banholz
stN.
‘Bannwald’, der durch Bann der allgemeinen Benutzung entzogen ist (vgl.
2HRG 1,444f.):
swer eins holtz, ez sey aygen oder lehen, dez er gesezzen sey pey rechter nutz
und gewer an all ansprach, daz mug wol sein panholtz gehaizzen OberBairLdr
76;
swer holtz in den voͤrsten vnd in den panholzen vber des hvͤters willen nimt,
der sol ez gelten mit der zwigvͤlt UrkCorp (WMU)
475AB,8;
UrkEnns
4,283
(a. 1298);
es werdent von úch in disen tagen / ir [der besiegten Feinde,
vgl. Rg II,3,19] ban holz abe geslagen RvEWchr
35974
MWB 1 425,58; Bearbeiter: Schnell
banholzære
stM.
Anwohner eines Bannwaldes (?):
ein guͦt ze Dietinkon [...], das die banholzer buton
[l. bûweten
]
UrkCorp (WMU)
1899,40
MWB 1 426,6; Bearbeiter: Schnell
banichen
swV.
→
baneken
MWB 1 426,9;
banier
stF.
‘Korb’ (aus afrz. panier):
nu het ouch sich vil gar verholn / Parzivâl her ûz gestoln. / ûz einer banier
er nam / ein starkez sper von Angram Parz
703,23
MWB 1 426,10; Bearbeiter: Diehl
banierære
stM.
‘Bannerträger’
do dise tvrnierer / vnd beide panierer / hielten auf der praerie Krone
764
MWB 1 426,14; Bearbeiter: Diehl
baniere
stFN.
auch bannir, banir, baner, paner, panier.
1
‘Fahne, Banner, Feldzeichen’ (vgl. LexMA 1,1419) 2 Teil weibl. Kopfbedeckung
1
‘Fahne, Banner, Feldzeichen’ (vgl. LexMA 1,1419):
eine riche baniere / vuorter an sinir hant / (die was verre
bekant), / nach sinin scildin gesnitin Athis
B 62;
ein schoͤnú baner gat in vor; den volgent alle die nach
Mechth
4: 22,32;
swer oͮch rehte gînoz ist des antwerkes [...], der
sol zallen ernsten ir gibottes vnd ir banîer warten UrkCorp (WMU)
80,32;
HvNstAp
3763.
–
si kâmen alle samet gevlogen / mit vliegenden banieren
Tr
5573;
alz die egenanten von Zürich mit ir offennen baner uzluffen AbschEidgen
266
(a. 1351);
vnder siner baniere / wart der Troygiere / dri hundet
erslagen Herb
4541;
HvFritzlHl
234,2.
– übertr. auf die unter dem Banner Versammelten, ‘Fähnlein, Einheit’
di panier hetten zway tausent man, / den schilt und
schwert wol stund an HvNstAp
3767
2
Teil weibl. Kopfbedeckung:
diu legent an daz houbet allen irn flîz: / nu sleier gel, nu houpttuoch wîz, /
nu diz drum hin, nu jenz drum her, / nu banier ûf Renner
12602
MWB 1 426,17; Bearbeiter: Diehl
baniervarwe
stF.
‘Farbe des Banners’
sin schilt ste [richte sich] in der ziͤr / nach der
panir varbe Minneb
2985
MWB 1 426,38; Bearbeiter: Diehl
baniervëlt
stN.
‘Wappenfeld im Banner’
uwer banir velt von golde schin. / dar innen von jacinckten fin / lige ein
woge geliche, / verwirket meisterlich Minneb
2915.
2939.
2905.
3647
MWB 1 426,41; Bearbeiter: Diehl
banierwâpen
stN.
‘Feldzeichen’
daz banier wapen ‘Osterrich’ / dem jungen fuͤrsten werdeclich / ain zaichen
was siner schar WhvÖst
17623
MWB 1 426,45; Bearbeiter: Diehl
bänkelîn
stN.
Dimin. zu banc:
scamnellum: bankilin SummHeinr
1:370,397;
scamnellum: benkelin ebd.
2:86,210
MWB 1 426,48; Bearbeiter: Diehl
banken
swV.
→
baneken
MWB 1 426,51;
bankert
stM.
→
banchart
MWB 1 426,52;
bankorn
stN.
‘Bannkorn’, Getreideabgabe an den Bannherren:
so man denne den ersten ban gesnidet, so soͤlent sie anegan ir bankorn samenen
von der iucharten eine garbe UrkCorp (WMU)
N815,37;
et dingsilber, bannkorn possessores persolvent, census vero numerales fratrum
universitas UrkStraßb
4,1:13,30
(a. 1225 kopial)
MWB 1 426,53; Bearbeiter: Schnell
banlêhen
stN.
‘vom Bannherrn erteiltes Lehen’
so giltet [...] das banlen fuͥr kese 7 s[chilling]
und 9 haller UrbHabsb
1:460,2;
item de feodo, quod dicitur banlen, pro 10 caseis s[chilling] 6 minus 2
d[enarii] Constantienses ebd.
2:167,1.
2:220,4
MWB 1 426,60; Bearbeiter: Schnell
banlich
Adj.
‘schrecklich, verderblich’ (zu bane stswM.):
als aber eteswer / in dem her, [...], / von den
slangen wart wunt / und in icht war zu keiner stunt / von würmen vergifte vol, / daz
si banlîchen dol / liten dort oder hie HvFreibKr
482
MWB 1 427,1; Bearbeiter: Diehl
banliute
stM. (Pl.)
‘Bannleute’, Hintersassen eines Bannherren, Bewohner in einem
Gerichtsbezirk:
vnd sollent des [Diebes] siben naht hvͤten ein vron
banwart vnd hvͦbere vnd lehenlúte vnd darnah die banlúte, vnz abe imme gerihtet
werde UrkCorp (WMU)
679,15;
des selben dages sol der kelnere rihten von huͦberen und von banlúten ebd.
N816,34
MWB 1 427,6; Bearbeiter: Schnell
banloup
stM.
‘Verleihung des Gerichtsbannes’
eynir, der bie konigis banne dingit unde den ban loube nicht hat enpfangin
RbNeumarkt
145
MWB 1 427,13; Bearbeiter: Schnell
banmarket
stM.
‘Bannmarkt’, Markt einer Gemeinde mit eigener Gerichtsbarkeit:
swer vf den andern chlagt vmb gvlt vnd sin reht erlanget, der, gegen dem daz
reht erlanget ist, sol [schuldet] dem rihtær fier vnd
zwaintzich phenning vnd in dem panmarchtt zwen vnd sibenzikch UrkCorp (WMU)
3452,47
MWB 1 427,16; Bearbeiter: Schnell
banmeise
swF.
‘Meisenart’
nisi capiat meisam, que dicitur: banmeisa WeistGr
4,588
(13. Jh.);
were da fehet eyn bermeysen [l. banmeise
] , der sall geben [...]
ebd.
1,499
(a. 1338)
MWB 1 427,23; Bearbeiter: Schnell
banmiete
stF.
‘Bannmiete’, Einkünfte aus der Verpachtung eines Sondernutzungsrechts (vgl.
1ban 2.2):
uf dem Riet ist oͧch ein gelt, das heisset banmiet UrbHabsb
1:411,5;
item obventiones dicte banmiete in pratis iuxta opidum ebd.
2:225,11
MWB 1 427,27; Bearbeiter: Schnell
banmîle
stF.
‘Bannmeile’; Bezirk, in dem besondere Vorschriften galten (in dem z.B. keine
fremden Händler ihre Ware feilbieten durften, vgl. 2HRG
1,441-443):
in iurisdictione ipsius, que banmile vulgariter dicitur MGHConst
2:276,28
(a. 1237);
item nullus opidanus infra terminum qui dicitur banmile sive bivanc occupari
poterit sive arrestari per aliquem judicem extraneum WeistGr
2,735
(a. 1279);
vomme zolle sol der bischof vride bern menlickeme in dem sime geleite oder der
banmile RbBasel
10,2.
– humorvolle Beschreibung des Geltungsbereichs:
in der banmyle: vnd daz ist eyns hornes geschelle, / eynes hundes gebelle, /
eynes hamers wurf / vnd eyns schalkes furtz UrkWürzb
39,278
(a. 1326)
MWB 1 427,32; Bearbeiter: Schnell
banmüle
swF.
‘Bannmühle’, Mühle mit Mahlzwang für ein bestimmtes Gebiet:
dc er vns deheine wiz irren oder besweren sol ze Sexowe
[...] an vnseren ban mulin UrkCorp (WMU)
1106,22;
banmulin [Akk.Sg. oder Pl.] Andlau ebd.
679,45
MWB 1 427,47; Bearbeiter: Schnell
bannen
stV. (VII)
(selten swV., vgl. WeistGr und UrkCorp (WMU)
1797B)
1
‘jmdn. bannen, den Kirchenbann über jmdn. verhängen’
2
‘jmdn. vor Gericht bringen, laden’
3
‘jmdn./etw. (durch magische Kraft) vertreiben, fernhalten’
4
‘jmdm. etw. (unter Strafandrohung) befehlen, gebieten, vorschreiben’
4.1 in der Wendung: (jmdm.) vride
4.1.1
‘(jmdm.) Frieden gebieten’ (vgl. vrideban ) 4.1.2
‘jmdm. Frieden gewähren’
4.2 in den Wendungen gebannener vîretac/ vastetac/ tac
‘ vorgeschriebener Feiertag/ Fasttag/ Tag’
4.3 mit Akk.d.P. 5 etw. mit besonderen Rechten versehen 5.1 in der Wendung gebanneniu stat
‘Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit’ (zu
1ban 2.1 ; vgl. banstat ) 5.2
‘etw. mit einem Vorrecht, Sondernutzungsrecht belegen’ (zu
1ban 2.2 )
1
‘jmdn. bannen, den Kirchenbann über jmdn. verhängen’
aber ib anders er tuͦt er werde gibannun BrZw
51;
ob min herre der bischof [...] si vil leihte drvmbe
bannen wolt UrkCorp (WMU)
2399,15;
si [die Geistlichen] bienen, die si wolten, / und
niht, den si solten Walth
9,32.
11,1;
kristen laͤut sol man tuͦn in den pan. vnd ein iegleich obrister mag sein
vndertaͤnig pannen [
excommunicare
]
RechtssA
B15,10;
Ottok
49017.
– mit Ersparung des Obj.:
swer under stôle vluochet, schiltet, bennet / unt under helme roubet unde
brennet, / der wil mit beiden swerten strîten RvZw
127,7.
127,1;
da sol der abt nach clagen als nach des closters aigenem guͦt vnd darumbe
bannen UrkCorp (WMU)
1435/1,35.
–
‘Zwang ausüben’
der [das Amulett] ist guot
wider der teufel pannen BdN
470,33
2
‘jmdn. vor Gericht bringen, laden’
sollen sy ihre undertanen mit auswendigen rechten nit furnemen, wider laden
noch bannen WeistRh
2,2:98,27
(a. 1336/1356 kopial);
so sol im [dem Kläger] der amman den, der da
beclegt wirt, bannen und och gebieten, daz er in rihti StRRavensb
118,19
3
‘jmdn./etw. (durch magische Kraft) vertreiben, fernhalten’
wie sie [die Schlange] der meister bennet
MügelnII
Gr 1,10;
laß zwivels orden bannen Mügeln
15,17;
vnd wil in aller fröuden bannen Orend
2692
(App.);
UvZLanz
731;
Teichn
210,27.
336,45.
325,17;
Minneb
Prolog 2,10
4
‘jmdm. etw. (unter Strafandrohung) befehlen, gebieten, vorschreiben’
swer vlaehsch [l. vleisch
] tiurer geit denne ez im gepannen oder gesetzet ist, der geit judici
60 dn [Denare]
StRMünch
252,8.
199,1
4.1
in der Wendung: (jmdm.) vride
~
4.1.1
‘(jmdm.) Frieden gebieten’ (vgl. vrideban):
swer avch in vnser chamer ist [...], dem
pannen vnd gebieten wir frid [Friede zu halten]
von dem gewalt vnser fvͤrstlichen ern UrkCorp (WMU)
2237B,20;
so vride ie wart gebannen vur strit zu beiden siten JTit
939,1;
Rab
468,5
4.1.2
‘jmdm. Frieden gewähren’
so sal umi dan di sculteizi vride banne zu sineme
liebi unde zu sinemi gute Mühlh
163,14.
113,6;
ist daz ein man den andern [in
Notwehr] ze tode sleht, [...] der
ist dem vogte noh sinen friunden nihtes niht schuldic, unde sol im der vogt
fride unde gnade bannen StRAugsb
112,28;
vride sei iu gebannen / [...] / vor allen
minen mannen / sit ane sorge sicherlich Rab
227,1;
HvFritzlHl
194,32;
LBarl
10560
4.2
in den Wendungen gebannener vîretac/ vastetac/ tac
‘ vorgeschriebener Feiertag/ Fasttag/ Tag’
swas tage dc sie, ane die súnnentage vnd gebannene virtage
UrkCorp (WMU)
N238B,25;
ez sol auch kein jude noch nieman von sinen wegen an dem
vritage noch an andern gebannen vastagen vische kauffen WüP
59,3;
ez si denne ein gebanne vast tag den nieman brechin sol
BrEng
53;
mit den gepannen tagen Teichn
266,65
4.3
mit Akk.d.P.:
der [Bischof] solt in [den
Pfarrer] auf di chirchen pannen / als dw chon zu iͤr mannen. /
[...] / also solt der pharrer wonnen / auf der
chirchen spat und fruͤ Teichn
236,29
5
etw. mit besonderen Rechten versehen
5.1
in der Wendung gebanneniu stat
‘Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit’ (zu
1ban 2.1; vgl. banstat):
wir suͤlen [...] niemen chainen gewalt geben
uͤber ir lip und uber ir guͦt, als verre der stat geriht get, wan nach der stat
saettz [Satzung] und nach ir reht, wan ez ein
gebanniu stat ist und hat geschribeniu reht StRMünch
43,24;
daz man in sin stat ze Eystet noch in ander sin gepannen stet, iht rihten
suͦl UrkEichst
2,123
(a. 1316)
5.2
‘etw. mit einem Vorrecht, Sondernutzungsrecht belegen’ (zu
1ban 2.2):
wan sol oͮch den hoͮ wider banan [den Weidgang im Kahlschlag
verbieten] , wen dz holz dar ab kunt UrkThurgau
5,272
(a. 1349).
5,282;
auch behalten wir [...] vnser gebennete boische
[Wäldchen] , vnd vnser wiesen in allem recht
WeistGr
2,4
(a. 1321);
swa oͮch die bvrger gebannenvͥ [
gebannetv́
1797B,36
] hoͤlzer hant UrkCorp (WMU)
1797AB,35,36.
– wohl hierher:
nâch über drî wochen / ist der turnei gesprochen / ûf den
Gebannenen clê / bî der niwen stat ze Djoflê UvZLanz
2669
MWB 1 427,52; Bearbeiter: Schnell
bannigwagen (?)
stM.
oder bennic wagen.
‘Lehenswagen ?’
currum unum feodalem vulgariter dictum bennichwayn DRW
1,1216
(Lacomblet, UB; a. 1328)
MWB 1 429,7; Bearbeiter: Schnell
banovære
stM.
‘Eigentümer eines banovens’
wer auch brot ußbucke [...] ane erleubniß der
bannober vnd die fryheit der bannoͤber breche DRW
1,1219
(St. Avold; a. 1302)
MWB 1 429,11; Bearbeiter: Schnell |