusis vel
circumseptis que vulgariter bifanga dicuntur ebd.
2,447
(a. 1257);
daz sie mit der selbvn mvre allez ir gvͦt vmbeslahen
[...] jn dem gedingde, daz sie einen karren wec
vzzerthalp an irme bivange vf irme gvͦte v̓nsern bvrgern sv̓ln geben
UrkCorp (WMU)
347,23;
nvndehalbe jvchertvn achers, die [...] ligent in dem
nvwen bifange ebd.
197,34
u.ö.
2
ein Ackermaß:
quodlibet iugerum haberet 12 pîvange UrkPrivR
93,12
(a. 1247);
mein aͤigen akcher [...] dez nauͤn piuang ist
FWB
4,367
(a. 1347; Thiel u.a., Urk. Münchsm);
Pfergner xvi pifang auf der purg vnd ii pogaͤkcher auf dem Aynad ebd.
4,367
(Thiel, Urk. Weltenb)
3
‘(Stadt-)Bezirk, Bannmeile’
banmile sive bivanc DRW
2,332
(a. 1279; NrhAnn)
4
‘Vorwand, Arglist’
mit keinirlege anderir argelist adir bevange UrkWetzl
1,493
(a.1332)
MWB 1 840,43; Bearbeiter: Tao
bîvangen
swV.
‘etw. einhegen, abgrenzen, mit einem Zaun, einer Mauer umgeben’
das ich han verlúchen von mir und minen erben min garten, die ich bivangete
uff minen ackern UrkAarau
31
(a. 1319);
den flecken [...] der vor ir kloster ist gelegen und
als si in iezuͦ mit mure begriffen hant und gebivangut und umbe vangun
SchwäbWB
1,793
(a. 1336).
– Vgl. auch
bevâhen
MWB 1 841,1; Bearbeiter: Tao
bî varn
stV.
‘an jmdn. heranreiten, in jmds. Nähe reiten; sich jmdm. zugesellen’
der vuor im dâ ze næhest bî Wh
86,1.
–
sich huop diu vesperîe sân. / hie riten sehse, dort wol drî: / den fuor vil
lîhte ein tropel bî Parz
68,26;
die [die gestürzten Engel] varent
noch hiute dem mennische bî, / als ob der kôr ir erbe sî Wh
308,25
MWB 1 841,9; Bearbeiter: Tao
bîvart
stF.
vart auf dem bîwec ( ‘Nebenweg, Abweg’):
al were der biwec weich, / [...] und der rechte wec
hart, / doch liezen sie die bivart / und vuren rechte richte / vor gotes angesichte
HeslApk
8574
MWB 1 841,16; Bearbeiter: Tao
bivelde
stF.
→ bîvilde
MWB 1 841,21;
bîvëlt
stN.
‘Nachbargegend’
mit kraft si undirwundin / sih da des landis in Basan, / das ez in muͤste
undirtan / wesin und sinis zinsis gelt / uf dú nehesten bivelt RvEWchr
14469
MWB 1 841,22; Bearbeiter: Tao
bîvilde, bevilde,
bevilhede
stF.
auch bivelde
UrkCorp
165,13;
nur obd., vgl. bîgraft.
1
‘Begräbnis, Totenfeier’
2
‘Begräbnis-, Grabstätte’
1
‘Begräbnis, Totenfeier’
diu bivildi wart êrlich Gen
3009;
bevilhede GenM
115,30;
Lucid
109,7;
PrBerth
1:332,9;
hey waz guoter pfaffen ze sîner bîfilde was!
NibB
1065,4;
die ~ tuon
Wig
8325;
die ~ begân
Ottok
38274.
–
dez esel pivild Teichn
466,35
2
‘Begräbnis-, Grabstätte’
wand her Marchwart vnd vrawe Gerdraut [...] ir
piuilde in der selben vnser vrawen chappellen erwelt vnd erchoren habent
UrkCorp (WMU)
N748,38.
1665,19;
daz er in ze Spîre lie bestaten, / dâ ander kunic bivilde hâten Ottok
97661
MWB 1 841,26; Bearbeiter: Tao
bîvilden
swV.
vgl. auch
bevëlhen
1.1.3.
‘jmdn. begraben’
daz si mich [...] bi dem selbem irem chloster
piuilden suͤlen UrkCorp (WMU)
2706,18.
N403,29;
der wart gebivilt als ein hunt Ottok
24636;
kostelichen si si hiez / bivilden die werden / und bestaten zuo der erden
ebd.
63264;
jmdn. schôn (ge)bivilden
ebd.
92115.
55763;
kristenlich ebd.
28118.
– subst.:
bivildens man in phlac / ûf der burc ze Prâg Ottok
22840
MWB 1 841,39; Bearbeiter: Tao
bivilige, bivilg
stF.
→ bîvilinge
MWB 1 841,48;
bîvilinge
stF.
auch bivilige, bivilg; s.a. bîvilde.
‘Begräbnis, Totenfeier’
vur di chost, di man mit vns vnd mit vnserm vrivnten hat gehabt ze siner
bivilige UrkCorp (WMU)
2899,10;
so sol man [...] min piviling pegen des nahtes vnd
des morgens, als sitliͤch vnd gewonleich ist ebd.
801,8;
daz ist gehaizzen mit der wag / ein pivilg ein jartag Teichn
339,144
MWB 1 841,49; Bearbeiter: Tao
bî volgen
swV.
‘jmdm. verbunden sein’
ich dien dir immer âne wanc. / nu sprich daz ez dîn wille sî;
son wirde ich immer mêre frî, / und wone [La. volge
] dir mit dienste bî KLD:UvL
1: 4,7
MWB 1 841,57; Bearbeiter: Tao
bî vüegen
swV.
‘zusammen passen’
schœn unde liep diu füegent mit ein ander bî / baz dan der liehte rubîn tuo in
dem vil klâren golde KLD:RvB
4:12,1
MWB 1 841,61; Bearbeiter: Tao
bî vüeren
swV.
‘(ein Heer) gegen jmdn. führen’
sît Terramêr von Tenabrî / unze an Frîende uns vüeret bî /
swaz werder diet gesezzen was / von Marsilie unze an Koukesas, / wir vinden phandes
deste mêr Wh
300,24
MWB 1 842,1; Bearbeiter: Tao
bîvuoʒ
stM.
→
bîbôʒ
MWB 1 842,6;
bî wahsen
stV.
‘zunehmen’
in gesach nie wîp / hân so tugende gernden lîp. / si schetzet
sich / michels rîcher an guote noch hiure: / alsus dicke wachsent ir tugende bî
SM:WvH
5: 2,11
MWB 1 842,7; Bearbeiter: Tao
bîwandel
stM. oder stN.
‘Umgang mit jmdm.’ (Gen.d.P.):
guoter liute spîse ist ein lieht gewizzen unde guoter heiliger liute bîwandel
unde stêtiu enpfâhunge unsers herren Jêsû Kristî lîchamen Eckh (Pf)
651,6
MWB 1 842,11; Bearbeiter: Tao
bîwëc
stM.
1
‘Seiten-, Nebenweg; Abweg’
2
‘Nebenerzählung’ (Inzidens, dem Gang der Heilsgeschichte untergeordnete Profangeschichte)
1
‘Seiten-, Nebenweg; Abweg’
das diu vor genanth frowe von Nifen vnsér frowen
[...] ze Wilar gábe [...] als
ir guͦt ze Alpolspach: hofsteht, húser, [...], velth, wech,
biwech, wasser vnd waiͤde UrkCorp (WMU)
1624,18;
al were der biwec weich, / [...] und der rechte wec
hart, / doch liezen sie die bivart / und vuren rechte richte / vor gotes angesichte
HeslApk
8570
2
‘Nebenerzählung’ (Inzidens, dem Gang der Heilsgeschichte untergeordnete
Profangeschichte):
der welte burgere: / swas von dén hie dú mere / sagint, das sint die biwege /
nebint der rehtin mere pflege, / die úns hie suln bemeren / von dén gotis burgeren /
fúr sih der rehtin mere ban RvEWchr
3782.
3114.
26380
MWB 1 842,16; Bearbeiter: Tao
bîwëgec
Adj.
‘vom geraden Weg abweichend’
diu slang macht allzeit den rehten weg, alsô daz si niht
peiwegig ist BdN
267,18
MWB 1 842,30; Bearbeiter: Tao
bîwësen
stN.
→
bîsîn
MWB 1 842,33;
bî wësen
V.
→
bî sîn
MWB 1 842,34;
bîwësunge
stF.
1
‘das Zusammensein, Gesellschaft’
2
‘(besondere) Umstände’ , als Übers. des lat. circumstantia
1
‘das Zusammensein, Gesellschaft’
und och nicht si [ sei] der biwesunge der die die
wise fuͤrent, die als jung sint und als krank und des selben leders sint so dise
sint Tauler
233,6
2
‘(besondere) Umstände’, als Übers. des lat. circumstantia:
unde dar umbe: ist, daz ihtez iht gebristet, daz man da suochet zuo einer
behorlicher bewisunge, so wirt die tüewunge bös [
unde si aliquid desit quod requiratur ad debitas circumstantias, erit actio
mala
]
ThvASu
152,13.
152,12;
wan diz irrunge kümet von der unwissentheit der bewisunge ebd.
158,4
MWB 1 842,35; Bearbeiter: Tao
biwîle(n), bewîlen
Adv.
s.a.
2wîle stF.
1
‘bisweilen, manchmal’
2
‘einst, vor Zeiten’
3
‘jetzt’
1
‘bisweilen, manchmal’
bi wilen lazzet mir daz leit / vnde wirt mir der freuden me
Herb
746;
daz man vnder wilen habe sige / vnd ouch bi wilen vnder lige
ebd.
7204.
12440;
siner [des Edelsteins] varwen sicht
[...] / ist bi wilen swarz bi wilen rot Brun
1738;
bi wilen phlac er alle die naht / an dem gebet wesen, daz / er sin selbes doch
vergaz Vät
846.
2676;
Hiob
13708
2
‘einst, vor Zeiten’
min volk daz was gevangen / in egiptischen landen / in konic Pharonis handen /
wol vierzic jar bi wilen HeslApk
15611;
mir ist der wec kunt. / ich bin ouch bewilen dar komen En(FSch)
2773;
[er] ging vf einen oden kirchof, da warin bewilen heiden
begrabin PrLpz(L)
72,12
3
‘jetzt’
doch sage ich uch bi wile, / der reine furste [...] /
gemeszenlicher lenge was, / nach tugentlicher witze / gar frolich sin antlitze /
unde an herzen milde Elis
3140
MWB 1 842,47; Bearbeiter: Tao |