bisem
stswM.
auch pisen; swM.
HvNstAp
17990.
‘Bisam, Moschus’
vnde uon andirn dingin di edilin smac habin, als pisen vnde
amber vnde graffer vnde neilekin vnde holz aloes SalArz
21,47;
pisin [...] kreftigit daz herce daz
abe nimit uon kelde ebd.
22,7;
bisem und spicâ nardî. / [...] umb
den smac stêt ez sô: / nie niemen wart sô unvrô, / gesmecket er sîn, sîn leit zergê
Wig
10366;
man sach das tierel allda gan / das den guten pisen drait
HvNstAp
8527;
BdN
151,17.
– übertr., als Anrede:
ach Mynne, du werder krisem, / du sußer balsam und bisem Minneb
1338.
3590
MWB 1 820,61; Bearbeiter: Tao
bisemen
swV.
‘etw. mit Bisam versehen’
gebalsamt lüge, gebismet lüge RvZw
169,3
MWB 1 821,9; Bearbeiter: Tao
bisemsaf
stN.
‘mit Bisam vermischte Flüssigkeit’
swer ein schurpigiz houbit hat
[...], der mache mel uon cisern [=
kichern
] vnde mische daz mit pisen saffe vnde striche daz an daz houbit
SalArz
27,44.
27,46;
ein clister uon pizen saf vnde uon klien ebd.
68,58
MWB 1 821,11; Bearbeiter: Tao
bisemtier
stN.
‘Moschustier’
von dem pisemtier [Überschr.] .
musquelibet haizt ze däutsch ain pisemtier BdN
151,9;
wenn der [= unvlât
Eiter] hert wirt, sô haizt er ze latein muscus, daz ist ze däutsch
pisem. dar umb möht wir daz tier ze däutsch haizen pisemtier ebd.
151,18
MWB 1 821,17; Bearbeiter: Tao
bisemvaʒ
stN.
‘Gefäß für Bisam’
auff den stainen stet ain knopf: / das ist ain guldener kopf
/ gemacht zu ainem pisen faß HvNstAp
12993
MWB 1 821,23; Bearbeiter: Tao
bisen
swV.
1
‘umher rennen, springen’
2 übertr.
1
‘umher rennen, springen’
do sach er lauffen und pisen / lewen und panthier
HvNstAp
8150;
als eine bysinde ku Cranc
Os 4,16;
WernhMl
7052;
etzleich vint er [Luzifer] tanczen seit, / nach dem
pall springent und pisen Teichn
416,29;
als er [Gott] die sprache an ienen sluch / vnde tet
si von einander bisen PassI/II
115,71.
– subst.:
do hub sich des strites bisen Macc
5624
2
übertr.
–
‘sich ausbreiten’
[sie wollten] ir ere lazen bisen Pass III
553,66.
–
wîte ~
:
alsus begonde wite bisen [ging weit
auseinander] / ir rat Pass III
242,36.
–
mit gedanken ~
:
zur messe jener [...] sach in mit gedanken bisen
[umherschweifen]
Vät
19812.
–
an dem herzen ~
, ûf jmdn.
~
, an zorne ~
, ‘zornig sein, wütend auf jmdn. losgehen, vor Zorn rasen’
daz volc wart an dem herzen bisen / beide her vnde ouch hin: / si heten
vil vnsteten sin PassI/II
262,74;
des wurden da genuge bisen / mit valsche uf gotes holden. / vil gerne si
im wolden / sin ere haben gar benumen Pass III
507,50;
do er begonde alsus bisen / uf manigen, dem er goz sin blut ebd.
685,84;
daz man durch sinen argen mut / in dicke sach an zorne bisen
PassI/II
221,9.
– mit von:
von gotes gelouben wir nu bisen [abweichen]
Pass III
653,50
MWB 1 821,26; Bearbeiter: Tao
bî senden
swV.
‘jmdn. zu jmdm. schicken’
swie verre ich sî, / sô sende ich ir den boten bî, / den sî wol hœret und eine
siht MF:Hartm
2:2,8
MWB 1 821,51; Bearbeiter: Tao
bisesche
stF.
vgl. afrz. besace, mnl. besaetse, bisaetse, aus lat.
bisaccium (Rosenqvist 2,198).
‘Quer-, Doppelsack’
so stiz er einen guldinen coph in ir bisezhe HlReg
35,25;
sint daz begebene lûte in alle wîs sich hûten sulen vor
eigenschefte, sô wolle wir, daz die brûdere [...] slozze
[...] an den bîsazchen und an den schrînen unde an
anderen slozhaftigen dingen enbern StatDtOrd
46,7
MWB 1 821,54; Bearbeiter: Tao
bisewurm
stM.
‘eine Art Bremse’
SummHeinr
1:168,779.
2:67,287.
2:291,02.09
MWB 1 821,63; Bearbeiter: Tao
bîsëʒ, besëʒ
stN.
unter 1 nur bî-/bi-, unter 2 und 3 nur
be-.
1
‘Misswuchs, Missernte; Hungersnot, Unglück’
2
‘Belagerung’
3
‘Besitz’
1
‘Misswuchs, Missernte; Hungersnot, Unglück’
dô huop sich in dem zît / michel urliuge unt strît, / hunger
unde bîsez Kchr
15350;
ez si danne, daz schvͦr oder biseze oder landes vͤrlevge choͤme
UrkCorp (WMU)
3404,19
u.ö.;
PrBerth
1:425,12.
1:244,35.
1:258,11;
Teichn
288,7;
so chumpt leicht dez todez pot / oder ein pises in dw werlt / und schait in
von dem posen gelt ebd.
288,27;
got der sent ein pisæz dar / daz er in wil pezzern hie ebd.
99,30
2
‘Belagerung’
daz si von im wurden erlôst / von dem besezze swære Ottok
29610;
des besezzes phlegen
ebd.
29395.
44608
u.ö.;
daz besez begân
ebd.
48354;
besezzes walten
ebd.
32031;
daz besez rûmen
ebd.
5867.
57057;
hî mit Jesus gekunt hât / waz nôt, waz angest sold di stat / Jerusalem noch
dulden / [...] mit vancnis und ouch mit besez JvFrst
8151
3
‘Besitz’
von dem besesse der creaturen sich keren Tauler
267,21.
309,21
MWB 1 822,1; Bearbeiter: Tao
bîsëʒʒel
stM.
‘Beisitzer’
kempfer von des wegen daz si tot suͤnd tuͦnt, so sol man in chain sacrament
niht geben, noch si begraben. vnd der herren richter vnd peisaͤzzel [
assessor
] , vnd all die dar zuͦ rat vnd hilff tuͦnd, vnd die priester die si [
kempfer
] dar zu segent, die selben werdent all manslaͤchtig vnd tuͦnt tot
suͤnd RechtssA
K17,8;
peisezzel RechtssB
K17,8
MWB 1 822,20; Bearbeiter: Tao
bîsîn, bîwësen
stN.
‘das Nahesein, Anwesenheit, Gegenwart, Gesellschaft’
das er [Gott] dich mit vetterlicher
liebe meine vnde dich des besten gewer: sines ewigen biwesenes
DvAStaff
385;
PrGeorg
272,38;
alsulches nâgebûrs / und sînes bîwesens gern / wolden dâ enpern / die
Sarrazîne Kreuzf
653;
Eckh
5:17,4;
aller menschen bisin [...] ist mir ein bitterkeit
Seuse
313,4.
221,20.
221,27;
daz [Stern] vor niht moht gesehen
werden von der sunnen peiwesen KvMSph
35,22
MWB 1 822,28; Bearbeiter: Tao
bî sîn, bî wësen
V.
zu dâbî sîn s. unter bî, dâbî.
1
‘in der Nähe von jmdm./etw. sein; an etw. teilnehmen’
2
‘jmdm. helfend nahe sein, beistehen’
3 Das logische Subj. steht im Dat.; das grammatische Subj. bezeichnet
1
‘in der Nähe von jmdm./etw. sein; an etw. teilnehmen’
wan swer von wâfen wirt wunt, / der wirt schiere gesunt, / ist
er sînem arzte bî Iw
1553;
swie rehte liep er ir sî, / sî müet, ist er ir ze dicke bî
ebd.
2872;
swie rûch ich ein gebûre sî, / und wær ich rîterschefte
bî [beim Turnier] , / wær ich gewâfent unde geriten, /
ich kunde nâch rîterlîchen siten / alsô wol gebâren / als die ie rîter wâren ebd.
3558;
die ime [Gott] bî sint durch geloube
unt durch rethiu werche unt die ime uerre sint durch ire brôde JPhys
2,37;
swie frömde mîn lîb der minneklichen süezzen sî, / mîn herze
ist ir doch stæte bî SM:Te
12: 0,2.
– Wendung swære bî ~
‘beschwerliche Gesellschaft sein’ (s.a. unter
bî
):
der [
der getriuwe man
] ist leider swaere bî MF:Mor
7: 5,3.
–
bîwesende dinc als Übers. des lat. circumstantia (s.a.
bîwësunge):
ThvASu
152,3.
156,26
2
‘jmdm. helfend nahe sein, beistehen’
den [Bedrängten] was din gute san
bi Litan
914;
wen daz im Polidamas / zv guten staten bi was
Herb
14462;
herre got, nu wis mir bî! Wig
5811;
süezer Krist [...], / sô biut mir
dîner helfe hant / und wis nû mînen sinnen bî RvEBarl
121
3
Das logische Subj. steht im Dat.; das grammatische Subj. bezeichnet
eine moralische Qualität, die jmdm. zu eigen ist:
ir herzen was vil kiusche bî Parz
809,13;
swem herzenlîchiu triwe ist bî, / der wirt nimmer minne frî, / mit freude,
etswenn mit riuwe ebd.
532,7;
her Chuͦn von Teising vnd ander genug, den triwe vnd warheit bei ist
UrkCorp (WMU)
1533,42.
– einen Gemütszustand, in dem sich jmd. befindet:
den edeln juncvrouwen was vil hôher freuden bî
NibB
576,4;
dâ vor was im ein kumber bî Parz
80,30.
– Sonstiges:
iedoch sul wir uns wern, / die wîl uns ist daz leben
bî [solange wir am Leben sind]
Ottok
5045;
das merke swer geleret si: / sit dem gotes vluch ist bi
[ihn trifft] , / swer sine kunst nimande leret, /
so wirt licht ouch sin heil gemeret, / swer da leret das her kan
Macer
Reimvorr. 12
MWB 1 822,38; Bearbeiter: Tao
bî sîten
Adv.
→
besîte
MWB 1 823,14;
bîsitzære
stM.
‘Mitglied eines Gerichts’
so er von den bisitzern dar umb beruͤffet wirt DRW
1,1479
(ZürichStB; a. 1348)
MWB 1 823,15; Bearbeiter: Tao
bî sitzen
stV.
1
‘bei jmdm./ etw. sitzen, sich zu jmdm. setzen’
2
‘beisitzen (bei Gericht)’
3
‘in der Nähe, in der Nachbarschaft (von jmdm., einem Land) leben’ ,
bîgesezzen sîn mit Dat.-Obj.
1
‘bei jmdm./ etw. sitzen, sich zu jmdm. setzen’
wie vil gnâdic si sî / der daz chindel sitzet bî
Wernh
152;
sî saz mir güetlichen bî Iw
341;
si gesaz in eines tages bî / heinlîchen unde lîse
Tr
12078.
11024;
daz iu mîn vater sitzet bî Wh
145,7.
263,19;
RvEBarl
12076;
dâ sâzen dem grâle bî / der aller besten rîter drî Parz
815,17
2
‘beisitzen (bei Gericht)’
da sal dis vodis [= vogetes
] rihtere bi sizzen ende sal sien derdeil [
dritteil, gemeint wohl: Drittel der Bußleistung] hain
UrkCorp
55,7;
dô sach er jêmirlîchin an / den richter sô vormezzin / und dî im bîgesezzin /
wârn nâch gerichtis sittin NvJer
22495
3
‘in der Nähe, in der Nachbarschaft (von jmdm., einem Land) leben’,
bîgesezzen sîn mit Dat.-Obj.:
sô was [...] / dem lande ze Swâles /
ein rise bî gesezzen Tr
15919;
zwen riesen [...] wúnsten alle tag
teglich diß lant, sie zwingen alles das yn by geseßsen ist Lanc
230,19;
vnde in [
Amazones
] kvmet engeine [= engegen
] / ritter wol vermezzen, / irme lande bi gesezzen Herb
14351;
dir bringent mangen stolzen degn / Partî und Mêdî / und die dir sint gesezzen
bî / in dînen landen hie und dâ RvEAlex
4988
MWB 1 823,18; Bearbeiter: Tao
bî|slac
stM.
‘in schlechterem Metall (nach)geprägte Münze, Falschgeld’
die sweren guldin und die bislege DRW
1,1477
(StraßbMünzg; a. 1330)
MWB 1 823,41; Bearbeiter: Tao
bî|slâfe
swF.
‘Konkubine, Nebenfrau’
wol ahtzic herzoginne unde grævinne, die sîne bîslâfen wâren PrBerth
1:177,25
MWB 1 823,44; Bearbeiter: Tao
bî|slâfelinge
st.Pl.
wie bîslâfe:
Salomon hete sechzig koninginne, / di im alle dinten uf minne, / und der
bislafelinge zwaren / zu vir male zwenzig waren Brun
2015.
178;
di gekronte koninginne schar / bezeichenen di reinen meide, / di bislafelinge
[...] / bescheide ich uf daz eliche lebin, / daz got
selbir hat gegebin ebd.
2028
MWB 1 823,47; Bearbeiter: Tao
bî slâfen
stV.
‘den Beischlaf vollziehen, das Beilager halten’
do slif bi der edele ture furste [...] unde hatte
hochzit mit der hochgebornen koniginne Köditz
27,22;
wi wol daz di edele kongis tochtir nuwelich bi geslafin hatte ebd.
28,1.
26,1.
– subst.:
daz man die kint zuͦ samene gebe vnde an [in Bezug
auf] bislafene vnd an allir hande dingen die brutlauf vnd die
hogetit, alse nach cristenlicher e gewoͤnlich ist, follenbrenge UrkCorp (WMU)
1000,25
MWB 1 823,54; Bearbeiter: Tao
bî|slëht
Adj.
auch bislich.
‘randvoll’
also fulton si die züber [mit Wasser] hinz si
biscleht wurden PrSchw
2,16.
– in Verbindung mit vierteil als Mengenangabe von Getreide:
‘gestrichenes Viertel’
so sol er von eime andern guͦte [...] gen ein
bisleich vierteil habern UrkCorp (WMU)
1120,28;
die schopoze [= schuopoze, ein Flächenmaß (kleiner als
eine Hufe)] Schikes, dv dem gottes huse ze Hilzchilc ze houezinse
giltet sehs verteil kernen vnd ein biselichez ebd.
N270,39;
weitere Belege s. DRW 4,1702f.
MWB 1 824,1; Bearbeiter: Tao
bislich
Adj.
→ bîslëht
MWB 1 824,12;
bî slîchen
stV.
‘sich an jmdn. heranschleichen’
des [Sünden] mac man alles sich erholn, / wan dem
der rehte geloube ûz sînem herzen wirt verstoln / von den cristen dieben, die uns
mit valscher lêre slîchent bî RvZw
88,6
MWB 1 824,13; Bearbeiter: Tao
bis|mânôt
stM.
‘August’
er begvnde lven [= lüejen
] , / daz er bi den chven / in dem pismanode wære FabelCorp
37,239
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 824,18; Bearbeiter: Tao
bîsorge
stF.
‘Vorsorge, Fürsorge; Seelsorge’
daz ammit er bewachte / sechs jâr mit bîsorgin vil NvJer
13237;
daz er solde [...] / der lande mit gebîte pflegin /
und mit bîsorge nemin war ebd.
17081
u.ö.;
swenne man kûset bischofe oder abte oder abtischen, die den herschilt habn,
daz lên suln sie vor enphâen unde die bîsorge dar nâh SSp(W)
3:59,1.
–
~ geben:
Gabinus gab bisorge do / des tempels vil gar Hyrcano Macc
12489.
–
~ tragen:
daz gotes vorbesichtekeit / allerdinge bysorge treit Hiob
1150.
8295
MWB 1 824,21; Bearbeiter: Tao |