bischofshûbe
stF.
‘Bischofsmütze’ (hier für lat.-bibl. cidaris):
nym weg di bischofshube [
aufer cidarim
] , nym weg die crone Cranc
Ez 21,26
MWB 1 820,9; Bearbeiter: Tao
bischofshûbelîn
stN.
‘Bischofsmütze’
infula: biscofeshubelin GlHvB
395,17
MWB 1 820,12; Bearbeiter: Tao
bischofsstuol
stM.
‘Bischofsstuhl’
cathedra: bischouesstul GlHvB
394,10
MWB 1 820,14; Bearbeiter: Tao
bischofstap
stM.
‘Bischofsstab’
pastoralis baculus: biscofestab GlHvB
395,18;
he [Engel] nam den biscopstaf, / sent Servase he’ne
gaf HvVServ
585.
4087;
do hiez er den bischofstap / legen ouf sante Marien alter Serv
224
MWB 1 820,16; Bearbeiter: Tao
bischolf
stM.
→ bischof
MWB 1 820,21;
bî schrîben
stV.
‘jmdm. etw. zuschreiben’
davon ist im [Teufel] swartz noch plankch / noch
chain gestalt czu schreiben pey. / er ist gestalt und formen frey Teichn
564,3762
MWB 1 820,22; Bearbeiter: Tao
bîschrift
stF.
‘Aufschrift’
dô sî sust vornâmin / an der bîschrift den namin / Barbarin sô minnesam
NvJer
6404
MWB 1 820,26; Bearbeiter: Tao
bischtuom, bistum
stN.
Kürzung aus bischoftuom (Kluge, 127).
1
‘Amt eines Bischofs’ , auch ‘Amtsbereich, Amtszeit eines Bischofs’
2
‘Heiligtum’ (vgl. AWB 1, 1115), hier wohl ‘Pyxis, Ziborium’ (Pl.
viell. beeinflusst durch sanctuarii sanctuaria Ex 26,33, vgl. Wells, VMos., S. 103)
1
‘Amt eines Bischofs’, auch ‘Amtsbereich, Amtszeit eines Bischofs’
ouch hât der chunig ze site daz pischtuom mahilen dar
mite [mit dem Ring] / swelehen phaffen er ze hêrren
wil machen Gen
144;
ir bistuͦm si stiften Rol
8633;
KvHeimHinv
86;
liutkirchen, klôster, bistuom / der wart durch gotlîchen ruom
/ vil gemachet überz lant RvEBarl
13607;
marche unde bistuom, grascefte unde herzochtuom
AvaA
2,3;
BrEng
64;
jn dem tritten iar sines bistvͦmes UrkCorp (WMU)
331,44.
3496,23
2
‘Heiligtum’ (vgl. AWB 1, 1115), hier wohl ‘Pyxis, Ziborium’ (Pl.
viell. beeinflusst durch sanctuarii sanctuaria Ex 26,33, vgl. Wells,
VMos., S. 103):
so leitet man si [Sünder] shone /
in ze den bistumen, / so sehent si ze ware / di marter also here / di got an deme
uritage leit VMos
57,6
MWB 1 820,29; Bearbeiter: Tao
1bîse
swstF.
auch pise.
‘Erbse’
pizen sint vuchte vnde warm an dem erstin gradu vnde machen
den buch vuchte SalArz
11,5
u.ö.;
daz was des reinen spise: / crut, fave und bise, / daz sprichet erweiz und
bone Rennew
36358.
– übertr. zur Verstärkung der Negation (niht gen einer ~
):
dazs [
= daz si (unwirde)
] im in drizic rasten niht genahen / getorst gen einer pise. sus kund
der werd unwirde gar versmahen JTit
5351,4
MWB 1 820,46; Bearbeiter: Tao
2bîse
F.
‘Nordwind, Ostwind’
winter hât vorbotten ûzgisendet, / die hânt vogel süezzen sang
erwendet [...]. / der botten heizzet einer sûriu bîse, /
diu lêrt mangen hiure ziterwîse SM:Had
28: 1,4;
der ander heizit eurus, bisa oder nider wint, unde weget von
oriente MNat
9,27
MWB 1 820,55; Bearbeiter: Tao
bisem
stswM.
auch pisen; swM.
HvNstAp
17990.
‘Bisam, Moschus’
vnde uon andirn dingin di edilin smac habin, als pisen vnde
amber vnde graffer vnde neilekin vnde holz aloes SalArz
21,47;
pisin [...] kreftigit daz herce daz
abe nimit uon kelde ebd.
22,7;
bisem und spicâ nardî. / [...] umb
den smac stêt ez sô: / nie niemen wart sô unvrô, / gesmecket er sîn, sîn leit zergê
Wig
10366;
man sach das tierel allda gan / das den guten pisen drait
HvNstAp
8527;
BdN
151,17.
– übertr., als Anrede:
ach Mynne, du werder krisem, / du sußer balsam und bisem Minneb
1338.
3590
MWB 1 820,61; Bearbeiter: Tao
bisemen
swV.
‘etw. mit Bisam versehen’
gebalsamt lüge, gebismet lüge RvZw
169,3
MWB 1 821,9; Bearbeiter: Tao
bisemsaf
stN.
‘mit Bisam vermischte Flüssigkeit’
swer ein schurpigiz houbit hat
[...], der mache mel uon cisern [=
kichern
] vnde mische daz mit pisen saffe vnde striche daz an daz houbit
SalArz
27,44.
27,46;
ein clister uon pizen saf vnde uon klien ebd.
68,58
MWB 1 821,11; Bearbeiter: Tao
bisemtier
stN.
‘Moschustier’
von dem pisemtier [Überschr.] .
musquelibet haizt ze däutsch ain pisemtier BdN
151,9;
wenn der [= unvlât
Eiter] hert wirt, sô haizt er ze latein muscus, daz ist ze däutsch
pisem. dar umb möht wir daz tier ze däutsch haizen pisemtier ebd.
151,18
MWB 1 821,17; Bearbeiter: Tao
bisemvaʒ
stN.
‘Gefäß für Bisam’
auff den stainen stet ain knopf: / das ist ain guldener kopf
/ gemacht zu ainem pisen faß HvNstAp
12993
MWB 1 821,23; Bearbeiter: Tao
bisen
swV.
1
‘umher rennen, springen’
2 übertr.
1
‘umher rennen, springen’
do sach er lauffen und pisen / lewen und panthier
HvNstAp
8150;
als eine bysinde ku Cranc
Os 4,16;
WernhMl
7052;
etzleich vint er [Luzifer] tanczen seit, / nach dem
pall springent und pisen Teichn
416,29;
als er [Gott] die sprache an ienen sluch / vnde tet
si von einander bisen PassI/II
115,71.
– subst.:
do hub sich des strites bisen Macc
5624
2
übertr.
–
‘sich ausbreiten’
[sie wollten] ir ere lazen bisen Pass III
553,66.
–
wîte ~
:
alsus begonde wite bisen [ging weit
auseinander] / ir rat Pass III
242,36.
–
mit gedanken ~
:
zur messe jener [...] sach in mit gedanken bisen
[umherschweifen]
Vät
19812.
–
an dem herzen ~
, ûf jmdn.
~
, an zorne ~
, ‘zornig sein, wütend auf jmdn. losgehen, vor Zorn rasen’
daz volc wart an dem herzen bisen / beide her vnde ouch hin: / si heten
vil vnsteten sin PassI/II
262,74;
des wurden da genuge bisen / mit valsche uf gotes holden. / vil gerne si
im wolden / sin ere haben gar benumen Pass III
507,50;
do er begonde alsus bisen / uf manigen, dem er goz sin blut ebd.
685,84;
daz man durch sinen argen mut / in dicke sach an zorne bisen
PassI/II
221,9.
– mit von:
von gotes gelouben wir nu bisen [abweichen]
Pass III
653,50
MWB 1 821,26; Bearbeiter: Tao
bî senden
swV.
‘jmdn. zu jmdm. schicken’
swie verre ich sî, / sô sende ich ir den boten bî, / den sî wol hœret und eine
siht MF:Hartm
2:2,8
MWB 1 821,51; Bearbeiter: Tao
bisesche
stF.
vgl. afrz. besace, mnl. besaetse, bisaetse, aus lat.
bisaccium (Rosenqvist 2,198).
‘Quer-, Doppelsack’
so stiz er einen guldinen coph in ir bisezhe HlReg
35,25;
sint daz begebene lûte in alle wîs sich hûten sulen vor
eigenschefte, sô wolle wir, daz die brûdere [...] slozze
[...] an den bîsazchen und an den schrînen unde an
anderen slozhaftigen dingen enbern StatDtOrd
46,7
MWB 1 821,54; Bearbeiter: Tao
bisewurm
stM.
‘eine Art Bremse’
SummHeinr
1:168,779.
2:67,287.
2:291,02.09
MWB 1 821,63; Bearbeiter: Tao
bîsëʒ, besëʒ
stN.
unter 1 nur bî-/bi-, unter 2 und 3 nur
be-.
1
‘Misswuchs, Missernte; Hungersnot, Unglück’
2
‘Belagerung’
3
‘Besitz’
1
‘Misswuchs, Missernte; Hungersnot, Unglück’
dô huop sich in dem zît / michel urliuge unt strît, / hunger
unde bîsez Kchr
15350;
ez si danne, daz schvͦr oder biseze oder landes vͤrlevge choͤme
UrkCorp (WMU)
3404,19
u.ö.;
PrBerth
1:425,12.
1:244,35.
1:258,11;
Teichn
288,7;
so chumpt leicht dez todez pot / oder ein pises in dw werlt / und schait in
von dem posen gelt ebd.
288,27;
got der sent ein pisæz dar / daz er in wil pezzern hie ebd.
99,30
2
‘Belagerung’
daz si von im wurden erlôst / von dem besezze swære Ottok
29610;
des besezzes phlegen
ebd.
29395.
44608
u.ö.;
daz besez begân
ebd.
48354;
besezzes walten
ebd.
32031;
daz besez rûmen
ebd.
5867.
57057;
hî mit Jesus gekunt hât / waz nôt, waz angest sold di stat / Jerusalem noch
dulden / [...] mit vancnis und ouch mit besez JvFrst
8151
3
‘Besitz’
von dem besesse der creaturen sich keren Tauler
267,21.
309,21
MWB 1 822,1; Bearbeiter: Tao
bîsëʒʒel
stM.
‘Beisitzer’
kempfer von des wegen daz si tot suͤnd tuͦnt, so sol man in chain sacrament
niht geben, noch si begraben. vnd der herren richter vnd peisaͤzzel [
assessor
] , vnd all die dar zuͦ rat vnd hilff tuͦnd, vnd die priester die si [
kempfer
] dar zu segent, die selben werdent all manslaͤchtig vnd tuͦnt tot
suͤnd RechtssA
K17,8;
peisezzel RechtssB
K17,8
MWB 1 822,20; Bearbeiter: Tao
bîsîn, bîwësen
stN.
‘das Nahesein, Anwesenheit, Gegenwart, Gesellschaft’
das er [Gott] dich mit vetterlicher
liebe meine vnde dich des besten gewer: sines ewigen biwesenes
DvAStaff
385;
PrGeorg
272,38;
alsulches nâgebûrs / und sînes bîwesens gern / wolden dâ enpern / die
Sarrazîne Kreuzf
653;
Eckh
5:17,4;
aller menschen bisin [...] ist mir ein bitterkeit
Seuse
313,4.
221,20.
221,27;
daz [Stern] vor niht moht gesehen
werden von der sunnen peiwesen KvMSph
35,22
MWB 1 822,28; Bearbeiter: Tao
bî sîn, bî wësen
V.
zu dâbî sîn s. unter bî, dâbî.
1
‘in der Nähe von jmdm./etw. sein; an etw. teilnehmen’
2
‘jmdm. helfend nahe sein, beistehen’
3 Das logische Subj. steht im Dat.; das grammatische Subj. bezeichnet
1
‘in der Nähe von jmdm./etw. sein; an etw. teilnehmen’
wan swer von wâfen wirt wunt, / der wirt schiere gesunt, / ist
er sînem arzte bî Iw
1553;
swie rehte liep er ir sî, / sî müet, ist er ir ze dicke bî
ebd.
2872;
swie rûch ich ein gebûre sî, / und wær ich rîterschefte
bî [beim Turnier] , / wær ich gewâfent unde geriten, /
ich kunde nâch rîterlîchen siten / alsô wol gebâren / als die ie rîter wâren ebd.
3558;
die ime [Gott] bî sint durch geloube
unt durch rethiu werche unt die ime uerre sint durch ire brôde JPhys
2,37;
swie frömde mîn lîb der minneklichen süezzen sî, / mîn herze
ist ir doch stæte bî SM:Te
12: 0,2.
– Wendung swære bî ~
‘beschwerliche Gesellschaft sein’ (s.a. unter
bî
):
der [
der getriuwe man
] ist leider swaere bî MF:Mor
7: 5,3.
–
bîwesende dinc als Übers. des lat. circumstantia (s.a.
bîwësunge):
ThvASu
152,3.
156,26
2
‘jmdm. helfend nahe sein, beistehen’
den [Bedrängten] was din gute san
bi Litan
914;
wen daz im Polidamas / zv guten staten bi was
Herb
14462;
herre got, nu wis mir bî! Wig
5811;
süezer Krist [...], / sô biut mir
dîner helfe hant / und wis nû mînen sinnen bî RvEBarl
121
3
Das logische Subj. steht im Dat.; das grammatische Subj. bezeichnet
eine moralische Qualität, die jmdm. zu eigen ist:
ir herzen was vil kiusche bî Parz
809,13;
swem herzenlîchiu triwe ist bî, / der wirt nimmer minne frî, / mit freude,
etswenn mit riuwe ebd.
532,7;
her Chuͦn von Teising vnd ander genug, den triwe vnd warheit bei ist
UrkCorp (WMU)
1533,42.
– einen Gemütszustand, in dem sich jmd. befindet:
den edeln juncvrouwen was vil hôher freuden bî
NibB
576,4;
dâ vor was im ein kumber bî Parz
80,30.
– Sonstiges:
iedoch sul wir uns wern, / die wîl uns ist daz leben
bî [solange wir am Leben sind]
Ottok
5045;
das merke swer geleret si: / sit dem gotes vluch ist bi
[ihn trifft] , / swer sine kunst nimande leret, /
so wirt licht ouch sin heil gemeret, / swer da leret das her kan
Macer
Reimvorr. 12
MWB 1 822,38; Bearbeiter: Tao
bî sîten
Adv.
→
besîte
MWB 1 823,14;
bîsitzære
stM.
‘Mitglied eines Gerichts’
so er von den bisitzern dar umb beruͤffet wirt DRW
1,1479
(ZürichStB; a. 1348)
MWB 1 823,15; Bearbeiter: Tao |